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  • Annegret Harsch (links) und Reintraud Lindenmaier sagen: "Bücher sind Brücken." Foto: GSCHWÄTZ

Der große weiße Elefant Amazon

Die Buchhandlung Lindenmaier und Harsch hat in diesem Jahr allen Grund zu feiern. Sie kann auf stolze 30 Jahre zurückblicken, denn so lange gibt es sie schon in der Hauptstrasse in Künzelsau. Elke Brand hat mit den Inhaberinnen, Reintraut Lindenmaier und Annegret Harsch, über den Büchermarkt gesprochen, wie sie zu dem riesigen Konkurrenten Amazon stehen und welche Bücher unbedingt gelesen werden müssen.

Frau Harsch und Frau Lindenmaier selbst bieten in ihrer Buchhandlung Leseabende an, an denen die Kundschaft die Möglichkeit hat, neu erschiene Bücher in gemütlicher Atmosphäre zu lesen und die Gesellschaft von Gleichgesinnten zu genießen, sich auszutauschen und zu plaudern.

Im hinteren Bereich des Ladens besteht auch die Möglichkeit, bei einer Tasse Tee oder Kaffee eine Leseprobe zu nehmen. Viele neue Bücher werden von Annegret Harsch und Reintraut Lindenmaier persönlich gelesen, damit Fragen von den Kunden umgehend beantwortet werden können. Dadurch  sei, so die beiden, eine kompetente Beratung der Lesekundschaft möglich. Dennoch spüren auch sie den Wandel, dem der Büchermarkt seit einigen Jahren unterworfen ist.

Richtiges Buch oder ein E-Book?

GSCHWÄTZ: Kritiker sagen, Buchhandlungen hätten das Internet verschlafen. Stimmt das?

A.H. und R.L.: Nein, die meisten Buchhandlungen haben einen Online-Shop, wir auch. Es gibt auch einen sehr großen Teil von Kunden, die das Angebot von E-Books nutzen.  Aber viele Leser möchten nach wie vor lieber das richtige Buch zum Lesen in die Hand nehmen. Viele sitzen den ganzen Tag am PC und möchten dann abends nicht auch nochmal am Tablet ein Buch lesen, das ist sehr viel anstrengender. Und auch der Kopf kann das Lesen in einem Buch viel intensiver verarbeiten.

 

GSCHWÄTZ: Wie sieht die Zukunft des Buchmarktes aus?

A.H. und R.L.: Viele kleine Buchläden werden wohl in Zukunft nicht mehr bestehen können und nach und nach aussterben. Große Buchhandlungen haben dann leider nur noch ein Sortiment für alle, es wird keine individuell gestalteten Buchhandlungen mehr geben. Dies wird zwar noch einige Jahre dauern, aber diese Veränderung setzt sich in kleinen Schritten durch. Zudem ist Amazon ein Konkurrent. Der Internetkonzern hat ein großes Angebot an Büchern und liefert sie sehr schnell. Aber auch das im Buchladen bestellte Buch ist schon am nächsten Tag im Laden.

Was lesen Jungs und was lesen Mädchen?

GSCHWÄTZ: Gibt es Unterschiede zwischen dem Leseverhalten von Jungen und Mädchen?

A.H. und R.L.: Jungs interessieren sich mehr für Sachbücher, Abenteuer,  Harry Potter und so weiter. Mädchen lesen gerne Bücher über Freundschaft. Generell ist es wichtig, dass es Bücher sind, die eine stimmige und gerechte Geschichte darstellen.

 

GSCHWÄTZ: Was wünschen Sie sich für die Zukunft für den Buchhandel?

A.H. und R.L.: Dass auf jeden Fall noch recht lange der Bedarf an Büchern besteht und  die Kinder von den Eltern frühzeitig mit Büchern vertraut gemacht werden. Der Wert des Lesens darf nicht durch die schnelllebige Zeit verloren gehen. Gerade in der Vorweihnachtszeit ist das Vorlesen eine Möglichkeit, mittels Bücher wieder mehr Familie zu leben. Dieser Wert geht leider in unserer Gesellschaft oftmals verloren. Bücher können auf jeden Fall Brücken sein. Und oftmals lesen Kinder in Büchern, wie das richtige Leben ist. Deshalb ist es wichtig,  das Interesse und die Wertigkeit von Büchern am Leben zu erhalten.

// Text und Foto von Elke Brand

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