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Dörrenzimmern: „Eine Frau wurde zu Boden gestoßen, getreten und gewürgt“ – Andrea Bühler spricht über häusliche Gewalt – Auch auf dem Land ein Thema

Es geschieht innerhalb der scheinbar sicheren eigenen Familie“, sagt Andrea Bühler vom Frauen- und Schutzhaus im Hohenlohekreis. Am Sonntag, den 08. März 2020, anlässlich des Weltfrauentages, hielt sie gemeinsam mit Pfarrerin Sabine Focken eine Doppelpredigt in der Kilianskirche in Dörrenzimmern zum Thema häusliche Gewalt.

In der Stadt nicht mehr häusliche Gewalt wie auf dem Land

„Bei uns ist das doch kein Thema.“ Mit diesem Satz aus der Gemeinde wurde Sabine Focken vorab konfrontiert. Die Pfarrerin betont in ihrer Predigt: „Schön wäre, wenn das so ist.“ Sie betont aber auch: „Schön wäre aber auch, wenn Menschen sich trauen, es sichtbar zu machen, damit man helfen kann.“ Gemeindemitglied Jürgen Zoller aus Stachenhausen möchte nach der Predigt von Andrea Bühler wissen, ob es nicht mehr Fälle häuslicher Gewalt in der Stadt gäbe als auf dem Land, da die Anonymität in der Stadt doch viel höher sei. Auf dem Land müsse man schließlich Angst haben, sofort sein Gesicht zu verlieren, wenn so etwas herauskomme. Andrea Bühler schüttelt den Kopf. Gerade auf dem Land, in dem viele in ihren Einfamilienhäuschen leben, könne man sich mehr zurückziehen, als in einem Mehrfamilienhaus, antwortet sie.

Demütigung, auch psychische, zählt zu häuslicher Gewalt

Doch wo fängt überhaupt häusliche Gewalt an? „Ich nenne Ihnen hierfür ein paar Beispiele“, beginnt Andrea Bühler ihre Predigt. „Eine Frau, die zu uns gekommen ist, wurde zuvor von ihrem Mann zu Boden gestoßen, in den Bauch getreten, geohrfeigt und gewürgt. Eine andere Frau erfuhr sexuelle Gewalt, sie wurde vergewaltigt und hat sich lange nicht getraut, davon zu berichten, weil sie sich so geschämt hat.“ Bei einer anderen betroffenen Frau habe das Geld, das sie von ihrem Mann bekommen hat, nicht für die Schulsachen der Kinder gereicht. Aber auch psychische Gewalt zähle zu häuslicher Gewalt: einschüchtern, drohen, Kontrollsucht – das alles falle ebenfalls unter diesen Begriff.

Bühler betont: „Nur weil häusliche Gewalt im privaten geschieht, ist das dennoch keine private Gewalt.“ Es geht jedoch, so Sabine Focken, „nicht um den Zeigefinger, sondern um die Hilfe und das In-Ordnung-bringen.“

„Aus Sicherheitsgründen in ein weiter entferntes Haus“

22 Frauen und 44 Kinder waren laut Andrea Bühler 2019 im Frauen- und Kinderschutzhaus im Hohenlohekreis. Von ihnen stamme aber nur ein kleiner Teil aus dem Hohenlohischen, denn so, Büher, „aus Sicherheitsgründen müssen sie oft in ein weiter entferntes Haus“. In dem Haus leben die Frauen oft mehrere Monate mit ihren Kindern auf einem Zimmer, bis sie einen Neuanfang geschafft haben mit einer neuen Wohnung. Den Wohn- und Essbereich teilen sie sich mit anderen Frauen, es ist eine Art Wohngemeinschaft. Momentan arbeiten dort drei Teilzeitkräfte, eine Vertretungsstelle  sowie acht ehrenamtliche Mitarbeiter. Das Landratsamt zahlt dem Frauen- und Kinderschutzhaus einen Tagessatz. Die Personalkosten werden nach den Belegungstagen abgerechnet. Das Frauenhaus ist darüber hinaus auf Spenden angewiesen.

Ein Drittel der Fälle aus dem Akademikermilieu

Erschreckend sind die Zahlen, die Andrea Bühler als Info-Banner mitgebracht hat. Danach macht laut einer anonymen Befragung des Bundesfamilienministeriums von 2015 jede vierte Frau und jedes fünfte Kind in Deutschland in ihrem beziehungsweise seinem Leben Erfahrungen mit häuslicher Gewalt. Würde man diese Zahlen für Ingelfingen – einer Gemeinde mit über 5.000 Einwohnern herunterrechnen – würde das bedeuten, 600 Frauen wären jährlich betroffen – ungeachtet der vielen Taten, die geschehen und nicht gemeldet werden. Sabine Focken betont, dass diese Taten „nichts mit Migranten“ zu tun habe. Ein Drittel der Fälle komme aus dem Akademikermilieu. Häusliche Gewalt ist laut Bühler, „das größte Verletzungsrisiko“ bei Frauen zwischen 16 und 24 Jahren und es treten damit mehr Frauen in Berührung als mit Krebs. Auch „Alte, Kranke, Menschen mit den Behinderung und Männer werden Opfer häuslicher Gewalt“, so Bühler, inzwischen gäbe es drei Männerhäuser in Deutschland. Wobei Männer oft von anderen Männern Gewalt erfahren.

„Ich möchte Frauen ermutigen, zu erkennen, wie stark sie sind“

Das Frauen- und Kinderschutzhaus ist entstanden, weil sich damals Frauen durchgesetzt haben, dass man so ein Haus hier braucht. Denn die damalige Ansicht war vielleicht manch einer heutigen nicht ganz unähnlich: Bei uns gibt es das nicht, also brauchen wir auch so ein Haus nicht. Zu Beginn war daher ehrenamtliches Engagement von Frauen beim Aufbau vorherrschend.  Manche der Frauen, die Zuflucht gefunden haben im Frauenhaus, kehren in ihr altes Leben zurück und stehen dann irgendwann wieder vor der Tür des Hauses. „Es ist einfach ein wahnsinnig schwerer Schritt zu gehen – ohne finanzielle Absicherung, während die Konflikte weitergehen über die Kinder“, erklärt Andra Bühler, die seit zwölf Jahren im Frauenhaus arbeitet. „Ich möchte Frauen ermutigen, dass sie erkennen, wie stark sie sind und wie wertvoll. Mit vielen Frauen habe ich mitgelacht und mitgeweint, wie haben Anträge ausgefüllt, ich habe kulturelle Unterschiede kennengelernt. Wir wollen allen Opfern von Gewalt den Rücken stärken und zeigen, dass sie nicht alleine sind. Und wir wollen, dass man hinschaut, damit häusliche Gewalt gestoppt wird.“

Notfallnummer

Sind Sie Opfer von häuslicher Gewalt? Das Frauenhaus des Hohenlohekreises erreichen Sie unter: 07940/58 95 4. Wenn Sie sich in einer akuten Notlage befinden, rufen Sie die Polizei: 110. Seit 2002 gibt es das „Gewaltschutzgesetz“, danach kann dem Täter ein so genannter „Platzverweis“ erteilt werden. Der Täter darf unter anderem die Wohnung des Opfers nicht mehr betreten – auch wenn ein gemeinsamer Haushalt vorliegt. Weitere Informationen zum Gewaltschutzgesetz lesen Sie auf der Seite des Bundesjustizministeriums: https://www.gesetze-im-internet.de/gewschg/BJNR351310001.html

Andrea Bühler möchte den Frauen Mut machen. Foto: GSCHWÄTZ

Andrea Bühler (links), Pfarrerin Sabine Focken (3. von links) im Gespräch mit Besuchern des Gottesdienstes. Foto: GSCHWÄTZ

Bräche man die deutschlandweiten Zahlen von 2015 auf Ingelfingen herunter, würde das bedeuten, dass rund 600 Frauen betroffen wären von häuslicher Gewalt. Foto: GSCHWÄTZ

Infobanner in der Kirche zeigen die erschreckenden Zahlen. Foto: GSCHWÄTZ

„Spirale der Gewalt“. Foto: GSCHWÄTZ

Kilianskirche in Dörrenzimmern. Foto: GSCHWÄTZ

Andrea Bühler vom Frauen- und Kinderschutzhaus in der Kilianskirche in Dörrenzimmern am 08. März 2020. Foto: GSCHWÄTZ

 

 




Ehepaar Hatton am Ende ihrer Kräfte: „Deutsche Botschaft versichert, dass das Konsequenzen haben wird“

Symptomfrei und trotzdem positiv auf Coronaviren getestet? Der Fall Timmy Hatton wird immer bizarrer (wir berichteten, siehe Artikel unten). Noch merkwürdiger: Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses wird das Ehepaar zwar weiterhin in einer so genannten Quarantänestation in Aserbaidschan festgehalten, aber ohne dass die anderen Personen, die ebenfalls festgehalten werden und bislang keiner von ihnen positiv auf Coronaviren getestet wurde, von ihm isoliert wurden.

Das Ehepaar befindet sich nun einem kleinen Zimmer in der Hauptstadt Baku, in dem sie eingeschlossen sind. Kurzfristig haben sie ihre Pässe wiederbekommen. Mittlerweile wurden sie ihnen wieder abgenommen.

Timmy Hatton ist nun in engem Kontakt mit der Deutschen Botschaft. Die Botschaft hat ihm versichert, so sagt er uns in einer Sprachnachricht, dass es Konsequenzen haben werde, dass man ihnen einfach die Pässe wegnimmt und dass nachts Polizisten ihr Zimmer stürmen und sie woanders hinbringen (wir berichteten, siehe Artikel unten).

Die Ehefrau von Timmy Hatton bei einer Blutentnahme. Foto: privat

Timmy Hatton (4. von rechts, blonde Haare) in Aserbaidschan. Foto: privat

Videos & Fotos: privat

 




Von Stetten, wo bist Du? Ein Neuensteiner festgehalten in Aserbaidschan und der Bundestagsabgeordnete äussert sich dazu mehr als schwach

Eine Woche ohne funktionierende Toilette und fließend Wasser. Zwei Wohnmobiltouristen, einer davon aus Neuenstein, werden in Aserbaidschan in einer Quarantänestation festgehalten, weil bei einem der beiden 37,1 Grad gemessen wurde (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2020/03/04/der-fall-timmy-hatton-ein-neuensteiner-wird-mit-seiner-hochschwangeren-frau-in-aserbaidschan-festgehalten/ ) Ihre Pässe wurden eingezogen. Die Frau ist im achten Monat schwanger. Und sie wissen bislang immer noch nicht, wie es weitergeht. Der Fall Timmy Hatton (wir berichteten) hat leider bislang weit weniger Aufmerksamkeit erzielt als die zahlreichen Coronavirus-Meldungen. Dabei ist es ein Skandal. Ein Skandal, wenn man sich vorstellt, als Tourist zu reisen. Der deutsche Pass ist einer der stärksten Pässe, wenn es darum geht, in welche Länder man überall einreisen darf damit. Aber wie schaut es aus, wenn ich als Deutscher Hilfe brauche im Ausland?

Wie stark ist die deutsche Bundesregierung?

Wie stark ist dann meine deutsche Regierung, die ich als deutscher Tourist im Rücken habe? Timmy Hatton hat sich sicherlich mehr von seiner Regierung erhofft in dieser Notlage – zumal die türkische Regierung seiner Frau sich bislang wesentlich aktiver präsentiert hat. Sie hat unter anderem nach nur zwei Tagen beim Chefarzt vor Ort angerufen und gezeigt: „Wir sind da und schauen, was ihr macht.“ Von Deutschland haben sie bislang kein wirklich aktives Vorgehen mitbekommen. Der Neuensteiner Timmy Hatton nahm mehrmals Kontakt mit der Deutschen Botschaft in Aserbaidschan auf und auch mit Christian von Stetten, dem Bundestagsabgeorneten aus dem Hohenlohekreis. „Die Deutsche Regierung möchte diplomatisch sein“, sagt Timmy Hatton. Aber was heißt diplomatisch? Abwarten und Tee trinken oder hinter den Kulissen aktiv Strippen ziehen, um das Rädchen weiterzudrehen, so dass Timmy Hatton und seine Frau weiterreisen dürfen?

Bei der A6 und dem Krankenhaus war von Stetten auch nicht auf den Mund gefallen

Auf eine GSCHWÄTZ-Presseanfrage an Christian von Stetten, was er bislang unternommen habe, um Timmy Hatton zu helfen, antwortet sein Büromitarbeiter Maximilian Walz lediglich: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Herr von Stetten einen wie von Ihnen geschilderten Fall nicht öffentlich kommentiert, bis seine Bemühungen zu einem positiven Ergebnis geführt haben.“ Aha. Also heißt das: Man spricht nur darüber, wenn es ein positives Ergebnis zu verkünden gibt? Eine merkwürdige Einstellung. Spricht von Stetten doch auch bei anderen Themen öffentlich ausführlich darüber, wie sehr er sich einsetzt – auch wenn das Ergebnis möglicherweise negativ ausfallen könnte. Men denke nur an die Schließung des Krankenhauses in Künzelsau. Auch beim Ausbau der A6 setzte sich von Stetten vehement öffentlich dafür ein – obwohl der Ausgang damals noch ungewiss war. Aber sein Büromitarbeiter Maximilian Walz beruhigt mit einem zweiten Satz in seiner E-Mail: „Generell gehört es aber zu seinen [Christian von Stettens] Aufgaben als direkt gewählter Bundestagsabgeordneter Bürgerinnen und Bürger die im Ausland in Not geraten sind, Hilfe zukommen zu lassen.“ Das ist schön. Da kann Herr Hatton gleich viel unbeschwerter sein Brot und Wasser zu sich nehmen in Aserbaidschan. Frei nach dem Motto: Da werden Sie geholfen.

Etwas ausführlicher antwortet das Auswärtige Amt in Berlin

Eine etwas ausführlichere Antwort gab es vom Auswärtigen Amt der Bundesregierung. Sie verweist darauf, dass ihnen der genannte Fall bekannt sei: „Unsere Botschaft in Baku steht hierzu in engem Kontakt mit dem Betroffenen und den Behörden in Aserbaidschan.“ Aber das Auswärtige Amt betont auch, dass sie eigentlich wenig Einfluss auf die Gegebenheiten vor Ort haben: „Quarantäne- und Gesundheitsmaßnahmen fallen in die hoheitliche Zuständigkeit der jeweiligen Behörden vor Ort. Unsere Auslandsvertretungen können auf entsprechende Entscheidungen der örtlichen Gesundheitsbehörden wenn überhaupt nur sehr begrenzt Einfluss nehmen.“ Das ist schlichtweg erschreckend für jeden Deutschen zu hören – und auch etwas befremdlich, angesichts dessen, dass eine so starke Nation wie Deutschland in anderen Bereichen wie der Wirtschaft auch im Ausland vehement ihre Position vertreten kann und nun an Aserbaidschan an zu geringer Einflussnahme zu scheitern droht? Kaum zu glauben. Aber vielleicht gibt es gerade einfach wichtigere Dinge zu tun – wie gegen den Coronavirus aufzurüsten.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann

Christian von Stetten bei der Kreistagssitzung am 04. November 2019. Foto: GSCHWÄTZ

Timmy Hatton mit seiner hochschwangeren Frau in der Quarantäne-Station in Aserbaidschan. Foto: privat




Der Fall Timmy Hatton – Ein Neuensteiner wird mit seiner hochschwangeren Frau in Aserbaidschan festgehalten

Es hört sich an wie ein schlechter Film, doch das, was Timothy – auch Timmy genannt – Hatton gegenüber GSCHWÄTZ zu berichten hat, ist die bittere Realität, in der er und seine hochschwangere Frau Duygu derzeit leben. Der Neuensteiner und seine Frau, eine Türkin, sitzen seit sechs Tagen in einer Quarantäne-Station in Aserbaidschan fest – ohne fließendes Wasser oder eine funktionierende Toilettenspülung. Ihre Pässe hat man ihnen abgenommen. Zu Essen gibt es Wasser, Eier und Brot. Der Grund: Auch hier ist die Panik vor dem vor allem im Nachbarland Iran tobenden Coronavirus immens. Bei Timothy Hatton wurde an der Grenzkontrolle Fieber gemessen. Ergebnis: 37,1 Grad. Für die Mitarbeiter vor Ort der Grund, dem Ehepaar die Pässe abzunehmen und ihn und seine Frau in Quarantäne zu stecken.

Timmy Hatton mit seiner Frau in der Quarantäne-Station in Aserbaidschan. Foto: privat

„Keiner sagt, wie lange wir noch hierbleiben müssen“, sagt Timothy gegenüber GSCHWÄTZ. Das Ehepaar, das sich mit ihren beiden Hunden eigentlich auf einer Wohnmobilrundreise befindet (um die Hunde kümmert sich derzeit eine Polizistin), ist am Ende seiner Kräfte, steht doch die Unsicherheit im Raum, wie lange sie noch in diesem Land bleiben müssen. Das Hauptproblem: Duygu ist im achten Monat schwanger. Die Grenzen auf dem Landweg in die Nachbarländer  wurden laut Timothy Hatton nun wegen dem Coronavirus komplett geschlossen. Das heißt: Man kann derzeit lediglich mit dem Flugzeug ausreisen. Fluggesellschaften erlauben Hochschwangeren teilweise Flüge nur noch bis zur 36. Woche. Duygu ist derzeit in der 34. Woche.

„Ich habe in der Ecke gewartet wie ein Aussätziger“

Doch wie kam das Ehepaar überhaupt nach Aserbaidschan? Angefangen hatten ihre Reiseturbulenzen in Indien. Im Januar 2020 seien sie in Indien in ihrem Wohnmobil überfallen worden. Von Indien wollten sie daraufhin so schnell wie möglich in die Türkei zurückkehren. Dort soll ihr Baby auf die Welt kommen. Doch der Weg dorthin ist mehr als steinig. Von Pakistan geht es in den Iran. Als sie im Iran angekommen sind, verbreitete sich dort der Coronavirus rasant. Die Nachbarländer schlossen reihenweise ihre Grenzen. „Wir haben noch versucht, in den Irak auszureisen“, erzählt Timmy. Aber erfolglos. Es blieb das Land Aserbaidschan, das seine Grenzen noch offen hatte. An der Grenzkontrolle wurde Fieber gemessen. Bei Timmy zeigte das Thermometer 37,1 Grad an – ein Grund für die Grenzmitarbeiter vor Ort, ihnen die Pässe abzunehmen und in eine Krankenhaus in Aserbaidschan zu überführen.

Waschbecken auf der Quarantänestation in Aserbaidschan. Foto: privat

Keine funktionierende Toilette oder fließend Wasser

„Ich habe in der Ecke gewartet wie ein Aussätziger“, erinnert sich Hatton. Ursprünglich hieß es, im Krankenhaus werde ein Test gemacht, nach ein paar Stunden, sobald das Ergebnis vorläge, dürfe das Ehepaar wieder gehen. Im Krankenhaus dann die Ernüchterung. Ein Arzt sei nicht vor Ort, der komme erst morgen wieder, heißt es dort lapidar. Das Ehepaar wird angeschriehen. Sie sollen sich jetzt hinlegen und schlafen. „Wir wollten jemanden anrufen, aber wir durfen nicht“, berichtet Hatton noch immer fassungslos darüber, was ihnen passiert ist. „Selbst wenn jemand einen Mord begangen hat, darf man jemanden anrufen, wenn man verhaftet wird. Wir durften das nicht.“ Hinzu kamen widrigste Hygienstandards auf der vermeintlichen Quarantänestation, die sie sich mit weiteren Personen teilten. Krankenhausbetten ohne Decken, keine funktionierende Toilettenspülung, ein Wasserhahn, aus dem lediglich tropfenweise das Wasser kam. Seife gab es anfangs ebenfalls nicht.

Toilette auf der Quarantänestation in Aserbaidschan. Foto: privat

Gegen 01 Uhr stürmen Polizisten in ihr Zimmer

Am nächsten Morgen kam tatsächlich ein Arzt, aber die einzige Aussage, die dieser getätigt habe, sei gewesen: „Sie müssen warten.“ Irgendwann sei ein Mann in einem Anzug aus der Hauptstadt Baku gekommen. Danach habe es Seife gegeben. Timothy musste eine Blut- und eine Speichelprobe abgeben. In zirka 24 Stunden würden die Testergebnisse vorliegen, dann dürfe er gehen, wurde ihnen gesagt. Aus einem Tag wurden drei Tage und noch immer steht die Ungewissheit im Raum: Wann dürfen sie gehen?

Hinzu kommen Geschichten, die sie von anderen Personen, die ebenfalls festhalten wurden, gehört haben. Geschichten vom Einsatz von Schlagstöcken. Einmal haben sie über eine Stunde lang Schreie aus den Zimmern nebenan gehört.  Eines Nachts gegen 01 Uhr stürmen sieben Polizisten in ihr Zimmer. Einer habe die Hand so hochgehoben, wie wenn er sie schlagen wolle. Duygu habe in dieser Situation aber den Mut gehabt, den Polizisten zu fragen, ob er sie ernsthaft schlagen wollte. Daraufhin habe der Polizist seine Hand wieder gesenkt. Die Polizisten teilten ihnen mit, dass sie auf eine andere Station verlegt würden. Warum und wieso wissen sie nicht. Rund zwei Stunden später, gegen 03 Uhr nachts, kommen sie in einem Krankenhaus in einer anderen Stadt an. Hier sind es nicht mehr zehn Menschen, mit denen sie auf der Station sind, sondern zirka 100, schätzt Timothy. Männer und Frauen sollten getrennt untergebracht werden. Dagegen wehrte sich das Ehepaar vehement – bislang mit Erfolg. Auch hier funktioniert die Toilettenspülung nicht.

Christian von Stetten eingeschaltet

Timothys Schwester hat inzwischen eine Petition gestartet, um ihrem Bruder und ihrer Schwägerin zu helfen. Er selbst hat schon mehrfach mit der Deutschen Botschaft in Aserbaidschan telefoniert, auch Christian von Stetten, den Bundestagsabgeordneten aus dem Hohenlohekreis – seiner Heimat – hat er informiert in der Hoffnung, dass Deutschland helfen wird, ihn und seine Ehefrau so schnell wie möglich zu helfen, Aserbaidschan zu verlassen. Die Türkei hat sich im Hinblick auf seine Frau Keskin bereits eingeschaltet und den Chefarzt vor Ort in Aserbaidschan angerufen.

Auch GSCHWÄTZ hat Kontakt mit der Deutschen Botschaft in Aserbaidschan, dem Auswärtigen Amt in Deutschland und mit Christian von Stetten Kontakt aufgenommen. Wir warten derzeit noch auf eine Stellungnahme bezüglich dem Fall Timmy Hatton.

Schutzmaßnahmen vor dem Coronavirus auf der Quarantänestation in Aserbaidschan. Foto: privat

Mitarbeiter auf der Quarantänestation in Aserbaidschan. Foto: privat

Ei, Brot und Wasser. Foto: privat

Eigentlich sollte es ein schöner Wohnmobilurlaub werden. Foto: privat

 

 

 




Der bewegte Mann – Faschingsbütt 2020

Kleiner, kleiner armer Mann,
was man nicht alles in Hohenlohe machen kann.
Starkes Ländle, starke Wirtschaft
Doch am Ende wird doch alles wegg‘schafft.

Krankenhaus ade, ade
Landratsamt ojemine.
Aber der Aufstand beginnt allmählich,
die Einbahnstraße, da sagten viele Gemeinderäte in Ingelfingen: Ab jetzt wähl‘ ich
und zwar nicht als Teufels rechte Hand, sondern mit eigenem Sinn und Verstand.
So kam es wie es kommen musste:
Die Einbahnstraße wurde abgewehrt und Bürgermeister Bauer damit in seine Schranken gekehrt.
Aber noch immer ist die Mitbestimmung in diesem Städtle wie zu Cäsars Zeiten.
Dem Bauer zu widerspreche, das ist fast wie ä Ziegenböckle zu reiten.

Michael Bauer. Foto: Natalis Lorenz/GSCHWÄTZ/Archiv

Aber auch in Öhringen haben die Bürger des große Los gezogen,
hier haben einige Bürger ihrem Oberindianer das Vertrauen ebenfalls entzogen.
Einen so genannten „Monsterbau“ mit Protesten in die Knie gezwungen
und damit auch mit ihrem Stadtoberhäuptle, Thilo Michler, gerungen.

Thilo Michler. Karikatur: Natalis Lorenz/GSCHWÄTZ/Archiv

In Künzelsau traf es die Kreisstädter 2019 ganz bitterlich,
Landrat von und zu Neth entzog ihnen mit seinen Getreuen das Kreiskrankenhaus wenig ritterlich.
Zappenduster ist es dort nun, wo vorher Menschen gesundheitlich versorgt sind worden,
dafür verleiht man den Kreistagsmitgliedern sicher keinen Orden.

Dr. Matthias Neth. Karikatur: Natalis Lorenz/GSCHWÄTZ/Archiv

In Niedernhall ging es hinter den Kulissen heiß her.
Die Fehde zwischen Klaus Richter und Bürgermeister Achim Beck ging in die letzte Runde einher.
Das End‘ vom Lied schmeckte nicht jedem, aber die Stadt konnte einen Punkt für sich verbuchen,
Klaus Richter flog aus dem Gemeinderat und muss, will er in Niedernhall politisch auch künftig etwas bewegen, nun bei Achim Beck Audienz ersuchen.

Achim Beck. Karikatur: Natalis Lorenz/GSCHWÄTZ/Archiv

Hohenlohe mein schönes Land,
wo gehst Du hin, Du Sternenstrand?
Bist gefangen zwischen grünen Säcken und zwischen rechten Nazi-Ecken.
Hohenlohe, du holde Maid, Deine Extreme sind hoffentlich nicht ganz so breit. Lass Deine strebsame, kluge Mitte zu neuem Leben erwachen
Dann haben wir 2020 wieder mehr zu lachen.

 




Bedingt einsatzbereit – Rettungsdienst nur eingeschränkt unterwegs

Allein im Dezember 2019 waren die Rettungsfahrzeuge des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Hohenlohekreis viermal nicht voll einsatzbereit. Dies bestätigte DRK-Kreisgeschäftsführer Bernd Thierer gegenüber GSCHWÄTZ. Das wäre im Durchschnitt mindestens einmal wöchentlich. Aber was heißt überhaupt voll einsatzbereit?

Am 11., 15., 16. sowie 23. Dezember 2019 war der Rettungsdienst nur eingeschränkt unterwegs. Das heißt konkret: An allen genannten Tagen war das Notarzteinsatzfahrzeug in Westernhausen nicht besetzt. Der Notarzt musste auf dem Rettungswagen mitfahren. 

Angespannte Personalsituation

Thierer verweist auf die schwierige Personalsituation, die das DRK habe: „In Baden-Württemberg besteht im Bereich der Notfallrettung flächendeckend eine sehr angespannte Personalsituation. Die planerischen Herausforderungen bei der Besetzung der Rettungsmittel durch den Personalmangel können derzeit nahezu vollständig kompensiert werden durch die bestehende Bereitschaft zur Leistung von Überstunden durch unsere Mitarbeiter. Bei kurzfristigen krankheitsbedingten Ausfällen von Mitarbeitern muss allerdings umgehend darauf reagiert und geeignete Maßnahmen für die Schicht ergriffen werden. Hierzu wurde an den betreffenden Tagen statt eines eigenständigen NEF (Notarzteinsatzfahrzeug), ein NAW (Notarztwagen im Kompaktsystem) an der Rettungswache am Standort Westernhausen betrieben.“

Rettungsdienstler bemängeln, dass dadurch der Notarzt nicht mehr unabhängig agieren könne und eventuell bereits früher zu der nächsten Unfallstelle aufbrechen müsse, sondern dadurch gebunden an den Notarztwagen sei, in dem er mitfahren müsse. Angesichts der angespannten Personalsituation, mit der das DRK bereits seit mehreren Jahren zu kämpfen hat (wir berichteten), stellt sich die Frage, mit welchem Personal die zusätzliche Rettungswache in Kirchensall (und möglicherweise in Stachenhausen), die angekündigt wurde (wir berichteten), betrieben werden soll.

Immer wieder war im Zuge der Krankenhausschließung im Gespräch, den Rettungsdienst finanziell und personell zu stärken. So wirklich stark wirkt er momentan allerdings nicht.

DRK sucht Rettungsdienstler

Das Deutsche Rote Kreuz Hohenlohe sucht Rettungsdienstler.
Anforderungen: abgeschlossene Ausbildung zum Rettungssanitäter, Führerschein Klasse B (langfristig C1), persönliches Engagement und soziale Kompetenz. Die Bewerber sollten die Bereitschaft zur Teilnahme am Schichtdienst und kontinuierlicher Weiterbildung mitbringen.

Mehr Informationen: http://www.drk-hohenlohe.de




Künzelsauer HNO-Arzt Dr. Krist kritisiert Landrat: „Er möchte Künzelsau auf das Niveau von Bieringen runterfahren“

Der Hals-Nasen-Ohrenarzt Dr. Matthias Krist hatte GSCHWÄTZ vor nicht allzu langer Zeit einen Leserbrief zukommen lassen, den wir in unserer Printausgabe abgedruckt haben – und bei dem wir noch einige Nachfragen hatten. Thema: Gesundheitsversorgung in Künzelsau. Daher haben wir den HNO-Arzt zu einem Interview zu uns in die Redaktion gebeten. Krist hat zugesagt und sprach mit GSCHWÄTZ-Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann unter anderem über die schlechte Bezahlung von Fachärzten und warum er zwischen seiner Praxis in Künzelsau und dem Öhringer Krankenhaus pendelt.

GSCHWÄTZ: Dr. Krist, in Ihrem ersten Punkt in Ihrem Leserbrief weisen Sie darauf hin, dass Künzelsau kein ambulantes Problem habe. Aber wir haben doch de facto Engpässe im Rettungsdienst und eine neue Notarztpraxis, bei der der Notarzt fast nicht handlungsfähig ist (wir berichteten).

Krist: Zu einer ambulanten Versorgung gehört per Definition nicht der Rettungsdienst und nicht die Notarzt-Versorgung. Die ambulante Versorgung beinhaltet die Arztpraxen, die auch einen Notdienst haben. Wir haben aber nichts mit dem Krankenhaus zu tun. Wir sind völlig autark. Der Rettungsdienst ist ebenfalls völlig autark. Er ist sozusagen der verlängerte Arm des Krankenhauses. Wir haben seit 1945 eine gute ärztliche Versorgung hier in Künzelsau. Es gibt eigentlich keine echten Defizite. Es ist eigentlich alles vorhanden.

„Wir haben ein sehr unsoziales Kassensystem“

GSCHWÄTZ: Ob das die Patienten, die einen Kinderarzt brauchen, so unterschreiben würden? Immerhin gab es früher in Künzelsau und Ingelfingen einen Kinderarzt, nun gibt es nur noch Dr. Marcel Monn, der zwar hervorragend arbeitet, dessen Praxis aber auch sehr voll ist.

Krist: Ich muss auch in Kauf nehmen, nach Öhringen zu fahren, wenn ich zum Kinderarzt will. Ich verstehe sehr wohl, dass jemand den Kinderarzt vor Ort haben will, aber die Politik will diese gute Versorgung nicht – weder bei den Ärzten, noch beim Krankenhaus. Weil sie das Geld, das sie von den Leuten dafür einnehmen, anderweitig verwerten.

„Ich kalkuliere mit einem Nettoverdienst bei einem Kassenpatienten über drei Monate (pro Quartal) von drei Euro als Facharzt.“

GSCHWÄTZ: Inwiefern?

Krist: Wir haben ein sehr unsoziales Kassensystem. Nehmen Sie nur mal die Schweiz. Der Staat zahlt dort aus Steuermitteln aus dem gesamten Steueraufkommen die Gesundheitsversorgung und in Deutschland zahlen nur die, die arbeiten. Das ist in höchstem Maße unsozial. Man hätte mehr Geld, wenn der Staat und nicht die Bürger für all diejenigen aufkommen müsste, die nicht einzahlen. Wir haben sehr viele Leute, die nicht mehr arbeiten oder arbeiten können. Zusätzlich gibt es ein Verteilungsproblem in der Gesundheitsversorgung. Die größten Kürzungen hat der ambulante Bereich 1996 hinnehmen müssen. Wir arbeiten heute für den gleichen Umsatz wie 1978. Ich kalkuliere mit einem Nettoverdienst bei einem Kassenpatienten über drei Monate (pro Quartal) von drei Euro als Facharzt. Der reine Umsatz pro Patient liegt bei 33 bis 35 Euro. Rund 30 Euro Unkosten können Sie davon abziehen. Dann bleiben pro Patient rund drei bis fünf Euro Gewinn. Beim Hausarzt schaut es besser aus. Er fängt mit 60 Euro Umsatz an bis zu 100 Euro. 1996 hat der Hausärzteverband erwirkt, dass die Hausärzte mehr Geld bekamen. Die Fachärzte wurden dementsprechend runtergekürzt. Hinzu kommen Hausarzt-Modelle, die lukrativ und auch sinnvoll sind, aber der Mangel an Fachärzten wird kommen.

Krist wird im Jahr 2020 60 Jahre alt. Seine HNO-Praxis in Künzelsau hat er von Dr. Grell 1996 übernommen. Die Praxis wurde laut Krist seitdem ausgebaut, unter anderem kam eine große operative Abteilung dazu. Neben seiner Praxistätigkeit arbeitet Krist für das Hohenloher Krankenhaus und führt in Öhringen Operationen durch. Er sagt, er arbeitet rund 60 Stunden wöchentlich im Durchschnitt – mal mehr, mal weniger.

GSCHWÄTZ: Warum sinkt die Attraktivität für Medizinstudenten, Facharzt zu werden?

Krist: Ich habe rückblickend in den ganzen 25 Jahren keinen einzigen Tag gehabt, wo ich heimgekommen wäre und gesagt habe: Da hat sich was verbessert. Es ist alles kontinuierlich schlechter geworden. Es funktioniert trotz der politischen Vorgaben, nicht wegen. Wir Ärzte sind Lebenskünstler. In fünf oder sechs Jahren hat man die Lebenskünstler nicht mehr. Dann hat man eine andere Generation. Die macht das nicht mehr mit.

„Der Fachkräftemangel wird kommen“

GSCHWÄTZ: In Ihrem Leserbrief sind Sie absolut gegen ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) für Künzelsau. Warum?

Krist: Weil wir in dem Ärztehaus bereits sehr viele Arztpraxen haben. Ein MVZ macht dann Sinn, wenn ich noch nichts habe und Ärzten eine Möglichkeit geben will, Fuß zu fassen. Für etablierte Praxen so wie die im Ärztehaus wird durch ein MVZ alles signifikant uninteressanter, mit den daraus resultierenden Folgen für die Patientenversorgung der Zukunft.

GSCHWÄTZ: Ist das bestehende Ärztehaus nicht quasi schon ein MVZ nur unter anderem Namen?

Krist: Im Ärztehaus arbeiten alle autark und für sich. Sie zahlen lediglich Miete für die Räume. Bei einem MVZ haben Sie einen Träger (Anm. d. Red.: In Künzelsau ist es die BBT-Gruppe gemeinsam mit dem Hohenlohekreis), dem das MVZ gehört. Die Ärzte mit ihren bestehenden Arztpraxen müssten sich bereiterklären, ihre Praxen an den Träger zu verkaufen, um dann im Angestelltendasein zu arbeiten. Ich könnte meine Praxis verkaufen ans MVZ und könnte dann für diesen Träger arbeiten. Das wäre etwa kurz vor der Rente interessant. Ansonsten ist das aber absolut unattraktiv für die bestehenden Praxen. Zudem erhält ein MVZ Zuschläge pro Arzt. Dadurch kann das MVZ aggressiver auf dem Markt auftreten. Das wäre dann eine neue Konkurrenz besonders für die Hausärzte.

GSCHWÄTZ: Das MVZ in Forchtenberg wird gern als Positiv-Beispiel von diversen Kreisräten genannt.

Krist: Das MVZ in Forchtenberg ist ein privates MVZ mit einem sehr guten Geschäftsführer, der gleichzeitig auch Doktor mit einer Praxis ist. Diese Kombination gibt es selten.

„Es gibt bereits den hausärztlichen Notdienst. Dieser reicht völlig aus.“

GSCHWÄTZ: Eigentlich haben wir doch schon alle wichtigen Ärzte in dem Ärztehaus in Künzelsau vereint, oder?

Krist: Wir bräuchten noch Neurologen, einen weiteren Kinderarzt sowie zwei HNO-Ärzte.

GSCHWÄTZ: Wir bräuchten auch einen handlungsfähigen Notarzt im Sitzdienst im Krankenhaus in Künzelsau. Momentan darf der Notarzt keine Patienten versorgen, sondern nur beratend tätig sein.

Krist: Es gibt bereits den hausärztlichen Notdienst. Dieser reicht völlig aus. Man kann ihn nachts und am Wochenende immer anrufen. Diesen Notdienst gibt es nicht nur für Hausärzte, sondern auch für Fachärzte.

„Bevor die Schließung im Gespräch war, gab es mal Pläne für ein Hohenloher Krankenhaus auf der grünen Wiese – also weder in Künzelsau noch in Öhringen“

GSCHWÄTZ: Aber ist bei den Patienten hier nicht die Hemmschwelle größer, einen Hausarzt nachts aus dem Bett zu klingeln, als einfach ins Krankenhaus zu fahren, um dort versorgt zu werden?

Krist: Das Problem ist, dass mittlerweile in den Notfallambulanzen dermaßen viele sitzen, die sich einfach die Wartezeiten in den Praxen sparen wollen. Das Problem beim Hohenloher Krankenhaus ist, dass der strategisch denkbar ungünstigste Teil – nämlich Künzelsau – geschlossen wurde, weil Öhringen zu nah an Heilbronn grenzt. Bevor die Schließung im Gespräch war, gab es mal Pläne für ein Hohenloher Krankenhaus auf der grünen Wiese – also weder in Künzelsau noch in Öhringen. Dieser Neubau hätte in Neuenstein stehen können oder irgendwo an der A6 zwischen Künzelsau und Öhringen. Aber diese Pläne hatte man dann wieder verworfen.

„Er hat eine Altersresidenz aufgebaut, die eine der besten Deutschlands ist“

GSCHWÄTZ: Wie sehen Sie das neue Ärztehaus von Christian von Stetten in Schloss Stetten, das im Frühjahr fertig werden soll?

Krist: Herr von Stetten unterscheidet sich von Landrat Dr. Matthias Neth dadurch, dass alles, was er macht, klug ist. Er hat eine Altersresidenz aufgebaut, die eine der besten Deutschlands ist und daran eine Altersversorgung anzuschließen, ist nur logisch und konsequent. Wäre er in der Lage, darüber hinaus ein Facharztzentrum mit Kurzliegebetten zu etablieren, die von den Ärzten selbstständig bewirtschaftet werden können, dann wäre das Defizit, das durch die Schließung des Krankenhauses entstanden ist, weitestgehend kompensiert.

„Öhringen liegt an der falschen Stelle, da es direkt vor Heilbronn liegt.“

GSCHWÄTZ: Aber die Politik möchte diese Lösung bislang nicht, da die Ärzte, die in diesem neuen Haus arbeiten würden, dann auch eine kassenärztliche Erlaubnis haben müssten. Die deutsche Krankenhausgesellschaft (starke Lobby) müsste Betten abtreten an von Stetten. Und das will eine der stärksten Lobbys in Deutschland sicher nicht.

„Im Übrigen: Ich bin zufrieden in Künzelsau“

GSCHWÄTZ: Sie pendeln ja derzeit zwischen Ihrer Praxis und dem Öhringer Krankenhaus als weiterem Arbeitsplatz drei- bis viermal wöchentlich. Können Sie sich vorstellen, langfristig ganz nach Öhringen mit Ihrer Praxis zu gehen?

Krist: Nein, hier zumachen steht nicht zur Debatte. Wir haben eine sehr große und leistungsstarke Praxis. Ein Umzug nach Öhringen ist nicht sinnvoll. Das wäre auch mit enormen Investitionen verbunden. Im Übrigen: Ich bin zufrieden in Künzelsau.

GSCHWÄTZ: Wie schätzen Sie den Neubau in Öhringen ein? Es gibt ja kritische Stimmen, die sagen, dass er gar nicht kommen wird.

Krist: Ganz schwer zu sagen. Meine persönliche Einschätzung: Wir werden da noch so manche Überraschung erleben und mir ist nicht klar, ob da tatsächlich ein Krankenhaus gebaut wird. Öhringen liegt an der falschen Stelle, da es direkt vor Heilbronn liegt. Künzelsau wäre geografisch richtiger. Aber der Landrat möchte Künzelsau auf das Niveau von Bieringen herunterfahren.




Määäääädchen – Heute abend geht’s wieder los

Was haben Heidi Klum, Britney Spears und Taylor Swift gemeinsam? Sie haben jeweils für sich eine ganze Generation – um es gemäß Heidi Klum auszudrücken – Määääädchen gesprägt.

Während Swift im Dezember 30 Jahre alt geworden ist, ist Spears in ihren 30 Jahren und steht kurz vor ihrem 40. Geburtstag (ok, knapp zwei Jahre sind es noch bis dahin), während Klum mitten in den 40ern ist. Alle drei haben allein durch ihr Talent, ihren Biss und ihrem Willen einen kometenhaften Aufstieg hingelegt. Während Heidi Klum als Bergisch Gladbacher Landei, noch taufrisch hinter den Ohren, die internationale Modelwelt erobert und Deutschland auf im wahrsten Sinne strahlendste Weise präsentiert hat und auch heute noch mit 46 Jahren unglaublichen sagenhaft gut im Geschäft ist, steht Britney Spears für das Popsternchen-Synonym schlechthin. Wenn Michael Jackson der King of Pop ist, ist sie die Pop-Prinzessin. Und dann kam Taylor Swift. In zehn Jahren schaffte sie es von dem Image der süßen Countrysängerin zum internationalen Entertainment-Star.

Jede von ihnen muss und musste viel Kritik einstecken

Und doch: Kritiker haben alle drei reichlich. Und das nicht ohne Grund. Heidi wird in regelmäßigen Abständen dem Vorwurf ausgesetzt, in ihren jährlichen Germany-next-Topmodel (GNTM)-ihre Määääädchen auf Bauch-Beine-Po-und-viel-nackte Haut zu reduzieren. Britney Spears wird regelmäßig ein Shitstorm auf ihrem Instagram-Account zu Teil wegen ihres scheinbar verwaschenen Make-ups und ihren teils (tatsächlich) recht gewöhnungsbedürftig aussehenden Yoga-Übungen, die sie ab und an ihren Followern darbietet. Taylor Swift sollte laut eigenen Aussagen ihr Saubermann-äh-pardon-Sauberfrau-Image pflegen und sich tunlichst nicht äußern zu politischen Belangen, wie sie nun selbst öffentlich erklärte.

Damit sei aber jetzt Schluss, kündigte Swift an. Sie habe es satt, nach außen perfekt zu wirken. Auch sie habe Schwächen, unter anderem habe sie Essstörungen gehabt, berichtete sie jüngst in einer Netflix-Doku. Die authentische Taylor wird von ihren Fans nun genau dafür gefeiert. Für das unperfekte. Das ist Britney Spears mit ihren Fans leider bislang nicht vergönnt.

Und Heidi? Heute Abend geht es wieder los mit einer neuen Staffel GNTM auf ProSieben um 20.15 Uhr. Heidi wird zwar auch nicht selten angefeindet auf ihrem Instagram-Account – im Bezug auf ihr Alter oder ihrem jüngeren Ehemann – aber es scheint sie – zumindest nach außen nicht zu stören und sie lässt sich dadurch in ihrem Handeln auch nicht beeinflussen. Das erfordert aber ein nicht zu unterschätzendes Rückgrat. Aber wahrscheinlich ist sie auch nur damit so weit gekommen in ihrem Leben.

 

 

 




Offener Brief: Achim Beck nennt Grund für die NVH-Streckenstreichung Niedernhall – Taläcker

Nachdem Ralph Kroupa seinem Ärger über den NVH in einem sechsseitigen offenen Brief an Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck Luft gemacht hat (wir berichteten: https://www.gschwaetz.de/2020/01/24/irrfahrten-fuer-grundschueler-der-anne-sophie-nvh-faehrt-schule-nicht-mehr-an-wutbrief-erreicht-achim-beck/   ), verweist Achim Beck auf GSCHWÄTZ-Nachfrage darauf, dass „nicht der Kreistag die Anfahrt der Linie fünf zur Haltestelle auf den Taläckern beschlossen beziehungsweise untersagt“ habe. Diese gehe auf ein so genanntes „Parallelbedienungsverbot“ zurück. Das Landratsamt des Hohenlohekreises erklärt gegenüber GSCHWÄTZ: „Mit dem Fahrplanwechsel zum 15. Dezember 2019 wurde die Linienführung der Linie fünf geändert. Die Gründe hierfür liegen in dem im Personenbeförderungsgesetz festgesetzten Verbot der Parallelfahrten von Verkehren. Solange eine verkehrliche Verbindung besteht, darf diese Verbindung nicht noch einmal durch einen anderen Verkehr gefahren werden.“ Aber welche parallele Verbindung besteht?

Achim Beck hat am 07. Dezember 2017 Klartext gesprochen

Bürgermeister Achim Beck. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Bergbahn als Alternative anstelle von Bussen

Das Landratsamt hierzu: „Die Stadt Künzelsau hat vergangenes Jahr gegenüber dem Hohenlohekreis und dem NVH vorgebracht, dass ihre Bergbahn eine Direktverbindung vom Kochertal aus zum Wohngebiet Taläcker darstellt. Aufgrund dieses bestehenden Verkehrs ist es nach den Vorgaben des Personenbeförderungsrechts nicht möglich, die direkte Busverbindung aus dem Kochertal zu dem Wohngebiet Taläcker einzurichten. Die Stadt Künzelsau als Trägerin der Bergbahn hat von ihrem Recht Gebrauch gemacht, die Einhaltung des Parallelbedienungsverbotes zu fordern und so die Einstellung der bislang bestehenden direkten Busverbindung zu dem Wohngebiet Taläcker durchzusetzen.“

„Dieser Umstieg ist vertretbar“

Allein aufgrund dieser Forderung der Stadt Künzelsau sei der Fahrplan, so erklärt es das Landratsamt, entsprechend geändert worden. „Ohne den Einwand der Stadt Künzelsau hätte der NVH die direkte Busverbindung zum Wohngebiet Taläcker auch nach dem Busunternehmerwechsel und auch nach der Fahrplanänderung eingerichtet und diese Verbindungen weiterhin gefahren. Hierzu waren diese auch in der europaweiten Ausschreibung der Fahrleistungen aufgeführt.“

Bürgermeister Stefan Neumann. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Stadt Künzelsau verweist auf „Kosten- und Umweltgründe“

Die Stadtverwaltung Künzelsau bestätigt gegenüber GSCHWÄTZ, dass sie den NVH gebeten habe, „den Parallelverkehr zur Bergbahn einzustellen, und zwar aus Kosten- und Umweltschutzgründen. (…) Über den NVH und die Bergbahn findet eine gute – wenn auch längere – Anbindung an die Schulen im Wohngebiet Taläcker statt und die Stadtverwaltung Künzelsau ist der Auffassung, dass dies zumutbar ist. Auch wenn der Unmut der Eltern verständlich ist, sollte es in Zeiten knapper Ressourcen und aus Gründen des Umweltschutzes zu keinen Parallelverkehren kommen.“

Vor allem Grundschuleltern hatten den Weg moniert, den Grundschüler nun zurücklegen müssten, um zur Anne-Sophie-Schule zu kommen – entweder durch Umsteigen oder durch Aussteigen am Busbahnhof in Künzelsau, um dann zu Bergbahn am Kaufland zu laufen, um von dort zu den Taläckern zu gelangen. Die Stadtverwaltung Künzelsau verweist hierzu auf Schüler aus anderen Richtungen, die ebenfalls mit der Bergbahn fahren: „Neben den Schülern aus Künzelsau, fahren auch die Schüler aus nördlicher und östlicher Richtung, also aus Richtung Bad Mergentheim, Langenburg oder Braunsbach mit der Bergbahn, nachdem sie mit dem Bus am Busbahnhof angekommen sind. Gefährdungen aufgrund eines unsicheren Schulweges wurden hier bislang nicht festgestellt.“ Weiter heißt es:

„Nach Auffassung der Stadtverwaltung ist es auch für die Schüler der Freien Schule Anne-Sophie, die aus Richtung Forchtenberg oder Niedernhall kommen, vor allem vor dem Hintergrund knapper Ressourcen und mit Rücksicht auf die Umwelt zumutbar, mit den bestehenden Buslinien an den Busbahnhof zu fahren und anschließend mit der klimafreundlichen Bergbahn ins Wohngebiet Taläcker zu kommen, anstatt parallel zusätzliche Buslinien zu betreiben.“

City-Bus soll künftig Ortsteile besser an die Kernstadt anbinden

Auch wenn NVH-Schülerfahrten gestrichen wurden, möchte die Stadtverwaltung Künzelsau ihr Angebot hinsichtlich des City-Busses ausweiten: „Geplant ist, die Ortsteile zumindest an den Wochenenden besser anzubinden, da es hier kein bis fast kein Angebot vom NVH gibt“, erklärt Hauptamtsleiterin Carmen Class gegenüber GSCHWÄTZ. „Außerdem werden Vertreter der Stadtverwaltung Künzelsau und des Hohenlohekreises gemeinsam der Frage nachgehen, bei welchen Linien noch Optimierungen vorgenommen werden können.“

Schlechtere Verbindungen für Schüler aus Niedernhall

Für die gestrichenen NVH-Strecken bedeutet das nun für die Schüler, etwa aus Niedernhall, einmal umsteigen in Gaisbach und eine längere Fahrt. Bislang sei die Linie fünf in rund 15 Minuten von Niedernhall auf die Taläcker gefahren. Künftig könne man die Anne -Sophie-Schule auf den Taläckern von Niedernhall aus mit dem Bus über Gaisbach erreichen, erklärt Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck. An der dortigen Haltestelle „Altes Rathaus“ gelte es dann umzusteigen. Der reine Anfahrtsweg verlängere sich dadurch laut dem Niedernhaller Rathausschef um rund fünf bis zehn Minuten. Aber „dieser Umstieg ist meines Erachtens für Schüler im Vergleich zu anderen Umstiegshaltestellen vertretbar“.

Achim Beck ist dennoch zufrieden mit dem NVH und den neuen Verbindungen

Beck ist daher dennoch „zufrieden“, dass „im Hinblick auf das Parallelbedienungsverbot, das schlichtweg auf eine Gesetzesgrundlage beruht, der NVH trotzdem noch für die Niedernhaller Schüler eine adäquate und gut vertretbare neue Linie fünf gefunden hat. Dass diese am Morgen mehr Zeit in Anspruch nimmt, ist auch im Vergleich zu anderen Schulwegen im Hohenlohekreis aus meiner Sicht vertretbar.“ Auf die von Kroupa hingewiesene alternative Linie zwei, die regelmäßig überfüllt sei, erklärt das Landratsamt die Überfüllung folgendermaßen:

„Die betreffende Strecke Giebelheide – Niedernhall Bildungszentrum wird in der Zeit der Schülerbeförderung (zur ersten Schulstunde) in einem Zeitraum von etwa 15 Minuten von insgesamt vier Bussen der Linien 2, 5 und 9 bedient. Nutzen jedoch zu viele Schüler, die in Niedernhall bereits wieder aussteigen, die Linie zwei (die als einzige der drei weiter nach Künzelsau fährt), kann das zu einer teilweisen Überfüllung dieses Busses führen, während gleichzeitig die Linien 5 und 9 kaum ausgelastet sind.“

NVH begründet regelmäßige Überfüllung der Linie 2

Beck selbst hat Ralph Kroupa Betreff der Umsteigevariante in Gaisbach schriftlich angeboten: „Gerne können wir uns auch gemeinsam einmal von der dortigen Situation überzeugen.“ Aber grundsätzlich seien in seiner Funktion als Bürgermeister wie auch als Kreisrat „diese jetzigen Gegebenheiten für mich persönlich vertretbar“. Er sehe daher „keinen Anlass, hier auf den NVH zwecks einer Änderung der Linie“ zuzugehen.

Achim Beck: „Dass unsere Wählerinnen und Wähler „Führer“ wählen, irritiert mich massiv und möchte ich auch nicht mehr weiter kommentieren“

Im Hinblick auf den offenen Brief von Kroupa betont Achim Beck, dass auch „immer die Sachlichkeit“ geboten bleiben solle. Besonders der letzte Abschnitt des Briefes und dass darin enthaltene Wort „Führer“ habe ihn beim Lesen „massiv irritiert“. In dem besagten Abschnitt heißt es seitens Kroupa: „Bei allem Übel und Frust über unsere Politiker dürfen wir aber nie vergessen, dass wir Wähler immer die Führer bekommen, welche wir verdienen. In Ihrem Fall muss ich mir leider eingestehen: „mitschuldig“.“ Beck dazu: „Dass unsere Wählerinnen und
Wähler „Führer“ wählen, irritiert mich massiv und möchte ich auch nicht mehr weiter kommentieren.“

 

 




Auschwitz: Ich und der andere – Haben wir wirklich dazu gelernt?

Vor einem Dreiviertel Jahrhundert wurde das größte Konzentrationslager (KZ) im Dritten Reich befreit. Auschwitz in Polen. Laut einem Bericht des Spiegels starben in dem größten nationalsozialistischen KZ rund 1,5 Millionen Menschen während der Vernichtungsjahre. Auschwitz. Der Name spricht für sich. Wenn man Ausschwitz hört, denkt man an völlig abgemagerte jüdische Menschen, an Berge von Skeletten. Man kennt die Bilder. Und doch: Es ist weit entfernt für all jene Generationen, die keine Kriegskinder sind. Ein schier unvorstellbareres Grauen hat sich vor 75 Jahren ereignet. Zahlreiche Augenzeugenberichte gibt es darüber, Dokumentationen. Bücher und Kinofilme wie „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, der zur Zeit in den Kinos zu sehen ist.

Die Ellbogengesellschaft ist zurück

75 Jahre liegen zwischen der systematischen Todesmaschinerie Deutschlands und dem Hier und Heute. Und doch hat man das Gefühl, dass die Toleranz gegenüber anderen Völkern, Rassen, Kulturen, Glaubens- und Werterichtungen in der heutigen Welt wieder rapide gesunken ist. Extremistische Haltungen scheinen wieder populärer zu werden, Anfeindungen nehmen zu, die Angst vor anderen und vor dem Anderssein anderer. Und: Die Angst vor dem Gefressen werden von anderen. Die Angst vor dem Überrannt werden. Die Ellbogengesellschaft ist zurück. Auch und vor allem in Deutschland.

Vom Sommermärchen zum Anfeindungsapparat – So gewinnt man nicht

Ganz wunderbar sieht man diese Entwicklung an der Deutschen Nationalelf. Was waren wir doch für eine Multi-Kulti-Einheit beim Sommermärchen 2006 in Deutschland. Was waren wir für eine Einheit, als wir 2014 den Titel dann tatsächlich holten. Dann der Niedergang, schlechte Spiele, schlechte Leistung. Dann ging es los mit den Anfeindungen gegen Mesut Özil. Mein Gott, wie beschämend.

Wahrhaft groß ist es, nicht nur gemeinsam zu feiern, sondern auch bei Niederlagen zusammenzuhalten. Aber das scheint Deutschland derzeit verlernt zu haben. Es gibt kein ich und der andere. Wenn wir wirklich Dinge ändern wollen, besser machen wollen, geht das nur mit einem Wir.

https://www.t-online.de/nachrichten/wissen/geschichte/id_87160966/auschwitz-befreiung-von-1945-menschliche-skelette-kamen-uns-entgegen-.html

https://www.spiegel.de/kultur/literatur/auschwitz-zeugin-was-war-und-was-nie-wieder-geschehen-soll-a-f58a62a4-ee4f-47d4-b979-2450597c027f