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  • Prozess um Elisabeth S.. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv/Prozessauftakt

Eventuell Freispruch für Elisabeth S.? Lawblog sieht Vorgehen von Richter Kleinschroth kritisch

Als „unüblich“ bezeichnen die Rechtsanwälte Udo Vetter und Annette Mertens auf ihrer Internetseite http://www.lawblog.de die Mittel, die das Landgericht Heilbronn mit dem Vorsitzenden Richter Roland Kleinschroth im Prozess um Elisabeth S. angewendet hat, um Elisabeth S. zum Reden zu bewegen.

Konkret geht es darum, dass nach wie vor nicht geklärt ist, wie der siebenjährige Ole, der in der Tatnacht in der Obhut von Elisabeth S. war, ums Leben gekommen ist. Daher hat sich Richter Kleinschroth nun dazu entschlossen, dass Elisabeth S. zunächst mit ihrem Sohn, dann mit einem psychologischen Sachverständigen ohne Aufsicht sprechen darf. Das heißt, Polizeibeamte sind nicht im Raum während der Gespräche. Beide Gespräche wurden im Landgericht Heilbronn geführt. Das Ziel sollte laut Richter Kleinschroth die Aufklärung des Falles sein.

Die beiden Anwälte Vetter und Mertens kritisieren in ihrem Artikel „Kein Gericht läuft einem Angeklagten grundlos hinterher“ vom 07. Januar 2019 allerdings, dass dieses Vorhaben auch ein Schuss nach hinten werden könne. Sie geben zu Bedenken: „Je mehr deutlich gemacht wird, dass eine Aufklärung ohne Mitwirkung des Angeklagten nicht möglich ist, desto größer ist faktisch die Chance, dass der Tatnachweis nicht gelingen wird. Denn kein Gericht läuft hinter dem Angeklagten her, wenn es diesen auch ohne seine Mitwirkung verurteilen kann.“ Sprich: Dadurch dass das Gericht deutlich gemacht hat, wie wichtig eine Aussage von Elisabeth S. bezüglich der Tatklärung sei, kann nun die Verteidigung möglicherweise der Mandantin Elisabeth S. raten, nichts über die Tatnacht zu sagen. Dadurch könne Elisabeth S. möglicherweise auch nicht verurteilt werden. Denn: „Das alles läuft dann auf den Grundsatz „in dubio pro reo“, im Zweifel für den Angeklagten, hinaus.“

Ob Elisabeth S. eine Aussage zur Tatnacht gemacht hat und wenn ja, was sie zu Protokoll gegeben hat  – wird der Vorsitzende Richter Kleinschroth eventuell am nächsten Prozesstermin am kommenden Montag, den 14. Januar 2019, bekannt geben.

 

 

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