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Achim Beck betont: Wir stehen hinter der Entscheidung zur Schließung des Künzelsauer Krankenhauses

Der Kreistag hat am 10. Dezember 2018 die Geschäftsführung der Hohenloher Krankenhaus gGmbH beauftragt, den Notfall-Sitzdienst in Künzelsau vertraglich zu verpflichten. Die Laufzeit ist auf drei Jahre angelegt. Aber auf Grund der beschlossenen jährlichen Bewertung dieses Pilotprojektes wurde der Vertrag durch die Geschäftsführung der Hohenloher Krankenhaus gGmbH zunächst auf ein Jahr abgeschlossen. Die Kosten hierfür, laut der Fraktion Freien Wähler Vereinigung (FWV) 500.000 Euro, trägt der Hohenlohekreis.

Soll der Sitzdienst nach einem halben Jahr schon aufgegeben werden?

Die FWV Hohenlohekreis, mit Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck als Fraktionsvorsitzenden, sieht die jährliche Bewertung des Sitzdienstes aber kritisch. Sie haben nun beantragt, dass der Kreistag ihren Tagesordnungspunkt über die Überprüfung dieses Notarzt-Sitzdienstes für die kommende Kreistagssitzung am Montag, den 09. Dezember 2019 aufnimmt. Die FWV Hohenlohekreis fordert, dass die erste Bewertung des Sitzdienstes in Künzelsau bereits zum 15. Februar 2020 oder spätestens bis zum 15. März 2020 erfolgen. Die Ergebnisse sollen dem Kreistag in einer nachfolgenden öffentlichen Sitzung im März oder April 2020 zur Entscheidung für eine Fortführung des Sitzdienstes vorgelegt werden. 

Für die zu bewertenden Punkte listet die FWV folgende auf:

– Gesamtkosten/Gesamtzahlungen zum Zeitpunkt der Evaluation
– Einnahmen/Umsatzerlöse zum Zeitpunkt der Evaluation
– Bericht über die Inanspruchnahme (Fallzahlen/Zahl der Patienten/Kategorien) im Zeitraum bis 15.02.2020/15.03.2020
– Ergebnisse der Behandlungen (z.B. Überweisung zum Facharzt, Überweisung in eine Klinik, Behandlungserfolg/Behandlungsweg durch 24/7 Versorgung etc.)

FWV Hohenlohekreis steht hinter der Entscheidung der Schließung des HK

Der Kreistag solle laut Antrag der FWV nach der Evaluation in der darauffolgenden Sitzung über die Fortführung des 24/7-Versorgung entscheiden. Weiter heißt es: „Je nach Arbeitsvertragsausgestaltung kann der Kreistag entscheiden, ob an der Freiwilligkeitsleistung weiter festgehalten wird oder das Angebot kurzfristig wieder aufgegeben wird.“

Des Weiteren betont die FWV in ihrem Antrag, gezeichnet von Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck, die Wichtigkeit Landrat Dr. Neth mitzuteilen, dass sie in der Entscheidung über die Schließung des Künzelsauer Krankenhauses hinter ihm stehe: „Sehr geehrter Herr Landrat, unsere FWV-Fraktion ist es darüber hinaus wichtig, Ihnen mitzuteilen, dass wir in der Entscheidung üb die Schließung des Künzelsauer Krankenhauses hinter Ihnen stehen. Freundliche Grüße Achim Beck Fraktionsvorsitzender“

Nun hat der Kreistag in seiner Sitzung am kommenden Montag, den 09. Dezember 2019, über den Antrag der FWV zu entscheiden.

FWV Antrag auf Aufnahme eines Tagesordnungspunktes. Foto: Landratsamt des Hohenlohekreises

 

 

 




Künzelsau: Im Stich gelassen – Senioren wissen nicht wie es weitergeht

Rund zehn ältere Leute sitzen Mitte Oktober 2019 im Nebenraum des Wartberg-Casinos im Hohenloher Krankenhaus (HK). Sie treffen sich hier regelmäßig zum Mittagessen und bleiben auch gerne zum Kaffee. Sie schätzen das frisch gekochte, günstige Essen, aber vor allem ihre Gemeinschaft, die sich im Laufe mehrerer Jahre entwickelt hat. Seit 1992 gibt es im HK einen Mittagstisch auch für externe Besucher.

„Wir sind hier wie eine Familie“

Für die teilweise über 90-jährigen Menschen ist das Casino ein Treffpunkt, den manche täglich ansteuern. „Wichtig ist uns das WartbergCasino vor allem als Anlaufstelle und Zeitvertreib“, sagt eine Besucherin. Eine andere erzählt, dass sie alleinstehend und psychisch angeschlagen ist und sich immer darauf freut, wenn sie jemandem zum Reden hat. Eine weitere fühlt sich in der Gruppe gut aufgehoben: „Man macht sich Sorgen umeinander. Wenn ich mal nicht komme, überlegen die anderen, was mit mir los ist“, sagt sie. Sie seien wie eine Familie.

Unterschriftensammlung mit rund 80 Beteiligten

Doch jetzt sind die Menschen aufgebracht und fühlen sich im Stich gelassen: Sie wissen nicht, wie es nach der Schließung des Krankenhauses mit ihrem Treffpunkt weitergeht. „Der Flurfunk berichtet, dass es am 14. November das letzte Mal Essen gibt und am Tag darauf das letzte Frühstück“, sagt ein Besucher. Bereits im Februar 2019 hat die Gruppe den damaligen kaufmännischen Direktor Alexander Hoß angeschrieben mit der Bitte, auch nach der HK-Schließung einen Mittagstisch für externe Besucher anzubieten. Gleichzeitig starteten sie eine Unterschriftensammlung, an der sich rund 80 Personen beteiligten. Diese Listen schickten sie ebenfalls an Hoß.

Auf einen konkreten Vorschlag wurde nicht reagiert

Die Gruppe machte auch einen ganz konkreten Vorschlag: Ihr Essen sollte mit der Verpflegung für die Menschen in der psychiatrischen Tagesklinik, die bestehen bleibt, gebracht werden. „Egal, ob es frisch in Künzelsau gekocht oder aus Öhringen gebracht wird, wir würden auf jeden Fall kommen“, ist ein Besucher überzeugt. Dafür wäre auch nur wenig Personal nötig. In einem Schreiben von Mitte September sagte Hoß eine finale Antwort für Anfang Oktober zu. Diese steht immer noch aus. Mittlerweile hat Hoß gekündigt. Auch ein Schreiben an die BBT-Gruppe hatte keinen Erfolg. Man lässt die Menschen im Regen stehen, so das Gefühl der Besucher.

Es gibt nur wenig andere Möglichkeiten in Künzelsau

„Nur wir haben uns eingesetzt für den Erhalt des Casinos“, kritisiert einer der Männer. Von den Mitarbeitern des Landratsamtes oder der Kreissparkasse, von denen auch viele im WartbergCasino essen, sei nichts gekommen. Und von den Politikern habe es bloß Lippenbekenntnisse gegeben. Alternativen sehen die Betroffenen in Künzelsau eher nicht. „Es gibt die Möglichkeit, als Externer im Altenheim zu essen, die haben aber wenig freie Kapazitäten“, meint einer. Die Fachhochschule bietet auch ein Mittagessen, hat am Wochenende und in den Ferien allerdings geschlossen. Und in der Stadt selbst „gibt es kaum Wirtschaften, dafür aber Döner- und Imbissbuden“, sagt eine Dame. „Das wollen wir nicht.“ Manche sehen noch eine minimale Chance, dass es irgendwie weitergeht für sie im WartbergCasino. Andere finden, dass es zu spät ist und sich ein Weiterverfolgen nicht lohnt.




Letzter Tag in Künzelsau: Das HK-Team verabschiedet sich

Eine Ära geht zu Ende – Am heutigen Freitag, den 15. November 2019, ist es soweit: Das Hohenloher Krankenhaus (HK) in Künzelsau schließt. In diesem Sinne möchte sich das verbleibende Künzelsauer Krankenhausteam an dieser Stelle bei ihren Patienten für die Zeit und das Vertrauen in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten bedanken.

 

Das verbleibende HK-Team verabschiedet sich. Foto: privat

 

 




Künzelsauer über KH-Schließung: „Total unzufrieden über die Situation“ – „Einfach abgebaut und abgewickelt“

Diese Woche sollen die Lichter im Krankenhaus Künzelsau endgültig ausgehen. Nicht nur bei vielen Mitarbeitern ist die Stimmung gedrückt, auch die Künzelsauer wissen  nicht, wie es nun weitergeht hinsichtlich der Gesundheitsversorgung. Einige Künzelsauer haben sich am Montag, den 04. November 2019 auf den Weg nach Zweiflingen zur Kreistagssitzung gemacht, um mehr zu erfahren. „Wir wollen wissen, wie es weitergeht“, sagt etwa Ernst Renner aus Künzelsau vor der Kreistagssitzung. „Das Gesundheitszentrum interessiert uns. Ich kann mir darunter nichts vorstellen“, fügt Karl Walter aus Hermuthausen hinzu.

Ehrenfried Biehal, ehemalige Schulleiter der Grund- und Hauptschule in Künzelsau, kann die KH-Schließung nicht nachvollziehen. Foto: GSCHWÄTZ

„Einfach abgebaut und abgewickelt“

Ehrenfried Biehal, der ehemalige Schulleiter der Grund- und Hauptschule in Künzelsau, ist zur Kreistagssitzung nach Zweiflingen gefahren, weil „jetzt für uns Künzelsauer einfach Nägel mit  Köpfen gemacht werden müssen. Wir sind zudem total unzufrieden über die Situation, dass unser Krankenhaus geschlossen wird. Ein baulich gutes funktionierendes Krankenhaus wird einfach abgebaut und abgewickelt. Das darf nicht sein.“

Günter Maurer aus Gaisbach möchte sehen,  „was die BBT-Gruppe für Vorschläge hat, wie das zukünftige Gesundheitszentrum aussehen soll. Da geistern ja verschiedene Ideen herum. Momentan ist gar nichts bekannt und  das wollen wir heute erfahren“.

Der Künzelsauer Wolfgang Hornung erwartet „ganz klare Aussagen, was jetzt kommen soll mit dem Ärztehaus. Bisher hört und sieht man nichts. Und so wie die Sache aussieht, kann man davon ausgehen, dass sowieso gar nichts passiert.“

Für Lehrer Wolfgang Weßlein ist das Krankenhaus „ein Herzensanliegen und jetzt muss man sehen, was für Künzelsau bleibt“.

Auch Öhringer besuchten die Kreistagssitzung, so wie Werner Hesse: „Ich bin am Krankenhausthema interessier und hoffe, dass man die Fakten darstellt und dass die Künzelsauer Mitbrüger fair damit umgehen.“

Was bleibt für Künzelsau?

In Zweiflingen dann erklärte die BBT-Gruppe, dass es nach der Krankenhausschließung für Künzelsau zunächst einmal acht Hospizplätze geben werde (wir berichteten). Des Weiteren werde der Rettungsdienst mit  so genannter „Telemedizin“ ausgestattet. Mit dieser Software sollen die Rettungsdienstler messbare Daten des Patienten noch am Ort des Geschehens direkt an das anzufahrende Krankenhaus übermitteln können. Bislang haben die Rettungsdienstler telefonisch über die Leitstelle Angaben darüber gemacht, wie schwer der Patient verletzt ist, damit sich das dementsprechende Krankenhaus, das angefahren wurde, vorbereiten konnte.

Weiterhin sei die BBT-Gruppe mit Ärzten im Gespräch, die sich in dem neuen Gesundheitszentrum ansiedeln sollen, unter anderem integrative Medizin soll es dort bald geben. Bei einer integrativen medizinischen Behandlung werden laut der Hufelandgesellschaft auch unkonventionelle Therapieverfahren wie alternative Medizin zusammen mit konventionellen Methoden angewandt. Ein Notarzt-Sitzdienst, der kommen soll, wackelt indes schon wieder, da diverse Kreisräte in der Kreistagssitzung in Zweiflingen bemängelt habe, dass dieser Notarzt am Standort des dann ehemaligen Krankenhauses in Künzelsau lediglich eine Anlaufstelle für verletzte Bürger sei, jedoch ansonsten nicht viel machen könnte. Weder habe er die Kompetenz, Überweisungen, etwa ins nächste Krankenhaus auszustellen, noch dürfe er Rezepte, etwa bei einer Blasenentzündung, ausstellen. Der Notarzt-Sitzdienst würde zudem über eine halbe Million Euro jährlich kosten.

Videobefragung: Matthias Lauterer






Dr. Kühn möchte weiterhin in Künzelsau bleiben

Chefarzt Dr. Andreas Kühn möchte weiterhin in Künzelsau bleiben und informiert seine Patienten darüber, dass er bis Ende März 2020 die Sprechstunde seiner Schmerzambulanz am Standort Krankenhaus Künzelsau und, bei Genehmigung, zusätzlich auch am Krankenhaus Öhringen anbieten werde. „Auch darüber hinaus werde ich meine Schmerzambulanz  in Künzelsau weiterführen, über Genaueres werde ich Sie rechtzeitig informieren“, hieß es auf seinem Aushang. 

Ab dem 15. November 2019 ist seine Praxis unter folgender Nummer zu erreichen: 07940/9838948

Aushang von Dr. Andreas Kühn. Foto: privat




Nächste Führungskraft verlässt das Hohenloher Krankenhaus

Alexander Hoß, seit Anfang des Jahres Kaufmännischer Direktor des Hohenloher Krankenhauses, wird die Einrichtung Ende Oktober 2019 verlassen. Er will sich neuen beruflichen Aufgaben stellen. Dies hat  GSCHWÄTZ aus einem Schreiben an die Krankenhaus-Mitarbeiter vom Montag, den 07. Oktober 2019 erfahren. Das Schreiben liegt der Redaktion vor. 

Als Nachfolgerin auf der Position des Kaufmännischen Direktors ist Melanie Junge vorgesehen, die bisher als Assistentin der Regionalleitung und Leiterin des Projektmanagements im Haus tätig ist. Sie war in den vergangenen Monaten bereits in viele Entwicklungen und Prozesse eingebunden, sodass ein kontinuierlicher Übergang in dieser Leitungsposition sichergestellt sein wird.

 




„Es blutet mir das Herz“: Am 15. November gehen die Lichter aus – Unfallchirurgie gibt es nur noch 2 Wochen

Schließung Krankenhaus Künzelsau steht unmittelbar bevor

Über 40 Jahre hat sie im Krankenhaus in Künzelsau gearbeitet, das nun schon am 15. November 2019 endgültig seien Pforten schließt. „Es blutet mir das Herz“, sagt die Mitarbeiterin, die anonym bleiben möchte, gegenüber GSCHWÄTZ. Derzeit seien nur noch etwas mehr als 20 Patienten im Krankenhaus in Behandlung. Diverse Räume würden bereits leergeräumt werden. Eine Leere, „die ich auch innerlich fühle“, so die Mitarbeiterin.

Patienten werden von Künzelsau nach Öhringen verlegt

Schon seit einigen Wochen bereitet das Team um Projektleiterin Melanie Junge den Umzug intensiv vor. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung der BBT-Gruppe hervor. Die BBT-Gruppe ist der Mehrheitseigner des Hohenloher Krankenhauses (HK). Weiter heißt es in der Pressemitteilung: „Am Freitag, den 15. November 2019, werden die Patienten aus den Stationen in Künzelsau ins Krankenhaus nach Öhringen gebracht und dort auf die Stationen verteilt. Den qualifizierten Transport der Patienten übernimmt das Deutsche Rote Kreuz DRK. Am Samstag, den 16. November 2019, folgen dann das Material sowie das Labor. Der Transport erfolgt durch ein spezialisiertes Umzugsunternehmen. Ab Montag, den 18. November 2019, beginnt dann der Normalbetrieb auf den Stationen in Öhringen.“

Ab November nur noch eingeschränkte Aufnahme von Patienten in Künzelsau

Ab Anfang November sollen keine Patienten mit absehbar längerer Liegezeit mehr ins Krankenhaus Künzelsau eingeliefert werden. „Damit soll die Zahl der Patienten, die liegend nach Öhringen transportiert werden müssen, überschaubar gehalten werden“, erläutert Melanie Junge. Dies gelte auch für die Belegärzte, die bisher im Krankenhaus in Künzelsau Eingriffe durchführten. „Alle Belegärzte werden künftig in Öhringen operieren und weisen ihre Patienten ab Anfang November nach Öhringen ein.“

Neue Bettenstation im Erdgeschoss

Nach außen wenig erkennbar, wurden in den vergangenen Monaten im Hohenloher Krankenhaus Öhringen verschiedene Umbaumaßnahmen durchgeführt, um künftig für die Aufnahme der zusätzlichen Patienten vom Standort Künzelsau gerüstet zu sein. Im Erdgeschoss des Gebäudes in Öhringen entsteht zurzeit eine neue Bettenstation. Außerdem wurden alle Verwaltungsbereiche aus dem Krankenhaus in den Verwaltungstrakt im Gebäude der Reha-Klinik verlegt und dort zusammengezogen. Dadurch sind weitere Kapazitäten für die Patientenversorgung in Öhringen entstanden. Diese Umbauten sollen bis Mitte November abgeschlossen sein. Für den 15. und 16. November ist dann der Umzug der Patienten sowie der Geräte und Materialien vom Krankenhaus Künzelsau nach Öhringen vorgesehen.

Hintergrund ist die Entscheidung des Kreistages vom 10. Dezember 2018, die akutstationäre Versorgung spätestens zum 31. Dezember 2019 dieses Jahres am Standort Öhringen zu konzentrieren. „Wir setzen damit den vom Kreistag gefassten Beschluss fristgerecht um“,  betont Thomas Wigant, Regionalleiter der BBT-Gruppe, seit gut einem Jahr Mehrheitsgesellschafter des Hohenloher Krankenhauses HK. Dies bedeute nicht nur eine große organisatorische und logistische Aufgabe; es verlange auch von den Mitarbeitern ein hohes Maß an Flexibilität und Veränderungsbereitschaft. Thomas Wigant: „Wir sind in den vergangenen Wochen in Öhringen alle ein wenig zusammengerückt und haben Platz geschaffen für die Patienten und Kollegen aus Künzelsau. Gemeinsam wollen wir uns am Standort Öhringen verstärkt um die gute medizinisch-pflegerische Versorgung der Patienten aus unserer Region kümmern und nun mit vereinten Kräften an einem Ort die medizinische Versorgung der Menschen in Hohenlohe sicherstellen.“

Zusätzlicher Notarzt sichert ab 15. November Patientenversorgung in Künzelsau

Die akutstationäre Patientenversorgung endet damit in Künzelsau am 15. November 2019. Die ambulante medizinische Versorgung wird für die Menschen in Künzelsau und Umgebung weiterhin rund um die Uhr gesichert sein. Neben den Praxen der niedergelassenen Ärzte wurde dafür im Beschluss des Kreistages vom Dezember 2018 ein zusätzliches Angebot festgelegt. Ab dem 15. November wird ein zusätzlicher Notarzt im Sitzdienst im Krankenhaus Künzelsau seine Arbeit aufnehmen. Er wird im Zwischenbau untergebracht sein und übernimmt den Dienst immer dann, wenn die niedergelassenen Ärzte nicht in ihren Praxen oder in der KV-Bereitschaftspraxis zur Verfügung stehen, heißt es in der Pressemitteilung der BBt-Gruppe.

Das bedeutet, dass der zusätzliche Notarzt zu folgenden Zeiten im Krankenhaus Künzelsau erreichbar sein wird:

  • Montags, dienstags und donnerstags von 18 Uhr bis 8 Uhr am Folgetag
  • Mittwochs sowie freitags bis sonntags und feiertags von 14 Uhr bis 8 Uhr am Folgetag

Gemeinsam mit dem Notarzt in der KV-Bereitschaftspraxis wird also außerhalb der üblichen Sprechstundenzeiten der niedergelassenen Ärzte rund um die Uhr ein Arzt im Zwischenbau des Krankenhauses in Künzelsau für die Patienten erreichbar sein. Dieser zusätzliche Notarzt kann im Notfall die Erstversorgung übernehmen und die Weiterleitung in die stationäre oder ambulante Weiterbehandlung einleiten. Die Notruf-Telefonnummer der niedergelassenen Ärzte ist außerdem rund um die Uhr kostenlos zu erreichen unter der bundeseinheitlichen Nummer 116 117. In lebensbedrohlichen Fällen sollten die Patienten oder ihre Angehörigen die Nummer des Rettungsdienstes 112 anrufen.

Laut BBT gute Lösungen für Mitarbeitende aus Künzelsau gefunden

„Auch für die Mitarbeiter aus Künzelsau konnten in den vergangenen Wochen gute Lösungen gefunden werden“, so die BBT-Gruppe. Die meisten von ihnen würden künftig im Hohenloher Krankenhaus in Öhringen arbeiten. Einige würden in eine Einrichtung der Hohenloher Seniorenbetreuung wechseln; weitere seien künftig im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim oder bei einer der Kommunen beschäftigt. „In den vergangenen Wochen haben Personalabteilung und Betriebsrat in vielen persönlichen Gesprächen mit den Mitarbeitern in Künzelsau nach der bestmöglichen Lösung für die Weiterbeschäftigung jedes Einzelnen im Unternehmen gesucht“, betont HK-Personalleiter Stefan Bort. „Trotz mancher Enttäuschung im Einzelfall ist der Prozess, den Mitarbeitenden aus Künzelsau gute Perspektiven und Einsatzmöglichkeiten an einem neuen Standort zu bieten, insgesamt ohne große Konflikte abgelaufen. Allen Mitarbeitern aus Künzelsau, die im Unternehmen bleiben wollten, konnte eine Stelle angeboten und zugesagt werden. Niemandem wurde gekündigt.“ Dies bestätigt der Betriebsratsvorsitzende Jürgen Ehmann. „Die Suche nach einvernehmlichen Lösungen war immer sehr konstruktiv und von gegenseitigem Wohlwollen getragen. Die weitreichenden Angebote, die wir im Interessenausgleich und Sozialplan vereinbart haben, haben sicher dazu beigetragen, gute Lösungen für alle Mitarbeiter zu finden.“

Arbeitsunfälle dürfen im Krankenhaus Künzelsau nicht mehr behandelt werden

Der Chefarzt der Unfallchirurgie Dr. Andreas Berglehner hat das Hohenloher Krankenhaus Ende September verlassen. Er wurde vom Kaufmännischen Direktor Alexander Hoß und dem ärztlichen Direktor Dr. Werner Reinosch verabschiedet. Sie dankten Dr. Berglehner für seine fachlich sehr gute Arbeit in der Unfallchirurgie im Krankenhaus Künzelsau in den vergangenen fünf Jahren und wünschten ihm für seine weitere Zukunft alles Gute.

Mit dem Weggang von Dr. Berglehner erlischt auch die D-Arzt-Zulassung für die Behandlung von Arbeitsunfällen am Krankenhaus Künzelsau. Als D-Arzt in Künzelsau steht nach wie vor Dr. Oliver Böhm im Ärztehaus mediKÜN zur Verfügung; auch das Krankenhaus Öhringen ist für die Versorgung von Arbeitsunfällen zugelassen.

Aufgrund dieser Entwicklung werden die ambulanten und stationären unfallchirurgischen Leistungen bereits ab dem 14. Oktober 2019 in Öhringen zusammengefasst. Ein Arzt der Unfallchirurgie bleibt mit einem kleinen Team zwischen dem 14.10. und 15.11. im Krankenhaus Künzelsau vor Ort und überbrückt damit die Übergangszeit bis zum endgültigen Umzug. Damit ist auch die unfallchirurgische Erstversorgung im Künzelsauer Krankenhaus bis zum Umzugstermin am 15. November sichergestellt, betont die BBT-Gruppe.

Quelle: Pressemitteilung der BBT-Gruppe




Einfach mal zugeschlagen

Wegen Körperverletzung ermittelt die Öhringer Polizei gegen einen 16-Jährigen. Der Jugendliche hielt sich am Mittwochnachmittag, den 18. September 2019, beim Bahnhof in Öhringen auf, als drei andere Jugendliche an ihm vorbei gingen. Ein 14-Jähriger sagte zu dem Älteren: „Eh, was geht“, woraufhin der 16-Jährige seinem Gegenüber so kräftig gegen den Kopf schlug, dass dieser eine Platzwunde erlitt und vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gefahren werden musste. Einer der Begleiter des Verletzten verhinderte, dass der 16-Jährige weiter auf sein Opfer einschlug. Wodurch der junge Mann so gereizt wurde, ist bislang unklar.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Start Neubau Krankenhaus Öhringen: „Wir wollen nicht im Verborgenen arbeiten, sondern mit größtmöglicher Transparenz“

Auf dem Gelände neben dem Hohenloher Krankenhaus Öhringen beginnen in Kürze erste Maßnahmen in Vorbereitung auf den geplanten Neubau. Ab Montag, 16. September wird um das Gelände zum Schutz von Passanten ein Bauzaun errichtet. „Wir haben uns gegen einen Bretterzaun und für einen Maschendrahtzaun entschieden, denn wir wollen nicht im Verborgenen arbeiten, sondern mit größtmöglicher Transparenz“, erläutert BBT-Regionalleiter Thomas Wigant in einer Pressemitteilung Tauberfranken vom 09. September 2019. „Die Mitarbeiter, Patienten, Anwohner und alle Öhringer können so den Fortschritt auf dem Gelände immer mitverfolgen.“

Komplette Räumung der Gebäude

Laut der Gesundheitsholding Tauberfranken beginnt ab dem 23. September der Rückbau der ehemaligen Verwaltungsgebäude des Kreises mit dem Haus an der Hindenburgstraße 58, in dem bisher das Veterinäramt und die Kfz-Zulassungsstelle des Hohenlohekreises untergebracht waren. „Die Gebäude wurden vom Landratsamt komplett geräumt und inzwischen haben uns die Gutachter in Bezug auf die Bausubstanz und mögliche Schadstoffe grünes Licht zum Rückbau erteilt“, erläutert Melanie Junge, Projektleiterin für die Baumaßnahmen am Hohenloher Krankenhaus. Ab der zweiten Novemberwoche folgen dann auch die Entkernung und der Rückbau des Gebäudes an der Hindenburgstraße 60, dem bisherigen Landwirtschaftsamt.

Wertvolle Funde unter der Erde

Ab dem 14. Oktober beginne dann das Landesdenkmalamt mit den archäologischen Ausgrabungen auf der Fläche, da im geplanten Baufeld die Überreste des früheren Römerkastells („Bürgkastell“) mit der Kastellmauer, den Gräben, dem südlichen Tor sowie möglicherweise weiteren zivilen Bauten außerhalb des Kastells vermutet werden. Dieser südliche Kastellbereich ist nach Angaben von Dr. Klaus Kortüm vom Landesamt für Denkmalpflege bisher nur oberflächlich durch diverse Versorgungsleitungen berührt worden und aus archäologischer Sicht sehr interessant. In den Gräben erwarten die Archäologen möglicherweise Reste von Architektur, Keramiken oder Münzen, die für die Datierung des Kastells relevant sein können. Die Voruntersuchungen im vergangenen Jahr hatten dazu gedient, die Grenzen des Kastells genauer zu definieren wie auch den Grabungs- und Untersuchungsaufwand besser kalkulieren zu können.
Die Ausgrabungen beginnen im Oktober 2019 im Bereich des Hubschrauberlandeplatzes, der deshalb verlegt werden wird. Außerdem wird auf dem Parkplatz vor den Landratsamtgebäuden an der Hindenburgstraße von den Archäologen gegraben. Dr. Kortüm setzt für die Ausgrabungen in diesen ersten Teilflächen einen zeitlichen Aufwand von rund fünf Monaten an. Der zweite Abschnitt der Ausgrabungen beginnt im Februar 2020 auf dem dann geräumten Gelände der ehemaligen Behördengebäude. Hier rechnet das Landesamt für Denkmalpflege nur mit mehreren Wochen Dauer für die Rettungsgrabungen.

Belastung für Patienten und Anwohner so gering wie möglich halten

„Gemeinsam mit den beteiligten Firmen haben wir Vorkehrungen getroffen, um die Belastung für Patienten, Mitarbeiter und Anwohner durch diese vorbereitenden Maßnahmen so gering wie möglich zu halten“, erläutert Thomas Wigant. „Trotz dieser Vorsichtsmaßnamen werden sich wahrscheinlich kleinere Einschränkungen, Lärm und mitunter auch Staub bei den Rückbaumaßnahmen nicht ganz vermeiden lassen. Hier bitten wir um Verständnis.“

Quelle: Pressemitteilung der Gesundheitsholding Tauberfranken

Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 

 




Gerüchte um das Künzelsauer Krankenhaus

Die Schließung des Hohenloher Krankenhauses in Künzelsau und auch der Umbau des Öhringer Krankenhauses rückt immer näher. Auf Details wartet man aber momentan noch vergeblich. Künzelsauer munkeln, dass das Landratsamt für eine gewisse Zeit in das Künzelsauer Krankenhaus ziehen soll. Dies bestätigte Silke Bartholomä, Pressesprecherin das Landratsamtes des Hohenlohekreises, auf GSCHWÄTZ-Nachfrage jedoch nicht: „Die weitere Verwendung der Baulichkeit ist noch unklar. Zunächst wird das Gebäude noch bis zum Umzug der akutstationären Versorgung nach Öhringen Ende November für die Patientenversorgung genutzt. Zurzeit laufen mit verschiedenen Partnern Gespräche über eine mögliche künftige Nutzung. Diese hängt allerdings auch von dem Ergebnis eines Baugutachtens ab, das die Verantwortlichen in Auftrag gegeben haben, um die Zurüstung des Gebäudes für andere Bedarfe prüfen zu lassen. Hier warten vielfältige Sanierungsaufgaben.“

Was den Neubau des Hohenloher Krankenhauses in Öhringen anbetrifft sieht es ähnlich schwammig aus. Auf die Frage, dass der Hubschrauberlandeplatz am Öhringer Krankenhaus nicht genehmigt worden sein solle, erklärte Ute Emig-Lange, Pressesprecherin der BBT-Gruppe, dass man sich zurzeit in einer intensiven Vorbereitungs- und Planungsphase für den geplanten Neubau des Hohenloher Krankenhauses in Öhringen befände und diese noch nicht abgeschlossen sei. Laut Emig-Lange sollen auch Baugenehmigungen noch nicht eingereicht und Ausschreibungen für den Bau noch nicht getätigt worden sein.