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Künzelsau: Geänderte Zeiten von Hallenbad, Bergbahn, Bücherei & Museum in den Ferien

Während der Feiertage über Weihnachten und den Jahreswechsel gelten für die städtischen Einrichtungen teilweise geänderte Öffnungs- und Betriebszeiten:

Künzelsauer Bergbahn Betriebszeiten
Weihnachten: Dienstag, 24. Dezember 2019 von 6.15 Uhr bis 15.00 Uhr; Mittwoch, 25. Dezember und Donnerstag, 26. Dezember 2019 von 9.00 Uhr bis 20.00 Uhr. Silvester: Dienstag, 31. Dezember 2019 von 6.15 Uhr bis 17.00 Uhr. Neujahr: Mittwoch, 1. Januar 2020 von 9.00 Uhr bis 20.00 Uhr. Feiertag Heilige Drei Könige: Montag, 6. Januar 2020 von 9.00 Uhr bis 20.00 Uhr. Die Bergbahn fährt wie gewohnt im Viertel-Stunden-Takt.

Stadtmuseum
Das Stadtmuseum ist am 24. und am 31. Dezember 2019 geschlossen. Geöffnet ist von 25. bis 30. Dezember 2019 und ab 1. Januar wieder Mittwoch bis Sonntag von 13 bis 17 Uhr. Auch am Feiertag Montag, 6. Januar 2020 hat das Stadtmuseum von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

Stadtbücherei im Alten Rathaus
Die Bücherei ist in der Zeit vom 23. Dezember 2019 bis 6. Januar 2020 geschlossen.

Bürgerbüro im Rathaus
Vom 24. bis 26. Dezember 2019 und vom 31. Dezember 2019 bis einschließlich 1. Januar 2020 ist das Bürgerbüro geschlossen. Ansonsten gelten die üblichen Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 8.30 bis 18.30 Uhr sowie Samstag von 9 bis 13 Uhr.

Hallenbad TollKÜN
Das Hallenbad hat geöffnet: 21. und 22. Dezember 2019 von 8 bis 18 Uhr; 27. Dezember von 15 bis 21 Uhr; 28. und 29. Dezember von 8 bis 18 Uhr; 2. und 3. Januar 2020 von 15 bis 21 Uhr; 4. bis 6. Januar von 8. bis 18 Uhr. Das TollKÜN ist geschlossen: vom 23. bis 26. Dezember; 30. und 31. Dezember 2019 sowie am 1. Januar 2020.

Wochenmarkt
Über das Weihnachtsfest und den Jahreswechsels findet der Wochenmarkt im kleineren Rahmen am Dienstag, 24. Dezember, am Freitag, 27. Dezember und am Dienstag, 31. Dezember 2019 sowie am 3. Januar 2020 wie gewohnt am Unteren Markt statt.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

Zu den Fotos:
Das Hallenbad TollKÜN ist an verschiedenen Tagen auch „zwischen den Jahren“ geöffnet. Mit Dampfbad und Kinderbereich ist der Besuch eine kleine Auszeit für die Familie. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau/Oliver Schniepp.

Hallenbad TollKün. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau/OlivierSchniepp

Hallenbad TollKün. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau/OlivierSchniepp




Künzelsau: Vier junge Männer schlagen mit Hartplastikstangen auf Schüler vor Schule ein

Am Donnerstagmittag, den 19. Dezember 2019, kam es vor einer Schule in Künzelsau zu einer gefährlichen Körperverletzung. Zwei Schüler verließen gegen 13 Uhr die Schule in der Jahnstraße und wurden vor dem Gelände der Schule durch vier junge Männer abgefangen. Diese waren mit Hartplastikstangen, die Parkplatzabtrennstangen des Schulparkplatzes, ausgerüstet und schlugen auf die zwei jungen Erwachsenen ein.

Als einer der zwei Schüler zu Boden ging, wurde auf diesen eingetreten. Nachdem von Passanten die Polizei gerufen wurde, flüchteten die Tatverdächtigen in Richtung Wald. Die beiden Schüler wurden dabei verletzt. Einer der Angreifer wurde bereits ermittelt. Die Polizei hofft nun auf Zeugen, die Hinweise zu den Tätern geben können. Diese werden gebeten sich bei der Polizei in Künzelsau, unter der Telefonnummer 07940 9400, zu melden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

 




Drei geplante Demos gegen Tiere im Zirkus

Bereits im letzten Jahr demonstrierten 45 Teilnehmer in Bad Mergentheim beim Main-Tauber Weihnachtszirkus gegen Tiere im Zirkus (wir berichteten).

„In der kommenden Saison des Main-Tauber Weihnachtszirkus werden wir uns mit insgesamt drei Demonstrationen beim Volksfestplatz Bad Mergentheim erneut für einen Zirkus ohne Tiere einsetzten. Mit Plakaten, Bannern, kurzen Reden und Sprechchören werden wir auf die Ausbeutung und Qual der Tiere im Zirkus aufmerksam machen“, schildert Carolin Kästner, die Organisatorin der Demo. Die Demo´s finden am Samstag, den 21. Dezember und 28. Dezember 2019 sowie am 04. Januar 2020 von 14.45 Uhr bis 16 Uhr statt. Die Veranstaltungen dieses Jahr für bis zu 80 Personen angelegt. Rolf Grüning, Smilla Huck und Robert Binder, von den Linken, werden an den einzelnen Samstagen eine Rede halten um auf einen Zirkus ohne Tiere aufmerksam zu machen.

Kästner erklärt:“Wir stehen für einen Zirkus ohne Tiere im Programm. Egal ob Hund, Schwein, Elefant, Kamel, Löwe oder Tiger. Kein Tier ist gerne in einer lauten (Musik),  grellen (Lichter) und von Menschen kreischenden Umgebung und das mehrmals am Tag während der Shows. Dabei ist es egal, ob die Tiere bereits in Gefangenschaft aufgezogen wurden oder nicht. Die Instinkte sind jedem Individuum angeboren. Auf die viel gerühmten Zirkus-Leitlinien ist hier kein Verlass. Diese sind veraltet und extrem lax.“

Die von Zirkusbetreibern oft angesprochene „einwandfreie Abnahme durch das Veterinäramt“ sei ebenfalls kaum als ein Indikator für Tierwohl zu sehen, da es unheimlich schwer sei einen beschlagnahmten Tiger geeignet unterzubringen aus Mangel an verfügbaren Einrichtungen. Daher wird in den meisten Fällen die Abnahme, aus Mangel an Unterbringungsmöglichkeiten, ausgestellt.

„Tiere können nicht selbst entscheiden ob sie auftreten wollen, menschliche Artisten dabei schon. Es muss endlich Schluss sein mit dem Profit auf Kosten der Tiere“, appelliert die Bad Mergentheimerin. Kästner weiter: „An der Demonstration teilnehmen kann jeder, der unsere Meinung teilt. Außer wettergeeigneter Kleidung brauchst du nur deine Stimme und den Willen dich gegen die Ausbeutung der Tiere einzusetzen.“

 

 




Stadt Ingelfingen verbietet Abdruck & Aushang von Faschingsplakat des TSV

Manage frei – so ein Zirkus in Ingelfingen“ – unter diesem Motto steht die Prunksitzung des TSV Ingelfingen am 08. Februar 2020 in der Stadthalle. Die Plakate sind gestaltet und sollten nun veröffentlicht werden. Da grätscht dem TSV die Stadtverwaltung Ingelfingen dazwischen. Auf GSCHWÄTZ-Nachfrage bestätigte Hauptamtsleiter Alexander Winter, dass das Plakat derzeit nicht im Amtsboten abgedruckt wird. Tatsächlich ist in dem Amtsboten, der am 19. Dezember 2019 verteilt wurde, nur ein kurzer Infotext über die Prunksitzung ohne Foto oder Flyer wie sonst üblich abgedruckt. Zu der Begründung für die Drucksperre verwies Winter auf Bürgermeister Michael Bauer. Telefonisch war Bauer bislang nicht zu erreichen. Auch eine schriftliche Antwort steht derzeit noch aus.

Auch in öffentlichen Gebäuden soll das Plakat nicht ausgehängt werden.

Beim TSV spekulieren Mitglieder derweil über die Gründe der Abdruck- und Aushangsperre. Anscheinend fühle man sich durch das diesjährige Motto „Manege frei – so ein Zirkus in Ingelfingen“ als Stadtverwaltung diskreditiert – für den TSV allerdings nicht nachvollziehbar. Nun habe es angeblich seitens des Orga-Teams bereits Überlegungen gegeben, das Motto dementsprechend zu ändern, damit doch noch Plakate ausgehängt und abgedruckt werden seitens der Stadtverwaltung.

Das Plakat zur Prunksitzung des TSV Ingelfingen 2020. Quelle: privat

 




Schlepper-Flashmob

Zahlreiche Trekker-Fahrer machten sich am Mittwochnachmittag, den 18. Dezember 2019, auf zu einem bundesweiten Traktoren-Flashmob zum stillen Protest gegen die Lage der Landwirte. In Wertheim-Bettingen versammelten sich gut 25 Traktor-Fahrer mit ihrem Maschinen und positionierten sich mit angeschalteten Warnblinkern im gesamten Industriegebiet Almosenberg. In Ilsfeld trafen sich die Fahrer von 16 Schleppern auf einer Wiese neben der A81 und machten dort mit eingeschalteten Rundumlichtern auf ihr Anliegen aufmerksam. Auch zwischen Nordhausen und Hausen wurde auf einem Feld für die Landwirte demonstriert. Hier kamen für kurze Zeit etwa 25 Personen mit 15 Trekkern zusammen. Ein Banner wurde gehisst und auch hier waren die Warnblinkanlagen eingeschaltet. Bei Neuenstein kam es zu leichten Verkehrsbehinderungen, weil etwa 20 Traktor-Fahrer mit ihren Gefährten die Strecke zwischen dem Emmertshof und Neuenstein auf und ab fuhren. Nach einem Hinweis der Polizei setzten die Teilnehmer ihren Protest dann stehend auf einem Feld neben der Straße fort. Neben der B27 bei Walldürn versammelten sich zehn Schlepper mit ihren Fahrern und auch an der A81 auf Höhe der Anschlussstelle Osterburken kamen sechs Traktoren und ihre Fahrer zum stillen Protest zusammen.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Dr. Faust: „Bei uns läuft die Praxis schon über“ – Kreistag diskutiert über notärztlichen Sitzdienst in Künzelsau

Der nach der Schließung des Künzelsauer Krankenhauses zum 16. November 2019 eingeführte notärztliche Sitzdienst war Thema bei der Kreistagssitzung am 09. Dezember 2019 in Waldenburg. Die Fraktion der Freien Wähler hatte den Antrag eingebracht, dass dieser Sitzdienst nicht erst nach einem Jahr sondern bereits nach drei Monaten evaluiert werden soll, damit der Kreistag „in einer nachfolgenden öffentlichen Sitzung im März oder April 2020 zur Entscheidung bezüglich der weiteren Fortführung“ kommen könne, so der Wortlaut des Antrags, der vom Fraktionsvorsitzenden Achim Beck gezeichnet ist. Die abschließenden Worte dieses Antrags lauteten wie folgt: „Sehr geehrter Herr Landrat, unserer FWV-Fraktion ist es darüber hinaus wichtig, Ihnen mitzuteilen, dass wir in der Entscheidung über die Schließung des Künzelsauer Krankenhauses hinter Ihnen stehen. Freundliche Grüße, Achim Beck, Fraktionsvorsitzender“

Thomas Dubowy (FWV): „Es sollte ein guter Notdienst sein.“

Die erste Wortmeldung kommt von Thomas Dubowy (FWV), der den Antrag seiner Fraktion nochmals präzisiert darstellen wollte: „Jeder von uns hatte damals seine eigenen Vorstellungen von der Ausgestaltung eines Notdienstes. Der Notdienst soll rechtskonform und qualitätsgesichert sein. Umgangssprachlich: Es sollte ein guter Notdienst sein.“ Nachdem die Ausgestaltung bekannt ist, ist Dubowy nicht von der Qualität des Notdienstes überzeugt. „Eine Evaluation am Ende des ersten Jahres würde eine Verbesserung oder Änderung erst am Ende des zweiten Jahres, zum 31.November 2021 ermöglichen.“ Ihm geht es bei diesem Antrag „um eine fristgerechte Beurteilung im Rahmen bestehender Verträge“ und widerspricht damit genaugenommen der Formulierung des Antrags seiner eigenen Fraktion. Er schließt: „Da jeder verantwortungsbewusst für die Bürger entscheiden möchte, kann ich mir nur einen einstimmigen Zuspruch vorstellen. Wer gegen diesen Antrag stimmt, stimmt gegen eine gute ärztliche Versorgung in Künzelsau.“ Die Argumentation mit vertraglich festgelegten Fristen ging für Landrat Dr. Matthias Neth zu sehr in persönliche Vertragsdetails, so dass er sich gezwungen sah, die Öffentlichkeit kurzfristig auszuschließen.

Waldtraud Kuhnle (FDP): „So schnell wie möglich evaluieren, um dieses Geld zu sparen.“ 

Nach kurzer nichtöffentlicher Aussprache meldet sich Waltraud Kuhnle (FDP) zu Wort. Sie will dem Antrag zustimmen und präsentiert Zahlen, dass der kassenärztliche Notdienst nach der Schließung des Krankenhauses 72 Patienten hatte und somit ungefähr 1,5 Patienten pro Stunde behandelt habe – über die Art der Behandlungen und darüber, ob 40 Minuten pro Notfallpatient nicht vielleicht angemessen sein können, sagt sie aber nichts. Insbesondere sagt sie nichts über die Zahlen des 24/7-Notarztdienstes. „Zu diesen Zahlen, wollen Sie, Herr Neumann, einen zusätzlichen Arzt, den niemand aufsucht“ – worauf Neumann zwischenruft, dass nicht er, sondern der Kreistag das so beschlossen hat. Kuhnle will „so schnell wie möglich evaluieren, um dieses Geld zu sparen“.

Hans-Jürgen Saknus (SPD): „Die Leistungen, die von diesem Notdienst angeboten werden, sind wahrscheinlich sehr zweifelhaft.“ 

Spätestens jetzt wird klar, dass es offenbar ganz unterschiedliche Ziele gibt: Den einen geht es darum, den Notdienst umgehend einstellen zu können, um damit Geld zu sparen, andere sehen die Notwendigkeit einer Versorgung durch einen notärztlichen Sitzdienst im Raum Künzelsau und wollen durch frühe Evaluierung die Chance bekommen, die Struktur des Notdienstes an die tatsächlichen Anforderungen anzupassen.
Hans-Jürgen Saknus (SPD) stellt die Frage: „Was evaluieren wir?“ Die gegenwärtige Umsetzung sei kein qualifiziertes Konzept für den Raum Künzelsau und tauge auch nicht als Pilotprojekt. „Wir müssen uns anschauen, was die Künzelsauer erwartet haben und was sie dafür bekommen.“ Eine Notfallpraxis müsse bestimmte Leistungen erbringen und diese Leistungen seien zu evaluieren, nicht nur Zahlen. „Die Leistungen, die von diesem Notdienst angeboten werden, sind wahrscheinlich sehr zweifelhaft, da muss man genau hinschauen“ und geht sogar noch einen Schritt weiter: „Wir müssen genau hinschauen, ob nicht im Hintergrund etwas ganz Anderes läuft, dem wir wehren müssen: Nämlich dem Abbau der Notfallpraxis in Künzelsau.“

Ernst Kern (Die Linke): „Damit die Bürger auch merken, wir wollen uns um sie kümmern.“ 

Ernst Kern (Die Linke) legt Wert darauf, eine Lösung für die Bevölkerung in Künzelsau im Blick zu haben: „Damit die Bürger auch merken, wir wollen uns um sie kümmern und etwas wirklich Gutes machen und nicht durch Evaluation alles hinausschieben oder wieder abschaffen.“ Einen ähnlichen Standpunkt nimmt auch Catherine Kern (Grüne) ein und fordert klare und öffentlich bekannte Kriterien für die Evaluation: „Es ist ganz wichtig, den Bürgern von Künzelsau die Kriterien transparent darzustellen, damit wir wissen, ab wann kann diese freiwillige Leistung nicht mehr am Leben erhalten werden.“

Dr. Faust (FWV): „Bei uns läuft die Praxis schon über.“

Dr. Faust (FWV), niedergelassener Arzt in Künzelsau, hat kein Problem mit der Datenerhebung und richtet den Blick in die Zukunft: „Damit wir auch Daten haben, um weiterzudenken. Parallel müssen wir etwas hinkriegen als Ersatz für das, was wir durch das Krankenhaus verloren haben.“ Er bekommt die Auswirkungen der Schließung bereits zu spüren: „Bei uns läuft die Praxis schon über“. Martin Braun (Grüne) schlägt vor, die Evaluierung nicht schon nach drei Monaten sondern nach vier Monaten und nach acht Monaten durchzuführen und die Ergebnisse zu veröffentlichen. „Nur so kriegen wir einen Teil des Vertrauens wieder zurück, das wir als Kreistag verloren haben durch die Schließung des Krankenhauses.“ Und schlägt mit der Betonung der Interessen der Bevölkerung in dieselbe Kerbe wie Ernst Kern und Catherine Kern.

Prof. Dr. Otto Weidmann (FWV): „Ein Nein zur Evaluierung ist völlig unverständlich.“

Prof. Dr. Otto Weidmann (FWV) bekräftigt nochmals den Standpunkt der FW-Fraktion: „Wenn man sieht, dass ein Angebot keinen Nutzen hat und nur Kosten bringt, dann muss man es einstellen, das ist ein ökonomischer Grundsatz.“ Die Nutzerzahlen seien ein Indiz, dass der Nutzen gering sei, eine frühzeitige Evaluation sei nötig, um schnell reagieren und die Reißleine ziehen zu können. „Ein Nein zur Evaluierung ist völlig unverständlich.“ 
Anton Baron (AfD) ist im Prinzip gegen die Konstruktion des Sitzdienstes, fordert aber eine 24/7-Versorgung im Rahmen der kassenärztlichen Zulassung: „Wir haben damals zugestimmt, weil wir gehofft haben, dass dieser Sitzdienst eine kassenärztliche Zulassung bekommt.“ Der Sitzdienst sei „ein Zusatzservice, der eigentlich völlig überflüssig ist, da die Leute ja sowieso versorgt werden“.

Landrat Dr. Neth: „Ich will nicht ausschließen, dass wir eine vernünftige Lösung finden, um in Randzeiten ein Versorgungsangebot zu machen.“

Landrat Neth geht direkt in den Dialog und vermutet, dass der 24/7-Dienst keine Kassenzulassung erhalten wird, sieht aber anderweitige Konstrukte und verweist dazu auf das noch nicht existente MVZ: „Ich kann ein MVZ über Öffnungszeiten steuern, das könnte eine sinnvolle Möglichkeit sein. Die Frage ist nur, wie schnell kriegen wir so etwas hin.“ Auf jeden Fall will er aufgrund des AfD-Antrags Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung aufnehmen. Auf nochmalige Nachfrage Barons nennt Neth das Beispiel Marienhospital in Stuttgart, wo es bereits eine 24-Stunden KV-Notfallpraxis gibt. „Ich will nicht ausschließen, dass wir eine vernünftige Lösung finden, um in den Randzeiten ein Versorgungsangebot zu machen.“ Mangels Kassensitz geht Neth aber nicht davon aus, dass der gegenwärtige 24/7-Notarzt eine Kassenzulassung erhalten kann.

Bürgermeister Neumann: „Da verliert der Kreistag das Gesicht.“

Ungewohnt emotional zeigt sich der Künzelsauer Bürgermeister Stefan Neumann: „Es braucht Zeit, um mit der BBT-Gruppe zusammen neue Strukturen zu entwickeln.“ Es ist für ihn „völlig in Ordnung, dass wir die Zahlen auch bekanntmachen“. Gleichzeitig wirft er den Freien Wählern vor: „Ihr Ziel ist es, möglichst bald diesen Sitzdienst zu schließen. Das ist nicht in Ordnung, weil der Kreistag entschieden hat, dieses Instrument als Kompensation zu etablieren. Wenn man etwas etablieren will, dann kann man nicht nach drei Monaten schon die Reißleine ziehen, dann hat man dem keine Chance gegeben.“ Auch Neumann geht es um die Verlässlichkeit des Kreistages und das Vertrauen des Bürgers in den Kreistag: „Vor einen Jahr haben wir gesagt, wir evaluieren nach einem Jahr und jetzt sagen wir, wir wollen schon nach drei Monaten evaluieren und dann entscheiden: Da verliert der Kreistag das Gesicht. Ich würde da als Bürger auch das Vertrauen in diesen Kreistag verlieren.“

Rüdiger Volk (CDU): „Ich bin mir nicht sicher, ob man im Gesundheitswesen immer rein ökonomisch denken kann.“

Mit einem völlig anderen Blickwinkel bereichert Rüdiger Volk (CDU) gegen Ende der Aussprache die Diskussion: „Ich bin mir nicht sicher, ob man im Gesundheitswesen immer rein ökonomisch denken kann“, sagt er und bemängelt, dass bisher keine Kriterien für die Beurteilung der zu erhebenden Zahlen festgelegt sind: „Dann haben wir Zahlen, aber wo sind die Kennziffern, die uns sagen: Ist das gut, ist es schlecht. Reicht es, wenn wir feststellen, es wurde ein Menschenleben gerettet. Oder müssen es 3 oder 5 sein?“ Diese Kriterien fehlen ihm im Gesundheitswesen, „das macht mir eine Entscheidung sehr, sehr schwer“. Landrat Neth antwortet direkt: „Wir haben keine Kriterien hinterlegt, am Schluss ist es eine politische Entscheidung.“

Evaluation nach 4 und 8 Monaten

Nach kurzer Unterbrechung und fraktionsinterner Diskussion darüber, welcher der beiden Anträge der „weitergehende“ ist, wird dann zuerst über den ursprünglichen Antrag der Freien Wähler abgestimmt: Der Antrag der FW, bereits nach 3 Monaten zu evaluieren, wird mit 18 Ja- gegen 20 Nein-Stimmen bei 2 Enthaltungen abgelehnt. Der Antrag der Grünen wird im Anschluss einstimmig ohne Enthaltung angenommen – es wird also nach 4 und nach 8 Monaten eine Evaluation des Notarztdienstes vorgenommen.

Es wurde allerdings nicht darüber abgestimmt, was genau evaluiert werden soll. Eine reine Betrachtung „Minuten pro Patient“ oder daraus folgend „Euro pro Patient“ dürfte aufgrund der Vielzahl der möglichen Einsatzszenarien eines solchen Notarztes nicht angemessen sein.

Text: Matthias Lauterer

Nur wenige Zuhörer verirrten sich in die Kreistagssitzung. Foto: GSCHWÄTZ

 




Simprechtshausen: Heiliger Besuch

Im Januar kommt der Papst nach Simprechtshausen. Der Jugendclub Simprechtshausen e.V. präsentiert das Theaterstück „… und morgen kommt der Papst!“ von Heidi Mager im Dorfgemeinschaftshaus in Simprechtshausen. Am Sonntag, den 05. Januar 2020, am Samstag, den 11., 18. und 25. Januar 2020, sowie am Freitag, den 24. Januar 2020, dreht sich alles um ein eigentlich wohlvorbereitetes Weihnachtsfest. Aufgrund der hohen Nachfrage gibt es am Freitag, den 17. Januar 2020 eine Zusatzvorstellung.

Der Eintritt zu der Komödie kostet 7 Euro. Die Aufführung beginnt um 19.30 Uhr, Einlass ist ab 18.30 Uhr. Im Anschluss an die Vorstellung ist Barbetrieb. Die Karten gibt es im Vorverkauf täglich von 17 bis 20 Uhr bei Ramona und Stephan Fuchs unter Telefon 07938/ 12 80. 




Künzelsau: Konzert in völliger Dunkelheit

Ein Konzert der besonderen Art findet am Donnerstag, den 9. Januar 2020 in der Reinhold-Würth-Hochschule Künzelsau statt – nämlich in völliger Dunkelheit. Das international erfahrene LightsOut Trio, bestehend aus Klavier, Violine und Violoncello, wird Tschaikowskys großes, romantisches Werk, das Klaviertrio a-moll op. 50 ohne Noten in absoluter Dunkelheit aufführen. Eine Grenzerfahrung für die Musiker und ein unvergessliches Erlebnis für das Publikum. Über die Erfahrungen kann man sich anschließend beim Künstlergespräch austauschen.

Einlass ist ab 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, es wird aber um Voranmeldung unter http://www.hs-heilbronn.de/dunkelkonzert gebeten.




Künzelsau: Rainer Ott neuer Kripo-Chef

Das Kriminalkommissariat Künzelsau hat seit Dienstag, den 17. Dezember 2019 einen neuen Leiter: Erster Kriminalhauptkommissar Rainer Ott wurde von Polizeipräsident Hans Becker bei einer kleinen Feierstunde zum neuen Kripo-Chef ernannt. Ott hatte bereits in den letzten zweieinhalb Jahren als Leiter des Arbeitsbereichs Kapitaldelikte den bisherigen Kommissariatsleiter Hermann Deeg in seinem Amt vertreten. Letzterer wurde Ende Oktober in den Ruhestand verabschiedet. Rainer Ott war auch ein Zeuge beim Prozess gegen Elisabeth S., die im April 2019 wegen Totschlags an dem Jungen Ole verurteilt worden war.

Vertrautes Revier

Der Hohenlohekreis ist für Rainer Ott ein vertrautes Revier. Angefangen hat seine Polizeikarriere bei der Bereitschaftspolizei in Biberach an der Riss, wo er im September 1975 als Polizeiwachtmeister seine Ausbildung begann. Nach deren Abschluss war er zunächst bis 1979 beim Schwäbisch Haller Streifendienst eingesetzt, er wechselte aber 1980 für ein Jahr zum Arbeitsgebiet Rauschgiftbekämpfung beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg. Zurück in Schwäbisch Hall, arbeitete er bei der Fahndung und eignete sich im Rahmen seiner Tätigkeit gute Ortskenntnisse in den Kreisen Hohenlohe und Main-Tauber an.

Jahrelange Tätigkeit in Künzelsau

Mit Gründung der neuen Polizeidirektion Künzelsau wechselte Ott 1983 als junger Kriminalobermeister zur dortigen Kriminalpolizei. Hier war er jahrelang hauptsächlich für die Bekämpfung der Raub- und schweren Diebstahlskriminalität zuständig, bis er Anfang 1989 für zwei Jahre das Amt des Pressesprechers und Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit bei der Polizeidirektion Künzelsau übernahm. Von 1995 bis 1997 folgte sein Studium zum gehobenen Dienst, nach dessen Beendigung er zur Hohenloher Kripo zurückkehrte. Bis zur Polizeireform 2014 war Ott schwerpunktmäßig als Inspektionsleiter für die Bereiche Kapital-, Sexual- und Missbrauchsdelikte zuständig. Die Funktion als stellvertretender Pressesprecher der Polizeidirektion Künzelsau nahm er auch weiterhin wahr.

Pressesprecher bei der Expo 2000

Mit der Polizeistrukturreform wechselte Ott zum Januar 2014 in das neugeschaffene Heilbronner Polizeipräsidium, wo ihm die Leitung der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit/Pressestelle übertragen wurde. Hier stieg er auch in das Spitzenamt des gehobenen Dienstes auf. Besonderheiten: Während seiner mittlerweile 44-jährigen Dienstzeit war er 1985 als einer der ersten Beamten aus Baden-Württemberg im Austausch in Berlin eingesetzt. Im Kriminaldauerdienst der Metropole Berlin sammelte er dort für rund ein halbes Jahr Großstadterfahrungen. Auf der im Jahr 2000 stattfindenden Expo 2000 in Hannover vertrat er die baden-württembergische Polizei als Pressesprecher. 

Große Fachkompetenz

Im Sommer 2017 kehrte Ott zu seinen beruflichen Wurzeln in den Hohenlohekreis zurück. Der Vollblut-Kriminaler übernahm als Arbeitsbereichsleiter wiederum den Bereich Kapitaldelikte beim Kriminalkommissariat Künzelsau und wurde gleichzeitig zum stellvertretenden Kommissariatsleiter bestellt. Polizeipräsident Hans Becker bedankte sich ausdrücklich für seine ausgeprägte große Bereitschaft, seine Verwendungsbreite zu vergrößern und seine Fachkompetenz und sein Wissen zu erweitern. Davon könnten vor allem die ihm anvertrauten Kolleginnen und Kollegen profitieren. Becker bedankte sich darüber hinaus auch für seine Bereitschaft, den Eintritt in den Ruhestand noch hinauszuzögern und sich weiterhin in den Dienst der Polizei zu stellen. 

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn vom 18.12.2019




Kupferzell: Verkaufstraining für Direktvermarkter

Die Landwirtschaftsämter des Hohenlohekreises, des Landkreises Schwäbisch Hall, des Rems-Murr-Kreises und des Main-Tauber-Kreises bieten am Donnerstag, den 16. Januar 2020 und am Donnerstag, den 23. Januar 2020, ein Seminar für Direktvermarkter an. Es findet statt von 9.30 bis 16.30 Uhr in der Aula der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft in Kupferzell.

Claudia Albrecht, Moderatorin und Autorin, nimmt bewährte Konzepte und Lösungen aus der Werbepsychologie unter die Lupe und sucht gemeinsam mit den Teilnehmern nach Ansätzen, die für den eigenen Betrieb geeignet sind. Die Teilnehmer lernen einfache und wirkungsvolle Beispiele kennen, wie sie mit wenig zeitlichem und finanziellem Aufwand professionell werben und verkaufen können. Denn neben der Produktion von gesunden Lebensmitteln in bester Qualität ist es wichtig, dass der Betrieb auch in der Vermarktung, im Vertrieb und bei der Umsetzung von Werbemaßnahmen gut aufgestellt ist.

Die Teilnahme kostet 60 Euro pro Person (inklusive Verpflegung). Eine Anmeldung ist erforderlich bis Donnerstag, den 9. Januar 2020 unter Telefon 07940/ 18 601 oder per E-Mail unter landwirtschaftsamt@hohenlohekreis.de 

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis