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  • Prozess um Elisabeth S.. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv/Prozessauftakt

Überraschende Enthüllungen im WhatsApp-Verlauf von Elisabeth S.

29. Januar 2019 von Sonja Bossert Allgemein 0 Kommentare

Am achten Verhandlungstag im Fall Elisabeth S., dem 28. Januar 2019, sagten vier Polizeibeamte vor dem Landgericht Heilbronn aus, die mit unterschiedlichen Ermittlungsarbeiten betraut waren. Polizeihauptkommissar Helmut F. war für die Funkzellenbestimmung des Handys von Elisabeth S. ab dem Zeitpunkt, an dem Ole zu ihr kam bis zu ihrer Festnahme am nächsten Tag zuständig. Auch wertete er verschiedene Datenträger wie ein Laptop und USB-Sticks aus. „Es gab einen umfangreichen WhatsApp-Verkehr, der aber insgesamt eher unauffällig war“, berichtet der Polizist. Der einzige außergewöhnliche Kontakt auf dem Handy der Angeklagten war der zu Herrn Sch., zu dem sie seit 2015 eine sexuelle Fernbeziehung unterhielt. „Da gab es zwei Nacktbilder, ansonsten war da nichts Auffälliges.“ Generell waren viele Bilder von Ole T. auf dem Handy, auf denen er „immer sehr fröhlich wirkt“. Auch die Internetverläufe auf dem Laptop waren unauffällig. „Es gab unzählige Mails und Bilder von der Familie und aus Urlauben aber zum Beispiel keine Google-Suche wegen Depressionen“, so der Beamte. Helmut F. fand auch keine Hinweise dafür, ob noch jemand anderes die Angeklagte am Tattag besuchen wollte. „Das Handy war den ganzen Tag zuhause eingeloggt“, so F. Die ebenfalls überprüften Handys von Sohn Stephan S. und dem Partner Sch. waren an dem Tag nicht in Künzelsau eingebucht. „Der Whatsapp-Verlauf mit Susanne T. zeigt, wie eng der Kontakt von Elisabeth S. zu Ole war und dass noch weitere Besuche geplant waren“, erzählt F. weiter. So hatte die Mutter beispielsweise angefragt, ob Ole am 30. Juni wieder bei Elisabeth S. übernachten könne.

Verletzungen im Bereich des Kehlkopfes „am ehesten von Fingerkuppen und Fingernägeln“

Polizeikriminalkommissar Steffen L. befragte die Anwohner in der gesamten Straße, in der Elisabeth S. wohnt. „Aber die Nachbarn kannten sie kaum, nur Frau Sch. von schräg gegenüber war eine etwas engere Freundin“, berichtet der Beamte. Dementsprechend wenig haben diese Befragungen ergeben. Steffen L. sprach auch mit Oles Freund Julian im Beisein seiner Mutter. „In einem lockeren Dialog erzählte Julian, dass Ole nie etwas Negatives über seine Oma gesagt hatte“, so L. Die Mutter von Julian beschrieb Ole als eher zurückhaltendes und sehr behütetes Kind, das sich kaum etwas getraut hätte. Steffen L. machte auch die Obduktionsbilder von Ole, die aber nicht in der Öffentlichkeit gezeigt werden. Richter, Staatsanwalt und Anwälte ließen sich die Fotos im kleinen Kreis von L. erklären. „Es gab keine Einblutungen an Rücken oder Brust, nur geringfügige am Herzen“, berichtet er. Genauso wenig gab es Griff- oder Schleifspuren, aber geringfügige Verletzungen im Bereich des Kehlkopfes „am ehesten von Fingerkuppen und Fingernägeln“.

keine Hinweise auf Pädophilie oder Kinderpornografie

Kriminalhauptkommissar Andreas H. war für die Spurensicherung am Tatort und an Ole zuständig. Insgesamt fünfmal war er in dem Haus, maß die Tiefe des Wassers in der Wanne mit 24 Zentimeter und Oles Körpertemperatur mit 24,4 Grad am Abend. „Wir fanden keinerlei Kampf- oder Einbruchsspuren, optisch ließ sich das tatsächliche Geschehen nicht feststellen“, so H. Es gab auch keine Hinweise auf Pädophilie oder Kinderpornografie, etwas was laut H. heutzutage immer untersucht werden muss. Unzählige Bilder hat der Polizist vom Tatort innen und außen gemacht. „Es war dort nichts umgeworfen, kein Teppich verschoben und es gab keine Hinweise, dass etwas umgeworfen und wieder aufgestellt worden wäre.“

„Mit der Hose legt man sich nicht ins Bett“

Kriminalhauptkommissar Holger H. war bei der Spurensicherung an Elisabeth S. dabei. „Die Angeklagte war schlecht zu Fuß, als ich sie abholte“, so H. Er musste sie einhaken und stützen. „Sie wirkte nicht verwirrt, eher körperlich schwach, war aber orientiert und hat auch gleich geantwortet.“ H. erinnert sich, dass sie sagte, sie hätte den ganzen Tag nichts gegessen, sondern am Kocher im Gebüsch gelegen. Der Polizist nahm auch keinen Alkoholgeruch wahr. An der Oberbekleidung der Angeklagten – ein schwarzer Mantel, eine graue Hose und helle Mokassins – fand die Spurensicherung nur unvollständige Merkmale. „Das waren Schmutz und Gras vor allem an den Knien und hinten an der Hose“, so H. „Mit der Hose legt man sich nicht ins Bett“, meinte Richter Kleinschroth, was kaum zur früheren Aussage von Elisabeth S. passen würde, sie hätte bereits geschlafen und wäre dann in Panik davongelaufen.

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