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  • Wahre Worte? Foto: GSCHWÄTZ/Kribus

„Das Leben ist schön, von einfach war nie die Rede“

Überall philsophische Sprüche, nur von wem kommen sie? Portrait einer jungen Frau, die etwas zu sagen hat.

Wer von Lassbach hinab ins malerische Jagsttal nach Langenburg fährt, der kommt durch das beschauliche Dörfchen Oberregenbach mit seinen wenigen Einwohnern. Am einzigen Knick der Hauptstraße – ein riesiger, alter Baum – davor eine schwarze Schiefertafel. In großer Kreideschrift, damit es auch die eiligsten Autofahrer lesen können: „Nicht schneller, höher, weiter, sondern langsamer, bewusster, menschlicher“. Tags drauf: „Kurz mal nicht nachgedacht – und Peng: glücklich“.

Nette Botschaft am Straßenrand. Foto: GSCHWÄTZ/Kribus

Überraschend philosophische Einsichten, die der Wanderer, Rad- und Autofahrer hier mit auf seinen Weg bekommt. Gschwätz-Reporter Felix Kribus hat den Autor dieser Sätze ausfindig gemacht, besser gesagt, die Autorin. Sie heißt Andrea Busch, ist Mutter von drei Kindern, liest gerne die Bibel, engagiert sich in der Kirche, und wohnt seit bald sieben Jahren in einem über 250 Jahre alten Bauernhaus in Oberregenbach. Genau an dieser Kurve. Ein Portrait.

Das Leben genießen, es wertschätzen

„Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen“ – ein lebensweiser Satz auf einem terrakottafarbenen Dachziegel. Genau danach lebt Andrea Busch. Das Leben genießen, es wertschätzen und kreativ sein. Angefangen hatte alles mit den Sprüchen, als die gelernte Industriekauffrau ihre Kürbisse aus dem hauseigenen Garten verschenken wollte.  Kurzerhand stellte sie eine alte Tischplatte an besagtem Baum auf, die Aufschrift „Kürbisse – zum Mitnehmen!“, darum die Gewächse dekoriert. Irgendwann mutierte diese Hinweistafel zur Tageslosung mit philosophischer Note.

Mit diesen Zierkürbissen hat alles angefangen. Foto: GSCHWÄTZ/Kribus

Einige Sprüche entstammen Buschs Lebenserfahrung, intensiven Begegnungen mit Menschen, und natürlich auch nach eigener Tagesform und -stimmung. Weitere  Lebensweisheiten findet sie im Internet. Mittlerweile stecken ihr auch Durchreisende Sprüche in den Briefkasten zur Veröffentlichung. Etwa: „Dein stärkster Muskel ist dein Wille.“ Weniger tiefgründig, aber dafür lebenspraktisch: „Ein Leben ohne Schokolade – möglich, aber sinnlos“. Oder wie wäre es mit diesem Vierzeiler zum Thema Bescheidenheit?

Neue Sprüche bekommt Andrea Busch zugesteckt oder sie findet sie im Internet. Foto: GSCHWÄTZ/Kribus

„Es ist keine Villa, es ist nur ein Haus, wir sind zufrieden, und das macht es aus“. Was fürs Vorbeifahren zu lang ist, das schreibt Andrea auf Dachziegel, die sie daneben drapiert. Den Begriff „Heimat“, von Politikern vor der Wahl aktuell wiederentdeckt, fasst sie feinsinnig und nachdenklich in Worte: „Zuhause ist da, wo nicht nur der Schlüssel passt, sondern auch das Herz sich wohlfühlt.“ Zwischen all diesen inhaltsreichen Aphorismen sprich Lebensweisheiten patrouilliert die hauseigene Katze, wie im Video unter Gschwaetz.de zu sehen ist.

Menschen Mut und Kraft geben

Wenn Andrea Busch die Tafeln wöchentlich neu beschriftet, hält der eine oder andere Autofahrer auch mal an und bedankt sich: „Es gibt Menschen darunter, die sind traurig, denen gibt es dann Mut und Kraft. Und das finde ich toll.“ Eine bestimmte Lebensphilosophie verbindet Busch damit nicht, wobei der eine oder andere Spruch ihren Glauben an Gott wohl erahnen lässt. Und von dem glaubt sie, dass er sie beschützt und ihr immer hilft. Einige hunderte Weisheiten hat sie schon aufgeschrieben.

„Lieb‘ Freund, lieb‘ Feind, lieb‘ doch das Ganze. Hass zerstört die Welt, Liebe nur sie erhält. Hast du den Hass bezwungen und dich zur Liebe durchgerungen, drum nie von der Liebe lass.“ Diesen Spruch hat sie vom Großvater übernommen. Ob sich der Spruch „tagsüber Zirkus, abends Theater“ auf Mann und Kinder bezieht, dazu schweigt die junge Künstlerin.

 

 

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