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Gemeinderat stimmt über Künzelsaus Zukunft ab

Die Stühle in den Zuhörer-Reihen im großen Sitzungssaal im Künzelsauer Rathaus waren voll besetzt, als Bürgermeister Stefan Neumann die Sitzung des Gemeinderates am Dienstag, den 08. Oktober 2019 eröffnete. Unter anderem was in Künzelsau in den nächsten zehn Jahren passieren soll.

Strategie 2030

Im Rahmen der Klausurtagung im Juli 2019 hat der Gemeinderat gemeinsam mit der Stadtverwaltung strategische Ziele für die nächsten Jahre definiert. Die Strategie 2030 beinhaltet Visionen für die Zukunft von Künzelsau und nennt konkrete Ziele für die Jahre 2020, 2024 sowie 2030.

Fünf Schwerpunktthemen stehen im Fokus der Strategie 2030:

  • Zukunft Gesundheit: In Künzelsau ist mit dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) und weiteren Angeboten eine gute gesundheitliche und medizinische Versorgung gewährleistet.
  • Zukunft Klima: Künzelsau ist klimaneutral.
  • Zukunft Infrastruktur: Künzelsau ist das starke Mittelzentrum.
  • Zukunft Wohnen: Künzelsau bietet Wohnraum für alle.
  • Zukunft Digitalisierung & Mobilität: Künzelsau hat ein flächendeckendes Glasfasernetz und ist gut an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden.

Der Gemeinderat beschließt die Strategie 2030 mit vier Stimmenthaltungen.
Im Verlauf der Diskussion wird besprochen, Landrat Dr. Matthias Neth aufzufordern endlich ein leistungsfähiges Gesundheitszentrum zu realisieren, die Menschen der Raumschaft einzubeziehen sowie die Beschlüsse und Zusagen des Kreisrates umzusetzen.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

 




Mit E-Autos und Schichtbussen grüner werden

// Wie sich die Hohenloher ihre Zukunft vorstellen

von Nadja Fischer

Am 20. April 2018 bekamen die Bürger des Hohenlohekreises in der Stadthalle Niedernhall die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Bürgerversammlung in die Kreisentwicklung mit einzubringen. Seit Herbst 2016 befasst sich der Hohenlohekreis mit dem demografischen und gesellschaftlichen Wandel und möchte ein Zukunftskonzept erarbeiten, wie man Hohenlohe stark halten kann. „Man überlegt, was man für den ländlichen Raum tun kann, wie man den ländlichen Raum stark halten kann“, so Landrat Dr. Matthias Neth. „Es bringt nichts, wenn wir nur mit politischen Themen agieren und mit Beraterbüros arbeiten. Wir brauchen die, die den Alltag hier gestalten“, so Neth weiter.

Wie gestaltet man Kreisidentität, Mobilität, Bildung, Landschaft, Daseinsvorsorge, Wirtschaft, Gemeinschaft und Wohnen so, dass der Hohenlohekreis weiterhin attraktiv bleibt? In drei jeweils zwanzigminütigen Phasen bekamen die Bürger die Möglichkeit, ihre Meinung zu den einzelnen Handlungsfeldern zu äußern. Anmerkungen, Ideen und Verbesserungsvorschläge wurden angekommen. Das Ergebnis: Mobilität – das eigene Auto ist für die Hohenloher wichtig. Hier wurde auch der Wunsch nach mehr Ladesäulen für Elektroautos geäussert und auch nach Schichtbussen für ganze Gewerbegebiete. Beim Thema Tourismus kam die Frage auf, wie man Familien verstärkt in den Hohenlohekreis bringen kann. Zum Thema Wirtschaft sehen die Hohenloher eine immer größere Gefahr, dass es in Zukunft einen Mangel an Handwerkern gibt. Diesem Trend gelte es, entgegenzuwirken. Bildung – sie sollte bereits in der Grundschule anfangen und auch dort gestärkt werden. Das Ehrenamt bräuchte Unterstützung. Weitere Problemfelder: Wohnen: Oft ist im Ortskern der Denkmalschutz ein Problem, dass behoben werden sollte. Auch eine neue Kommunikationseben für die Wohnungsvermittung sollte geschaffen werden. Landschaft: Der Flächenverbrauch müsse überdacht werden und auch, wie man Landwirtschaft und Tourismus vereinen kann. Daseinsvorsorge: Die Hohenloher machen sich Gedanken über die Gesundheitsvorsorge auf dem Land, Gaststätten sterben aus. Es fehle zudem an Angeboten für Jugendliche.

Bis Ende 2018 soll der Prozess laut dem Landratsamt zur Entwicklung des Konzeptes abgeschlossen sein. Danach soll es bestenfalls an die Umsetzung gehen.

// Fotos: GSCHWÄTZ