„Das Alter ist schön, von einfach war nie die Rede.“ Unter diesem Motto stand der Fachtag für Alter und Pflege, zu dem rund 150 Interessierte in die Carl-Julius-Weber Halle in Kupferzell gekommen waren.
Welche Fähigkeiten benötigt man, um sich alleine um seine Bedürfnisse zu kümmern? Man sollte sich anziehen können, alleine baden gehen, leichte Hausarbeiten erledigen, Treppen laufen und alleine einkaufen gehen.
Aber selbst das Einkaufen gehen darf nicht unterschätzt werden. „Selbst wenn man mit dem Auto zum Einkaufen fährt, sollte man ohne Probleme 400 bis 800 Meter laufen können. Denn man muss vom Parkplatz in den Einkaufsladen kommen und die Einkaufsläden sind heutzutage sehr weitläufig. Es wäre auch nicht schlecht, wenn der Einkauf nicht schwerer als acht Kilogramm ist, denn der Einkauf muss ja ins Auto und dann ins Haus“, erklärt Dr. Christoph Rott. Rott, Gerontologe an der Universität Heidelberg, erläuterte seine Forschungsergebnisse zur Hochaltrigkeit.

Manche Übungen gehen ganz schön in die Beine. Foto: GSCHWÄTZ
Um Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder bis ins sehr hohe Alter zu verzögern, ist demnach die altersrelevante körperliche Fitness von besonderer Bedeutung. So stellte er in seinem Workshop am Nachmittag auf anschauliche Weise die Grundlagen des ‚Alltags-Fitness-Tests‘ vor, bei dem so mancher Teilnehmer ins Schwitzen geriet – auch GSCHWÄTZ-Redakteurin Nadja Fischer.
Der Test
Der Alltags-Fitness-Test besteht aus sechs Aufgaben, deren Durchführung zirka 15 Minuten dauert.
1. Der Beinkrafttest: Ohne Benutzung der Arme zu einem vollständigen Stand aufstehen und sich wieder hinsetzen. Das Ganze so oft wie möglich innerhalb von 30 Sekunden wiederholen.
2. Der Armkrafttest: In einer ganzen und vollständigen Bewegung eine Hantel (2,3 kg bei Frauen und 3,6 kg bei Männern) im Sitzen bis zur Schulter anheben und wieder senken. Und auch hier gilt: Die Übung so oft wie möglich innerhalb von 30 Sekunden durchführen.
3. Der Ausdauertest: Zwei Minuten lang die Knie abwechselnd auf der Stelle so hoch wie möglich anheben.
4. Der Hüftbeweglichkeitstest: Mit beiden Händen so weit wie möglich an die Fußspitze herankommen.
5. Der Schulterbeweglichkeitstest: Man soll mit einer Hand über die Schulter den Rücken hinunter sowie mit der anderen Hand um die Taille den Rücken hinauf die Hände so weit wie möglich zusammenbringen.
6. Geschicklichkeitstest: Man soll vom Stuhl aufstehen, so schnell wie möglich um den Markierungskegel herumlaufen, der 2,4 Meter entfernt steht, zurück zum Stuhl gehen und sich wieder hinsetzen.
Einfach ist der Test nicht, auch unserer Redakteurin Nadja Fischer ist die Puste ausgegangen. „Wie trainiere ich für diesen Test. Oder besser gesagt, wie schaffe ich es, in diesem Test besser abzuschneiden?“, fragte einer der Workshop-Teilnehmer. Laut Rott kommt es nicht darauf an, was man trainiert, sondern einfach nur, dass man gestärkt ist.
„Alles, was kräftigt, ist gut. Für mich hat die oberste Priorität die Beinkraft“, so Rott. Denn ohne die Beine gehe nichts. „Ob Sie sich einfach beim Sportverein anmelden oder gezielt für den Alltags-Fitness-Test trainieren oder aber einfach selbst daheim aktiv sind, ist egal – Hauptsache bewegen“, rät Rott.

Tabelle der Werte, die man erzielen sollte. Foto: Screenshot vom Alltags-Fitness-Test
Weitere Informationen: www.alltags-fitnesstest.de