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Bauern setzen originelles Zeichen gegen die derzeitige Politik

Zum Ende der Protestwoche beleuchten die Landwirte im Hohenlohekreis im wahrsten Sinne des Wortes noch einmal alles. Am Donnerstagabend, den 11. Januar 2024, gab es ein Meer an Traktorenlichtern in den Weinbergen auf Höhe von Niedernhall und Ingelfingen zu sehen.

Das Weinberg-Leuchten geht am Sonntag in die nächste Runde. Diverse Flyer kündigen die Protestaktionen in den sozialen Medien an. Dabei wollen jedoch die Bauern, etwa in Forchtenberg, um 19 Uhr ihre Lichter ausschalten, während die Bevölkerung wiederum aufgerufen wird, ihre Lichter und Scheinwerfer auf der quasi gegenüberliegenden städtischen Seite anzuschalten, als Zeichen dafür, so die Landwirte, „dass regionale Landwirtschaft nur gemeinsam mit euch funktioniert und die nächste Generation eine Zukunft hat“.

In Öhringen wiederum laden die Landwirte zu einem Schlepperkonvoi für die jüngsten Traktorfahrer ein. Los geht es um 14 Uhr auf dem Parkplatz der alten Turnhalle.

Hintergrund

Die Landwirte protestieren derzeit massiv gegen die unlängst beschlossenen Subventionskürzungen der Ampel-Regierung. Die deutsche Regierung gerät bezügliches Ihres Haushaltes immer mehr in eine Schuldenfalle. Insbesondere die Coronajahre, der Klimawandel und die beiden Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen haben die Schuldenlage Deutschlands weiter massiv verschlechtert. Daraufhin hat die Bundesregierung nun einige Kürzungen im neuen Haushaltsetat beschlossen.

Die insbesondere von der Grünen-Regierung Befürchtung einer Unterwanderung der Bauernproteste durch Rechtsextreme ist ausgeblieben. Rainer Wendt von der Polizeigewerkschaft sagt in einem Videointerview mit der WELT deutlich, was er von einem derartigen Vorbeschuldigungen der Regierung gegenüber den Bauern hält.

Am Donnerstagabend leuchteten die Weinberge durch die Lichter der Traktoren, die sich dort versammelt hatten und ein Zeichen setzen wollten. Foto: privat

Am Donnerstagabend leuchteten die Weinberge durch die Lichter der Traktoren, die sich dort versammelt hatten und ein Zeichen setzen wollten. Foto: privat




Tierschutzpreis 2019 für Landwirte aus dem Hohenlohekreis

Wegen ihrer Verdienste um den Tierschutz sind die Landwirte Volker Baumann sowie Rudolf und Joachim Deitigsmann aus Kupferzell mit dem baden-württembergischen Tierschutzpreis 2019 ausgezeichnet worden. Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, lobte bei der Preisverleihung in Stuttgart das Engagement der Landwirte. Mit einer vorbildlichen Maßnahme haben sie sowohl sehr hohe Anforderungen an das Tierwohl erfüllt als auch arbeitswirtschaftliche Belange berücksichtigt.

2015 haben die Preisträger im Rahmen ihrer Betriebsgemeinschaft (Kirchbühl GbR) gemeinsam einen Maststall für 1482 Schweine errichtet, der neben einem großzügigen Auslauf auch mit einem Besucherraum ausgestattet ist. Dabei steht den Tieren neben einem Platzangebot von mehr als 40 Prozent über der gesetzlichen Mindestgröße auch ein Außenbereich zur Verfügung. Für die tiergerechte Haltung ist der Stall in beheizte Fress- und Liegebereiche sowie Kotbereiche unterteilt. Die Schweine erhalten täglich frisches Stroh aus eigenem Anbau der Landwirte. Der integrierte verglaste Besucherraum bietet für Verbraucher, Familien oder auch Schulklassen einen umfassenden Einblick in den gesamten Stall, die moderne Landwirtschaft und die tiergerechte Mastschweinhaltung.

Mit dem Tierschutzpreis des Landes Baden-Württemberg werden alle zwei Jahre Tierhalter und Einzelpersonen gewürdigt, die sich durch ihren Einsatz für eine besonders tiergerechte Haltung oder eine beispielhafte ehrenamtliche Tätigkeit um den Tierschutz in Baden-Württemberg verdient gemacht haben. Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert.

 

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamts Hohenlohekreis