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Ian Schölzel: „Wir kommen gut miteinander aus“

Es ist vollbracht. Der Kreistag des Hohenlohekreises hat am Mittwoch seinen neuen Landrat gewählt – und zwar nicht den Bewerber aus den eigenen Kreisratsreihen, sondern Ian Vincent Schölzel (FWV), der seit 2022 Bürgermeister in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) ist. Mit einer großen Mehrheit wurde Schölzel im ersten Wahlgang mit 30 Stimmen gewählt. Der zweite Bewerber, Herausforderer Karl Michael Nicklas (FWV), unterlag und erhielt nur elf Stimmen. Ein Novum: Erstmals seit einem halben Jahrhundert ist der Landrat nicht von der CDU. Offiziell tritt er die Nachfolge von Dr. Matthias Neth zum 01. Mai 2024 an.

Kreishaus-Neubau ist ihm ebenso wichtig wie seinem Vorgänger

Der 47-Jährige ist Wirtschaftsjurist und Diplomverwaltungswirt. Im Interview mit dem SWR kurz nach seiner Wahl hat der Vater von drei Kindern noch einmal betont, dass er voll hinter dem Landratsamt-Neubau stehe, auch wenn dieser mittlerweile wesentlich mehr als die ursprünglich 70 Millionen Euro koste. „Ich freue mich, dass man diesen mutigen Schritt gegangen ist. Der Landkreis muss als moderner, attraktiver Arbeitgeber auftreten. Dazu gehören neue Bürokonzepte, wo Mitarbeiter motiviert zur Arbeit gehen.“

Schließlich müsse man für die Mitarbeitenden ein angenehmes Arbeitsklima schaffen. Auch sein Vorgänger Dr. Matthias Neth stand immer hinter dem extrem teuren Neubau, den er einerseits in seiner Amtszeit forcierte und sich andererseits parallel dazu für die Schließung des Krankenhauses in Künzelsau aus Kostengründen einsetzte.

„Ich kenne diese Frotzeleien“

Fachkräftemangel und Digitalisierung seien weitere wichtige Eckpunkte, die Schölzel angehen wolle. Außerdem: Klimaschutz im Hohenlohekreis. Eine zentrale Rolle spiele dabei der Ausbau erneuerbarer Energien. Als weitere Themen sehe er die Stärkung des Breitbandausbau – beides auch Herzensanliegen von Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann.

Auf die Frage des SWR, wie sich der neue Landrat denn nun fühle, als Schwabe im Hohenlohekreis antwortete er: „Ich kenne natürlich diese Frotzeleien zwischen Schwaben und Hohenloher. Die seitherigen Landräte waren auch Schwaben. Von dem her sind die Hohenloher ja bislang ganz gut gefahren mit den Schwaben. Ich denke, wir kommen gut miteinander aus.“

 




„In Gesprächen mit den Fraktionen bin ich darin bestärkt worden, mich zu bewerben“

Ian-Vincent Schölzel hat seinen Hut in den Ring geworfen um den Posten des Landrats, der im Hohenlohekreis im April 2024 frei wird (wir berichteten). Denn Dr. Matthias Neth wird dann der neue Sparkassenpräsident.

Erste Informationen lieferte der 47-Jährige in einer Pressemeldung an lokale und regionale Nachrichtenportale. Nun gab er GSCHWÄTZ ein erstes Interview (in schriftlicher Form).

Herr Schölzel, wie sind Sie auf die Nachfolgesuche aufmerksam geworden?

Von Freunden und Bekannten aus dem Hohenlohekreis bin ich darauf angesprochen worden. In Gesprächen mit den Fraktionen bin ich dann darin bestärkt worden, mich auf die frei werdende Stelle des Landrats des Hohenlohekreises zu bewerben.

Haben Sie persönlich Verbindungen zum Hohenlohekreis (Verwandte, Freunde, Kreisräte)?

Wir haben im Hohenlohekreis Freunde und Bekannte. Einer meiner besten Freunde beispielsweise hat in Künzelsau studiert und ist heute im Hohenlohischen beschäftigt. Meine Frau ist Modedesignerin und war viele Jahre in der Textilbranche tätig, unter anderem auch für Firmen aus der Hohenlohe. Meine Schwester war einige Zeit im Rahmen des Klasse-2000-Programms an der Anne Sophie Schule aktiv.

Welche Sehenswürdigkeiten gefallen Ihnen im Hohenlohekreis besonders? 

Wir waren ja schon öfter an verschiedenen Orten im Hohenlohekreis. Von daher gibt es ganz Vieles, das uns als Familie begeistert hat. Mir kommt sofort der landschaftliche Reiz in den Sinn. Der Blick von Waldenburg über die Hohenloher Ebene, die vielen Burgen und Schlösser, das Kloster Schöntal, die Kunstmuseen und der Skulpturengarten in Künzelsau, der Öhringer Hofgarten. Es gibt also Vieles, was der Hohenlohekreis an Sehenswürdigkeiten zu bieten hat und was mir und meiner Familie gefällt.

Kennen Sie den bisherigen Landrat Herr Neth persönlich?

Wir beide haben uns bis zu meiner Bewerbung nicht gekannt. Mittlerweile haben wir uns schon ein paar Mal miteinander ausgetauscht.

Was sehen Sie als die drei dringendsten Aufgaben an, die in den kommenden Jahren für den Hohenlohekreis anstehen?

Die aktuelle Haushaltslage ist alles andere als rosarot. Von daher besteht hier sicherlich ein großes Aufgabenfeld. Des Weiteren wird der Neubau des Kreishauses für die kommenden Jahre eine gewichtige Aufgabe darstellen. Ich sehe auch die Themen Digitalisierung und Fachkräftebindung beziehungsweise -gewinnung, sowie die Weiterentwicklung der beruflichen Schulen, die Stärkung des Wirtschaftsstandortes und den Klimaschutz als wichtige Aufgaben in den nächsten Jahren an.

Noch eine persönliche Frage: Was zeichnet Sie als Mensch aus?

Es ist natürlich immer schwierig, sich selbst zu beschreiben. Wenn Sie Freunde und Kollegen von mir befragen würden, könnte ich mir vorstellen, dass sie Folgendes antworten: Er ist bodenständig und ein großer Familienmensch, glücklich verheiratet und stolzer Papa von drei Kindern. Er ist von Grund auf Optimist, packt gerne Dinge an, ist vorausschauend, offen für neue Ideen und scheut sich auch nicht vor unangenehmen Entscheidungen. Er ist und war immer jemand, der den direkten Kontakt zu den Menschen gesucht hat – weil es ihm wichtig ist, zu wissen, was die Menschen bewegt. Ihm ist ein wertschätzender Umgang sehr wichtig.

Herr Schölzel, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Die Fragen wurden schriftlich an Herrn Schölzel gestellt. Herr Schölzel hat schriftlich geantwortet.

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Gibt es bald einen neuen Landrat im Hohenlohekreis?

Die Meldung kam für einige Einwohner:innen und Mitarbeiter:innen des Landratsamtes) sicher überraschend: Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth ist einer von zwei Anwärtern für den 2024 frei werdenden Posten als neuer Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg. Das berichtet die Heilbronner Stimme.

Aktuell zwei Anwärter

Der zweite Anwärter um das Amt ist Helmut Riegger, ebenfalls Landrat und zwar im Landkreis Calw. Gegenüber der Stimme hält sich Neth, auf sein Interesse um das Amt, relativ kurz angebunden: „Es ehrt mich, dass mein Name im Gespräch ist. Die Verbandsversammlung wird 2023 darüber entscheiden“, erklärt Neth gegenüber der Stimme.“ Mehr möchte er denn auch zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. In jedem Fall erwägt er, seinen Landratsposten für das neue Amt aufzugeben.

Stephan Schorn, Pressesprecher des Sparkassenverbands Baden-Württemberg, bestätigt gegenüber der Heilbronner Stimme: „Wir wissen, dass es einige an der Aufgabe interessierte Persönlichkeiten gibt.“

„Einflussreich und gut dotiert“

Der neue Posten soll laut der Stimme „einflussreich und gut dotiert“ sein. Landrat Neth lebt aktuell mit seiner Familie in Öhringen. Er ist seit 2013 Landrat des Hohenlohreksies und wurde erst vor kurzem wiedergewählt. Der amtierende Präsident Peter Schneider (64) scheidet zum 30. April 2024 aus.




Landrat will beim Landratsamt-Neubau kleinere Brötchen backen

„Unser Landkreis braucht sich nicht zu verstecken“, sagt der Landrat des Hohenlohekreises, Dr. Matthias Neth, bei seiner Wiederwahl am Montag, den 26. April 2021,und verspricht eine  Neugestaltung der Wirtschaftsförderung und des Tourismus – er spricht von der Entwicklung eines eigenständigen Markenkerns. Dabei lenkte er das Thema auch auf das Landratsamt, das schon seit Jahren erneuert werden soll. Bereits sein Vorgänger, Landrat Helmut M. Jahn, wollte das in die Jahre gekommene Landratsamt erneuern.

Das Thema steht schon jahrelang auf der Agenda

Nun steht das Thema auch bei Neth inzwischen jahrelang auf der Agenda. Getan hat sich bislang nicht viel. Die Empörung war bei vielen Bürgern groß, als das Krankenhaus in Künzelsau, weil es zu rote Zahlen schreibe, so der Kreistag, geschlossen wurde, im Gegenzug aber ein neues Landratsamt namens Kreishaus in Künzelsau gebaut werden sollte für rund 100 Millionen Euro.

Künzelsau: Krankenhaus gegen Kreishaus

Zunächst wollte man das alte Landratsamt kernsanieren, dann sollte es ein repräsentativer Neubau neben dem Kaufland sein. Danach sollte es doch direkt neben dem Rathaus neu gebaut werden und auch hier in seiner Größe – so ein Kreisrat in einer Kreistagssitzung – nicht (mehr länger) „das Pförtnerhäuschen“ neben dem Rathaus sein.

„Muss vernünftig sein“

Groß, größer, doch nun, vielleicht im Zuge der Coronapandemie, spricht der neu gewählte Landrat etwas anders über den geplanten Neubau: „Wer als Kreis leistungsfähig sein will, braucht eine leistungsfähige Verwaltung“ – der Bau des Kreishauses müsse allerdings vernünftig sein und zu Hohenlohe passen.“ Oha. Das lässt aufhorchen. Vernünftig sein, das hört sich fast so an, dass man nun doch mehr auf die finanzielle Komponente schauen möchte in Zeiten, in denen die Politiker (und auch der neue Landrat)  die Bürger auf Verzicht und Zusammenhalt einschwören – ein sicher sinnvoller Gedanke.

Das lässt aufhorchen

Nun bleibt es abzuwarten, ob der Neubau des Kreishauses tatsächlich noch einmal in seiner Großartigkeit überdacht und mit einem etwas kleineren Budget gestemmt wird.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann

 

Landrat Dr. Matthias Neth bei seiner Wiederwahl am Montag, den 26. April 2021. Foto: GSCHWÄTZ




Wahl des Landrats am 26. April 2021

Am Montag, den 26. April 2021, trifft sich der Kreistag zu seiner nächsten öffentlichen Sitzung in der Neuensteiner Sporthalle. Tagesordnungspunkt Nummer eins ist dann die Wahl des Landrats. Der derzeitige Amtsinhaber, Dr. Matthias Neth, ist der einzige Bewerber. Seine jetzige Amtszeit endet am 22. Juli 2021.

Als weitere Punkte stehen auf der Tagesordnung die Beschaffung eines Leitsystems und von Bordrechnern für den Nahverkehr Hohenlohekreis (NVH), die Beschaffung von Corona-Selbsttests zur Eindämmung des Pandemiegeschehens sowie die Bekanntgabe von Beschlüssen.

Die Sitzung des Kreistags beginnt um 14 Uhr. Um die derzeit geltenden Abstandsregeln einhalten zu können, sind die Zuhörerplätze begrenzt. Der Zutritt zur Sporthalle ist nur mit einer FFP2-Maske gestattet. Die notwendigen Hygiene- und Abstandsregeln müssen eingehalten werden. Der Sitzungssaal wird auch während der Sitzung regelmäßig gelüftet. Personen mit Fieber, Symptomen einer Atemwegserkrankung, einer bekannten oder nachgewiesenen Corona-Infektion oder einem Verdacht darauf ist der Zutritt nicht gestattet.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis



Neue Leiterin im Büro von Landrat Dr. Neth

Dr. Julia Hammerich wird Ende April die Leitung des Amtes Obere Kreisorgane, Geschäftsstelle Kreistag, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Landratsamt Hohenlohekreis übernehmen. Wie das Landratsamt mitteilt, wird sie damit Nachfolgerin von Silke Bartholomä, die zu diesem Zeitpunkt in den Mutterschutz und anschließend in Elternzeit geht. Bartholomä hatte das Amt im Dezember 2015 von Ursula Mühleck übernommen.

Werdegang

Die neue Büroleiterin war zuletzt als stellvertretende Fachdienstleiterin im Bereich Infektionsschutz und Umwelthygiene des Gesundheitsamts tätig. Promoviert hat Dr. Hammerich 2019 an der Technischen Universität Kaiserslautern auf dem Gebiet der Neurobiologie. Neben der Position im Gesundheitsamt verfügt sie über Führungserfahrung durch die Supervision von technischen Mitarbeitern und Studenten während ihrer Doktorarbeit sowie durch die Koordination eines Teilprojekts an der Universität Heidelberg im Auftrag des dortigen Max-Planck-Instituts für medizinische Forschung mit mehreren Mitarbeitern.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis




Freiwillige kostenlose Schnelltests für alle Sitzungsteilnehmer und Besucher

Die Kreisverwaltung bietet vor der kommenden Sitzung des besonderen beschließenden Ausschusses zur Vorbereitung der Wahl des Landrats/der Landrätin am Montag, den 29. März 2021, Corona-Schnelltests an. Die Nutzung des Testangebotes ist freiwillig und kostenlos und richtet sich an alle teilnehmenden Gremiumsmitglieder, Verwaltungsmitarbeiter und Besucher. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes hervor.

„Wir appellieren an alle Teilnehmenden, das Testangebot zu nutzen,“ so der erste Landesbeamte Gotthard Wirth. „Durch die Corona-Schnelltests möchten wir die Sicherheit bei Gremiensitzungen noch weiter erhöhen, um frühzeitig mögliche Corona-Infektionen von teilnehmenden Personen festzustellen und unser Umfeld noch mehr zu schützen.“ Das bestehende Hygienekonzept wird dadurch nicht ersetzt.

Bis Freitag anmelden

Eine Anmeldung zum Schnelltest ist erforderlich und nur bis Freitag, 26. März 2021, 9 Uhr, unter kreistag@hohenlohekreis.de möglich. Es ist dazu die Nennung des Vor- und Nachnamens der Person, die an der Sitzung teilnimmt und bei der ein Schnelltest durchgeführt werden soll, zwingend notwendig.

Nach erfolgter Anmeldung werden die angemeldeten Personen eine Terminbestätigung mit der Nennung des Termins und näheren Details zum Ablauf der Schnelltestung erhalten. Der Schnelltest wird voraussichtlich im Zeitfenster von 13.00 bis 13.30 Uhr in der Arztpraxis von Dr. med. Jens Ehrmann (Bachwiesenstraße 1, 74676 Niedernhall) durchgeführt.

Vom Sitzungsort (Stadthalle Niedernhall) liegt die Praxis zira fünf Gehminuten entfernt. Bei einem positiven Testergebnis muss sich die betroffene Person umgehend in Isolation begeben, ein anschließender PCR-Test wird zur Bestätigung des Schnelltest-Ergebnisses dringend empfohlen. Bei Personen mit Symptomen, die auf eine Corona-Infektion hinweisen könnten (Atemwegserkrankung, Fieber etc.), ist die Teilnahme an der Sitzung sowie die Wahrnehmung des Testangebots untersagt. In diesen Fällen wird eine PCR-Testung beim Hausarzt oder bei einer Abstrichstelle empfohlen.




Dieter Pallotta und Achim Beck sollen Vorsitz übernehmen bei Wahl des neuen Landrats

Die nächste Sitzung des besonderen beschließenden Ausschusses zur Vorbereitung der Wahl des Landrats oder der Landrätin des Hohenlohekreises findet am Montag, den 11. Januar 2021, um 14 Uhr im Großen Sitzungssaal im Künzelsauer Rathaus statt. Auf der öffentlichen Tagesordnung steht unter anderem die Wahl des Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden des Wahlausschusses. Vorgeschlagene Kandidaten sind laut Beschlussvorlage Dieter Pallotta aus Bretzfeld als Vorsitzender und der Niedernhaller Bürgermeister Achim Beck als sein Stellvertreter.

Außerdem soll in der Sitzung über die öffentliche Ausschreibung der Stelle des Landrats entschieden werden. Diese muss nach der Landkreisordnung spätestens zwei Monate vor der Wahl öffentlich im Staatsanzeiger ausgeschrieben werden. Die Frist für die Einreichung von Bewerbungen beträgt einen Monat. Laut Beschlussvorlage soll die Stelle deshalb am Freitag, den 22. Januar 2021, im Staatsanzeiger für Baden-Württemberg ausgeschrieben werden. Außerdem soll unter http://www.hohenlohekreis.de  sowie am 4. Februar auf der Sonderseite „Hohenlohekreis direkt“ auf die Ausschreibung hingewiesen werden.

Die Amtszeit von Landrat Dr. Matthias Neth endet am 22. Juli 2021. Nach der Landkreisordnung ist die Wahl des Landrats frühestens drei Monate und spätestens einen Monat vor dem Freiwerden der Stelle durchzuführen – im Fall des Hohenlohekreises in der Zeit vom 23. April bis 22. Juni 2021.  In seiner Sitzung am 7. Dezember hat der Kreistag Montag, den 26. April 2021, als Wahltag festgelegt.

Die Sitzung des beschließenden Ausschusses ist öffentlich. Der Zutritt zum Sitzungssaal ist nur mit einer FFP2-Maske gestattet. Die notwendigen Hygiene- und Abstandsregeln müssen eingehalten werden und der Sitzungssaal muss auch während der Sitzung regelmäßig gelüftet werden. Personen mit Fieber, Symptomen einer Atemwegserkrankung, einer bekannten oder nachgewiesenen Corona-Infektion oder einem Verdacht darauf ist der Zutritt nicht gestattet.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis




Futuristische Atemschutzmaske aus Hohenlohe – Neth: „Es macht keinen Sinn, jedem Bürger FFP2-Masken zu geben, wenn das Pflegepersonal keine hat“

Hat Landrat Dr. Matthias Neth Besuch aus dem All? Nein, unter diesem außerirdisch aussehenden Helm steckt Professor Dr. Ralph Wystup von der Hochschule Eisenach, der in Zusammenarbeit mit Hohenloher Firmen diese neuartige Atemschutzmaske entwickelt hat. Professor Dr. Buchhorn, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin am Caritas-Klinikum in Bad-Mergentheim, erklärt, wie die Idee zu einer solchen Schutzmaske entstand: „Wir haben uns überlegt, wie man die Kliniken unterstützen könnte – Beatmungsgeräte waren zu komplex, am drängendsten ist eine Schutzmaske. Mit dieser Maske können wir möglicherweise den Arbeitsschutz verbessern“. An diesem Projekt beteiligt waren neben Wystup und Buchhorn, Wystups Bruder Frederik, der ein Ingenieurbüro in Neuenstein betreibt, sowie die Firmen ebm-papst, Ziehl-Abegg, Ansmann und Jako. Alle Beteiligten haben ihre Kernkompetenzen zur Verfügung gestellt, Frederik Wystup die Entwicklung der Steuerungselektronik, Professor Buchhorn das medizinische Anforderungsprofil, ebm-papst die Lüftungstechnik, Ansmann die Akkus, Ziehl-Abegg seine Kapazitäten im 3-D-Druck und Jako sein textiles Know-How.

Produktion weltweit möglich

Herausgekommen ist bei dieser Zusammenarbeit bisher ein Funktionsmodell, das noch nicht serienreif ist, aber bereits zeigt, wohin das Projekt gehen kann: Die Hülle besteht aus einem leichten „Windjackenstoff“, der genügend luftdicht ist, um Außenluft fernzuhalten. Die Maske wird mit gefilterter Außenluft unter Überdruck gesetzt und hält sich durch den Überdruck selber in Form. Der Überdruck sorgt auch für Sicherheit, da selbst bei einer Verletzung der Maske keine möglicherweise kontaminierte Außenluft eindringen kann. Das Funktionsmuster funktioniert mit Standard-Akkus von Ansmann, sowohl Akku als auch das Gebläse von ebm sind in einem einfachen Rucksack untergebracht. Die Gebläse sind bereits heute in Beatmungshilfsgeräten, zum Beispiel Geräten zur Behandlung von Schlafapnoe, verbaut und somit schon im Markt bekannt und zertifiziert. Die Maske selbst besteht aus rein textilen Materialien, kann also überall dort produziert werden, wo textiles Know-How vorhanden ist, also praktisch überall auf der Welt.

„Der Markt ist nicht Deutschland, der Markt ist die ganze Welt.“

Ein weiterer Vorteil ist das geringe Gewicht der Maske. Die Entwickler gehen davon aus, dass die Maske zu einem äußerst konkurrenzfähigen Preis auf den Markt gebracht werden kann, Ralph Wystup betont: „Wir können voraussichtlich auf gutem Preisniveau anbieten, die Maske ist einfach zu bedienen und gut zu reparieren“ und sein Bruder Frederik ergänzt: „Die Maske ist tragbar und mit Akkutechnik, daher auch für Gebiete mit wenig Infrastruktur geeignet“. Davon ist auch Landrat Dr. Neth überzeugt: „Der Markt ist nicht Deutschland, der Markt ist die ganze Welt.“

„Ich sehe da eine Entwicklung von Low-End bis High-End.“

Obwohl die Maske etwas unförmig aussieht, sei sie doch recht bequem, meint Rainer Nase, Entwicklungsingenieur bei ebm: „Der Luftstrom verschafft eine gewisse Kühlung, auch die Luftfeuchtigkeit könnte reguliert werden.“ Die Maske ist groß genug, dass man zum Beispiel einen Bluetooth-Kopfhörer mit Noise-Cancelling-Technik darunter tragen und über Handy komunizieren kann. Nase denkt schon an die Zukunft: „Perspektivisch sehe ich da eine Entwicklung von Low-End bis High-End“. Frederik Wystup sieht ebenfalls weitreichende technische Möglichkeiten wie zum Beispiel Luftmessdatenübertragung und –kontrolle mit WLAN-Kommunikation zu Servern über die Maske. Auf der anderen Seite sei die Maske durch Preis und Einfachheit geradezu ideal für den Einsatz in Pflegeheimen und bei mobilen Pflegediensten, meint Ralph Wystup.

„Bis jetzt reine Privatveranstaltung“

Aber ganz so weit ist das Projekt noch nicht, denn Wystup betont: „Bis jetzt ist das eine reine Privatveranstaltung. Wir stehen jetzt am Scheidepunkt: Wollen wir das weitertreiben?“.
Eine Zertifizierung als Medizingerät wäre der nächste Schritt – der ist allerdings sehr aufwändig. Landrat Dr. Neth ist von den Erfolgsaussichten überzeugt und bietet dem Projektteam an, Kontakte zu speziellen Ansprechpartnern des Landes Baden-Württemberg an, die bei Zulassung und Zertifizierung unterstützen können: „Die Chance ist, dass wir in der Region gute Ressourcen haben. Der Charme ist die Zusammenarbeit vor Ort, was anderswo nicht gegeben ist.“ Ihn lässt auch die Idee der Beatmungsgeräte nicht los: „Die Masken lösen nicht alles, wenn man davon ausgeht, dass es weltweit eine Weile geht. Das Thema Beatmungsgeräte wollen wir nicht aus den Augen verlieren. Ich vermute, dass das Thema wiederkommt“. Äußerst zufrieden zeigen sich alle Projektteilnehmer mit der unkomplizierten Zusammenarbeit im Team, Dr. Walter Angelis, Technischer Leiter bei Ziehl-Abegg sagt: „Wir sind sehr stolz darauf, was in kurzer Zeit entstanden ist. Das ist ein Zeichen für die Politik.“

Zum Thema Schutzmasken für die Allgemeinheit betonte Landrat Neth: „Es macht keinen Sinn, jedem Bürger FFP2-Masken zu geben, wenn das Pflegepersonal keine hat.“

Auch Altenheime und Bestattungsunternehmen beklagen derweil einen Engpass an Schutzkleidung.

Text: Matthias Lauterer

Professor Ralph Wystup zieht die Atemschutzhaube an. Foto: GSCHWÄTZ

Professor Frank Wystup (rechts) präsentiert die Atemschutzhaube Landrat Dr. Matthias Neth (links). Foto: GSCHWÄTZ

Rainer Nase. Foto: GSCHWÄTZ

Professor Ralph Wystup. Foto: GSCHWÄTZ




Landrat Neth: „Ich darf doch der glücklichste Landrat sein – mit so einer Kreisstadt“

Auf enormes Interesse bei jungen Menschen stieß der Berufsinformationstag auf der Hohenloher Wirtschaftsmesse in Künzelsau. Bereits während der offiziellen Eröffnung am Freitag, 20. September, strömten zahlreiche Schüler an die Stände der Unternehmen in den sechs Messehallen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadt Künzelsau hervor. Viele nutzen die Chance, um Kontakt zu Ausbildungsbetrieben und Ausbildern aufzunehmen. Bei bestem Wetter war die Veranstaltung auch an den anderen Tagen gut besucht. 

Neumann: „Plattform für unsere starke Wirtschaftsregion“

„Die Hohenloher Wirtschaftsmesse hat seit ihrem Beginn 1999 stetig an Bekanntheit gewonnen und sich in der Region etabliert“, freute sich Bürgermeister Stefan Neumann bei der Eröffnung. Was vor 20 Jahren bei der ersten Wirtschaftsmesse galt, wirkte auch bei der siebten als Publikumsmagnet: „Der Mix der Aussteller zeigt jungen Menschen Entwicklungsmöglichkeiten und bietet gleichzeitig Unternehmen den direkten Kontakt mit zukünftigen Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Verbrauchern.“ Er dankte allen Besuchern, Ausstellern, Organisatoren und Mitwirkenden und freute sich bereits auf die nächste Hohenloher Wirtschaftsmesse in drei Jahren: „Künzelsau wird dann erneut zu einer Plattform für unsere starke Wirtschaftsregion.“

Innovative Kreisstadt macht Landrat glücklich

Frische Temperaturen am Eröffnungsmorgen ließen manchen Besucher nach warmen Getränken fragen. Landrat Dr. Matthias Neth dagegen bemerkte, dass Künzelsau am Messewochenende „eine wohlige Wärme ausstrahlt“. Nicht zuletzt, weil es gleich drei besonders erfreuliche Ereignisse in einer Woche gab: die Einweihung des Kindergartens in Kocherstetten, die Erweiterung der Reinhold-Würth-Hochschule und die Hohenloher Wirtschaftsmesse. Er beglückwünschte Künzelsau dazu. „Ich darf doch der glücklichste Landrat sein – mit so einer Kreisstadt.“ Die Messe zeige die Innovationskraft der Region. Diese sei auch wichtig für die Unternehmen, um in Zeiten der Klimadebatte erfolgreich zu sein.

Unkelbach kommt am liebsten nach Künzelsau

Professor Dr. Harald Unkelbach wird oft zur Eröffnung von Wirtschaftsmessen eingeladen, sagte er zum Eingang seiner Rede. „Nach Künzelsau komme ich aber am liebsten“, bekannte der Präsident der IHK Heilbronn-Franken, weil er hier wohne und ihm die Messe einfach gefalle. Kleine Handwerker seien ebenso dabei wie global Player. Das ist genau das, was eine Messe interessant und spannend macht.“ Er spannte den Bogen vom Ausbau der Digitalisierung, der Anstrengung, alle Bürger und Unternehmen mit 5G zu versorgen, über fehlende Auszubildende und Fachkräfte bis zur erforderlichen Stärkung der digitalen Kompetenz. Hier helfe der an der Hochschule gestartete Digital Hub Betrieben, ihren „digitalen Weg zu finden“. Zum Ende seines Festvortrags blickte er an einem Fridays-for-future-Demo-Tag auf den Klimaschutz. „Wir sollten die jungen Menschen ernst nehmen, denn es ist ihre Zukunft.“

Über 180 Aussteller beteiligten sich an der Wirtschaftsmesse. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

Viele Schüler knüpften Kontakte zu Ausbildungsbetrieben. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau