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Neuer Vorstand beim TSV Ingelfingen

Zum 38. Mal eröffnete der 1. Vorsitzende Bernd Bauer die Mitgliederversammlung des TSV. Sein Bericht umfasste die letzten zwei „Corona-Jahre“. In 2020 standen die Sportstättensuche für die Step Aerobic Gruppe in Eberstal, die abschließende Bearbeitung des Brandschadens vom Friedhofschuppen, die Kooperation Schule-Verein und die Vorbereitung der Klausursitzung, sowie die Erstellung der Festschrift „100 Jahre TSV“ im Mittelpunkt. Erfreulich war, dass die Basketballer aufgrund eines eigenen Hygienekonzepts den Trainingsbetrieb in der Halle aufrecht halten konnten. Das Jahr 2021 begann mit der Entscheidung den geplanten Festakt zum 100-jährigen Jubiläum und den Ehrungsabend im Mai abzusagen. Die Corona-Lage liess eine Veranstaltung in dem gewünschten Umfang leider nicht zu. Umso erfreulicher war es, die gelungene Festschrift im kleinen Rahmen und bei schönstem Wetter auf der Ruine Lichteneck präsentieren zu können. Auch die anschließende Ausstellung in der Sparkasse fand großen Anklang. Für die geplante Satzungsänderung und Umstrukturierung der Vereinsführung wurden zahlreiche Gespräche mit Fachpersonen geführt. In der Klausursitzung im Herbst wurden die Punkte ausgearbeitet. Im Dezember konnte der Vorstand im Rahmen eines Sektempfangs der Jazztanzgruppe „Out of Control“ zur Vizemeisterschaft im Deutschland Cup DTB Dance gratulieren. Seit Februar 2022 bietet der TSV wieder Tischtennistraining für Kinder- und Jugendliche an. Zur Zeit sind ca. 13 Spieler dabei. Am 20. Mai 2022 fand der Ehrungsabend statt. Eine gelungene Veranstaltung. Mit einer kurzen Vorstellung der Änderungen in der Satzung schloss Bernd Bauer seinen Bericht ab.

Der Kasssier Benjamin Krepp trug im Anschluss den Kassenbericht vor. Volker Zinsler, zusammen mit Gerhard Abel Kassenprüfer, bestätigte eine ordentlich geführte Kasse und empfahl die Entlastung des Kassiers. Die Entlastung der Vorstandes, des Gesamtausschuss und der Kassiers erfolgte jeweils einstimmig.

Turnusgemäße Neuwahlen

Turnusgemäß standen dieses Jahr Wahlen auf dem Programm. Der 1. Vorsitzende Bernd Bauer stand nach 38 Jahren als 1. Vorsitzender nicht mehr zu Wahl bereit. Aufgrund der Satzungsänderung besteht der Vorstand nun aus drei Vorständen. Hierzu stellten sich Damir Martis, Konrad Schmetzer und Benjamin Krepp zur Wahl. Alle wurden einstimmig gewählt. Als Pressewart und Schriftführer wurden Ulrike Zeller-Michel und Sabrina Gärtner gewählt. Ebenfalls neu durch die Satzungsänderung sind die Wahlen der Leiter Wettkampfsport und Leiter Breiten-/Freizeitsport. Hier wurden Renée Weigel und Manuela Eberle einstimmig gewählt. Als Kassenprüfer wurden Gerhard Abel und Volker Zinsler gewählt.

Aufgrund der steigenden Kosten im Verein, u.a. durch die Finanzierung von Mitarbeitern, welche die Arbeit leisten, die nicht mehr durch ehrenamtliche Helfer abgedeckt werden können und verringerter Einnahmen, schlägt die Vorstandschaft eine Beitragserhöhung von ca. 10% ab 2023 vor. Nach der Beantwortung einiger Fragen wurde die Beitragserhöhung mit 38 Ja-Stimmen und 4 Enthaltungen beschlossen.

Im Anschluss bedankten sich die neuen Vorsitzenden bei Bernd Bauer für sein unermüdliches Engagement für den TSV und wünschten ihm für den „TSV Ruhestand“ alle Gute. Sie freuen sich auf die vielfältigen Aufgaben und die Zusammenarbeit im Verein.

Pressemitteilung TSV Ingelfingen

 




70 Jahre Mitglied beim TSV Ingelfingen

101 Jahre TSV Ingelfingen! Mit Stolz kann der TSV Ingelfingen auf diese lange Vereinsgeschichte zurück schauen. Mit dem Lied „My Crazy Circus“ eröffnete die Moderatorin Judith Blaschka den Ehrungsabend des TSV Ingelfingen am 20. Mai und meinte mit einem Augenzwinkern, dass so ein Vereinsleben manchmal auch einem Zirkus gleicht. Einen kurzen Rückblick über 100 Jahre belebte und abwechslungsreiche Vereinsgeschichte gab der 2. Vorsitzende Konrad Schmetzer den rund 120 Gästen in der Ingelfinger Stadthalle. Weiter ging es auch schon mit den Akteuren in der Manege. Für 25 Jahre Mitgliedschaft erhielten 18 Personen, für 40 Jahre  28 Personen und für 50 Jahre 12 Personen die Vereinsehrennadel. Für 60 Jahre Vereinszugehörigkeit wurden Helene Breyer, Hans Dörr, Hans Hermann, Erika Hofmann und Hermine Künast geehrt. Auf treue 70 Jahre Mitgliedschaft können Friedrich Gaufer und Fritz Hornung zurückschauen.

34 Mitglieder erhalten eine Ehrennadel

Ohne zahlreiche Helfer im Hintergrund funktioniert kein Verein. Um diesen Personen für ihr stetiges Engagement im Ehrenamt, sei es als Übungsleiter, Trainer, Gruppenleiter oder Funktionär zu danken, übergab der TSV die Leistungsnadel in Bronze an 20 Mitglieder, in Silber an 9 Mitglieder und in Gold an 5 Mitglieder.

Sportliche Erfolge trotz Corona

Über sportliche Erfolge konnten sich trotz Corona einige Gruppen des TSV freuen. Den Tennis Damen 50 gelang der Aufstieg in die  Bezirksstaffel 1. Beim Deutschland Cup DTB Dance wurde die Jazztanzgruppe „Out of Control“ Vizemeister. Die Fußball D-Jugend der Spielgemeinschaft Kupferzell/Gaisbach/Ingelfingen stand zum Ende der Vorrunde in der Bezirksstaffel auf dem 2. Platz und in der Qualimannschaft auf dem 1.Platz. Bei den Leichtathletik Franken-Einzelmeisterschaften erreichte Marius Braun im Weitsprung den 2. Platz und im Sprint über 100 m den 3. Platz.

Dass sie bereit sind für den nächsten Wettkampferfolg, zeigte im Anschluss die Jazztanzgruppe Dancing Stars I mit ihrem Tanz „Tinker Bell“ dem begeisterten Publikum.

Auch der Deutsche Turnerbund DTB und der Schwäbische Turnerbund STB verleihen Ehrennadeln für besonderes ehrenamtliches Engagement. Erwin Bergmann, Präsident des TSV Künzelsau und Vertreter beider Verbände, überreichte die STB Ehrennadel in Bronze an Gerlinde Schönberger, Bernd Rohrbach, Heike Wallner, Irmgard Helmstetter, Margitte Hock und Miriam Krug. Die DTB Ehrennadel erhielten Hildegard Bauer, Judith Blaschka und Susanne Stier. Auch dem TSV Ingelfingen sprach er seine Glückwünsche zum 100-jährigen Jubiläum aus und überreichte auch im Namen des TSV Niedernhall ein Präsent.

Die Ehrungen im Namen des schwäbischen und des Deutschen Turnerbundes nahm Erwin Bergmann (r.) vor. Foto: TSV Ingelfingen

Mit einem unterhaltsamen Sketsch brachten Heike Wallner und Daniela Egner die Zuschauer zum Lachen. Homeoffice in der Trainingshose? Kein Problem, wenn die Bluse dazu passt. Sport in Corona Zeiten? Kein Problem, wenn die Speckröllchen trotzdem bleiben. Und das Beste an Corona? Man hat Zeit den Kleiderschrank auszumisten und die skurrilsten sportlichen Outfits der letzten Jahrzehnte zu finden.

Zum Ende des Abends wurden besondere Akteure in der Vereinsmanege auf die Bühne gebeten. Mit originellen Gegenständen, Liedern und den passenden Bildern wusste das Publikum jeweils sehr rasch wer gemeint war. Bei Fußball kommt einem Dieter Best in den Sinn, seit 40 Jahren leitet er die Abteilung Fußball AH. Theater und Büttenreden? Na klar, Rainer Hessenauer ist leidenschaftlicher Theaterspieler und begnadeter Büttenredner. Ein Kinderfahrrad mit Stützrädern? Auch der Abteilungsleiter der RADtreff und Initiator des Bergzeitfahrens Sattelkönig, Achim Bauer, hat mal klein angefangen. Eine Schürze und ein Kochlöffel? Mit viel Herzblut kocht Udo Schneider seit Jahrzehnten für den TSV, auch die Ski-Ausfahrt organisiert er seit vielen Jahren. Der 2. Vorsitzende Konrad Schmetzer bedankte sich in einer Ansprache für das herausragende Engagement für den Verein und sprach die Ehrenmitgliedschaft aus.

Neue Ehrenmitglieder: v.l. Achim Bauer, Rainer Hessenauer, Udo Schneider, Dieter Best, 2. Vorsitzender Konrad Schmetzer. Foto: TSV Ingelfingen

Der 1. Vorsitzende, Bernd Bauer, konnte aus gesundheitlichen Gründen leider am Ehrungsabend nicht teilnehmen. Auch für ihn hatte das Orga-Team eine besondere Ehrung vorbereitet. Seit 38 Jahren setzt er sich als 1. Vorsitzender für den TSV und die sportliche Entwicklung in Ingelfingen ein. Für sein beispielhaftes Wirken sprach ihm der TSV seinen Dank aus und übergab den Geschenkkorb an seine Frau Hildegard Bauer.

Häppchen, Sekt und nette Gespräche

Sportlich ging das Programm zu Ende. Judith Blaschka animierte das Publikum zu einer kleinen Tanzeinlage. Danach hatten sich die Zuschauer die leckeren Häppchen und einen Sekt verdient. Bei netten Gesprächen klang der unterhaltsame und kurzweilige Ehrungsabend aus.

Mitteilung TSV Ingelfingen




Jazztanzgruppe Out of Control qualifiziert sich für die deutsche Meisterschaft

Am 26. Mai fand die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft des STB und BTB in Lahr/Schwarzwald statt. Dabei war der Schwäbische Turnerbund mit sieben Mannschaften und der Badische Turnerbund mit zwei Mannschaften vertreten. Hohenlohe wurde im Rahmen des Landesturnfestes durch vier Mannschaften in der Kategorie 18+ repräsentiert: TSV Niedernhall (6. Platz), SV Mulfingen (5. Platz), TSV Weißbach (3. Platz) und TSV Ingelfingen (1.Platz).

Eine Choreografie um Kriegs- und Gewaltnachrichten

Die Gruppe Out of Control präsentierte eine moderne Tanzinterpretation, vertont durch die beiden Lieder „Where is the love“ von den Black Eyed Peas und „This place was a shelter“ von Ólafur Arnalds. Das ernste und zugleich sehr aktuelle Thema mit täglichen Nachrichten über Krieg und Gewalt vertanzen die Tänzerinnen in Ihrer Choreografie, um auf das Leid, die Wut und den Schmerz so vieler Menschen aufmerksam zu machen. Dabei stellen sie sich die Frage wo die Liebe geblieben ist und möchten mit Ihrem Tanz den Menschen Hoffnung schenken.

Hintere Reihe v.l.n.r.: Sabrina Gärtner, Anna-Lena Glock, Linda Broszio, Josephin Weigel, Sophia Mallon
Vordere Reihe v.l.n.r.: Elisabeth Groth, Delia Dirscherl, Julia Mezger. Foto: Out of Control

 

Getanzte Emotion überzeugt das Kampfgericht

Die Tänzerinnen überzeugten das Kampfgericht mit Synchronität, tänzerischer Vielfalt und ausdrucksstarken Emotionen. Diese Leistung wurde mit dem ersten Platz als Baden-Württembergischer Meister belohnt. Nun beginnen die Vorbereitungen auf den Deutschlandcup DTB Dance im Oktober in Röbel/Müritz.

Information der Gruppe „Out of Control“




Grundloses Fehlen zog die strengsten Strafen nach sich

100 Jahre TSV Ingelfingen – ein Grund zum Feiern. Wir haben im Rahmen der Feierlichkeiten mit den Autorinnen der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum gesprochen: Ulrike Zeller-Michel, Geraldine Blaschka und Judith Blaschka.

GSCHWÄTZ: Hallo zusammen, bitte stellen Sie sich und ihre Rolle im Verein kurz vor.

Ulrike Zeller-Michel: Ich heiße Ulrike Zeller-Michel, bin Pressewart im Verein. Seit fast 20 Jahren. Als Kind war ich auch schon in verschiedenen Gruppen im Verein.

„Ich bin ein Urgestein im Verein“

Geraldine Blaschka: Ich bin Geraldine Blaschka und mache seit rund drei Jahren die Abteilungsleitung vom Jazztanz im Verein. Außerdem habe ich noch zwei Gruppen, die ich schon trainiere, seit ich 15 bin. Angefangen habe ich selbst, als ich klein war.

Judith Blaschka: Im Mutterkindturnen! Geraldine ist meine Tochter. Ich bin Judith Blaschka. Auf gewisse Art und Weise bin ich ein Urgestein im Verein, aber ich hatte auch mal eine kleine Auszeit. Ich habe früher Jazztanz-Gruppen im Verein geleitet und bin die letzten Jahre im Orga-Team. Das heißt, ich bin dabei bei der Organisation und ab und zu mal bei der Moderation von Events.

„Wir haben auch viel dazu gelernt“

GSCHWÄTZ: 100 Jahre TSV Ingelfingen – Was bedeutet das für Sie?

J. Blaschka: Jede Menge Arbeit (lacht) und Verantwortung.

Zeller-Michel: Aber auch Spaß.

G. Blaschka: Immer wieder etwas Neues.

Zeller-Michel: Wir haben auch viel dazugelernt, glaube ich.

J. Blaschka: Und dass wir stolz darauf sein können, dass dieser Verein trotz vieler Hürden und Themen, die er bewältigen musste so gut und in dieser Größe überstanden hat.

Präsentation der Festschrift. Foto: GSCHWÄTZ

„Wir schwelgen gerne in Erinnerungen“

GSCHWÄTZ: Wie ist die Idee zu der Festschrift entstanden?

J.Blaschka: Wir hatten im September letzten Jahres eine Klausursitzung zum 100-jährigen Jubiläum und haben dort festgelegt, was wir tun wollen, welche Veranstaltungen es geben soll und haben dort auch definiert, dass es eine Festschrift geben soll. Wir hatten beim 75-jährigen Jubiläum auch schon eine und das fanden wir alle toll, weil wir selbst auch sehr gern darin blättern und in Erinnerungen schwelgen.

„Wir haben uns freiwillig gemeldet“

GSCHWÄTZ: Wussten Sie gleich, dass Sie das Verfassen der Festschrift in die Hand nehmen wollen?

J.Blaschka: Sagen wir es mal so: Wir haben uns freiwillig gemeldet (lacht).

Zeller-Michel: Ja, als Pressewart habe ich mir eigentlich schon gedacht, dass ich da in irgendeiner Weise mitwirken sollte und auch will.

 „Im Dezember haben wir richtig angefangen“

GSCHWÄTZ: Wie viel Arbeit war das? Wie lange haben Sie daran gesessen?

G.Blaschka: Im Dezember haben wir richtig angefangen.

J. Blaschka: Ja, da haben wir die Interviews geführt. Also zuerst einmal einen Plan gemacht und dank Sandra (Hartmann) auch Hinweise bekommen, worauf wir achten sollen.

Zeller-Michel: Sandra hat uns auch einige Ideen für Interviews und Porträts gegeben…

J. Blaschka: …und uns viel beigebracht, worauf wir achten sollen. Was wir uns auch gemerkt haben (lacht).

 „Das war echt cool“

GSCHWÄTZ: Nachdem Sie sich nun so intensiv mit dem TSV Ingelfingen beschäftigt haben. Was sind Ihre Highlights aus 100 Jahren Vereinsgeschichte?

Zeller-Michel: Sie beziehen da auch die Erstellung der Festschrift mit ein? Denn für mich waren es auf jeden Fall die beiden Interviews, die ich geführt habe. Es war noch einmal eine ganz andere Art, meine Interviewpartner kennenzulernen. Ich habe Frau Jakob und Herr Rohrbach interviewt. Frau Jakob war sehr lange Kassiererin im Verein und Herr Rohrbach ist Übungsleiter.

G. Blaschka: Ich fand die Steckbriefe über die Gruppen selbst super. Es war total interessant, da zu sehen, was die Gruppen eigentlich über sich selbst denken. Auch war ein Highlight für mich, als wir unsere Festschrift druckfertig hatten. Das war echt cool, das erste Mal zu sehen, wie sie dann aussehen wird.

„Es wurden Strafen angedroht“

J. Blaschka: Also meine Highlights waren auch die Interviews. Ich durfte den Bürgermeister im Ruhestand, unseren Vereinsvorsitzenden und Renée Weigel interviewen. Außerdem war es für mich ein Highlight, die Zusammenarbeit in unserem Organisationsteam, das ein bisschen größer war, zu erleben. Und dann war noch der Hammer, dass ich am Ende in unserem Archiv Schriftstücke von 1921 bis 1926 gefunden habe, wie man damals mit den Vereinsmitgliedern gesprochen hat und welch eindeutig klare Ansagen es damals gab (lacht). Es wurden Strafen angedroht, wenn man nicht zu Veranstaltungen erschien. Ich zitiere aus der Festschrift: „Die Mitglieder werden dringend ersucht an den angegebenen Abenden möglichst zahlreich zu erscheinen. Außerdem wird darauf aufmerksam gemacht, dass grundloses unentschuldigtes Fernbleiben laut Statuten die strengsten Strafen nach sich zieht.“ (alle drei lachen) Das wäre manchmal schon hilfreich bei Arbeitsdiensten, wenn man so sprechen würde.

Prost TSV! Die Erleichterung ist der Redaktion der Festschrift anzusehen: Ulrike Zeller-Michel, Geraldine und Judith Blaschka (v.l.). Foto: GSCHWÄTZ

„Die Gründung des Vereins hat für Überraschungen gesorgt“

GSCHWÄTZ: Was haben Sie Neues über den Verein und dessen Mitglieder erfahren, das sie überrascht hat?

G.Blaschka: Die Gründung des Vereins hat für Überraschungen gesorgt. Keiner wusste so recht, warum eigentlich 1921 das Gründungsjahr ist.

 „Es gab 1921 schon eine Gründung“

GSCHWÄTZ: Was hat dabei für Verwirrung gesorgt?

J. Blaschka: Wir waren deswegen so verwundert, weil wir zwar 1921 als Gründungsjahr haben, es aber 1920 schon einmal eine Gründung eines Fußballclubs gab. Ich habe dann gefragt: „Warum haben wir 1921 und nicht 1920 als Gründungsjahr?“ und dank unserem Vereinsvorsitzenden wurden wir in die Geschichte eingeführt.

„Der Spielbetrieb hat 1921 begonnen“

GSCHWÄTZ: Und wieso ist es jetzt 1921?

Zeller-Michel: Der Spielbetrieb hat erst 1921 begonnen und es lag kein Eintrag ins Vereinsregister vor. Abschließend weiß man nicht, ob es nun am Spielbetrieb oder am fehlenden Eintrag ins Vereinsregister lag.

GSCHWÄTZ: Also hat der TSV seine Wurzeln quasi in einem Fußballclub?

J.Blaschka: Das kann man so sagen.

„Mir wurde bewusst, wie viele Personen nicht mehr unter uns sind“

GSCHWÄTZ: Sind Sie bei Ihrer Recherche auch auf Informationen gestoßen, die Sie schockiert oder traurig gemacht haben?

J.Blaschka: Ich sag es mal so: In der „Neuzeit“, in der ich unterwegs war, wurde mir schmerzlich oft bewusst, wie viele Personen, die ich selbst kenne, den Verein begleitet haben und jetzt nicht mehr unter uns sind. Wenn es um die „frühen Jahre“ geht, war da die Erkenntnis, wie sehr damals schon ein Verein hat kämpfen müssen, um existieren zu können und einen Platz zu haben, an dem man trainieren kann. Schon damals waren das immer wiederkehrende Themen. Das waren schon damals Fragen, wie „Wo können wir Fußball spielen?“, weil Plätze beispielsweise dem Bahnbau zum Opfer gefallen sind. Das finde ich interessant aber auch bezeichnend dafür, wie ein Verein auch teilweise kämpfen muss.

„Es gab Phasen, wo es zäher gelaufen ist“

GSCHWÄTZ: Was war schwierig an der Umsetzung des Projektes? Gab es besondere Hürden?

Zeller-Michel: Corona hat es vielleicht ein bisschen schwieriger gemacht. Und wie überall gab es auch zwischenzeitlich mal Phasen, wo es ein bisschen zäher gelaufen ist.

J. Blaschka: Am Ende wussten wir drei aber ganz klar: Wenn der Druck kommt, dann läuft es (lacht).

„Irgendetwas Witziges gab es immer“

GSCHWÄTZ: Was hat Sie seit Dezember in Bezug auf das Projekt zum Lachen gebracht? Gab es irgendwelche Knallergeschichten?

J. Blaschka: Also gelacht haben wir sehr viel. Das haben wir auch in die Festschrift reingebracht. Das war, glaube ich, auch der einzige Sport den wir in der Zeit getrieben haben (lacht). Also Bauchmuskelkater hatten wir auf jeden Fall.

Zeller-Michel: Irgendetwas Witziges gab es immer.

J. Blaschka: Also vielleicht auch die Erkenntnisse, die man aus den Interviews und Porträts mitgebracht hat über die man sich dann ausgetauscht hat.

G. Blaschka: Lustig war auch, dass wir zehn Mal die Auflistung gemacht haben, welche Seite denn nun was beinhalten soll.

Zeller-Michel: Und dann war doch wieder alles anders (lacht).

J. Blaschka: Auf jeden Fall war es insgesamt sehr spaßig.

Von links: Ulrike Zeller, Geraldine Blaschka, Judith Blaschka. Foto: GSCHWÄTZ

 „Es ist wichtig, dass es Menschen gibt, die sich für den Verein einsetzen“

GSCHWÄTZ: Sehen Sie den TSV Ingelfingen, nachdem Sie sich intensiv mit der Vereinsgeschichte beschäftigt haben, nun mit anderen Augen?

J. Blaschka: Also vielleicht nicht unbedingt den TSV, aber ich schaue mir heute die Festschrift zum 75-Jährigen Jubiläum mit anderen Augen an, wissend, was alles dahinter steckt, so eine Festschrift zu erstellen. Ohne die Vorarbeit zur 75-Jahres-Festschrift wäre unsere auch gar nicht so möglich gewesen. Diese Recherche zu den frühen Vereinszeiten, die der Altbürgermeister Ehrmann mit dem Herrn Bauer geleistet hat, ist schon sagenhaft.

Zeller-Michel: Mir ist noch einmal bewusst geworden, wie wichtig es ist, dass es Menschen gibt, die sich für den Verein, über die ganzen 100 Jahre gesehen, einsetzen und wirklich viel Freizeit dafür opfern. Das kann nur so funktionieren. Viele sehen vielleicht gar nicht, wie viel Arbeit dahinter steckt, dass so ein Verein läuft. Viele Leute erwarten einfach, dass die Übungsstunden für ihr Geld stattfinden. Mir ist wirklich noch einmal bewusst geworden, was es überhaupt bedeutet, so einen Verein zu führen.

j. Blaschka: Am Ende sind es die Menschen. Wenn du keine Menschen hast, die Übungsleiter machen oder sich um all diese Abläufe kümmern, dann gibt es keinen Verein. Dann gibt es vielleicht ein Sportstudio, wo man hingeht und dafür teuer bezahlt, aber dann gibt es kein Vereinsleben.

„Halli-Galli-Fasching wird es nicht mehr geben“

GSCHWÄTZ: Angenommen, Sie könnten mit einer Zeitmaschine an einen Zeitpunkt in 100 Jahren Vereinsgeschichte reisen. Welcher wäre das?

J. Blaschka: Ich würde zurückkehren zu Pfingstfesten und Fasching. Aber richtig Fasching. Nicht nur Prunksitzungen, sondern Halli-Galli-Fasching. Ich weiß jedoch, das wird es nicht mehr geben… Also zumindest nicht den Halli-Galli-Fasching.

G. Blaschka: Ich auch. Also die früheren Prunksitzungen kenne ich ja nicht, aber die ersten, die ich miterlebt habe, waren eigentlich die besten.

Zeller-Michel: Was ich immer schön fand, waren tolle Aktionen mit dem Ausschuss und den Übungsleitern in den 2000-er Jahren. Kanufahren, Hochseilgarten, Fliegen, Bogenschießen,… Das waren immer schöne Veranstaltungen.

„Wir haben viel anzubieten“

GSCHWÄTZ: Was lieben Sie an Ihrem Verein?

J. Blaschka: Alles. Vor allem, dass er manchmal chaotisch ist, aber wenn es drauf ankommt, finden sich doch immer wieder die zusammen, die sich finden müssen, damit etwas auf die Beine gestellt wird.

G. Blaschka: Ich denke immer, das ist ein kleiner Verein, aber wir haben eigentlich schon viel anzubieten. Trotzdem ist es familiär. Jeder kennt jeden.

Zeller-Michel: Ich finde auch, dass wir ein breites Sportangebot haben.

J. Blaschka: Wir sind einfach gut (lacht). Das kann man zum Abschluss schreiben: Der TSV Ingelfingen ist gut.

 

Interview: Priscilla Dekorsi

 

 

 




Bernd Bauer: „Ich halte die Entwicklung für katastrophal“

Am Samstag, den 10. Juli 2021, hat der TSV Ingelfingen sein 100-jähriges Bestehen gefeiert. Über den Dächern von Ingelfingen, genauer gesagt auf der Burgruine Lichteneck mit weitem Blick ins Kochertal, haben Mitglieder des Vereins die selbst erstellte Festschrift mit über 100 Seiten vorgestellt, die die Geschichte und Entwicklung des TSV Ingelfingen in Wort und Bild erlebbar und kurzweilig präsentiert.

Gschwätz-Videoreporter Dr. Felix Kribus war vor Ort und hat die lockere Stimmung bei schönstem Sommerwetter eingefangen.

Viel Arbeit steckt in der Festschrift

„100 Jahre sind wir alt und darauf können wir wahnsinnig stolz sein“, hieß es in der Eröffnungsrede. „Auch wenn alle, die hier vor Ort sind, die ersten Jahrzehnte nicht mitgemacht haben. Alle von uns haben aber diesen Verein in seiner Geschichte ein Stück weit begleitet.“ Es sei dem Verein wichtig gewesen, in der Festschrift „all die Geschichten, Bilder, Emotionen und manchmal auch Schicksale, die es im Verein gab, zu präsentieren“. Die Idee zu der Festschrift basierte darauf, dass es bereits zum 75. Geburtstag eine gab und jetzt alle Beteiligten wüssten, wie viel Arbeit darin steckt.

Mitglied wegen der Gemeinschaft

Gerlinde aus Morsbach ist in der Abteilung Frauengymnastik. „Wir machen Bewegungsübungen, um fit zu bleiben, Dehnübungen und Kräftigungsübungen.“ Weil die Gruppe wegen Corona momentan aber nicht in die Sporthalle darf, gehen die Teilnehmer laufen. „Zehn Prozent von uns schaffen Purzelbaum und Rad“, meint ihre Sitznachbarin Irmgard aus Ingelfingen. Sie ist im Turnen wegen der Gemeinschaft und der sportlichen Fitness.

Der Verein als Kontaktbörse

Holger aus Künzelsau meint: „Das ist mein Verein, für den bin ich angeworben worden vor über 20 Jahren.“ Seit er TSV-Mitglied sei, habe er viele neue Kontakte in Ingelfingen kennengelernt, denn seine Frau sei zwar aus Ingelfingen, er selber stammt aber aus Künzelsau.

„Die kleine Veranstaltung ist ganz gut gelungen“

„Dadurch, dass unsere große Veranstaltung leider wegen Corona ausfallen musste, haben wir uns für so eine kleine Veranstaltung entschieden und ich finde, sie ist ganz gut gelungen“, sagt Achim vom Orga-Team. Er habe mit vier Jahren beim TSV mit Fußball angefangen und das bis zu den aktiven Mannschaften gemacht. „Wegen einer Verletzung habe ich dann aufgehört“, bedauert er. „Ich bin aber seit einigen Jahren im Rücken-Fit tätig.“ Das tue dem Körper gut.

„Es geht wieder aufwärts“

TSV-Sponsorin Sandra Hartmann findet, „dass man besonders bei diesem Festakt sieht, wie toll die Vereinsarbeit auch noch nach 1,5 Jahren Corona ist“. Die Menschen würden sich freuen, „dass es wieder aufwärts geht und dass sich wieder Öffnungen bieten, dass die Menschen sich wieder treffen können und es wieder einen sozialen Austausch gibt“. Die Menschen, die sich im TSV Ingelfingen engagieren, würden das mit so einer Leidenschaft machen – „das ist wirklich bewundernswert und das unterstützen wir natürlich gerne“.

Gute Sportangebote und neue Sportstätten

„Die Sportangebote des TSV Ingelfingen sind gut und die Sportstätten sind bis auf den Fußballplatz neu“, begründet TSV-Vorsitzender Bernd Bauer, warum man bei seinem Verein sein sollte. Er hält es für eine Katastrophe, wenn die Jugend nur noch auf Youtube und Instagram unterwegs ist. Während seiner Tätigkeit als Sportlehrer war Sport für ihn „immer das wichtigste Fach in den letzten 40 Jahren“. Deshalb habe er sich auch im Sportverein engagiert. „Die aktuelle Entwicklung halte ich für katastrophal, vom körperlichen her, vom Sozialverhalten her, alles das fällt weg und das ist zum Heulen.“ Er plädiert deshalb für eine viel größere Unterstützung für die Sportvereine auch finanzieller Art, „damit man Sportangebote entsprechend machen kann“. Wobei beim TSV Ingelfingen die Versorgung mit Sportgeräten gut sei. „Es müssten aber auch die Eltern sensibilisiert werden, dass sie ihre Kinder schicken und ermuntern, durchzuhalten.“

Die Redakteurinnen der Festzeitschrift: Ulrike Zeller-Michel, Geraldine und Judith Blaschka (v.l.n.r.). Foto: GSCHWÄTZ

TSV-Vorsitzender Bernd Bauer plädiert für mehr Unterstützung für die Vereine. Foto: GSCHWÄTZ

Geschichten, Emotionen, Schicksale: die Festschrift des TSV Ingelfingen zum 100-jährigen Jubiläum. Foto: GSCHWÄTZ




100 Jahre TSV Ingelfingen: Erste Videoschnipsel vom Festakt

Erste Videoschnipsel zum Festakt 100 Jahre TSV Ingelfingen auf der Burgruine am Samstag, den 11. Juli 2021, mit Präsentation der über 100 Seiten starken Festschrift und Lockerungsübungen für alle Anwesenden.

Für Euch vor Ort | GSCHWÄTZ – Das Magazin | Wir lieben unser Ländle | www.gschwaetz.de




„Wir sind ganz hintendran, wir kommen noch hinter den Bordellen“

Wenn ein Sportverein, der in einer kleinen Stadt verwurzelt ist, 100 Jahre alt wird, dann ist das ein besonderes Ereignis, das üblicherweise mit einem Festakt gefeiert wird. Festredner aus Politik und Sport geben sich das Mikrofon in die Hand und Schausportgruppen zeigen auf der Bühne ihr Können. Anschließend gemütliches Beisammensein mit den Freunden aus der Kindheit, die man lange nicht gesehen hat.

Wegen Corona nur in kleinem Rahmen gefeiert

Dem TSV Ingelfingen war eine solche Festveranstaltung wegen des Coronavirus nicht vergönnt. Stattdessen konnte in diesem Jahr nur eine kleine Veranstaltung zum Jubiläum stattfinden, immerhin war das Wetter so gut, dass die kleine Feier im Freien auf der Ruine stattfinden konnte.

TSV Ingelfingen: Jugendarbeit und Leistungssport

Zirka 350 jugendliche Mitglieder hat der TSV Ingelfingen, die verschiedenste Sportarten betreiben. Tamara Schneider, 16, ist eine dieser jugendlichen Mitglieder. Sie ist schon seit neun Jahren im Verein und betreibt Gerätturnen [sic! Laut Trainerin Renée Weigel heißt es nicht Geräteturnen, sondern Gerätturnen] – und das überaus erfolgreich: zweimal war sie bereits Landessiegerin. Das zeigt, dass sich der TSV nicht „nur“ dem Breiten- und Freizeitsport widmet, sondern auch die Möglichkeit bietet, große sportliche Erfolge zu erzielen.

Tamara Schneider. Foto: GSCHWÄTZ

Aber nicht alle Kinder und Eltern sind dazu bereit. Renée Weigel, Trainerin der Gerätturner, hat bemerkt, dass sich „immer weniger Kinder den Strapazen der Sportart unterziehen. Die Spaßgesellschaft überfordert die Jugend“, stellt sie fest. Dreimal wöchentliches Training sei schließlich im Wettkampfsport notwendig. Sie erhofft sich allerdings, dass „nach Corona die Eltern ein qualifiziertes Bewegungsangebot suchen“.

Corona fährt alles auf Null

Und durch Corona mußte das Sportangebot quasi auf Null heruntergefahren werden. „Wir hatten ja ein regelrechtes Bewegungsverbot“, sagt Bernd Bauer, der Vorsitzende des TSV. Er wäre glücklich gewesen, wenn wenigstens ein kleines Sportangebot, vor allem für Kinder und Jugendliche, möglich gewesen wäre: „Ich fühle mich von der Politik vera… nicht ernst genommen“ sagt er. Damit meint er die Politik in Berlin und Stuttgart, denn auf die lokale Verwaltung läßt er nichts kommen: „Das ist in Ingelfingen alles korrekt gelaufen“ und die Lockerungen seien vom Hauptamt jeweils sehr schnell umgesetzt worden.

TSV Ingelfingen: in der kleinen Stadt verwurzelt

René Weigel und Bernd Bauer. Foto: GSCHWÄTZ

Bauer sieht, dass heute weniger Kinder und Jugendliche im TSV Sport treiben als noch vor einigen Jahren. Er führt das darauf zurück, dass es viel mehr Angebote gibt und die Kinder und Eltern das Sportangebot eher unverbindlich nutzen: „Die Fluktuation ist zu stark, die Bindung wird nicht fest.“ Fest ist die Bindung der örtlichen Unternehmen zum Verein: „Wir haben knapp 60 Werbepartner, vom Weltmarktführer bis zum Kleinbetrieb. Das zeigt die Verwobenheit in der Stadt.“ Ungefähr 60 Werbepartner hatte der TSV übrigens auch schon vor 70 Jahren: Von den Werbepartnern aus der damaligen Zeit ist heute noch ein einziger übrig geblieben.

„Bin da schon immer“

Eine feste Bindung zum Verein hat Julia Mezger. Sie betreibt Jazztanz, auch eine Disziplin, in der der Gruppen des TSV schon des Öfteren große sportliche Erfolge erzielt haben. „Ich bin da schon immer“, sagt sie. „Einen Verein wechselt man doch nicht: Es ist doch schön, wenn man treu bleibt.“ Auf die Frage, was den Unterschied ausmacht zu anderen Vereinen, antwortet sie daher konsequent: „Das kann ich nicht beurteilen, ich war ja noch nie woanders.“ Das dürfte genau die Einstellung sein, die sich Bernd Bauer wünscht.

Die Fußballer

Haben es nicht geschafft, die untypischen Getränke zu verstecken: Die Fußballer. Foto: GSCHWÄTZ

Vor dem Foto wollten die Fußballer noch schnell die Flaschen mit nichtalkoholischen Getränken verstecken. Seit drei Jahren sind sie nun wieder mit dem TSV fusioniert, nachdem sie viele Jahre lang in einem eigenen Fußballverein, dem SC Ingelfingen, gekickt haben. Die Frage, was sie zum TSV treibt, beantworten sie deshalb mit „weil wir zufällig fusioniert haben mit dem TSV“ – aber mit einem breiten Lachen im Gesicht. „Die Infrastrukutur hat beim SCI einfach gefehlt“, der TSV biete ihnen die notwendige Infrastruktur wie etwa Umkleidekabinen in der relativ neuen Sporthalle.

Hervorragende Infrastruktur

Konstantin Kisser, Basketballer. Foto: GSCHWÄTZ

Die Infrastruktur war auch für Konstantin Kisser, Abteilungsleiter der Basketballer, ein wichtiges Argument, ausgerechnet beim TSV eine Basketball-Abteilung aufzubauen. Er hat hochklassig in mehreren Vereinen gespielt und lobt die moderne Halle: „Viele Gegner aus der Stuttgarter und Ludwigsburger Gegend sind immer wieder überrascht und sagen: „Sowas haben wir nicht.“

TSV: Breitensportangebot für jedes Alter

Nicht nur der Wettkampfsport ist beim TSV vertreten. Susanne Stier leitet das Kinderturnen Hermuthausen/Weldingsfelden, wo die Jüngsten sich spielerisch an den Sport herantasten. Sie ist schon immer sportinteressiert und war bereits als Jugendliche Übungsleiterin. Am TSV gefällt ihr die Zusammenarbeit, „Bernd [Bauer] hat immer ein offenes Ohr für alles“ – und da er Wünsche meistens auch erfüllen kann, gebe es keinerlei Grund zur Klage. „Ich bin gern dabei“, schließt sie.

Begeisterte Breitensportler: Hildegard Bauer, Monika Zeller und Heike Wallner. Foto: GSCHWÄTZ

Auch das Breiten- und Freizeitsportangebot für Erwachsene ist vielfältig. Das können Hildegard Bauer, Monika Zeller und Heike Wallner bestätigen. Hildegard Bauer war früher im Jazztanz und in der Laufgruppe aktiv, heute nutzt sie das Kursangebot des Vereins. Monika Zeller und Heike Wallner turnen in der Frauenturngruppe. Auf die Frage, warum sie beim TSV sind, antwortet Hildegard Bauer spontan „Fasching“, die beiden anderen sagen „Sport“. Auch Monika Zeller ist dem Verein treu: Sie überlegt, wie lange sie bereits im Verein ist – und kommt zu dem Schluß: „Ich bin schon so lange im Verein, dass ich gar nicht mehr weiß, seit wann“.

TSV: Spaß, Fasching und Gemeinschaft

Neben dem Sport spielt natürlich auch der Spaß eine große Rolle im Vereinsleben: Der Fasching ist legendär. Die Prunksitzungen sind regelmäßig ausverkauft und sorgen genauso regelmäßig für Gesprächsstoff in der kleinen Stadt. Und das nicht nur wegen der tanzsportlichen Darbietungen, sondern auch weil die Redner in der Bütt‘ das städtische Leben süffisant auf die Schippe nehmen.

Kurze Festansprache

Bernd Bauer während seiner Festansprache. Foto: GSCHWÄTZ

Die Festansprache von Bernd Bauer ist kurz, ein ganz schneller Überblick über die Geschichte des Vereins sei ausreichend: Den Rest könne man der Festschrift entnehmen, in der die ersten Hundert Jahre und die Gegenwart des Vereins und seiner Vorgänger dargestellt werden. „Das Lesen soll Sie zum Schmunzeln bringen und schöne Erinnerungen hervorrufen“ – auch wenn dunkle Kapitel der Vereinsgeschichte nicht ausgelassen seien. Am Ende seiner Ansprache verweist Bauer auf den Psychiater Spitzer, der feststellt, dass Bewegung eine Grundvoraussetzung zum Lernen ist. „Die Pandemie hat alles auf den Kopf gestellt, es ist eine desaströse Situation.“ Ihm bleibt nur, dem Freizeit- und Breitensport alles Gute zu wünschen, denn „für die fernsehsichtbaren Zirkus- und Konzernsportarten ist schon gesorgt.“

Corona beeinflußt auch die angekündigte Schauturngruppe

Es ist nicht einfach, nach Corona wieder mit Sport anzufangen. Daniela Egner und Heike Wallner führen dies in einem amüsanten Sketch vor. Foto: GSCHWÄTZ

Judith Blaschka kündigt danach eine „international bekannte Schausportgruppe“ auf der steinigen Bühne der Burgruine an – gekommen sind aber nur zwei Frauen. Und die scheinen nicht wirklich Weltklassesportlerinnen zu sein, hat die eine der beiden doch schon Schwierigkeiten, die Bühne zu erklimmen. So eine Leiter ist allerdings auch ein kompliziertes Gerät.

Und das ein oder andere Kilo haben die Sportlerinnen auch noch zugelegt während der Pandemie – an eine Leistungssportdarbietung ist also gar nicht zu denken. Yoga könnte eine Lösung sein und so nimmt das Unheil seinen Lauf …
Daniela Egner und Heike Wallner beweisen, dass man beim TSV nicht nur an Fasching Spaß machen und haben kann.

Vorstellung der Festschrift

Höhepunkt der Veranstaltung ist die Präsentation der Festschrift zum hundertsten Geburtstag des Vereins. Im Titelbild der Festschrift zeigt sich die Vielfalt und das Wesen des TSV: Symbolisch sind Organisation von großen Sport-Events, Zusammenarbeit und Eigeninitiative, Leistungssport, Jugendarbeit, Spaß und die fleißigen Helfer im Hintergrund abgebildet. Auf 108 Seiten wird die Historie und die Gegenwart des TSV dargestellt. Zahlreiche historische Dokumente und Bilder sorgen für einen Eindruck, wie es in der Vergangenheit zugegangen ist.

Dem Redaktionsteam, bestehend aus Ulrike Zeller-Michel, Judith Blaschka und Geraldine Blaschka, sieht man die Erleichterung darüber an, dass sich ihre Anstrengungen gelohnt haben. Mehrere Monate waren sie damit beschäftigt, Bilder aus dem Archiv zu sichten, selber Texte zu schreiben … und immer war die Befürchtung im Hinterkopf, den Termin nicht halten zu können.

Präsentation der Festschrift. Diese gibt es ab sofort auch in einem handlichen DIN-A4-Format. Von links: Ulrike Zeller-Michel, Judith und Geraldine Blaschka. Foto: GSCHWÄTZ

Prost TSV! Die Erleichterung ist der Redaktion der Festschrift anzusehen. von links: Ulrike Zeller-Michel, Judith und Geraldine Blaschka. Foto: GSCHWÄTZ

Bin ich auch drin? Die druckfrische Festschrift findet sofort großes Interesse. Foto: GSCHWÄTZ

Auch das GSCHWÄTZ-Team war mit vier Mann vor Ort, um die Veranstaltung pressetechnisch zu begleiten. Auf dem Fotos ist GSCHWÄTZ-Redakteurin Dr. Sandra Hartmann zu sehen. Bei der Festschrift layoutete GSCHWÄTZ-Redakteur Matthias Lauterer nach Vorgaben von Ulrike Zeller, Judith und Geraldine Blaschka die Seiten.

 

Text: Matthias Lauterer

 

 




Strecken, beugen, dehnen, strecken

Am Freitag, den 09. Juli 2021, zitterten Ulrike Zeller, Geraldine und Judith Blaschka noch ein wenig ob des immensen Regens, der sich seine Bahnen brach, ob denn der kleine Festakt, den der TSV Ingelfingen für Samstag auf der Burgruine geplant war, überhaupt stattfinden konnte. Er konnte.

Im Mittelpunkt dieses Festes stand die 100 Seiten starke Festschrift, die unter der Federfrührung von Ulrike Zeller, Geraldine und Judith Blaschka entstanden ist.

Bei strahlendem Sonnenschein und gefühlten 30 Grad gab es nicht nur Steaks, Bier und Spezi, sondern auch ein kleines lustiges Sportprogramm, dass die Vorstände, Abteilungsleiter und Ehrenmitglieder des Vereins nach 1,5 Coronajahren wieder zurück ins gemeinsame aktive Leben holen sollte.

von links: Ulrike Zeller, Geraldine Blaschka, Judith Blaschka. Foto: GSCHWÄTZ

Fantastisches Wetter bei dem kleinen Festakt des tSV Ingelfingen auf der Burgruine. Foto: GSCHWÄTZ

Der herabschauende Hund: Dieser Sketch macht auch auf 1,5 Jahre Jahre zu wenig Bewegung in Coronazeiten aufmerksam. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 




Stadt Ingelfingen verbietet Abdruck & Aushang von Faschingsplakat des TSV

Manage frei – so ein Zirkus in Ingelfingen“ – unter diesem Motto steht die Prunksitzung des TSV Ingelfingen am 08. Februar 2020 in der Stadthalle. Die Plakate sind gestaltet und sollten nun veröffentlicht werden. Da grätscht dem TSV die Stadtverwaltung Ingelfingen dazwischen. Auf GSCHWÄTZ-Nachfrage bestätigte Hauptamtsleiter Alexander Winter, dass das Plakat derzeit nicht im Amtsboten abgedruckt wird. Tatsächlich ist in dem Amtsboten, der am 19. Dezember 2019 verteilt wurde, nur ein kurzer Infotext über die Prunksitzung ohne Foto oder Flyer wie sonst üblich abgedruckt. Zu der Begründung für die Drucksperre verwies Winter auf Bürgermeister Michael Bauer. Telefonisch war Bauer bislang nicht zu erreichen. Auch eine schriftliche Antwort steht derzeit noch aus.

Auch in öffentlichen Gebäuden soll das Plakat nicht ausgehängt werden.

Beim TSV spekulieren Mitglieder derweil über die Gründe der Abdruck- und Aushangsperre. Anscheinend fühle man sich durch das diesjährige Motto „Manege frei – so ein Zirkus in Ingelfingen“ als Stadtverwaltung diskreditiert – für den TSV allerdings nicht nachvollziehbar. Nun habe es angeblich seitens des Orga-Teams bereits Überlegungen gegeben, das Motto dementsprechend zu ändern, damit doch noch Plakate ausgehängt und abgedruckt werden seitens der Stadtverwaltung.

Das Plakat zur Prunksitzung des TSV Ingelfingen 2020. Quelle: privat

 




Versammlung des TSV Ingelfingen: Harsche Kritik an Bürgermeister

Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Dach. So lautet ein bekanntes Sprichwort. Während Ingelfingens Bürgermeister Michael Bauer mit ein paar Gemeinderäten übers Wochenende Ingelfingens Partnergemeinde Saint-Héand in Südfrankreich besucht hat, traf sich der TSV Ingelfingen am Freitagabend, den 15. März 2019, im Christian-Bürkert-Saal im Schwarzen Hof zur Jahreshauptversammlung. Es war eine Versammlung, bei der das alles entscheidende Thema derjenige war, der an diesem Abend rund 770 Kilometer weit weg weilte: der Bürgermeister.

Michael Bauer. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Wer hat bei wem übernachtet?

„Es war die interessanteste Mitgliederversammlung aller Zeiten“, erzählte ein Vereinsmitglied gegenüber GSCHWÄTZ am nächsten Tag. Auch in Ingelfingens Nachbarstadt Künzelsau ist die Jahreshauptversammlung unter den Einwohnern am Wochenende Thema.  Wortführer bei der TSV-Versammlung war TSV-Vereinsvorstand und gleichzeitiges Gemeinderatsmitglied Bernd Bauer. Sein Verhältnis zu seinem Namensvetter Michael Bauer ist seit geraumer Zeit angespannt (wir berichteten). An der Versammlung war unter anderem der Besuch in der französischen Partnergemeinde Saint-Héand Thema. Genauer: die Unterbringung der Reise-Entourage. Während die Ingelfinger Gemeinderäte bei anderen Gemeinderäten nächtigen, schlafe der Bürgermeister in einem Hotel etwas ausserhalb der Stadt, hieß es. Vorausgegangen war vor vielen Jahren ein Besuch der französischen Reisedelegation nach Ingelfingen, wo es ähnlich abgelaufen sein soll: Während die französischen Gemeinderäte bei den Ingelfinger Gemeinderäten übernachteten, sei der Bürgermeister von Saint-Héand im Hotel Niklass in Ingelfingen einquartiert worden. Manch ein Ingelfinger sagt, das sei damals ein Affront gegen den französischen Bürgermeister hinsichtlich deutsch-französischer Gastfreundschaft gewesen. Wie der französische Bürgermeister die Hotel-Unterbringung gesehen hat, ist nicht bekannt. Bernd Bauer sagt, er habe das Nicklass-Thema damals in einer Gemeinderatssitzung angesprochen. Seitdem sei sein Verhältnis zu Bürgermeister Michael Bauer nicht mehr das beste.

Fußballer fühlen sich heimatlos

Ein weiteres großes Thema der Mitgliederversammlung war die noch relativ neue Heinrich-Ehrmann-Halle in Ingelfingen und die Nutzung derer. Hierzu muss man wissen: Vor dem Neubau befand sich an dieser Stelle die alte Turnhalle mit dem Vereinsheim der Fußballer von Ingelfingen, des damaligen SC Ingelfingen (mittlerweile sind die Fußballer wieder ein Bestandteil des TSV, wir berichteten). Seit dem Neubau haben die Fußballer noch keinen wirklichen Ersatz für ihr verloren gegangenes Vereinsheim gefunden. Im ehemaligen Spazz in Criesbach, der nun wieder saniert und renoviert wird, fanden sie eine Zeitlang Unterschlupf. Nun ist auch das vorbei. Während des Trainings im Sommer stehen sie weitgehend ohne Räume da, damit sich etwa die Kinder umziehen können, da sie die Halle laut Anordnung der Stadt nur im Winter benutzen dürfen, so ein Fußballmitglied gegenüber GSCHWÄTZ. Aber selbst diese Nutzung gestalte sich schwierig (wir berichteten): „Wenn das so weitergeht, geht der Fußball in den nächsten Jahren kaputt.“ Es gäbe unterschiedliche Regelungen seitens der Stadt, was die Halle beträfe, moniert auch Bernd Bauer.

TSV-Vorstand Bernd Bauer. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Wer darf in die Halle und wer muss draußen bleiben

An der Mitgliederversammlung ein Beispiel zweier Jazztanzgruppen. Während eine Jazztanzgruppe die Halle in den Sommerferien zum Üben auf Wettkämpfe nutzen durfte, sei es der anderen Gruppe untersagt worden. Die Stadt verwies laut Bernd Bauer auf eine „häusliche Sonderregelung“. Hinter vorgehaltener Hand wird aber gemunkelt, dass der Grund für diese unterschiedliche Behandlung darin begründet liege, dass die Freundin des Sohnes von Michael Bauers Lebensgefährtin Monika Chef in der Jazztanzgruppe tanzt, die in die Halle gelassen wurde.

Vereinsnachrichten veröffentlichen koste Geld

Bernd Bauer moniert, dass die Stadt sich auch in anderer Hinsicht wenig vereinsfreundlich zeige. Seien im städtischen Amtsboten früher Vereinsanzeigen kostenlos erschienen, verlange die Stadt seit geraumer Zeit Geld dafür, wenn der Umfang der Veröffentlichung länger als eine halbe Seite sei, sagt Bauer. So zahle der Verein eine gewisse Summe an die Stadt, damit unter anderem die Stadt die Vereinserfolge in den städtischen Nachrichten veröffentliche.

In Ingelfingen wird darüber gesprochen, dass wohl einige Gemeinderäte nicht mehr als Gemeinderat kandidieren möchten. Inwieweit diese Gerüchte stimmen, ist GSCHWÄTZ nicht bekannt.

Wir haben Michael Bauer in einer Presseanfrage gefragt, inwieweit die in der Mitgliederversammlung genannten Themen die Stadt Ingelfingen betreffend der Richtigkeit entsprechen. Eine Antwort steht noch aus.