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Eigene Schlager-Hymne für die Muswiese

„Die Muswiese hat eine eigene Hymne verdient“, sagt Torsten Krcmar und hat einen Text speziell für die Muswiese bei Rot am See geschrieben. „Die Muswiese ist der älteste und größte Jahrmarkt in Hohenlohe und bringt seit Jahrhunderten Jung und Alt auf die Beine“, schwärmt Krcmar. Er ist zwar kein Berufsmusiker, sondern im Pharma-Vertrieb tätig, aber er findet, dass eine solche Tradition aufrechterhalten und unterstützt werden müsse. Deshalb hat der 43-Jährige bereits 2014 zur Melodie von dem Jürgen-Drews-Lied „Kornblumen“ einen eigenen, zu dem Jahrmarkt passenden Text geschrieben.

Für die Muswiese in diesem Jahr hat der verheiratete Hobby-Musiker das Lied nun professionell aufbereiten lassen im Tonstudio soundhouse 7 in Iggersheim. Den Text singt Krcmar selbst, Backgroundsängerin ist Denise Naser. Der Besitzer des Tonstudios, Thomas Hemming, hat das Ganze mit der Melodie gemischt. Nun hört sich der Song frisch an – ein Partylied. Es ist tanzbar und den Text kann jeder mitsingen. Der Jahrmarkt ist übrigens nach dem Teilort Musdorf benannt, in dem er stattfindet.  

Musikalische Einstimmung in den Pendelbussen

Den Anstoß zu dem Song gab Beate Meinikheim, Muswiesen-Organisatorin und damals Vorsitzende des Musikvereins Rot am See. Besucher des Festes hatten sie öfter nach einem Lied gefragt, vor allem als musikalische Einstimmung in den Pendelbussen. Sie erzählte Krcmar davon, der passives Mitglied im Musikverein ist. Gesagt, getan: Kurzerhand schrieb er in einer Nacht-und-Nebel-Aktion seinen Text. Die Melodie lud er sich als Karaoke-Version aus dem Internet herunter. „Das Lied sollte eine Brücke schlagen zwischen Jung und Alt“, erklärt Krcmar. Er möchte, dass die Leute Spaß und Freude daran haben.

Innerhalb von zwei Tagen war die Muswiesen-Hymne auf Youtube abrufbar. „Es war eher nicht professionell“, erinnert sich Krcmar, „aber die Leute waren begeistert“. Im Rathaus lief das Lied bereits am ersten Tag pausenlos. Außerdem brannte er es auf CD, entwarf ein Cover und verschenkte das Ganze. Bereits im Jahr darauf gab es auf Youtube eine zweite Version des Videos.

Muswiesen-Virus grassiert

Krcmar ist kein gebürtiger Musdorfer, lebt aber seit Jahren in Rot am See und hat sich selbst mit dem Muswiesen-Virus infiziert. „Am Anfang dachte ich, das ist bloß ein Volksfest wie viele andere“, bekennt er. Erst mit der Zeit sei ihm aufgegangen, wie riesig der Aufwand ist und wie sehr sich die Leute für das Fest einsetzen. „Viele schreiben übers Jahr auf, was sie brauchen und kaufen das ganz gezielt auf der Muswiese“, erzählt er beeindruckt davon, wie die Menschen hier Nützliches und Gesellschaftliches miteinander verbinden. Selbst wenn die Leute seit Jahren nicht mehr in der Gegend wohnen, kommen sie zur Muswiese immer wieder zurück in die alte Heimat. Auf dem Fest herrsche ein besonderes Flair, findet Krcmar. Viele junge Leute sind mit an Bord und das Miteinander werde groß geschrieben. Alle machen mit: Familien räumen ihre landwirtschaftlichen Hallen aus oder bauen Zelte auf, um dort die Besucher bewirten zu können. Es gibt auf der Muswiese keine professionellen Wirte, sondern die Musdorfer haben für die fünf Festtage ein Schankrecht.

Bereits vorher gab es Lieder zur und über die Muswiese. „Die waren aber eher erzählend mit getragenen Melodien“, findet Krcmar, der Musik bloß als Hobby betreibt. Ein offizielles Muswiesenlied gibt es aber nicht. „Das ist auch ein rechtliches Thema, denn die Rechte an dem Begriff hat die Gemeinde“, erklärt er. Mit dem Lied verfolgt Krcmar keine persönlichen finanziellen Interessen. Auch von der Gemeinde bekommt er keine finanzielle Unterstützung. Deren Gewinn durch das Lied sei ideeller Art.

CDs werden verkauft

Rund 100 CDs hat Krcmar brennen lassen, um sie auf der diesjährigen Muswiese für fünf Euro zu verkaufen. Auch auf Spotify soll das Lied noch erscheinen. Die Herstellungskosten versucht er per Crowdfunding-Aktion zu finanzieren, die am 11. Oktober endet. Falls etwas von dem gespendeten Geld übrig bleibt, will er es gemeinsam mit der Gemeinde Rot am See für wohltätige Zwecke geben. „Mein Lohn ist, wenn gutes Feedback kommt“, erklärt er bescheiden. Er habe ja nur Zeit und Gedankengut aufgebracht.

Info

Die Muswiese beginnt in diesem Jahr am Samstag, den 12. Oktober, um 12 Uhr. Zuvor gibt es den Händlergottesdienst in der Michaelskirche. Das Marktgeschehen findet täglich von 10 bis 19 Uhr statt, samstags erst ab 12 Uhr. Der Jahrmarkt endet am Donnerstag, den 17. Oktober, um 20 Uhr mit dem Großen Brillantfeuerwerk.

Das Muswiesenlied kann man auch auf YouTube hören: https://www.youtube.com/watch?v=JygrqkvP57I

Zur Muswiese in Rot am See kommen zehntausende Besucher. Foto: Polizeipräsidium Einsatz

Viele Besucher kaufen ganz gezielt auf der Muswiese ein. Foto: Gemeinde Rot am See

 

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