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  • Landgericht Heilbronn. Foto: Gschwätz

Verteidigung wirft geplantes Prozessende über den Haufen

18. Februar 2019 von Nadja Fischer Allgemein 0 Kommentare

Am heutigen Montag, den 18. Februar 2019, hätten im Landgericht Heilbronn beim Prozess gegen Elisabeth S. die Plädoyers gelesen werden sollen, jedoch stellte Verteigerin Anke Stiefel-Bechdolf heute drei Anträge.

Elisabeth S. jüngerer Bruder brach sein Schweigen, nachdem er von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machte. Er solle sich gegenüber Stiefel-Bechdolf geäußert haben, dass ihm seit Jahren depressive und manische Episoden bei seiner Schwester Elisabeth S. aufgefallen seien. Somit möchte die Verteidigerin den Bruder als Zeugen aufrufen, obwohl die Beweisaufnahme bereits abgeschlossen ist.

Einen weiterer Antrag  stellte sie für ein gerontopsychiatrisches Gutachten. Dieses Gutachten ist eine körperliche und psychologische Untersuchung mit einem großen Blutbild sowie ein CT und ein MRT. Denn Dr. Heinrich, der psychologische Gutachter, habe Elisabeth S. lediglich eineinhalb Stunden für sein Gutachten und eine Stunde bei einem Vier-Augen-Gespräch gesprochen. Für die, zusammengefasst, zweieinhalb Stunden hat Dr. Heinrich ein psychologisches Gutachten geschrieben. Laut Stiefel-Bechdolf sollen auf den 24 Seiten nur knappe zehn Sätze dem psychologischen Befund gewidmet worden sein. Und dies, obwohl mehrere Zeugen während des Prozesses ausgesagt haben, dass ihnen Verhaltensänderungen wie Ängste, Sammelzwang und äußere Verwahrlosung aufgefallen seien. Aber nicht nur das knappe Gutachten, sondern auch die eineinhalb Stunden seien nicht ausreichend, so  Stiefel-Bechdolf. Denn Elisabeth S. solle nicht ausreichend auf Psychosen, die erst im höheren Alter auftreten können, untersucht worden sein. Auch ein eventueller Hirntumor oder Parasomnie seien nicht untersucht worden. Die Verteidigerin kritisierte auch, dass das Explorationsgespräch erst am 29. Mai 2018 stattgefunden habe. Knapp einen Monat nach der Inhaftierung. Dies könne zu einer „Gefahr zur Verfälschung durch Haft“ führen. Sie fordert auch, dass das gerontopsychiatrische Gutachten von Prof. Dr. med. Tillmann Supprian durchgeführt werden soll, da er laut der Verteiderin ein Spezialist auf diesem Gebiet sein soll.

Der Vorsitzende Richter Kleinschroth und die Kammer möchte Dr. Heinrich zu Wort kommen lassen. Bis zum 26. Februar 2019 habe er hierfür Zeit. Er kann entweder persönlich oder schriftlich eine Stellungnahme abgeben.

Wie der Prozess nun weitergeht, steht noch nicht fest. Kleinschroth betonte aber, dass „das Verfahren bis Ostern fertig sein muss. Sonst platzt das Verfahren tatsächlich.“

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