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Ab nächster Woche bespielbar

Geradezu malerisch gelegen unter der Burg ist der neue Spielplatz des Kindergartens in Kocherstetten, der im Herbst 2020 fertiggestellt wurde. Rund 150.000 Euro hat die Stadt Künzelsau bereits für die Anlage dieses Spielplatzes aufgewendet, für Landschaftsgestaltung und Beschattung werden nochmals Kosten entstehen.

Keine Kinder auf dem Spielplatz

Das einzige, was dem Spielplatz bisher fehlt, sind spielende Kinder. Die können den Spielplatz bis heute nur mit sehnsuchtsvollen Augen betrachten, aber nicht benutzen: „Es steht lediglich die Anbringung der Geländer und Zaunanlage aus“, informiert Helen Bühler, Leiterin des Fachbereichs Stadtmarketing/Kultur/Presse. Da der Spielplatz an eine Wiese grenzt, die bis zum Kocherufer geht, ist eine Abgrenzung notwendig. Die langen Lieferzeiten seien schuld, dass Geländer und Zäune noch nicht angebracht werden können, sagt Bühler. Umlaufende Gerüchte, dass bei der Planung oder dem Aufbau etwas schiefgelaufen sei, dementiert sie: „Bei der Errichtung des Spielplatzes wurden alle Normen eingehalten. Eine Nachbesserung war nicht erforderlich.“

Ein Bauzaun soll die Kinder schützen

Die Kinder dürfen sich freuen, sie werden die neuen Spielgeräte voraussichtlich ab nächster Woche in Besitz nehmen können: „Es wird vorübergehend ein Bauzaun angebracht, sodass der Spielplatz voraussichtlich kommende Woche für die Kinder nutzbar ist.“
Eine pragmatische Idee, auf die man auch schon früher hätte draufkommen können.

Text: Matthias Lauterer

 

Malerisch gelegen: Der neue Spielplatz für den Kindergarten in Kocherstetten. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 

 

 

 




Jetzt doch: Corona-Testpflicht im Kindergarten Niedernhall

Nicht schlecht staunten einige Niedernhaller Eltern, als sie am Mittwochnachmittag, den 12. Mai 2021, über die Kindergarten-App einen Brief von Bürgermeister Achim Beck erhielten. In diesem Brief (siehe unten) werden die Eltern informiert, dass die Kindergartenkinder ab Montag, 17. Mai 2021, die Einrichtung nur noch besuchen dürfen, wenn sie sich zweimal wöchentlich, jeweils am Montag und Donnerstag, einem Corona-Schnelltest unterziehen. Beck weist in seinem Schreiben darauf hin, dass die 7-Tage Inzidenz in Niedernhall derzeit über 500 liegt, Maßnahmen zur Eindämmung also dringend notwendig sind.

In den Facebook-Gruppen der Eltern wird heftig diskutiert

Trotzdem gibt es Kritik vonseiten der Eltern, obwohl die Tests an sich überwiegend als sinnvoll angesehen werden. Wichtigster Kritikpunkt ist die Kurzfristigkeit der Ankündigung: Eltern hätten keine Zeit, ihre Kinder auf die Tests vorzubereiten. Außerdem finden es einige Eltern sehr befremdlich, dass das Rathaus wegen des Brückentags am Freitag, 14. Mai 2021, nicht besetzt ist. Einige Eltern unterstellen Achim Beck sogar die Absicht, durch die kurzfristige Ankündigung Rückfragen unmöglich machen zu wollen: „Es hat schon e Gschmäckle“. Einer stellt die Frage, ob ein Bürgermeister eine solche Entscheidung überhaupt ohne Gemeinderatsbeschluß treffen könne. Und sogar die Rechtmäßigkeit des Kaufs einer großen Zahl von Testkits wird aus Elternkreisen hinterfragt.

„Nichtmal mehr wütend“ sondern „einfach nur traurig und maßlos enttäuscht“

Für manche entsteht der Eindruck, dass Beck einfach nur hilflos ist angesichts der extrem hohen Inzidenz, und nicht wisse, wo er ansetzen soll. Die Kindergärten seien sicherlich nicht das Problem, schließlich habe es bei den freiwilligen Tests nur einen positiven Fall gegeben – und auch der sei durch PCR-Test falsifiziert worden.

Spiel mit der Abhängigkeit der Eltern

Wie aus den facebook-Beiträgen und aus dem persönlichen Gespräch mit Eltern hervorgeht, fühlen sich die Betroffenen von Bürgermeister Achim Beck nicht ernstgenommen, geradezu überfahren. Es gehe schließlich um eine Notbetreuung, die Eltern seien von dieser Dienstleistung der Gemeinde abhängig, da sie selber zur Arbeit gehen müssen. Diese Zwangslage, so ist der Eindruck, nutze Beck aus.

Testpflicht im Niedernhaller Kindergarten – Screenshot facebook (anonymisiert)

Abstrichstäbchen erzeugen Angst

Die Eltern eines Kindes berichten davon, das ihr Kind inzwischen Angst vor den Tests entwickelt hat. In Österreich verwendet man für Kinder andere Formen von Tests, zum Beispiel Spuck- oder Lolli-Tests. Diese sind nicht schmerzhaft und vom Vorgehen her kindgerechter:

Testpflicht im Niedernhaller Kindergarten – Screenshot facebook (anonymisiert)

Flucht in Sarkasmus

Den ein oder anderen Beitrag in der facebook-Gruppe kann man nur noch als Flucht in den Sarkasmus verstehen:

Testpflicht im Niedernhaller Kindergarten – Screenshot facebook (anonymisiert)

 

Auch Bürgermeister Beck in einer Zwangslage

Ganz ohne Zweifel befindet sich auch Bürgermeister Beck in einer Zwangslage: Die hohe Inzidenz in Niedernhall und Umgebung hat nicht nur Auswirkungen auf das Leben der Menschen und der Wirtschaft der Stadt, sondern sie treibt die Inzidenz des Hohenlohekreises nach oben – und von dieser Kennzahl ist zum Beispiel abhängig, ob und wann Geschäfte und Gastronomie im gesamten Landkreis wieder öffnen dürfen. GSCHWÄTZ hat daher versucht, von Bürgermeister Beck eine Stellungnahme zu erhalten, zum Beispiel darüber, worauf er die hohe Inzidenz in seiner Stadt zurückführt und über die rechtlichen Hintergründe seiner  Entscheidung.

Das Rathaus war nicht besetzt

Leider war er am Freitag weder für telefonische noch für schriftliche Rückfragen erreichbar: Das Rathaus war nicht besetzt.

Text: Matthias Lauterer

 

Brief von Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck vom 12. Mai 2021. Quelle: privat




„Meine Kinder werden nicht von irgendwem getestet“

Ab Freitag, den 09. April 2021, sollen in den Kindertagesstätten von Niedernhall die Kinder zweimal wöchentlich – voraussichtlich montags und donnerstags – mittels eines Schnelltests auf Corona getestet werden. Dies geht aus einem Schreiben von Bürgermeister Achim Beck an die betroffenen Eltern hervor, das unserer Redaktion vorliegt und das auf den 07. April 2021 datiert ist. Der Rathauschef hält die Tests für eine gute Sache. Auf GSCHWÄTZ-Anfrage schreibt er: „Ich persönlich halte das Testen für eine gute Kombination zu allen anderen Maßnahmen. Mein persönlicher Wunsch ist, dass wir schnellstmöglich die pandemische Lage in den Griff bekommen, um zügig zu unserem gewohnten Leben zurückzukommen. Wenn das Testen dazu führt, Infektionsgeschehen rechtzeitig zu erkennen und damit einzelne Einrichtungen vor einer Schließung zu bewahren, dann ist das im Sinne aller Beteiligten, ganz besonders für die Eltern.“
Vorerst Tests bis Pfingsten geplant
Grundsätzlich sollen die Tests freiwillig sein. Die Eltern müssen dazu eine Einverständniserklärung abgeben, weigern sie sich, dürfen ihre Kinder trotzdem in die Kita. Bürgermeister Beck zur geplanten Dauer der Testungen: „Derzeit haben wir eine Testreserve bis zu Beginn der Pfingstferien beschafft. Ob darüber hinaus weitere Testungen stattfinden, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.“ Bezahlt werden die Tests zunächst von der Stadtverwaltung. „Bislang ist die Stadt Niedernhall hier in Vorleistung gegangen. Selbstverständlich hoffe ich auf eine Erstattung durch das Land“, schreibt dazu der Rathauschef.
Erzieherinnen weigern sich laut Elternaussagen teilweise
Bei den Tests handelt es sich um den „Hotgen – Coronavirus Antigentest/Schnelltest“, die die Stadtverwaltung von der örtlichen Morstein-Apotheke bezogen hat. Mit diesen soll ein Abstrich im vorderen Nasenbereich vorgenommen werden. Das Kita-Personal soll vorher durch die örtliche Allgemeinarztpraxis Dr. Ehrmann in der Anwendung der Tests geschult werden, sodass diese die Testungen begleiten oder sogar an den Kindern vornehmen könnten. Wie ein betroffener Vater, dessen Kinder die Kita Giebelheide besuchen, uns im Gespräch mitteilte, sollen sich die Erzieherinnen teilweise weigern, die Kinder zu testen. „Die wussten bis zum Abend davor nichts davon und sie sagen, dass die Kita ein sicherer Platz für die Kinder sein soll.“ Er fragt sich nun, ob jetzt externe Tester in die Kita kommen werden.
Tests nur in der Kita
Die Tests sollen ausdrücklich in der jeweiligen Einrichtung erfolgen und nicht zu Hause angewendet werden. Dazu Bürgermeister Beck auf die GSCHWÄTZ-Anfrage: „Wir halten die Tests in der Einrichtung für zielführender. Ein erhöhtes Ansteckungsrisiko sehen wir hier nicht. Die Testung in den Einrichtungen ist so vorbereitet, dass die Eltern lediglich den Nasenabstrich vornehmen, das pädagogische Personal übernimmt dann die zeitaufwendige Auswertung. Daher müssen die Eltern nicht mit einem zeitraubenden Verfahren rechnen.“
Auswertung durch das Personal
Bürgermeister Beck schlägt in seinem Schreiben an die Eltern folgende Vorgehensweise vor: Die Eltern nehmen die Tests an ihren Kindern unter Begleitung des pädagogischen Personals vor, was nach seiner Einschätzung rund eine Minute dauern dürfte. Nach dem Test verlassen die Eltern die Einrichtung, die Auswertung übernimmt das pädagogische Personal. Sollte ein Kind positiv getestet worden sein, würden die Eltern rund 15 Minuten nach dem Test informiert werden. Sie müssten ihre Kinder wieder aus der Kita abholen.
Widerspruch schon zwei Wochen vorher
Das Vorgehen der Niedernhaller Stadtverwaltung wirft bei betroffenen Eltern Fragen auf. Nach Aussage des betroffenen Vaters wussten auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung zunächst nichts vom Schreiben des Bürgermeisters, als er diesen kontaktieren wollte. Diese Familie hat, so sagt der Vater weiter, bereits zwei Wochen vor dem Bürgermeister-Brief gegen eventuelle Testungen ihrer Kinder widersprochen: „Unsere Kinder werden auf keinen Fall ohne unser Beisein getestet, das habe ich vor zwei Wochen bereits Herrn Beck geschrieben.“ Die Eltern hatten damals schon befürchtet, dass medizinisches Personal „in voller Montur (komplett vermummt) in die Kindergärten gehen und Tests machen. Da würden unsere Kinder von drei Jahren nie mehr schlafen und dann noch die Schmerzen“.
Zeit-Problem
Der Mann betont ausdrücklich, dass er nicht gegen die Tests sei, aber er möchte nicht, dass „die Kinder von irgendwem getestet werden“. Er wolle bei den Tests dabei sein, aber: „Wie stellt er [Bürgermeister Beck, Anmerk. der Redaktion] es sich so kurzfristig vor? Viele Eltern müssen arbeiten, sind alleinerziehend. Wie sollen zum Beispiel wir das machen? Meine Frau arbeitet ab 6.30 Uhr. Um 7 bringe ich die Kinder zum Kindergarten, meine Pflichtarbeitszeit ist ab 7.15, hab dann keine 20 Minuten, Zeit dort zu warten.“
„Aktuell ist uns nicht bekannt, ob Tests in Kitas durchgeführt werden sollen“
Der Widerspruch der Familie ging an Bürgermeister Beck, Landrat Dr. Neth sowie an das Gesundheitsamt. Aus dem Rathaus kam am 30. März 2021 die Bestätigung über den Eingang ihres Widerspruchs. In dem Antwortschreiben der Verwaltung steht: „Aktuell ist uns nicht bekannt, ob – und wenn ja – in welcher Form Tests in den Kindertageseinrichtungen durchgeführt werden sollen.“ Der Vater fragt sich nun: „Am 30.3. ist ihr nichts von Tests bekannt und zwei Tage nach Ostern hat Herr Beck Tests angeschafft und will zwei weitere Tage später testen und zum Widerspruch hat man nur einen Tag Zeit?“ Ob das wohl Absicht gewesen sei, überlegt er.
Impfzwang durch die Hintertür?
Die Gedanken des Vaters gehen aber noch viel weiter: „Bisher waren solche Tests für Hotspots vorgesehen wie in Teilen von Schwäbisch Hall. Niedernhall ist kein Hotspot. Wie viele Fälle gibt es aktuell in Niedernhall? Wie viele davon waren oder sind Kinder?“ Er fragt sich, ob so den Familien gesagt werden solle, dass doch die Kinder Pandemietreiber seien. Und ob den Eltern Angst gemacht werden soll und sie quasi über diesen Umweg zum Testen und zum Impfen gezwungen werden sollen wie später auch die Kinder.
„Dann kann man sich den Test auch sparen“
Auch das weitere Vorgehen nach den Tests sieht der Mann kritisch: Nach dem Test sollen „die Kinder alle zusammen im Gruppenraum warten“. Dann könne man sich nach seiner Ansicht „den Test sparen, wenn dann nämlich eines der Kinder positiv ist, wären alle Kinder K1 und da wäre es sehr spannend, wie lange die Arbeitgeber sowas mitmachen“. Sinnvoller würde er unter diesem Gesichtspunkt finden, „eigene Tests daheim durchzuführen, als alle Kinder zusammen warten zu lassen“. Denn auch: „Was macht man in der Zeit mit den Kindern, dürfen sie wie Kinder spielen oder müssen sie still sitzen und es wird über Corona und Tests erzählt?“ Er befürchtet, dass die Kleinen so nur verängstigt werden. „Von den psychischen Dingen ganz zu schweigen – privat keine Freunde und dann solche Erlebnisse in einem eigentlich sicheren Raum.“
Gespräch mit Bürgermeister Beck
Zwischenzeitlich hatte der Vater ein Gespräch mit Achim Beck, der bedauerte, „dass die Kommunikation in diesem Fall schlecht gelaufen ist“. Was den Vater dennoch verärgert: „Bürgermeister Beck hat mir gesagt, dass er der allgemeinen Gesellschaft unterstellen müsste, dass die Tests zu Hause nicht ordnungsgemäß durchgeführt werden.“ Der Rathauschef soll in dem Gespräch mit dem Vater auch gesagt haben, „dass er sich erst am 31. März für die Tests entschieden habe, nachdem er mit seiner Frau darüber gesprochen hatte“. Und Beck hat sich wohl mit den Bürgermeistern von Forchtenberg und Weißbach abgesprochen. Seiner Aussage dem Vater gegenüber sollen demnächst dort die Kita-Kinder ebenfalls getestet werden.

Schreiben des Bürgermeisters Achim Beck an die Kita-Eltern (Seite 1). Quelle: privat

Schreiben des Bürgermeisters Achim Beck an die Kita-Eltern (Seite 2). Quelle: privat

 




Corona in Forchtenberger Kindergarten

Wie Forchtenbergs Bürgermeister Michael Foss auf GSCHWÄTZ-Anfrage bestätigte, wurde im Kindergarten Forchtenberg ein Kind positiv auf Corona getestet. Daher befinden sich alle 15 Kinder der Kindergartengruppe sowie die beiden Erzieherinnen jetzt als Kontaktpersonen K1 in 14-tägiger Quarantäne.

Weitere Kindergartengruppen oder Erzieherinnen müßten, so Foss, nicht in Quarantäne, da die Gruppen bereits „streng abgetrennt“ seien.

Noch nicht bekannt, welcher Virusstamm vorliegt

Die Sequenzierung findet momentan statt, eine Rückmeldung des Gesundheitsamtes, um welchen Virustyp es sich bei dem infizierten Kind handelt, habe er noch nicht bekommen, sagt Foss. Wenn es sich bei dem gefundenen Virus um eine der hochansteckenden Mutationen handeln sollte, sind laut Corona-Verordnung weitere Quarantänemassnahmen notwendig: In diesem Fall müssen sich Haushaltsangehörige des infizierten Kindes sowie Haushaltsangehörige von Kontaktpersonen von Infizierten ebenfalls in Quarantäne begeben.

Organisatorisch gut vorbereitet

Foss bestätigt, dass die Verwaltung auf derartige Fälle vorbereitet ist: „Das ist ein vorbereiteter Weg.“ Alle Daten sind vorhanden, sodass die Benachrichtigung der Eltern sehr schnell vonstatten gegangen sei.

Text: Matthias Lauterer




„Zusätzlich besuchen die Erzieher:innen Onlinekurse von Bildungsträgern zu verschiedenen Themen. Das erfordert auch ein großes Zeitfenster“

Die Kindergärten sind geschlossen, nur die Notbetreuungen sind geöffnet. In manchen Städten im Kochertal, so wird berichtet, haben die Erzieher:innen eine Anwesenheitspflicht, obwohl keine Kinder zu betreuen sind. Wie wird das in Künzelsau gehandhabt? GSCHWÄTZ hat nachgefragt:

Fast alle Erzieher:innen im Einsatz

Elke Sturm, Pressesprecherin der Stadt Künzelsau sagt, dass fast alle Erzieher:innen im Einsatz sind: „Es gibt die Notbetreuung, hier werden wie bisher der Kindergarten und die Gruppen mit Fachkräften betrieben. Der Mindestpersonalschlüssel muss eingehalten werden, daher sind viele Teams nach wie vor ganz normal im täglichen Einsatz. Einige Erzieher:innen müssen wegen des Homeschoolings die Krankheitstage der Krankenversicherung in Anspruch nehmen“, aber ansonsten seinen alle Mitarbeiter:innen mit diversen Aufgaben beschäftigt: „Die Kindergärten bieten alle eine Notbetreuung an – daher wird das Personal täglich benötigt. Die größeren Teams bilden Tandems mit Anwesenheit im Tausch mit mobilem Arbeiten von Zuhause und sichern so die Öffnung der Einrichtungen und Gruppen.“

Viel Zeit für Aus- und Weiterbildung

Allerdings haben sich die Inhalte der Tätigkeit geändert, einen großen Teil der Tätigkeit nehmen derzeit Weiterbildungsangebote ein, die teilweise im Homeoffice wahrgenommen werden: „Zusätzlich besuchen die Erzieher:innen Onlinekurse von Bildungsträgern zu verschiedenen Themen. Das erfordert auch ein großes Zeitfenster. Ausbildung und Ausbilderqualifizierungen werden angeboten und wahrgenommen. Hierzu gibt es aktuell Schulungsprogramme, die zum Teil über 100 Unterrichtsstunden umfassen. “

Kontakt mit den Kindern und den Eltern aufrechterhalten

Auch der Kontakt zu den Kindern und Eltern will aufrechterhalten werden: „Das Betreuungspersonal übernimmt außerdem die Organisation von wöchentlichem Material,  Video-Kreativtipps etc., mit dem die Kinder und Eltern über die App zu verschiedenen Förderungen ausgestattet werden. Die Kontaktaufnahme mit persönlichen Briefen oder Telefonaten zu den Familien und Kindern gehören auch dazu.“, so die Stadt Künzelsau.

Die Zeit nach Corona wird neue Anforderungen bringen

Ein weiterer Schwerpunkt der momentanen Tätigkeitsei die Vorbereitung auf die Zeit, wenn die Kindergärten wieder im Regelbetrieb geöffnet sind. Dann werden sich die Erzieher:innen neuartigen Aufgaben stellen müssen, auf die sie sich jetzt vorbereiten: „In den Kitas werden bestimmte neue Förderprogramme für die Aufholarbeit nach Corona geplant. Auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen Herausforderungen beispielsweise in den Bereichen Förderunterstützung und sozialemotionaler Entwicklungsarbeit zu. Alle Angebote und Änderungen müssen inhaltlich in die Kindergarten-Konzeptionen übernommen werden. Das ist zeitintensiv.“

Beschäftigung bei vollem Gehalt ist „zu begründen“

Die Mitarbeiter:innen der städtischen Kindergärten seien also auch in Corona-Zeiten engagiert, bilden sich weiter, beschäftigen sich auch mit den Kindern, die sie nicht täglich in der Notbetreuung sehen und bereiten sich auf die geänderten Anforderungen der Nach-Corona-Zeit vor. Daher erhalten die Betreuer:innen der städtischen Kindergärten in Künzelsau auch jetzt ihr volles Gehalt: „Solange die Notbetreuung und die Arbeit vor Ort oder/und im homeoffice digital (Organisation von Unterstützungsmaterial, Onlineschulungen etc.) gegeben sind, ist dies zu begründen“, findet Elke Sturm.

Text: Matthias Lauterer, die Fragen stellte Dr. Sandra Hartmann

Waldkindergarten Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ Archiv

 




Der Lockdown ist vorbei: Kindergarten in Simbabwe wieder offen

Nach sieben Monaten Coronapause konnte der Kindergarten des Hilfsvereins Bongai Shamwari e.V. in Simbabwe nun endlich wieder öffnen. Im Voraus hat das Team entsprechende Hygienemaßnahmen vorbereitet. So werden den Kindern beim Betreten die Hände und Füße desinfiziert und Fieber gemessen. Außerdem haben die Erzieherinnen für jedes Kind eine eigene Maske genäht. Zu den alt bekannten Gesichtern sind zwei neue Patenkinder dazubekommen: Divine und Mukudzei, der von Albinismus betroffen ist.

Projekt für Frauen

Speziell für die Kinder, die im kommenden Jahr in die Schule kommen beziehungsweise für diejenigen, die bereits letztes oder vorletztes Jahr eingeschult wurden, gibt es gute Nachrichten: Die Schulgebühren der ehemaligen Kindergartenkinder werden nun vollständig über das „Women Project“ gedeckt. Bei dem Projekt geht es speziell um das Empowerment der Mütter der Patenkinder des Vereins. Diese stellen zusammen verschiedene Produkte her – zum Beispiel besondere Gewürze. Die Produkte werden auch in Deutschland bei verschiedenen Veranstaltungen zum Weltgebetstag verkauft. Der Erlös geht direkt an die Frauen, die bei der Herstellung beteiligt waren. Die Spenden, die zusätzlich für das „Women Project“ generiert werden, fließen in die Schulgebühren der ehemaligen Kinder, sodass die Ausbildung auch weiterhin gesichert ist.

Unterstützung aus Hohenlohe

In Zusammenarbeit mit einer Gruppe Studierender der Hochschule in Künzelsau wird gerade daran gearbeitet, das Projekt professioneller und somit noch nachhaltiger zu gestalten. Am Samstag, den 12. Dezember 2020, findet außerdem eine Online-Weinprobe mit Bongai Shamwari und dem Weingut Gaufer in Ingelfingen statt. Je Teilnehmer gehen hierbei zehn Euro ebenfalls an das „Women Project“. Nähere Informationen dazu gibt es unter https://tca1db95a.emailsys1a.net/mailing/44/3395321/7007807/1087/195032958f/index.html.

GSCHWÄTZ berichtete schon öfter über das Hilfsprojekt Bongai Shamwari e.V., seine Gründerin Christa Zeller und den Kindergarten in Simbabwe:

https://www.gschwaetz.de/2020/10/21/manchmal-krieg-ich-schon-eine-wut-im-bauch/

https://www.gschwaetz.de/2020/10/01/der-lockdown-ist-noch-nicht-vorbei/

https://www.gschwaetz.de/2020/04/27/corona-hilfe-aus-hohenlohe-fuer-kinder-in-simbabwe/

Quelle: Pressemitteilung von Bongai Shamwari e.V.

Für den Kindergarten wurde ein Hygienekonzept erstellt. Foto: Bongai Shamwari e.V.

 

 

Mit großer Freude entdecken die Kinder ihren Kindergarten neu. Foto: Bongai Shamwari e.V.




Der Lockdown ist noch nicht vorbei

In Simbabwe ist der Lockdown immer noch nicht ausgestanden, wie der Hilfsverein Bongai Shamwari e.V. mitteilt. Dieser wurde von der Ingelfingerin Christa Zeller gegründet, die sich seit den 1980er-Jahren für die Menschen in dem südafrikanischen Land engagiert, und betreibt einen Kindergarten für 25 Kinder in einer Vorstadt von Mutare. GSCHWÄTZ berichtete bereits öfters unter anderem unter https://www.gschwaetz.de/2018/05/18/gruener-strom-fuer-christas-kinder/ und https://www.gschwaetz.de/2018/12/18/vor-den-tueren-von-christa-zellers-kindergarten-abgesetzt/.

Die Wiedereröffnung des Kindergartens verschiebt sich laut Auskunft des Vereins in der momentanen Situation noch weiter. Stand jetzt gibt es noch kein vorläufiges Datum, an dem die Kinder wieder kommen dürfen, und auch sonst keine weiteren Informationen.

Das Team arbeitet währenddessen weiter im Kindergarten. Es entstehen neue Spielsachen und selbst genähte Masken, die Außenwände wurden bemalt und auch der Garten wird weiterhin bewirtschaftet. Rudo ist für die Finanzen zuständig, arbeitet mittlerweile aber von zu Hause aus, damit die Kontakte so gut wie möglich beschränkt werden.

Natürlich werden auch weiterhin die Essenspakete alle zwei Wochen verteilt, sodass die Familien zumindest eine kleine Grundsicherung haben.

Quelle: Pressemitteilung des Vereins Bongai Shamwari e.V. unter Gründerin Christa Zeller aus Ingelfingen

Das Team arbeitet weiter im Kindergarten. Foto: Bongai Shamwari e.V.

Die Außenwände des Kindergartens wurden neu gestrichen. Foto: Bongai Shamwari e.V.

Der Garten muss weiterhin gepflegt und bewirtschaftet werden. Foto: Bongai Shamwari e.V.

Das Team fertigt auch selbst genähte Masken an. Foto: Bongai Shamwari e.V.

Auch der Hund des Kindergartens darf nicht vergessen werden. Foto: Bongai Shamwari e.V.




Zentrale Häuser statt Klein-Klein: Neuausrichtung der Künzelsauer Kindergartenlandschaft

von Elke Brand

Größer und zentraler – das ist der Leitspruch für die Neuausrichtung der Kindergartenlandschaft, den sich die Stadt Künzelsau bis 2035 auf die Fahnen geschrieben hat. Das ging aus einem Gespräch mit Carmen Class, der Verantwortlichen der Kindergärten in der Kreisstadt, Elke Sturm, Pressesprecherin der Stadt Künzelsau, sowie Elke Brand und Dr. Sandra Hartmann von GSCHWÄTZ hervor.

Neues Familienzentrum im alten Schlachthof-Areal

So möchte die Stadt Künzelsau unter anderem einen fünf- bis sechsgruppigen Kindergarten als Familienzentrum auf dem ehemaligen Schlachthof-Areal (der ehemaligen Grund- und Hauptschule) bauen lassen. Dafür wurden andere Kindergärten wie etwa die Karlspflege geschlossen. Die Stadt bevorzugt bei dem neuen Familienzentrum einen Neubau anstatt die Sanierung alter Gebäude, die, so die Stadtverwaltung, nicht selten teurer ist. Auch die Größe des Kindergartens sei bei der Wirtschaftlichkeitsfrage entscheidend. Die Stadt Künzelsau betont hier, dass eingruppige Kindergärten unwirtschaftlich seien, daher auch die Neuausrichtung in größere Zentren mit mehreren Gruppen. „Die Teilort-Kindergärten bleiben aber bestehen“, versichert Elke Sturm.

Geld soll – neben dem ehemaligen Schlachthof-Areal – in zwei weitere Kindergartenschwerpunkte fließen – zum einen in die Kindergartenlandschaft Taläcker. Dort wird es für Eltern zunehmend schwieriger, einen Kindergartenplatz zu finden (siehe Tabelle unten). Zum anderen werde auch in Gaisbach ein weiterer Schwerpunkt in der Kindergartenlandschaft im Zuge des neuen Baugebietes gesetzt.

Gebührenfreiheit bedeutet weniger Einnahmen

Die Stadt Künzelsau führte ab dem 01. Januar 2019 als – laut eigenen Aussagen – erste Kommune Baden-Württembergs die Gebührenfreiheit in ihren städtischen Kindertagesstätten/Kindergärten ein. Das heißt, einheimische Kinder ab einem Jahr bis zum Schuleintritt müssen keine Kindertagesstätten-/Kindergartengebühren bezahlen. Dadurch sehen viele Einwohner die Stadt als besonders familienfreundlich an. Der Nachteil: weniger Einnahmen, die unter anderem verwendet werden können für den Neubau oder die Sanierung von bestehenden Kindergartengebäuden sowie Personal.

In manchen Künzelsauer Bezirken wie Taläcker oder Nagelsberg stehen zugleich auch relativ wenig Kindergarten- beziehungsweise Kindertagesstättenplätze angesichts der Nachfrage zur Verfügung. Dennoch scheiterte bislang das private Kindertagesstättenkonzept Schatzkinder in Nagelsberg von Elvia Jakobi bislang an diversen Hürden, wie die Stadt gegenüber GSCHWÄTZ erklärte (wir berichteten). Jakobis Kita war klein, verschlang aber eine fast fünfstellige Summe im Monat, die die Stadt mit trug.

Für die Stadtverwaltung ist klar, wie die Zukunft der Künzelsauer Kindergartenlandschaft aussehen muss: Schwerpunkte setzen.

Belegungsplan der Kindergärten in und um Künzelsau. Quelle: Stadtverwaltung Künzelsau

 

In manchen Künzelsauer Bezirken wie Taläcker oder Nagelsberg stehen relativ wenig Kindergartenplätze angesichts der Nachfrage zur Verfügung. Hier zu sehen ist ein Kindergarten im Bezirk Taläcker. Foto: Gschwätz

 

 

 




Chance vertan

Ein Kommentar zur Schließung der privaten Kindertagesstätte Schatzkinder in Nagelsberg (wir berichteten, siehe Artikel unten) von Dr. Sandra Hartmann 

 

 




Trauriges Ende: Jakobi gibt auf und schließt private Kita in Künzelsau

„Meinen Traum kann nur ein Anwalt erfüllen“, sagte Elvira Jakobi von der neuen privaten Kindertagesstätte (Kita) Schatzkinder in Nagelsberg noch vor wenigen Wochen gegenüber GSCHWÄTZ (wir berichteten, siehe Artikel unten). Nun ist der Traum geplatzt. Jakobi schließt ihre Herzenssache, die private Kita Schatzkinder Ende August 2019, so Jakobi gegenüber GSCHWÄTZ am heutigen Freitag, den 02. August 2019.

Sie bedauert es sehr, aber ohne Zuschüsse haftet sie mit Ihrem Privatvermögen, begründet sie ihren Entschluss. Hinzu kommt, dass sie und ihre Familie damals 60.000 Euro investiert haben, um die Kita überhaupt öffnen zu können, so Jakobi. Es mussten Möbel bestellt werden, eine Küche musste eingebaut werden, aber „gut schlafen tue ich seit ewigen Zeiten nicht mehr“, schildert die Kita Betreiberin schmerzlichst. „Die Eltern sind enttäuscht, da sie jetzt eine neue Kita für ihre Kinder suchen müssen und das sehr kurzfristig. Hinzu kommt, dass ich Arbeitsverträge aufheben muss“, so die Betreiberin.

Elvira Jakobi (rechts im Bild) kämpfte lang um ihre private Kita in Nagelsberg. Foto: GSCHWÄTZ

Rathaus Künzelsau

Die Stadtverwaltung und Elvira Jakobi kamen auf keinen gemeinsamen Nenner. Das Resultat: Weniger Kita- und Kleinkindangebote ins Künzelsau. Foto: Rathaus in Künzelsau. Quelle: GSCHWÄTZ/Archiv