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Mauserei und Meuchelmord in Hohenlohe

Das Messer im Brustkorb, das Gift in der Suppe oder die langen Finger an des Nächsten Hab und Gut – Am Mittwoch, den 07. November 2018, bekommt man im Hohenlohe-Zentralarchiv im Schloss Neuenstein einen Einblick in die Kriminalität und Strafverfolgung in vergangenen Jahrhunderten in Hohenlohe.

Eine Themenführung von und mit Jan Wiechert

Neben papierenen Zeugnissen hat sich auch das eine oder andere Beweisstück erhalten wie unscheinbare Messer, mit dem Lienhard Sperrnagel 1568 einen Kumpanen erstach. Seine und andere Geschichten aus dem alten Hohenlohe werden bei dieser Themenführung erzählt.

Eine Mordwaffe aus dem 16. Jahrhundert.
Foto: Hohenloher Zentralarchiv Neuenstein

Anmeldung im Hohenlohe–Zentralarchiv Neuenstein unter der Telefonnummer: 07942/947800 oder per E–Mail an hzaneuenstein@la-bw.de

Die Führung ist kostenlos.




Prozess gegen Elisabeth S. im November

Elisabeth S. muss sich laut einer aktuellen Meldung der Südwestpresse am 27. November 2018 wegen Totschlags vor Gericht verantworten.

Das Landgericht Heilbronn erhob im September 2018 Anklage gegen die heute 70-jährige Elisabeth S., die im Mordfall des Siebenjährigen, der in Künzelsau erdrosselt wurde, die Hauptbeschuldigte ist.

GSCHWÄTZ hatte damals bei der Staatsanwaltschaft in Schwäbisch Hall nachgefragt:

„Daraus ergibt sich, dass die Staatsanwaltschaft im Falle der inhaftieren Beschuldigten einen hinreichenden Tatverdacht bejaht, für den Tod des Kindes verantwortlich zu sein. Die endgültige Entscheidung muss selbstverständlich dem Ergebnis der Hauptverhandlung vorbehalten bleiben“, so Peter Bracharz von der Staatsanwaltschaft Schwäbisch Hall.




64-jähriger Weissbacher erdrosselt

Nach einem Tötungsdelikt in Weißbach haben die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Heilbronn einen 60-Jährigen als Tatverdächtigen ermittelt. Am Samstag, den 11. August 2018, hatten Anwohner die Polizei verständigt, da sie einen Nachbarn seit mehreren Tagen nicht mehr gesehen hatten und die Balkontür der Wohnung des 64-Jährigen offen stand. Als Polizeibeamte das Gebäude betraten, fanden sie die Leiche des Mannes.

Im Streit getötet

Durch Zeugenhinweise konnte ein 60-Jähriger ermittelt werden, der den 64-Jährigen einige Tage zuvor besucht hatte und Anfang der Woche mit dem Fahrrad wieder davongefahren sei. In seiner Vernehmung räumte er ein, den 64-Jährigen im Verlauf eines Streits erdrosselt zu haben. Der Tatverdächtige wurde am Sonntagabend, 12. August 2018,, auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heilbronn dem zuständigen Haftrichter vorgeführt, der den Haftbefehl in Vollzug setzte. Daraufhin wurde der 60-Jährige in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Zeugen gesucht

Im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt sucht die Kriminalpolizei Zeugen, die in der Zeit zwischen Montag, 6. August, und Freitag, 10. August, im Bereich Weißbach und Forchtenberg einen älteren Mann mit Fahrrad gesehen haben oder von diesem angesprochen wurden. Der Mann hatte mehrere größere Gepäckteile dabei und hielt sich unter anderem auch im Bereich des dortigen Kochertalradweges auf. Zeugen werden gebeten, sich mit Hinweisen unter der Telefonnummer 07131/104-4444 bei der Kriminalpolizei zu melden.

 

Quelle: Polizeipräsidium Heilbronn

Foto: GSCHWÄTZ/Archiv/Polizeirevier Künzelsau

 




Weiterer Tatverdächtiger bei Mord an Siebenjährigem?

Künzelsau – Von verschiedenen Seiten kursieren in Künzelsau und Umgebung derzeit Gerüchte, dass es einen anderen beziehungsweise zweiten Tatverdächtigen im Mordfall des Siebenjährigen geben soll, der in Künzelsau erdrosselt worden sein soll. Als Haupttatverdächtige galt bislang Elisabeth S.. Der Junge befand sich zur Tatzeit in ihrer Obhut.

In Künzelsau kursieren diverse Gerüchte rund um den Mord

Die Staatsanwaltschaft hat auf GSCHWÄTZ-Nachfrage am Freitag, den 08. Juni 2018, Stellung zu den Gerüchten genommen. Der dafür zuständige Staatsanwalt Harald Lustig, Erster Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Heilbronn, Zweigstelle Schwäbisch Hall: „Bisher gibt es eine Tatverdächtige.“

Gerüchte, dass Elisabeth S. wieder aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, konnte Lustig nicht bestätigen. dennoch betont er: „Wir ermitteln auch weiterhin in alle Richtungen, um zu klären, ob es noch weitere Tatverdächtige gibt. Wenn es noch weitere Anhaltspunkte gibt, dass es noch weitere Tatverdächtige gibt, gehen wir diesen nach.“ Auf die Frage, ob es  Anhaltspunkte gibt, verweist Lustig auf das schwebende Verfahren und dass er darüber keine Auskunft geben darf.

Ein weiterer Tatverdächtiger in U-Haft?

Harald Lustig verneint die Frage, ob es inzwischen einen weiteren Tatverdächtigen gibt, der in Untersuchungshaft sitzt. Im Zentrum der Gerüchteküche steht ein enger Verwandter von Elisabeth S..




Der Schock sitzt tief

Künzelsau trauert um einen erwürgten Siebenjährigen.

Die große Frage: Was ist passiert?

Der Tod eines siebenjährigen Jungen hat Künzelsau in tiefe Trauer gelegt. Der Schock sitzt bei vielen Einwohnern noch tief, dass „so etwas“ hier geschehen ist, wie Bürger immernoch fassungslos formulieren. Viele kannten sowohl die Eltern des Opfers als auch die derzeit Tatverdächtige, eine 69-jährige ehemalige Krankenschwester aus Künzelsau, Elisabeth S., die den Jungen zum Tatzeitpunkt in ihrer Obhut hatte.

Wer ist hier das Opfer?

Zahlreiche Spekulationen über die Tat selbst machen seitdem die Runde, ebenfalls wie darüber spekuliert wird, ob die 69-Jährige, die derzeit im Fokus der polizeilichen Ermittlungen steht, die Tat überhaupt begangen hat, da sie, so Anwohner, eine „hilfsbereite Frau“ war, bei der „sich der Junge wohl gefühlt“, die auch Kleidung für Flüchtlinge abgegeben habe. Andere Stimmen sagen, dass Elisabeth S. seit dem Tod ihres Mannes vor einigen Jahren nervlich angegriffen gewesen sei. Die Frage ist: Wäre die 69-Jährige, die laut der Polizei 1,70m groß sein und eine kräftige Statur haben soll, überhaupt kräftemäßig imstande gewesen, den Siebenjährigen zu erwürgen? Denn laut den Gerichtsmedizinern war Gewalteinwirkung gegen den Hals des Jungen todesursächlich. Gibt es weitere oder gar andere Täter oder Tatbeteiligte?

Polizei rekonstruiert den Ablauf

Carsten Diemer, Polizeihauptkommissar des Polizeipräsidiums Heilbronn, betont auf GSCHWÄTZ-Nachfrage, dass es zwar momentan viele Gerüchte und Spekulationen gebe, dass aber die Polizei selbst bis dato lediglich fünf Pressemitteilungen zu dem Tod des Jungen veröffentlicht habe. Darüber hinaus gebe es bislang keine neuen Erkenntnisse. Folgende Erkenntnisse gibt es – basierend auf den offiziellen Pressemitteilungen des Polizeipräsidiums Heilbronn und der Staatsanwaltschaft – zum jetzigen Zeitpunkt:

Zu einem Großeinsatz der Polizei kam es am Samstag, den 28. April 2018, in Künzelsau, nachdem ein vermutliches Tötungsdelikt gemeldet wurde. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen wollten Eltern am Vormittag ihren siebenjährigen Sohn bei der 69-jährigen Tatverdächtigen in ihrem Haus in Künzelsau abholen.
[Anm. der Red.: Zuvor wollen Bürger das Ehepaar in der Künzelsauer Innenstadt gesehen haben.]. Da niemand öffnete, baten die Eltern einen Nachbarn um Hilfe und gelangten so in das Haus, so die damalige Pressemitteilung der Polizei. Im Medienbericht des Nachrichtenmagazins Focus heißt es, der Vater habe den Jungen gefunden. Der Siebenjährige lag tot in der Badewanne. Da die 69 Jahre alte Bekannte, die auf den Jungen seit geraumer Zeit immer wieder aufpasste, verschwunden war, leitete die Polizei eine Suchaktion ein. Obwohl mehr als zehn Streifen der Schutz- und Kriminalpolizei, ein Polizeihubschrauber und ein Mantrailer im Einsatz waren, ergab sich zunächst keine Spur der Frau. Am Samstagabend, gegen 21.30 Uhr, konnte die 69-Jährige nach einem Zeugenhinweis in Künzelsau gefunden und vorläufig festgenommen werden.

Würgemale

Die 69-jährige Frau wurde am Sonntagnachmittag, den 29. April 2018, auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heilbronn einer Haftrichterin beim Amtsgericht Öhringen vorgeführt.
Dort wurde Haftbefehl gegen sie erlassen. Die 69-Jährige wurde anschließend in eine Justizvollzugsanstalt in Baden-Württemberg eingeliefert. Sie sitzt seitdem in Untersuchungshaft und wird nun anwaltschaftlich vertreten. Die 69-Jährige schweigt mittlerweile zu den Tatvorwürfen. Von möglichen anderen oder weiteren Tatbeteiligten hat die Polizei bislang nicht gesprochen.
Die polizeilichen Ermittlungen, wie und warum der Siebenjährige gestorben ist, gehen weiter. Die Staatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium Heilbronn haben im Rahmen der Ermittlungen auch die Bürger um Mithilfe gebeten. „Uns ist es wichtig, genau zu rekonstruieren, was passiert ist“, erklärt Diemer. Beamte der Ermittlungsgruppe Schippberg suchen Zeugen, die die Frau am Freitagabend in Begleitung des Jungen gesehen haben. Außerdem werden Personen gesucht, die Hinweise über den Aufenthaltsort der Frau zwischen Freitagabend, den 27. April 2018, und der Rückkehr zu ihrem Wohnhaus am Samstagabend, den 28. April 2018, gegen 21.30 Uhr, geben können. Die Polizei gibt zudem erste Hinweise auf das äussere Erscheinungsbild der Frau an die Öffentlichkeit: Elisabeth S. trage weißes, kinnlanges Haar und sei zum Tatzeitpunkt mit einer beigen Freizeithose und einem knielangen dunklen Mantel bekleidet unterwegs gewesen.

Öffentliche Verhandlung

Zeugen können sich bei der Polizei melden: 07131/104-4444. Erste Hinweise seien bereits eingegangen, so die Polizei. Sind die Ermittlungen abgeschlossen, käme in nächster Instanz eine Anzeige der Staatsanwaltschaft. Dann stünde der Gerichtstermin an mit einer voraussichtlich öffentlichen Verhandlung wegen des starken öffentlich Interesses, so Diemer. Das könne allerdings noch ein paar Monate dauern.