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Reinhold, wenn wir dich nicht hätten…wie sähe Künzelsau dann wohl aus? Eine Hymne auf den Meister

Reinhold Würth, heute wirst du 85 Jahr.

Hast geschafft 70 Jahr ganz wunderbar.

Hast aus einem 2-Mann-Handwagen-Betrieb

gemacht ein Weltunternehmen mit Ehrgeiz, Effizienz und innerem Antrieb.

 

Dein offener Brief an deine Aussendienstler wird wohl bleiben unvergessen.

Getankt wird nicht innerhalb, sondern ausserhalb der Arbeitszeit, sonst kann man die Effizenz ja vergessen.

Bei der Kunst und bei Gedichten – da öffnet sich dein sonst so effizientes Herz.

Da bist du Mensch, da kannst du sein. Manche Gedichte, die du mit deiner Ehefrau Carmen liest, gehen dir durch Mark und Bein.

 

Mit Carmen führst Du eine Ehe schon über 60 Jahr.

Ihr pendelt euch gegenseitig aus, aber ganz einfach hattet ihr es im Leben sicher nicht – das ist wahr.

Persönliche Schicksalsschläge musstest ihr so manchen ertragen.

Aber ihr habt stets das Beste draus gemacht und habt versucht, den Sinn dahinter zu erfragen.

 

Ihr spendet, setzt euch ein für Menschen mit handicap.

Ohne euch hätt Künzelsau die halbe Innenstadt net.

Auch Gaisbach wäre vermutlich ein Fliegenschiss geblieben,

durch die Würth-Zentrale, das Carmen-Würth-Forum, das Museum und so viel mehr

wird sich das Zentrum des Hohenlohekreises irgendwann von Künzelsau nach Gaisbach verschieben.

 

Noch immer lässt du dich in deinem Unternehmen nicht stoßen vom Thron,

drei Sekretärinnen beschäftigst du noch – und die haben stets viel zu tun.

Was wird nur aus Würth, wenn Du nicht mehr bist?

Wer füllt diese große Lücke, wer kann es, wer ist so mit dem Unternehmen verbunden mit Herz und Seele und all seinem Tun?

Wir wissen: Du wirst es wissen. Vorsorge treffen. Denn Würth wird niemals ruhn.

 

Die Jugend von heute – denen gibst Du einen Rat: Mache, net schwätze,

schaffe, net im Bett de ganze Tag fletze.

So ist doch jeder seines eigenen Glückes Schmied,

wie uns ein großer Mann einst in einem Interview verriet.

 

Text: Dr. Sandra Hartmann

Video: Dr. Felix Kribus (Interview mit Reinhold Würth im November 2019)

2020 sorgte Reinholds Würth Yacht für Ärger bei dem ein oder anderen Touristen, der dadurch die Freiheitsstatue in New York nur mit Yacht abfotografieren konnte, weil sie vor der Freiheitsstatue geparkt war. Illustration: GSCHWÄTZ/Natalis Lorentz

Prof. Dr. Reinhold Würth plauderte im November 2019 an der FH Künzelsau aus dem unternehmerischen Nähkästchen. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

 




FRISCH GEDRUCKT: UNSERE JANUAR-AUSGABE

Ab heute gibt es überall unsere Januar Ausgabe zu kaufen. Themen unter anderem:

// Reinhold Würth im Interview

// Seid lieber unromantisch als arm – Frauen und Finanzen

// Viktor möchte Menschen Jesus näher bringen – Schaschlikverkäufer unterwegs in christlicher Mission

 

 

Titelseite der GSCHWÄTZ Januar-Ausgabe 2020

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Wir lieben unser Ländle.




Reinhold Würth warnt vor Drittem Weltkrieg

Reinhold Würth hat es getan. Der Künzelsauer Unternehmer hat unlängst in einem Interview im Rahmen der ARD-Dokumentation „Irgendwer zahlt immer“ vor einem Dritten Weltkrieg gewarnt. Die Anzeichen erinnern an die Vorboten des Ersten und Zweiten Weltkrieges sagte er.
Tatsächlich gibt es in Deutschland, Europa und der Welt eine stetig wachsende Unzufriedenheit der Bürger mit der regierenden Klasse. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Tatsächlich gibt es auch einiges, was die regierenden Politiker anders, ja, besser machen könnten. Nehmen wir nur mal das Sozialwesen mit Krankenhäusern und Altenheimen, das schon lange nicht mehr als Sozialwesen betrachtet wird, sondern als Wirtschaftsbereiche, die gewinnbringend arbeiten sollen – finanziert und bezahlt durch die Bürger. Und im Zweifelsfall, wenn nicht noch Gewinn herausspringt für den Staat, geschlossen.

Aber nun erleben wir einen Umbruch. Wir haben diese Woche gleich zweimal erlebt, dass nicht immer alle Entscheidungen abgesegnet und durchgewunken werden, sondern kritisch hinterfragt und abgelehnt. Der Kreistag hat es vorgemacht und gibt dem Notfallkonzept Künzelsau eine verlängerte Chance. Achim Becks Antrag auf Schließung nach nur drei Monaten wurde abgeschmettert. Ingelfingens Gemeinderat hat gezeigt, wieviel Kraft ein Gemeinderat haben kann. Er hat sich gegen den Vorschlag der Stadtverwaltung für eine Einbahnstraße abgelehnt. Beide Male wurde im Sinne des Volkes entschieden. Das sind wahre Volksvertreter. Dann fühlen sich die Bürger auch wieder gehört.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann



 




Was würden Sie heute anders machen? Interview mit Reinhold Würth

Backstage – so heißt die Veranstaltungsreihe, die Studenten von der Reinhold-Würth-Hochschule in Künzelsau in loser Reihenfolge veranstalten. Am Mittwoch, den 20. November 2019, war der Namensgeber der Hochschule selbst, Prof. Dr. Reinhold Würth geladen. Vor 400 Zuschauern plauderte er aus dem unternehmerischen Nähkästchen.

Anschließend hatte GSCHWÄTZ-Videoreporter Dr. Felix Kribus die Gelegenheit, Reinhold Würth in einem kurzen Interview zum Unternehmertum und seinem Lieblingsthema Bildende Kunst zu befragen. Das Interview fand an der Reinhold-Würth-Hochschule in Künzelsau statt.

Unternehmer sein habe viele Vorteile

Gefragt, ob er alles wieder so machen würde, meinte Reinhold Würth, dass er „natürlich die Annehmlichkeiten der heutigen Technik in Anspruch nehmen würde, aber vom Prinzip her würde ich nicht viel ändern“. Auf jeden Fall würde er „wieder Unternehmer sein und sich in die Arbeit einbringen mit Enthusiasmus und Begeisterung“. Denn als Unternehmer könne man „vieles selbst entscheiden, man ist unabhängig, kann gestalten, kann Dinge in Bewegung setzen“. Deshalb findet der Unternehmer, dass die Selbständigkeit erstrebenswert sei. 

Nicht nur die Kunst, auch die Musik begeistert ihn

Die andere Seite des Berufslebens war für Reinhold Würth die Bildende Kunst, die auch sein Leben geprägt habe: „Wenn ich mir mal einen Tag genommen habe, um einen Bildhauer oder Maler zu besuchen in seinem Atelier, dann war das immer etwas ganz Anderes wie die tägliche Arbeit im Beruf“. Es mache ihm eben Freude, diese Kunstwerke zu betrachten und sie auch der Öffentlichkeit vorzustellen. „Ich möchte die Kunst nicht missen“, sagte der Unternehmer. Aber auch die Musik hat es ihm angetan. Er bezeichnet sich selbst als großen Verehrer der klassischen und romantischen Musik. „Viel, viel wichtiger für die Seele und den Geist ist die Musik“, findet er. 

 




Reinhold Würth fordert: „Wir müssen zusammenhalten“ – backstage am Campus Künzelsau

Backstage – zu Deutsch hinter der Bühne beziehungsweise hinter den Kulissen. So heißt die Veranstaltungsreihe, die Studenten von der Reinhold-Würth-Hochschule in loser Reihenfolge veranstalten. Am Mittwoch, den 20. November 2019, war der Namensgeber der Hochschule selbst, Prof. Dr. Reinhold Würth geladen. Befragt wurde er von der ehemaligen SWR-Moderatorin Bernadette Schoog und zwei Studenten. „Ich habe in meinem Leben sehr viel Wohlwollen entgegennehmen dürfen“, sagte der Künzelsauer Unternehmer. „Aber es war natürlich auch ununterbrochene Arbeit“.

Alle schauen nur noch aufs Smartphone

Würth gewährte vor 400 Zuschauern Einblicke unter anderem in sein arbeitsreiches Leben, seine Haltung zur Technik und was er über die heutige Jugend denkt. Gefragt nach dem Unterschied zwischen seiner Jugendzeit und der heutigen Jugend hielt er sich die Hand vors Gesicht und sagte: „Dass sie heute alle so da hocken“ – sprich, jeder auf sein Smartphone schaut. Die Zuhörer waren amüsiert. Damals hätte man noch gelesen, führte Würth weiter aus, „wenigstens eine Zeitung, aber auch Bücher und Gedichte“. Er glaube nicht, dass die jungen Leute das heute noch machen.

Gut investiertes Geld

Doch nicht nur die Jugend beschäftigt den Unternehmer, sondern er plädierte auch für mehr Europa. „Wir brauchen einen europäischen Finanzminister, wir brauchen einen europäischen Außenminister und wir brauchen einen europäischen Verteidigungsminister“, sagte er und betonte, dass das auch Frauen einschließe. Es könne nicht darum gehen, dass man sich um Dinge streitet wie die Einlagensicherung oder einen Finanzausgleich. „Was soll das?“, fragte er da und meinte, „das Geld ist doch wunderbar investiert, wenn wir dadurch erreichen, dass wir in Frieden und Freiheit leben können“. Außerdem sei Deutschland, aber auch andere Länder wie Belgien oder Finnland viel zu klein, um etwas gegen China oder die USA unternehmen zu können. „Wir müssen zusammenhalten“, meinte Würth. Es sei keine Strafe sondern wunderbar, wenn man von Helsinki bis Lissabon und auch noch in Dublin mit dem gleichen Geld bezahlen könne.

Tipps für junge Unternehmer

Gefragt von einer Studentin, was er den jungen Leuten raten würde, wenn sie Unternehmer werden wollten, meinte Würth: „Erste Sache war immer, dass man sich absolut einsetzen muss, also da geht’s 7/24 durch pro Woche“. Dazu müsse aber auch der Partner damit einverstanden sein, „drei, vier Jahre auf Privatleben und Urlaub zu verzichten“. Und Erfolg habe dann auch nur, wer Ziele und Visionen hat und bereit sei, „sich mit Haut und Haar einzusetzen“. Würths Meinung nach „ist die Welt voll von Wissensriesen, aber auch voll von Realisierungszwergen“, deshalb sei für ihn „Wissen nicht Macht“. Er findet, dass Realisierung Macht ist. „Wenn man das, was man hier an der Hochschule gelernt hat, in die Tat umsetzt und die Zähne zusammenbeißt und sich durchboxt, dann wird ein Schuh daraus und das, was man gelernt hat, wird am Ende zu einem großen, großen Schatz“, so Würth weiter.

Ein menschlicher Typ

Bernadette Schoog kennt Reinhold Würth noch aus ihrer aktiven Zeit als Moderatorin und hat für ein Buchprojekt viele Gespräche mit ihm geführt. „Ich habe großen Respekt vor seiner Lebensleistung“, meinte sie. Sie denkt, dass viele dem Unternehmer nachahmen wollen würden, aber das zu tun, sei die Schwierigkeit, denn die wenigsten seien bereit, „sich da voll reinzuhängen“. Student Axel Müller aus Künzelsau, der mit auf dem Podium saß, zeigte sich sehr beeindruckt von Würth. „Ich war überrascht, wie fit er noch ist und welche Allgemeinbildung er hat und zu gefühlt allem einfach alles weiß“, sagte er. Auch Student Maximilian King aus Künzelsau fand, „dass Reinhold Würth doch ein sehr menschlicher Typ ist und sehr sympathisch“. „Herr Würth ist ein sehr interessanter Mann“, findet Timo Beßlich, ebenfalls Student in Künzelsau. Er zog aus dem Abend Erkenntnisse, „worauf es ankommt beispielsweise bei der Unternehmensführung“.

GSCHWÄTZ-Videoreporter Dr. Felix Kribus hat die Veranstaltung besucht.

Rund 400 Zuschauer hörten zu, als Prof. Dr. Reinhold Würth aus seinem arbeitsreichen Leben erzählte. Foto: GSCHWÄTZ