Schnelles Internet: Telekom kein weiterer Ausbau in Gaisbach und Amrichshausen
Mehrere Millionen Euro bewegt die Stadt Künzelsau derzeit in sage und schreibe 16 Bauprojekten. Drei dieser Projekte stellten Bürgermeister Stefan Neumann und Bernd Scheiderer, Technischer Leiter der KÜN Werke, am 22. Juli 2019 vor:
Filteranlage fürs Kocherfreibad
Das sichtbarste Projekt ist wahrscheinlich die Umgestaltung des Kocherfreibades – etwas über eine Million kostet Künzelsau der Spaß. Das ist etwas mehr als die ursprünglich geplante Summe von 970.000€. Dafür bekommen die Bürger ein Flußfreibad, das von der wechselnden Wasserqualität des Kochers unabhängig sein wird: Die Badezone wird vom Kocher abgetrennt und mit gereinigtem Flußwasser befüllt. Dazu wird gerade eine Filteranlage errichtet, die in der Lage ist, das benötigte Wasser zweieinhalbmal pro Tag umzuwälzen und dabei mit einem biologischen Verfahren von Schlamm, Bakterien und sonstigen Verschmutzungen zu reinigen.
Ob man, wie es Bürgermeister Neumann formuliert, seine Füße künftig im Kocher sehen kann, wird sich zeigen. Auf jeden Fall sollen durch die neue Konzeption die Anforderungen der EU-Badegewässerverordnung und des Infektionsschutzgesetzes erfüllt sein.
Die Bauarbeiten sind im Zeitplan, die Fertigstellung ist im Oktober 2019 geplant, spätestens zur Badesaison 2020 wird das Kocherfreibad also wieder verfügbar sein.

Kocherpanorama, links im Bild die Baustelle der „Trockenfilteranlage“, in der Bildmitte die Spundwände, auf die später die Absperrung des Badebereichs vom Fließenden Kocher aufgebaut wird. Foto: GSCHWÄTZ
Eine halbe Million für die Bauhof-Straße
Gestiegene Anforderungen an die Belastbarkeit wegen des neuen Bauhofs erfordern die Sanierung des Hallstattwegs: Die Straße ging in die Knie angesichts von Lkw-Transporten mit bis zu 60 Tonnen Gewicht. Außerdem sollen Parkplätze und behindertengerechte Zugänge zum anliegenden Hofmann-Haus erstellt werden. Der geplante Kostenrahmen von 550.000€ wir, so die Stadtverwaltung, eingehalten werden. Die Asphaltierung war für den 07. und 08. August geplant, aber nicht ohne Stolz meint Polier Karsten Giese von der ausführenden Firma Stauch: „So wie’s aussieht sind wir eine Woche früher dran“. Die endgültige Fertigstellung der Sanierung ist noch im August geplant.

Bei der Begehung der Bauprojekte 2019. Foto: GSCHWÄTZ
„Ich gehe davon aus, dass wir die Kosten halten können“
Dem maroden Zustand der jahrzehntealten Infrastruktur geschuldet ist das derzeit teuerste laufende Bauprojekt: Die Sanierung des Rösleinsbergwegs und im Anschluß daran die Sanierung Am Künsbach und im oberen Sonthaldenweg. Hier wird die komplette Infrastruktur auf einen modernen Stand gebracht: Wasser- und Abwasserleitungen werden erneuert, Gasleitungen werden durch den Netzbetreiber komplett neu installiert, die bisher oberirdische Stromversorgung wird unter die Erde verlegt und zu guter Letzt werden die Voraussetzungen für die Installation eines modernen Glasfasernetzwerks für Datenleitungen geschaffen. Anschließend wird eine neue Straßendecke aufgebracht werden. Zumindest die Wasserinfrastruktur soll bis November vor dem Frost fertiggestellt sein – eine Hilfswasserversorgung ist installiert.
Aktuell wurden die Zuleitungen zu allen Häusern vorbereitet – durch das verwendete Spülbohrverfahren konnten Erdarbeiten auf den anliegenden Grundstücken fast vollständig vermieden werden.
Infrastruktur zum Krankenhaus wird saniert
Für dieses Projekt sind 3.88Mio € veranschlagt, immerhin 300.000€ weniger als bei einer vorangegangenen Ausschreibung. Bernd Scheiderer, Technischer Leiter der KÜN-Werke, ist zuversichtlich: „Ich gehe davon aus, dass wir die Kosten halten können“. Preistreibend wirke sich die Dimensionierung der Infrastruktur aus, die ja auch das Krankenhausgebäude, dessen zukünftige Nutzung ungeklärt ist, mitversorgen müsse.
Diese Arbeiten sollen im Jahr 2020 fertiggestellt sein.
Ähnliche Erneuerungsprojekte werden aufgrund der teils sehr alten Infrastruktur in den nächsten Jahren in mehreren Straßen der Stadt vorangetrieben werden müssen, teilweise in Verbindung beziehungsweise im Nachgang an größere sonstige Bauprojekte. Beispielsweise werden in der Comburgstraße Maßnahmen nach der Erneuerung der Sporthalle des Schlossgymnasiums ins Auge gefasst. Voraussichtlich im September wird der Gemeinderat über die nächsten anstehenden Maßnahmen beraten.

Große Pläne verfolgen Neumann und Scheiderer. Foto: GSCHWÄTZ
„Das gehört für uns zur Daseinsvorsorge“
Die Stadt Künzelsau werde in allen Fällen dafür sorgen, dass die Leerrohre für eine Glasfaseranbindung gelegt werden, betont die Stadt. Da es kein Konzept des Kreises für eine schnelle Netzanbindung gebe und die Telekom den weiteren Ausbau in Gaisbach und Amrichshausen nicht betreibe, geht Künzelsau in Vorleistung: „Das gehört für uns zur Daseinsvorsorge“, sagt Bürgermeister Neumann und ergänzt, dass die Glasfaservorbereitung allein für die Sanierung Rösleinsbergweg 50 – 100.000 Euro kosten werde.
Die Netzbetreiber wiederum werden die jeweiligen Sanierungsarbeiten zur Modernisierung beziehungsweise Neuinstallation ihrer Gas- und Stromnetze nutzen.

Dieser Versorgungskanal liegt quer zu den neu zu verlegenden Leitungen. Foto: GSCHWÄTZ






