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Überhaupt nicht gruselig – Konzert in absoluter Dunkelheit am Campus Künzelsau

Ein Klassikkonzert der besonderen Art haben etwa 100 Zuhörer am Donnerstag, den 09. Januar 2020 an der Reinhold-Würth-Hochschule in Künzelsau besucht. Das Lights Out Trio spielte ein melodisches, elegisches Stück von Peter Tschaikowsky – allerdings in absoluter Dunkelheit. Was das für den Zuschauer verändert und wie er die Musik dann hört, war Thema dieses Hörexperiments. „Es interessiert mich einfach, wie es sich anfühlt, ganz im Dunkeln zu sitzen und einfach auf die Musik zu hören und alle anderen Sinne sind so ein bisschen ausgeschaltet“, sagte Besucherin Christiane aus Braunsbach. Auch Zuhörer Alexander aus Künzelsau war „gespannt auf die Musiker und auf die Aura da drin“. Elisabeth und Janine aus Künzelsau dagegen fragten sich im Vorfeld, ob „es gruselig ist, wirklich so gar nichts sehen zu können“. Auch für sie war es „eine neue Erfahrung“, bei der sie sich nicht gruselten sondern total entspannten.
GSCHWÄTZ-Videoreporter Dr. Felix Kribus stand vor der schwierigen Aufgabe, ein Video über eine Veranstaltung zu drehen, bei der es eigentlich nichts zu sehen gibt und hat versucht, seinen Bericht dem Thema anzupassen. Ob es gelungen ist und wie weit ein Video diese Atmosphäre überhaupt vermitteln kann – sehen Sie und vor allem – hören – Sie selbst. Lautsprecher an!

Die drei Musiker vom Lights Out Trio waren während ihres Konzerts nicht zu sehen. Foto: GSCHWÄTZ

 




Künzelsau: Konzert in völliger Dunkelheit

Ein Konzert der besonderen Art findet am Donnerstag, den 9. Januar 2020 in der Reinhold-Würth-Hochschule Künzelsau statt – nämlich in völliger Dunkelheit. Das international erfahrene LightsOut Trio, bestehend aus Klavier, Violine und Violoncello, wird Tschaikowskys großes, romantisches Werk, das Klaviertrio a-moll op. 50 ohne Noten in absoluter Dunkelheit aufführen. Eine Grenzerfahrung für die Musiker und ein unvergessliches Erlebnis für das Publikum. Über die Erfahrungen kann man sich anschließend beim Künstlergespräch austauschen.

Einlass ist ab 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, es wird aber um Voranmeldung unter http://www.hs-heilbronn.de/dunkelkonzert gebeten.




Was würden Sie heute anders machen? Interview mit Reinhold Würth

Backstage – so heißt die Veranstaltungsreihe, die Studenten von der Reinhold-Würth-Hochschule in Künzelsau in loser Reihenfolge veranstalten. Am Mittwoch, den 20. November 2019, war der Namensgeber der Hochschule selbst, Prof. Dr. Reinhold Würth geladen. Vor 400 Zuschauern plauderte er aus dem unternehmerischen Nähkästchen.

Anschließend hatte GSCHWÄTZ-Videoreporter Dr. Felix Kribus die Gelegenheit, Reinhold Würth in einem kurzen Interview zum Unternehmertum und seinem Lieblingsthema Bildende Kunst zu befragen. Das Interview fand an der Reinhold-Würth-Hochschule in Künzelsau statt.

Unternehmer sein habe viele Vorteile

Gefragt, ob er alles wieder so machen würde, meinte Reinhold Würth, dass er „natürlich die Annehmlichkeiten der heutigen Technik in Anspruch nehmen würde, aber vom Prinzip her würde ich nicht viel ändern“. Auf jeden Fall würde er „wieder Unternehmer sein und sich in die Arbeit einbringen mit Enthusiasmus und Begeisterung“. Denn als Unternehmer könne man „vieles selbst entscheiden, man ist unabhängig, kann gestalten, kann Dinge in Bewegung setzen“. Deshalb findet der Unternehmer, dass die Selbständigkeit erstrebenswert sei. 

Nicht nur die Kunst, auch die Musik begeistert ihn

Die andere Seite des Berufslebens war für Reinhold Würth die Bildende Kunst, die auch sein Leben geprägt habe: „Wenn ich mir mal einen Tag genommen habe, um einen Bildhauer oder Maler zu besuchen in seinem Atelier, dann war das immer etwas ganz Anderes wie die tägliche Arbeit im Beruf“. Es mache ihm eben Freude, diese Kunstwerke zu betrachten und sie auch der Öffentlichkeit vorzustellen. „Ich möchte die Kunst nicht missen“, sagte der Unternehmer. Aber auch die Musik hat es ihm angetan. Er bezeichnet sich selbst als großen Verehrer der klassischen und romantischen Musik. „Viel, viel wichtiger für die Seele und den Geist ist die Musik“, findet er. 

 




Reinhold Würth fordert: „Wir müssen zusammenhalten“ – backstage am Campus Künzelsau

Backstage – zu Deutsch hinter der Bühne beziehungsweise hinter den Kulissen. So heißt die Veranstaltungsreihe, die Studenten von der Reinhold-Würth-Hochschule in loser Reihenfolge veranstalten. Am Mittwoch, den 20. November 2019, war der Namensgeber der Hochschule selbst, Prof. Dr. Reinhold Würth geladen. Befragt wurde er von der ehemaligen SWR-Moderatorin Bernadette Schoog und zwei Studenten. „Ich habe in meinem Leben sehr viel Wohlwollen entgegennehmen dürfen“, sagte der Künzelsauer Unternehmer. „Aber es war natürlich auch ununterbrochene Arbeit“.

Alle schauen nur noch aufs Smartphone

Würth gewährte vor 400 Zuschauern Einblicke unter anderem in sein arbeitsreiches Leben, seine Haltung zur Technik und was er über die heutige Jugend denkt. Gefragt nach dem Unterschied zwischen seiner Jugendzeit und der heutigen Jugend hielt er sich die Hand vors Gesicht und sagte: „Dass sie heute alle so da hocken“ – sprich, jeder auf sein Smartphone schaut. Die Zuhörer waren amüsiert. Damals hätte man noch gelesen, führte Würth weiter aus, „wenigstens eine Zeitung, aber auch Bücher und Gedichte“. Er glaube nicht, dass die jungen Leute das heute noch machen.

Gut investiertes Geld

Doch nicht nur die Jugend beschäftigt den Unternehmer, sondern er plädierte auch für mehr Europa. „Wir brauchen einen europäischen Finanzminister, wir brauchen einen europäischen Außenminister und wir brauchen einen europäischen Verteidigungsminister“, sagte er und betonte, dass das auch Frauen einschließe. Es könne nicht darum gehen, dass man sich um Dinge streitet wie die Einlagensicherung oder einen Finanzausgleich. „Was soll das?“, fragte er da und meinte, „das Geld ist doch wunderbar investiert, wenn wir dadurch erreichen, dass wir in Frieden und Freiheit leben können“. Außerdem sei Deutschland, aber auch andere Länder wie Belgien oder Finnland viel zu klein, um etwas gegen China oder die USA unternehmen zu können. „Wir müssen zusammenhalten“, meinte Würth. Es sei keine Strafe sondern wunderbar, wenn man von Helsinki bis Lissabon und auch noch in Dublin mit dem gleichen Geld bezahlen könne.

Tipps für junge Unternehmer

Gefragt von einer Studentin, was er den jungen Leuten raten würde, wenn sie Unternehmer werden wollten, meinte Würth: „Erste Sache war immer, dass man sich absolut einsetzen muss, also da geht’s 7/24 durch pro Woche“. Dazu müsse aber auch der Partner damit einverstanden sein, „drei, vier Jahre auf Privatleben und Urlaub zu verzichten“. Und Erfolg habe dann auch nur, wer Ziele und Visionen hat und bereit sei, „sich mit Haut und Haar einzusetzen“. Würths Meinung nach „ist die Welt voll von Wissensriesen, aber auch voll von Realisierungszwergen“, deshalb sei für ihn „Wissen nicht Macht“. Er findet, dass Realisierung Macht ist. „Wenn man das, was man hier an der Hochschule gelernt hat, in die Tat umsetzt und die Zähne zusammenbeißt und sich durchboxt, dann wird ein Schuh daraus und das, was man gelernt hat, wird am Ende zu einem großen, großen Schatz“, so Würth weiter.

Ein menschlicher Typ

Bernadette Schoog kennt Reinhold Würth noch aus ihrer aktiven Zeit als Moderatorin und hat für ein Buchprojekt viele Gespräche mit ihm geführt. „Ich habe großen Respekt vor seiner Lebensleistung“, meinte sie. Sie denkt, dass viele dem Unternehmer nachahmen wollen würden, aber das zu tun, sei die Schwierigkeit, denn die wenigsten seien bereit, „sich da voll reinzuhängen“. Student Axel Müller aus Künzelsau, der mit auf dem Podium saß, zeigte sich sehr beeindruckt von Würth. „Ich war überrascht, wie fit er noch ist und welche Allgemeinbildung er hat und zu gefühlt allem einfach alles weiß“, sagte er. Auch Student Maximilian King aus Künzelsau fand, „dass Reinhold Würth doch ein sehr menschlicher Typ ist und sehr sympathisch“. „Herr Würth ist ein sehr interessanter Mann“, findet Timo Beßlich, ebenfalls Student in Künzelsau. Er zog aus dem Abend Erkenntnisse, „worauf es ankommt beispielsweise bei der Unternehmensführung“.

GSCHWÄTZ-Videoreporter Dr. Felix Kribus hat die Veranstaltung besucht.

Rund 400 Zuschauer hörten zu, als Prof. Dr. Reinhold Würth aus seinem arbeitsreichen Leben erzählte. Foto: GSCHWÄTZ