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Allzeit Stetten!

Mit zwei Spaziergängen wird der Künzelsauer Teilort vorgestellt – aufgrund der räumlichen Ausdehnung an zwei verschiedenen Terminen. Mit Angelika Di Girolamo und Professor Dr. Wolfgang Freiherr von Stetten sind es sehr kompetente Vertreter, die auf Geschichte und Entwicklungen aufmerksam machen wollen.

Am Donnerstag, 18. August 2022 beginnt um 16.30 Uhr der Weg an der alten Kelter in der Mäusdorfer Straße. Zu sehen ist die Dorfkirche mit den Stetten-Grabsteinen, frühere Amtshäuser, die Kelter, Dorfbrunnen und der offen durchs Dorf fließende Bach.

Schloß Stetten, Torturm. Foto: Elke Sturm/Stadt Künzelsau

Durch Schloß Stetten geht die Führung an einem anderen Tag: Am Mittwoch, 14. September 2022 ist Treffpunkt für alle Interessenten am Torhaus. Eine stauferzeitliche Burg in bestem Erhaltungszustand, eine nach und nach entwickelte Seniorenresidenz, eine Klinik, ein Naturtheater und vieles mehr wird den Gästen präsentiert. Gebeten
wird, die öffentlichen Parkplätze an der Klinik zu nutzen.

Anmeldung nötig

Die Führungen sind kostenlos. Nur das anschließende „Vesper“ mit der Gelegenheit zum Austausch über das Erfahrene und Gesehene zahlen alle selbst. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung bis jeweils acht Tage vorher nötig bei der Stadtverwaltung Künzelsau, Nicole Okel, nicole.okel@kuenzelsau.de oder 07940 129-120.

Dieses Angebot gehört zur Ausstellung „Fluren, Stadtteile – eine Verwaltung“, die noch bis 30. Oktober 2022 bei freiem Eintritt im Stadtmuseum Künzelsau zu besichtigen ist. Geöffnet ist das Stadtmuseum mittwochs bis sonntags von 13 bis 17 Uhr. Es handelt sich dabei um ein Gemeinschaftsprojekt des Museums mit dem Verein StadtGeschichte, der Karoline-Breitinger-Schule und der Volkshochschule.

Weitere Stadtteilführung:

13.10.2022, 15.30 Uhr: Morsbach

Pressemitteilung Stadt Künzelsau




Musical und MundArt auf Schloss Stetten

Im Winter hätten die Proben für das geplante Amateurtheaterstück „Der Justizmord von Hall“ der Künzelsauer Burgfestspiele in Schloß Stetten beginnen müssen um rechtzeitig im Sommer ein unterhaltsames Freilichttheaterstück auf die Bühne zu bringen. Da dem Ensemble der Künzelsauer Burgfestspiele zahlreiche Bewohner der Seniorenresidenz Schloß Stetten angehören, konnten pandemiebedingt auch dieses Jahr keine Proben ohne Ansteckungsrisiko für die Beteiligten stattfinden.

Festspiel-Vorstand Dr. Wolfgang Freiherr von Stetten: „Wir hoffen, daß die Rahmenbedingungen im nächsten Jahr wieder besser sind und wir ein eigenes Stück zur Aufführung bringen können.“

Für zwei Gastspiele hat der Vorverkauf ab sofort begonnen.

Musical Night am Donnerstag, 14. Juli um 20 Uhr
mit der Axel Törber BandWie schon mehrmals in der Vergangenheit findet wieder traditionell die »Musical Night« im 600 Sitzplätze fassenden Burggraben auf Schloss Stetten statt. Es gastiert ein internationales Starensemble, welches von der Axel Törber Band begleitet wird. Unter der Regie der Hauptdarstellerin aus »Das Phantom der Oper«, dem Musical-Star Colby Thomas aus New York, werden bekannte Darsteller ein gekonnt zusammengestelltes Programm präsentieren. Hoch aktuell wird im Programm z.B. ein Ausschnitt aus Elton Johns Musical »Billy Elliot« geboten. Auch die Musicals auf deutschen Bühnen wie »Tarzan«, »Wicked – die Hexen von Oz«, »Der Schuh des Manitu«, »Dirty Dancing« und das neu komponierte Liebesduett aus »Starlight Express« werden nicht fehlen. Bewährte Erfolge wie »Ich war noch niemals in New York«, »Der König der Löwen«, »Mamma Mia«, »Elisabeth«, »We will rock you« sowie die Klassiker »Phantom der Oper«, »Evita«, »Cats« und »Cabaret« stehen auf dem Programm.

 

MundartGipfel am Freitag, 15. Juli 2022 ab 19 Uhr
mit 6 Hohenloher MundArtisten: Annâweech, Ernst & Ernst, Iwwêrzwerch, Johkurt und Paulaner, Kurt Klawitter und die Mouschdpiloten, Werner Pikulski

Mouschd, Maadlich, Mieschdbrie!

Endlich! Mit zwei Jahren Verspätung kann er nun endlich (2020 geplant) doch noch stattfinden. Der fünfte Hohenloher Mundartgipfel auf Schloß Stetten.
Ja, es gibt sie noch alle, die Verfechter der Hohenloher MundArt. Namentlich Annâweech (hat die Frauenquote eingeführt), Ernst und Ernst (alles andere als ernst zu nehmen), Johkurt und Paulaner (die erdigen Mundartbarden aus dem mittleren Jagsttal) Iwwêrzwerch (der Name ist Programm), Kurt Klawitter und die Mouschdpiloten (auf der Landwehr gibt’s nun mal keinen Wein) und Werner Pikulski dem Hohenloher Urgestein aus Oonzâ.

Alle 6 Gruppierungen verbindet die Liebe zu ihrer Hohenloher Heimat und dem einzigartigen, äußerst vielseitigen Hohenloher Dialekt. Mit viel Wortwitz und Situationskomik streicheln sie die Seelen aller Hohenloher und auch „Reingeschmeckte“ können den Hohenloher Spirit spüren. Und auch das Zwerchfell der Besucher wird unter Garantie am Tag darauf, unvermeidbar, von einem kräftigen Lach-Muskelkater heimgesucht werden.

Der erste Gipfel fand 2016 relativ spontan in Brettheim statt. Dieser erfreute sich so großer Beliebtheit, so Organisator Frank Winkler, dass man beschloss das Ganze in Forchtenberg auf der Ruine zu wiederholen. Die Freude und die Freundschaft, nein sie sehen sich nicht als Konkurrenten, beflügelte die Akteure, den Gipfel als feste Größe im Hohenloher Kulturgeschehen zu etablieren. Nach Niederstetten und Wackershofen ist nun der Theatergraben auf Schloß Stetten an der Reihe.

Das Publikum erwartet ein bunter, kurzweiliger, teils launiger teils fröhlicher Abend über die ganze Bandbreite der Hohenloher Eigenarten und Schlitzöhrigkeiten.

Und wem das alles noch nicht reicht, der kann sich die „Vereinigten Hohenloher Schlitzohren“, in Form einer gemeinschaftlich produzierten CD namens „Schlitzohrenland“ ins eigene Wohnzimmer mit nach Hause nehmen.

Eintrittskarten für die „Musical Night“ zu 30 oder 20 € und den „MundartGipfel“ zu
25 € erhalten Sie ab sofort im Vorverkauf bei allen bekannten Vorverkaufsstellen und unter der Ticket-Hotline 07940 2442 sowie im Internet unter www.festspiele-stetten.de.

Ermäßigungen gibt es für Schüler, Studenten und Gruppen. Rollstuhlfahrerplätze erhältlich.

Einlass jeweils eine Stunde vor Beginn.

Informationen zum Förderverein Künzelsauer Burgfestspiele Schloß Stetten e.V. finden Sie ebenso unter www.festspiele-stetten.de.

Pressemitteilung




Weihnachtsimpfaktionen

Vom 20. bis 23. Dezember 2021 bietet die Schmerzpraxis Dr. Kühn, Burgallee 57 in Künzelsau – Schloss Stetten vier Impfaktionen an:
Montag, 20., Dienstag, 21. und Mittwoch, 22. Dezember 2021 von 7.30 bis 16.30 Uhr. Und auch noch einen Tag vor Heiligabend kann man sich noch impfen lassen – am Donnerstag, 23. Dezember 2021 von 7.30 bis 12.00 Uhr.

Terminbuchung nötig

Eine Terminbuchung ist erforderlich und ab Samstag, 18. Dezember 2021 online möglich:
https://www.terminland.eu/dranbleiben-impfen-in-kuenzelsau/

Es werden Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen mit Biontech und Moderna angeboten: Personen U 30 werden derzeit mit Biontech, Personen Ü 30 mit Moderna geimpft. Die letzte Entscheidung treffen die Ärztin oder der Arzt in der Praxis.

Eine FFP2-Maske ist erforderlich. Ein Impfpass und ein amtliches Ausweisdokument müssen mitgebracht werden.

Bei dieser Aktion können keine Kinder unter 12 Jahren geimpft werden

Wichtiger Hinweis:
Impfungen für Personen unter zwölf Jahren sind noch nicht möglich.

Auf der städtischen Homepage werden die Angebote laufend aktualisiert: www.kuenzelsau.de/corona.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau




Große Schäden bei Wasseraustritt im Ärztehaus Schloß Stetten

Gleich zweimal an denselben Schadensort ausrücken musste die Künzelsauer Feuerwehr am vergangenen Wochenende: Sowohl am Freitag, den 14. Mai 2021 als auch am Sonntag, den 16. Mai 2021, wurde sie wegen eines Wasserschadens in das neue Ärztehaus auf Schoß Stetten gerufen. „Auf gut 100 m² standen bis zu 3 cm Wasser“, so der Einsatzbericht der Feuerwehr. Laut Feuerwehr war am Freitag „ein abgerissener Schlauch an einem Eckventil“ die Ursache des Schadens, ein Wasserrohrbruch wurde für den Einsatz am  Sonntag genannt.

Am Freitag und Samstag nahezu derselbe Alarm

Am Sonntagmorgen dann nahezu derselbe Alarm: Wieder ein Wasserschaden, und wieder musste die Feuerwehr mit Wassersaugern und Wasserschiebern die betroffenen Räume trockenlegen.

Die Feuerwehr nennt als Ursache des Schadens vom Freitag „ein abgerissener Schlauch an einem Eckventil“, dieselbe Ursache bedingte den Einsatz am Sonntag. Beide Schäden entstanden in einem Laborraum im Erdgeschoß.

Beeinträchtigungen im Praxisbetrieb „über Wochen“ erwartet

Der Praxisbetrieb ist beeinträchtigt: Dr. Andreas Kühn, Betreiber des dortigen Schmerzpraxis, befürchtet, dass wohl „über Wochen keine Behandlung im Keller möglich“ sein dürfte.  Auf seiner Homepage ist bereits zu lesen, dass „der Betrieb zur Zeit vor allem beim Bodymapping, Biofeedback und PDAs eingeschränkt“ ist.

Eine Aussage über die Schadenshöhe ist noch nicht möglich.

Text: Matthias Lauterer

Edit: Aufgrund einer später zugegangenen Information wurde der Artikel geändert: Der Schaden entstand nicht, wie ursprünglich geschrieben, im Obergeschoß, sondern im Erdgeschoß.

 

 




Familie von Stetten: „Wir müssen das Krankenhaus durch irgendetwas ersetzen“

Ein neues Gebäude steht markant am Eingang von Schloß Stetten. So ganz fertig ist es zumindest im Außenbereich noch nicht, an vielen Stellen ragen noch Kabel aus dem Erdreich und Bauarbeiter sind noch am Werk. Betritt man das Gebäude, fühlt man sich wie in einem Hotel – ein geschwungener Empfangstresen, dezente und ruhige Farben, dazu passender Blumenschmuck. Fast ist man geneigt, die Bar zu suchen. Aber Menschen in typisch medizinischer Kleidung, weiße Hosen und hellgrüne Shirts, zerstören den Traum und machen klar, dass man sich in einer Arztpraxis befindet.

Wie im Hotel

Die in Künzelsau bekannten Ärzte Professor Christoph A. Karle und Dr. Andreas Kühn haben sich entschlossen, ihre bisherigen Wirkungsstätten in Künzelsau und am Hohenloher Krankenhaus aufzugeben und unter dem Namen „PraeMedicum“ hier eine Praxisgemeinschaft mit einem neuen Konzept in Zusammenarbeit mit der Familie von Stetten zu verwirklichen.

Dr. Andreas Kühn stand GSCHWÄTZ-Reporter Matthias Lauterer für ein Gespräch zur Verfügung.

Schmerztherapie, was ist das eigentlich?

Dr. Kühn war bis 31. März 2020 am Hohenloher Krankenhaus als Chefarzt der Anästhesie tätig und betreute in Künzelsau Schmerzpatienten in seiner Schmerzambulanz. Als Facharzt für Intensivmedizin und Notfallmedizin ist Dr. Kühn einer der „leitenden Notärzte“ im Hohenlohekreis und koordiniert Rettungseinsätze bei Großlagen.

Als Schmerztherapeut unterstützt er Patienten mit chronischen Schmerzen, unter anderem bei Krebs, Kopf- oder Rückenschmerz. Schmerztherapie bedeutet nicht nur Verabreichung von Medikamenten, auch Physiotherapie oder Akupunktur sind Bestandteil der Therapie. Und da chronische Schmerzen psychisch hervorgerufen werden können und umgekehrt Auswirkungen auf die Psyche haben, ist Psychosomatik eines der medizinischen Fachgebiete, die für die Schmerztherapie große Bedeutung haben.

Familie von Stetten: „Wir müssen das Krankenhaus durch irgendetwas ersetzen“

„Die Familie von Stetten hat gesagt, wir müssen das Krankenhaus durch irgendwas ersetzen“, beschreibt Dr. Kühn die Ursprünge der Idee des neuen Ärztehauses auf Schloss Stetten, das nur einen Steinwurf von der Kreisstadt Künzelsau entfernt ist, wo vor nicht allzu langer Zeit ihr Krankenhaus geschlossen wurde (wir berichteten) . „Praxis Plus“ nennt er das Konzept, das er und Professor Karle umsetzen wollen: Keine Akutklinik, aber ein Praxenangebot mit mehreren Spezialisten, die zusammenarbeiten. Ein kleiner OP-Saal soll Operateuren die Möglichkeit bieten, Operationen durchführen zu können, Kühn spricht hier Orthopäden und Augenärzte an, kann sich aber auch andere Fachgebiete vorstellen. Ein kleiner Bettenbereich soll es ermöglichen, nicht nur ambulante Operationen durchzuführen, sondern Patienten auch nach einer Operation ein paar Tage zu beobachten.

Auch Operationen möglich

Kühn spricht davon, es sei „erklärte Politik der Bundesregierung, kleine Krankenhäuser zu schließen“ – und dadurch seien im Hohenlohekreis die Wege ins Krankenhaus sehr weit geworden. Das Konzept der neuen Praxisgemeinschaft will dem entgegenwirken: „Intersektorale Versorgung“ nennen Gesetzgeber und die kassenärztliche Bundesvereinigung derartige Konzepte und viele Ansätze werden derzeit erprobt. Oft sind die Träger solcher Konzepte Krankenhäuser, die ihr Portfolio erweitern und neue Einnahmequellen erschließen wollen, seltener niedergelassene Ärzte. Noch ist nicht klar, wie sich die Krankenkassen eine „intersektorale Versorgung“ vorstellen können, viele Fragen sind noch ungeklärt. Das bietet aber auch Chancen: Ungeklärt ist beispielsweise, ob die angedachte kurzstationäre Behandlung von den gesetzlichen Kassen übernommen wird. Aber Kühn sagt: „Das Ziel ist, dass die Krankenkassen sagen: Ihr seid billiger als ein Krankenhaus.“ Beispielsweise benötigen stationäre Schmerzpatienten in der Regel kein mit medizinischer Infrastrukutur ausgestattetes Krankenzimmer, ein Ansatz zur Senkung der Kosten, wie er auf Schloß Stetten umgesetzt wird.

Im Großen und Ganzen erinnert das Konzept doch sehr an eine Poliklinik:  „Das ist auch das, was wir machen wollen“, nickt Kühn.

Generell kritisiert er die rein marktwirtschaftliche Orientierung des Gesundheitssystems, das den Patienten als einen Kunden betrachtet: „Ein Kunde ist ein Objekt der Wertschöpfung – ein Patient ist einfach nur krank.“

Praxen offen für Kassenpatienten

Er legt Wert darauf, dass die Praxen der Praxisgemeinschaft sowohl für Privat- als auch für Kassenpatienten offenstehen.

„Es geht um Versorgungsqualität, nicht um Konkurrenz.“

Sieht er die neue Praxis als Konkurrenz zum Hohenloher Krankenhaus? Unter der Maske ist sein Gesichtsausdruck nicht zu erkennen, als er sagt: „Ich wäre eine Konkurrenz zu einem Krankenhaus in Künzelsau. Es gibt so viele Patienten, die froh sind, wenn es überhaupt eine Versorgung gibt. Es geht um Versorgungsqualität, nicht um Konkurrenz.“

In Zukunft möchte er weitere Spezialisten in der Praxisgemeinschaft sehen, eine Praxis für Physiotherapie wird auf jeden Fall bald einziehen.

Die Grenzen der derzeitigen Ausbaustufe des Konzepts sieht Kühn deutlich: „Sie können nicht nachts um drei mit einer Schnittwunde zu uns kommen.“ Die Frage, ob der Krankenwagen einen Herzinfarkt in die kardiologische Praxis bringen wird, beantwortet er mit „vielleicht irgendwann“.

Text: Matthias Lauterer

Der Eingangsbereich erinnert an eine Hotelrezeption.

Dr. Andreas Kühn in seinem neuen Sprechzimmer. Foto: GSCHWÄTZ

Auf der Tafel ist noch Platz für weitere Praxen. Foto: GSCHWÄTZ




Impressionen von Schloss Stetten

Unsere Leserin Sylvia Bendel – die uns Impressionen von Kocherstetten zur Verfügung stellte (https://www.gschwaetz.de/2020/09/29/impressionen-aus-kocherstetten/) – verbindet mit ihrer Kindheit und Jugend auch zahlreiche Erinnerungen an Schloss Stetten, das hoch über Kocher und Kocherstetten thront. „Ich bin als Kleinkind oft oben bei meiner Tante gewesen, dann später mit 13 beim damaligen Gastwirt, der den Burgkeller bewirtete“, schreibt sie an GSCHWÄTZ. „Dort beaufsichtigte ich immer nach der Schule deren beide Kinder.“

Hochzeit in der Schlosskapelle

Mit 15 Jahren durfte sie dort zum ersten Mal bedienen: „Damals kamen an den Wochenenden immer Busse zum Kaffee trinken und das Schloss anschauen. Herr Gebhart, der mit seiner Frau im Torwartshäuschen wohnte, hatte die Leute immer im Schloss geführt und anschließend war Einkehr im Burgkeller“.

Die Eltern von Sylvia Bendel wurden im Februar 1951 in der Schlosskapelle getraut. Ihre Mutter, die auch bei Baronin Emmi putzte, bekam von ihr das Brautkleid. Sie selbst wurde in der Kapelle getauft und auch ihre erste Ehe wurde dort oben geschlossen. „An meiner Hochzeit hat mir Baronin Elida von Stetten die Orgel gespielt“, erinnert sich die zweifache Mutter.

„Ich erinnere mich immer wieder gerne an die Zeit.“

„Wie Sie sehen, ich bin sehr verbunden mit Schloss Stetten. Auch war ich total stolz, dass ich bei der Hochzeit von Baron Wolfgang von Stetten und seiner Frau Sylvia bedienen durfte. Damals war sogar ein Fernsehteam da“, blickt sie zurück. „Ja, lang ist alles her und trotzdem erinnere ich mich immer wieder gerne an die Zeit.“

„Unsere Jungmädchenkreisleiterin war Helga von Stetten, die Zwillingsschwester von Wolfgang von Stetten“, erzählt die 69-Jährige weiter. „Als Helga Staak dann wieder nach Schloss Stetten zog, hat sie anhand einer Tischdecke, die wir ihr zu ihrer Hochzeit bestickten mit unseren Namen, wieder gesucht und gefunden.“ Sie treffen sich immer noch ein- bis zweimal im Jahr – wegen Corona dieses Jahr leider nicht.

„Damit schließt sich der Kreis“

Zwischenzeitlich hat Sylvia Bendel auch bereits in Schloss Stetten Probe gewohnt: „Damit sich der Kreis schließt, möchte ich später mal dort oben alt werden, denn unseren Baum im Waldfriedhof haben wir auch schon vor Jahren gekauft“. Dann wird sie wohl auch ihr Haus in Ingelfingen verkaufen, aber das sei es ihr wert: „Da wird so viel geboten“. Bekannten, die sie auf diesen Wunsch ansprechen und meinen, dass es dort oben doch nichts geben würde, erwidert sie: „Ich brauche die Natur. Davon habe ich viel mehr, als wenn ich ins Café hocke“.

Zufahrt zu Schloss Stetten. Foto: Sylvia Bendel

Moderne Kunst am Schloss. Foto: Sylvia Bendel

Schloss Stetten im Winterkleid. Foto: Sylvia Bendel

Verborgene Winkel. Foto: Sylvia Bendel

Wo es da wohl hingeht? Foto: Sylvia Bendel

Weiter Ausblick ins Tal. Foto: Sylvia Bendel

Alte Holztreppe. Foto: Sylvia Bendel

Die alte Schlosskapelle, in der auch Sylvia Bendel schon getraut wurde. Foto: Sylvia Bendel

Eingang zur Schlosskapelle. Foto: Sylvia Bendel

Alter Jesus-Kopf. Foto: Sylvia Bendel

Alte Gemäuer bergen viele Geheimnisse. Foto: Sylvia Bendel

Brunnen im Schlosshof. Foto: Sylvia Bendel

Sonnenuntergang über Schloss Stetten. Foto: Sylvia Bendel




Künzelsau: Matinéekonzert der Preisträger „Jugend Musiziert“

Bereits eine Tradition ist das Matinéekonzert der Jugendmusikschule Künzelsau in Schloss Stetten. Am Sonntag, den 9. Februar 2020, gestalten Solisten und Ensembles der städtischen Jugendmusikschule um 10.30 Uhr im Brunnensaal in Schloss Stetten ein abwechslungsreiches Programm. Schüler, die erfolgreich beim Regionalwettbewerb „Jugend Musiziert“ waren und andere Ensembles treten auf. Der Eintritt ist frei.

Sechs Schülerinnen und Schüler der städtischen Jugendmusikschule haben laut einer Pressemitteilung am Regionalwettbewerb „Jugend Musiziert“ in Schwäbisch Hall teilgenommen. Dabei erreichten die Sängerinnen Franka Golder einen zweiten Preis und Senja Pfeiffer einen ersten Preis. Ihre Lehrerin Susanne Koch freute sich mit den beiden Schülerinnen. Marga Stumpf, die von Johannes Mittl unterrichtet wird, erspielte sich in der Wertung Klavier einen ersten Preis. Gleich drei Schüler von Gitarrenlehrer Uwe Saußele nahmen im Fach E-Gitarre teil. Dabei freute sich Elias Ziegler über einen ersten Preis und Johannes Engbert und Luis Jungwirth waren so erfolgreich, dass sie mit einem ersten Preis zum Landeswettbewerb weitergeleitet wurden. Schulleiter Jürgen Koch gratulierte allen Preisträgern und deren Lehrern Susanne Koch, Johannes Mittl und Uwe Saußele zu diesem tollen Erfolg.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau




Last man standing – Wie die letzten Patienten im Künzelsauer Krankenhaus die Schließung erleben

Am Freitag, den 15. November 2019 ist es soweit: Das Hohenloher Krankenhaus (HK) in Künzelsau schließt. Der erste Stock des Gebäudes ist bereits von den Patienten verlassen. Dort stehen bloß noch mit Plastik überzogene Krankenhausbetten auf den Fluren und in den Zimmern. Eine fast unheimliche Stille breitet sich in den Räumen aus. Die Gefühle der Patienten in diesen letzten Tagen sind zwiespältig.

Fühlte sich gut aufgehoben

Ein Patient – der Mann wollte anonym bleiben – ist einige Tage wegen einer Wirbelkanalverengung stationär im Krankenhaus. Er fühlt sich bei Chefarzt Dr. Andreas Kühn gut aufgehoben. „Für mich persönlich läuft es gut und ich kann nichts Negatives sagen“, so der Mann. „Das geht hier zack-zack voran, viel besser als in Öhringen.“ Er sei sofort aufgenommen worden und habe auch gleich MRT und Krankengymnastik bekommen.

Millionen investiert

Von Abschiedsschmerz oder Wehmut bei den Mitarbeitern spürt der Mann nichts. „Die kümmern sich super“, meint er. Die Zimmer seien noch gut belegt, es kommen immer wieder neue Patienten. „Hier ist immer voll und eigentlich läuft alles ganz normal“, findet er rund vier Wochen vor der Schließung. Auch er versteht nicht, warum das Krankenhaus geschlossen wird, hofft aber, dass aus dem Gebäude etwas gemacht wird. Denn es sei noch nicht alt und es wurden Millionen hineingesteckt.

Ganz anders zeigt sich das Gespräch mit einem ambulanten Patienten, der ebenfalls anonym bleiben wollte. Er kommt wegen einer schweren Gürtelrose zum Verbandswechsel ins HK. Eigentlich müsste er nach Schwäbisch Hall ins Diak, aber das sei ein Zeitfaktor und außerdem werden die Fahrtkosten dahin nicht übernommen. Der zuständige Facharzt im MediKÜN habe den Verbandswechsel abgelehnt, weil er daran zu wenig verdiene. „Die Überweisungen ins Krankenhaus hat er aber immer gerne ausgestellt“, bemerkt der Patient spitz.

Zukünftig längere Wege – auch für die Angehörigen

Das Personal im Krankenhaus sei aber nach wie vor gut, fehle aber spürbar. Geplante Operationen werden im HK nicht mehr durchgeführt, sondern nur noch Notfälle aufgenommen und die auch nur auf ausdrücklichen Wunsch des jeweiligen Patienten. Der Mann glaubt, „dass es Anweisungen gibt, dass solche Patienten wie ich nicht mehr im HK operiert werden dürfen“.

Wenn er demnächst selbst operiert wird, muss der Mann in ein anderes Krankenhaus. Der Patient findet zwar, dass man auch im Diak oder im Öhringer Krankenhaus gut aufgehoben sei, „aber dort kann die Familie ihre kranken Angehörigen nicht jeden Tag besuchen, wenn sie in Künzelsau oder Umgebung wohnt“. Das sei einfach zu weit weg und das mache ihn traurig. Denn letztendlich trage auch die gute Erreichbarkeit der Patienten durch ihre Familien zur Zufriedenheit der Leute bei. „Wir stehen gscheit da“, bedauert der Mann.

Unsere GSCHWÄTZ-Redakteurin Sonja Bossert besuchte rund vier Wochen vor der Schließung des Krankenhauses die letzten verbliebenen Patienten in Künzelsau.

Fotos: privat

 

 




Künzelsau: Verkehrsunfall mit zwei schwer verletzten Personen

Am Dienstagmittag, den 26. Februar 2019, ereignete sich nahe Schloss Stetten ein schwerer Verkehrsunfall. Ein 55-Jähriger befuhr mit seinem Lkw die Straße aus Richtung Schloss Stetten kommend und wollte an der Einmündung der Landesstraße nach links in Richtung Künzelsau einbiegen. Dabei übersah er offenbar den Pkw einer 54-Jährigen.

Folglich kam es zum Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge, wobei der Pkw nahe ungebremst mit dem Lkw auf Höhe der Fahrertür kollidierte. Die Autofahrerin wurde durch den Aufprall schwer verletzt und musste ins Krankenhaus verbracht werden. Der 55-jährige Lasterfahrer kam mit leichten Verletzungen davon. An beiden Fahrzeugen entstand ein wirtschaftlicher Totalschaden, woraufhin der Lkw und der Pkw abgeschleppt werden mussten. Insgesamt entstand durch den Unfall ein Sachschaden von etwa 24.000 Euro. Die Straße zwischen Oberregenbach und Mäusdorf wurde durch die Polizei in beiden Richtungen zeitweise vollgesperrt.

Quelle: Pressemitteilung der Polizei Heilbronn von 27. Februar 2019

Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

 




Nur für Araber und reiche Russen?

Für private Praxisklinik auf Schloss Stetten klatscht nicht jeder Applaus.

Dr. Hans-Wilhelm Köhler kann nur den Kopf schütteln  über das, was er von Schloss Stetten hört beziehungsweise was manche Bürger meinen: Nun haben wir ja bald wieder ein Krankenhaus.

Der Arzt aus Künzelsau aber betont: „Diese Praxisklinik ist nicht annähernd vergleichbar mit einem vollwertigen Krankenhaus“ und sei daher auch kein Ersatz für die bevorstehende Schließung des Krankenhauses in Künzelsau.

Anfang Juli 2018 ist es amtlich, was schon seit September 2017 in Form von Gerüchten durch das Kochertal waberte (wir berichteten): „Es gibt Gerüchte, dass Sie eine Praxisklinik zusammen mit Professor Dr. Christoph Karle in Schloss Stetten mit Schwerpunkt Kardiologie planen.“ Ob das zutreffe, haben wir den Bundestagsabgeordneten Christian von Stetten im August 2017 gefragt.

Von Stettens damalige Antwort verlor sich im Unkonkreten: „Wie Sie wissen, habe ich mich sehr für den Erhalt des Künzelsauer Krankenhauses eingesetzt. Nach dem die politische Mehrheit aber anders entschieden hat, arbeiten wir an Möglichkeiten, die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Kochertal (von Niedernhall bis Braunsbach) und im Jagsttal (von Mulfingen bis Langenburg) aufrecht zu erhalten oder in bestimmten Punkten zu verbessern.“

Es sei jedoch noch zu früh, um mitzuteilen, welche dieser Projekte tatsächlich realisiert werden können.

Nun rollen die Bagger, damit das Gebäude für eine private Praxisklinik schnell hochgezogen werden kann.

In Notfällen könnten aber auch Kassenpatienten kommen.

Schwerpunkt: Kardiologie, also für Patienten mit Herzerkrankungen. Hauptmieter der Räume ist Professor Dr. Christoph Karle. Auch OP-Räume sind vorgesehen. Privatpatienten könnten sich künftig in Schloss Stetten beispielsweise einen Herzschrittmacher legen lassen. In Notfällen könnten aber auch Kassenpatienten kommen.

Die Frage ist nur: Wäre nach 18 Uhr noch ein Arzt in der Klinik anzutreffen. Und: Was ist überhaupt ein Notfall? „Notfälle bestimmt der MdK (Anm. d. Redaktion: Medizinischer Dienst der Krankenversicherung)“, so Köhler. Das Problem: Viele Bürger säßen heutzutage in den Notfallambulanzen, ohne einen Notfall zu haben. „Das ist in den vergangenen fünf Jahren explodiert“, berichtet Köhler. Daher ist der Allgemeinmediziner auch für eine Notfallgebühr, die momentan in der Politik diskutiert wird. Die Bürger würden mit Bauchschmerzen „aus Bequemlichkeit“ ins Krankenhaus gehen, um sich den Arztbesuch zu sparen. das ist für ihn inakzeptabel.

Nach wie vor fehle in Künzelsau mit Blick auf die bevorstehende Schließung des Krankenhauses eine Perspektive für eine 24-Stunden-Notfallambulanz, kritisiert Köhler.

In Künzelsau darf keine weitere Praxis aufmachen

Das Künzelsauer Problem: Diverse Ärzte sind in Forchtenberg und Öhringen mittlerweile mit ihren Praxen ansässig. Wieviel Praxen in einem bestimmten Kreis aufmachen dürfen, entscheidet die kassenärztliche Vereinigung. Und da schaut es gerade ziemlich mau aus mit freien Sitzen im Hohenlohekreis. In Künzelsau dürfte daher gemäß der aktuellen Lage keine weitere Praxis, etwa zum Aufbau eines Notfallzentrums, aufmachen, so Köhler. Und die Ärzte, die derzeit noch im Ärztehaus arbeiten, seien  ausgelastet. Auf die Kritik von Köhler angesprochen, entgegnete Karle, dass es natürlich das langfristige Ziel sei, in Schloss Stetten auch Kassenpatienten behandeln zu können. Köhler sieht dies skeptisch: „Nach heutigem Recht ist das absolut unmöglich.“ Zudem soll Karle einmal gesagt haben: „Mich interessieren nur Araber und reiche Russen.“ Karle betont gegenüber GSCHWÄTZ indes, dass diese neuen Einrichtungen der gesamten Bevölkerung in der Region Hohenlohe offen stehen soll, „unabhängig davon, ob die Patienten privat oder gesetzlich versichert sind.“ Dieses Ziel unterstützt auch Bauherr Christian von Stetten „uneingeschränkt“, wie er in einer Pressantwort an unser Magazin betont.

Doch das ist gar nicht so einfach. Dr. René Schilling, Pressesprecher der AOK Heilbronn Franken, betonte gegenüber GSCHWÄTZ: „Grundsätzlich gilt für die gesetzliche Krankenversicherung bei der Abrechnung von stationären Leistungen mit Kliniken: Diese müssen im Landeskrankenhausplan geführt werden. Ist diese Rechtsgrundlage nicht gegeben, ist eine Abrechnung ausgeschlossen.“ Sprich: Es obliegt dem Land Stuttgart, zu entscheiden, ob Künzelsau wieder Betten bekommt, nachdem sie zuvor im Rahmen des HK gestrichen wurden.

Bauherr Christian von Stetten rechnet mit einer Bauzeit von 1,5 Jahren. Ende 2019 soll das Gebäude bereits in Betrieb genommen werden. „Der Pachtvertrag mit Prof. Karle ist abgeschlossen und Gespräche mit weiteren Ärzten laufen.“