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  • Biber. Foto: Rolf Hartbrich

Krautheim: Er ist wieder da

„Der Biber ist wieder da“. Das ist das Motto der Biber-Wanderausstellung des Regierungspräsidiums Stuttgart, die am Montag, den 03. Februar 2020 in der Grund- und Werkrealschule Krautheim eröffnet wird. Sie widmet sich inhaltlich zweigeteilt der Faszination des Bibers und zeigt gleichzeitig Konflikte, aber auch Lösungen für diese auf. Zusätzlich zu Texten und Bildern gibt es einige Exponate zu bestaunen. Eine Vitrine zeigt Schädel von Biber, Nutria und Bisam, eine weitere ist bestückt mit Holzspänen verschiedener vom Biber benagter Baumarten. In einer großen Vitrine ist ein Biberpräparat zu bestaunen. Im Zusammenhang mit der Ausstellung findet auf dem Krautheimer Frühling eine Spendensammlung für eine Biberinformationstafel für ein Biberrevier statt.

Führungen für angemeldete Gruppen

Die Ausstellung ist bis einschließlich Sonntag, den 5. April 2020, immer montags und mittwochs von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Unabhängig davon macht der Ausstellungsorganisator und Biberberater Daniel Peterhansl Führungen für angemeldete Gruppen. Der Ausstellungsbesuch ist kostenlos.

„Der Biber ist ein aktiver Landschaftsgestalter, der Kommunen und Landnutzer vor Herausforderungen stellen kann. Er bietet jedoch großes Potenzial für den Umweltschutz – beispielsweise durch die Entwicklung naturnaher Gewässer“, erläutert Regierungspräsident Wolfgang Reimer.

Informationen und Konfliktlösungen aufzeigen

Daniel Peterhansl schwärmt von dem Tier: „Der Biber ist ein eigentliches Allroundtalent im Wasser und auf dem Land. Er ist Spitzentaucher, Bauherr, Landschaftsarchitekt, Gestalter von neuem Lebensraum für Tiere und Pflanzen und Holzfäller in einem“. Die Natur hat ihn für seine vielfältigen Jobs perfekt ausgerüstet. Biber-Sichtungen sind gar nicht mehr so selten.

Die Ausstellung widmet sich dem in Baden-Württemberg vor rund 130 Jahren ausgerotteten und heute streng geschützten Tier. Das Ziel ist, nicht nur Informationen rund um den Biber zu zeigen, sondern auch mögliche Konflikte zwischen Mensch und Tier zu skizzieren und Lösungen aufzuzeigen. Durch Information und Prävention können Konflikte frühzeitig reduziert und dem Biber so genügend Freiräume gelassen werden.

Kinder sind fasziniert vom Biber

In der Grund- und Werkrealschule Krautheim findet der Organisator ein großes Potenzial. Kinder und Jugendliche sind schnell zu begeistern und lernen mit der Natur und deren Bewohnern sensibel und beschützend umzugehen. „Kaum eine streng geschützte Tierart ist possierlicher und faszinierender, kaum eine andere ist umtriebiger und gestalterischer und kaum eine andere ruft uns als Nuturschutzwarte jedoch so regelmäßig auf den Plan, wie der Biber“, sagt Peterhansl. „Der Biber schafft in reiner Hand und Zahnarbeit, wofür Menschen viel Technik und Geld einsetzen. Bei Flächenverfügbarkeit kann der Biber in kurzer Zeit stark begradigte Fließgewässer besser renaturieren als jede künstliche Renaturierungsmaßnahme. Hierbei bleiben allerdings Konflikte nicht immer aus.“

Wissensvermittlung als wesentliche Säule der Ausstellung

In einigen Biberfällen war Daniel Peterhansl im vergangenen Jahr bei der Konfliktbewältigung involviert. Meistens geht es um überschwemmte Wiesen und Äcker aber auch um zugebaute Abläufe von Regenüberlaufbecken oder gefällte Hecken und Bäumen in Gewässernähe. Leider starben in den vergangenen Jahren auch immer wieder Biber bei Verkehrsunfällen mit Autos. „Hier muss das Bewusstsein der Auto- und Motorradfahrer geschärft werden: Nicht nur Reh, Fuchs und Hase und Wildschwein überqueren die Fahrbahn, sondern auch der meist nachtaktive Biber, der mit seinen bis zu 30 Kilogramm eine große Gefahr für jeden Verkehrsteilnehmer werden kann. Beim Bibermanagement setzen wir auf die Prävention und Information. Wesentliche Säule bei Bibermanagement ist die Wissensvermittlung. Denn Wissen wirkt Wunder. Die meisten Biberkonflikte sind lösbar“ so Peterhansl weiter. „Genau hier setzt die Biber-Wanderausstellung an, sie vermittelt Wissen und gleichzeitig Verständnis für das Miteinander von Mensch und Biber.“

Wanderausstellung kostenlos ausleihen

Nach Krautheim wird die Wanderausstellung in Mulfingen/Buchenbach im Herrenhaus gezeigt. Das Regierungspräsidium Stuttgart verleiht die Ausstellung auf Anfrage und gebührenfrei. Sie lagert am Standort des Landschaftspflegetrupp des Regierungspräsidiums Stuttgart in Eislingen (Fils). Der Transport muss selbst organisiert werden. Anfragen dafür per E-Mail an bibermanagement@rps.bwl.de.

Das Faltblatt „Bibermanagement im Regierungsbezirk Stuttgart“ ist beim Regierungspräsidium Stuttgart, über den Webshop der LUBW und in den Landratsämtern kostenlos erhältlich.