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Schnelles Internet: Telekom kein weiterer Ausbau in Gaisbach und Amrichshausen

Mehrere Millionen Euro bewegt die Stadt Künzelsau derzeit in sage und schreibe 16 Bauprojekten. Drei dieser Projekte stellten Bürgermeister Stefan Neumann und Bernd Scheiderer, Technischer Leiter der KÜN Werke, am 22. Juli 2019 vor:

Filteranlage fürs Kocherfreibad

Das sichtbarste Projekt ist wahrscheinlich die Umgestaltung des Kocherfreibades – etwas über eine Million kostet Künzelsau der Spaß. Das ist etwas mehr als die ursprünglich geplante Summe von 970.000€. Dafür bekommen die Bürger ein Flußfreibad, das von der wechselnden Wasserqualität des Kochers unabhängig sein wird: Die Badezone wird vom Kocher abgetrennt und mit gereinigtem Flußwasser befüllt. Dazu wird gerade eine Filteranlage errichtet, die in der Lage ist, das benötigte Wasser zweieinhalbmal pro Tag umzuwälzen und dabei mit einem biologischen Verfahren von Schlamm, Bakterien und sonstigen Verschmutzungen zu reinigen.

Ob man, wie es Bürgermeister Neumann formuliert, seine Füße künftig im Kocher sehen kann, wird sich zeigen. Auf jeden Fall sollen durch die neue Konzeption die Anforderungen der EU-Badegewässerverordnung und des Infektionsschutzgesetzes erfüllt sein.

Die Bauarbeiten sind im Zeitplan, die Fertigstellung ist im Oktober 2019 geplant, spätestens zur Badesaison 2020 wird das Kocherfreibad also wieder verfügbar sein.

Kocherpanorama, links im Bild die Baustelle der „Trockenfilteranlage“, in der Bildmitte die Spundwände, auf die später die Absperrung des Badebereichs vom Fließenden Kocher aufgebaut wird. Foto: GSCHWÄTZ

Eine halbe Million für die Bauhof-Straße

Gestiegene Anforderungen an die Belastbarkeit wegen des neuen Bauhofs erfordern die Sanierung des Hallstattwegs: Die Straße ging in die Knie angesichts von Lkw-Transporten mit bis zu 60 Tonnen Gewicht. Außerdem sollen Parkplätze und behindertengerechte Zugänge zum anliegenden Hofmann-Haus erstellt werden. Der geplante Kostenrahmen von 550.000€ wir, so die Stadtverwaltung, eingehalten werden. Die Asphaltierung war für den 07. und 08. August geplant, aber nicht ohne Stolz meint Polier Karsten Giese von der ausführenden Firma Stauch: „So wie’s aussieht sind wir eine Woche früher dran“. Die endgültige Fertigstellung der Sanierung ist noch im August geplant.

Bei der Begehung der Bauprojekte 2019. Foto: GSCHWÄTZ

 „Ich gehe davon aus, dass wir die Kosten halten können“

Dem maroden Zustand der jahrzehntealten Infrastruktur geschuldet ist das derzeit teuerste laufende Bauprojekt: Die Sanierung des Rösleinsbergwegs und im Anschluß daran die Sanierung Am Künsbach und im oberen Sonthaldenweg. Hier wird die komplette Infrastruktur auf einen modernen Stand gebracht: Wasser- und Abwasserleitungen werden erneuert, Gasleitungen werden durch den Netzbetreiber komplett neu installiert, die bisher oberirdische Stromversorgung wird unter die Erde verlegt und zu guter Letzt werden die Voraussetzungen für die Installation eines modernen Glasfasernetzwerks für Datenleitungen geschaffen. Anschließend wird eine neue Straßendecke aufgebracht werden. Zumindest die Wasserinfrastruktur soll bis November vor dem Frost fertiggestellt sein – eine Hilfswasserversorgung ist installiert.

Aktuell wurden die Zuleitungen zu allen Häusern vorbereitet – durch das verwendete Spülbohrverfahren konnten Erdarbeiten auf den anliegenden Grundstücken fast vollständig vermieden werden.

Infrastruktur zum Krankenhaus wird saniert

Für dieses Projekt sind 3.88Mio € veranschlagt, immerhin 300.000€ weniger als bei einer vorangegangenen Ausschreibung. Bernd Scheiderer, Technischer Leiter der KÜN-Werke, ist zuversichtlich: „Ich gehe davon aus, dass wir die Kosten halten können“. Preistreibend wirke sich die Dimensionierung der Infrastruktur aus, die ja auch das Krankenhausgebäude, dessen zukünftige Nutzung ungeklärt ist, mitversorgen müsse.

Diese Arbeiten sollen im Jahr 2020 fertiggestellt sein.

Ähnliche Erneuerungsprojekte werden aufgrund der teils sehr alten Infrastruktur in den nächsten Jahren in mehreren Straßen der Stadt vorangetrieben werden müssen, teilweise in Verbindung beziehungsweise im Nachgang an größere sonstige Bauprojekte. Beispielsweise werden in der Comburgstraße Maßnahmen nach der Erneuerung der Sporthalle des Schlossgymnasiums ins Auge gefasst. Voraussichtlich im September wird der Gemeinderat über die nächsten anstehenden Maßnahmen beraten.

Große Pläne verfolgen Neumann und Scheiderer. Foto: GSCHWÄTZ

„Das gehört für uns zur Daseinsvorsorge“

Die Stadt Künzelsau werde in allen Fällen dafür sorgen, dass die Leerrohre für eine Glasfaseranbindung gelegt werden, betont die Stadt. Da es kein Konzept des Kreises für eine schnelle Netzanbindung gebe und die Telekom den weiteren Ausbau in Gaisbach und Amrichshausen nicht betreibe, geht Künzelsau in Vorleistung: „Das gehört für uns zur Daseinsvorsorge“, sagt Bürgermeister Neumann und ergänzt, dass die Glasfaservorbereitung allein für die Sanierung Rösleinsbergweg 50 – 100.000 Euro kosten werde.

Die Netzbetreiber wiederum werden die jeweiligen Sanierungsarbeiten zur Modernisierung beziehungsweise Neuinstallation ihrer Gas- und Stromnetze nutzen.

Dieser Versorgungskanal liegt quer zu den neu zu verlegenden Leitungen. Foto: GSCHWÄTZ




Paukenschlag am HK: Chefarzt hat gekündigt

Der Chefarzt der Chirurgie, Dr. med. Andreas Berglehner, soll laut bislang unbestätigter Quellen gekündigt haben. Dr. Berglehner ist Chefarzt für beide Standorte, Künzelsau und Öhringen. Aus welchen Gründen und zu welchem Zeitpunkt Dr. Berglehner gekündigt hat, ist nicht bekannt.

Christiane Hampe, Pressesprecherin der Gesundheitsholding Tauberfranken die Teil der BBT-Gruppe ist (zu welcher das Hohenloher Krankenhaus mit seinen beiden Standorten Öhringen und Künzelsau gehört), äußert sich auf GSCHWÄTZ-Anfrage zu der Kündigung von Dr. Berglehner: „Wir bestätigen, dass Dr. Andreas Berglehner das Hohenloher Krankenhaus als Chefarzt der Chirurgie in Künzelsau und Öhringen zum 31. Dezember 2019 auf eigenen Wunsch verlassen wird. Gleichzeitig scheidet er damit aus dem Dienst der BBT-Gruppe aus. Aufgrund der zeitlichen Nähe zum Eingang der Kündigung ist es uns aktuell noch nicht möglich, die Frage der Nachfolge zu beantworten. Dr. Andreas Berglehner ist seit dem 01. Januar 2014 im Hohenloher Krankenhaus beschäftigt. Wir bedauern den Weggang unseres Chefarztes und wünschen ihm für seine berufliche und persönliche Zukunft alles Gute.“




In 6 Monaten zu: Krankenhaus Künzelsau – Notaufnahme offen bis Ende November – Hospiz im Gespräch

Der Countdown läuft. Die Tage des Künzelsauer Krankenhauses sind gezählt. Wir haben die BBT-Gruppe (zu welcher das Hohenloher Krankenhaus mit seinen beiden Standorten Öhringen und Künzelsau gehört) gefragt, wie lange die Künzelsauer ihr Krankenhaus noch nutzen können und in welchem Umfang.

„Alle Abteilungen stehen bis Ende November in vollem Umfang zur Verfügung“

Ute Emig-Lange, Pressesprecherin der BBT-Gruppe, verweist dabei auf den „Beschluss des Kreistages vom vergangenen Dezember 2019, die akutstationäre Versorgung schon Ende diesen Jahres am Standort Künzelsau zu beenden und am Standort Öhringen zu konzentrieren. Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Umzug. In Öhringen sind verschiedene Umbaumaßnahmen notwendig, um die Abteilungen aus Künzelsau dort aufnehmen zu können. Der Umzug wird nach jetzigem Planungsstand Ende November 2019 stattfinden. Bis zu diesem Zeitpunkt stehen alle Abteilungen und die Notaufnahme im Krankenhaus Künzelsau in vollem Umfang für die Versorgung von Patienten zur Verfügung.“

BBT: Keine betriebsbedingten Kündigungen bis 2021

Wie viele Mitarbeiter wurden beziehungsweise werden im Zuge der Schließung des Krankenhauses in Künzelsau gekündigt und wie viele arbeiten nach der Schließung in Öhringen weiter?, wollte GSCHWÄTZ von BBT unter anderem wissen. Ute Emig-Lange: „Wir haben gemeinsam mit dem Betriebsrat in der vergangenen Woche die Mitarbeitenden von HK und HSB in Betriebsversammlungen sowohl in Künzelsau als auch in Öhringen über den mittlerweile zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern ausgehandelten Interessenausgleich und den Sozialplan informiert und diese ausführlich erläutert. Dabei haben wir noch einmal ausdrücklich betont, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen bis zum 31. Dezember 2021 geben wird. Zu diesem Versprechen der BBT-Gruppe stehen wir. Vielmehr sollen – sofern als möglich – alle am Standort Künzelsau tätigen Mitarbeiter innerhalb der HK, der HSB oder in einem anderen Unternehmen in der Region Tauberfranken-Hohenlohe bzw. der BBT-Gruppe weiterbeschäftigt werden.“ Konkretere Angaben zu den genauen Zahlen konnte Emig-Lange zu dem jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht machen. Sie erklärt: „Die von der Standortzusammenlegung der Krankenhäuser betroffenen Mitarbeitenden haben in den nächsten Wochen nun die Gelegenheit, über sogenannte Präferenzlisten mehrere Optionen anzugeben, wo sie nach Beendigung der stationären Versorgung in Künzelsau eingesetzt werden wollen. Es gibt dazu viele differenzierte Angebote. Die Stimmung in beiden Betriebsversammlungen war sachlich und lösungsorientiert – wie schon zuvor die Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft. In den kommenden Tagen und Wochen bieten Direktorium, Personalleitung und Betriebsrat diverse Gesprächsmöglichkeiten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur individuellen Beratung an. Erst wenn diese Phase abgeschlossen ist, lassen sich Zahlen über die künftigen Einsatzorte der Mitarbeitenden aus Künzelsau nennen.

Nachnutzung: Psychiatrische Tagesklinik bleibt, Hospiz im Gespräch

Wie wird das Krankenhausgebäude künftig genutzt? Bei der Mitarbeiterversammlung sei unter anderem von Thomas Weber von der BBT-Gruppe kommuniziert worden, so berichteten es interne Quellen gegenüber GSCHWÄTZ, darüber gesprochen worden, dass möglicherweise ein Hospiz in die Räumlichkeiten kommt. Laut Emig-Lange stehe jedoch noch nichts sicher fest: „Über die Nachnutzung des Standorts Künzelsau führen wir zurzeit vielfältige Gespräche mit verschiedenen Partnern.“ Die psychiatrische Tagesklinik, die einen Stock des Gebäudes belegt, solle aber auch zukünftig am Standort Künzelsau erhalten bleiben.

Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

 

 




Neuer Chefarzt im Krankenhaus Öhringen

Seit Anfang April 2019 hat das Hohenloher Krankenhaus eine neue Abteilung für Orthopädie und Endoprothetik am Standort Öhringen. Neuer Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Endoprothetik ist Jan Dieterich, der am Montag, den 01. April 2019, seinen Dienst angetreten hat. Das geht aus einer Pressemitteilung der BBT-Gruppe von Mittwoch, den 03. April 2019, hervor. Die BBT-Gruppe ist der Mehrheitseigner des Hohenloher Krankenhauses mit seinen derzeit noch zwei Standorten in Künzelsau und Öhringen. Die Unfallchirurgie unter Leitung von Dr. Andreas  Berglehner ist laut der BBT-Gruppe aktuell noch in Künzelsau. Der Krankenhausstandort soll jedoch geschlossen werden. „Gemeinsam bieten die beiden Fachärzte mit ihrem Team künftig ein umfassendes Spektrum im Bereich der Orthopädie und Unfallchirurgie an“, heißt es in der Pressemitteilung.

Die ganze Pressemitteilung der BBT-Gruppe lesen Sie hier:

Große Erfahrung bei der Behandlung von Hüft- und Kniegelenken – Neue Abteilung ergänzt Behandlungsspektrum am Hohenloher Krankenhaus Öhringen

„Das Hohenloher Krankenhaus baut sein Leistungsspektrum für die medizinische Versorgung der Menschen in Hohenlohe weiter aus: Seit Anfang April gibt es neben der Abteilung für Unfallchirurgie am Standort Künzelsau unter Leitung von Dr. Andreas  Berglehner eine neue Abteilung für Orthopädie und Endoprothetik am Standort Öhringen. Neuer Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Endoprothetik ist Jan Dieterich, der am Montag  seinen Dienst angetreten hat. Gemeinsam bieten die beiden Fachärzte mit ihrem Team künftig ein umfassendes Spektrum im Bereich der Orthopädie und Unfallchirurgie an.

Mit Jan Dieterich übernimmt ein erfahrener Orthopäde und versierter Operateur die Leitung der neuen Abteilung. Der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie kann auf rund 3.000 Endoprothetik-Eingriffe inklusive Wechseloperationen zurückblicken. Sein Spezialgebiet sind dabei der künstliche Gelenkersatz von Hüfte und Knie. Darüber hinaus liegen seine medizinischen Schwerpunkte in der Hand- und Fußchirurgie sowie arthroskopischen Eingriffen des Kniegelenks.

Sein Medizinstudium absolvierte der heute 47Jährige an den Universitäten von Heidelberg, Wien und Kapstadt. Nach einigen Jahren in deutschen Kliniken, arbeitete er mehrere Jahre in Schweden und schloss dort 2006 seine Facharztausbildung ab. „In Schweden wird man einerseits zu sehr gewissenhaftem, wissenschaftlich fundiertem Arbeiten angeleitet, zugleich wird man sehr schnell in die Verantwortung genommen und darf schon als junger Arzt viel operieren. Dadurch habe ich viele verschiedene OP-Verfahren schon sehr früh und intensiv kennengelernt und angewendet“, blickt Jan Dieterich zurück.  Ein Jahr arbeitete der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie im Rahmen eines unfallchirurgischen Förderprogramms außerdem in Australien. „Hier ist die theoretische und praktische Ausbildung der Ärzte auf sehr hohem Niveau mit regelmäßigen Tests und Prüfungen auch für Fachärzte. Die OP-Frequenz ist auch dort sehr hoch.“ Mehrere Forschungsaufenthalte führten ihn außerdem in die USA und er veröffentlichte Publikationen in namhaften orthopädischen Journalen.

In den letzten neun Jahren war Jan Dieterich als Oberarzt am Landesklinikum Scheibbs in Österreich tätig und versorgte dort durchschnittlich 300 Patienten pro Jahr  mit künstlichen Hüft- und Kniegelenken. Diese große Erfahrung sichert eine hohe Routine und Qualität bei Gelenkeingriffen. Die Implantation künstlicher Hüftgelenke führt er seit 2011 in minimal-invasiver, muskelschonender Operationstechnik durch. Auch bei Eingriffen am Knie verwendet er – sofern die Voraussetzungen beim Patienten dafür gegeben sind – schonende OP-Verfahren. „Viele – ca. 30-50% aller zu operierenden Kniegelenke können mit Teilgelenken, sogenannten „Halbschlitten“ versorgt werden. Diese Operation ist für den Patienten weniger invasiv und der Patient hat nach der Operation erfahrungsgemäß etwas weniger Schmerzen. Auch das Infektionsrisiko ist deutlich geringer“, so Jan Dieterich.

Ausgestattet mit diesen umfangreichen Erfahrungen will er jetzt im Hohenloher Krankenhaus Öhringen die Endoprothetik aufbauen. „Mein Ziel ist es, eine qualitativ hochwertige Versorgung für die Menschen mit Beschwerden in den Hüft- und Kniegelenken hier in der Region zu etablieren. Dank moderner minimalinvasiver OP-Verfahren und einer intensiven therapeutischen Betreuung sollen die Patienten möglichst bald nach dem Eingriff wieder selbständig in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren können.“  Darüber hinaus bietet der Chefarzt ein breites Behandlungsspektrum im Bereich der Hand- und Fußchirurgie an.

Kontakt: Hohenloher Krankenhaus Öhringen, Abteilung für Orthopädie und Endoprothetik Chefarzt  Jan Dieterich, Tel. 07941 – 692-209

Quelle und Foto: Hohenloher Krankenhaus

 




Kurierfahrer krankenhausreif geschlagen

Am späten Montagabend, den 28. Januar 2019, gegen 23 Uhr, wurde ein Kurierfahrer beim Abladen seiner Fracht in Öhringen durch einen noch nicht ermittelten Angreifer krankenhausreif geschlagen. Der 28-Jährige befand sich mit seinem Klein-Transporter auf dem Marktplatz und lud dort Waren aus seinem Fahrzeug, als er plötzlich von einem Unbekannten weggezogen und unvermittelt mit Fäusten traktiert wurde. Nach der Attacke flüchtete der Schläger in Richtung Hirschgasse. Der Angegriffene musste aufgrund seiner Verletzungen von einem Rettungsteam ins Krankenhaus gebracht werden. Zudem wurde seine Brille beschädigt. Wer Hinweise zu dem Überfall geben kann, sollte sich bei der Öhringer Polizei, Telefon 07941 9300, melden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn vom 29. Januar 2019




Das kann dann mal weg

Schnell war er weg, Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann, nach der Entscheidung des Kreistags am 10. Dezember 2018, das Krankenhaus in Künzelsau nun doch schon Ende 2019 zu schließen und nicht erst, wie ursprünglich gebetsmühlenartig von Landrat und Kreistag versprochen, 2022/23 – bis der Krankenhausneubau in Öhringen steht. Neumann votierte gegen die Schließung, ebenso wie Christian von Stetten (CDU), Birgit Muth aus Künzelsau (SPD) und Michael Bauer (CDU), waren damit aber in der großen Minderheit.

Nun wurde mit dem Neubau in Öhringen noch nicht mal begonnen und schon gibt es, vier Jahre früher, eine Bettenburg weniger im Hohenlohekreis. „Das tut schon sehr weh“, sagen Künzelsauer, wenn man sie fragt – zumal viele von ihnen ihre Kinder in den 1980er Jahren noch im Krankenhaus in Künzelsau zur Welt gebracht haben. Eine Kreisstadt ohne Krankenhaus?, wo gebe es denn sowas?, fragt der ein oder andere. Nun ist die Antwort klar: in Künzelsau.

Nur wenige Minuten nach der Entscheidung verschickte des Landratsamt des Hohenlohekreises eine Pressemitteilung mit der Verkündigung der Entscheidung.

Worüber denkt Landrat Neth (2. von links) wohl gerade nach? Foto: GSCHWÄTZ

„Heute ist ein schwarzer Tag für Künzelsau“

„Heute ist ein schwarzer Tag für Künzelsau“, sagt die Bürgerinitiative zum Erhalt des Hohenloher Krankenhauses (BI) nach der Entscheidung des Kreistages. Sie hat Recht behalten mit ihrer Befürchtung, dass der Kreistag heute entscheidet, das Krankenhaus in Künzelsau bereits einige Jahre früher zu schließen.

Welche Ärzte sollen den Mehraufwand stemmen?

Wie bereits im Sitzungsprotokoll angekündigt, stimmte der Kreistag einem medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) in Künzelsau zu. Das heißt: Als Basis dient das bereits vorhandene Ärztehaus. Ein so genannter Versorgungsassistent der Hausärzte (VERAH) soll zusätzlich etabliert werden. Hier sei es wichtig, „dass die Ärzte in der Region gut miteinander zusammenarbeiten und nicht gegeneinander“. Ziel sei eine 24-Stunden-Notfallversorgung an sieben Tagen in der Woche. Die Frage, inwieweit die Ärzte, die jetzt schon teilweise mit Patienten überlastet sind, nun auch noch einen solchen Versorgungsassistenten aufbauen und mitbetreuen sollen, wurde nicht näher erörtert. Begriffe wie Telemedizin fielen – eine medizinische Beratung / Diagnose per Fernwartung, welche unter anderem Teil des medizinischen Konzepts für Künzelsau werden soll.

Neben der bereits bestehenden psychiatrischen Tagesklinik soll auch eine Kurzzeitpflege für Künzelsau kommen.

Was tippt Künzelsaus Bürgermeister Neumann (2. von links) da in sein Handy ein? Foto: GSCHWÄTZ

Der Rettungswagen braucht lange zum nächsten Krankenhaus

Fakt ist: Die Transportwege werden für den Rettungsdienst von Künzelsau deutlich länger werden. In die umliegenden Krankenhäuser nach Schwäbisch Hall, Bad Mergentheim oder Öhringen braucht man wegen der verstopften Straßen nicht selten 30 Minuten oder länger.

Die Kreisräte betonen, dass es immer schwieriger sei, Ärzte, besonders für eine Notfallabteilung in Künzelsau zu finden und verweisen auf eine Belegungsquote in Künzelsau von nur noch mageren 40 Prozent – wobei diese Entwicklungen angesichts der offiziellen Schließungsverkündung des Krankenhauses Künzelsau vor fast zwei Jahren keine Überraschung sind. Denn: Wer geht noch in ein Krankenhaus, über dem ein großes Totenkreuz hängt? Der Kreistag lobt indes den neuen großen Bruder, die BBT-Gruppe, die seit  März 2018, die Mehrheitsanteile des Hohenloher Krankenhauses hält. Aus Kostengründen werde nun ein früherer Schlussstrich in Künzelsau gezogen, erklären sie fast einmütig. Die damit mit einem Schlag wegfallenden Betten scheinen für die HK nicht weiter ins Gewicht zu fallen – womit man bei der Frage angelangt wäre, inwieweit der Neubau in Öhringen wirklich  nötig ist.

„Ein Krankenhaus können wir uns nicht mehr leisten, aber ein neues Landratsamt“

„Ein Krankenhaus können wir uns nicht mehr leisten, aber ein neues Landratsamt“, murren viele Künzelsauer – besonders nach der letzten Kreistagssitzung, in welcher Kreiskämmerer Michael Schellmann und Landrat Dr. Matthias Neth verkündeten, dass das geplante neue Landratsamt (vom Landratsamt als „Kreishaus“ bezeichnet) keine 56,6 Millionen Euro mehr kosten soll, wie geplant, sondern vermutlich ein paar Millionen Euro mehr, da sich seit den Pklanungen von 2015 „einiges verändert habe“.

 

Text: Elke Brand und Dr. Sandra Hartmann

Foto: Elke Brand




Krankenhaus Künzelsau: Aus schon 2019? Basiskonzept für die Kreisstadt steht

Am heutigen Montag, den 10. Dezember 2018, trifft sich der Kreistag des Hohenlohekreises um 15.30 Uhr in Bretzfeld und man darf jetzt schon gespannt sein, welche Entscheidungen an der heutigen Kreistagssitzung gefällt werden. Tagesordnungspunkt Nummer eins ist das Hohenloher Krankenhaus. Konkret: wie es in Künzelsau und Öhringen mit der Gesundheitsversorgung weitergehen soll.

Im Vorfeld äusserten sich bereits diverse Stimmen. Die Bürgerinitiative zum Erhalt des HK (BI) befürchtet, dass heute das vorzeitige Aus für das Krankenhaus in Künzelsau beschlossen wird. Geplant war bislang, das Künzelsauer Krankenhaus noch bis 2022/23 offenzuhalten – so lange, bis in Öhringen der Neubau steht. Angesichts der schwächelnden Patienten- und Personalzahlen nach Verkündigung des Aus‘ für Künzelsaus Krankenhaus sei eine frühere Schließung möglicherweise heute Gesprächs- wenn nicht sogar Entscheidungsthema (siehe offener Brief von der BI an Landrat Dr. Matthias Neth weiter unten im Text), vermutet die BI.

Ute Emig-Lange, Pressesprecherin der BBT-Gruppe (die BBT-Gruppe hält seit März 2018 die Mehrheitsanteile der HK), sagt auf GSCHWÄTZ.Nachfrage, dass mehrere Konzepte für Künzelsau im Raum stünden, aber der Kreistag letztendlich die Entscheidung darüber fälle, ob und wenn ja, welches Konzept angenommen werde.

Demonstration vor dem Krankenhaus Künzelsau zum Erhalt des Krankenhausstandortes.
Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Tagespsychiatrische Klinik soll bleiben

Die Sitzungsvorlage des Landratsamtes des Hohenlohekreises zu diesem Tagesordnungspunkt ist relativ kurz und bleibt eher unkonkret. Sie umfasst eine DIN-A4-Seite. Darin heißt es unter anderem, dass dieses Konzept aus einem Basismodell bestehe. „Ergänzend sind weitere kostenpflichtige Bausteine nach dem Bestellerprinzip möglich.“ Für das Gesundheitszentrum in Künzelsau „ist im Basismodell von Beginn an die Gründung eines medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) mit verschiedenen Disziplinen vorgesehen. Daneben ist der Fortbestand der tagespsychiatrischen Klinik  berücksichtigt.“ Die Frage, die sich hier aufdrängt, ist: Wird das derzeit bereits existierende Ärztehaus, das sich nun zu einem MVZ wandeln soll, auch zusätzliche medizinische Angebote für die Bevölkerung bereithalten oder fragt die BI zu Recht in ihrem offenen Brief, ob sich die Künzelsauer nun mit dem bereits bestehenden Ärztehaus nun zufriedengeben müssen.

Kostenpflichtige Bausteine können darüberhinaus angeboten werden

Weiter heißt es: „Auch über die Errichtung/Organisation einer Kurzzeitpflege und die Abbildung der Notfallversorgung über das Maß der rettungsdienstlichen Angebote hinaus“ soll der Kreistag entscheiden. Ein weiterer heikler Punkt dabei ist die akutstationäre Versorgung von Patienten: „Mit der Etablierung eines Gesundheitszentrums in Künzelsau, aber auch wegen der Entwicklung der letzten Monate am Standort Künzelsau ist gleichzeitig zu entscheiden, ob an der jetzigen Beschlusslage zum Zeitpunkt der Konzentration der akutstationären Versorgung am Standort Öhringen festgehalten wird.“

Ob eine akutstationäre Versorgung von Patienten (unter anderem Notfallversorgung mit Über-Nacht-Überwachung) bereits früher nur noch in Öhringen möglich sein wird, wird sich möglicherweise in der heutigen Kreistagssitzung entscheiden.

 

Auch GSCHWÄTZ wird vor Ort sein.

Offener Brief der BI an Landrat Neth

Die BI hat angesichts der neuesten Entwicklungen bezüglich des Hohenloher Krankenhauses einen offenen Brief an Dr. Matthias Neth geschrieben. Diesen drucken wir an dieser Stelle leicht gekürzt ab:

„Man scheint sich mit dem Ärztehaus zufriedenzugeben“

„Mehr als zwei Jahre sind vergangen, als Dr. Neth in einer Versammlung verkündete, dass der Hohenlohekreis nur mit zwei starken Standorten die Gesundheitsversorgung gewährleisten kann. Keine sechs Monate später stellte sich Landrat Neth erneut vor die Mitarbeiter, um zu verkünden, dass der Standort Künzelsau geschlossen werden muss, da beide Häuser nicht zu finanzieren seien. Schon damals fragte sich die BI, ob die Aussage sechs Monate vorher nur ein Lippenbekenntnis war, um das Vertrauen der Mitarbeiter zu erschleichen.

Nun, zwei Jahre später, sehen wir eine Wiederholung. Es wird nach politischen Möglichkeiten gesucht, um den Standort Künzelsau schneller zu schließen. Wird doch der Kreistag auch darauf wieder gut vorbereitet. Das auch dass Versprechen, den Standort Künzelsau bis Fertigstellung des Neubaus in Öhringen, zu erhalten, nicht ernst gemeint war, wird jetzt sicher auch dem letzten klar.

Jetzt versucht man die Bürger zu überzeugen mit einer Flut von Millionen. Wir fragen uns: Wer hat da vor einem Jahr gerechnet? Sollte der Ausgleich auf die nächsten Jahre tatsächlich so viele Millionen verschlingen, was bleibt denn da noch von den 50 Millionen aus dem Strukturfonds übrig?

Wir sehen die neuesten Entwicklungen kritisch, tritt jetzt doch das ein, was wir bereits letztes Jahr vermutet haben und was seiner Zeit eine Rednerin und ehemalige Mitarbeiterin der Tagesklinik auf einer Demo auch ausgesprochen hat, nämlich das geplante Aus für 2019 – so wurde es vom damaligen Geschäftsführer der HK [Anm. d. Red.: Hohenloher Krankenhaus gGmbH] gegenüber der Tagesklinik kommuniziert. Gehört hat das natürlich niemand gern, wurde die Rednerin damals von einem Kreistagsmitglied abgestraft, in dem ihr damaliger Arbeitgeber informiert wurde, ungeachtet dessen, dass wir in Deutschland Redefreiheit haben.

Auch zu den Aussagen bezüglich eines Gesundheitszentrums kann man sich nur wundern. Man scheint sich damit zufrieden zu geben, was man im Ärztehaus schon hat. [….].

Es ist traurig, dass die Patienten heutzutage keine Stimme mehr haben und die Versorgung vollkommen egal scheint, auch die Meinung niedergelassener Ärzte ist scheinbar nichts mehr wert.

Wir wünschen nun der BBT-Gruppe viel Erfolg bei der anstehenden Zertifizierung der Stroke Unit, die man nun endlich nach 1,5 Jahren mal angeht. Schließlich war die Verlegung der Stroke Unit von Künzelsau nach Öhringen ganz eilig seiner Zeit.“

Landrat verzichtet auf Stellungnahme

Landrat Dr. Matthias Neth. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Wir haben Dr. Matthias Neth das Schreiben weitergeleitet mit der Bitte um eine Stellungnahme. Seine Pressesprecherin Silke Bartholomä hat für ihn geantwortet: „Das Schreiben, das Sie uns übersendet haben, ist – wie Sie sicherlich wissen – ein Posting auf einer einschlägigen Facebook-Seite zum Thema Künzelsauer Krankenhaus. Es ist an keiner Stelle als „offener Brief“ gekennzeichnet, hat keinen genauen Adressaten, keinen Absender und ist in keinem Medium veröffentlicht worden. Facebook als soziales Netzwerk fällt nicht unter diesen Begriff, da es keine Medien produziert und keinerlei Kontrollfunktion übernimmt. Es ist dem Landratsamt Hohenlohekreis auf keinem üblichen Weg zugegangen. Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir zu einer anonymen Meinungsäußerung keine Stellung nehmen.“




Aktueller Stand zum Hohenloher Krankenhaus

Schließt das Krankenhaus in Künzelsau noch in diesem Jahr? Ist der geriatrische Schwerpunkt noch in Künzelsau oder mittlerweile nach Öhringen verlegt worden? Kommt der Neubau in Öhringen überhaupt? Es wird und wurde viel gemunkelt zu dem hochsensiblen Thema Krankenhaus im Hohenlohekreis. Nadja Fischer hat die Pressestelle der BBT-Gruppe, unter deren Leitung das Hohenloher Krankenhaus (HK) mittlerweile steht, zum aktuellen Stand der Dinge gefragt.

Künzelsau schließt erst, wenn Öhringen steht

BBT-Pressesprecher Martin Fuchs betonte gegenüber GSCHWÄTZ, dass das Krankenhaus in Künzelsau erst schließt, wenn der Neubau in Öhringen fertig ist: „Der Beschluss des Kreistages sieht eine Verlagerung des Krankenhauses Künzelsau nach Öhringen zum Zeitpunkt der Fertigstellung des Neubaus in Öhringen vor.“ Noch gibt es jedoch keine konkreten Pläne, wann der Neubau in Öhringen beginnen, noch, wie der Neubau konkret ausschauen soll. Auf Nachfrage sagte uns Fuchs: „Noch läuft das Ausschreibungsverfahren zur Auswahl des Generalplaners. Wenn dieser feststeht, starten wir mit der konkreten Planung.“ Erst dann könne auch über „einzelne Schwerpunktangebote“ gesprochen werden.

„In welcher Form der Standort in Künzelsau einbezogen wird, ist noch unklar“

Die BBT-Gruppe möchte mit diversen Beteiligten über die Neuausrichtung der Gesundheitsversorgung im Hohenlohekreis sprechen. „Wie angekündigt führen wir nun Gespräche – von den niedergelassenen Ärzten über die kassenärztliche Vereinigung bis zum Sozialministerium in Stuttgart.“ Die Gespräche drehen sich um die Frage, wie das künftige Versorgungskonzept des Hohenlohekreises ausschauen soll. Welche Rolle spielt hierbei der Standort Künzelsau? „In welcher Form hier auch der Standort in Künzelsau einbezogen wird, hängt wiederum vom zukünftigen Versorgungskonzept ab“, so Fuchs gegenüber GSCHWÄTZ. Derzeit werden laut Fuchs mit allen Beteiligten „intensive Gespräche“ geführt, „damit wir dem Kreistag ein entsprechendes Konzept zur Verabschiedung vorlegen können“. Ziel sei ein nachhaltiges Gesamtkonzept, das auch dem zukünftigen Versorgungsbedarf der Bevölkerung Rechnung trage. Viele Bürger sind verunsichert, was am Krankenhausstandort in Künzelsau derzeit noch behandelt wird. Beispiel: geriatrischer Schwerpunkt (Geriatrie = Altersmedizin). Dieser war jahrelang in Künzelsau. Offiziell ist er nun laut der BBT-Gruppe in Öhringen – was manche Mitarbeiter in Künzelsau wiederum bestreiten und betonen, dass der geriatrische Schwerpunkt nach wie vor in Künzelsau sei.

 




Arnulf von Eyb: „Wir leben hier nicht in Bananien“

Arnulf von Eyb, Der  CDU-Landtagsabgeordnete des Hohenlohekreises sprach mit Dr. Sandra Hartmann in seinem Schloss in Dörzbach unter anderem über Wein, die Probleme in der Landwirtschaft, seine Meinung über die aktuelle Gesundheits- und Bildungspolitik und Funklöcher im Ländle.

 

„Vom Weinbau selbst verstehe ich nichts, vom Weinkonsum schon etwas mehr“

 

GSCHWÄTZ: Bier oder Wein – was darf‘s sein, Herr von Eyb?

von Eyb:  Das ist keine einfache Frage, weil ich der weinbaupolitische Sprecher der CDU-Fraktion bin. Aber vom Weinanbau selbst verstehe ich nichts, vom Weinkonsum schon etwas mehr.

 

Ingelfingen und Niedernhall haben ja ganz schön bluten müssen die vergangenen Jahre – Fürstenfass hat sich die Keltereien quasi einverleibt.

von Eyb: Das ist eine ganz schwierige Geschichte. Dörzbach hatte ja eine Rebflurbereinigung vor ungefähr 20 Jahren. Damals hatte man gedacht, wenn die durchgeführt wird, ist der Weinbau für die nächsten 500 bis 1.000 Jahre gesichert. Nun sieht man, wie schwierig es. Auch Dörzbach musste die Selbstständigkeit aufgeben. Aber es ist alles nicht so schlimm, weil  es nun „die Hohenlohe-Kellerei“ heißt. und darin können sich sowohl die Niedernhaller, als auch die Ingelfinger und die Dörzbacher wiederfinden. Bevor der Weinbau komplett eingeht, ist das die bessere Lösung gewesen und der Wein ist nach wie vor gut.

 

„Das Thema Krankenhaus ist extrem emotional belegt“

 

GSCHWÄTZ: Es gibt ja noch mehr kommunalpolitische Einschnitte – nicht nur im Weinbau, auch in der Gesundheitspolitik.

von Eyb: Ich kann die Entscheidung des Kreistages verstehen, den Krankenhausstandort in Künzelsau zu schließen. Es ist nicht immer einfach, weil das Thema extrem emotional belegt ist. Aber wenn wir ganz ehrlich sind, dann stellen wir fest, dass die schwierigen Fälle durch Bad Mergentheim, Schwäbisch Hall oder möglicherweise durch noch größere Krankenhäuser in Heidelberg oder Stuttgart abgedeckt werden. Die Ortsnähe hat natürlich was. Aber ein Krankenhaus am Leben zu erhalten, das im Prinzip nur künstlich am Leben erhalten werden kann, ist, glaube ich, auch nicht die richtige Entscheidung.  Mir wäre sehr daran gelegen, dass man dem Menschen, der in der Sekunde in der Not ist,  sei es durch einen Herzinfarkt oder einen Unfall, schnell hilft und da kann mich sicher noch einiges optimieren.  Ich glaube auch, darüber denkt man nach. Ob man dann in so einer Notsituation zehn Kilometer weiter transportiert wird, ist dann nicht mehr entscheidend. Was auch entscheidend ist: Wir brauchen in Künzelsau und auf dem Land nicht nur Hausärzte, sondern auch Fachärzte. Da würde ich mir wünschen, dass sich mehrere zusammentun und sagen: Das können wir sicherstellen.

 

GSCHWÄTZ: Viele Ärzte haben darauf hingewiesen, wie schwer es ist, Nachfolger für ihre Praxen zu finden.

von Eyb verweist auf einen Arzt in Sindelfingen, der in der Stadtmitte eine Praxis hat und ebenfalls keinen Nachfolger findet.

von Eyb: Dieser Arzt sagt, die jungen Ärzte wollen lieber in größeren Teams arbeiten, vielleicht auch nicht mehr die Verantwortung übernehmen und vor allem nicht auch noch sonntags gegebenenfalls arbeiten müssen.

 

„Wir können nicht weniger Bürokratie haben, sondern wir müssen mit Bürokratie besser umgehen lernen“

 

Viele monieren auch den hohen Verwaltungsaufwand, den die Politik vorgibt.

von Eyb: Ja, das stimmt. Das ist dieselbe Klage, die Landwirte oder Handwerker erheben. Wir können den Menschen nicht versprechen, weniger Bürokratie zu haben. Das wäre Augenwischerei, sondern wir müssen mit der Bürokratie besser umgehen lernen. Da  gibt es vielleicht Möglichkeiten, zum Beispiel, dass man nichts mehr in eine Akte einträgt, sondern während der Behandlung heineinspricht oder ähnliches, um insgesamt den Bürokratieanfall leichter ertragbar zu machen. Aber Bürokratieabbau wird nicht funktionieren. Und wenn man genauer hinschaut, stellt man fest, dass das alles eine sinnvolle Grundlage hat.

Also ist Deutschland Ihrer Meinung nach nicht überbürokratisiert?

von Eyb: Es wäre wunderbar und da, wo man es kann, soll man es auch tun. Aber es ist nicht so einfach, wie man es sich vorstellt. Wenn man sich etwa das statistische Jahrbuch von Baden-Württemberg anschaut. Es ist sensationell, was man aus diesem Buch herauslesen kann. Das könnte man alles nicht, wenn man die Daten vorher nicht erfasst hätte. Ich war kürzlich auf einem Rinderabend einer Rinderunion. Da wurden ihre Leistungskühe dargestellt. Es ist unglaublich, was man alles über eine Kuh wissen kann. Das Ganze kann man nicht prämieren, wenn man es nicht aufgeschrieben hätte.

In den Schulen könnte sich Arnulf von Eyb weniger Bürokratie vorstellen

Bei den Grundschullehrern müsse sich etwas ändern

 

A propos Bildungskühe. Fehlstunden, Lehrermangel – Das Kultusministerium in Stuttgart hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert in den vergangenen Jahren.

von Eyb: In diesem Bereich könnte ich mir eine Entschlackung der Bürokratie vorstellen.  Ich glaube, dass man in den letzten Jahren einfach zu viele Experimente gemacht hat. Unsere Kultusministerin hat eine sehr schöne Einstellung: Wir brauchen erstmal ein vernünftiges Fundament. Das Fundament kann man nur kriegen, wenn man lesen, rechnen und schreiben kann. Richtig ist, dass sehr viele Grundschulen keine Leiter bekommen, weil der Verwaltungsaufwand und das Mehr, was man als verantwortlicher Rektor bekommt, nicht angemessen ist. Da muss man sicherlich etwas tun.

 

Thema Funkloch & Eberbach: „Achtung, jetzt bin ich für ein paar Minuten weg“

 

Weder Handyempfang noch Internet – Das Dorf Eberbach schreibt derzeit bundesweit Schlagzeilen. Was ist denn da los?

von Eyb: Günther Oettinger sagt immer: Funklöcher sind schlimmer als Schlaglöcher und vor allem sind sie nicht so schnell zu stopfen wie ein Schlagloch. Dem stimme ich zu. Wenn ich von hier nach Stuttgart fahre, kann ich ziemlich genau sagen, wann ich in ein Funkloch hineinfahre. Da sage ich auch immer meinem Gesprächspartner: Achtung. Jetzt bin ich für ein paar Minuten weg. Das ist sicherlich nicht optimal. Ich habe auch den Landrat aufgrund dieser Diskussion in Mulfingen gebeten, mir zu sagen, wo wir derzeit noch Lücken haben. Aber dieses Thema ist natürlich enorm aufgebauscht.  Auch in Eberbach gibt es natürlich Internet- und Funkverbindungen.  Aber in dem einen oder anderen Fall eben nicht. Und daraus eine so große Geschichte zu machen – die kam mir etwas überzogen vor. Die Thematik ist zwar angespannt in dem einen oder anderen Ort. Aber nicht so, dass man denken kann, man lebt irgendwo in der Nähe von Bananien.

 

Sie haben als Landtagsabgeordneter den Spagat zu meistern zwischen Stuttgart und dem ländlichen Raum in Dörzbach und Umgebung. Wie sieht denn eine Woche im Leben eines Landtagsabgeordneten aus?

von Eyb: Ich bin der OB-Mann der CDU-Fraktion im NSU-Untersuchungsausschuss, in dem es darum geht, die Verbindungen des Mördertrios oder zumindest des Mörderduos bei der Ermordung der Polizistin Michèle Kiesewetter und des angeschossenen schwerverletzten Polizisten aufzuarbeiten. Wenn ich morgens um 9 Uhr im Landtag eine Vorbesprechung habe, fahre ich am Sonntagabend nach Stuttgart. Am Abend fahre ich zurück. Am Dienstagmorgen habe ich eine Vorlesung hier an der Hochschule – das hat mit meinem Landtagsmandat nichts zu tun – bei den Wirtschaftsingenieuren: Einführung in das Vertragsrecht. Dann fahre ich wieder nach Stuttgart. Im Fraktionsvorstand besprechen wir, was wir in der Fraktionssitzung noch alles ansprechen wollen. Sehr häufig sind dann abends noch Veranstaltungen von Organisationen, die Abgeordnete einladen oder Fachgespräche. Dann gibt es Ausschüsse. Die müssen vorberaten werden. Dann gibt es Plenum. Das sind die Tage, an denen man im Landtag sitzt. Dann gibt es sehr, sehr viele Termine hier im Wahlkreis. Wir haben die Aufgabe, möglichst viele Menschen zu erreichen. Wenn sie ein Thema haben, bei dem sie denken, da könnten wir helfen, stehen wir zur Verfügung. Wir werden sehr häufig eingeladen von Verbänden, Vereinen, Gemeinden oder Firmen.

Vorbereitung des Videointerviews im Schloss in Dörzbach

Interview als Video

 

Das am 15. Juni 2018 in seinem Schloss in Dörzbach gedrehte Videointerview mit Arnulf von Eyb sehen Sie im Video oben zum Anklicken. Darin äussert sich Arnulf von Eyb auch dazu, warum er nicht der größte WM-Fan ist.

Dreh, Schnitt & Fotos: Dr. Felix Kribus

 

Schubertiade

 

Arnulf von Eyb ist verheiratet und hat keine Kinder. Er ist neben seinem Landtagsmandat Rechtsanwalt. Einmal jährlich veranstaltet die Familie von Eyb die Schubertiade. Hierbei treten unterschiedliche Künstler im Schloss auf und präsentieren klassische Werke. Die Schubertiade geht in diesem Jahr noch bis September.

Karten hierfür gibt es auf: http://www.schubertiade-schloss-eyb.de

 




Hohenloher Krankenhaus // Vierstündiger Abstimmungsmarathon über Mehrheitsanteile

Nach vier Stunden Kreistagssitzung am 21. März 2018 in Pfedelbach ist es amtlich: Die BBT-Gruppe kauft die Mehrheitsanteile (51 Prozent) der Hohenlohe Krankenhaus gGmbH (HK). Alle Mitglieder des Kreistages haben dafür gestimmt. Vier Kreistagsmitglieder waren nicht anwesend (Christian von Stetten, Joachim Schaaf, Gudrun Struve, Professor Dr. Christoph A. Karle). Über 100 Bürger waren gekommen, um den Abstimmungsprozess zu verfolgen. Es gab zahlreiche Wortmeldungen, Fragen an die BBT-Gruppe seitens der Kreisräte, aber auch Lob an den Landrat für sein Vorgehen. Nach vier Stunden wurde zügig abgestimmt. Alle Hände gingen nach oben und gaben der BBT-Gruppe den Zuschlag.

Der Kaufpreis werde nicht verraten, so Landrat Dr. Matthias Neth auf GSCHWÄTZ-Nachfrage, auch die BBT-Gruppe wollte sich dazu nicht konkret äussern. Um die 800.000 Euro soll die Vorgängergesellschaft, die regionale Gesundheitsholdung Heilbronn-Franken (RGH) noch bekommen. Wieviel der Landkreis erh#lt, ist nicht bekannt. Allerdings betonte die BBT-Gruppe, dass dieses Geld nicht in den Landkreis allgemein fließe. Das Geld bleibe stattdessen im HK beziehungsweise in dem neuen Verbund, um dort, also in der Gesundheitsversorgung, auch direkt genutzt werden zu können.

// Rund die Häflte der Hohenloher geht in Krankenhäuser ausserhalb des Hohenlohekreises //

Die BBT-Gruppe präsentierte sich bei der Kreistagssitzung als neuer Partner, dem es wichtig sei, die lokale Gesundheitsversorgung vor Ort zu stärken. Mit einem qualitativ hochwertigen Angebot sollen wieder mehr Patienten in die HK gehen. Derzeit würden rund die Hälfte der Hohenloher in andere Krankenhäuser ausserhalb des Kreises gehen. Der Standort Öhringen soll ein solider Grund- und Basisversorger werden mit vier Schwerpunkten: Onkologie (Krebserkrankungen), Kardiologie (Herz-Kreislauf-Erkrankungen), Orthopädie und Altersmedizin.

Die Angleichung der Löhne und die Gehälter an den öffentlichen Dienst sei angestrebt, so die BBT-Gruppe. Eine Versicherung hierfür konnten die BBT-Vertreter hierfür allerdings nicht aussprechen. Betriebsbedingte Kündigungen gebe es bis 2021 nicht. Thomas Rudoph, Geschäftsführer von Oberender und Partner, die das Markterkundungsverfahren betreut haben, lobte das „maximal zielorientierte Arbeiten des Steuerungskreises“. Projektleiter Maximilian Mai betonte: „Jeder konnte seine Interessensbekundung abgeben.“ Der Lenkungsausschusses habe sich bewährt, stimmte auch Künzelsaus‘ Bürgermeister Stefan Neumann zu, der mit in dem Gremium saß, um in sieben Sitzungen über die Frage zu entscheiden, wer Mehrheitseigner der HK wird.

// Ingelfingens Bürgermeister: „kein gutes Angebot“ //

Für den Standort Künzelsau gibt es bislang keine konkreten Pläne. Kreistagsmitglied Michael Bauer (CDU) weiß, dass „wir in dieser Verhandlungsposition keine Forderungen stellen können.“ Aber nach Beschäftigung mit dem 500-Seiten-Vertrag komme er zum dem Schluss: „Es ist kein gutes Angebot. Schulnote: ausreichend.“ Weiter führte er aus: „Die einzige Alternative wäre gewesen, es allein zu versuchen, aber dazu hätte es Mut bedarft. Ich persönlich hätte mir diesen Mut gewünscht, denn das finanzielle Risiko tragen nun wir.“

Er bedauerte, dass es für den Standort Künzelsau nur „vage Absichtsvermutungen“ gebe. Landrat Dr. Matthias Neth betonte indes, wie auch diverse andere Kreistagmitglieder, dass es die richtige Entscheidung gewesen sei, diesen Krankenhausstandort zu schließen und im Gegenzug die knapp 50 Millionen Fördermittel für den Neubau zu bekommen. Denn: Von anfangs 25 Interessenten sei letzten Endes nur einer übriggeblieben, der ein Angebot für die HK abgegeben habe. Alle Interessenten, einschließlich der BBT-Gruppe hätten betont, dass für sie der Standort Künzelsau nicht interessant gewesen sei. Es gab jedoch auch Interessenten, die abgesprungen sind, weil sie „die Zukunftsaussichten des Standortes Öhringen als negativ bewertet“ haben, so heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes hierzu.

// Die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Hohenlohekreis //

Matthias Warmuth, Geschäftsführer der BBT-Gruppe betonte, dass die Medizin in Zukunft ambulanter werde. Die Einführung der Fallpauschalen von der Bundespolitik machen es kleineren Krankenhäusern schwerer, zu überleben. Daher sei ein solcher Verbund, wie nun zwischen der HK und BBT geschlossen werden, sinnvoll. Und „die, die übrigbleiben nach dieser Marktbereinigung müssen sich in der ländlichen Gesundheitsversorgung stärker engagieren, in Zusammenarbeit mit den Ärzten vor Ort.“ Auch für die (zukünftigen) Mitarbeiter sei ein solcher Verbund attraktiver, da sie etwa die Möglichkeit hätten, sich hausintern weiterzubilden. Warmuth betonte zudem die Gemeinnützigkeit ihrer BBT-Gruppe. Will heißen: „Wir haben keine Gewinnabführungsabsichten.“ Allerdings betonte er auch, dass jedes Haus für sich schwarze Zahlen schreiben müsse.

Eine schlanke Personalstruktur, kurze Entscheidungswege und eine starke Gesellschafterversammlung, die auch aus Kreistagsmitgliedern bestehe, soll es laut Thomas Weber, kaufmännischer Direktor der BBt-Gruppe, geben. Und: Entscheidungen auf Gesellschafterversammlungen müssen einstimmig getroffen werden, so stehe es im über 500 Seiten starken Vertragswerk. Eine Trennungsklausel (was geschieht im Falle einer Trennung?) gebe es hingegen nicht. Geschäftsführer Warmuth betonte jedoch, dass die BBT-Gruppe „kein Geld mitnehmen werde“, falls es soweit kommen sollte.

Landrat Dr. Matthias Neth betonte, dass es neben dem Krankenhaus nun noch zahlreiche andere Baustellen gebe, die es gelte, anzugehen, unter anderem den Pflegenotstand, die Weiterentwicklung des Rettungsdienstes, den Kampf gegen den Ärztemangel sowie die Aufrechterhaltung der Notfallversorgung, denn auch in diesem Bereich solle laut politischen Vorgaben gespart werden. Er sehe mittlerweile auch diverse Themenfelder, „wo die kommunale Ebene immer mehr unter Druck kommt“.

// Wer zahlt was?//

Der Hohenlohekreis zahlt den geplanten Neubau in Öhringen, der bis 2022 stehen soll. Zudem trägt der Kreis die bislang aufgehäuften „Altlasten“ in Form der Verluste der vergangenen Jahre. Auch die Umsetzung und Finanzierung eines neuen Gesundheitskonzepts für Künzelsau liegt in kommunaler Hand. Allerdings will die BBT-Gruppe innerhalb der nächsten fünf Monate dem Kreistag vier oder fünf mögliche Konzepte hierzu vorstellen. Künzelsaus‘ Bürgermeister Stefan Neumann betonte, dass die Umsetzung dieses Zukunftskonzeptes nicht alleine die Stadt Künzelsau tragen könne, sondern hier angewiesen sei auf Unterstützung des Landkreises.

// Die Bürgerinitiative nimmt Stellung: „Hoch spezalisiertes Krankenhaus vernichtet“ //

„Die Bürgerinitiative wird die weiteren Schritte sehr genau verfolgen und entsprechend agieren“, heißt es in einer Stellungnahme von Seiten der Bürgerinitiative (BI). Problematisch sehen sie, dass „die Kosten aus der bisherigen Aufstellung des Hohenloher Krankenhaueses zu 100 Prozent beim Kreis“ bleiben. „Dazu gehören Belastungen aus den Vorjahren, Kosten für den Weiterbetrieb in Künzelsau, Kosten für die Schließung des Standortes Künzelsau und Kosten für die Nachnutzung des Standortes Künzelsau.“ Fast schon „kreativ scheint das Voranpreschen von [Künzelsaus‘; Anmerkung der Redaktion) Bürgermeister Neumann. Man muss den Bürgern einfach Begriffe um die Ohren werfen, die sich gut anhören, aber nicht weiter ausgeführt werden – so wie die neueste Erfindung von Hr. Neumann – ein Gesundheitscampus.“ Seit Monaten verspreche Landrat Dr. Matthias Neth, konkrete Konzept für den Standort Künzelsau vorzulegen. Bislang sei jedoch nichts dahingehend geschehen, kritisiert die BI. So kommt die Initiative zu dem Schluss:

„Eines hat Landrat Dr. Neth aber ganz sicher geschafft – das Mittelzentrum Künzelsau weiter zu schwächen und ein kleines aber hoch spezialisiertes Krankenhaus mit Intensivstation, Dialyseanbindung, Kardio MRT, lokaler Schlaganfalleinheit und Fachabteilungen wie Allgemein- und Unfallchirurgie mit stationärer Schmerztherapie durch die Anästhesie, Innerer Medizin, Geriatrie und nicht zuletzt die Belegabteilungen HNO, Gynäkologie und Urologie zu vernichten.“

// Zitate //

Landrat Dr. Matthias Neth: „Der Kreistag ist seinen Aufgaben mustergültig nachgekommen, auch wenn der Druck für manche unerträglich geworden ist.“

Thomas Föhl, Kreistagsmitglied und Fraktionsvorsitzender der FWV: „Ein Landrat kann nichts dafür, dass sich das Gesundheitssystem so verändert hat.“

Thomas Dubowy, Arzt aus Krautheim (FWV): „Ich möchte auch der Bevölkerung gegenüber ehrlich sein. Bezüglich der Notfallversorgung herrschen viele Ängste. Natürlich wünscht sich jeder eine solche Versorgung vor Ort. Aber ich sage Ihnen: Das brauchen sie gar nicht. Das brauchen sie in einer Nähe von 20 Kilometern. Das ist absolut ausreichend.“

Matthias Warmuth, Geschäftsfüher der BBT-Gruppe: „Wir streben eine langfristige Partnerschaft an.“

Thomas Weber, kaufmännischer Direktor der BBT-Gruppe: „Die Aufrechterhaltung der 24-Stunden-Notfallversorgung kann man lösen, aber sie wird Geld kosten.“

Karlheinz Börkel, Kreistagsmitglied und Bürgermeister von Schöntal a.D. (CDU): „Wir haben nun einen besseren Partner gefunden.“

Ute Oettinger-Griese, Kreistagsmitglied und Unternehmerin (FDP): „Wir haben sehr schlechte Erfahrungen mit unserem alten Partner gemacht und werden daher sehr genau darauf achten, dass das funktioniert.“

Martin Tuffentsammer, Kreistagsmitglied und Bürgermeister von Forchtenberg a.D. (CDU): „Wenn der Landrat nicht so gekämpft hätte, hätten wir diesen Zuschuss nicht bekommen.“ Er könne sich für Künzelsau beispielsweise ein medizinisches Versorgungszentrum wie in Forchtenberg vorstellen.

Mitarbeiterin des Krankenhauses Künzelsau, die anonym bleiben möchte: „Wie soll das funktionieren, wenn Künzelsau geschlossen wird? Wir haben derzeit wieder so viele Patienten. Wo sollen die künftig alle hingehen?“

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Wer sind die barmherzigen Brüder und mehr Informationen lesen Sie in diesem Artikel:

 

Text: Dr. Sandra Hartmann; Fotos: Nadja Fischer