Kreistag lehnt Achim Becks Antrag ab – Neumann redet Klartext für Künzelsau
Die Überraschung des Kreistagsabends: Der Kreistag, vornehmlich die CDU und die Grünen, lehnen in der Sitzung am 09. Dezember 2019 in Waldenburg den von Achim Beck eingebrachten Antrag der Freien Wähler Verweinigung (FWV) auf Überprüfung des neuen Notarzt-Modells nach nur drei Monaten, das wäre im März 2019, ab. Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann (CDU) kritisierte die FWV, die mit ihrem Antrag lediglich das Ziel verfolge, das neue Notarztmodell für Künzelsau sofort wieder abzuschaffen. Daraufhin gab es empörte Wortmeldungen von Seiten der FWV, dass dies eine Unterstellung sei.
Dennoch bleibt die Freude bei den Künzelsauern etwas getrübt. Der Antrag der Grünen wurde einvernehmlich angenommen, das neue Notarztmodell nach etwa vier Monaten und dann nach acht Monaten zu prüfen.
Neumann gibt zu Bedenken, dass man trotz aller Kritik am neuen Notarztmodell, Neuem erst einmal Zeit zum wachsen und zum sich etablieren geben müsse. Unlängst hatte die BBT-Gruppe an Künzelsauer Haushalte erst einen Flyer und Informationen rund um die Angebote der Gesundheitsversorgung in Künzelsau verschickt. Der neue Notarzt wird darin jedoch lediglich nur kurz erwähnt. Dafür erhalten Interessierte einen Überblick, welche Ärzte derzeit im Medikün ihre Dienste anbieten. Auch die Stadtverwaltung Künzelsauer informierte in ihren Künzelsauer Nachrichten ausführlich über den neuen ärztlichen, so genannten „Präsenzdienst“.
Offen ist nach wie vor, wie eine Überprüfung des neuen Notarztmodells nach den vier Monaten ausschaut. Sprich: Nach welchen Kriterien prüft man den Notarzt und die Entscheidung über den Fortbestand der Praxis oder deren Beendigung? Da er derzeit nur sehr wenig Handlungsspielraum hat aufgrund des fehlenden Kassensitzes, wurde auch laut über Möglichkeiten gesprochen, diesen Handlungsspielraum zu verbessern. Zum einen bestünde eventuell die Möglichkeit, sich mit der kassenärztlichen Vereinigung auf einen Sondersitz zu einigen. Zum anderen könnte man möglicherweise über ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ), das ja für Küzelsau etabliert werden soll, einen regulären Notarztsitz bekommen. Sprich: Dann dürfte der Notarzt auch ganz regulär Patienten behandeln, Überweisungen und Rezepte ausstellen. Das darf er bislang nicht, weil er keinen Kassensitz hat.