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  • Symbolfoto eines schlafenden Kindes. Wurde Ole heimtückisch ermordet? Quelle: unsplash/Annie Spratt

Elisabeth S.: Richter lehnt Antrag auf Aussetzung des Verfahrens ab – Mordmerkmal Heimtücke möglicherweie gegeben

Die erste Stunde am vergangenen Donnerstag, den 04. April 2019, beanspruchte er für sich. Roland Kleinschroth, der Vorsitzende Richter im Verfahren um Elisabeth S. machte es nicht kurz, sondern sehr ausführlich, als er begründete, warum die Anträge, die Verteidigerin Anke Stiefel-Bechdolf stellte, abgelehnt werden. Unter anderem beantragte Anke Stiefel-Bechdolf die Aussetzung des Verfahrens, um das Krankheitsbild von Elisabeth S. anhand weiterer Untersuchungen zu präzisieren.

Kleinschroth ging auf die Kritik ein, dass die Befragung von Elisabeth S. von Gutachter Dr. Thomas Heinrich lediglich 1,5 Stunden dauerte. Er verwies auf die hohe Sachkenntnis Heinrichs: „Er ist forensisch erfahren, auch im Hinblick auf Menschen in einem höheren Lebensalter.“ Zudem habe Heinrich auf die Kritik und auch auf die veränderte Sachlage nach dem MRT-Befund reagiert, eine mündliche Erklärung sowie eine ergänzende schriftliche Stellungnahme sei erfolgt. Zudem habe er sein Urteil über Elisabeth S. revidiert. Nun sei nicht mehr nur eine leichte, sondern eine mittelschwere Depression mit einer eingeschränkten Steuerungsfähigkeit denkbar. Zudem betonte Kleinschroth, dass in dieser Befragung, der so genannten Exploration, „jeder Angeklagte den Umfang seiner Aussagen selbst bestimmt“. Das heißt: Heinrichs Rolle sei dabei nicht, nachzufragen und auf Widersprüche hinzuweisen, sondern lediglich eins zu eins festzuhalten, was Elisabeth S. über sich selbst und die Tatnacht berichtet.

Richter Kleinschroth verwies darauf, dass auch die Kammer ihr möglichstes zur Aufklärung des Sachverhalts getan habe. Auf Antrag von Stiefel-Bechdolf seien weitere Zeugen gehört worden. Auch die Gesundheitsakte der Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Gmünd sei herangezogen worden. Er betonte aber, dass die „Amtsaufklärungspflicht“ im Mittelpunkt stehe. Sprich: Es geht darum, am Ende ein angemessenes Urteil und Strafmaß aussprechen zu können und nicht darum, zu erforschen, welche Grunderkrankung vorliegen könnte. Von Demenz, Angstzuständen und einer psychotischen Depression wird an dieser Stelle gesprochen. Es sei ein sehr weites Feld, was es hier zu untersuchen gelte und schlicht und ergreifend zur „weiteren Sachaufklärung nicht erforderlich“ sei.

Richter Kleinschroth bereits die Möglichkeiten eines Strafmaßes. Niedere Beweggründe als Mordmerkmal sieht er nicht gegeben, wohl aber vorstellbar wäre das Mordmerkmal der Heimtücke, da nach dem gerichtsmedizinischen Gutachten keine Abwehrspuren seitens Ole T. (7) festgestellt werden konnten.

Das Urteil soll am Montag, den 08. April 2019, gegen 10 Uhr, verkündet werden.

 

 

 

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