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Video // GSCHWÄTZ unzensiert

Unsere Redakteurin Nadja Fischer plaudert aus dem Nähkästchen. Sie erzählt unverblümt von der bitteren Realität was in der GSCHWÄTZ-Redaktion hinter verschlossenen Türen tatsächlich vor sich geht. Ein exklusiver Einblick wie sie versucht den harten Anforderungen gerecht zu werden.

// Der Erste Teil der Video Serie

Nadja Fischer bringt jeden Monat ein Video mit Blick hinter die Redaktion Kulissen heraus, in dem sie Pleiten, Pech und Pannen aus dem Journalisten Alltag schildert.

Kommende Themen unter anderen:

– Die besten Pressesprecher

– Wer verhält sich unmöglich bei Interviews

– Die größten Missverständnisse

// Video und Foto: GSCHWÄTZ




Video // Weltmeister im Kunstradfahren aus Öhringen

// Zwei junge Hohenloher holen den Titel im Kunstradfahren

Der Kunstradfahrer Serafin Schefold (21) aus Neuenstein und Max Hanselmann (20) aus Öhringen haben den WM-Titel im zweier Kunstradfahren offene Klasse 2017 im österreichischen Dornbrin gewonnen. Unser Reporter Dr. Felix Kribus hat den beiden glücklichen Weltmeistern beim Training zugesehen.

// Der alles entscheidende Sieg

„Das Gefühl nach unserer Finalkür in Dornbirn war einfach sehr gut. Ich habe am Anfang der Saison nicht gedacht, dass wir in der Lage sind, so eine gute Leistung zu fahren. Das war die beste Kür, die wir in unserem Leben gefahren sind.“ Wenn sich Serafin Schefold an diesen alles entscheidenden Abend im November 2017 erinnert, dann sieht man ihm die Freude richtig an. „Die Verleihung der Goldmedaille war schon ein emotionaler Moment. Zuerst bekommt man das Regenbogentrikot übergezogen, das in allen Radsportdisziplinen symbolisiert, dass man Weltmeister ist. Das ist schon etwas sehr besonderes.“

 

// Den ganzen Artikel lesen Sie in der aktuellen gedruckten April-Ausgabe von GSCHWÄTZ – in allen bekannten Verkaufsstellen zu kaufen.

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// Fotos, Video und Text: GSCHWÄTZ/Dr. Felix Kribus




Des Bürgermeisters großes Mimimi

Ein Kommentar von Matthias Lauterer über die Rolle des Künzelsauer Bürgermeisters Stefan Neumann beim Thema Krankenhaus.

Wie erwartet hat der Kreistag sich mit überwältigender Mehrheit, sogar mit 100 Prozent, für den einzigen verbliebenen Bewerber BBT entschieden.

Der Künzelsauer Bürgermeister Neumann empfand es kurz vor der Abstimmung noch als notwendig, eine Pressemeldung vor der versammelten Weltpresse (z.B. hier nachzulesen) herauszugeben, in der er nachdrücklich und fast schon weinerlich darum fleht, doch endlich auch mal was zum Thema beitragen zu dürfen:

„Als Vertreter der Stadt Künzelsau biete ich dem Kreis an, dass wir uns in den nun folgenden Prozess aktiv einbringen und gerne Verhandlungsteilnehmer werden.“

Wen er mit „ich“ meint, ist klar, aber wen genau meint er mit „wir“?

Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, daß die „Vertreter der Stadt Künzelsau“ in die Entscheidungen über das Wohl und Wehe der Stadt Künzelsau einbezogen werden. Wenn das nun, so muß ich Neumann interpretieren, nicht der Fall ist, dann muß sich der Bürgermeister und dann müssen sich natürlich auch die Bürger, um deren Stimmen er sich ja wieder bewirbt, fragen, warum das so ist.

Und auch mit den Sätzen

„Als Mitglied des Lenkungsausschusses habe ich den Prozess des Markterkundungsverfahrens aktiv begleitet. (…) Leider war kein Interessent bereit, den Standort Künzelsau als akutstationäres Haus zu betreiben.“

disqualifiziert und demontiert er sich als „Mitglied des Lenkungsausschusses“ eigentlich selbst – denn er sollte in dieser Funktion eigentlich wissen, daß (nach der Zusicherung der knapp 50 Millionen vom Land und der Zusicherung des Bettenabbaus im Gegenzug … oder war die Reihenfolge doch umgekehrt? Egal.) die Option „akutstationäres Haus in Künzelsau“ bereits bei Erstellung der Ausschreibung schon gar nicht mehr wirklich offenstand. Warum er diese Option im Nachhinein wieder in den Raum stellt, ist doch sehr merkwürdig.

Wie das Gschwaetz berichtet, sagt Dr. Andreas Eckle als Vorsitzender der BI „Wir sind HK“, daß der Bürgermeister „machtlos“ sei – und damit hat er sicherlich aus heutiger Sicht aber sowas von recht.

Man darf aber nicht vergessen, daß derselbe Bürgermeister bis 2015 Mitglied im Aufsichtsrat der Hohenloher Krankenhaus gGmbH war, also durchaus in einer Position, in der er ganz und gar nicht „machtlos“ war! Diesen Posten hat er 2015 freiwillig aufgegeben – die Gründe für den Rücktritt von diesem Amt hat er bis heute nicht öffentlich gemacht.

„Ich sehe mich nicht mehr in der Lage, meiner Aufsichtspflicht im Rahmen des mir erteilten Mandates gerecht zu werden.“

[Quelle: Hohenloher Zeitung]

ist halt leider nur eine inhaltsleere Aussage. Dabei spricht er doch selber von Aufsichtspflicht – gerade wenn die Aufsichtsführung problematisch ist, wäre es nur pflichtbewußt gegenüber den Bürgern seiner Stadt (die ihn in das Amt des Bürgermeisters Amt gewählt haben und gegenüber denen er in der Verantwortung ist), diese Aufsicht weiterhin auszuüben und seinen Einfluß innerhalb des Gremiums (und sei es vielleicht letztendlich vielleicht auch nur als lästige, aber immerhin protokollrelevante Gegenstimme) auszuüben. So hat er sich selber aus dem Spiel genommen und sich selber vom Informationsfluß abgeschnitten.

Fakt ist, daß er als Bürgermeister damit die Entscheidungsgewalt über einen ganz wichtigen Aspekt der Zukunft seiner Stadt aus der Hand gegeben hat. Ist es das, was ein Bürger von einem Bürgermeister erwartet? Zumindest ich erwarte etwas anderes.

Und Fakt ist, daß er jetzt herumjammert, daß er keinen Einfluß mehr habe. Nun … das eine hat sicherlich mit dem anderen zu tun.

Fakt ist auch, daß er sich im gesamten Prozeß nicht unbedingt durch Einbringen von konstruktiven Beiträgen hervorgetan hat. Immerhin sieht er für Künzelsau

„eine große Chance, den Standort als Gesundheitscampus in eine gute Zukunft zu überführen.“

Was das denn sein mag, so ein Gesundheitscampus, das ist sein Geheimnis – und damit ist er ein genausogroßer Geheimniskrämer wie Landrat Neth, der ja auch über „fünf tolle Konzepte“ verfügt, über die er allerdings mit den Bürgern nicht reden mag.

Über Neumanns Amtsführung wird ja bald abgestimmt und das Krankenhaus-Schlammassel ist sicher sein größter und folgenschwerster politischer Mißerfolg.

Und über den Spruch „Wir haben keine rechtliche Verantwortung, aber eine politische und moralische. Wir werden daher auch finanziell Künzelsau bei der Umsetzung unterstützen.“ von Landrat Neth sage ich jetzt besser nichts ….

 

// Den Text und weitere Kommentare von Matthias Lauterer gibt es nachzulesen auf seinem Blog rund ums Künzelsauer Weltgeschehen:

 

https://matthiasausk.blogspot.de/2018/03/des-burgermeisters-groes-mimimi.html

 

Fotos // GSCHWÄTZ; Mattias Lauterer




Rathausgeflüster: Öhringens Bürgermeister Thilo Michler hält Informationen zurück

Es gibt sie noch. Die wirklichen Vaterlandstäter, die nicht blindlings

tätig sind, sondern wohlüberlegt sind und bestimmt.

 

Öhringens Bürgermeister Thilo Michler ist so einer, einer wie

keiner, der überlegt sehr genau und wie ä Füchsle so schlau:

Soll ich‘s machen oder lieber bleiben lassen? Ist es gefährlich

für die Stadt, den Staat oder das Vaterland? Dann lass ich‘s bleiben allesamt.

 

Wir wollten von ihm Informationen haben, einfach so, aber da

hat er nicht mitgespielt, uns den Riegel vorgeschoben und uns

klar vor Augen geführt: Hier ist die Grenze nun erreicht,

das, was ihr wissen wollt‘, geht zu weit.

 

Da erst wurde uns bewusst, wie sehr wir uns haben über den

Tellerrand gebeugt, wollten Informationen haben, die keinen

etwas angehen, deshalb wurden wir so kritisch beäugt.

 

Diese Informationen sind sozialer Natur. Es sind Informationen,

die die Masse betreffen in Öhringen nur. Vielleicht auch welche

anderswo, aber das können wir jetzt nicht mehr testen im Westen.

Das ist leider so.

 

Wir hatten die Stadt Öhringen nämlich gefragt, ob sie uns – Achtung,

jetzt kommt‘s – ihren Veranstaltungskalender schicken

könnten, dann könnten wir die besten Sachen verwenden und

ankündigen in unserem Magazin und auch online senden.

 

Ungläubigkeit war die Antwort schlechthin. Wer sind sie? Was

wollen Sie damit bezwecken? Welche Pläne haben sie mit dieser

Stadt? Wir müssen uns beraten, um eine Entscheidung zu fällen,

wie wir mit ihrer Anfrage umgehen, vielleicht müssen wir hierzu

noch ein Beratungsgremium aufstellen.

Nein, da könnte ja jeder kommen. So etwas geht nicht so einfach,

Werbung für ihre Sachen machen sie nie kostenfrei, da zahlen sie

lieber `ne Menge, sie haben doch schließlich noch so viele Steuergelder

frei.

 

Also gut, nun haben wir es verstanden. Das nächste Mal fragen

wir nicht nett und lieblich: Dürfen wir ihre Veranstaltungen kostenfrei

bei uns ankündigen? Da lautet unser straffer Ton: 1.000

Euro kostet die Veröffentlichung. Wer nicht will, der hat schon.

Dann kommt die Antwort bestimmt fluchs anbei: Aber natürlich

machen wir den Weg hierfür frei. Teure Werbung für unsere Veranstaltungen

ist uns schließlich nicht einerlei.




AfD-Landtagsabgeordneter Anton Baron über Achim Beck, Angelina Jolie und die AfD

Für wen würden Sie sich entscheiden? Künzelsaus‘ Bürgermeister Stefan Neumann oder Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck? Für Angelina Jolie oder Jennifer Aniston? Für Angela Merkel oder Martin Schulz? Für Donald Trump oder Wladimir Putin? Bei unserem Video-Interview mit dem jungen AfD-Landtagsabgeordneten Anton Baron hatte dieser die Qual der Wahl. Wir sprachen mit ihm aber auch über lokale Baustellen: Warum er denkt, dass das Solebad Niedernhall gute Überlebenschancen hat und „auch das Hohenloher Krankenhaus in Künzelsau nicht hätte geschlossen werden müssen“. Er berichtet uns, wie schwer es seine Partei im Stuttgarter Landtag hat. Wir wollten aber auch von ihm wissen: Warum ist er in die AfD eingetreten und wie nahe steht die Partei der NPD?

Das Interview wurde in Niedernhall am Freitag, den 16. MÄrz 2018, in Niedernhall am Solebad und im Rössle in Niedernhall gedreht. Die Drehbedingungen waren suboptimal. Es stürmte und regnete. Anton Baron präsentierte sich trotz der widrigen Bedingungen bestens gelaunt.

Interview: Dr. Sandra Hartmann: Kamera und Schnitt: Dr. Felix Kribus

// Anton Baron //

Anton Baron wurde am 03. November 1987 in der ehemaligen Sowjetunion, im heutigen Kasachstan, geboren. Seit er vier ist, lebt er in Deutschland. Baron ist seit 2014 Mitglied der AfD und wurde 2016 von den Hohenlohern in den Stuttgarter Landtag gewählt. Der studierte Wirtschaftsingenieur arbeitete bis dahin bei einem Künzelsauer Unternehmen als Produktmanager. Baron ist parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion und ein Vertrauter von Jörg Meuthen. Seine Wahlheimat ist Niedernhall. Von dort pendelt er nach Stuttgart.

// Der nächste Interviewpartner //

Beim nächsten Videointerview geht es nach Künzelsau. Dort sprechen wir mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des SPD-Kreisverbandes Hohenlohe, Hans-Jürgen Saknus über die zähen Groko-Verhandlungen, was wir von der neuen Bundesregierung erwarten können, wie es im Inneren der SPD derzeit ausschaut.

// Das Interview mit Anton Baron lesen Sie in unserer neuen Printausgabe, ab 01. April 2018, überall im Einzelhandel.

 




„Mein Mann hat die Küche als sein Ressort“ – Was sagen die Bürger zum Frühjahrsputz?

Veronika, der Lenz ist da. Seit gut einer Woche herrscht Frühling, auch wenn das die Temperaturen noch nicht so hergeben. Winter ade –  und nach alter Tradition kann er jetzt kommen – der Frühjahrsputz. Den alten Mief auskehren und alles neu macht nicht erst der Mai. Putzen kann man auch schon im April. Wie halten es die Hohenloher mit der guten alten Tradition des Frühjahrsputzes? Das war die Frage, die GSCHWÄTZ-Reporter Dr. Felix Kribus diesmal gestellt und überraschenderweise erfahren hat, dass putzen – zumindest im Frühjahr – nicht mehr nur Frauensache ist.

 

„Ich finde alte Traditionen immer gut. Das ist eine prima Sache. Einmal im Jahr richtig durchfahren, das ist schon nicht schlecht. In der Regel macht meine Frau das Haus.  Wir haben einen Wintergarten, wo obendrauf Glasfläche ist,  da ich gehe ich dann mit der Leiter hoch, einmal im Frühjahr. Bei uns wird das schon noch gelebt“

// Martin Loos, Eberstal

„Davon halte ich eigentlich nix. Entweder man hat keine Zeit oder man kann eigentlich das ganze Jahr putzen. Man muss es nicht zu einer bestimmten Jahreszeit festlegen und sagen, jetzt muss Frühjahrsputz gemacht werden.  Wenn, dann putzt man natürlich die Fenster, wenn es dann heller wird und die Sonne scheint und die Vorhänge waschen, aber das muss jetzt nicht im Frühjahr sein.“

// Tanja Braun-Dierolf, Gaisbach

„Frühjahrsputz finde ich auf jeden Fall super wegen der Wetterverhältnisse. Irgendwann sind die Fenster und die Rolläden dreckig, und dann muss halt ein Frühjahrsputz sein oder was das Auto betrifft, genauso. Wir haben uns das aufgeteilt: Meine  Frau putzt mehr das Innere der Wohnung und ich putze mehr das Äußere. Meine Frau ist sehr zufrieden, wie ich putze, und deswegen spannt sie mich auch immer dementsprechend ein.“

// Isidoro Naera, Künzelsau

„Alles wird gesaugt und rausgewischt und Fenster werden geputzt. Und richtig gelüftet. Meine Frau und ich machen das zusammen. Ich fürchte mich vor nichts. Ich putze Fenster, ich schrubbe den Boden. Mir macht das nix aus.“

// Wilfried Stier, Kupferzell

„Ich halte viel von der alten Tradition. Wie man es früher gemacht hat, ist es immer am besten gewesen. Dass man nicht so scharfe Putzmittel gehabt hat mit natürlichen Sachen, Neutralreiniger und so. Meine fünfzehn Fenster will ich demnächst in Angriff nehmen.“

// Susanne Ilzhöfer, Mangoldsall

„Ich halte eher weniger von der Frühjahrsputztradition, weil ich das ganze Jahr stetig am Ball bleibe.  Ich schau, dass ich da wöchentlich rumkomme mit meinem Haushalt: Fenster, Böden, was eben so anliegt. Einmal im Monat ist ein größerer Putz angesagt. Mein Mann hat die Küche als sein Ressort.“

// Sabine Münch, Morsbach

„Ich halte sehr viel vom Frühjahrsputz. Das macht Spaß, wenn die Sonne scheint. Alles strahlt und dann tut man gründlich durchputzen. Und dann duftet das wieder nach Frühling, das ist sehr schön. Dafür brauche ich eine Woche.“

// Kiriaki Grigoriadu, Künzelsau

//Foto und Video: Dr. Felix Kribus




Neth // „Wir werden Künzelsau finanziell unterstützen“

„Kann ein Kreistag so mit Steuergeldern umgehen?“, fragt der Sprecher der Bürgerinitiative des Hohenloher Krankenhauses (BI), Dr. Andreas Eckle, gleich zu Beginn der Pressekonferenz der BI am Donnerstag, den 29. März 2018, in Künzelsau. Das ist die zentrale Frage, die für die BI bleibt, nachdem die BBT-Gruppe die Mehrheitsanteile der HK übernehmen wird (wir berichteten) und der Standort Künzelsau in diesem Zuge 2022 geschlossen werden soll. Eckle: „Ich möchte, dass es öffentlich gemacht wird, was passiert ist. Wir möchten Aufklärung, wer dafür verantwortlich ist und wir möchten wissen, ob die, die entschieden haben, ordentlich informiert waren.“

 

Denn die große Frage, die immernoch unbeantwortet im Raum stünde, laute: „Wie kann es sein, dass vor einigen Jahren noch Millionen in den Standort Künzelsau investiert wurde (Anmerkung der Redaktion: vor sieben Jahren wurde das Ärztehaus  für rund zehn Millionen gebaut, über vier Millionen kostete die Sanierung des Krankenhauses in Künzelsau, wir berichteten in unserer Februarausgabe 2017) und nun dieser Standort geschlossen wird?“, fragt er und vermutet Managementfehler, die zu dem anhaltenden Defizit seit 2012 führten: „Wir unterstellen, dass die HK nicht richtig geführt wurde und ob das nicht sogar gewollt war.“ Die Kreisräte wiederum verweisen auf Veränderungen in der Krankenhauslandschaft in den vergangenen Jahren.

Karlheinz Börkel, CDU-Fraktionsvorsitzender und Kreistagsmitglied, hat bereits vor einiger Zeit, in einem Gespräch mit der Redaktion GSCHWÄTZ, auf Veränderungen in der Krankenhauslandschaft hingewiesen, durch die es immer schwerer werde für kleinere Häuser zu überleben. Stichwort: Fallpauschalen/DRGs und Mindestmengen. :http://www.g-drg.de/Aktuelles/Abrechnungsbestimmungen_und_DRG-Fallpauschalen-Katalog_2018

Landrat Dr. Matthias Neth verweist darauf, dass der Bau des Ärztehauses unabhängig vom Krankenhaus eine sinnvolle Investition für die Sicherstellung einer ambulanten Versorgung war. Das privat geführte Ärztehaus oder auch MVZ (medizinisches Versorgungszentrum) in Forchtenberg könne für Künzelsau Vorbildcharakter haben.

Ein Mitglieder der BI erklärt: „Die Entscheidung für Künzelsau ist gefallen, aber wir wollen, dass es nicht in Vergessenheit gerät, dass das Künzelsauer Krankenhaus viele Jahre gut dagestanden hat und jeder hier sein Bestes gegeben hat.“

// Landrat Neth: „Wir werden Künzelsau finanziell unterstützen“ //

Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth betonte auf GSCHWÄTZ-Nachfrage, dass die BBT-Gruppe „fünf tolle Konzepte“ für Künzelsau habe und er „optimistisch“ in die Zukunft gehe. Warum wurden die Konzepte nicht an der Kreistagssitzung in Pfedelbach am 21. März 2018 (wir berichteten) vorgestellt? Neth verweist darauf, dass es sehr unterschiedliche Konzepte seien und man erst mit den externen Akteuren bezüglich einer möglichen Umsetzung sprechen müsse. Wird der Hohenlohekreis die Umsetzung eines der Konzepte in Künzelsau auch finanziell mittragen? Neth: „Wir haben keine rechtliche Verantwortung, aber eine politische und moralische. Wir werden daher auch finanziell Künzelsau bei der Umsetzung unterstützen.“ Er bedaure selbst, dass „wir nun nochmal eine Durststrecke haben“, bis es an die Umsetzung für Künzelsau gehe.

// BI meldet neuen Investor //

Kurz vor Ende des Markterkundungsverfahrens hat sich Eckle nochmals an Neth gewandt, da er einen neuen Interessenten für das HK gefunden habe. Ein am 05. März datiertes Schreiben mit dem Titel „Hohenloher Krankenhaus – Überlegungen zum Strukturkonzept“ hat Eckle per E-Mail an Landrat Neth geschickt. Darin der Verweis auf drei potenzielle Interessenten für das HK – mit Interesse an beiden Standorten, Künzelsau wie auch Öhringen. Das Angebot der Beteiligungsgesellschaft: „Möglichkeit A) „Rückkauf aller Planbetten zum Ausbau und Neuausrichtung als Plankrankenhaus. Möglichkeit B) Klinik als wissenschaftliche Forschungseinrichtung zur Entwicklung neuer Therapieverfahren. Angedachtes Kapitalvolumen zum Gebäudeerwerb, zum Planbettenrückkauf, zur Weiterentwicklung, Ausstattung und Personalentwicklung: 150 Millionen Euro.“ Der Inhalt umfasst eine halbe DIN-A4-Seite. Wer der Interessent sei, wollte Eckle nicht verraten.

Landrat Neth antwortet in einem Schreiben vom 14. März 2018, dass sich Interessenten an Oberender und Partner wenden können, die das Markterkundungsverfahren betreuen und verweist auf den 21. März 2018, an dem der Kreistag in einer öffentlichen Sitzung das Markterkundungsverfahren beendet.

Eckle findet es bedauerlich, dass Neth die Chance nicht genutzt habe, sich vor Beendigung des Markterkundungsverfahrens mit dem Vertreter der Investitionsfirma zu unterhalten. Neth wiederum verweist darauf, dass BBT zu dieser Zeit bereits ein über 500-seitiges Konzept vorgelegt habe. „Jeder hatte die Möglichkeit, sich ordnungsgemäß zu bewerben.“

// Eckle bescheinigt BBT ordentliches Management und Künzelsaus‘ Bürgermeister Neumann Machtlosigkeit //

Der BBT-Gruppe steht Eckle positiv gegenüber und bescheinigt ihr ein ordentliches Management. Das sei ersichtlich, da jedes ihrer Häuser, auch die kleineren in der Gruppe, schwarze Zahlen schreiben würden. Für Eckle bedeutet das: „Man sieht also: Auch kleinere Häuser können schwarze Zahlen schreiben, wenn man das Krankenhaus richtig führt. Das war auch in Künzelsau möglich.“ BBT sieht in Öhringen für die Zukunft als Grundversorgerkrankenhaus. Zugleich will die Gruppe Schwerpunkte setzen in den Bereichen Kardiologie, Onkologie und Geriatrie. Das sei aber keine neue Idee, so Eckle.

Im Zuge des Baus des Ärztehauses und der Sanierung des Krankenhauses Künzelsau habe man damals ebenfalls Schwerpunkte gesetzt, in Künzelsau im Bereich Kardiologie und Schlaganfalleinheit und in Öhringen im Bereich Geburtshilfe als Familienkrankenhaus.

Künzelsaus‘ Bürgermeister, Stefan Neumann, sieht Eckle bei den Entwicklungen in den vergangenen Jahren in einer glücklosen Rolle: „Es zeigt sich, dass er keinen Einfluss auf das Ganze nehmen kann.“

// Zur Person Dr. Andreas Eckle //

Dr. Andreas Eckle war 25 Jahre Chefarzt am HK und 13 ärztlicher Direktor.

 

Siehe auch:

 

 

 

 

 




FRISCH GEDRUCKT: UNSERE APRIL-AUSGABE

Schaufelt sich der Hohenlohekreis ein Millionengrab?

// Die BBT-Gruppe erhält den Zuschlag für das Hoheloher Krankenhaus. Allein der Krankenhausneubau und das neue Landratsamt kosten über 100 Millionen – Wer zahlt die Zeche?

// So verschmutzen wir die Jagst – Es gab schon mal bessere Zeiten für unsere Gewässer.

// Was ist noch natürlich? Ehemaliger Mühlenbeck-Chef über überzüchtetes Getreide und Gentechnik.

// Letzte Station: Frauenhaus. Er schlug sie brutal und zog das Messer vor den Kindern. Magdalenas Lebensgeschichte und wie der Verein Frauen helfen Frauen funktioniert.

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Laufen Wölfe auch im Hohenlohekreis herum?

In der Facebook Gruppe: Du weißt, dass du aus Künzelsau und Umgebung bist, wenn …  sprach man in den vergangen Wochen von der Sichtung eines Wolfes zwischen Künsbach und Morsbach. GSCHWÄTZ wollte es genau wissen. Deshalb haben wir beim Landratsamt angefragt, ob es tatsächlich Wölfe im Hohenlohekreis gibt. Lisa-Marie Dörr vom Landratsamt des Hohenlohekreises hat uns auf unsere GSCHWÄTZ Nachfrage geantwortet.

GSCHWÄTZ: In der Facebook Gruppe: Du weißt, dass du aus Künzelsau und Umgebung bist, wenn … steht, dass scheinbar ein Wolf gesichtet wurde. Stimmt das?

Dörr: Im Hohenlohekreis gibt es bisher keine bestätigten Hinweise, dass sich im Kreisgebiet ein Wolf aufhält beziehungsweise gelegentlich durchzieht. In den Sozialen Medien wurde von der Sichtung eines wolfähnlichen Tieres zwischen Künsbach und Morsbach berichtet. Aufgrund fehlender Nachweise wie zum Beispiel Pfotenabdruck, Losung, Haare konnte die Echtheit der Sichtung nicht überprüft werden.

GSCHWÄTZ: Inwieweit ist der Wolf allgemein schon verbreitet? In welchen Gebieten kann er gefunden werden?

Dörr: Der Wolf ist in den Nachbarländern wie der Schweiz und in Frankreich verbreitet. Von dort aus wandern seit geraumer Zeit immer wieder einzelne männliche Jungtiere ab. Sie verlassen ihr Rudel, um ein Weibchen zu suchen. Dabei legen die jungen Rüden beträchtliche Strecken zurück und sind das ein oder andere Mal auch durch Baden-Württemberg gezogen. Dies ist für die Tiere gefahrenträchtig, da die Wölfe oft Bahnlinien und Autobahnen überqueren müssen und endet nicht selten mit dem Tod.

GSCHWÄTZ: Wie verhält man sich wenn man einem Wolf begegnet?

Dörr: Wölfe sind in der Regel scheu und meiden den Kontakt zu Menschen. Bei einer Sichtung wäre es hilfreich für den Nachweis ein Foto oder Video zu machen und an den Wildtierbeauftragten des Hohenlohekreises Johannes Jakob, johannes.jakob@hohenlohekreis.de zu melden.

// Foto: Nabu




Biss unter die Haut

// Body Suspension erfreut sich wachsender Beliebtheit in der Tattoo- und Piercingszene

// Text von Dr. Sandra Hartmann

„Alles was du vorher gedacht hast, ist weg und du bist einfach im Hier und Jetzt“, erklärt Markus Pohl. Er nimmt keine Pillen, um sich in einen derartigen Zustand versetzen zu lassen, sondern er hat das erste Mal Body Suspension ausprobiert: Er ließ sich an seiner eigenen Haut aufhängen.

Markus Pohl aus Öhringen verkauft eigentlich Gemüse auf dem Wochenmarkt, sieht aber nicht aus, wie man sich einen Gemüsehändler vorstellen würde. Der 48-Jährige hat zwei große Tunnel in den Ohrläppchen, diverse Piercings und Tattoos.  „Wenn man auf Tattoo- und Piercingseiten surft, dann sieht man diese Body Suspensions“, erklärt er. Ihn haben die glücklichen Gesichter fasziniert, die er dabei gesehen hat auf youtube. An die vier Jahre hat es gedauert, bis er selbst diesen Schritt gewagt hat, Body Suspension zu machen. Seine Frau war offen dafür: „Sie meinte: Du kannst machen, was du willst. Ich guck‘ mir das gerne an. Danach hat sie gesagt: Das will ich auch“, erinnert sich  der Vater von zwei Jungen und lacht.

Im vergangenen Jahr war es soweit. An einem Hof in Schwäbisch Hall hat er sich mit Sabine Twedelera getroffen. Die Holländerin macht weltweit Body Suspensions. Zuerst wurden Markus zwei dicke Haken in die Haut am Rücken gesetzt. „Das ist wie Blut abnehmen, wie ein Nadelstich, nur etwas dicker“, erklärt Markus. Einer dieser Haken hat ein alter Bekannter von ihm gesetzt, Andre Nalin. Der 34-Jährige war bis vor seinem Umzug nach Berlin sein Piercer in Schwäbisch Hall. Über Andre hat Markus wiederum Sabine kennengelernt.

„Wichtig ist, dass die ausführenden Künstler sich mit der Anatomie der Haut auskennen, zum Beispiel, wie tief die Haken unter der Haut sitzen müssen“, erklärt Andre. „Wir lernen voneinander: Viele, die Body Suspension anbieten, kommen aus dem Kletterbereich und wissen ganz genau, wie sie auch die Knoten der Seile machen müssen.“

An einem Baum wird Markus über einen Flaschenzug an Seilen,  die durch die Haken gelegt werden, und damit praktisch an seiner eigenen Haut hochgezogen. Er schwingt sich ein, erst vorsichtig, dann immer geschmeidiger, vor und zurück. Er befindet sich zirka drei oder vier Meter über der Erde. Und strahlt.

Auch Andre lässt sich an diesem Tag mit Haken versehen und schwingt. Es ist das dritte Mal für ihn: „Für mich persönlich war das eine positive Grenzerfahrung. Zu was kann man seinen Geist und Körper bringen? Für mich kostete es extreme Überwindung, einfach loszuschwingen, obwohl man durch den Adrenalinausstoß keine Schmerzen spürt.“

Aber dann sei es fast eine meditative Erfahrung, obwohl er eigentlich kein spiritueller Mensch sei. „Alles andere aussenherum wird auf lautlos gestellt“, versucht Andre die Gefühle, die man bei Body Suspension hat, zu erklären, um im nächsten Atemzug lachend hinzuzufügen: „Aber es ist schwer, das jemanden zu erklären, der das noch nie gemacht hat. Das ist wie mit Sex. Das kann man auch schwer erklären.“

Markus Pohl berichtet von einer „wahnsinnigen Endorphin- und Adrenalinausschüttung“. Er habe gedacht, es seien starke Schmerzen, aber „du gehst nur über einen kleinen Punkt drüber“.

Je länger man hängt, umso mehr weitet sich auch die Haut. Nach 30 oder 40 Minuten hat man wie eine Art Engelsflügel auf dem Rücken, beschreibt Markus sein Aussehen nach der Suspension. Aber nach ein oder zwei Tagen sei die Haut wieder komplett zugewachsen.

Ärzte sehen das etwas kritischer. Hierzu Professor Dr. Peter Elsner, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) sowie Direktor der Klinik für Hautkrankheiten am Universitätsklinikum in Jena: „Das Einbringen von Haken in die Haut im Rahmen einer „Suspension“ stellt in gleicher Weise eine Verletzung der Hautkontinuität dar wie bei einem Piercing. Durch mögliche weitere mechanisch bedingte Einrisse könnte eine zusätzliche Traumatisierung erfolgen.“ Häufig (zehn bis 20 Prozent) seien lokale Infektionen. Über Fälle von Übertragung der Hepatitis-Viren B, C, D und G sowie von HIV wurde berichtet. Weitere Berichte liegen vor über Tetanus- und Tuberkuloseinfektionen.“

Für Markus Pohl wird es nicht das letzte Mal gewesen sein, dass er Body Suspension macht. 30 verschiedene Positionen  seien möglich, manche Menschen möchten die Haken in den Hintern gesetzt bekommen, andere in die Brust. „Manche springen auch von einer Brücke und machen quasi Bungee Jumping und Body Suspension gleichzeitig. Das sei jedoch nichts für ihn.

 

Termine Body Suspension: Body Suspensions (übersetzt: Körperfederung) werden oft an Tattoo Conventions angeboten. Wegen des steigenden Interesses in der Region ist laut Andre Nalin im Sommer auch eine zweitägige Body Suspension in der Nähe von Schwäbisch Hall geplant. Wer sich Body Suspension gerne vorher schon mal anschauen möchte, findet bei youtube diverse Videos dazu.

// Mehr Fotos und Informationen in der aktuellen gedruckten März-Ausgabe von GSCHWÄTZ – in allen bekannten Verkaufsstellen zu kaufen.

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// Fotos: Privat