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„Die Lage ist größtenteils katastrophal“

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit fällt ein von der Stadtverwaltung Künzelsau beauftragtes Forstunternehmen zahlreiche Bäume in den Wäldern um Künzelsau. Die Bäume sind durch die anhaltende Trockenheit laut der Stadtverwaltung derart geschädigt, dass sie gefällt werden müssen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau hervor.

Ein von der Stadtverwaltung Künzelsau beauftragtes Forstunternehmen wird im Herbst und Winter 2020 im Stadtwald Künzelsau kranke und schwache Bäume fällen.

„Nicht nur Fichten, auch Laubbäume sind von der Trockenheit und Hitze der letzten Jahre betroffen“, so Stadtförster Stephan Römer. „Der Borkenkäfer rafft die Fichten dahin, ein Pilz bringt die Eschen zum Absterben und die Buche vertrocknet einfach. Die Lage ist größtenteils katastrophal.“

Das Fällen von Bäumen ist sehr gefährlich, das Fällen von geschädigten Laubbäumen ist extrem gefährlich. Deshalb bittet der Stadtförster dringend die Absperrungen im Wald beim Joggen oder Waldspaziergang zu beachten. Stadtförster und Forstarbeiter sagen schon im Vorfeld vielen Dank für das Verständnis der Waldbesucher.

Wegen der anhaltenden Trockenheit fällt ein Forstunternehmen im Stadtwald zahlreiche Bäume. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

 




Ingelfingen-Eberstal: „Gefährlichste Situation im Wald seit Menschengedenken“

Roland Hartz‘ drastische Worte im Stadtwald Breitenberg bei Ingelfingen-Eberstal lassen aufhorchen: „Dem Wald geht es schlecht. Wir haben aktuell die gefährlichste Situation im Wald, die wir seit Menschengedenken hatten und haben auch schon drei Todesfälle bei der Waldarbeit erlebt.“ Dürre lässt den Wald regelrecht austrocknen. Bäume halten den veränderten Wetterbedingungen nicht stand. Schädlinge greifen an. Der Forstamtsleiter des Hohenlohekreises ist nicht allein mit diesem Eindruck. Auch Dr. Wolfgang Eißen, Dezernent für den ländlichen Raum beim Landratsamt des Hohenlohekreises, betont ebenfalls die prekäre Situation: „Das Thema Klimawandel während der Landwirtschaft spüren wir seit vielen, vielen Jahren und jetzt schlägt er auch im Forst zu.“ Er betont aber zugleich: „Die Land- und Forstwirtschaft sind Opfer, aber auch Teil der Lösung. Wenn wir viele Bäume pflanzen, wird Kohlenstoff aus der Atmosphäre gebunden und Sauerstoff produziert.“

Landrat wünscht sich 112.000 Bäume für 112.000 Einwohner

BAGeno, das Landratsamt des Hohenlohekreises und die Stadt Ingelfingen haben daher unter dem Titel: „Einheitsbuddeln – Mein Baum fürs Land“ zu einer großen Bäumen-Pflanzaktion am 03. Oktober 2019 nach Eberstal gerufen und an die 100 Menschen, darunter auch Schüler der Georg-Fahrbach-Schule, Konrektorin Tanja Truetsch, Dörrenzimmerns Pfarrerin Sabine Focken und die Hohenloher Landtagsabgeordneten Arnulf von Eyb (CDU) und Anton Baron (AfD) sind gekommen.

Hierfür benötige es viele Sponsoren

Bürgermeister Michael Bauer lobte die Aktion und bot auch zugleich im Namen der Stadt Ingelfingen an, im kommenden Jahr noch mehr Waldfläche zur Verfügung zu stellen, wenn Bageno im nächsten Jahr wieder Baum-Setzlinge zur Verfügung stellen würde. Dieses Jahr waren es 500, nächstes Jahr könnten es ja tausend sein, wandte er sich mit einem Augenzwinkern an BAGeno-Vorstand Karl Ehrmann. Diese Zahl wäre auch dem Landrat, Dr. Matthias Neth, nicht unrecht, sei doch laut Dr. Eißen – der Neth an diesem Pflanztag vertritt – Neths großes Ziel, dass in Hohenlohe in den nächsten Jahren so viel Bäume gepflanzt werden, wie der Kreis Einwohner hat, und zwar rund 112.000. Aber hierfür benötige es „viele Sponsoren“, wie Dr. Eißen ebenfalls mit einem Augenzwinkern betonte. An die Kinder gewandt betonte Bürgermeister Bauer die Langfristigkeit von solchen Aktionen: „Diese Bäume pflanzen wir für Euch und Eure Kinder.“

„Ich bin nicht der typische Gärtner“

Den einzigen Baum, den Anton Baron, AfD-Landtagsabgeordneter des Hohenlohekreises, jemals gepflanzt hat war auf einem Privatgrundstück, gibt er zu. Er ist bei der Aktion dabei, weil „Bäume pflanzen sinnvoller Klimaschutz“ sei und „unsere Wälder derzeit unter dem Klima leiden.“

Auch Arnulf von Eyb, CDU-Landtagsabgeordneter des Hohenlohelohekreises, bekennt gegenüber GSCHWÄTZ: „Ich bin jetzt nicht der typische Gärtner, der sich jeden Samstag die Gummistiefel überstülpt und in den Garten geht.“ Aber er freue sich an „jedem Baum, jeder Pflanze im Allgemeinen und an der gärtnerischen Arbeit von anderen.“ So sei er denn auch ein BUGA- und LAGA-Besucher. „Das ist toll, was diese Menschen schaffen.“ Er bewundere auch seine Nachbarn, die ihre Gärten „auf liebevolle Weise pflegen“. von Eyb lobt die Aktion in Eberstal, weil sie „die Menschen für dieses Thema sensibilisiere. „Unsere Wälder sind wichtig. Das waren sie schon immer. Das sind wichtige ökologische Orte, die unsere Ortschaften hier einsäumen.“

Hohenlohe von Waldsterben besonders betroffen

Der Hohenlohekreis sei dabei in besonderem Maße dem Waldsterben betroffen, sagt Roland Hartz gegenüber GSCHWÄTZ: „Das liegt daran, dass wir im vergangenen Jahr noch weniger Niederschläge abbekommen haben als viele andere, und weil wir Böden haben, die sehr empfindlich auf Trockenheit reagieren, insbesondere die steinigen Muschelkalköden trocknen schnell aus.“ In diesem Jahr habe es doppelt so viel Schadholz gegeben, wie in normalen Jahren gesundes Holz. Viele hundert Hektar wären kahl und müssten laut Hartz nun neu bepflanzt werden.

Viele tausend Hektar geschädigt

„Dürre und damit einhergehende Schädlinge setzen unseren Laubbäumen zu“, erklärte Karl Ehrmann, Vorstand der BAGeno. „Viele tausend Hektar Waldfläche sind geschädigt oder schon nicht mehr zu retten.“ Die Schäden seien dabei zu groß für eine natürliche Regeneration. Der Klimawandel könne, so Ehrmann, durch nichts effektiver bekämpft werden, als durch Aufforstung.“ Für diesen Zweck spende BAGeno nicht nur im Hohenlohekreis, sondern auch in anderen Kreisen 2.000 Setzlinge, alles Bäume aus der Region, wie etwa der Nussbaum. Diese Bäume hätten klimastabile Eigenschaften, das heißt, sie trotzen auch dem Klimawandel. BAGeno wolle damit, so betont es Ehrmann, „verdeutlichen, dass nachhaltiges Denken und Wirtschaften in der Landwirtschaft fest verankert sind und dabei den heimischen Wald mit seiner großen ökologischen Bedeutung noch stärker in den Fokus rücken.“

 




Alarmstufe rot: Hohenloher Wald trocknet aus – Minister Hauk verspricht finanzielle Hilfen für Waldbesitzer

Wenn ein Landesminister sich zu einem Kreisbesuch angesagt hat, gibt es sehr oft einen freudigen Anlass. Den hätte Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, sicherlich auch gerne gehabt, doch da machte ihm das Klima einen Strich durch die Rechnung. Der bedenkliche Waldzustand, bedingt durch die Trockenheit der vergangenen Monate und Jahre, veranlasst den CDU-Politiker derzeit, sich vor Ort ein Bild von den Schäden zu machen.

Gefahr herabfallender Äste

Zu seinem Besuch im Staatswald Mühlberg bei Künzelsau hatte Hauk – wie Landrat Dr. Matthias Neth scherzhaft meinte – zwar seine ganz eigene Soforthilfe mitgebracht, denn kurzzeitig regnete es recht ergiebig. Doch das hob die Stimmung nur kurz, denn der Ernst der Lage ist jedem Beteiligten schon länger bewusst. Forstamtsleiter Roland Hartz zeigte dem Minister an mehreren Stellen, dass nach der Fichte nun auch die Buche – die Hauptbaumart in Baden-Württemberg – stark in Mitleidenschaft gezogen ist. Spröde Äste, abgestorbene Kronen: der Wassermangel hat die Abwehrkraft der Buchen so geschwächt, dass sie sich vor allem gegen den Borkenkäfer nicht mehr wehren können. Herabfallende Äste sind mittlerweile sowohl für Waldbesucher als auch für Autofahrer durch absterbende Bäume entlang der Straßen ein Risiko.

Peter Hauk will Waldbesitzern finanziell unter die Arme greifen

Da die Holzpreise durch das Überangebot an Schadholz stark gefallen sind, bahnt sich für die Waldbesitzer auch finanziell eine Katastrophe an, die das Land zu versucht abzumildern: Ein Notfallplan für die Wälder Baden-Württembergs sei in Vorbereitung, erklärte der Minister. „Die Gesellschaft darf die Waldbesitzer mit dieser ernsten Krise nicht alleine lassen.“ Außerdem werde das Land auf den Bund zugehen und eine schnelle finanzielle Beteiligung einfordern. Das begrüßte Landrat Dr. Matthias Neth: „Wenn wir die Herausforderung stemmen wollen, dann brauchen wir die entsprechende Unterstützung, vor allem auch für den Klein-Privatwald und für den Kommunalwald.“

Im Anschluss besichtigte der Minister die neuen Gebäude des Landwirtschafts- und Veterinäramtes in Kupferzell. Dezernent Dr. Wolfgang Eißen wies in diesem Zusammenhang auf die Synergieeffekte hin, die durch die direkte Nachbarschaft zur Akademie für Landbau und Hauswirtschaft(ALH) entstehen.

Goggenbacher Schweinestall als Vorzeigestall

In Goggenbach machte sich der Minister ein Bild vom neuen Schweinestall der Kirchbühl GbR. Der moderne Stall erfüllt die höchsten Anforderungen an das Tierwohl. Als Besonderheit wurde ein Besucherraum eingerichtet, der auch den Verbrauchern den Blick in den Stall ermöglicht. Zum Abschluss ging es dann noch zum Betrieb des neuen Bauernverbandsvorsitzenden Jürgen Maurer in Feßbach – dort wurden im Rahmen des Projektes F.R.A.N.Z. verschiedene biodiversitätsfördernde Maßnahmen angelegt. Die vom Landratsamt Hohenlohekreis, Landwirtschaftsamt, initiierte Biotopvernetzungskonzeption in der Gemeinde Kupferzell wurde von Minister Hauk als vorbildhaft und wichtige Maßnahme für mehr Biodiversität und Artenvielfalt gewürdigt.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises

 




Landratsamt schlägt Alarm: Katastrophaler Waldzustand im Hohenlohekreis

Spätfolgen des Extremsommers 2018 werden jetzt sichtbar

 Bereits im Sommer und Herbst des vergangenen Jahres sind in den Wäldern des Hohenlohekreises durch die extreme Trockenheit mehrere zehntausend Festmeter Schadholz angefallen. Nun werden langsam dramatische Folgeschäden sichtbar. Das Jahr 2019 droht zu einem Katastrophenjahr im Wald zu werden, so die Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreis vom 21. Februar 2019. Das Landratsamt führt hierzu näher aus:

„Derzeit werden die Kronen vieler Nadelbäume schütter, die Nadeln braunrot und die Rinde beginnt, vor allem in oberen Stammteilen abzublättern. Meist werden dort die kunstvoll erscheinenden Brutgänge sichtbar, die den beiden wichtigsten Borkenkäfern zu ihrem Namen verholfen haben: dem „Buchdrucker“ und dem „Kupferstecher“. Sie haben aufgrund der doch recht milden Winterwitterung oft putzmunter unter der Rinde überlebt und drohen, bei den ersten wärmeren Frühjahrstagen auszufliegen und neuen Befall zu verursachen. Allerdings sind auch Nadelbäume anzutreffen, die schlichtweg vertrocknet sind. Auch der als Speisepilz nicht unbekannte Hallimasch ist als Schwächeparasit gerade auf dem Vormarsch. Der Frischbefall ist nur an einem weißlichen Myzel nach entfernen der Rinde am Stammfuß erkennbar. Die durchaus schmackhaften Fruchtkörper treten erst ab Sommer zu Tage.

Die Folgeschäden bei den derzeit noch winterkahlen Laubbäumen sind noch nicht ganz so offensichtlich. Fachleuten fällt jedoch ein verstärktes Absterben einzelner Bäume ins Auge. Auch ein zunächst durch Astabbrüche in der Krone oder abblätternde Rinde erkennbarer Befall durch den farbenprächtigen „Buchenprachtkäfer“ hat massiv zugenommen.

Alarmierend ist auch die von den Förstern in den Wäldern festgestellte Gelegedichte des Schwammspinners. Die Raupen dieses Schmetterlings befallen bevorzugt Eichen, aber auch zahlreiche andere Laubbäume. Ihr Kahlfraß wird von gesunden Bäumen meist gut verkraftet, vorgeschwächte Bäume können aber auch flächig zum Absterben gebracht werden. Zudem drohen Risiken durch die von den Raupen gebildeten Brennhaare, die gesundheitsgefährdende Hautreizungen verursachen können.

Schon seit 10 Jahren beschäftigt Förster und Waldbesitzer das durch einen aus Asien eingeschleppten Pilz verursachte Eschensterben, was nun auch flächenhaft auftritt und dieser bedeutenden Baumart langsam den Garaus macht. Insgesamt befindet sich der Wald im Kreis, aber vermutlich auch in weiten Teilen Mitteleuropas in einem historisch schlechten Zustand.

Derweil ist der Holzmarkt im Nadelholzbereich bereits seit den schweren Stürmen des Vorwinters in heftigsten Turbulenzen. Der Abtransport und der Verkauf des vom Buchdrucker befallenen Holzes stocken, der Preis ist verfallen, den Waldbesitzern schwinden Mittel für die Wiederaufforstung der Schadflächen. Die zunehmende Instabilität der Wälder verursacht Gefahren sowohl für Waldarbeiter als auch für Waldbesucher und Angrenzer. Durch Trockenheit und Pilzbefall ist das Wurzelsystem so geschwächt, dass manche Bäume auch ohne sichtbare äußere Einwirkung einfach umzukippen drohen.

Forstamt, Förster und Waldarbeiter arbeiten derzeit mit Hochdruck an der Beseitigung der akuten Schäden. Das Forstamt fordert alle privaten Waldbesitzer auf, die Befalls- und Schadenssituation in ihren Wäldern, vor allem in den Fichtenbeständen stets im Auge zu behalten und ggf. mit Unterstützung der Revierförster eine Aufarbeitung zu veranlassen. Bei der Kontrolle sollte das Augenmerk vor allem auf beginnenden Borkenkäferbefall gerichtet werden. Dieser ist an Einbohrlöchern, Bohrmehlhäufchen und einem Nadelabfall an den Wirtsbäumen bei noch anhaftender Rinde erkennbar. Von Nadelbäumen, die bereits weitgehend oder völlig rindennackt sind, geht keine Infektionsgefahr mehr für benachbarte Bäume aus.

Ergänzende Informationen zu den Schaderregern:

 

Buchdrucker: Borkenkäfer – gefährlichster und vermutlich bekanntester Forstschädling überhaupt. Neigt zu großen Massenvermehrungen in der Fichte, befällt selten aber auch andere Nadelbäume. Dauerschädling, vor Ort zuletzt massiv in den Jahren 2004-2005 nach dem Trockenjahr 2003. Derzeit europaweit in katastrophalem Ausmaß aktiv.

 

Kupferstecher: Borkenkäfer – etwas kleiner aber kaum minder gefährlich als der Buchdrucker. Befällt vor allem jüngere Fichten, aber auch die schwächeren Teile (Kronen) älterer Bäume. Tritt besonders seit dem Spätherbst auf und greift inzwischen auch die aus Amerika eingeführte Gastbaumart Douglasie an.

 

Buchenprachtkäfer: Dieser kleine (weniger als 1 cm große), aber farbenprächtig glänzende Käfer ist ein Angehöriger einer wärmeliebenden, weil überwiegend in den Tropen beheimateten Gattung. Er befällt bei uns vor allem die Buchenbestände in besonders sonnigen oder trockenen Lagen.

 

Schwammspinner: Die Schmetterlingsraupen beginnen wenige Tage nach dem Schlüpfen in die Baumkronen zu ziehen, wo sie anfangs in junge Blätter Löcher fressen. Mit zunehmendem Alter und Größe verzehren sie die Blätter nahezu vollständig. Der Schaden ist weithin sichtbar und führt bei Massenbefall mancherorts zu flächiger Entlaubung. Es handelt sich um eine wärmeliebende Art, die besonders von der Klimaerwärmung profitiert.

 

Hallimasch: Dieser Pilz befällt vor allem Wurzelstöcke oder geschwächte Bäume und ist in der Wahl seiner Wirte nicht wählerisch. Er bildet unterirdisch riesige Teppiche und lange, wurzelartige  Triebe. Die im Sommer und Herbst büschelartige hervortretenden Fruchtkörper werden mancherorts in großen Mengen als Speisepilze gesammelt und verzehrt.

 

Eschensterben: Wird durch einen Anfang der 2000er Jahre aus Südostasien eingeschleppten Pilz mit dem sperrigen Namen „Falsches Weißes Stengelbecherchen“ verursacht. Anfänglich sprach man noch von einem Triebsterben, das aber mittlerweile zu einem flächigen Absterben dieser bedeutenden Baumart führt. Dendrologen und Forstwissenschaftler gehen heute davon aus, dass nur wenige Exemplare überleben werden.“

 

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises vom 21. Februar 2019

Fotos: Landratsamt Hohenlohekreis

 




Strenge Anforderungen für Dürre-Hilfen für Landwirte

Landwirte, die durch den heißen und trockenen Sommer massive Ernteeinbußen zu beklagen hatten, können bis 30. November 2018 beim Landratsamt Hohenlohekreis, Landwirtschaftsamt, eine Dürrebeihilfe beantragen. Die Förderung ist an strenge Kriterien gebunden, die alle erfüllt sein müssen. Es können nur landwirtschaftliche Unternehmen gefördert werden, die aufgrund der Dürre in der Existenz gefährdet sind.

Um die Antragsvoraussetzungen vorab einfach und schnell zu prüfen, steht den Antragstellern eine Checkliste zur Verfügung. Geprüft wird die Höhe des Schadens (Mindestschaden von 30 Prozent im Gesamtbetrieb), die Prosperität und Liquidität, die Höhe der Einkünfte aus gewerblichen nicht landwirtschaftlichen Unternehmen und der Umfang von kurzfristig verwertbarem Privatvermögen.

Die Frist der Antragsstellung läuft bis 30. November 2018. Grundsätzlich können bis zu 50 Prozent des gesamten Dürreschadens ersetzt werden. Der Mindestauszahlungsbetrag liegt bei 2.500 Euro.

Die Antragsformulare und die Checkliste  sind unter www.landwirtschaft-bw.info zum Download eingestellt oder beim Landwirtschaftsamt des Hohenlohekreises erhältlich.

Weitere Informationen erteilt das Landwirtschaftsamt unter Tel. 07940 18-614 und -616.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises vom 08. November 2018

 

 

 




Dürre: Landratsamt warnt vor massiver Ausbreitung von Borkenkäfern

Aufgrund der massiven Trockenphase im Juli und August in diesem Jahr sind unsere Fichtenwälder sehr geschwächt und die Borkenkäfer (Kupferstecher und Buchdrucker) breiten sich gerade massiv aus. Auf Flächen, auf denen Anfang des Jahres Sturmschäden aufgetreten sind, ist derzeit eine Massenvermehrung der Forstschädlinge zu beobachten, so heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises.

Das Forstamt bittet alle Eigentümer und auch die Bevölkerung um Unterstützung, um der weiteren Ausbreitung der Käfer entgegen zu wirken. Eine regelmäßige Kontrolle der gefährdeten Bestände ist daher unerlässlich.

Mit Borkenkäfer befallene Fichten.

Merkmale für Borkenkäferbefall

  • braunes Bohrmehl am Stammfuß und in den Rindenschuppen (wie Kaffeepulver)
  • Einbohrlöcher in der Rinde
  • Rindenabschläge durch Specht unterhalb des Kronenansatzes, aber auch im Kronenbereich
  • im oberen Kronenbereich großflächig braune Nadeln und Zweige

Rinde komplett abgefallen

Sind solche Befallszeichen aufzufinden, müssen die Bäume unverzüglich eingeschlagen werden, da sich diese nicht mehr erholen.

Bereits trockene Bäume und Bäume, bei denen die Rinde komplett abgefallen ist, stellen für den umgebenden Waldbestand keine Gefahr mehr da. Diese können auch zu einem späteren Zeitpunkt eingeschlagen werden.

Dramatischer Fall der Holzpreise

Vor allem bei einer wirtschaftlichen Nutzung des Waldes stellt ein Borkenkäferbefall ein Problem dar. Bei großflächigem Borkenkäferbefall können die Holzpreise auf dem Holzmarkt dramatisch fallen, was für Waldbesitzer zu einem großen finanziellen Schaden führen kann. Bei einer Massenvermehrung kann auch keiner der natürlichen Feinde des Borkenkäfers die Population wesentlich verringern. Zum Schutz der angrenzenden Waldnachbarn ist der Waldbesitzer gesetzlich verpflichtet, Maßnahmen gegen den Borkenkäfer zu ergreifen.

Befallene Hölzer, die über die Forstbetriebsgemeinschaften, das Forstamt beziehungsweise die Holzverkaufsstelle vermarktet werden sollen, sind vor Beginn der Aufarbeitung den Forstrevierleitern zu melden. Erfolgen eine vorherige Absprache sowie und Mengenmeldung nicht, kann der Holzverkauf nicht gewährleistet werden. Die Mindestverkaufsmenge je Lagerplatz liegt bei 10 Fm.

Auskünfte erteilen der zuständige Revierförster oder das Forstamt des Hohenlohekreises, Tel. 07940 18-560 oder per E-Mail: forstamt@hohenlohekreis.de. Bürgerinnen und Bürger, die einen massiven Befall entdecken, sind ebenfalls aufgerufen, dies dem Forstamt oder den zuständigen Revierförstern mittzuteilen.

Im Internet unter www.hohenlohekreis.de sind zudem zwei Newsletter der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg mit weiteren Informationen eingestellt.

Foto: Landratsamt des Hohenlohekreises/Von Borkenkäfern befallene Fichten

 

 




Trockenheit: Landratsamt verbietet Wasserentnahme

Die weiter anhaltende Trockenheit der vergangenen Wochen und die überdurchschnittlich hohen Temperaturen haben dazu geführt, dass die Wasserpegel der Flüsse und Bäche im Hohenlohekreis nochmals gesunken sind. Das Landratsamt Hohenlohekreis hatte in seiner Pressemitteilung vom 7. August 2018 bereits um Zurückhaltung bei Wasserentnahmen gebeten. Um die Wassermengen nun nicht zusätzlich weiter zu verringern, untersagt das Landratsamt mit einer Allgemeinverfügung die Wasserentnahme im Rahmen des sogenannten Gemeingebrauches mit Wirkung vom 16. August 2018. Aus oberirdischen Gewässern und dem Grundwasser darf ohne Erlaubnis kein Wasser zur Bewässerung und Beregnung entnommen werden. Auch bei den erlaubten Wasserentnahmen werden die Entnahmen zum Zwecke der Beregnung und Bewässerung reduziert.

Weiterhin zulässig sind Wasserentnahmen in geringen Mengen mittels Schöpfen von Hand mit Eimern und Gießkannen.
Weitere Informationen zum Thema Niedrigwasser und zu Wasserentnahmen sind auf der Homepage des Landratsamtes unter www.hohenlohekreis.de unter „Aktuelles“ und bei der Unteren Wasserbehörde des Landratsamts Hohenlohekreis unter Tel.: 07940 18-254 erhältlich.

Schutz der Gewässerlebewesen

Oberflächengewässer sind besonders empfindliche Ökosysteme. Gerade im Sommer sind sie durch hohe Temperaturen und lang andauernder Trockenheit großen Belastungen ausgesetzt. Zum Schutz der Gewässerlebewesen muss eine Mindestwassermenge im Gewässer verbleiben. Durch vermehrte und teilweise unkontrollierte Wasserentnahmen wird der empfindliche ökologische Zustand der Gewässer mit ihren Tieren und Pflanzen zusätzlich gefährdet und kann völlig zerstört werden.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes

Foto: adobe stock




Extrem niedrige Wasserpegel im Kocher- und Jagsttal – Wasserentnahmen nur noch begrenzt möglich

„Die anhaltende Trockenheit der letzten Wochen und die überdurchschnittlich hohen Temperaturen haben dazu geführt, dass die Wasserpegel der Flüsse und Bäche im Hohenlohekreis erheblich gesunken sind“, so eine aktuelle Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises. Um die Wassermengen nicht zusätzlich zu verringern, bittet das Landratsamt Hohenlohekreis um einen verantwortungsbewussten Umgang bei der Wasserentnahme. Aus oberirdischen Gewässern und dem Grundwasser darf nur begrenzt Wasser entnommen werden.

Was ist noch erlaubt?

Ohne Erlaubnis zulässig sind Wasserentnahmen in geringen Mengen für den Gemeingebrauch, darunter das Tränken von Tieren oder das Schöpfen von Hand mit Eimern und Gießkannen. Landwirte und Gartenbaubetriebe dürfen hierzu zwar auch Pumpen benutzen, allerdings darf der Abfluss des Gewässers insbesondere an den Nebengewässern von Kocher und Jagst nicht maßgeblich weiter verringert werden. Ein Aufstauen des Gewässers zur Entnahme ist ebenfalls nicht erlaubt.
Weitere Informationen zum Thema Niedrigwasser und zu Wasserentnahmen sind bei der unteren Wasserbehörde des Landratsamts Hohenlohekreis erhältlich. Telefon:  07940 18 254.

Empfindliche Ökosysteme

„Oberflächengewässer sind besonders empfindliche Ökosysteme. Gerade im Sommer sind sie durch hohe Temperaturen und lang andauernder Trockenheit großen Belastungen ausgesetzt. Zum Schutz der Gewässerlebewesen muss eine Mindestwassermenge im Gewässer verbleiben“, heißt es in der Pressemitteilung. Durch vermehrte und teilweise unkontrollierte Wasserentnahmen werde der empfindliche ökologische Zustand der Gewässer mit ihren Tieren und Pflanzen zusätzlich gefährdet und könne völlig zerstört werden.




Feuerwehr Waldenburg meldet erhöhte Waldbrandgefahr

Die Feuerwehr Waldenburg meldet eine erhöhte Waldbrandgefahr.

„Die extreme Trockenheit und die massive Hitzewelle sorgen aktuell für eine erhöhte Flächen- und Waldbrandgefahr im Gemeindegebiet Waldenburg. Bereits durch einen einzigen Funken kann ein Brand entstehen, der sich aufgrund der Trockenheit rasend schnell ausbreiten kann und in unserem zu weiten Teilen bewaldeten Gemeindegebiet womöglich sogar einige Zeit unentdeckt bleibt“, so eine aktuelle Mitteilung auf der Internetseite der Feuerwehr.

keine Glasflaschen liegen lassen, nicht auf trockenen Wiesen parken

Die Feuerwehr rät: „Entzünden Sie kein offenes Feuer im Freien. Lassen Sie keine brennenden Zigaretten und kein Glas (z.B. Glasflaschen) auf unversiegelten Flächen (z.B. Wald oder Wiesen) liegen. Glas kann Sonnenstrahlen bündeln und so einen Brand verursachen. Verzichten Sie außerdem auf das Grillen im Wald oder in Waldnähe und parken Sie nicht auf Waldwegen beziehungsweise Zufahrtswegen zu Wäldern (Anfahrtsweg der Feuerwehr) und auch nicht auf trockenen Wiesen oder Feldern (Brandgefahr durch heiße Fahrzeugteile).

Falls Sie einen Flächen- oder Waldbrand entdecken, informieren Sie bitte umgehend unsere Disponenten über den Notruf 112 und bleiben Sie vor Ort, um die Feuerwehr ein zu weisen (z.B. einen gut beschreibbaren Treffpunkt vereinbaren und von dort den Weg zeigen).

Waldbrandgefahrenindex

Hier gelangen Sie zum aktuellen Waldbrandgefahrenindex und dem Graslandfeuerindex des Deutschen Wetterdiensts:

https://www.dwd.de/DE/leistungen/waldbrandgef/waldbrandgef.html?nn=17572

Foto: Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg