„Das wird wieder“ – Bärbel Schröders Schicksalsschlag und die Kraft der positiven Energie
Bärbel Schröder ist ein fröhlicher Mensch, der gerne lacht. „Ich bin sehr bunt und vom lieben Gott mit vielen Talenten beschenkt“, sagt die gelernte Krankenschwester. Sie ist leidenschaftliche Hobbymalerin, hat eine Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie gemacht und fotografiert „unheimlich gerne“. Ihr liebstes Motiv: ihr Wohnort Ingelfingen-Criesbach. Seit Februar diesen Jahres macht die 54-Jährige zudem eine Ausbildung zur Leiterin für Lach-Yoga. „Damit kann man gut arbeiten, zum Beispiel bei Depressionen“, sagt sie.

Criesbacher Weinberge. Foto: Bärbel Schröder
Lach-Yoga
1990 – Bärbel Schröder und ihr Mann waren gerade 24 und der gemeinsame Sohn Thilo ein zwölf Wochen alter Säugling – zog die Familie von Ost-Berlin nach Hohenlohe. „Mein Mann hatte bei Würth Elektronik eine Stelle bekommen“, erzählt sie. Sie selbst arbeitete im Krankenhaus in Künzelsau, was sie aber irgendwann aus gesundheitlichen Gründen aufgab. „Ich war gerne Krankenschwester, aber für das ganze Leben ist das ein harter Beruf“, sagt sie. Danach begann sie bei Würth Elektronik, seit 2015 ist sie zwei Tage in der Woche im Labor der Würth Elektronik Asia Productions tätig.

Eine von mehreren Leidenschaften ist für Bärbel Schröder das Fotografieren von Orten aus der Region. Foto: Bärbel Schröder
Schicksalsschlag in frühen Jahren
Kaum war die Familie in Ingelfingen angekommen, wurde Sohn Thilo mit rund zehn Monaten schwer krank. Nach vielen Untersuchungen wurde der kleine Junge im Kinderkrankenhaus der Uniklinik Würzburg mehrmals operiert. Eine schwere Zeit für die dreiköpfige Familie, doch der behandelnde Arzt, Prof. Hartmut Collmann, sagte den Eltern gleich: „Das wird wieder.“
Bis er zehn Jahre alt war, musste Thilo Schröder regelmäßig stationär behandelt werden, danach ging es ambulant weiter. Die Eltern wollten, dass er eine Chance auf ein normales Leben hat und auch eine normale Schule besucht. „Er sollte spielen dürfen wie jedes andere Kind auch“, blickt seine Mutter zurück. Draußen und auch im Dreck. Obwohl er in vielem sehr viel langsamer war, bezogen ihn die Nachbarskinder stets in ihre Spiele mit ein. Und auch in der Schule konnte er mithalten. Er musste keine Klasse wiederholen, absolvierte nach der Werkrealschule die kaufmännische Schule, schließlich die Bernd-Blindow-Schule in Heilbronn.

Die Criesbacher Weinberge, fotografiert von Bärbel Schröder.
Happy end und die Kraft der positiven Energie
Heute ist der mittlerweile 30-Jährige gesund, nur eine minimale motorische Störung im linken Bein erinnert noch an die schwere Kindheit. Mittlerweile hat er eine Ausbildung zum Logopäden abgeschlossen und betreibt eine eigene Praxis in Criesbach. „Es hat sich gelohnt, als Familie zusammenzuhalten“, erklärt Bärbel Schröder, die sehr stolz auf ihren Sohn ist.
Irgendwann hat sie mit dem Malen begonnen. „Ich habe Ölfarben auf dem Flohmarkt gekauft und einfach alles ausprobiert“, sagt die Autodidaktin. Sie malt Häuser, Tiere und Blumen und hat sich in den letzten Jahren auf Aquarelle fixiert. „Ich wollte nie eine Vernissage“, sagt sie und hat deshalb auch noch nie ihre Bilder ausgestellt. Lediglich im Altenheim in Westernhausen und im Gästehaus Lell hängen ein paar ihrer Werke.
Während der Aufenthalte im Würzburger Krankenhaus musste die Familie auch auf die dortige Kinderkrebsstation. Bärbel Schröder war entsetzt: „Das war schlimm, da haben so viele Sachen gefehlt.“ Sie ist sehr dankbar, dass ihrem Sohn so gut geholfen werden konnte und wollte etwas zurückgeben. Deshalb gestaltete sie mit ihren Aquarellen Postkartenkalender mit Motiven von Hohenlohe. Innerhalb von drei Jahren sammelte sie so über 7.500 Euro für die Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder Würzburg e.V..

Sich auf die Details konzentrieren, kann manchmal wahre Wunder bewirken. Foto: Bärbel Schröder
Hohenloher Kalender mit Motiven vom Ländle
In Jahr 2019 hat die Hobbymalerin einen immerwährenden Kalender gestaltet, dessen Erlös sie an die Geschwister-Scholl-Schule in Künzelsau spendet. 300 Exemplare hat sie drucken lassen, über die Hälfte davon ist schon verkauft. Sehr dankbar ist sie allen ihren Unterstützern – vor allem ihrem Mann. „Ich darf so viel Zeit für meine Interessen haben“, sagt sie. Andere unterstützen sie seit Jahren beim Verkauf ihrer Kalender.

Bärbel malt Bilder aus der Region, entstanden ist daraus ein Kalender, mit dessen Erlös Bärbel Schröder krebskranke Kinder unterstützt. Foto: privat
Bärbel Schröder ist ein umtriebiger Mensch und hat bereits ein neues Projekt im Visier. An drei Tagen in der Woche marschiert sie frühmorgens, „wenn alles noch schläft“, mit ihrer Kamera durch Criesbach und Umgebung und fotografiert – vor allem Landschaft und Tiere. Mittlerweile hat sie so viele Bilder, „ich könnte Bücher füllen“. Einige dieser Fotografien hat sie nun mit den Gedichten von Cäsar Flaischlen aus „Mandolinchen, Leierkastenmann und Kuckuck“ in einem eigenen Buch kombiniert. „Ich habe 25 Bücher drucken lassen, die ich dann verschenke“, sagt die Fotografin. Sollte etwas Größeres daraus entstehen, müsste sie aber erst die Inhaberin der Rechte an Flaischleins Gedichten fragen.
„Ich habe immer wieder neue Ideen“, sagt Bärbel Schröder dankbar. „Wer weiß, was nächstes Jahr kommt.“ Sie will offen bleiben für alles, „was das Leben noch schenkt“.
Einsatz für leukämie- und tumorkranke Kinder
Für einen guten Zweck setzt sich Bärbel Schröder aus Criesbach ein. Ihr Sohn musste als Kind mehrmals operiert werden. Heute ist er gesund, aber seine Mutter will etwas zurückgeben. Die Hobbymalerin gestaltete Kalender mit Motiven von Hohenlohe. Den Erlös von über 7.500 Euro spendete sie an die Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder Würzburg e.V. Dieses Jahr hat Bärbel Schröder einen immerwährenden Kalender gestaltet. Der Erlös geht an die Geschwister-Scholl-Schule in Künzelsau. Erhältlich sind die Kalender für fünf Euro bei Papierwaren Turber in Ingelfingen, in der WG in Ingelfingen und in der Drogerie Mäder in Niedernhall. Auch bei der Redaktion GSCHWÄTZ kann man den Kalender ordern.

Bärbel Schröder hat mit dem Malen ein Hobby gefunden, mit dem sie gleichzeitig Gutes tun kann. Foto: privat










