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„Können wir das kritische Stimmungsbild in der Bevölkerung ignorieren?“ Ingelfingens Gemeinderat argumentiert klug und hat bereits eine Vision

Vielleicht waren es die Planungsskizzen, mehr Fragen aufwarfen, als sie beantworteten. Vielleicht war es das nicht eindeutig klare Umfrageergebnis, vielleicht die scharfe Kritik der Gewerbetreibenden, die vorausging, die die Kreisräte in Ingelfingen letzten Endes dazu bewogen hat, mit großer Mehrheit ihre Hände gegen die Einbahnstraße zu heben. Aber sie haben sich damit gegen die hauchdünne Mehrheit der Umfrage entschieden, die die Stadtverwaltung bei den Bewohnern der Mariannenstraße und des Hohenbergs durchgeführt hat. Etwas, das für Bürgermeister Michael Bauer nicht in Frage kam. Er hob – gemeinsam mit drei Gemeinderäten (Kathrin Ehrmann, Erich Landes und Dr. Ulrich Baum) seine Hand für die Einbahnstraße. Zu wenig für eine Mehrheit. Fast alle anderen – 13 an der Zahl – der abstimmungsberechtigten und anwesenden Gemeinderäte (Philipp Streckfuß und Stephan Müller von der FWV waren entschuldigt) stimmten dagegen. Gemeinderätin Karin Hagdorn (SPD) enthielt sich.

Bauer akzeptierte das demokratisch gefällte Urteil und versprach, dass  – auf Bitten mehrerer Gemeinderäte – die innerstädtische Modernisierung damit nicht komplett vom Tisch sei, sondern lediglich bessere Alternativen geprüft werden.

Bürgermeister Bauer: „Man kann auch anderer Meinung sein, aber ich finde, wir haben das richtig gemacht“

Vorausgegangen war eine zweistündige Diskussion der Gemeinderäte um das Für und Wider einer Einbahnstraße – wobei das Wider eindeutig einen wesentlich höheren Anteil an Wortmeldungen für sich verbuchen konnte. Bürgermeister Michael Bauer musste nicht nur einmal kritische Fragen beantworten, unter anderem: „Wieviel sind Ihnen die Gewerbetreibenden wert?“ Antwort Bauer: „Mir sind alle Gewerbetreibenden gleich viel wert – ganz egal, ob er einen oder 100 Arbeitsplätze schafft.“ Die Umfrage der Stadtverwaltung stand bereits vor dem Abend massiv in der Kritik, unter anderem weil nur die Bewohner der Mariannenstraße und des Hohenbergs befragt worden seien. Die Antwort Bauers: „Wo fangen wir an, wo hören wir auf?“ Des Weiteren wurde bereits vor der Sondersitzung bemängelt, dass nicht pro Kopf abgestimmt wurde, sondern pro Haushalt. Hier argumentierte Bauer: „Das ist ganz einfach: weil es keine Wahl ist. Es war eine Abstimmung. Man kann sie akzeptieren oder auch nicht. Das ist Demokratie. Dann müsste man sich auch die Frage stellen: An welchem Wahlrecht orientieren wir uns? Kommunalwahlen oder Bundestagswahlen? Ab 16 Jahren oder ab 18 Jahren?“ Sein Fazit: „Man kann auch anderer Meinung sein, aber ich bin der Meinung, wir haben das richtig gemacht.“

Rund 1 Million Kosten Umbau zur Einbahnstraße

Aber nicht nur die Befragung der Stadtverwaltung im Vorhinein, auch die wenigen Zahlen , die vor der Sondersitzung seitens der Stadtverwaltung bekannt gemacht wurden, stieß dem ein oder anderen Gemeinderat sauer auf. Gemeinderat Bernd Bauer zweifelte an der Korrektheit des Verfahrensablaufes: „Hätten die Zahlen, unter anderem die anberaumten Baukosten, uns nicht bereits eine Woche vor der Sitzung zugänglich gemacht werden müssen?“, fragte er. Die Zahlen, wieviel der dauerhafte Umbau der Einbahnstaße kosten soll, lagen der Stadtverwaltung selbst erst wenige Tage zuvor vor, argumentierte Bauer. Warum aber dann die dringend anberaumte Sondersitzung?, fragte Gemeinderat Dr. Clemens Dirscherl. Sprich: Warum nicht erst dem Gemeinderat die Zahlen vorlegen, damit sich dieser dann in Ruhe ein Bild machen und entscheiden kann. Zumal die Umbaukosten nicht gering sind. Bürgermeister Bauer betonte bei Nennung der Zahlen, dass es sich dabei von dem Planungsbüro Karajan lediglich um „einen Hüftschuss“ handelt und Dr. Karajan an diesen Zahlen auch nicht festgenagelt werden wolle. Rund eine Million Euro solle der Umbau kosten. „Gehen wir mal von unseren Erfahrungswerten aus“, fuhr Bürgermeister Bauer fort, seien davon rund 80 Prozent förderfähige Kosten, also rund 800.000 Euro. Die verbleibenden 200.000 Euro trage zu 100 Prozent die Stadt Ingelfingen. Von den rund 800.000 Euro würden rund 60 Prozent vom Land gefördert werden. So blieben für die Stadt etwas mehr als 500.000 Euro selbst zu tragen. Da die Gemeinderäte auch die an die Leinwand projizierten Skizzen kritisierten und dass es bislang noch keine konkreten Pläne gebe, wie die Einbahnstraße denn später ausschauen solle und man daher auch nicht wirklich wüsste, worüber man abstimme, sagte Bauer, dass die Erarbeitung konkreterer Pläne nochmals rund 50.000 Euro kosten würden.

Für diverse Gemeinderäte wäre das große Plus, nämlich das Mehr an Parkplätzen, wie Bürgermeister Bauer betonte, zu wenig an Vorteilen. Die Nachteile einer Einbahnstraße würden überwiegen. Dr. Dirscherl: „Wenn die Vision bei den Parkplätzen hängenbleibt, ist das städtepolitisch zu kurz gedacht.“ Zudem sei er als Gemeinderat ständig kritisch auf die Einbahnstraße angesprochen worden. Es habe keine einzige positive Rückmeldung gegeben. Daher fragte er: „Können wir das kritische Stimmungsbild in der Bevölkerung ignorieren?“ Bei diesem Satz ließ er das Stichwort „Politikverdrossenheit“ fallen.

Alle,  einschließlich Bürgermeister Bauer, waren sich darüber einig, dass es bedauernswert sei, dass kein klareres Ergebnis bei der Befragung der Anwohner herausgekommen sei. „Ich hätte mir gewünscht, dass bei der Umfrage eine deutlichere Richtung herauskommt“, so Bürgermeister Bauer. Gemeinderätin Karin Hagdorn (SPD) bedauerte die geringe Rückläuferquote von rund 58 Prozent: „Das ist wir beim Brexit oder der SPD:Die Hälfte der Leute hat gesagt: Was geht mich das überhaupt an?“

„Das ist wir beim Brexit oder der SPD: Die Hälfte der Leute hat gesagt: Was geht mich das überhaupt an?“

Bürgermeister Bauer machte indes keinen Hehl daraus, wie er abstimmen werde. Es sei „gelebte Demokratie“, wenn man „der Mehrheitsmeinung folgt“ und verwies damit auf den hauchdünnen Vorsprung an Einbahnstraßen-Befürwortern (36 zu 33 Haushalten bei der Befragung, wir berichteten). Hans Wallner (SPD) sieht das anders: „Ich hätte mir eine satte Mehrheit gewünscht.“ Er bemängelte, dass Bürgermeister Bauer heute viel von den Vorteilen einer Einbahnstraße gesprochen habe, aber „dass die Gewerbetreibenden Umsatzeinbußen dadurch erleiden, „scheint hier gar keine Rolle zu spielen. Das ist noch immer eine Haupteinkaufsstraße für mich. Wie lange wollen wir weitermachen – bis gar kein Laden mehr da ist? So etwas widerspricht auch unseren Wahlversprechen“, sagte Wallner und bezog sich damit auf die Aussagen vor der Wahl zur Stärkung des örtlichen Gewerbes. Zudem bemängelte er, dass der Testversuch Einbahnstraße zu keiner Verkehrsberuhigung geführt habe, sondern dass der Verkehr lediglich verlagert worden sei und zusätzliche Extrarunden für die Autofahrer eher mehr Verkehr mit sich brächten. Zudem, so bemängeln andere Gemeinderäte, unter anderem Sven Wolpert (CDU), sei die Mariannenstraße zu eng für eine Einbahnstraße, Busse, Paketdienstleister und Müllautos würden die Straße dann tagtäglich verstopfen.

„Wenn die Vorteile nicht gravierend überwiegen, müssen wir die Bremse reinhauen.“

Für Gemeinderate Bernd Bauer war klar: Anhand der dürftigen Datenlage und der noch zu klärenden offenen Fragen gehöre die Entscheidung vertagt. Bürgermeister Bauer sah das anders: „Ich fände es ganz schlecht, wenn wir die Entscheidung noch länger herauszögern würden.“ Er möchte endlich wieder etwas Ruhe in der Sache haben – unabhängig davon, wie die Entscheidung nun ausfalle.

Gemeinderat Dr. Ulrich Baum (FWV) plädierte für die Einbahnstraße: „Wir sind im Wettkampf mit den anderen Gemeinden.“ Die Frage sei: „sehen wir uns in zehn oder 20 Jahren? Wir müssen gestalten, wir müssen in unserer Entwicklung etwas tun. Die Einbahnstraße ist eine große Chance. Ansonsten wird der große Wurf in den nächsten zehn Jahren nicht kommen.“ Aber er sagte auch: „Wenn die Vorteile nicht gravierend überwiegen, müssen wir die Bremse reinhauen.“ Ähnlich sah das Markus-Peter Hammel (FWV): „Ich sehe derzeit den Vorteil für eine Einbahnstraße nicht.“ Gemeinderat Erich Landes (FWV) sprach sich hingegen für eine Einbahnstraße aus: „Am Anfang ist der Aufschrei immer groß.“ Aber es sei eben alles eine Sache der Gewohnheit. Hans Wallner (SPD) sah die Sachlage anders: „Wir vergeben uns die Chance, uns andere, möglicherweise besseren Konzepte anzuschauen.“

Fördergelder könnte es auch ohne die Einbahnstraße geben

Im Verlauf des Abends und je näher die Abstimmung rückte, war man sich einig, dass es gut war, einen solchen Probelauf Einbahnstraße gestartet zu haben. Immer mehr Gemeinderäte,  unter anderem Rainer Horndacher (CDU) plädierten jedoch dafür, dass man – selbst wenn man gegen die Einbahnstraße stimme – doch bitte weiter an einem städtebaulichen und einem Verkehrskonzept für die Ingelfinger Innenstadt arbeiten solle, aber Alternativen für eine Einbahnstraße aufgeworfen werden müssten. So solle, wenn möglich, der Busverkehr aus der Mariannenstraße langfristig verband werden Richtung Landesstraße. Dies solle die Stadtverwaltung mit dem Land Baden-Württemberg doch bitte hinsichtlich der Machbarkeit abklären. Bürgermeister Bauer sagte zu, dass er dies abklärt, betonte aber, dass Stuttgart möglicherweise mit dem Wegfall der Einbahnstraße keinen Grund dafür sehen werde, die Bushaltestellen langfristig zu verlegen. Dies sei schließlich auch eine Kostenfrage. Ob die zu Beginn in den Raum gestellten Fördergelder vom Land Baden-Württemberg abhingen von der Umsetzung der Einbahnstraße, wollten diverse Gemeinderäte von Bürgermeister Bauer wissen. Dieser verneinte, betonte aber gleichzeitig, dass diese Fördergelder nicht für eine Belagserneuerung ausgeschüttet würden, sondern für „städtebauliche Konzepte“ oder verkehrstechnische Verbesserungen“. Bürgermeister Bauer versicherte: „Wir haben dieses Sanierungsgebiet und wir wollen da auch weitermachen.“

Ideen für Ingelfingens Innenstadt haben die Gemeinderäte reichlich

Visionen hatten diverse Gemeinderäte, was sie sich für die Mariannenstraße vorstellen könnten: verkehrsberuhigte Zone, Tempo 30, Schritttempo, Blumenkübel als Raserbremse fielen hier unter anderem als Stichworte. Dr. Baum benutzte das eindrückliche Bild (eigentlich für die Umsetzung der Einbahnstraße): „den öffentlichen Raum möblieren“

Der Ingelfinger Gemeinderat hat sich an seiner Sondersitzung zur Einbahnstraße am Dienstag, den 10. Dezember 2019 von seiner argumentativ starken Seite gezeigt. Demokratie wurde hier bestmöglich gelebt.

Bürgermeister Bauer entschuldigt sich

Besonders hängengeblieben sind die Bemerkungen von Gemeinderat Dr. Dirscherl an diesem Abend. Er kritisierte die seines Erachtens despektierliche Wortwahl von Bürgermeister Bauer. Bauer hatte den Absender eines Schreibens an die Gemeinderäte unter anderem in der Gemeinderatssitzung mehrfach als „Schreiberling“ tituliert und zu einem Gemeinderat spitz bemerkt: „Wenn Sie richtig zugehört haben.“ Dirschel stellte klar: „Dieser Duktus geht nicht.“ Bürgermeister Bauer verwies darauf, dass er sich für das Wort „Schreiberling“ entschuldigt habe.

Die Sondersitzung war im Christian-Bürkert-Saal im Schwarzen Hof. Foto: GSCHWÄTZ

Über zwei Stunden diskutierten die Gemeinderäte über die Einbahnstraße. Foto: GSCHWÄTZ

 

 




Ingelfingen: Gemeinderat stimmt mit großer Mehrheit gegen die Einbahnstraße

Paukenschlag in Ingelfingen: Der Gemeinderat stimmte in der heutigen Sondersitzung am Dienstag, den 10. Dezember 2019, mit großer Mehrheit gegen die von der Stadtverwaltung empfohlene langfristige Umwandlung der Mariannenstraße zu einer Einbahnstraße. Bürgermeister Michael Bauer legte dem Gemeinderat in der heutigen Sondersitzung nahe, sich an dem Ergebnis der zuvor von der Stadtverwaltung durchgeführten Umfrage zu orientieren. Beim Umfrageegerbnis wurden die Haushalte in der Mariannenstraße und an der Straße Am Hohenberg befragt. Das Ergebnis: Mit einem hauchdünnen Vorsprung von drei Haushalten überwog die Mehrheit pro Einbahnstraße. Allerdings wurde nur rund jeder zweite Fragebogen überhaupt beantwortet. Zudem kritisierten einige Anwohner, dass nicht alle Einwohner Ingelfingens abstimmen durften. Vorausgegangen waren zudem Proteste der dort ansässigen Gewerbetreibenden (wir berichteten).

Insgesamt stimmten Bürgermeister Michael Bauer und drei (Katrin Ehrmann, Erich Landes und Dr. Ulrich Baum) von 23 Gemeinderäten für die Einbahnstraße, 13 dagegen, es gab eine Enthaltung. Vier Gemeinderäte durften nicht abstimmen wegen Befangenheit, unter anderem Susanne Schmezer und Michael Heink als Anwohner und Gewerbetreibende. Überraschenderweise wurden auch Bernd Weidner und Holger Kunze (alle CDU) von der Abstimmung ausgeschlossen, weil, erklärt die Stadtverwaltung, sie Verwandtschaft zweiten Grades in der Mariannenstraße haben. Dr. Ulrich Baum von der Freien Wählern hingegen durfte an der Abstimmung teilnehmen, obwohl Anwesende bemängelten, dass eines seiner Grundstücke an die Mariannenstraße angrenzt. Zwei Gemeinderäte (Stephan Müller und Philipp Streckfuß, beide FWV) waren an der heutigen Abstimmung entschuldigt.

Aufgrund des knappen Abstimmungsergebnisses sprachen sich einige Gemeinderäte für eine Betrachtung von Alternativen für eine innerstädtische Verbesserung aus. Angesprochen wurden dabei unter anderem die Möglichkeiten einer Tempo-30-Zone und Blumenkübel als Tempobremser. Zudem sollen, wenn möglich, die Bushaltestellen langfristig nach aussen, etwa an die Landesstraße verlagert werden.

Viele Besucher waren erschienen. Foto: GSCHWÄTZ



 




Einbahnstraße Ingelfingen: Umfrage beendet – Hauchdünner Vorsprung

Der Ingelfinger Gemeinderat befasst sich in einer Sondersitzung am morgigen Dienstag, den 10. Dezember 2019, im Christian-Bürkert-Saal im Schwarzen Hof um 19 Uhr unter anderem mit der Entscheidung darüber, ob die Mariannenstraße dauerhaft eine Einbahnstraße werden soll (wir berichteten). Die Stadtverwaltung hatte im November 2019 die Anwohner der Mariannenstraße sowie des angrenzenden Hohen Berges hierzu befragt. Bürgermeister Michael Bauer betonte in einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung, dass er dem Gemeinderat empfehlen werde, sich dem Mehrheitswillen zu beugen.

Nun hat die Stadtverwaltung die Fragebögen ausgewertet. Laut der Stadtverwaltung wurden 118 Haushalte angeschrieben – davon 93 in der Mariannenstraße und 25 Adressaten der Straße Am Hohenberg. Von den 118 Fragebögen kamen laut der Stadtverwaltung etwas mehr als Hälfte (58,47 Prozent) zurück. Für die Einbahnstraßenregelung sprachen sich laut der Stadtverwaltung 36 Adressaten aus, für die Beendigung 33 Adressaten.

Insbesondere der örtliche Gewerbeverein kritisierte die neue Einbahnstraßenregelung stark (wir berichteten). Unter anderem verwiesen die in der Mariannenstraße ansässigen Gewerbetreibenden auf hohe Umsatzeinbußen seit Einführung der Einbahnstraße. Des Weiteren bemängelten sie und weitere Bürger Ingelfingens, dass lediglich Anwohner der Mariannenstraße und des Hohenbergs befragt wurden und nicht alle Einwohner Ingelfingens, obwohl alle Einwohner davon zumindest mittelbar betroffen seien.

Am Dienstag nun stimmt der Gemeinderat aller Voraussicht nach über die Mariannenstraße als Einbahnstraße ab.


 

 




Mariannenstraße als Einbahnstraße bedeutet Extrarunde für viele Kunden

Seit drei Monaten testet die Stadt Ingelfingen die Mariannenstraße als Einbahnstraße. Die dort ansässigen Gewerbetreibenden verzeichnen laut eigenen Angaben seitdem Umsatzverluste von bis zu 30 Prozent, da die Mariannenstaße nun für viele Kunden schwerer als vorher zu erreichen ist. Denn: Anders als die Einbahnstraßen in den Nachbarstädten Niedernhall und Künzelsau verläuft die Mariannenstraße nicht als „Hauptverkehrsader“ und führt Anwohner und potenzielle Kunden nicht automatisch an den dort ansässigen Geschäften vorbei.

Die Mariannenstraße verläuft parallel zur Kochertalstraße und kann damit leicht umgangen werden. Bürgermeister Michael Bauer wiederum befürwortet die Einbahnstraßenregelung, weil es dadurch fortan ruhiger und damit wohnlicher werden soll. Die Mariannenstraße soll dadurch auch mehr Parkplätze erhalten. Zudem gebe es Gelder des Landesministeriums für die Neugestaltung. Nun sollen die Anwohner der Mariannenstraße und des Hohen Bergs entscheiden, ob die Einbahnstraße bleibt. Bürger von Ingelfingen kritisieren indes, dass nicht alle über die Einbahnstraße abstimmen dürfen, obwohl die Einbahnstraßen-Regelung Auswirkungen auf alle Einwohner Ingelfingens habe.

GSCHWÄTZ-Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann hat sich in Ingelfingen umgesehen.

Dr. Sandra Hartmann in der Mariannenstraße in Ingelfingen. Foto: GSCHWÄTZ



 




Ingelfingen: Umfrage über Einbahnstraße gestartet – Gewerbetreibende bitten Anwohner: Sagt Nein! – Stadt positioniert sich klar

Vergangene Woche erst, am Donnerstag, den 07. November 2019, lud die Stadtverwaltung Ingelfingen die Bürger in den Christian-Bürkert-Saal im Schwarzen Hof zu einer Informationsveranstaltung, ob die Mariannenstraße nach einem ersten dreimonatigen Probelauf nun gänzlich zu einer Einbahnstraße umgestaltet werden soll. An diesem Abend teilten sich die Meinungen. Während Wohngebäudeeigentümer eine ruhigere Straße befürworten, verdeutlichten viele Gewerbetreibende, dass sie so kaum überlebensfähig seien (wir berichteten). Bereits zu Beginn der neuen Woche begann die Stadt Ingelfingen nun mit der Verteilung der Fragebögen an die Anwohner der Mariannenstraße und des Hohen Berges, die ebenfalls mitentscheiden dürfen. Die Frage: Sind die Anwohner für oder gegen die Einbahnstraße? Die Mehrheit entscheide, so Bürgermeister Bauer bei der öffentlichen Informationsveranstaltung. Dafür werde er sich im Gemeinderat stark machen. Diverse Bürger kritisierten indes, dass nicht ganz Ingelfingen mit den Teilorten abstimmungsberechtigt sei, obwohl diese Änderung sei, alle Einwohner beträfe.

Die Gewerbetreibenden indes möchten die Anwohner, darunter einige studentische Mieter, bitten, an die kleinen Gewerbetreibenden vor Ort zu denken und daher der Einbahnstraße ein „Nein“ zu geben.

Für weiteren Unmut bei den Gewerbetreibenden sorgt bereits der zweite Satz in dem von der Stadtverwaltung Ingelfingen geschriebenen Anschreiben zu der Umfrage. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Stadtverwaltung abermals davon spreche, dass der Einbahnstraßenregelung „Anregungen aus dem Gewerbervein vorausgegangen“ seien. Das sei nicht korrekt. Bürgermeister Bauer hat diese Behauptung, die bereits mehrfach veröffentlicht wurde, bei der öffentlichen Veranstaltung denn auch richtiggestellt. Nun beinhalte dieses Schreiben an die Anwohner wieder diesen irreführenden Satz.

Während Bürgermeister Bauer während der Informationsveranstaltung zur Einbahnstraße noch mehrfach betonte, dass er bei diesem Thema „emotionslos“ sei, sprich, ihm egal sei, wie letzten Endes die Entscheidung zur Einbahnstraße ausfalle, positioniert er sich in dem Anschreiben zur Umfrage nun ganz klar Pro Einbahnstraße: „Wir sind der Meinung, dass dies eine Chance für die Mariannenstraße darstellt, um sie attraktiver und verkehrsberuhigter zu gestalten“, heißt es darin.

Die Fragebögen sollten bis 27. November 2019 wieder an die Stadt Ingelfingen zurückgeschickt werden.

Fragebogen der Stadtverwaltung Ingelfingen vom 11. November 2019. Foto: GSCHWÄTZ


 

Seite 1 des Anschreibens der Stadtverwaltung Ingelfingen vom 11. November 2019. Foto: GSCHWÄTZ


 

Seite 2 des Anschreibens der Stadtverwaltung Ingelfingen vom 11. November 2019. Foto: GSCHWÄTZ

 

 




Einbahnstraße Ingelfingen: Umsatzeinbußen der Gewerbetreibenden von bis zu 30 Prozent – Kosten des Einbahnstraßenversuchs: 89.000€

„Die Feierabend-Kundschaft bleibt aus“, es werde kein neuer Wein und keine neuen Trauben mehr gekauft, stellt Susanne Schmezer fest. Sie ist Anwohnerin, Weingärtnerin und Betriebsinhaberin in der Mariannenstraße und unmittelbar betroffen von der Einbahnstraße, die seit August 2019 in Ingelfingen von der Stadt als Versuch getestet wird. Die Winzerin steht mit dem Rückgang ihrer Kundschaft nicht alleine da.

Während Wohneigentümer Wied (links) eine Beruhigung der Straße befürwortet, sieht Raumgestalter Frank (rechts) eine Schwächung des Gewerbes. Fotos durften auf Genehmigung von Bürgermeister Bauer erst am Ende der Veranstaltung gemacht werden. Foto: GSCHWÄTZ

Mariannenstraße als Abkürzung

Beim Informations- und Diskussionsabend der Stadt Ingelfingen am Donnerstag, den 07. November 2019, im Christian-Bürkert-Saal im Schwarzen Hof in Ingelfingen über den Sinn dieser als Test neu eingeführten Einbahnstraße, bei der rund 90 Besucher zugegen waren, teilten die Gewerbetreibenden aus der Mariannenstraße weitestgehend die Meinung von Schmezer.  Auch Thomas Frank von der Raumausstattung Frank in Ingelfingen machte seinem Ärger an diesem Abend Luft: „Wir haben es schon schwer genug als kleine Gewerbetreibende, zumal es uns die Kommune auch nicht immer leicht macht. Für uns war es gut, dass abends viele die Mariannenstraße als Abkürzung genutzt haben.“ Damit meint Frank vor allem die Pendler aus Richtung Künzelsau, die auf dem Heimweg über Ingelfingen zum Beispiel nach Eberstal und Dörrenzimmern weitergefahren sind und über die Mariannenstraße in Ingelfingen ihren Heimweg „abgekürzt“ haben, anstatt über die Landesstraße-Kreuzung zu fahren. Dem kann Raiffeisenbank-Chef Andreas Siebert nur beipflichten, der an diesem Informationsabend ebenfalls von seinen Erfahrungen berichtete: „Ich bin dankbar, dass die Gemeindeverwaltung das macht und dass wir darüber diskutieren. Aber die Frequenz nimmt ab. Die Menschen sind unglücklich, weil sie außen herum fahren müssen.“ Fritz Haag vom Lipfersberg bestätigt dies: „Ich habe Kollegen aus Dörrenzimmern und Eberstal. Die werden sich überlegen, künftig in Künzelsau zur Bank zu gehen.“

Morgendlicher Rückstau auf der Kochertalstraße Richtung Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ

Frank: „Wir haben es schon schwer genug als Gewerbetreibende“

Das Problem: Die Verkehrsteilnehmer aus Künzelsau müssen nun, um zu einem der Geschäfte in der Mariannenstraße zu kommen, quasi eine Ehrenrunde in Ingelfingens Innenstadt drehen. Das sind rund 800m Umweg, wobei dieser Umweg nun auch noch dadurch geprägt ist, dass sich seit der Einbahnstraßenregelung der Rückstau auf der Landesstraße in Stoßzeiten – vor allem zum morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr – noch vergrößert habe. Das berichten mehrere Ingelfinger an diesem Abend. Morgens zwischen 07 und 08 Uhr staue es sich nun wesentlich mehr auf der Landesstraße (Kochertalstraße) von Ingelfingen Richtung Künzelsau und abends zwischen 16 und 18 Uhr erlebe man dasselbe Spiel auf der Gegenseite von Künzelsau kommend bis in die Innenstadt Ingelfingens. Vor der Einbahnstraßenregelung habe die Mariannenstraße die Landesstraße durch den Abkürzungsverkehr hingegen entlastet.

Gewerbevereinsvorsitzender Leiser bedankte sich für die Richtigstellung bei Bürgermeister Bauer

Bürgermeister Michael Bauer verwies darauf, dass die Kochertalstraße die stark befahrenste Straße im ganzen Hohenlohekreis sei, es die starke Verkehrsbelastung auch vorher schon gegeben habe, dass der Pendlerverkehr auch in Zukunft zunehmen werde, man aber nun nicht alles auf die Einbahnstraßenregelung schieben könne. Die Einbahnstraße wurde versuchsweise eingerichtet, so Bauer, „weil Teile des Gewerbevereins und Anwohner auf zu wenig Parkplätze für Anwohner und Kunden verwiesen hätten. Es sei nicht so, betonte Bauer, wie es vielleicht falsch rübergekommen sei, dass der Gewerbeverein gewünscht habe, dass die Mariannenstraße zur Einbahnstraße werde. Heiner Leiser, der Gewerbevereinsvorsitzende von Ingelfingen, bedankte sich daraufhin für die Richtigstellung: „Wir möchten in einem guten Miteinander eine gute Lösung finden“, betonte er, gab aber gleichzeitig zu bedenken: „Man muss an eine Belebung dieser Straße denken und nicht an eine Reduzierung.“ Dies sei naturgemäß aber ein anderer Ansatz als eine Privatperson habe.“ Aber er kenne die Mariannenstraße auch als Privatperson und wenn er abends in seinem Garten sitze, störe ihn der Lärm von der Kochertalstraße mehr als von der Mariannenstraße. Er sehe im Schnitt mehr Nach- als Vorteile für eine Einbahnstraße.

Es sollten damit mehr Parkplätze geschaffen werden

Nach Beschwerden hinsichtlich der Parksituation sei laut Bauer damals ein innerstädtisches Verkehrskonzept in Auftrag gegeben worden. In diesem Zuge habe man auch den Lkw-Verkehr für die Schlossstraße / Bühlhofer Straße gesperrt. Auch die enge Schlossstraße sei dabei untersucht worden, aber eine Einbahnstraßenregelung als nicht umsetzbar erachtet worden. Das Positive bei der Einbahnstraßenregelung sei, so Bauer, dass durch die Verschiebung der Bushaltestelle an die Landesstraße auf Höhe der Kelter ein neuer Fußgängerüberweg geschaffen worden sei zwischen Kelter und dem Ausgang Schlosspark. Frühere Versuche eines Fußgängerüberweges seien an dem zu geringen Fußgängerverkehr gescheitert, so dass es keine Bewilligung seitens des Landes hierfür gegeben habe. Ähnlich sehe es an der Kreuzung auf Höhe der Apotheke aus. Bereits zweimal, so Bauer, habe man versucht, hier einen Zebrastreifen insbesondere für die Schüler zu schaffen und habe es nicht durchbekommen, weil die Fußgängerfrequenz zu niedrig gewesen sei, sprich: zu wenig Fußgänger haben die Straßen bei Analysen überquert, ein Fußgängerüberweg habe man an dieser Stelle bis heute daher nicht durchgesetzt bekommen.

Michael Bauer: „Ich verweise Falschfahrer freundlich“ auf die neue Einbahnstraßenregelung

Zwar seien und würden auch noch einige Verkehrsteilnehmer Straßenschilder anscheinend nicht lesen können und immernoch in falscher Richtung durch die neue Einbahnstraße fahren, so Bauer. Aber die Polizei habe nach der Umstellung verstärkt an dieser Stelle kontrolliert und auch er selbst habe Verkehrsteilnehmer, die falsch gefahren sind, „freundlich darauf hingewiesen“. Die Vorteile der neuen Einbahnstraßenregelung liegen für ihn klar auf der Hand: weniger Verkehrsbelastung und damit weniger Lärm und mehr Schutz für die Mariannenstraße. So berichtete das planende Ingenieurbüro Dr. Karajan von einer Entlastung der Straße von rund einem Drittel. Allein in den erhobenen acht Stunden (morgens und abends jeweils vier) seien rund 1300 Fahrzeug durchgefahren, durch die Einbahnstraße 420 weniger.

Ein Drittel weniger Fahrzeuge durch die Einbahnstraße

Auch die Parkplatzsituation sei verbessert worden, so Bauer. Thomas Frank wiederum verwies darauf, dass es früher mehr Geschäfte in der Mariannenstraße gab und dadurch auch die Kundenfrequenz höher gewesen sei. Mittlerweile aber habe sich die Parkplatzsituation „deutlich entspannt“ – auch durch die neu eingeführte eingeschränkte Parkdauer. Schmezer pflichtet dem bei: „Es waren immer mehr als ausreichend Parkplätze vorhanden.“

Hummel: „Wir werden weniger eingeparkt als früher“

Ein weiteres Problem der neuen Einbahnstraße, so Frank: Halten Lkws oder Paketdienstleister derzeit in der Einbahnstraße, blockieren sie sogleich die komplette Straße, weil für die Fahrzeuge dahinter kein Durchkommen mehr sei. Auch Busse kämen wegen der rechts und links parkenden Autos nicht immer so einfach durch. Franks Fazit: „Für mich als Gewerbetreibender wäre es ein Unding, wenn das so bleibt. Ich sehe keine Vorteile.“

Anders sieht das Uwe Wied, er vermietet ein Wohngebäude in der Mariannenstraße: „Die Lebensqualität sollte durch die Einbahnstraßenregelung erhöht werden und sieht man nach Niedernhall oder Künzelsau, ist diese Umstellung eine Gewohnheitssache, es wird aber funktionieren.“ Auch Anwohner Dieter Hummel sagt: „Wir werden derzeit viel weniger eingeparkt als früher.“ Auch an der Kreuzung bei der Apotheke habe sich der Verkehr wesentlich entspannt. Dadurch sei es für die Kinder auch sicherer geworden.

Anwohner entscheiden

Alle Anwohner Mariannenstraße erhalten nun laut Bauer ein Schreiben mit Rückmeldebogen zum Ankreuzen, ob sie für oder gegen die Einbahnstraße sind. Dann entscheide der Gemeinderat, wobei Bauer betonte, er werde im Gemeinderat dafür plädieren, sich dem Wunsch der Mehrheit anzuschließen. Leiser wollte von Bauer wissen, ob die Stimme eines Mieters genauso viel wie die eines Fachgeschäftes zähle, dass schon seit 50 Jahren vor Ort ist. Bauer bejahte dies. Des Weiteren monierten Besucher an diesem Abend, dass lediglich die Anwohner der Mariannenstraße abstimmen dürfen über die Einbahnstraße, obwohl sie im Grunde ganz Ingelfingen betrifft. So verwies Judith Heink unter anderem darauf, dass seit der Einbahnstraßenregelung viele über den Auweg ihre Fahrt abkürzen würden.

Leicht schräge Parkplätze sollen kommen

Wenn die Einbahnstraße komme, so Bauer, erfolge die weitere Planung und Umgestaltung der Straße mit leicht schräg verlaufenden Parkplätzen. Seit der Einbahnstraßenregelung gäbe es 20 Parkplätze mehr, wenn sie nun komplett neu gestaltet werden würde, seien noch viel mehr Parkplätze möglich. Außerdem käme eventuell noch eine Radspur dazu. Zudem würde die provisorische Bushaltestelle an der Kelter entfallen und eine neue Bushaltstelle entlang der Landesstraße auf Höhe des Schlossparks geschaffen werden. Zusätzlich wäre eventuell noch eine Bushaltestellte an der Kochertalststraße auf Höhe der Beschützenden Werkstätte möglich, da die Anwohner der Hochhäuser aufgrund der neuen Verkehrssituation weite Wege in Kauf nehmen müssten.

Bauer: „Wenn Sie es zahlen, dann gern“

Der NVH begrüßt laut Bauer die Einbahnstraßenregelung, da die Busse dadurch ein paar Minuten schneller in Öhringen seien und dadurch die Anschlussverbindung zur Stadtbahn besser klappe. Könnte man, wenn man sich gegen die Einbahnstraße entscheide, nicht zumindest das neue Buskonzept mit der Verlagerung der Bushaltestellen entlang der Kochertalstraße so lassen?, fragt eine Besucherin. Bauer ist da skeptisch: „Das ist eine Landesstraße. „Ob das Land bereit ist hierfür, wenn es nicht unbedingt nötig ist“, sei fraglich.

Bauer betonte, dass derzeit Sanierungsmittel vom Land zur Verfügung stünden für diese Umgestaltung zur Einbahnstraße. Auf GSCHWÄTZ-Nachfrage verwies Bauer darauf, dass der bislang dreimonatige Probelauf der Einbahnstraße rund 89.000 Euro gekostet habe. Darin unter anderem enthalten: der Umbau der Ampel, das Provisorium Bushaltestelle, die Honorar- und Planungskosten des Büros Karajan sowie die Verkehrssicherung mit dem Aufstellen der Schilder und die Kennzeichnung der neuen Parkplätze.

von links: Michael Bauer, Dr. Karajan vom Planungsbüro und Hauptamtsleiter Winter. Foto: GSCHWÄTZ

Für Weingärtner wird es eng – eventuell Sonderregelung

Die Weingärtner erbaten sich noch eine Sonderregelung. Viele hätten ihre Flächen beim Breter und haben keine andere Abfahrtmöglichkeit als in die Mariannenstraße. Dort angekommen, müssten sie mit ihren landwirtschaftlichen Fahrzeugen allerdings stark links abbiegen, was kaum möglich sei. Es wäre einfacherer und sicherer, wenn dieses kurze Wegstück auf der Mariannenstraße von der ehemaligen Metzgerei Spreng Richtung Apotheke für die Landwirtschaft freigegeben werden würde. Bauer sendete hierfür positive Signale.

Ob es denn auch einen Plan B gäbe oder erarbeitet arbeiten könnte als Alternative, wollte Leiser abschließend wissen. „Wenn Sie es zahlen, dann gern“, lautete die Antwort von Bürgermeister Bauer.

 

 

 




Einbahnstraße in Ingelfingen

Die Stadtverwaltung Ingelfingen hat zusätzlich zum bereits beschlossenen Durchfahrtsverbot für den LKW-Verkehr in der Altstadt vorgesehen, eine Einbahnstraße einzuführen. Die Mariannenstraße soll von West nach Ost (Kreuzung Mühlstraße bei der Schlossapotheke / Mariannenstraße Richtung Kochertalsstraße) als Einbahnstraße umgestaltet werden, so eine Voranzeige des Amtsboten der Stadt Ingelfingen vom 20. April 2018.

Künzelsau und auch in Niedernhall haben Einbahnstraßen in ihrem Stadtkern. Vorteil: Der einspurigen Verkehr entlastet die Straße und es kommt zu weniger Verkehrsbehinderungen in der ohnehin schon schmalen Mariannenstraße. Jedoch muss man einen Umweg fahren um an das gewünschte Ziel, welches sich zum Beispiel am Ende der Einbahnstraße befindet, zu kommen. Zukünftig könnten Autofahrer nicht mehr an der Kreuzung zum Nicklass in die Mariannenstraße einbiegen, sondern müssten immer zu erst zur Apotheke fahren, um zum Beispiel zur Raiffeisenbank oder zur Sparkasse zu kommen.

Die Stadtverwaltung Ingelfingen und Herr Dr. Karajan vom planenden Ingenieurbüro möchten im Rahmen eines Informationsabends am Montag, den 14. Mai 2018, ab 18 Uhr im Schwarzen Hof in Ingelfingen, den Bürgern die Einbahnstraßenregelung näher bringen. Anregungen, konstruktive Kritik sowie Fragen sind laut der Stadtverwaltung Ingelfingen erwünscht.

// Fotos: Google Maps, GSCHWÄTZ, Pixabay