Bei der Gemeinderatsitzung in Niedernhall am Montag, den 16. April 2018, sollte beschlossen werden, was mit dem Kerl-Areal passiert. Das zwei Hektar große Gelände, das die Stadt Niedernhall 2015 für 1,2 Millionen Euro erwarb, soll als Fläche für den Einzelhandel und/oder weitere Gewerbe vorgesehen sein. ( Zwei Hektar sind 20.000 Quadratmeter // somit hat die Stadt Niedernhall 60 Euro pro Quadratmeter bezahlt.)
Voch bevor alles Weitere besprochen wurde, verweis Bürgermeister Achim Beck darauf, dass unter anderem Klaus Richter entschuldigt sei. Beim Thema Bürgerfragen begründeten zwei Bürger ihren Unmut über die aktuelle Situation der Strafanzeige, die Klaus Richter gegen Achim Beck und den Gemeinderat gestellt hat (siehe GSCHWÄTZ Berichterstattung / Link unten). „Ich wollte Herrn Richter direkt fragen, wann er seine Leidenszeit und die Leidenszeit des Gemeinderates beenden wolle. Ich hätte einen Tipp: Er soll die Strafanzeige einfach zurücknehmen. Da er seit 24 Jahren im Gemeinderat und seit 14 Jahren stellvertretender Bürgermeister ist, hat es mich sehr gewundert, dass er durch seine Verhaltens- und Vorgehensweise eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in der bürgerlichen Liste (Anmerkung der Redaktion: gemeint war die bürgerliche Wählervereinigung), im Gemeinderat und auch in Zusammenarbeit mit dem Herrn Bürgermeister zerstört hat. Deshalb wäre meine direkte Frage gewesen, wann er als stellvertretender Bürgermeister und wann er als Gemeinderat zurücktritt“, so ein Bürger. Ein weiterer Bürger: „Schade, dass Herr Richter nicht da ist. Er ist stellvertretender Bürgermeister und er hat bei mir eine Vorbildfunktion. Eine Vorbildfunktion verstehe ich darin, dass diese innerhalb des Stadtrates mit dem Herrn Bürgermeister zusammen besprochen werden und das man da nicht jedes Mal auf das Gericht rennen muss. Das ist ein unmöglicher Vorgang. Es ist wirklich schade, dass Herr Richter nicht anwesend ist, sonst hätte ich ihn gefragt, warum er nicht zurücktritt und den Stadtrat seine Arbeit machen lässt.“ Weitere Worte zu diesem Thema und dem Thema Strafanzeige fielen an diesem Abend nicht.
Vielmehr wurde über die Umbauarbeiten gesprochen, die im Zuge des umstrittenen Kaufs des Kerl-Areals eventuell getätigt werden müssen.
Das Problem mit dem Kerl-Areal sei, so Bürgermeister Achim Beck, der Verkehr am Knotenpunkt der Weißbacher Straße an der Ampel mit der Abbiegung auf die Kocherbrücke (L1044/L1045/Criesbacher Straße). Die Abbiegespuren sind mit ihren 25 Metern zu kurz und somit staut sich der Verkehr. Ein Kreisverkehr wäre eine Lösung, jedoch nicht umsetzbar, ohne die Kocherbrücke zu erweitern, damit LKW´s keine Probleme beim Verlassen des Kreisverkehrs haben – somit ist ein Kreisverkehr nicht umsetzbar. Die andere Option: Die Abbiegespuren müssen verlängert werden. Das Ingenieurbüro Dreikant (Verkehrsplaner) und das Ingenieurbüro Zimmermann (Verkehrsuntersuchung) stellten die Lösung der T-Kreuzung vor. Die Criesbacher Straße könnte von der Kreuzung abgekoppelt werden und dafür schafft man eine Abbiegespur durchs Kerl-Areal. Die Linksabbiegespur in Richtung Kocherbrücke, aus Richtung Ingelfingen kommend, soll dann auf 252 Meter verlängert werden.
Da es sich aber um die Verbesserung der Wartezeit auf Straßen des Landes handelt, muss das Land sich an den Kosten beteiligen. Aber bis das geklärt ist, ob tatsächlich eine Abbiegespur durch das Kerl-Areal gezogen wird, kann nichts weiter geplant werden. „Es wird bestimmt noch ein halbes Jahr dauern, bis man genaueres zur Erschließung des Kerl-Areal sagen kann“, so Bürgermeister Achim Beck. Beck weiter: „Ich habe mir immer gewünscht, eine Abbiegespur ganz weit vorne zu haben, jetzt wird sie aber womöglich direkt an den Rossmann grenzen. Was wir so nie haben wollten, weil wir den Einzelhandel gerade in dem Bereich etwas weiterentwickeln möchten, etwa auf die Hälfte oder Zweidrittel des gesamten Fläche des Areals. Genau das ist jetzt nicht mehr möglich, nämlich, dass es ein Areal wird. Sondern man muss tatsächlich eine öffentliche Straße überqueren, wenn man dort zum Einzelhandel möchte.“ Sprich: Das Areal würde durch die neue Straße in zwei Hälften geteilt, auf der einen Seite wären Neukauf und Rossmann, auf der anderen Seite das neue Einzelhandelsareal.
// Fotos: GSCHWÄTZ
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