07940 | 935 557
 0,00 (0 Gegenstände)

Keine Produkte im Warenkorb.

  • Sabine Focken war bei dem Mahnfeuer der Landwirte in Stachenhausen dabei. Foto: GSCHWÄTZ

Pfarrerin Sabine Focken kritisiert Umgang mit Schöpfung: „Es hat dazu geführt, dass uns die Erde um die Ohren fliegt“

Beim Mahnfeuer, zu dem Landwirte am 04. Januar 2020 nach Stachenhausen eingeladen hatten (wir berichteten), sprachen nicht nur Landwirte Klartext. Auch Sabine Focken, die Pfarrerin in Stachenhausen und Dörrenzimmern ist, äusserte sich klar und deutlich.

Klimaveränderungen machen Landwirten zu schaffen

Landwirt Heinrich Stier aus Stachenhausen verwies während des Mahnfeuers auf klimatische Veränderungen, mit denen Betriebe zu kämpfen hätten – die Trockenheit im vergangenen Jahr etwa. „So wie jetzt das Klima ist und sich verändert, müssen wir auch mehr Futterreserven und Geldreserven schaffen, weil wir davon ausgehen, dass diese Klimaschwankungen immer extremer werden.“ Er wisse nicht, wie „wir das schaffen sollen, gewisse Reserven zusammenzubringen.“

„Landwirtschaft wird über die Maßen verantwortlich gemacht“

Sabine Focken, Pfarrerin von der Gemeinde Dörrenzimmern-Stachenhausen, sieht die Kritik der Bauern mit gemischten Gefühlen: „Es ist viel leichter für Menschen, Schuldvorwürfe in die einzelnen Richtungen zu machen.“ Es sei aber ein „überkomplexes Problem“ zwischen Landwirten, Verbrauchern, der Politik, der Industrie, dem Handel, da wirklich zusammenzukommen. Das eigentliche Problem sei, dass „wir einen Umgang mit der Schöpfung haben, der dazu führt, dass uns die Erde um die Ohren fliegt“. Aber Focken nimmt dabei auch die Landwirte in Schutz: „Im Moment wird die Landwirtschaft über die Maßen für den Klimawandel verantwortlich gemacht.“

„Man muss an der Basis für mehr Verständnis sorgen“

„Neue Preisgestaltung, ein anderer Umgang mit der Natur – Wir brauchen eine neue Richtung und die auszuhandeln“, das sei schwierig, so Focken. Daher sei sie selbst auch vor Ort zu dem Mahnfeuer gekommen. Wie können Landwirte und Verbraucher anders, besser kommunizieren, „um neue Modelle anzufangen und nicht zu warten, bis die Politik endlich handelt und auf der höheren Ebene etwas passiert, sondern man muss an der Basis für Verständnis zu sorgen.“ Direktvermarktung quasi. Dazu gehöre auch „neue Bilder in unsere Köpfe zu kriegen, dass wir bereit sind, mehr Geld für Nahrungsmittel auszugeben.“

„Ohne Landwirte geht es nicht“

Landwirt Sascha Sahm ist aufgefallen, dass in der Presse sehr wenig über die Mahnfeuer und die Demonstrationen berichtet wurde. Da mache sich dann das Gefühl bei den Landwirten breit, „dass man es nicht haben möchte, dass wir auf uns aufmerksam machen“, schildert er. Er wünsche sich von der Politik, dass man auf sie zugehe und mit ihnen redet: „Dass wir auch mit an den Tisch dürfen und gefragt werden, wenn Gesetze gemacht werden. Dafür kämpfen wir jetzt, dass wir auch gehört werden und es Gesetze sind, die auch umsetzbar sind.“

Auf die Frage, ob Landwirtsein überhaupt noch ein angenehmer Beruf sei, argumentiert Simon Gutheiß: „Ohne Landwirte geht es nicht. Ich bin damit groß geworden und mir hat es seit eh und je Spaß gemacht. Das ist der Beruf für welchen ich jeden Tag aufstehen möchte.“ Er hat sich auch schon andere Bereiche angeschaut, die seien aber nichts für ihn gewesen. An der Landwirtschaft gefalle ihm „die Abwechslung“. Es sei nicht so wie in den Firmen, in denen man immer denselben Ablauf habe und akkordmäßig arbeiten müsse.

 

Aktuelle Beiträge