07940 | 935 557
 0,00 (0 Gegenstände)

Keine Produkte im Warenkorb.

Künzelsauer über KH-Schließung: „Total unzufrieden über die Situation“ – „Einfach abgebaut und abgewickelt“

Diese Woche sollen die Lichter im Krankenhaus Künzelsau endgültig ausgehen. Nicht nur bei vielen Mitarbeitern ist die Stimmung gedrückt, auch die Künzelsauer wissen  nicht, wie es nun weitergeht hinsichtlich der Gesundheitsversorgung. Einige Künzelsauer haben sich am Montag, den 04. November 2019 auf den Weg nach Zweiflingen zur Kreistagssitzung gemacht, um mehr zu erfahren. „Wir wollen wissen, wie es weitergeht“, sagt etwa Ernst Renner aus Künzelsau vor der Kreistagssitzung. „Das Gesundheitszentrum interessiert uns. Ich kann mir darunter nichts vorstellen“, fügt Karl Walter aus Hermuthausen hinzu.

Ehrenfried Biehal, ehemalige Schulleiter der Grund- und Hauptschule in Künzelsau, kann die KH-Schließung nicht nachvollziehen. Foto: GSCHWÄTZ

„Einfach abgebaut und abgewickelt“

Ehrenfried Biehal, der ehemalige Schulleiter der Grund- und Hauptschule in Künzelsau, ist zur Kreistagssitzung nach Zweiflingen gefahren, weil „jetzt für uns Künzelsauer einfach Nägel mit  Köpfen gemacht werden müssen. Wir sind zudem total unzufrieden über die Situation, dass unser Krankenhaus geschlossen wird. Ein baulich gutes funktionierendes Krankenhaus wird einfach abgebaut und abgewickelt. Das darf nicht sein.“

Günter Maurer aus Gaisbach möchte sehen,  „was die BBT-Gruppe für Vorschläge hat, wie das zukünftige Gesundheitszentrum aussehen soll. Da geistern ja verschiedene Ideen herum. Momentan ist gar nichts bekannt und  das wollen wir heute erfahren“.

Der Künzelsauer Wolfgang Hornung erwartet „ganz klare Aussagen, was jetzt kommen soll mit dem Ärztehaus. Bisher hört und sieht man nichts. Und so wie die Sache aussieht, kann man davon ausgehen, dass sowieso gar nichts passiert.“

Für Lehrer Wolfgang Weßlein ist das Krankenhaus „ein Herzensanliegen und jetzt muss man sehen, was für Künzelsau bleibt“.

Auch Öhringer besuchten die Kreistagssitzung, so wie Werner Hesse: „Ich bin am Krankenhausthema interessier und hoffe, dass man die Fakten darstellt und dass die Künzelsauer Mitbrüger fair damit umgehen.“

Was bleibt für Künzelsau?

In Zweiflingen dann erklärte die BBT-Gruppe, dass es nach der Krankenhausschließung für Künzelsau zunächst einmal acht Hospizplätze geben werde (wir berichteten). Des Weiteren werde der Rettungsdienst mit  so genannter „Telemedizin“ ausgestattet. Mit dieser Software sollen die Rettungsdienstler messbare Daten des Patienten noch am Ort des Geschehens direkt an das anzufahrende Krankenhaus übermitteln können. Bislang haben die Rettungsdienstler telefonisch über die Leitstelle Angaben darüber gemacht, wie schwer der Patient verletzt ist, damit sich das dementsprechende Krankenhaus, das angefahren wurde, vorbereiten konnte.

Weiterhin sei die BBT-Gruppe mit Ärzten im Gespräch, die sich in dem neuen Gesundheitszentrum ansiedeln sollen, unter anderem integrative Medizin soll es dort bald geben. Bei einer integrativen medizinischen Behandlung werden laut der Hufelandgesellschaft auch unkonventionelle Therapieverfahren wie alternative Medizin zusammen mit konventionellen Methoden angewandt. Ein Notarzt-Sitzdienst, der kommen soll, wackelt indes schon wieder, da diverse Kreisräte in der Kreistagssitzung in Zweiflingen bemängelt habe, dass dieser Notarzt am Standort des dann ehemaligen Krankenhauses in Künzelsau lediglich eine Anlaufstelle für verletzte Bürger sei, jedoch ansonsten nicht viel machen könnte. Weder habe er die Kompetenz, Überweisungen, etwa ins nächste Krankenhaus auszustellen, noch dürfe er Rezepte, etwa bei einer Blasenentzündung, ausstellen. Der Notarzt-Sitzdienst würde zudem über eine halbe Million Euro jährlich kosten.

Videobefragung: Matthias Lauterer



Aktuelle Beiträge