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„Der aktuelle Fall zeigt, wie schnell die Quarantäne für viele Familien unverhofft zur Realität werden kann und schon mal einen Urlaub verhindert.

Bei einem Grundschulkind an der Georg-Wagner-Schule in Künzelsau wurde am Wochenende ein positives Corona-Testergebnis gemeldet. Das Kind befindet sich in heimischer Quarantäne. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.

Neumann: Bitte halten Sie sich an die kommunizierten Abstandsregeln

Am Samstag, den 01. August 2020, und Sonntag, den 02. August 2020, haben die Fallermittler des Landratsamts die Kontaktpersonen des Kindes ermittelt und Kontakt zu den Betroffenen aufgenommen. Hierbei handelt es sich im schulischen Umfeld um insgesamt 23 Kinder und drei Erwachsene. Diese müssen nun ebenfalls eine Quarantäne einhalten. Zudem wurde allen Kontaktpersonen ein Corona Test beim Hausarzt oder einer Corona Schwerpunktpraxis empfohlen.

Neth: Corona nicht vorbei

„Der aktuelle Fall zeigt, wie schnell die Quarantäne für viele Familien unverhofft zur Realität werden kann und schon mal einen Urlaub verhindert. Bitte halten sie sich an die kommunizierten Regeln“, so Bürgermeister Stefan Neumann. Landrat Dr. Matthias Neth sagt dazu am Sonntag: „Dieser neue Fall und auch die anderen Fälle in ganz Baden-Württemberg der letzten Tage zeigen uns, dass die Coronalage keineswegs vorbei ist. Gerade auch in der Urlaubszeit kann es jederzeit vermehrt zu neuen Fällen kommen. Deshalb werden die Kontakte vom Landratsamt so schnell es geht, sieben Tage die Woche, ermittelt. Die betroffenen Personen müssen sich unverzüglich isolieren – auch wenn dies in der Urlaubszeit ganz besonders schwierig sein mag. Aber nur so können die Infektionsketten durchbrochen werden.“ Er erinnert nochmals an die AHA Regel (Abstandhalten, Hygiene, Alltagsmaske), deren Berücksichtigung eine massenhafte Ausbreitung des Corona Virus verhindern kann.

 

 

 




Ziehl-Abegg spendet der Kreisverwaltung 70 Gesichtsschutzvisiere aus dem 3D-Drucker

Am Freitag, den 03. April 2020, hat die Firma Ziehl-Abegg 70 Gesichtsschutzvisiere an den Hohenlohekreis übergeben. „Wir bewältigen die Krise gemeinsam und können uns aufeinander verlassen“, freut sich Landrat Dr. Matthias Neth. „Die Kreisverwaltung arbeitet im engen Schulterschluss mit den ansässigen Unternehmen im Kreis.“

Die Masken werden bei Ziehl-Abegg in 3D-Druckern hergestellt. „Die Idee hat eine Arbeitskollegin auf den Weg gebracht“, erklärt der Laborleiter der Firma Ziehl-Abegg, Achim Kärcher. Anschließend wurde gleich ein Testlauf gestartet. „Unsere Mitarbeiter und deren Familien leben hier – da unterstützen wir die Kreisverwaltung natürlich gerade in einer solchen Krise, wo es geht“, sagt der Vorstandsvorsitzende Peter Fenkl. Die 3D-Drucker sollen auch in der kommenden Woche Masken fertigen. Der große Vorteil dieser Masken ist, dass sie Mund, Nase und auch Augen – und damit alle Schleimhäute – schützt. Der Landkreis gibt die Masken an verschiedene Hilfsorganisationen weiter.

Landrat Dr. Matthias Neth (links) gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Firma Ziehl-Abegg Peter Fenkl (Mitte) und Laborleiter Achim Kärcher (rechts) bei der Übergabe der Schutzmasken. Foto: Ziehl-Abegg

„Das Ansteckungsrisiko für die Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegewesen muss minimiert werden“, das ist das Ziel des Künzelsauer Ventilatorenherstellers Ziehl-Abegg und hat daher Gesichtsschilde gedruckt und an Landrat Dr. Matthias Neth überreicht. Schnell und unkompliziert lief auch die Erstellung der Schutzschilde: Der Träger wird gedruckt, die Sichtscheibe ist eine Folie für einen Tageslichtprojektor, ein handelsüblicher Locher stanzt die Öffnungen, und befestigt wird mit Gummibändern. „Einfach aber wirkungsvoll“, freut sich auch Landrat Dr. Matthias Neth. 

Die Bauanleitung hatte laut Ziehl-Abegg eine Mitarbeiterin von Ziehl-Abegg am Mittwochabend, den 01. April 2020, zufällig per WhatsApp erhalten – und schon am Donnerstagvormittag schickte Ziehl-Abegg ein Foto der ersten Gesichtsschilde an den Krisenstab im Landratsamt. Als es von dort sofort grünes Licht gab, liefen beide 3-D-Drucker im Künzelsauer Entwicklungszentrum InVent an, erklärt das Künzelsauer Unternehmen in einer Pressemitteilung.

„Wir drucken seit 2010 in 3-D-Technik“, sagt Achim Kärcher, Laborleiter bei Ziehl-Abegg. Schon im Folgejahr stand der zweite 3-D-Drucker im Entwicklungszentrum. Kostenpunkt für ein Gerät: etwa 100.000 Euro. Die Schichten beim Druck betragen 0,16 Millimeter. „Das nutzen wir normalerweise zum Erstellen von Prototypen, zum Umsetzen von neuen Ideen unserer Ingenieure“, erklärt Kärcher. Ziehl-Abegg ist Technologieführer beim bionischen Design von Ventilatoren; „daher müssen wir schnell und unkompliziert neue Formen ausprobieren können“, ergänzt der Laborleiter.

„Wir sind froh, wenn wir auf diesem Weg Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegewesen helfen können“, sagt Firmenchef Fenkl. Dabei gehört der Medizinbereich auch zum normalen Geschäftsfeld: Ziehl-Abegg baut seit Jahren große Ventilatoren sowohl für Operationssäle als auch für Quarantäne-Stationen. Das Unternehmen hat für chinesische Krankenhäuser in Wuhan, Shandong und Shenzhen, die dort binnen weniger Tage aufgebaut worden sind, spezielle Ventilatoren geliefert. Auch in Italien und anderen Ländern hat das deutsche Unternehmen das Kernequipment für Unter- beziehungsweise Überdruck in Kliniken hergestellt. Und produziert auch aktuell solche Ventilatoren in Hohenlohe und weltweit noch immer unter Hochdruck.

3-D-Druck-Gesichtsschilde von Ziehl-Abegg. Foto: Ziehl-Abegg

Über Ziehl-Abegg

Ziehl-Abegg (Künzelsau, Baden-Württemberg, Deutschland) gehört zu den laut eigenen Angaben international führenden Unternehmen im Bereich der Luft-, Regel und Antriebstechnik. Beispiele für Einsatzgebiete der Produkte sind Wärme- und Kälteanlagen oder Reinraum- und Agraranlagen. Ziehl-Abegg hat schon in den fünfziger Jahren die Basis für moderne Ventilatorenantriebe gesetzt: Außenläufermotoren, die auch noch heute weltweit Stand der Technik sind. Ein weiterer Bereich sind elektrische Motoren, die beispielsweise in Aufzügen, medizinischen Anwendungen (Computertomographen) oder Tiefsee-Unterwasserfahrzeugen für Antrieb sorgen. Das Thema Elektromobilität im Straßenverkehr wurde 2012 bei Ziehl-Abegg Automotive angesiedelt.

Das Unternehmen (alle Angaben sind bezogen auf das Jahr 2019) beschäftigt laut eigenen Angaben 2.400 Mitarbeiter in süddeutschen Produktionswerken. Weltweit arbeiten für das Unternehmen 4.300 Mitarbeiter. Diese verteilen sich global auf 16 Produktionswerke, 29 Gesellschaften und 113 Vertriebsstandorte. Die rund 30.000 Artikel werden in mehr als 100 Ländern verkauft. Der Umsatz liegt bei 633 Mio. Euro. Dreiviertel der Umsätze werden im Export erzielt.

Emil Ziehl hat die Firma 1910 in Berlin als Hersteller von Elektromotoren gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Firmensitz nach Süddeutschland verlegt. Die Ziehl-Abegg SE ist nicht börsennotiert und befindet sich in Familienbesitz.

Weitere Informationen auf http://www.ziehl-abegg.de

Quelle: Pressemitteilungen von Ziehl-Abegg und vom Landratsamt des Hohenlohekreises

Die Idee der Gesichtsschilde bekam eine Mitarbeiterin via WhatsApp. Foto: Ziehl-Abegg

 




„Mehr wie a Hollenbächer kann der Mensch ned werde“

Hollenbach hat allen Grund zu feiern. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das beschauliche Dorf 1219, so dass dieses Jahr das 800-jährige Jubiläum anstand. Endlose Vorbereitungen der Hollenbacher gingen voran, und jetzt strömten mehrere tausend Besucher vergangenes Wochenende zum Fest, das insgesamt fünf Tage dauerte. Gschwätz Videoreporter Felix Kribus hat den Heimatabend samt Dorfrallye am kleinen Fluss Hollenbach unweit der sogenannten tausendjährigen Linde besucht, und mit Machern und Besuchern gesprochen und Wissenswertes über das Städtchen erfahren.

 




Neth und seine Ritter der Tafelrunde

Ein Kommentar von Matthias Lauterer zum Interview mit Landrat Neth bei SWR 4 am 23. Mai 2019
Der SWR hat „unseren“ Landrat Matthias Neth interviewt. Ausgerechnet am 70. Geburtstag des Grundgesetzes, dem wichtigsten Buch unseres Staates, das unsere persönlichen Freiheiten (und auch die Pflichten) definiert.
Und Neth hat diese Gelegenheit wahrgenommen, hat den Ball, den ihm der SRW auf den Punkt gelegt hat, grandios verwandelt: Er fordert die Bürger auf, am Sonntag ausgerechnet ihre Bürgermeister bevorzugt in den Kreistag zu wählen.

Luftschloss von Gesundheitszentrum

Matthias Lauterer verfolgt in seinem Blog kritisch das Künzelsauer Geschehen. Foto: Lauterer

Das muß man sich mal vorstellen: Dieser Landrat will genau die Leute um sich scharen, die von ihm in besonderem Maße abhängig sind, kann er doch durch Entscheidungen von Landratsamtsbediensteten Entwicklungen der jeweiligen Gemeinden gezielt hemmen oder fördern … da wäre ein Schuft, wer Böses dabei denkt.
Dieselben Entscheidungsträger sollen gleich zwei demokratische Hierarchiebenen bevölkern und damit sich selber beaufsichtigen.

Das ist wie an der Tafelrunde: Der Feudalherr umgibt sich mit seinen Rittern und abhängigen Lehensherren … die Kontrollfunktion des Kreistages (ja, Herr Neth, so ein Kreistag soll nicht abnicken, der soll kontrollieren) ist somit ad absurdum geführt.

Warme Worte fürs Volk

Ach, bevor ichs vergesse: ganz nebenbei hat Neth das tolle Gesundheitszentrum in Künzelsau erwähnt. Also kein „Gesundheitscampus“ mehr und auch kein „Medinisches Versorgungszentrum“ mehr sondern ein „Gesundheitszentrum“ – ganz egal, wie es heißt: Kein Mensch wurde bisher informiert, was das sein soll – Förderung der virtuellen Medizin steht zwar im Koalitionsvertrag der Grün-Schwarzen Landesregierung … aber bisher habe ich mir darunter etwas anderes vorgestellt, sowas mit HighTech und Internet, bestimmt nicht ein virtuelles Luftschloß von Gesundheitszentrum.

Wieder mal zeigt sich, daß Neth gerne mit dem Rundfunk, aber so gut wie gar nicht mit dem Bürger – nur zur Erinnerung an Art 20 GG:  Das Volk ist in unserem Staat der Souverän, nicht der Rundfunk und auch nicht ein Landrat – redet (außer natürlich die Junge Union macht mal wieder einen Bierabend und er ist der Hauptgast, diese Art von Bürgern mag er letztendlich ganz gerne).

Große Worte, keine Inhalte und die Bürger der Kreisstadt Künzelsau werden weiter zuverlässig mit warmer Luft versorgt – im alten Rom gab es wenigstens Brot und Spiele, das ist aber heutzutage (Ausnahmen bestätigen die Regel, wenn zum Beispiel ein leibhaftiger Bundesminister anreist) auch wieder nur ein Zuschußgeschäft … aber Hauptsache, auch der Künzelsauer Bürgermeister Neumann kommt in den Kreistag und hebt an der richtigen Stelle die Hand … so ist es im Sinne des Landrats.

Es ist alles so hoffnungslos ….

Mit untertänigsten Grüßen

Ihr Matthias Lauterer

https://matthiasausk.blogspot.com/2019/05/untertanigste-wahlkampfsplitter-14.html




Neth // „Wir werden Künzelsau finanziell unterstützen“

„Kann ein Kreistag so mit Steuergeldern umgehen?“, fragt der Sprecher der Bürgerinitiative des Hohenloher Krankenhauses (BI), Dr. Andreas Eckle, gleich zu Beginn der Pressekonferenz der BI am Donnerstag, den 29. März 2018, in Künzelsau. Das ist die zentrale Frage, die für die BI bleibt, nachdem die BBT-Gruppe die Mehrheitsanteile der HK übernehmen wird (wir berichteten) und der Standort Künzelsau in diesem Zuge 2022 geschlossen werden soll. Eckle: „Ich möchte, dass es öffentlich gemacht wird, was passiert ist. Wir möchten Aufklärung, wer dafür verantwortlich ist und wir möchten wissen, ob die, die entschieden haben, ordentlich informiert waren.“

 

Denn die große Frage, die immernoch unbeantwortet im Raum stünde, laute: „Wie kann es sein, dass vor einigen Jahren noch Millionen in den Standort Künzelsau investiert wurde (Anmerkung der Redaktion: vor sieben Jahren wurde das Ärztehaus  für rund zehn Millionen gebaut, über vier Millionen kostete die Sanierung des Krankenhauses in Künzelsau, wir berichteten in unserer Februarausgabe 2017) und nun dieser Standort geschlossen wird?“, fragt er und vermutet Managementfehler, die zu dem anhaltenden Defizit seit 2012 führten: „Wir unterstellen, dass die HK nicht richtig geführt wurde und ob das nicht sogar gewollt war.“ Die Kreisräte wiederum verweisen auf Veränderungen in der Krankenhauslandschaft in den vergangenen Jahren.

Karlheinz Börkel, CDU-Fraktionsvorsitzender und Kreistagsmitglied, hat bereits vor einiger Zeit, in einem Gespräch mit der Redaktion GSCHWÄTZ, auf Veränderungen in der Krankenhauslandschaft hingewiesen, durch die es immer schwerer werde für kleinere Häuser zu überleben. Stichwort: Fallpauschalen/DRGs und Mindestmengen. :http://www.g-drg.de/Aktuelles/Abrechnungsbestimmungen_und_DRG-Fallpauschalen-Katalog_2018

Landrat Dr. Matthias Neth verweist darauf, dass der Bau des Ärztehauses unabhängig vom Krankenhaus eine sinnvolle Investition für die Sicherstellung einer ambulanten Versorgung war. Das privat geführte Ärztehaus oder auch MVZ (medizinisches Versorgungszentrum) in Forchtenberg könne für Künzelsau Vorbildcharakter haben.

Ein Mitglieder der BI erklärt: „Die Entscheidung für Künzelsau ist gefallen, aber wir wollen, dass es nicht in Vergessenheit gerät, dass das Künzelsauer Krankenhaus viele Jahre gut dagestanden hat und jeder hier sein Bestes gegeben hat.“

// Landrat Neth: „Wir werden Künzelsau finanziell unterstützen“ //

Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth betonte auf GSCHWÄTZ-Nachfrage, dass die BBT-Gruppe „fünf tolle Konzepte“ für Künzelsau habe und er „optimistisch“ in die Zukunft gehe. Warum wurden die Konzepte nicht an der Kreistagssitzung in Pfedelbach am 21. März 2018 (wir berichteten) vorgestellt? Neth verweist darauf, dass es sehr unterschiedliche Konzepte seien und man erst mit den externen Akteuren bezüglich einer möglichen Umsetzung sprechen müsse. Wird der Hohenlohekreis die Umsetzung eines der Konzepte in Künzelsau auch finanziell mittragen? Neth: „Wir haben keine rechtliche Verantwortung, aber eine politische und moralische. Wir werden daher auch finanziell Künzelsau bei der Umsetzung unterstützen.“ Er bedaure selbst, dass „wir nun nochmal eine Durststrecke haben“, bis es an die Umsetzung für Künzelsau gehe.

// BI meldet neuen Investor //

Kurz vor Ende des Markterkundungsverfahrens hat sich Eckle nochmals an Neth gewandt, da er einen neuen Interessenten für das HK gefunden habe. Ein am 05. März datiertes Schreiben mit dem Titel „Hohenloher Krankenhaus – Überlegungen zum Strukturkonzept“ hat Eckle per E-Mail an Landrat Neth geschickt. Darin der Verweis auf drei potenzielle Interessenten für das HK – mit Interesse an beiden Standorten, Künzelsau wie auch Öhringen. Das Angebot der Beteiligungsgesellschaft: „Möglichkeit A) „Rückkauf aller Planbetten zum Ausbau und Neuausrichtung als Plankrankenhaus. Möglichkeit B) Klinik als wissenschaftliche Forschungseinrichtung zur Entwicklung neuer Therapieverfahren. Angedachtes Kapitalvolumen zum Gebäudeerwerb, zum Planbettenrückkauf, zur Weiterentwicklung, Ausstattung und Personalentwicklung: 150 Millionen Euro.“ Der Inhalt umfasst eine halbe DIN-A4-Seite. Wer der Interessent sei, wollte Eckle nicht verraten.

Landrat Neth antwortet in einem Schreiben vom 14. März 2018, dass sich Interessenten an Oberender und Partner wenden können, die das Markterkundungsverfahren betreuen und verweist auf den 21. März 2018, an dem der Kreistag in einer öffentlichen Sitzung das Markterkundungsverfahren beendet.

Eckle findet es bedauerlich, dass Neth die Chance nicht genutzt habe, sich vor Beendigung des Markterkundungsverfahrens mit dem Vertreter der Investitionsfirma zu unterhalten. Neth wiederum verweist darauf, dass BBT zu dieser Zeit bereits ein über 500-seitiges Konzept vorgelegt habe. „Jeder hatte die Möglichkeit, sich ordnungsgemäß zu bewerben.“

// Eckle bescheinigt BBT ordentliches Management und Künzelsaus‘ Bürgermeister Neumann Machtlosigkeit //

Der BBT-Gruppe steht Eckle positiv gegenüber und bescheinigt ihr ein ordentliches Management. Das sei ersichtlich, da jedes ihrer Häuser, auch die kleineren in der Gruppe, schwarze Zahlen schreiben würden. Für Eckle bedeutet das: „Man sieht also: Auch kleinere Häuser können schwarze Zahlen schreiben, wenn man das Krankenhaus richtig führt. Das war auch in Künzelsau möglich.“ BBT sieht in Öhringen für die Zukunft als Grundversorgerkrankenhaus. Zugleich will die Gruppe Schwerpunkte setzen in den Bereichen Kardiologie, Onkologie und Geriatrie. Das sei aber keine neue Idee, so Eckle.

Im Zuge des Baus des Ärztehauses und der Sanierung des Krankenhauses Künzelsau habe man damals ebenfalls Schwerpunkte gesetzt, in Künzelsau im Bereich Kardiologie und Schlaganfalleinheit und in Öhringen im Bereich Geburtshilfe als Familienkrankenhaus.

Künzelsaus‘ Bürgermeister, Stefan Neumann, sieht Eckle bei den Entwicklungen in den vergangenen Jahren in einer glücklosen Rolle: „Es zeigt sich, dass er keinen Einfluss auf das Ganze nehmen kann.“

// Zur Person Dr. Andreas Eckle //

Dr. Andreas Eckle war 25 Jahre Chefarzt am HK und 13 ärztlicher Direktor.

 

Siehe auch:

 

 

 

 

 




Mitarbeiterin verklagt Hohenloher Krankenhaus

„Und wo liegt das eigentliche Problem?“, fragt Richter Michael Schanz trocken in die Runde beim Gütetermin im Saal sechs des Arbeitsgerichts Heilbronn am Dienstag, den 12. September 2017 um 11.30 Uhr.

Corinna Moisel, Führungsassistentin bei der Hohenloher Krankenhaus GmbH (HK), hatte gegen ihren Arbeitgeber gegen zwei Abmahnungen geklagt, die sie innerhalb kürzester Zeit hintereinander bekommen hatte. In einer Abmahnung beklagte die HK, dass Moisel sich nicht schnell genug krank gemeldet habe. Moisel begründete dies damit, dass sie Urlaub hatte und während ihres Urlaubes krank wurde. Zunächst habe sie gedacht, bis ihr Urlaub vorbei ist, werde sie wieder gesund sein. Doch bereits am nächsten Tag sei eine deutliche Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes eingetreten, so dass sie zum Arzt ging. Dieser wiederum schrieb sie rückwirkend für den Vortag krank. Moisel reichte die Krankmeldung umgehend ein. Die HK bemängelte, dass Moisel sich damit erst einen Tag zu spät krank gemeldet habe.

Richter Schanz runzelte die Stirn: „Einen richtigen Verstoß sehe ich nicht.“ Die Arbeitnehmerin habe „ohne schuldhaftes Zögern“ gehandelt. Er schlägt daher zur gütlichen Einigung vor, die Abmahnung zum 30. November 2017 wieder aus der Personalakte zu entfernen.

Die zweite Abmahnung erhielt Moisel nach einem Gespräch mit dem stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden der HK – selbst nicht anwesend beim Gütetermin. Dieser habe erklärt, so der HK-Anwalt, dass Moisel ihn darauf hingewiesen habe, dass ein Arzt aus Krautheim und Kreistagsmitglied, in einer Gemeinderatssitzung gesagt habe, dass er keine Patienten mehr ins Krankenhaus Künzelsau einweise, da es dort keine Notfallambulanz mehr gäbe. „Es werden Gerüchte mit falschen Tatsachen verbreitet. Das ist ein Stück weit Stimmungsmache“, begründet HK-Anwalt Reinhard Möller die Abmahnung. Eine Abmahnung als Antwort „ist doch das, was ein fürsorglicher Arbeitgeber tun müsse“, erklärte er.

Moisel hingegen bestritt, dies so gesagt zu haben. Sie habe ausdrücklich zu dem stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden gesagt, dass sie über Dritte gehört habe, dass der Arzt dies gesagt habe. Sie habe keine falschen Tatsachen verbreitet. Im Gegenteil. Sie wollte verhindern, dass falsche verbreitet werden, betonte sie. Daher habe sie den stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden gebeten, dem Arzt auszurichten, er könne weiterhin seine Patienten ins Künzelsauer Krankenhaus überweisen, „denn die Notaufnahme ist an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden gewährleistet“.

Die HK, so Anwalt Reinhard Möller, hätte sich gewünscht, dass sich Moisel mit derartigen Dingen direkt an die Geschäftsführung wende. Bevor man gleich abmahne, hätte man dies ja in einem Gespräch klären können, warf der Anwalt von Corinna Moisel, Prof. Dr. Detlef Langbein, ein. Zudem sei Moisel, legte HK-Anwalt Möller nach, für derartige Dinge nicht zuständig. „Was gehört denn als Führungsassistentin zu ihren Aufgaben?“, fragt Richter Schanz HK-Anwalt Möller. Dieser weiß darauf keine Antwort.

Man einigt sich auch in diesem Fall. Auch die zweite Abmahnung wird aus der Personalakte entfernt – und zwar zum 30. Juni 2018.

„Meine Mandantin ist mit dem Ausgang der Güteverhandlung sehr zufrieden“, sagt Anwalt Langbein gegenüber GSCHWÄTZ.

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So zerstört man Vertrauen.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann

Wozu gibt es einen Betriebsrat? Sicher nicht, um in Mitarbeitern Ängste zu schüren, nach Gesprächen mit ihm eine Abmahnung zu kassieren. Ein Betriebsrat soll eine Vertrauensperson sein. Im HK ist dies nicht mehr der Fall. Viel Unterstützung erfuhr Corinna Moisel von den Mitarbeitern der HK wegen ihrer Klage. Diese betonten, wie sehr sich Moisel für das HK einsetzt. Dass die HK ihr nun den Vorwurf gemacht hat, rufschädigend dem Krankenhaus gegenüber zu agieren, ist geradezu lächerlich. Hier müsste sich eher die obere Managementebene an die Nase fasssen, die wegen ihres internen Verhaltens von zahlreichen Mitarbeitern in der Kritik steht. Allein die auf derart wackligen Füßen stehendne Abmahnungen sprechen für sich.