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Hohe Beute bei Schockanruf durch falschen Polizisten

Einen Anruf eines vermeintlichen Polizisten erhielt eine Seniorin am Mittwoch gegen 10 Uhr in Tauberbischofsheim-Distelhausen. Die Tochter der Angerufenen hätte einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und die Untersuchungshaft könne nur durch die Zahlung einer Kaution in Höhe von 104.000 Euro abgewendet werden. Die 83-Jährige wurde durch den „falschen Polizeibeamten“ nach Wertgegenständen und Bargeld in der Wohnung ausgefragt. Im weiteren Verlauf des Telefonates übernahm ein angeblicher Staatsanwalt das Gespräch und forderte die Frau auf, ihre Wertgegenstände in eine Tüte zu packen und sie dem späteren Abholer zu übergeben. Gegen 11.45 Uhr traf die Seniorin in der Straße „Am Brunnenrain“ auf einen schmächtigen rund 1,65 Meter großen, 25 bis 30 Jahre alten Mann, der sich als Abholer zu erkennen gab. Der südländisch wirkende Mann hatte wenig Bartbehaarung und war mit einer schwarzen langen Hose, dunklen Schuhen und einem schwarzen T-Shirt bekleidet, welches auf der linken Brustseite ein kleines Emblem in rot-weißer Schrift hatte. Außerdem trug der Mann einen schwarzen Rucksack. Nachdem sich die 83-Jährige bei der Tochter nach deren Wohlbefinden erkundigte, bemerkte sie den Betrug.

Zeugen gesucht

Zeugen, die am Mittwoch gegen 11.30 Uhr den von der Geschädigten beschriebenen Abholer wahrgenommen, sonstige verdächtige Personen oder Fahrzeuge bemerkt oder ähnliche Anrufe erhalten haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 09341 81-0 bei der Polizei in Tauberbischofsheim zu melden.

Um sich vor der Betrugsmasche „falscher Polizeibeamten“ zu schützen, raten die Staatsanwaltschaft Mosbach und das Polizeipräsidium Heilbronn:

  • Die Polizei ruft nie unter der Polizeinotrufnummer 110 an.
  • Sprechen Sie mit Unbekannten nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen.
  • Verständigen Sie, wenn Sie sich unsicher sind oder bei verdächtigen Anrufen die Polizei. Diese ist unter der Nummer 110 rund um die Uhr für Sie erreichbar.

Pressemitteilung Polizei Heilbronn




Neue Rufnummern im Landratsamt Hohenlohekreis

Ab Sonntag, 12. Dezember 2021, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamts Hohenlohekreis unter veränderten Telefonnummern zu erreichen. Konkret heißt das: Alle 3-stelligen Durchwahlnummern werden auf 4-stellige Durchwahlnummern umgestellt, betroffen sind alle Durchwahlnummern mit der Rufnummer (07940) 18-XXX. Bei diesen Nummern wird vor die bisherige Durchwahl eine -1 gestellt. Beispielsweise muss dann statt der Nummer (07940) 18-456 die Nummer (07940) 18-1-456 gewählt werden.

Einfach eine 1 vor die bekannte Rufnummer setzen

Da wegen der großen Anzahl der Nummern keine Rufweiterleitungen möglich sind, ertönt beim Anruf einer bisherigen Telefonnummer eine Bandansage, die das Vorgehen erläutert.

Betroffen sind vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Hauptgebäuden an der Allee in Künzelsau sowie mehrere Außenstellen wie das Gesundheitsamt, das Flurneuordnungsamt, die Abfallwirtschaft, das Landwirtschaftsamt sowie das Veterinäramt und Lebensmittelüberwachung.

Ausnahmen

Von dieser Regelung ausgenommen sind die folgenden Nummern (Vorwahl jeweils 07940):

18-0 (Zentrale)
18-348 (Kartenverkauf Kulturstiftung Hohenlohekreis)
18-500 (Zulassungsstelle)
18-555 (Hotline Abfallwirtschaft Hohenlohekreis)
18-580 (Gesundheitsamt Zentrale)
18-571 (Gesundheitsamt Fax)
18-888 (Corona-Hotline)

Eine aktuelle Telefonliste wird ab 12. Dezember 2021 auf der Internetseite www.hohenlohekreis.de unter den Reitern „Landratsamt – Telefonliste“ hinterlegt.

Pressemitteilung Landratsamt des Hohenlohekreises




Erneuter Schlag gegen „falsche Polizeibeamte“

Die Staatsanwaltschaft Heilbronn und die Kriminalpolizei Heilbronn lassen nicht locker, um im Deliktsfeld „Betrug zum Nachteil älterer Menschen“ und hier im Speziellen die Taten der sogenannten „falschen Polizeibeamten“, aufzuklären. Bereits im Februar ist den Ermittlern hier ein empfindlicher Schlag gegen eine komplette Betrügerbande gelungen. Jetzt haben die eigens von der Kriminalpolizei Heilbronn eingesetzten Spezialermittler erneut zugeschlagen und am Donnerstagmorgen, 21. März 2019, eine 37-jährige Türkin in einer Heilbronner Landkreisgemeinde vorläufig festgenommen.

 

Sie soll von einem 85-Jährigen Mann über 90.000 Euro in Empfang genommen haben

 

Die Beschuldigte steht im dringenden Verdacht, als Geldabholerin für eine international agierende Betrügerbande gearbeitet zu haben. So wird ihr vorgeworfen, am 14. März 2019 nach einem Anruf eines angeblichen Polizeibeamten bei einer 89-jährigen Frau im Landkreis Heilbronn mehr als 10.000 Euro Bargeld abgeholt und an sich genommen zu haben. Die Anrufe des Lockanrufers, des sogenannten „Keilers“, erfolgten in den späten Abendstunden. Die Geschädigte wurde massiv unter Druck gesetzt, bis sie schließlich ihr Geld vor dem Haus ablegte. Weiteren Schaden verhinderte am Folgetag ein aufmerksamer Bankmitarbeiter. Die Geschädigte sollte noch weiteres Geld übergeben, was jedoch verhindert werden konnte. Zudem steht die 37-Jährige im Verdacht, bereits am 30. Oktober 2018 bei einem Betrugsdelikt beteiligt gewesen zu sein. Hier soll sie von einem 85-Jährigen Mann, ebenfalls im Landkreis Heilbronn, über 90.000 Euro in Empfang genommen haben.

 

Beteiligungen an Taten von „falschen Polizeibeamten“

 

Die Ermittler werfen der Frau noch weitere Beteiligungen an Taten von „falschen Polizeibeamten“ vor. Nach umfangreichen Ermittlungen gegen die Tätergruppierung wurden nunmehr die Wohnräume der 37-Jährigen durchsucht. Hierbei konnten verschiedene Beweismittel sichergestellt werden. Die Staatsanwaltschaft Heilbronn beantragte gegen die Frau einen Haftbefehl. Dieser wurde heute durch einen Haftrichter beim Amtsgericht Heilbronn erlassen und in Vollzug gesetzt und die Beschuldigte in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Die Ermittlungsarbeit der Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei Heilbronn in diesem Deliktsfeld geht indes mit Hochdruck weiter. Hierzu sind die Ermittler für jegliche Hinweise dankbar. Die Kriminalpolizei Heilbronn bittet darum, jegliche Anrufe sogenannter falscher Polizeibeamter zur Anzeige zu bringen, auch wenn die Täter bereits beim Anruf durchschaut werden.

Um nicht Opfer der perfiden Betrugsmasche zu werden, sollten Sie folgende Hinweise beachten:

  • Die Polizei ruft Sie niemals unter dem Polizeinotruf 110 an.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie den Hörer auf. So werden Sie Betrüger los.
  • Werden Sie misstrauisch bei Forderungen nach o schnellen Entscheidungen, o Kontaktaufnahme mit Fremden sowie o Herausgabe von persönlichen Daten, Bargeld, Schmuck oder Wertgegenständen.
  • Wählen Sie die 110 und teilen Sie den Sachverhalt mit. Benutzen Sie nicht die Rückruftaste, da Sie sonst wieder bei den Tätern landen.
  • Sprechen Sie am Telefon nicht über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
  • Beraten Sie sich mit Ihrer Familie oder Personen, denen Sie vertrauen.

 

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Betrüger werden immer dreister

Am Mittwochabend, den 06. März 2019, um zirka 19 Uhr klingelte bei einigen Garnberger Bewohnern das Telefon. Die Künzelsauer Telefonnummer 07940/9852 rief an. Die Person gab sich als Polizist des Künzelsauer Polizeireviers aus und wollte sich erkundigen, ob alles in Ordnung seie, da gerade drei Bulgaren in der Nähe verhaftet worden sein sollen. Frank Belz vom Polizeipräsidium Heilbronn erklärt auf GSCHWÄTZ-Nachfrage: „Die Betrüger sind sogar technisch gesehen in der Lage mit der Nummer 110 anzurufen. Sie rufen meist aus einem Callcenter, das sich in der Türkei befindet, an und haben Leute direkt vor Ort, die dann die Beute einsammeln. Und sie werden immer dreister, denn sie melden sich tatsächlich mit einem Namen eines Künzelsauer Polizisten.“

 




Im Tal der Isolierten – Ein Leben ohne Telefon- und Internetanschluss

Eberbach – Man sollte meinen, dass heutzutage jedes Haus mit einem funktionierenden Telefon- und Internetanschluss ausgestattet ist. Ohne kann man sich den Alltag auch kaum mehr vorstellen. Schnell noch eine Mail verschicken, Freunde anrufen oder eine Serie auf Netflix anschauen. Standard, klar. Das gilt allerdings nicht für Eberbach. Die idyllische Ortschaft in der Gemeinde Mulfingen hat seit Jahren Probleme mit den Anschlüssen – und eine Lösung scheint nicht in Sicht.

Haushalt ohne funktionierende Internet- und Festnetzverbindung

Da kann etwas so Einfaches wie die Vereinbarung für einen Interview-Termin schon zu einer kleinen Herausforderung werden: Man wählt die richtige Nummer, hört aber immer wieder nur endloses Tuten oder aber überhaupt nichts.
„Sie könnten jetzt auch jeden Moment aus der Leitung fliegen“, warnt Gerold Prümmer, als nach mehreren gescheiterten Versuchen endlich unser erstes Telefonat zustande kommt. „Wir sind hier ein Stück weit von der Zukunft abgehängt“, sagt der Eberbacher. Denn er und die anderen Bewohner haben seit nunmehr fünf Jahren mit der Problematik zu kämpfen. Erste Schwierigkeiten mit den Anschlüssen traten bereits 2013 auf. In den letzten eineinhalb Jahren habe sich die Situation allerdings zugespitzt: Die Leitungen sind zum Teil komplett tot, ein Großteil der Haushalte ist ohne funktionierende Internet- und Festnetzverbindung. Und jeder, der schon einmal in Eberbach war, weiß, dass es dort auch kein Mobilfunknetz als Alternative gibt.

Satelliteninternet kostet 100 Euro im Monat

Einige Bewohner sind deshalb auf analoge Leitungen oder Satelliteninternet ausgewichen. Dabei kann es sich aber nur um eine Übergangslösung handeln, denn die analogen Leitungen sollen noch in diesem Jahr abgeschaltet werden und der Zugang über Satellit ist mit rund 100 Euro im Monat eine kostspielige Angelegenheit.

Leitungen seien veraltet

Laut Aussagen der Anbieter Telekom beziehungsweise NeckarCom und der Gemeinde Mulfingen gegenüber den Bewohnern haben die Probleme mehrere Gründe: Die Leitungen seien veraltet und an manchen Kupferkabeln würden mehrere Anschlüsse hängen, was vor allem beim Internet nicht funktionieren würde. Zudem ist Eberbach nicht mit Glasfaserkabeln ausgestattet. Diese wurden letztes Jahr zwar vom Nachbarort Buchenbach her verlegt, allerdings nur bis zum Ortseingang. Eine Breitbandanschluss sei in Eberbach somit unmöglich.

Wer hat Schuld?

„Die Telekom und die Gemeinde schieben sich gegenseitig die Schuld zu“, sagt Manuel Hub. Zusammen mit seiner Frau Kathrin Hub hat er letztes Jahr in Eberbach gebaut. Für den Neubau wurde ihnen seitens der Telekom ein Anschluss zugesagt. „Für den haben wir im November 2017 dann auch 800 Euro bezahlt – aber bis heute geht überhaupt nichts“, erzählt Kathrin Hub. Auch etliche Briefe, Telefonate und Techniker-Besuche später wird das Ehepaar immer wieder aufs Neue vertröstet. Und das ist in Eberbach kein Einzelfall.

„Stellen Sie sich vor, dass Sie den Notarzt oder die Feuerwehr anrufen müssen“

Die Bewohner fühlen sich teilweise komplett von der Außenwelt abgeschnitten. „Wenn Sie Ihre Kinder in der Schule krankmelden wollen, können Sie nicht einfach anrufen, sondern müssen hinfahren“, erzählt Holger Rudolph, „oder stellen Sie sich vor, dass Sie den Notarzt oder die Feuerwehr anrufen müssen – dann haben Sie ein richtiges Problem.“ Rudolph ist so verärgert, dass er nun sein Haus verkaufen und Eberbach den Rücken kehren wird. Doch auch dies sei nicht so einfach. Denn die Problematik ist schon länger kein Geheimnis mehr.

Holger Rudolph im Kurzinterview, wie es sich ohne Telefon und Internet lebt:

 

Vermutlich stehen aus diesem Grund auch einige Häuser leer und es gibt seit Jahren freie Bauplätze im Neubaugebiet. „Das ganze verursacht also auch wirtschaftliche Schäden“, sagt Gerold Prümmer. Der Versicherungsmakler würde beispielsweise gerne einen neuen Mitarbeiter anstellen. „Aber der braucht dann eine eigene Leitung und das ist im Moment nicht möglich“, erklärt Prümmer weiter. Und auch für potentielle neue Gewerbetreibende ist Eberbach, obwohl im wirtschaftlich starken Mulfingen gelegen, somit keine attraktive Adresse.

 

Holger Rudolph im Kurzinterview, ob der fehlende Telefon- und Internetanschluss ein Grund sei, Eberbach zu verlassen:

Ausbau des Glasfasernetzes in Eberbach

Die Bewohner wollen sich weiter für eine Verbesserung der Situation einsetzen. Sie stehen in dauerhaften Verhandlungen mit der Gemeinde und den Anbietern, damit der Ausbau des Glasfasernetzes in Eberbach vorangeht. Solange müssen sie wohl weiter auf Übergangslösungen ausweichen. So versammeln sie sich beispielsweise regelmäßig vor Gerold Prümmers Haus, denn er ist einer der wenigen Privilegierten mit recht stabiler Internetverbindung. „Unser W-Lan ist deshalb für die anderen offen“, erklärt er. Das erinnert ein wenig an die Erzählungen der Großeltern, die sich immer bei der Familie getroffen haben, die das einzige Telefon oder den ersten Farbfernseher im Ort hatten – nur eben im Jahr 2018.

Holger Rudolph im Kurzinterview, wie die Kontaktaufnahme mit dem Anbieter bisher lief:

 

Mulfingens Bürgermeister Robert Böhnel wird sich in den nächsten Tagen in einem persönlichem Gespräch mit GSCHWÄTZ über dieses Thema unterhalten.

Unabhängig von dem Interview-Termin erreichte die GSCHWÄTZ-Redaktion am 12. Juni 2018 Pressemitteilung von AfD-Abgeordneten Anton Baron zu diesem Thema. Baron hat Gründe und Gegenmaßnahmen bei der Stuttgarter Landesregierung abgefragt, da Eberbachs digitale Infrastruktur auf dem Stand der 80er-Jahre ist – Minister Strobl zufolge gäbe es zwar Pläne der Telekom, einen Sendemast zu errichten, jedoch wird kein konkreter Zeitpunkt genannt.

Pressemitteilung von Anton Baron: Antrag zur Mobilfunk und Breitbandsituation in Eberbach.
Foto: GSCHWÄTZ

 

Bei einem Video-Interview im Freitag, den 15. Juni 2018, in Dörzbach äußerte sich CDU-Landtagsabgeordneter Arnulf Freiherr von Eyb ebenfalls zur aktuellen Situation der Eberbacher: Seiner Meinung nach wurde das Thema zu sehr aufgebauscht. Es beträfe nicht jeden in Eberbach, sondern nur einzelne Punkte.

Das Interview mit Dr. Sandra Hartmann und dem CDU-Landtagsabgeordneten Arnulf Freiherr von Eyb erscheint am Samstag, den 23. Juni 2018, auf GSCHWÄTZ.