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Was Gscheits muss her und koin halbgorener Scheiss“ – Die alt Fraa zum Rettungsdienst light und Notarzt light in Künzelsau

„Schbare im Gesundheitswese isch ä subber Sach“ – GSCHWÄTZ hat mit der alt Fraa von drobbe de Höh‘ am Tag der Schließung des Künzelsauer Krankenhauses gesprochen. Wir haben sie unter anderem gefragt, wo sie künftig nun mit ihrer Blasenentzündung hingeht. Die 150-Jährige freut sich jetzt erst einmal auf das Hospiz, das ihr in der Kreistagssitzung versprochen wurde.

Auch die Ausstattung der Rettungswägen mit neuer Software findet sie viel besser als in Personal zu investieren. Denn: „Wer braucht heutzutoog noch Mensche im Gesundheitswese? Die Steiergelder gehöre gscheit inveschtiert und zwar in Berater – so wie in de vergangene Jahre a.“ Die alt Fraa erinnnert dabei unter anderem an die mehrere 100.000 Euro teure Beratung hinsichtlich der Entscheidung, wie es mit dem Hohenloher Krankenhaus weitergehen soll. Die Entscheidung fiel am Ende gegen den Standort Künzelsau und für einen Neubau in Öhringen. Der Künzelsauer Krankenhausstandort wurde am vergangenen Freitag, den 15. November 2019, geschlossen, während mit dem Neubau in Öhringen noch nicht einmal begonnen wurde.

Mit der Schließung des Krankenhauses in Künzelsau sollte es auch einen stärkeren Rettungsdienst geben. Bereits 2017 wurden Personal- und Fahrzeugengpässe bekannt (wir berichteten) und auch die Hilfsfristen, wonach die Rettungsfahrzeuge nach maximal 15 Minuten (eigentlich maximal 12 Minuten) am Unfallort sein sollten, wurde oft nicht eingehalten. Doch derzeit spricht der Kreistag und die BBT-Gruppe lediglich von einer Aufwertung der Rettungsdienstfahrzeuge hinsichtlich  einer Software, mit der Daten von Patienten schneller an die Krankenhäuser übertragen werden sollen. Diese Software betiteln die Beteiligten als „Telemedizin“.

Auch zum Thema Notarzt im Sitzdienst in Künzelsau, der nun kommen soll, der aber laut diversen Kreisräten über fast keine Handlungsspielräume verfügt, hat sich die alt Fraa auch klar positioniert: „Des isch wie mit em gute Bier. Ä light Bier bringt halt a nix. Wenn dann muss es was Gscheits sei und koin halbgorener Scheiss.“ Also vielleicht doch nochmal etwas mehr Geld in die Hand nehmen, um das Gesundheitswesen gesund zu halten, liebe Lokalpolitiker?

Das Video wurde am letzten Tag gedreht, als das Krankenhaus Künzelsau noch offen hatte, am Freitag, den 15. November 2019.

Für Euch vor Ort: GSCHWÄTZ – Das Magazin | Wir lieben uns Ländle | www.gschwaetz.de |

Die alte Fraa von drobbe de Höh‘ am Krankenhaus Künzelsau am Tag der Schließung. Foto: privat



 

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