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Elisabeth S. spricht über die Tatnacht

Was ist passiert in der Nacht vom 27. auf den 28. April 2018? Am 28. April wurde der damals siebenjährige Ole tot in der Badewanne von Elisabeth S. in Künzelsau aufgefunden. Nach nunmehr fünf Verhandlungstagen und einem Dreivierteljahr nach dem dramatischen Ereignis ist die Hauptangeklagte Elisabeth S. bereit zu sprechen. In diesen Minuten führt die Angeklagte ein Vier-Augen-Gespräch mit Dr. Heinrich, einem der drei psychologischen Sachverständigen, die den Prozess um Elisabeth S. am Landgericht Heilbronn begleiten.

Der Vorsitzende Richter Roland Kleinschroth hatte dieses Gespräch am heutigen fünften Verhandlungstag am 07. Januar 2018 in der öffentlichen Sitzung angekündigt und hat sich diesbezüglich auch noch einmal direkt an Elisabeth S. gewendet: „Wir fischen hier schon ein bisschen im Trüben. Aber wir können auch puzzlen. Und irgendwann ist das Puzzle fertig. Wenn Sie der Verhandlung gefolgt sind, dann wissen Sie, dass es nicht nur für Oles Eltern, sondern auch für Ihren eigenen Sohn wichtig wäre, zu wissen, was passiert ist [Anm. d. Red.: in der Nacht, in der Ole starb]. Noch schlimmer als der Tod wäre für die Eltern, wenn sie nicht erfahren, wie es passiert ist. Das wäre, wie wenn es ein zweites Mal passieren würde.“ Auch für Elisabeth S. wäre es eine Last weniger, so Kleinschroth.

Elisabeth S. soll in einem vergitterten Raum im Landgericht Heilbronn Dr. Heinrich unter vier Augen erzählen, was passiert ist. Dieser ist in diesem Moment keine Vertrauensperson, wie er vor Gericht auch an Elisabeth S. gerichtet, betont. Das heißt, alles, was Elisabeth S. ihm dabei erzählt, kann vor Gericht verwendet werden.

Es war ein langer Weg, dass Elisabeth S. nun bereit ist, über die Tatnacht zu sprechen. Zunächst erbat sie sich ein Vier-Augen-Gespräch mit ihrem Sohn – ohne Polizeibeamte im Raum. Die Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Gmünd (JVA) verweigerte das Vorhaben in ihren Räumlichkeiten. Vergangenen Donnerstag, den 03. Januar 2019, fand das Gespräch laut Richter Roland Kleinschroth schließlich in einer Zelle im Landgericht Heilbronn statt. Es dauerte rund drei Stunden. Sohn wie Mutter wurden vor und nach dem Gespräch durchsucht, wie Kleinschroth betonte. Über den Inhalt ist nichts bekannt.

Elisabeth S. sei zwar nicht bereit, vor Gericht auszusagen, aber sie sei nun bereit für ein Gespräch mit Dr. Heinrich, so Kleinschroth. Es könnte das Gespräch sein, worauf alle hoffen: „Wir versuchen alles, um Licht ins Dunkel zu bringen“, so Richter Roland Kleinschroth.

Kommenden Montag ist der nächste Prozesstermin. Dann wird Dr. Heinrich eventuell vortragen, was Elisabeth S. ihm erzählt hat. Und es wird vielleicht endlich Klahrheit herrschen, wie Ole gestorben ist – und warum.

 

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