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Jetzt ist es Fakt: Elisabeth S. hat Ole (7) erwürgt

Gericht erwägt Anklage wegen Mordes aus niederen Beweggründen

Sie hat viel geweint bei ihrer Aussage vergangenen Montag vor Gericht und bei ihrer polizeilichen Vernehmung direkt nach der Tatnacht. Sie liebe Ole so sehr, sie könne ihm nie etwas zuleide tun. Erst sprach sie von einem Unfall, dann von einer unerklärlichen Atemnot des Jungen, die letzten Endes zum Tod geführt hat. Heute nun hat sich herausgestellt: Elisabeth S. hat Ole mit ihren eigenen Händen erwürgt.

Ole ist qualvoll erstickt. Das bestätigte nun Professor Dr. Frank Wehner von der Universität Tübingen in seinem rechtsmedizinischen Gutachten. Es gäbe keine Zweifel, sagte er am heutigen Mittwoch, den 30. Januar 2019, vor Gericht aus: Ole sei erwürgt worden. Ein qualvoller Tod, der nach zirka einer Minute zur Bewusstlosigkeit führt und nach zirka drei bis sechs Minuten bei einem Kind zum letztendlichen Tod. Dabei muss man durchgängig würgen.

Die weiteren Gutachten, die das Gericht am heutigen Prozesstag vorträgt, belegen, dass anhand der Spurensicherung nur Elisabeth für diese Tat in Frage kommt.

Mit dem Gutachten des Gerichtsmediziners Professor Dr. Wehner bricht das Kartenhaus der 70-Jährigen zusammen und es bleibt nur Entsetzen und Sprachlosigkeit.

Erstaunlicherweise bleiben die Tränen bei Elisabeth S. aus, als Wehner vorträgt, wie Ole sterben musste. Tränen, die zuvor reichlich geflossen sind bei ihren Beteuerungen, dass sie Ole nie etwas habe zuleide tun wollen.

Bei den Gutachten wurde zudem festgestellt, dass das Badewannenwasser, in dem Ole tot aufgefunden wurde, keinerlei Spuren von Shampoo oder Badezusatz enthielt – obwohl Elisabeth S. immer wieder davon gesprochen hat, dass sie dem Jungen Badewasser habe einlaufen lassen.

Wehner betonte, dass es keinerlei Abwehr- oder Kampfspuren bei der Obduktion von Ole gegeben habe. Wie kann das sein? Hat Elisabeth S. den Jungen hinterrücks oder im Schlaf erwürgt?

Die Staatsanwaltschaft plädiert dafür, zu prüfen, ob Elisabeth S. wegen Mordes angeklagt wird. Mord aus niederen Beweggründen, aus „krasser Eigensucht“, so Erster Staatsanwalt Harald Lustig. Eine Tat an einem unschuldigen Kind stehe auf der tiefsten Stufe und sei daher besonders verachtenswert.

Nebenklägervertreter Jens Rabe schließt sich dem an und fügt noch Mord aus Heimtücke hinzu. Derzeit ist Elisabeth S. wegen Totschlags angeklagt.

Was also trieb die 70-Jährige dazu, den Jungen zu erwürgen? Befand Sie sich zum Zeitpunkt der Tat in einer schweren Depression? Der psychologische Sachverständige Dr. Thomas Heinrich schließt eine schwere Depression, die eine „eingeschränkte Steuerungsfähigkeit“ zur Folge haben könnte, bei Elisabeth S. aus. Er schließe aufgrund der ansonsten unauffälligen ruhigen Art von Elisabeth S. auch ein Affektdelikt aus. Auch eine von Verteidigerin Anke Stiefel-Bechdolf eingebrachte mögliche schlafassoziierte Gewalttat hält er nicht für realistisch. „Dann müsste eine komplette Erinnerungslücke da sein.“ Es gäbe zudem keine Hinweise, dass Elisabeth S. an so etwas leide. Er konnte weder eine Suchtproblematik diagnostizieren noch psychische Erkrankungen über die Depression hinaus. Somit gibt es für Elisabeth S. nur geringe Aussichten, auf eine verminderte Schuldfähigkeit zu plädieren.

 

 

 

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