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  • Symbolfoto Mädchen mit Krebs. Quelle: adobe stock

Sozialverband Künzelsau kritisiert Verlosung von teuren Medikamenten an Kinder aufs Schärfste – „20.000 Euro monatlich für Krebstherapien nicht selten“

Beim größten deutschen Sozialverband, dem VdK, ist man sich einig: Wenn dieser Tage Pharmakonzerne überlebenswichtige Medikamente verlosen, werde die „menschliche Würde endgültig zum beliebigen Spielball der Ökonomie“.  Das sagt der VdK Ortsverband Künzelsau in einer Pressemitteilung von Donnerstag, den 06. Februar 2020. Der Sozialverband verweist dabei auf die „Verlosungsaktion“ der Firma Novartis http://haben einfach kein Glück… https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/zolgensma-novartis-verlost-teuerstes-medikament-der-welt-an-kinder-a-44556bb4-dece-448e-8917-4d397910f483. „100 Kleinkinder weltweit dürfen hoffen, die Übrigen haben einfach kein Glück“, kritisiert Bertold Krist VdK-Ortsverband Künzelsau.

„20.000 Euro im Monat keine Seltenheit“ für Medikamente

Krist kritisiert: „Was teure Medikamente betrifft, so wird bei bestimmten Krebstherapien den Patienten immer vor Augen geführt, was das dann jetzt kostet. Da sind dann 20.000 Euro im Monat keine Seltenheit. Wenn es um Leben oder Tod geht, kann die Pharmaindustrie die Preisbildung deutlich steuern. Zudem gibt es Erfahrungen dahingehend, dass Medikamente, für die die Lizenzen der Hersteller ablaufen und für die dann keine satten Gewinne mehr möglich sind, einfach über Nacht vom Markt genommen werden. Einige Zeit später ist dann wieder ein deutlich teuereres Medikament mit neuem Namen in den Apotheken zu finden, das die gleichen Wirkungen hat.“

Gesundheitsthemen sollten nicht unter Wirtschaftlichkeitsfaktoren betrachtet werden, so der Sozialverband

„Gesundheit, Rente, Schwerbehinderung, insgesamt der soziale Bereich lassen sich nicht wirtschaftlich darstellen“, so das Credo der gemeinnützigen Organisation. Für ein bedarfsgerechtes Gesundheits- und Sozialsystem setzt sich der Sozialverband VdK in Deutschland laut eigenen Angaben seit Jahrzehnten aktiv ein. Einer der vielen bundesweiten Ortsverbände hat seinen Sitz in der Kreisstadt Künzelsau.

Mit den drei Buchstaben in der Verbandsbezeichnung verbinden, so der dortige Vorsitzende Berthold Krist, viele immer noch nur das Bild von der besonderen sozialen Situation und Unterstützung in der Nachkriegszeit. Diese Anfänge hätten die Organisation geprägt, weswegen man auch an der Namensgebung festhalte. Inzwischen sei der Sozialverband VdK die größte gemeinnützige und überparteiliche Interessenorganisation aller Sozialversicherten und Menschen mit Behinderungen. Im Mittelpunkt der Arbeit stünden die Werte soziale Gerechtigkeit, Hilfe zur Selbsthilfe und der Erhalt der sozialen Sicherungssysteme.

Frankenweg in Künzelsau Beratung möglich

Die Kernkompetenz des Sozialverbands VdK ist schlechthin das Sozialrecht. Die Beratung umfasst die Rechtsgebiete aller gesetzlichen Sozialversicherungen. In Fragen von Rente, Kranken- und Pflegeversicherung, Schwerbehinderung und Hartz IV ist der VdK zur Stelle. In der Geschäftsstelle im Frankenweg in Künzelsau berät mit Karin Schierig eine hauptamtliche Juristin. Die Mitglieder werden bei Bedarf in Widerspruchs- oder Klageverfahren vertreten.

„Nicht nur, weil wir so nett sind“

„Rund einhundert Personen sind unserem Ortsverband in Künzelsau allein in den vergangenen zwei Jahren beigetreten“, berichtet Berthold Krist beim Blick in die Mitgliederkartei. „Dies erfolge, so seine Begründung mit einem Augenzwinkern, „nicht nur, weil wir so nett sind. Die Menschen suchten Hilfe bei der Durchsetzung ihrer sozialen Rechte, die ihnen durch die Gesetze zustehen würden.“ Allein in Baden-Württemberg würden sich die erstrittenen Renten, Pflegegelder und weitere Sozialleistungen zu Millionenbeträgen addieren.

„Nicht hinnehmbar sei auch, wenn Krankenhäuser nur noch unter wirtschaftlichen Zwängen arbeiten dürfen“

Nicht hinnehmbar sei auch, wenn Krankenhäuser nur noch unter wirtschaftlichen Zwängen arbeiten dürfen. Bildung und Gesundheit dürften nicht der Schwarzen Null geopfert werden. In diesen Bereichen Gewinne erwirtschaften zu wollen widerspreche bereits dem ersten Artikel des Grundgesetzes, der die Würde des Menschen garantiert. Kommunalpolitiker, die auf die Verfassung verpflichtet seien, stünden bei der Forderung nach einem rentablen gewinnabwerfenden Krankenhaus nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes, so Krist.

Mehr Informationen zum VdK gibt es auf http://www.vdk.de/ov-kuenzelsau

 

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