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  • Doreen Vennekamp, Sportschützin des Sgi Waldenburg, ist auf Meisterschaften in der ganzen Welt unterwegs. Foto: privat

Hand am Abzug

Sie ist eine der größten Hoffnungen des Deutschen Schützenbundes e.V.: die Sportpistolenschützin Doreen Vennekamp. 2018 war das bisher erfolgreichste Jahr für die Sportsoldatin, die zwar im hessischen Ronneburg-Hüttengesäß aufgewachsen ist und dort auch lebt, aber in der Bundesliga für die Schützengilde (Sgi) Waldenburg startet.

Meisterschaften überall auf der Welt

Ihre bisher größten Erfolge im Einzel war der dritte Platz bei der Weltmeisterschaft 2018 in Korea, eine zweite Platzierung beim Weltcup in Mexiko 2018, ein vierter Platz beim Weltcup in den USA 2018, ein zweiter Platz mit Weltrekordergebnis bei der Militär-Weltmeisterschaft in der Schweiz sowie ein dritter Platz bei der Junioren-Europameisterschaft in Italien 2018.
Mit Schießsport begann die 23-Jährige 2008 – zunächst mit dem Luftgewehr, dann stieg sie auf die Pistole um. „Bei einem Vereinswettkampf konnte ich es selbst probieren“, erinnert sie sich. „Es gefiel mir so gut, dass ich wiederkam.“

Eher zufällig ist sie zur Sgi Waldenburg gekommen, eigene Verbindungen nach Hohenlohe hat sie nicht. Zuvor hat sie die Liga-Kämpfe für ihren Heimverein geschossen, doch die Mannschaft hat sich aufgelöst. Wegen des höheren Niveaus wollte sie in die erste Bundesliga wechseln. Der erste, der sie darauf ansprach, war Phillip Käfer – ein befreundeter Kaderkollege und Bundesligaschütze aus Waldenburg. Ihr bisher schönstes Erlebnis im Schießsport hatte die gebürtige Hessin bei der WM in Korea: „Als ich von all meinen Teamkollegen umarmt wurde ist mir bewusst geworden, dass ich den ersten Quotenplatz für meine Disziplin geholt habe.“
Besonders beeindruckt haben sie auch die Koreaner. „Die sind sehr sportbegeistert, was im Finale deutlich zu spüren war“, erinnert sie sich. „Die Lautstärke und Freude waren unvergleichlich.“ Fast jedes Finale war ausverkauft und die Tribüne voller jubelnder Menschen, selbst wenn kein Landsmann dabei war. So intensiv hatte sie es zuvor noch nicht erlebt. Leider konnte sie nur wenig von dem Land sehen, Kontakt gab es nur zu den „sehr freundlichen und übereifrigen Volunteers“.

Die Schützin ist auch Jägerin. Foto: privat

Als Jägerin mit dem Hund ins Revier

An rund 20 Wettkämpfen im Jahr nimmt die junge Frau teil – 2019 unter anderem an den European Games im Juni. Das Training, das aus Kraft- und Ausdauertraining, Mentaltraining, Trockentraining (Ablauf eines Schusses ohne scharfen Schuss) und Scharfschießen besteht, variiert je nachdem, was in der Saison ansteht – zum Höhepunkt wird jeden Tag scharf geschossen.
Zum Ausgleich geht die passionierte Jägerin zu Hause mit dem Hund ins Revier.
Nach Ansicht der Sportschützin gibt es keine goldene Regel für erfolgreiche Wettbewerbe. „Ich glaube, es ist wichtig, einen Ausgleich für sich zu finden und niemals den Spaß an dem, was man macht, zu verlieren“, sagt sie.

Mit dem Erfolg steigt auch der Erwartungsdruck

Sich selbst beschreibt Doreen Vennekamp als sehr zielstrebige und perfektionistische Schützin. Allerdings könne sie auch über ihre Fehler lachen und lerne immer aus ihnen. Die Motivation, immer weiter zu machen und alles zu geben, ist für sie der Moment, wenn sie auf dem Treppchen steht und das erreicht hat, wofür sie so lange trainiert hat.
Angesichts ihrer Erfolge steigt auch der Erwartungsdruck. „Ich versuche, immer realistisch zu bleiben“, erklärt sie. „Ob man in dem Moment, auf den es ankommt, wirklich alles geben kann, hängt von vielen Faktoren ab.“ Die Erwartungen von außen nicht zu erfüllen, heiße nicht immer, dass man in diesem Moment nicht besser geworden wäre. Wenn man aus seinen Fehlern lerne, bringe das einen auch weiter.

Nächstes Ziel – Olympische Spiele

Das nächste ganz große sportliche Ziel hat die Hessin bereits anvisiert: die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020. Dafür will sich Doreen Vennekamp im kaderinternen Ausschießen der Startplätze qualifizieren.

In Korea holte sie den ersten Quotenplatz für Deutschland in der Disziplin Sportpistole. Dieser ist die Voraussetzung, dass überhaupt eine deutsche Dame in Tokio starten kann. Sie will alles dafür tun, um diese Dame zu sein.

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