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HK: Achim Becks Vorschlag schockt Stefan Neumann

Vier blaue Metzger-Reisen-Busse rollten am heutigen 04. November 2019 zur Mehrzweckhalle nach Zweiflingen, wo der Kreistag tagte. Nicht oft war der Kreistag in den vergangenen Monaten so gut besucht wie heute. Es fanden sich kaum mehr Stühle für die rund 200 Zuschauer, die die heutige Kreistagssitzung verfolgten. Aber es waren nicht nur Künzelsauer vor Ort, um zu hören, was nun nach der Schließung des Künzelsauer Krankenhausstandortes für Künzelsau im Bereich der Gesundheitsvorsorge kommt, sondern auch Öhringer, um den Kreistag in seiner Entscheidung hinsichtlich des Neubaus des Krankenhauses in Öhringen zu bestärken.

Vier Busse mit Bürgern wurden von der Stadt Künzelsau entsandt, um „Flagge“ für Künzelsau zu zeigen. Foto: GSCHWÄTZ

Nach 18 Minuten kam bereits der Tagesordnungspunkt vier auf den Tisch: die künftige Gesundheitsversorgung in Künzelsau. „Ich freue mich, dass das Thema so großes Interesse hervorruft“, sagt Landrat Dr. Matthias Neth, der bekannt ist für seine guten freien Reden, heute allerdings sehr engmaschig sein Manuskript herunterliest.

Landrat Dr. Matthias Neth (rechts) verbittet sich Buh- und Bravorufe aus den Zuschauerreihen. Foto: GSCHWÄTZ

Es freue ihn, sagt Neth, dass heute so viele Menschen wie seit langem nicht mehr gekommen sind. „Es zeigt, wie sehr die Ausgestaltung die Menschen in Künzelsau beschäftigt“, sagt er und erntet dafür Gelächter aus den Zuschauerreihen. Er sei in letzter Zeit oft gefragt worden, wann denn das Konzept vorgestellt werde für Künzelsau hinsichtlich der Gesundheitsversorgung. Aber, sagt Neth, „das Konzept steht schon seit einem Jahr. Vor einem Jahr wurde das Konzept vorgestellt.“ Unzufriedenes Geraune und Gemurmel im Publikum. „Ich nehme die Ängste der Bevölkerung ernst“, sagt er. Wieder Gelächter im Publikum. Neth fährt unbeirrt fort: „Die Veränderung tut weh. Niemand strukturiert gerne ein Krankenhaus um. Man muss aber, wenn man in der Verantwortung steht, die richtigen Entscheidungen treffen.“Dass die BBT-Gruppe an der heutigen Kreistagssitzung die einzelnen Bausteine erläutere, die für Künzelsau kommen werden,  „wollen wir als Zeichen der Transparenz verstanden haben“, so der Landrat.

Matthias Warmuth, einer der BBT-Geschäftsführer, bemühte sich um Transparenz. Foto: GSCHWÄTZ

Wer ist denn nun zuständig für Künzelsau? Das Schwarze-Peter-Spiel beginnt

Mehrere Stunden wird dieser Tagesordnungspunkt dauern, denn nicht nur den Zuschauern scheint nicht so ganz klar zu sein, welches konkrete Konzept der Landrat meint. Es gibt auch diverse Wortmeldungen von Kreisräten, die noch jede Menge Fragen zu dem geplanten medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) in Künzelsau haben. Die Zuständigkeit für dieses MVZ indes wird vom Hohenlohekreis auf die BBT-Gruppe und wieder zurückgeschoben. Während Neth auf die Ausarbeitung des Konzepts für Künzelsau auf die BBT-Gruppe verweist, sagt Matthias Warmuth, einer der BBT-Geschäftsführer: „Wir haben nun keine echte Zuständigkeit mehr, lediglich in der stationären Versorgung. Die Sicherstellung des ambulanten Bereiches liegt nicht bei uns.“

Christian von Stetten (rechts) kann nicht verstehen, warum jetzt auf einmal auch der Notarzt-Dienst in Künzelsau gekippt werden soll. Foto: GSCHWÄTZ

Stefan Neumann ist fassungslos aufgrund des Antrages von Achim Beck. Foto: GSCHWÄTZ

Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck (3. von rechts) stellte die Sinnhaftigkeit eines Notarzt-Dienstes in Künzelsau in Frage. Foto: GSCHWÄTZ

Völlig geschockt: Notfallversorgung vor Ort wackelt

Einig waren sie sich indes beim Thema Pflege: Neth betont, dass die Sanierungskosten allein für den „Bettenblock“ des Künzelsauer Krankenhauses laut nicht näher erläuterter Gutachten bei über 40 Millionen Euro liegen würden und diese „Altlasten“ der Kreis stemmen müsse, was wiederum der Kreis eigentlich nicht stemmen könne. Warmuth betonte, dass die BBT-Gruppe eigentlich gerne Kurz- sowie Tagespflege in Künzelsau anbieten würde, aber aufgrund der Sachlage mit den Gutachten „müssen wir das zuerst intensiver untersuchen im Bettenblock“. Also gibt es erst einmal keine zusätzlichen Pflegeangebote in Künzelsau. Auch der angedachte notärztliche Sitzdienst, den es demnächst geben soll, damit die Bevölkerung immer einen Notarzt vor Ort hat, steht nun wieder auf der Kippe. Der Niedernhaller Bürgermeister Achim Beck fordert im Namen der Freien Wählervereinigung, dass man die 24-Stunden-Notarzt-Versorgung vor Ort, die eigentlich im Zuge der Krankenhausschließung in Künzelsau etabliert werden soll, gleich wieder auf den Prüfstand gestellt wird angesichts der hohen Kosten von über 500.000 Euro jährlich und der Fragwürdigkeit des Nutzens, könne doch dieser Notarzt nicht mal ein Kassenrezept ausstellen. Rückendeckung für diesen Antrag bekommt er dabei von Irmgard Kircher-Wieland (SPD). Der Antrag ist ein Schock für Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann: „Das untergräbt die Glaubwürdigkeit des Kreistages“, sagt er. Auch Christian von Stetten kritisiert Becks Forderung und zählt auf, was bereits in der Vergangenheit alles gestrichen worden ist: „Ursprünglich wollten wir zwei Krankenhäuser halten, dann sollte Künzelsau erst geschlossen bleiben, wenn der Neubau in Öhringen steht, dann sollte zumindest die Notfallversorgung vor Ort sichergestellt sein und jetzt soll diese auch noch wegfallen?“ Das sei nur schwer zu vermitteln.

Künzelsau gewinnt ein Hospiz

Doch was kommt nun für Künzelsau? Laut Warmuth von der BBT-Gruppe würden nun acht Hospizplätze zeitnah geschaffen werden würden, unter anderem mit der Kirche als Partner. Anders als bei der Pflege seien hier die Räumlichkeiten laut Warmuth kein Problem: „Wir werden entsprechende Räumlichkeiten finden und herrichten können.“ Mit drei Ärzten stünde die BBT-Gruppe darüber hinaus kurz vor der Unterschrift für ein aktives MVZ, das im Mittelbau des Krankenhauses 2020 etabliert werden solle. Unter anderem eine integrative, also ganzheitliche Medizin, würde dann in Künzelsau angeboten werden. Das sei „etwas sehr Neues“.

Des Weiteren würden die Rettungswägen ab Dezember 2019 mit einer, so der Kreistag, „Telemedizin“ ausgestattet werden, wodurch es ihnen ermöglicht werde, direkt die Daten ihrer Patienten zu erfassen und sofort an das Krankenhaus zu übermitteln, das sie anfahren, damit sich das dortige Team bereits auf die Situation einstellen kann.“ Bislang kontaktierten die Rettungswägen die Leitstelle und diese meldete dann den entsprechenden Krankenhäusern, wie schwer verletzt der Patient ist, der demnächst von einem Krankenwagen gebracht wird.

Die bestehenden Physiotherapie-Angebote sowie die Fußpflege bleiben laut Warmuth weiterhin in Künzelsau bestehen. Zusätzlich gäbe es ja bereits ebenfalls 15 Ärzte aus elf Fachrichtungen, die im Ärztehaus arbeiten. Auch die Radiologie mit MRT bleibe vor Ort.

Des Weiteren sollen Still-Cafés, Frühförderungen, Stillberatungen, Gesundheitskonferenzen sowie Hebammensprechstunden im neuen MVZ angeboten werden, das zumindest wäre laut der BBT-Gruppe wünschenswert.

„Wir möchten ein Mehr an ambulanter Versorgung schaffen“, so Warmuth. Die BBT-Gruppe betreibt derzeit laut eigenen Aussagen 87 Kassenarztsitze in diversen MVZ.

Fotos: Matthias Lauterer

Über 200 Menschen hatten sich auf den Weg zur Kreistagssitzung am 04. November 2019 in Zweiflingen gemacht. Foto: GSCHWÄTZ

Die Stadtverwaltung charterte vier Busse und fuhr die Künzelsauer nach Zweiflingen, um ein Zeichen zu setzen. Foto: GSCHWÄTZ

 

 




HK: Darüber wird an der heutigen Kreistagssitzung entschieden

An der heutigen Kreistagssitzung in Zweiflingen um 14 Uhr haben die Kreisräte ein langes Tagesordnungsprogramm abzuarbeiten, unter anderem geht es um die Wiedereinführung des Gelben Sackes und die Verabschiedung des Haushalts. Besonders aber der Tagesordnungspunkt „Hohenloher Krankenhaus gGmbH: Vorstellung Gesundheitszentrum Künzelsau“ dürfte einige Besucher aus Künzelsau anziehen.

Rettungsdienst und Notarzt im „Sitzdienst“ sollen’s richten

Die Geschäftsführung der Hohenloher Krankenhaus gGmbH habe im vergangenen Jahr dem Hohenlohekreis eine Konzeption zur Nachnutzung des bisherigen Standortes Künzelsau als Gesundheitszentrum vorgestellt. Dieses Konzept bestehe aus einem Basismodell. Ergänzend seien weitere kostenpflichtige Bausteine nach dem Bestellerprinzip möglich, heißt es in der Tagesordnung. Der Kreistag habe sich im Zusammenhang mit der frühzeitigen Konzentration der akutstationären Versorgung am Standort Öhringen für die Umsetzung eines Gesundheitszentrums in Künzelsau ausgesprochen und die Geschäftsführung der Hohenloher Krankenhaus gGmbH mit der praktischen Umsetzung der einzelnen Bestandteile beauftragt.

Palliativmedizin soll eventuell kommen für todkranke Menschen

Hierzu habe der Kreistag nun folgenden Beschloss gefasst, die weitestgehend den Dingen entsprechen, die bereits in Stuttgart vom baden-württembergischen Sozialminister Manfred Lucha angesprochen wurden (wir berichteten, Artikel siehe unten):

1. Der Kreistag beauftragt die Geschäftsführung der Hohenloher Krankenhaus gGmbH die von ihr vorgestellten Bestandteile des Gesundheitszentrums Künzelsau, nämlich

a) die Errichtung eines Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit zusätzlichem Versorgungsassistent in der Hausarztpraxis (VERAH®) in enger Abstimmung mit der KV (kassenärztlichen Vereinigung) und den niedergelassenen Ärzten in der Region
b) Etablierung einer Kurzzeitpflege
c) Etablierung eines Angebotes für integrative / ganzheitliche Medizin
d) Aufrüstung der Notfallsysteme des Rettungsdienstes mit telemedizinischen Anbindungen
e) ein über die bereits vorhandenen Leistungen der Notfallversorgung hinausgehende 24/7-Versorgung mit einem rechtskonformen und qualitätsgesicherten Sitzdienst in Künzelsau als Pilotprojekt über 3 Jahre, welches jährlich evaluiert wird, umzusetzen.

Sprich: Die Angebote, die es bereits bisher in Künzelsau und Umgebung im Rahmen der Altenheime gibt, sollen erweitert werden. Der ohnehin schon personell schlecht aufgestellte Rettungsdienst (siehe unsere Berichterstattung unten) soll telemedizinisch besser ausgestattet werden. Hier stellt sich die Frage, ab wann dies geschieht? Denn das Künzelsauer Krankenhaus ist ab Mitte November 2019 geschlossen. Und: Was bedeutet „Telemedizin“ im Rahmen der Versorgung durch Rettungsdienste? Wird ein Notarzt/Spezialist zugeschaltet per Live-Schalte? Hierzu bedarf es definitiv noch einer genauen Erläuterung seitens des Kreistages. Was bedeutet des Weiteren der Punkt e) eine Notfallversorgung per „Sitzdienst“? Sitzt ein Notarzt, wenn andere Ärzte keinen Bereitschaftsdienst haben, im Krankenhaus und wartet auf Notfälle? Wenn ja, inwieweit kann er eine bessere Notfallhilfe leisten als ein Krankenwagen, der zu den Betroffenen vor Ort fährt und sie zur (stationären) Versorgung in das nächste Krankenhaus fährt?

Mehr Kurzzeitpflege für Künzelsau

In den weiteren Sitzungspunkten „begrüßt der Kreistag“

1) die Überprüfung des Bedarfs an weiteren Rettungsmitteln durch den Bereichsausschuss für den Rettungsdienst

2)  die Überlegungen der Geschäftsführung der Hohenloher Krankenhaus gGmbH zur Verbesserung der Palliativen Versorgung im Hohenlohekreis und bittet um Vorlage weiterer Konzeptionen hierzu

Inwieweit das Krankenhausgebäude erhalten bleibt, ist noch unklar, aber vielleicht wird dieser Punkt ebenfalls in der heutigen Kreistagssitzung erläutert.

Was geschieht mit dem Krankenhausgebäude?

Des Weiteren soll der Kreistag heute seine Zustimmung geben zu „der Konzentration der akutstationären Versorgung in Öhringen bis spätestens zum 31.12.2019“.

Ein Trostpflaster für Künzelsau: „Sämtliche Kosten für die Etablierung des Gesundheitszentrums sind vom Hohenlohekreis zu tragen“, das geht aus der Sitzungsvorlage hervor.

„Ausgewogenes Konzept, sehr gute Grundlage für die Versorgung der Menschen in Künzelsau“

Trotz massiver Kritik aus Künzelsau steht der Kreistag steht nach wie vor zu seinem Gesundheitskonzept für den Hohenlohekreis: „Das Konzept erscheint damals wie heute als ausgewogen. Das Gesundheitszentrum bietet eine sehr gute Grundlage für die Versorgung der Menschen in Künzelsau nach der Beendigung der akutstationären Versorgung.“

Das Datum des Klinikumzugs wurde von der Hohenloher Krankenhaus gGmbH, in Abstimmung mit dem Rettungsdienst und einem auf den Krankenhausbetrieb spezialisiertem Umzugsunternehmen, auf den 15. und 16. November 2019 festgelegt.


 




Dr. Kühn möchte weiterhin in Künzelsau bleiben

Chefarzt Dr. Andreas Kühn möchte weiterhin in Künzelsau bleiben und informiert seine Patienten darüber, dass er bis Ende März 2020 die Sprechstunde seiner Schmerzambulanz am Standort Krankenhaus Künzelsau und, bei Genehmigung, zusätzlich auch am Krankenhaus Öhringen anbieten werde. „Auch darüber hinaus werde ich meine Schmerzambulanz  in Künzelsau weiterführen, über Genaueres werde ich Sie rechtzeitig informieren“, hieß es auf seinem Aushang. 

Ab dem 15. November 2019 ist seine Praxis unter folgender Nummer zu erreichen: 07940/9838948

Aushang von Dr. Andreas Kühn. Foto: privat




HK-Schließung, ohne zu wissen,wie es weitergeht – Geht’s noch?

Die Schließung des Künzelsauer Krankenhausstandortes, ohne dass die Bürger zu wissen, wie es hier und auch in Öhringen weitergeht, gleicht einer mittleren Katastrophe für die 112.000 Hohenloher.

Ein Video-Kommentar von Dr. Sandra Hartmannn

Rede von Dr. Sandra Hartmann (rechts: Dr. Andreas Eckle) bei einer Demo der BI in Künzelsau für den Erhalt des Krankenhauses. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Die Rede von Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann an einer der Demos der BI für den Erhalt des Künzelsauer Krankenhauses sehen Sie hier:

 


 




BI kritisiert Neumanns offenen HK-Brief: Zu spät „auf die Hinterbeine gestellt“

Kommentar der BI WIR sind HK zum offenen Brief des Bürgermeisters Stefan Neumann und den Gemeinderäten vom 10. Oktober 2019

von Dr. Andreas Eckle und Corinna Moisel

„Offene Briefe hat es in den vergangenen Jahren mehrfach gegeben. Im Dezember 2016 schrieb Bürgermeister Stefan Neumann gemeinsam mit der Bürgerinitiative (BI) einen offenen Brief
an Landrat Dr. Neth und die Kreistagsmitglieder. Nachzulesen ist dieser Brief auf unserer Homepage unter „Aktuelles“. Keine Zwei Monate später, nämlich am 16.02.2017 gab es dann eine gemeinsame Pressemitteilung von Landrat Dr. Matthias Neth und Bürgermeister Stefan Neumann. Was blieb von den Forderungen des gemeinsamen Briefes der BI und BM Neumann übrig? So gut wie nichts. Ebenfalls auf unserer Homepage nachzulesen.

Kommt der Neubau in Öhringen überhaupt oder wird es nur ein Anbau geben?, fragt die BI

Wieso drängt sich uns nun erneut der Eindruck auf, dass es auch zu dem aktuellen offenen Brief an Landrat Dr. Neth Absprachen gibt, die dem eigentlichen Thema nicht dienen? Warum haben sich Bürgermeister Neumann und der Gemeinderat nicht rechtzeitig auf die Hinterbeine gestellt, um die Schließung des Krankenhauses in Künzelsau zu verhindern beziehungsweise aktiv mit der BI gegen diese Beschlüsse sich zur Wehr zu setzen? Am 09. Juni 2017 hat der Kreistag über die Zukunft des Hohenloher Krankenhauses entschieden.
Mit großer Mehrheit wurde an dem Beschluss vom 30.09.2016 festgehalten und im weiteren wurden die 51,5 Millionen Euro aus dem Krankenhausstrukturfonds angenommen. Landrat Dr. Matthias Neth und die Kreisräte haben damit die Einstellung der stationären Krankenhausversorgung von Künzelsau beschlossen.

Annahme Fördermittel für Neubau Öhringen „schwerwiegender Fehler“

Die Hohenloher Zeitung schrieb am 13.10.2016; „Von seinem Standpunkt, den Kreistagsbeschluss vom 30. September mitzutragen, der die Schließung der Künzelsauer Klinik vorsieht, um an Fördermittel zu kommen, gleichzeitig aber weitere Möglichkeiten der Gesundheitsversorgung vor Ort prüft, rückt Neumann nicht ab.“ Das ist doch eine klare Aussage. Man fragt sich nur für was? Wir stehen weiter auf dem Standpunkt, dass die Annahme der Fördermittel für einen etwaigen Neubau in Öhringen ein schwerwiegender Fehler war. Der Neubau in Öhringen zieht sich zwischenzeitlich so lang hin, dass man sich fragt, ob er wirklich kommt, oder soll es nur einen Anbau mit Sanierung geben?

Keine Verbesserung der ambulanten Versorgung

Die Konsequenz ist, dass wir Bürger nun alle mit diesem Zustand leben müssen. Herr Neumann und auch die Gemeinderäte hätten auf 36 Demonstrationen die Möglichkeit gehabt, aktiv und
glaubwürdig für das Krankenhaus und die Stadt einzustehen. Diese Möglichkeit haben nur sehr wenig Gemeinderäte wahrgenommen. So sieht es doch wieder sehr nach Lippenbekenntnissen aus. Es war schließlich lange genug bekannt, dass der Krankenhausbetrieb spätestens Ende 2019 eingestellt wird. Kommt dieser offene Brief nicht auch wieder etwas spät? Fällt dem Gemeinderat und dem Bürgermeister  wirklich erst im Oktober auf, dass die angekündigte Verbesserung der ambulanten Versorgung wohl ein Papiertiger ist und das versprochene und geforderte leistungsfähige Gesundheitszentrum nicht kommt? Muss Kommunalpolitik immer im Geheimen stattfinden, wie Landrat Dr.Neth erklärt?

So bleibt erneut wieder nur Enttäuschung, auch wenn wir uns in dem Punkt gerne täuschen würden. Bürgermeister Neumann und der Gemeinderat dürfen den Bürgern beweisen, dass es
dieses Mal keine Kehrtwende nach wenigen Wochen gibt. Vielleicht kann man so verlorengegangenes Vertrauen auch wiederherstellen.

Demonstration vor dem Krankenhaus Künzelsau zum Erhalt des Krankenhausstandortes.
Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

 

 




HK: Auch Chefarzt Dr. Kühn hat gekündigt

Nun verlässt auch Chefarzt Dr. Andreas Kühn das Hohenloher Krankenhaus. Kühn hat vor kurzem gekündigt. Er ist Facharzt für Anästhesiologie, spezielle Intensivmedizin, Notfallmedizin, spezielle Schmerztherapie und Akupunktur. Die BBT-Gruppe als Mehrheitseigner des Hohenloher Krankenhauses wollte sich bislang noch nicht zu der Kündigung äußern. Ebensowenig ist klar, ob und wer sein Nachfolger wird. Vor kurzem hat bereits der Chefarzt der Chirurgie, Dr. Andreas Berglehner, gekündigt. Auch hier hat sich die BBT-Gruppe auf GSCHWÄTZ-Nachfrage noch nicht dazu geäußert, ob und wer hier die Nachfolge antritt. Auch Alexander Hoß, seit Anfang des Jahres Kaufmännischer Direktor des Hohenloher Krankenhauses, wird die Einrichtung Ende Oktober 2019 verlassen.

Laut bislang unbestätigten Quellen hat Kühn Ende September 2019 gekündigt. Ihm Rahmen seiner Kündigungsfrist arbeitet er laut einer nicht bestätigten Quelle noch bis März 2020 im Krankenhaus.

Kühn soll mittlerweile eine eigenständige Praxis mit Kassensitz haben, die unabhängig vom Hohenloher Krankenhaus agiert, derzeit allerdings wohl noch in deren Räumlichkeiten untergebracht ist.

 

 

 




Landrat Neth nimmt Stellung zum HK: „Ich nehme die Sorgen und Befürchtungen sehr ernst“ – Am 04.11. sollen Details bekannt werden

Nachdem Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann und der Gemeinderat der Stadt Künzelsau am 10. Oktober 2019 einen Offenen Brief an den Landrat des Hohenlohekreises geschrieben haben, in der die Vorgehensweise bezüglich eines versprochenen leistungsstarken medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) kritisiert wurde (siehe Bericht unten), nimmt nun der Landrat Stellung zu der an ihm geäußerten Kritik:

„Mit großem Verständnis für die gemeinsame Sorge zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in Künzelsau habe ich den Brief der Stadt Künzelsau erhalten. Die Sorgen und Befürchtungen sind nachvollziehbar und nehmen ich und der gesamte Kreistag sehr ernst. Eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung der Menschen in Künzelsau und darüber hinaus im gesamten Hohenlohekreis ist unser gemeinsames Ziel. Der großen Verantwortung sind sich der Hohenlohekreis und auch die BBT-Gruppe bewusst. Im Einklang mit den gesundheitspolitischen Vorgaben ist es gelungen, ein nachhaltiges und zukunftsorientiertes Versorgungskonzept für die Bevölkerung auf den Weg zu bringen.“ Für Künzelsau heiße das:

„Das Konzept sieht unter anderem ein Gesundheitszentrum in Künzelsau vor, dessen Ausgestaltung der Kreistag im vergangenen Jahr festgelegt hat.“ Wie die genaue Ausgestaltung ausschaut, darauf geht Neth in seiner Antwort nicht näher ein. Er betont aber, dass „wir mit der Konzentration der akutstationären Versorgung am Standort Öhringen im Zeitplan“ liegen. Die BBT-Gruppe arbeite des Weiteren „mit großem Einsatz an der Prüfung und Umsetzung der für das Gesundheitszentrum beschlossenen Bausteine.

Der Landrat stellte in diesem Zuge in Aussicht: „Für die Kreistagssitzung am o4. November 2019 ist vorgesehen, die weiteren Umsetzungsschritte für das Gesundheitszentrum vorzustellen und die Öffentlichkeit weiter zu informieren.“



 

 




Wo bleibt das versprochene Gesundheitszentrum? – Offener Brief von Künzelsaus Bürgermeister und Gemeinderat an Landrat Neth

Deutliche Worte finden Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann und der Künzelsauer Gemeinderat in einem offenen Brief an Landrat Dr. Matthis Neth, datiert auf den 10. Oktober 2019.
Darin heißt es:„Mit der Schließung des Künzelsauer Krankenhauses muss die Stadt Künzelsau einen bitteren Einschnitt in der Gesundheitsversorgung verkraften. Viele Menschen sind enttäuscht und verunsichert.“

„Leider erleben wir nur eines: die konsequente Schließung“

Mit dem Eintritt der BBT-Gruppe in die Hohenloher Krankenhaus gGmbH sei nun die Erwartung und Hoffnung verknüpft gewesen auf ein neues Gesundheitszentrum. Bürgermeister Neumann und die Gemeinderäte erinnern in dem Offenen Brief daran, dass die notwendigen Umbauten für ein leistungsfähiges Gesundheitszentrum parallel zu der Schließung des Krankenhauses vorangetrieben werden sollten. „Der Kreistag hat hierfür erhebliche Mittel zur Verfügung gestellt.“

„Konkretes? Fehlanzeige“

„Leider“, so kritisieren es Neumann und die Gemeinderäte, „erleben wir nur eines: die konsequente Schließung des Krankenhauses – welche seit Jahren vorangetrieben wurde – zu Lasten des Mittelbereiches Künzelsau – noch früher als kommuniziert. „Genauso schlimm ist, dass das Krankenhaus schon seit Monaten seinem eigentlichen Auftrag in keiner Weise nachkommt und lediglich im Abwicklungsmodus ist. Das liegt gewiss nicht am fehlenden Engagement der Mitarbeiter.“
Bis heute gäbe es kein konkretes Konzept für Künzelsau, lediglich eine „Ansammlung vieler (guter) Ideen“. „Konkretes? Fehlanzeige!“

Verfehlte Kommunikations- und Informationspolitik

Nicht nur Ideen, auch das Geld seien da, warum also geschehe nichts, fragen sich der Bürgermeister und die Gemeinderäte. In diesem Zuge bemängeln sie auch die Kommunikations- und Informationspolitik. „Eine Information der Bevölkerung? Fehlanzeige! (…) Der Gemeinderat mit Bürgermeister bringt sich gerne ein, aber dazu müssen wir beteiligt werden.“
Landrat Neth wird in dem Brief aufgefordert dazu, die Beschlüsse und Zusagen des Kreistages und seiner Person umzusetzen, die Menschen in der Raumschaft Künzelsau einzubeziehen und dafür Sorge zu tragen, dass „ein leistungsfähiges Gesundheitszentrum keine Plattitüde bleibt, sondern Realität wird!“

Unterzeichnet ist der Offene Brief von Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann und – stellvertretend für den Künzelsauer Gemeinderat – von den Fraktionsvorsitzenden Robert Volpp (CD), Jürgen Saknus (SPD & Die Grünen), Boris D’Angelo (UBK), Herbert Schneider (Fraktion für Künzelsau), Verena Löhlein-Ehrler (Die Freien)

Offener Brief an Landrat Neth vom 10. Oktober 2019.

Offener Brief an Landrat Neth vom 10.10.2019.

 




HK: Nächster Führungsmann geht

Ausscheiden Thomas Weber aus Leitung der BBT-Region Tauberfranken zum 01. Juli 19

Nachdem vor kurzem einer der Chefärzte des Hohenloher Krankenhauses (HK) gekündigt hat (wir berichteten: https://www.gschwaetz.de/2019/06/14/paukenschlag-am-hk-chefarzt-hat-gekuendigt/  ) dreht sich erneut das Personalkarussell an der Führungsspitze. Dieses Mal aber betrifft es den Mehrheitseigner des HK: die BBT-Gruppe.

Aus persönlichen Gründen

Thomas Weber (58), Mitglied der Regionalleitung der BBT-Region Tauberfranken – Hohenlohe, hat am 21.06.19 die Geschäftsführung der BBT-Gruppe gebeten, sein Dienstverhältnis in der BBT-Gruppe aus persönlichen Gründen vorzeitig aufzulösen und um ab 01.01.2020 eine neue berufliche Aufgabe als Geschäftsführer der SLK-Kliniken Heilbronn-Franken wahrzunehmen. In Anerkennung für das große Engagement, mit dem Thomas Weber gemeinsam mit Thomas Wigant in der Regionalleitung die Entwicklung der BBT-Gruppe in der Region Tauberfranken-Hohenlohe mit den Führungskräften in den Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen gestaltet hat, hat sich die Geschäftsführung dazu entschlossen, diesem Wunsch zu entsprechen und ihn von seinen Aufgaben als Regionalleiter zum 01.07.19 entpflichtet.

Von BBT zum SLK-Klinikum nach Heilbronn

„Thomas Weber hat in den vergangenen zehn Jahren mit hohem persönlichem Engagement und großer Sachkenntnis als kaufmännischer Direktor und Regionalleiter zunächst das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim und dann auch die Gesundheitsholding Tauberfranken auf einen erfolgreichen Kurs geführt und nachhaltig wichtige Weichen für die Zukunft gestellt“, unterstreicht Dr. Albert-Peter Rethmann, Sprecher der Geschäftsführung die Verdienste von Weber für die Unternehmensgruppe.

Zusammen mit Thomas Wigant sowie den Direktorien und Führungskräften in den Gesundheits- und Seniorendiensten in der Region werden die Aufgaben von Thomas Weber bis zur Neubesetzung von den beiden Geschäftsführern Andreas Latz und Matthias Warmuth wahrgenommen. Das Verfahren zur Wiederbesetzung ist in die Wege geleitet.

Wer ist BBT?

Die BBT-Gruppe ist mit, laut eigenen Angaben, mehr als 80 Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens, über 14.000 Mitarbeitenden und zirka 900 Auszubildenden einer der großen christlichen Träger von Krankenhäusern und Sozialeinrichtungen in Deutschland. Die BBT-Gruppe hält auch die Führungsanteile an dem Hohenloher Krankenhaus.

Quelle: Pressemitteilung der BBT-Gruppe vom 27. Juni 2019

 




Öhringer Krankenhaus: Erfolgreiche Zerfizierung zur Schlaganfalleinheit

„Prüfer loben die Versorgung von Schlaganfallpatienten am Krankenhaus Öhringen“, das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung der BBT-Gruppe hervor. Die Schlaganfalleinheit am Krankenhausstandort in Öhringen sei nun erfolgreich zertifiziert worden, so die BBT-Gruppe. BBT  (Barmherzige Brüder Trier) ist Mehrheitseigner des Hohenloher Krankenhauses mit seinen beiden Standorten Künzelsau und Öhringen. Die Schlaganfalleinheit wurde Mitte 2017 von Künzelsau nach Öhringen verlegt, nachdem die Entscheidung des Kreistags für eine Schließung des Künzelsauer Krankenhausstandortes gefallen war (wir berichteten, Artikel siehe unten).

2. Dr. Michael Ackermann, Leiter der Stroke Unit im Hohenloher Krankenhaus am Standort Öhringen. Quelle: BBT-Gruppe

Anbei veröffentlichen wir die Pressemitteilung der BBT-Gruppe zu der erfolgreichen Zertifizierung:

„Das Hohenloher Krankenhaus Öhringen ist jetzt für die gute Behandlung und Versorgung von Schlaganfallpatienten als „lokale Stroke Unit“ zertifiziert worden. Damit zeichnet die „Arbeitsgemeinschaft Schlaganfallstationen Baden-Württemberg e.V.“ nach einer intensiven Prüfung Kliniken aus, welche die strengen Qualitätskriterien der Fachgesellschaft erfüllen. „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung, denn damit wird die hohe Qualität der Schlaganfallbehandlung bei uns in Hohenlohe von den externen Fachprüfern bestätigt“, betont Dr. Michael Ackermann, Leiter der Stroke-Unit und Chefarzt der Inneren Medizin II im Hohenloher Krankenhaus.

“Auf der Stroke-Unit betreuen Ärzte, Therapeuten und speziell geschultes Pflegepersonal Patienten in der Akutphase des Schlaganfalls, letztes Jahr wurden mehr als 300 Schlaganfallpatienten behandelt“, erläutert der Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie.

Durchblutungsstörungen im Gehirn sind Auslöser für Schlaganfälle

„Unser Vorteil im Krankenhaus Öhringen sind die kurzen Wege und die gute technische Ausstattung für Diagnostik und Therapie“, unterstreicht Dr. Ackermann. Die Patienten kommen von der Notaufnahme direkt in die angeschlossene Radiologie-Praxis im Haus. Hier sind rund um die Uhr Computertomographien und CT-Angiographien der Hirngefäße möglich, die über die weitere Behandlung entscheiden. Die Patienten werden danach unmittelbar auf die Stroke Unit gebracht. „Bei rund 80 % der Schlaganfälle sind Durchblutungsstörungen im Gehirn der Auslöser. Bei geeigneten Patienten beginnen wir so früh wie möglich mit einer „Lyse-Therapie“, so der Chefarzt. „Dabei werden Blutgerinnsel, die Gefäße im Gehirn verschließen, mit Hilfe von Medikamenten aufgelöst und das Gehirn wird wieder durchblutet. Denn je schneller die Durchblutung wieder normalisiert ist, desto geringer ist der Schaden.“

Neben der modernen Medizintechnik und der ärztlichen Therapie sei der engagierte Einsatz des therapeutischen Teams entscheidend. „Schlaganfallbehandlung ist immer eine Teamleistung, bei der alle gemeinsam mit ihrer jeweiligen Fachkompetenz dazu beitragen, die Folgen eines Schlaganfalls wie Lähmungen, Sprach- oder Gleichgewichtsstörungen zu reduzieren oder ganz zu verhindern. Unsere erfahrenen Krankengymnasten, Logopäden und Ergotherapeuten ebenso wie das speziell ausgebildete Pflegepersonal beginnen daher so früh wie möglich mit Rehabilitationsmaßnahmen. Mit gezielten Bewegungsübungen, Sprech- und Gedächtnistraining helfen sie den Patienten, ihre Alltagsfähigkeiten wiederzugewinnen.“ Außerdem informiert der Sozialdienst frühzeitig über die Anschlussheilbehandlung. „Je nach Allgemeinzustand können wir die Patienten direkt von der akutstationären Therapie in unsere Rehaklinik in Öhringen oder eine andere Rehaklinik weiterleiten.“

Das Team der Stroke Unit freut sich über die Zertifizierung (v.l.): Sarah Wanke, Murtez Avdija, Michael Hesswany, Dr. Michael Ackermann, Carolin Feinauer, Dr. Sabine Richter, Ergotherapeutin Patricia Schönwälder, Logopäde Bruce Rintschenk.
Quelle: BBT-Gruppe

Zusammenarbeit zwischen Schwäbisch Hall und Öhringen

Zum Team im Hohenloher Krankenhaus gehört auch die Neurologin Dr. Sabine Richter, die täglich aus dem DIAK in Schwäbisch Hall zur interdisziplinären Visite der neurologischen Patienten nach Öhringen kommt. Beide Krankenhäuser arbeiten bei der Schlaganfallversorgung eng zusammen, eine enge Kooperation besteht auch mit der Neurologie der Universitätsklinik Heidelberg, mit der das Krankenhaus Öhringen telemedizinisch verbunden ist. „Der Vorteil der Schlaganfallversorgung in Öhringen sind die kurzen Absprachewege zwischen den Ärzten, der Pflege und den Therapeuten und das kleine hoch engagierte Team. Man kennt sich und die Patienten werden hier individuell betreut. Gerade die oft älteren multimorbiden Patienten profitieren besonders von dem engen Austausch zwischen Neurologen und Internisten auf der Stroke Unit hier“,  beschreibt Dr. Richter das Besondere am Standort Öhringen.

Dieser positive Gesamteindruck wurde auch von den externen Prüfern im Auftrag der „Arbeitsgemeinschaft Schlaganfallstationen Baden-Württemberg e.V.“ bei ihrem Audit in Öhringen bestätigt. Sie lobten in ihrem Abschlussbericht das „motivierte Team“ im Hohenloher Krankenhaus: „Im Bereich der Pflege findet sich eine hohe Anzahl an fachweitergebildeten Mitarbeitern. Die Infrastruktur zeigt sich auf hohem Niveau“, schreiben die beiden Auditoren in ihrem Abschlussbericht. Insgesamt ist „die Schlaganfallversorgung sehr gut organisiert und fachlich kompetent.“

Was tun bei Verdacht auf Schlaganfall?

„Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall, der sofort behandelt werden muss“, betonen Dr. Ackermann und Dr. Richter. „Mit dem sogenannten FAST-Test lassen sich die meisten Schlaganfälle innerhalb weniger Minuten feststellen.“

FAST steht für Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit).

Face: Bitten Sie die Person zu lächeln.

Ist das Gesicht einseitig verzogen? Hängt ein Mundwinkel herab? Das deutet auf eine Halbseitenlähmung hin.

Arms: Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, ein Arm sinkt oder dreht sich.

Speech: Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.

Time: Wählen Sie unverzüglich die 112 und schildern Sie die Symptome.

 

Quelle: Pressemitteilung der BBT-Gruppe vom 05. April 2019

Foto: BBT-Gruppe

 

Wer sind die Barmherzigen Brüder?

„Die BBT-Gruppe ist mit mehr als 80 Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens, über 11.000 Mitarbeitenden und zirka 900 Auszubildenden einer der großen christlichen Träger von Krankenhäusern und Sozialeinrichtungen in Deutschland“, heißt es auf der Internetseite der BBT-Gruppe.