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Von Washington bis Künzelsau

In der aktuellen April-Ausgabe des Magazines Blickpunkt (Medienmagazin des Deutschen Journalisten-Verbandes Baden-Württemberg) sprach Susann Mathis unter anderem mit unserer Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann darüber, worauf es beim Journalismus heute ankommt.

 

Mathis schreibt: „Wenn man an Künzelsau denkt, so man es denn überhaupt tut, denkt man an weltweit operierende Unternehmen, allen voran an die Würth-Gruppe (Umsatz: 12,7 Milliarden Euro). In Künzelsau sitzen auch die Berner SE (Umsatz 1,06 Milliarden Euro), und bekannt ist auch Deutschlands erster Jeans-Hersteller Mustang; aus Künzelsau kommt auch der ESA-Astronaut Alexander Gerst. […] „Für [Künzelsau] gibt es gerade mal eine Tageszeitung, die Hohenloher Zeitung, die zur Heilbronner Stimme gehört. Die Stadt ist damit eines der vielen Ein-Zeitungsgebiete. Das will Hartmann verbessern. […] Der Anspruch lautet: Exklusive journalistische Geschichten rund ums Kocher- und Jagsttal, geschrieben von einer unabhängigen Redaktion, verpflichtet zu kritischem Hintergrund-Journalismus. Sie wollen nicht aufgrund von Pressemitteilungen oder Anlässen berichten, sondern die Themen selber suchen, und sie sind „weder ein Sprachrohr der Deutschen Presseagentur (dpa) noch ein Amtsblatt für die Politik“ […] GSCHWÄTZ möchte auch denjenigen eine Stimme geben, die ansonsten nicht gehört werden. […].“ Von den Bürgern wird das offensichtlich angenommen. Nachdem das Magazin einen kritischen Kommentar über die Schließung des örtlichen Krankenhauses veröffentlicht hat, wenden sich Bürger, aber auch Ärzte und Kreisräte mit ihren Informationen an die Redaktion.“ Hartmann ist überzeugt: „Nur ein kritischer Journalismus, der auch den Bürger zu Wort kommen lässt, der ihn genauso ernst nimmt wie jeden Politiker und nicht von einer „Oben-herab-Lupe“ berichtet, wird seine Glaubwürdigkeit nicht verlieren.“

 

// Angefangen hatte alles vor etwas mehr als einem Jahr mit der Krankenhaus-Debatte //

 

„Angefangen hatte alles mit einem kleinen Hinweis: Das Magazin hatte erfahren, dass die Feuerwehr besorgt darüber war, wie Brandopfer in der Region in Zukunft versorgt werden könnten.“ Die Feuerwehr demonstrierte für den Erhalt und wurde danach angehalten, dies künftig zu unterlassen, so berichteten es Quellen dem Magazin GSCHWÄTZ. „Vom Landrat erhalten sie daraufhin die knappe Ansage, das Verbot entspreche nicht der Wahrheit und sie sollten eine Berichtigung veröffentlichen. […] Was macht ein kleines Magazin ohne Rechtsabteilung in so einem Fall? Sie schreiben sowohl, dass der Landrat in seiner Stellungsnahme das Verbot abstreitet, als auch, dass die Quellen weiterhin zu ihrer Aussage stehen. […]“

Auch die Dezember-Ausgabe 2017 mit dem Titelthema: Armut in der Kreisstadt und in den Städten und Gemeinden im Kocher- und Jagsttal findet Erwähnung. Fazit: „Von gerade mal der Hälfte der Bürgermeister erhalten sie inhaltliche Antworten, die auch das Engagement der Gemeinden widerspiegeln.“

 

// Lokaljournalismus: nichts für Harmoniesüchtige //

 

Manche Fragen bleiben unbeantwortet von örtlichen Entscheidungsträgern. Beispielsweise, so Hartmann, „wollten und wollen wir bis heute wissen, wie teuer das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers war“, dass damals den Kreistag des Hohenlohekreises beraten hatte hinsichtlich der Zukunft des Hohenloher Krankenhauses. „Immerhin geht es um Steuergelder. Wir haben bis heute keine Auskunft erhalten.“

Hartmanns Resümee: „Ursprünglich sollte es ein leichtes, freches, buntes Magazin sein, aber mittlerweile, nach nur so kurzer Zeit, sind wir hochpolitisch.“

Das Fazit von Susann Mathis: „[…] Machen wir uns nichts vor: Im Lokaljournalismus wird harte Arbeit geleistet. Man begegnet den immer gleichen Entscheidungsträgern, jeden Tag. Auch seiner Leserschaft kann man nicht aus dem Weg gehen. Beide Aspekte des Lokaljournalismus sind nichts für Harmoniesüchtige.“

 

Fotos // Screenshot des Artikels im Blickpunkt, April 2018.

 

Original-Text // https://www.djv-bawue.de/app/download/10018806094/BP1-2018-web.pdf%3Ft%3D1522319144+&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Video: Annaweech live in Künzelsau // Konzertmitschnitt & Interview

„Warum wir auf Hohenlohisch singen? Weil Englisch zu schwer ist und Hochdeutsch nicht authentisch wäre“, verrät Annaweech-Mitglied Peter Botsch im Interview. Dr. Felix Kribus lauschte den Annaweechlern bei ihrem Konzert in Künzelsau und wollte von Botsch unter anderem wissen, warum sie sich Annaweech genannt haben.

Annaweech – das sind fünf Männer im besten Vorruhestandsalter. Die Mundartband aus Hohenlohe. Kein Bayern-Sevilla-Fussballspiel konnte 400 Zuschauer am Mittwoch, den 11. April 2018, abhalten, in der Künzelsauer Stadthalle die fünfköpfige Hohenloher Band Annaweech um Peter Botsch und Frank Winkler zu sehen. Ein Abend voller tiefgründig-oberflächlicher Verse mit Gitarrenklängen, Keyboard und Schlagzeug. Kein Auge blieb trocken beim feucht-fröhlichen Stelldichein dieser lebenserfahrenen Herren.

Lauschen Sie in unserem Video, was die Hohenloher Herren zu singen und zu sagen haben.

 

Foto // Annaweech




Was wird aus Niedernhalls Filetstück? Bürgermeister schweigt über Kaufpreis

Während die Ermittlungen noch laufen, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist beim Kauf des Kerl-Areals, ein Filet-Grundstück nahe der Innenstadt, das sich die Stadt Niedernhall  2015 gesichert hat, spricht der Gemeinderat in der nächsten Sitzung darüber, was damit gemacht werden soll. Die Gerüchteküche brodelt. Manche Niedernhaller spekuliereren, dass die Stadt ihren Wert steigern möchte, in dem sie ein attraktives Wohnumfeld schaffen wolle mit weiteren Einkaufsmöglichkeiten. Wiederum andere tippen darauf, dass das Areal letzten Endes weiterverkauft werde an eine Firma. Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck wiegelt auf GSCHWÄTZ-Nachfrage ab: „Es gibt noch keine konkrete Entscheidung, welche Bebauung für das Kerl-Areal vorgesehen ist. Allerdings hat der Gemeinderat in einer Sitzung im Jahr 2017 entschieden, dass keine Wohnbebauung erfolgt.“ In der kommenden Sitzung am Montag, den 16. April 2018, werde der Gemeinderat über die Erschließung des Areals entscheiden. Der nicht-öffentliche Teil der Sitzung beginnt um 17.30 Uhr, der öffentliche Teil um 19 Uhr.

// Wo genau befindet sich das Kerl-Areal? //

Mit dem so genannten Kerl-Areal ist das Grundstück gemeint, das bis vor kurzem noch der Sägewerks-Firma Kerl Laubhölzer gehört hat. Das Areal grenzt an die Drogerie Rossmann an und erstreckt sich bis zur katholischen Kirche nahe der Kocherbrücke. Es liegt direkt an der Kochertalstraße am Ortseingang von Niedernhall, von Ingelfingen kommend auf der rechten Seite. Auf die Frage, wieviel die Stadt für das Grundstück bezahlt hat, sagt Achim Beck: „Bei den Kosten handelt es sich um eine Grundstücksangelegenheit, die ich vertraulich behandle.“

// Warum ermittelt die Staatsanwaltschaft? //

Der stellvertretende Bürgermeister von Niedernhall, Klaus Richter, wirft dem Gemeinderat und dem Bürgermeister unter anderem vor, Dinge in nichtöffentlichen Sitzungen beschlossen zu haben, die eigentlich in öffentlichen Sitzungen behandelt hätten werden müssen. Konkret geht es um das Kerl-Areal des Betriebes Kerl Laubhölzer in Niedernhall, das die Stadt gekauft hat. Klaus Richter hat gegen Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck sowie gegen den gesamten Gemeinderat geklagt. Achim Beck teilte auf Anfrage in einer Stellungnahme gegenüber GSCHWÄTZ mit: Am 27. November 2017 sei „eine Strafanzeige wegen Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit der Sache „Kerl-Areal“ bei der Generalstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Stuttgart gegen mich – Achim Beck – als Bürgermeister eingereicht“ worden. „Dies wurde mir in einem Gespräch am 21. Februar 2018 durch die Kriminalpolizei Künzelsau mitgeteilt.“ Der Gemeinderat sei umgehend per E-Mail über diese Vorwürfe informiert worden. Weiter sagte Beck: „Die Generalstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Stuttgart ist jedoch nicht zuständig und hat das Verfahren beziehungsweise die Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft Heilbronn/Schwäbisch Hall weitergegeben. Daher ist die Kriminalpolizei Künzelsau für die Ermittlung in dieser Sache und Vernehmung von mir zuständig. Die Kriminalpolizei Künzelsau stellt die weitere Ermittlung/Vernehmung bis zur Entscheidung über die derzeit beim Verwaltungsgericht Stuttgart laufende Feststellungsklage zurück. Danach wird die Staatsanwaltschaft über die Strafanzeige befinden. Bitte beachten Sie, dass ich je nach Ausgang der Strafanzeige meine persönlichen Konsequenzen aus dem Verfahren ziehen werde. Anfragen zur Strafanzeige werden von mir vor der Vernehmung nicht beantwortet.“




Video // GSCHWÄTZ unzensiert

Unsere Redakteurin Nadja Fischer plaudert aus dem Nähkästchen. Sie erzählt unverblümt von der bitteren Realität was in der GSCHWÄTZ-Redaktion hinter verschlossenen Türen tatsächlich vor sich geht. Ein exklusiver Einblick wie sie versucht den harten Anforderungen gerecht zu werden.

// Der Erste Teil der Video Serie

Nadja Fischer bringt jeden Monat ein Video mit Blick hinter die Redaktion Kulissen heraus, in dem sie Pleiten, Pech und Pannen aus dem Journalisten Alltag schildert.

Kommende Themen unter anderen:

– Die besten Pressesprecher

– Wer verhält sich unmöglich bei Interviews

– Die größten Missverständnisse

// Video und Foto: GSCHWÄTZ




Video // Weltmeister im Kunstradfahren aus Öhringen

// Zwei junge Hohenloher holen den Titel im Kunstradfahren

Der Kunstradfahrer Serafin Schefold (21) aus Neuenstein und Max Hanselmann (20) aus Öhringen haben den WM-Titel im zweier Kunstradfahren offene Klasse 2017 im österreichischen Dornbrin gewonnen. Unser Reporter Dr. Felix Kribus hat den beiden glücklichen Weltmeistern beim Training zugesehen.

// Der alles entscheidende Sieg

„Das Gefühl nach unserer Finalkür in Dornbirn war einfach sehr gut. Ich habe am Anfang der Saison nicht gedacht, dass wir in der Lage sind, so eine gute Leistung zu fahren. Das war die beste Kür, die wir in unserem Leben gefahren sind.“ Wenn sich Serafin Schefold an diesen alles entscheidenden Abend im November 2017 erinnert, dann sieht man ihm die Freude richtig an. „Die Verleihung der Goldmedaille war schon ein emotionaler Moment. Zuerst bekommt man das Regenbogentrikot übergezogen, das in allen Radsportdisziplinen symbolisiert, dass man Weltmeister ist. Das ist schon etwas sehr besonderes.“

 

// Den ganzen Artikel lesen Sie in der aktuellen gedruckten April-Ausgabe von GSCHWÄTZ – in allen bekannten Verkaufsstellen zu kaufen.

// Uns gibt es auch als Abo jeden Monat direkt bequem in Ihren Briefkasten. Einfach eine E-Mail an uns schicken: info@gschwaetz.de oder postalisch: GSCHWÄTZ – Das Magazin; Schwalbenstr. 5; 74653 Ingelfingen

// Fotos, Video und Text: GSCHWÄTZ/Dr. Felix Kribus




Des Bürgermeisters großes Mimimi

Ein Kommentar von Matthias Lauterer über die Rolle des Künzelsauer Bürgermeisters Stefan Neumann beim Thema Krankenhaus.

Wie erwartet hat der Kreistag sich mit überwältigender Mehrheit, sogar mit 100 Prozent, für den einzigen verbliebenen Bewerber BBT entschieden.

Der Künzelsauer Bürgermeister Neumann empfand es kurz vor der Abstimmung noch als notwendig, eine Pressemeldung vor der versammelten Weltpresse (z.B. hier nachzulesen) herauszugeben, in der er nachdrücklich und fast schon weinerlich darum fleht, doch endlich auch mal was zum Thema beitragen zu dürfen:

„Als Vertreter der Stadt Künzelsau biete ich dem Kreis an, dass wir uns in den nun folgenden Prozess aktiv einbringen und gerne Verhandlungsteilnehmer werden.“

Wen er mit „ich“ meint, ist klar, aber wen genau meint er mit „wir“?

Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, daß die „Vertreter der Stadt Künzelsau“ in die Entscheidungen über das Wohl und Wehe der Stadt Künzelsau einbezogen werden. Wenn das nun, so muß ich Neumann interpretieren, nicht der Fall ist, dann muß sich der Bürgermeister und dann müssen sich natürlich auch die Bürger, um deren Stimmen er sich ja wieder bewirbt, fragen, warum das so ist.

Und auch mit den Sätzen

„Als Mitglied des Lenkungsausschusses habe ich den Prozess des Markterkundungsverfahrens aktiv begleitet. (…) Leider war kein Interessent bereit, den Standort Künzelsau als akutstationäres Haus zu betreiben.“

disqualifiziert und demontiert er sich als „Mitglied des Lenkungsausschusses“ eigentlich selbst – denn er sollte in dieser Funktion eigentlich wissen, daß (nach der Zusicherung der knapp 50 Millionen vom Land und der Zusicherung des Bettenabbaus im Gegenzug … oder war die Reihenfolge doch umgekehrt? Egal.) die Option „akutstationäres Haus in Künzelsau“ bereits bei Erstellung der Ausschreibung schon gar nicht mehr wirklich offenstand. Warum er diese Option im Nachhinein wieder in den Raum stellt, ist doch sehr merkwürdig.

Wie das Gschwaetz berichtet, sagt Dr. Andreas Eckle als Vorsitzender der BI „Wir sind HK“, daß der Bürgermeister „machtlos“ sei – und damit hat er sicherlich aus heutiger Sicht aber sowas von recht.

Man darf aber nicht vergessen, daß derselbe Bürgermeister bis 2015 Mitglied im Aufsichtsrat der Hohenloher Krankenhaus gGmbH war, also durchaus in einer Position, in der er ganz und gar nicht „machtlos“ war! Diesen Posten hat er 2015 freiwillig aufgegeben – die Gründe für den Rücktritt von diesem Amt hat er bis heute nicht öffentlich gemacht.

„Ich sehe mich nicht mehr in der Lage, meiner Aufsichtspflicht im Rahmen des mir erteilten Mandates gerecht zu werden.“

[Quelle: Hohenloher Zeitung]

ist halt leider nur eine inhaltsleere Aussage. Dabei spricht er doch selber von Aufsichtspflicht – gerade wenn die Aufsichtsführung problematisch ist, wäre es nur pflichtbewußt gegenüber den Bürgern seiner Stadt (die ihn in das Amt des Bürgermeisters Amt gewählt haben und gegenüber denen er in der Verantwortung ist), diese Aufsicht weiterhin auszuüben und seinen Einfluß innerhalb des Gremiums (und sei es vielleicht letztendlich vielleicht auch nur als lästige, aber immerhin protokollrelevante Gegenstimme) auszuüben. So hat er sich selber aus dem Spiel genommen und sich selber vom Informationsfluß abgeschnitten.

Fakt ist, daß er als Bürgermeister damit die Entscheidungsgewalt über einen ganz wichtigen Aspekt der Zukunft seiner Stadt aus der Hand gegeben hat. Ist es das, was ein Bürger von einem Bürgermeister erwartet? Zumindest ich erwarte etwas anderes.

Und Fakt ist, daß er jetzt herumjammert, daß er keinen Einfluß mehr habe. Nun … das eine hat sicherlich mit dem anderen zu tun.

Fakt ist auch, daß er sich im gesamten Prozeß nicht unbedingt durch Einbringen von konstruktiven Beiträgen hervorgetan hat. Immerhin sieht er für Künzelsau

„eine große Chance, den Standort als Gesundheitscampus in eine gute Zukunft zu überführen.“

Was das denn sein mag, so ein Gesundheitscampus, das ist sein Geheimnis – und damit ist er ein genausogroßer Geheimniskrämer wie Landrat Neth, der ja auch über „fünf tolle Konzepte“ verfügt, über die er allerdings mit den Bürgern nicht reden mag.

Über Neumanns Amtsführung wird ja bald abgestimmt und das Krankenhaus-Schlammassel ist sicher sein größter und folgenschwerster politischer Mißerfolg.

Und über den Spruch „Wir haben keine rechtliche Verantwortung, aber eine politische und moralische. Wir werden daher auch finanziell Künzelsau bei der Umsetzung unterstützen.“ von Landrat Neth sage ich jetzt besser nichts ….

 

// Den Text und weitere Kommentare von Matthias Lauterer gibt es nachzulesen auf seinem Blog rund ums Künzelsauer Weltgeschehen:

 

https://matthiasausk.blogspot.de/2018/03/des-burgermeisters-groes-mimimi.html

 

Fotos // GSCHWÄTZ; Mattias Lauterer




Rathausgeflüster: Öhringens Bürgermeister Thilo Michler hält Informationen zurück

Es gibt sie noch. Die wirklichen Vaterlandstäter, die nicht blindlings

tätig sind, sondern wohlüberlegt sind und bestimmt.

 

Öhringens Bürgermeister Thilo Michler ist so einer, einer wie

keiner, der überlegt sehr genau und wie ä Füchsle so schlau:

Soll ich‘s machen oder lieber bleiben lassen? Ist es gefährlich

für die Stadt, den Staat oder das Vaterland? Dann lass ich‘s bleiben allesamt.

 

Wir wollten von ihm Informationen haben, einfach so, aber da

hat er nicht mitgespielt, uns den Riegel vorgeschoben und uns

klar vor Augen geführt: Hier ist die Grenze nun erreicht,

das, was ihr wissen wollt‘, geht zu weit.

 

Da erst wurde uns bewusst, wie sehr wir uns haben über den

Tellerrand gebeugt, wollten Informationen haben, die keinen

etwas angehen, deshalb wurden wir so kritisch beäugt.

 

Diese Informationen sind sozialer Natur. Es sind Informationen,

die die Masse betreffen in Öhringen nur. Vielleicht auch welche

anderswo, aber das können wir jetzt nicht mehr testen im Westen.

Das ist leider so.

 

Wir hatten die Stadt Öhringen nämlich gefragt, ob sie uns – Achtung,

jetzt kommt‘s – ihren Veranstaltungskalender schicken

könnten, dann könnten wir die besten Sachen verwenden und

ankündigen in unserem Magazin und auch online senden.

 

Ungläubigkeit war die Antwort schlechthin. Wer sind sie? Was

wollen Sie damit bezwecken? Welche Pläne haben sie mit dieser

Stadt? Wir müssen uns beraten, um eine Entscheidung zu fällen,

wie wir mit ihrer Anfrage umgehen, vielleicht müssen wir hierzu

noch ein Beratungsgremium aufstellen.

Nein, da könnte ja jeder kommen. So etwas geht nicht so einfach,

Werbung für ihre Sachen machen sie nie kostenfrei, da zahlen sie

lieber `ne Menge, sie haben doch schließlich noch so viele Steuergelder

frei.

 

Also gut, nun haben wir es verstanden. Das nächste Mal fragen

wir nicht nett und lieblich: Dürfen wir ihre Veranstaltungen kostenfrei

bei uns ankündigen? Da lautet unser straffer Ton: 1.000

Euro kostet die Veröffentlichung. Wer nicht will, der hat schon.

Dann kommt die Antwort bestimmt fluchs anbei: Aber natürlich

machen wir den Weg hierfür frei. Teure Werbung für unsere Veranstaltungen

ist uns schließlich nicht einerlei.




AfD-Landtagsabgeordneter Anton Baron über Achim Beck, Angelina Jolie und die AfD

Für wen würden Sie sich entscheiden? Künzelsaus‘ Bürgermeister Stefan Neumann oder Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck? Für Angelina Jolie oder Jennifer Aniston? Für Angela Merkel oder Martin Schulz? Für Donald Trump oder Wladimir Putin? Bei unserem Video-Interview mit dem jungen AfD-Landtagsabgeordneten Anton Baron hatte dieser die Qual der Wahl. Wir sprachen mit ihm aber auch über lokale Baustellen: Warum er denkt, dass das Solebad Niedernhall gute Überlebenschancen hat und „auch das Hohenloher Krankenhaus in Künzelsau nicht hätte geschlossen werden müssen“. Er berichtet uns, wie schwer es seine Partei im Stuttgarter Landtag hat. Wir wollten aber auch von ihm wissen: Warum ist er in die AfD eingetreten und wie nahe steht die Partei der NPD?

Das Interview wurde in Niedernhall am Freitag, den 16. MÄrz 2018, in Niedernhall am Solebad und im Rössle in Niedernhall gedreht. Die Drehbedingungen waren suboptimal. Es stürmte und regnete. Anton Baron präsentierte sich trotz der widrigen Bedingungen bestens gelaunt.

Interview: Dr. Sandra Hartmann: Kamera und Schnitt: Dr. Felix Kribus

// Anton Baron //

Anton Baron wurde am 03. November 1987 in der ehemaligen Sowjetunion, im heutigen Kasachstan, geboren. Seit er vier ist, lebt er in Deutschland. Baron ist seit 2014 Mitglied der AfD und wurde 2016 von den Hohenlohern in den Stuttgarter Landtag gewählt. Der studierte Wirtschaftsingenieur arbeitete bis dahin bei einem Künzelsauer Unternehmen als Produktmanager. Baron ist parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion und ein Vertrauter von Jörg Meuthen. Seine Wahlheimat ist Niedernhall. Von dort pendelt er nach Stuttgart.

// Der nächste Interviewpartner //

Beim nächsten Videointerview geht es nach Künzelsau. Dort sprechen wir mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des SPD-Kreisverbandes Hohenlohe, Hans-Jürgen Saknus über die zähen Groko-Verhandlungen, was wir von der neuen Bundesregierung erwarten können, wie es im Inneren der SPD derzeit ausschaut.

// Das Interview mit Anton Baron lesen Sie in unserer neuen Printausgabe, ab 01. April 2018, überall im Einzelhandel.

 




„Mein Mann hat die Küche als sein Ressort“ – Was sagen die Bürger zum Frühjahrsputz?

Veronika, der Lenz ist da. Seit gut einer Woche herrscht Frühling, auch wenn das die Temperaturen noch nicht so hergeben. Winter ade –  und nach alter Tradition kann er jetzt kommen – der Frühjahrsputz. Den alten Mief auskehren und alles neu macht nicht erst der Mai. Putzen kann man auch schon im April. Wie halten es die Hohenloher mit der guten alten Tradition des Frühjahrsputzes? Das war die Frage, die GSCHWÄTZ-Reporter Dr. Felix Kribus diesmal gestellt und überraschenderweise erfahren hat, dass putzen – zumindest im Frühjahr – nicht mehr nur Frauensache ist.

 

„Ich finde alte Traditionen immer gut. Das ist eine prima Sache. Einmal im Jahr richtig durchfahren, das ist schon nicht schlecht. In der Regel macht meine Frau das Haus.  Wir haben einen Wintergarten, wo obendrauf Glasfläche ist,  da ich gehe ich dann mit der Leiter hoch, einmal im Frühjahr. Bei uns wird das schon noch gelebt“

// Martin Loos, Eberstal

„Davon halte ich eigentlich nix. Entweder man hat keine Zeit oder man kann eigentlich das ganze Jahr putzen. Man muss es nicht zu einer bestimmten Jahreszeit festlegen und sagen, jetzt muss Frühjahrsputz gemacht werden.  Wenn, dann putzt man natürlich die Fenster, wenn es dann heller wird und die Sonne scheint und die Vorhänge waschen, aber das muss jetzt nicht im Frühjahr sein.“

// Tanja Braun-Dierolf, Gaisbach

„Frühjahrsputz finde ich auf jeden Fall super wegen der Wetterverhältnisse. Irgendwann sind die Fenster und die Rolläden dreckig, und dann muss halt ein Frühjahrsputz sein oder was das Auto betrifft, genauso. Wir haben uns das aufgeteilt: Meine  Frau putzt mehr das Innere der Wohnung und ich putze mehr das Äußere. Meine Frau ist sehr zufrieden, wie ich putze, und deswegen spannt sie mich auch immer dementsprechend ein.“

// Isidoro Naera, Künzelsau

„Alles wird gesaugt und rausgewischt und Fenster werden geputzt. Und richtig gelüftet. Meine Frau und ich machen das zusammen. Ich fürchte mich vor nichts. Ich putze Fenster, ich schrubbe den Boden. Mir macht das nix aus.“

// Wilfried Stier, Kupferzell

„Ich halte viel von der alten Tradition. Wie man es früher gemacht hat, ist es immer am besten gewesen. Dass man nicht so scharfe Putzmittel gehabt hat mit natürlichen Sachen, Neutralreiniger und so. Meine fünfzehn Fenster will ich demnächst in Angriff nehmen.“

// Susanne Ilzhöfer, Mangoldsall

„Ich halte eher weniger von der Frühjahrsputztradition, weil ich das ganze Jahr stetig am Ball bleibe.  Ich schau, dass ich da wöchentlich rumkomme mit meinem Haushalt: Fenster, Böden, was eben so anliegt. Einmal im Monat ist ein größerer Putz angesagt. Mein Mann hat die Küche als sein Ressort.“

// Sabine Münch, Morsbach

„Ich halte sehr viel vom Frühjahrsputz. Das macht Spaß, wenn die Sonne scheint. Alles strahlt und dann tut man gründlich durchputzen. Und dann duftet das wieder nach Frühling, das ist sehr schön. Dafür brauche ich eine Woche.“

// Kiriaki Grigoriadu, Künzelsau

//Foto und Video: Dr. Felix Kribus




Neth // „Wir werden Künzelsau finanziell unterstützen“

„Kann ein Kreistag so mit Steuergeldern umgehen?“, fragt der Sprecher der Bürgerinitiative des Hohenloher Krankenhauses (BI), Dr. Andreas Eckle, gleich zu Beginn der Pressekonferenz der BI am Donnerstag, den 29. März 2018, in Künzelsau. Das ist die zentrale Frage, die für die BI bleibt, nachdem die BBT-Gruppe die Mehrheitsanteile der HK übernehmen wird (wir berichteten) und der Standort Künzelsau in diesem Zuge 2022 geschlossen werden soll. Eckle: „Ich möchte, dass es öffentlich gemacht wird, was passiert ist. Wir möchten Aufklärung, wer dafür verantwortlich ist und wir möchten wissen, ob die, die entschieden haben, ordentlich informiert waren.“

 

Denn die große Frage, die immernoch unbeantwortet im Raum stünde, laute: „Wie kann es sein, dass vor einigen Jahren noch Millionen in den Standort Künzelsau investiert wurde (Anmerkung der Redaktion: vor sieben Jahren wurde das Ärztehaus  für rund zehn Millionen gebaut, über vier Millionen kostete die Sanierung des Krankenhauses in Künzelsau, wir berichteten in unserer Februarausgabe 2017) und nun dieser Standort geschlossen wird?“, fragt er und vermutet Managementfehler, die zu dem anhaltenden Defizit seit 2012 führten: „Wir unterstellen, dass die HK nicht richtig geführt wurde und ob das nicht sogar gewollt war.“ Die Kreisräte wiederum verweisen auf Veränderungen in der Krankenhauslandschaft in den vergangenen Jahren.

Karlheinz Börkel, CDU-Fraktionsvorsitzender und Kreistagsmitglied, hat bereits vor einiger Zeit, in einem Gespräch mit der Redaktion GSCHWÄTZ, auf Veränderungen in der Krankenhauslandschaft hingewiesen, durch die es immer schwerer werde für kleinere Häuser zu überleben. Stichwort: Fallpauschalen/DRGs und Mindestmengen. :http://www.g-drg.de/Aktuelles/Abrechnungsbestimmungen_und_DRG-Fallpauschalen-Katalog_2018

Landrat Dr. Matthias Neth verweist darauf, dass der Bau des Ärztehauses unabhängig vom Krankenhaus eine sinnvolle Investition für die Sicherstellung einer ambulanten Versorgung war. Das privat geführte Ärztehaus oder auch MVZ (medizinisches Versorgungszentrum) in Forchtenberg könne für Künzelsau Vorbildcharakter haben.

Ein Mitglieder der BI erklärt: „Die Entscheidung für Künzelsau ist gefallen, aber wir wollen, dass es nicht in Vergessenheit gerät, dass das Künzelsauer Krankenhaus viele Jahre gut dagestanden hat und jeder hier sein Bestes gegeben hat.“

// Landrat Neth: „Wir werden Künzelsau finanziell unterstützen“ //

Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth betonte auf GSCHWÄTZ-Nachfrage, dass die BBT-Gruppe „fünf tolle Konzepte“ für Künzelsau habe und er „optimistisch“ in die Zukunft gehe. Warum wurden die Konzepte nicht an der Kreistagssitzung in Pfedelbach am 21. März 2018 (wir berichteten) vorgestellt? Neth verweist darauf, dass es sehr unterschiedliche Konzepte seien und man erst mit den externen Akteuren bezüglich einer möglichen Umsetzung sprechen müsse. Wird der Hohenlohekreis die Umsetzung eines der Konzepte in Künzelsau auch finanziell mittragen? Neth: „Wir haben keine rechtliche Verantwortung, aber eine politische und moralische. Wir werden daher auch finanziell Künzelsau bei der Umsetzung unterstützen.“ Er bedaure selbst, dass „wir nun nochmal eine Durststrecke haben“, bis es an die Umsetzung für Künzelsau gehe.

// BI meldet neuen Investor //

Kurz vor Ende des Markterkundungsverfahrens hat sich Eckle nochmals an Neth gewandt, da er einen neuen Interessenten für das HK gefunden habe. Ein am 05. März datiertes Schreiben mit dem Titel „Hohenloher Krankenhaus – Überlegungen zum Strukturkonzept“ hat Eckle per E-Mail an Landrat Neth geschickt. Darin der Verweis auf drei potenzielle Interessenten für das HK – mit Interesse an beiden Standorten, Künzelsau wie auch Öhringen. Das Angebot der Beteiligungsgesellschaft: „Möglichkeit A) „Rückkauf aller Planbetten zum Ausbau und Neuausrichtung als Plankrankenhaus. Möglichkeit B) Klinik als wissenschaftliche Forschungseinrichtung zur Entwicklung neuer Therapieverfahren. Angedachtes Kapitalvolumen zum Gebäudeerwerb, zum Planbettenrückkauf, zur Weiterentwicklung, Ausstattung und Personalentwicklung: 150 Millionen Euro.“ Der Inhalt umfasst eine halbe DIN-A4-Seite. Wer der Interessent sei, wollte Eckle nicht verraten.

Landrat Neth antwortet in einem Schreiben vom 14. März 2018, dass sich Interessenten an Oberender und Partner wenden können, die das Markterkundungsverfahren betreuen und verweist auf den 21. März 2018, an dem der Kreistag in einer öffentlichen Sitzung das Markterkundungsverfahren beendet.

Eckle findet es bedauerlich, dass Neth die Chance nicht genutzt habe, sich vor Beendigung des Markterkundungsverfahrens mit dem Vertreter der Investitionsfirma zu unterhalten. Neth wiederum verweist darauf, dass BBT zu dieser Zeit bereits ein über 500-seitiges Konzept vorgelegt habe. „Jeder hatte die Möglichkeit, sich ordnungsgemäß zu bewerben.“

// Eckle bescheinigt BBT ordentliches Management und Künzelsaus‘ Bürgermeister Neumann Machtlosigkeit //

Der BBT-Gruppe steht Eckle positiv gegenüber und bescheinigt ihr ein ordentliches Management. Das sei ersichtlich, da jedes ihrer Häuser, auch die kleineren in der Gruppe, schwarze Zahlen schreiben würden. Für Eckle bedeutet das: „Man sieht also: Auch kleinere Häuser können schwarze Zahlen schreiben, wenn man das Krankenhaus richtig führt. Das war auch in Künzelsau möglich.“ BBT sieht in Öhringen für die Zukunft als Grundversorgerkrankenhaus. Zugleich will die Gruppe Schwerpunkte setzen in den Bereichen Kardiologie, Onkologie und Geriatrie. Das sei aber keine neue Idee, so Eckle.

Im Zuge des Baus des Ärztehauses und der Sanierung des Krankenhauses Künzelsau habe man damals ebenfalls Schwerpunkte gesetzt, in Künzelsau im Bereich Kardiologie und Schlaganfalleinheit und in Öhringen im Bereich Geburtshilfe als Familienkrankenhaus.

Künzelsaus‘ Bürgermeister, Stefan Neumann, sieht Eckle bei den Entwicklungen in den vergangenen Jahren in einer glücklosen Rolle: „Es zeigt sich, dass er keinen Einfluss auf das Ganze nehmen kann.“

// Zur Person Dr. Andreas Eckle //

Dr. Andreas Eckle war 25 Jahre Chefarzt am HK und 13 ärztlicher Direktor.

 

Siehe auch: