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Urinproben direkt am Straßenrand

Augenscheinlich aus Anlaß des Schlaraffenklang-Festivals, das vom 28. bis 30. Mai 2022 an der Hofratsmühle in Künzelsau stattfand, führte die Polizei intensive Verkehrskontrollen und Drogenkontrollen an der B19 in Gaisbach und von Ingelfingen kommend durch. Das führte zu teils absurden Szenen, wenn Menschen direkt vor dem McDonalds ins Gebüsch steigen mußten, um dort eine Urinprobe abzugeben – und von Passanten bestaunt wurden.

Die Pressestelle der Polizei teilt dazu mit:

In Künzelsau wurden im Zeitraum von Freitag bis Sonntag Verkehrs- und Personenkontrollen durchgeführt. Es befanden sich Kontrollstellen an der Bundesstraße 19 bei Gaisbach und an der Würzburger Straße. Dort konnten unter anderem 13 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz festgestellt werden.

Personen unter Alkohol- und Drogeneinfluß

Des Weiteren fuhren neun Personen unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen und drei Personen waren ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs.

32x ohne Führerschein erwischt

Eine dieser Personen wurde bereits zum 32. Mal ohne Führerschein erwischt. Neben rund 80 weiteren Ordnungswidrigkeiten wegen beispielsweise technischer Mängel und Ladungs- und Gurtverstößen konnten Betäubungsmittel beschlagnahmt und Dealergeld sichergestellt werden.

Weitere Details, beispielsweise die Menge der beschlagnahmten Betäubungsmittel oder die Summe des beschlagnahmten Dealergeldes, teilte die Polizeipressestelle nicht mit.

Text: Matthias Lauterer / Pressemitteilung der Polizei




Polizei kontrolliert Masken im Nahverkehr: Fast ein Drittel Beanstandungen

Im Rahmen der Pandemiebekämpfung kommt einer flächendeckenden und kontinuierlichen Überwachung der erlassenen Verordnungen eine besondere Bedeutung zu. Aus diesem Grund haben erneut mehrere Polizeireviere, darunter die Dienststellen Heilbronn, Neckarsulm und Öhringen sowie Beamtinnen und Beamte der Bereitschaftspolizei am vergangenen Freitagnachmittag Kontrollen durchgeführt, um die Einhaltung der Maskentragepflicht im öffentlichen Raum sowie im Umfeld des ÖPNV zu überwachen. Insgesamt waren fast 50 Einsatzkräfte in den Zuständigkeitsbereichen der drei Polizeireviere unterwegs und kontrollierten in den Innenstädten, an Haltestellen, in Bahnhöfen sowie in Bussen und Bahnen.

Polizei wird auch weiter kontrollieren

Dabei wurden rund 650 Personen kontrolliert. 210 Personen trugen keine Mund-Nasen-Bedeckung oder hatten diese falsch angelegt. Bei diesen Kontrollen wurde deutlich, dass polizeiliche Überwachungen weiterhin notwendig sind, aber andererseits die meisten Menschen sich an die aktuellen Regeln halten und ihren Beitrag im Kampf gegen das Virus leisten. Weitere Maßnahmen sind bereits in dieser Woche geplant.

Pressemeldung Polizei Heilbronn

 




„Das kostet auch einfach viel Geld, diese ganzen Kontrollen und Hygienemaßnahmen zur Verfügung zu stellen“

Da stehen wir nun am großen Biergarten an der Burg Stettenfels, die Tische sind in greifbarer Nähe, die Aussicht ist atemberaubend, nur reingelassen werden wir nicht. Vor uns der Eintrittstisch und eine Mitarbeiterin, die uns erklärt, dass unsere Schnelltests, die wir, zwei Erwachsene und fünf Kinder, vorzeigen, zu alt sind, um Einlass begehren zu können. Um genau zu sein: zwei Stunden zu alt. Am Vortag wurden wir gegen 13 Uhr negativ auf Covid-19 getestet, einen Tag später stehen wir gegen 15 Uhr am Biergarteneingang.“Das ist ein Scherz“, fragen wir? Keineswegs.

Gleich neben dem Eingang steht ein Testzelt

Zum Glück arbeitet dieser große Gastronomiebetrieb mit einem Testunternehmen zusammen, dass gleich neben dem Tisch mit der Mitarbeiterin ein Zelt aufgebaut hat und hier reihenweise gewillte Besucher:innen testet. Aber unsere Kinder im Alter zwischen sieben und 12 Jahren sind alles andere als begeistet, als es heißt: schon wieder testen. Eines der Kinder verweigert sich komplett. Was also tun? Ein Mann, der ebenfalls in der Schlange zum Testen steht, rät: „Lasst den Jungen im Auto und geht alleine rein.“ Die Mama das Jungen schaut ihn ungläubig an. Eine andere Familie hat da mehr Verständnis und kennt das Problem.

Eines der Kinder verweigert sich komplett

Andere Szene, ebenfalls ungläubige Augen. Pimps Biergarten am Kocherfreibad öffnet ebenfalls wieder, auch unter Coronabedingungen. Der Chef hat das Biergartengelände eingezäunt, am Eingang hängt ein Schild, das nur Genesene, Geimpfte oder Getestete Zutritt erhalten. Einige Besucher:innen stehen davor und sind nicht getestet. Das Problem: Nicht bei jedem Biergarten ist eine Teststation direkt ums Eck. Was also tun? Da bleibt nur, Sachen zum Mitnehmen bestellen oder zum Baumarkt in Künzelsau fahren, da gibt es eine Schnellteststation, die den ganzen Tag geöffnet hat. Die Teststation in der Innenstadt hat nur vormittages geöffnet.

Die kleineren Gastronomen haben das Nachsehen

Die Inhaberin / Betreiberin der Burg Stettenfels, Anja Weimar, erklärt, dass ihre Teststation auch nur bei ihnen testet, weil sie ein sehr hohes Besucheraufkommen zu verzeichnen haben: „Man braucht einen offiziell bestellten Tester. Wir haben zum Glück einen Partner gefunden. Dieser muss auch eine Genehmigung haben. Man kann sich auch selbst dafür qualifizieren lassen, aber da gibt es sehr hohe Hürden. Man braucht auch eine medizinische Ausbildung dafür.“

GSCHWÄTZ: Das heißt, sie bezahlen das Ganze auch aus eigener Tasche?

Weimar: „Nein, die Betreiber suchen sich gute Standorte aus, wo sie das dann durchführen können. Weil wir hier hoch frequentiert sind, lohnt sich das, hier eine Teststation aufzubauen. Das lohnt sich für einen kleinen Gastronomen weniger und dadurch hat es der kleinere Gastronom wesentlich schwerer, um die Leute dann in seinen Betrieb zu bekommen.“

GSCHWÄTZ: Aber Sie haben trotzdem einen Mehraufwand, oder?

Weimar: „Wir sind sehr froh, dass wir wieder aufhaben dürfen. Aber das ist für uns ein großer Aufwand, alles zu organisieren. Wir brauchen zusätzliches Personal, um die ganzen Regeln zu kontrollieren. Wir müssen uns täglich informieren, wie die aktuellen Regeln gerade sind. Wir haben auch sehr viele Menschen, die mit viel Unverständnis kommen und enttäuscht sind, dass der Eintritt zu uns nicht so ganz einfach ist, das man einen Impfausweis vorlegen muss, eine Bescheinigung, genesen zu sein oder ein aktuelles Ergebnis eines Schnelltests“, das nicht älter sein darf als 24 Stunden. „Glücklicherweise haben wir eine Teststation am Eingang, so dass die Menschen, die noch keinen Test gemacht haben, hier die Möglichkeit haben, sich testen zu lassen. Aber das bedeutet auch wieder, Wartezeit mitbringen. Aber wenn man dann mal bei uns drin ist, dann hat man seine Ruhe und kann relaxen.“

„Wir brauchen zusätzliches Personal“

Warum wir mit unseren 26 Stunden alten Schnelltestergebnissen nicht reinkommen, obwohl wir bei anderen Stellen zuvor bereits reingekommen sind, erklärt Weimar so: „Das sind unsere Vorschriften und die werden auch sehr streng kontrolliert. Wir halten uns da auch ganz genau an die Vorschriften.“

„Wir halten uns ganz genau an die Vorschriften“

GSCHWÄTZ: Wie werden sie kontrolliert?

Weimar: „Wir werden zum einen vom Ordnungsamt gebrieft, wie wir uns zu verhalten haben. Es kann sein, dass Prüfungen kommen, aber bislang hatten wir das hier vor Ort noch nicht.“

GSCHWÄTZ: Freuen sich die Besucher:innen, endlich wieder die Gastronomie nutzen zu können?

Weimar: „Viele, die kommen, freuen sich tatsächlich sehr. Die nehmen das auch gerne in Kauf, ein bisschen warten zu müssen. Was natürlich schade war: dass man mit maximal zwei Haushalten zusammensitzen durfte mit maximal 5 Personen. Das hat natürlich die Menschen abgehalten, die mit Freunden und größeren Gruppen weggehen wollten. Und es gibt auch einfach die Menschen, denen das alles zu kompliziert und zu umständlich ist.“

GSCHWÄTZ: „Und es gibt ja auch so eine Art Zweiklassengesellschaft. Zum einen diejenigen, die schon zweimal geimpft sind und zum anderen Kinder etwa, die aktuell noch nicht geimpft werden können und ständig diese Tests machen müssen.

Weimar: „Ab Montag, den 07. Juni 2021, wird ja die Impfpriorisierung aufgehoben und dann kann sich jeder um einen Termin bemühen. Allerdings einen Termin zu bekommen, das ist ja bekanntlich schwer.“

GSCHWÄTZ: Aber für die Gastromen ist nun sicherlich erst einmal wichtig, dass es wieder aufwärts geht, oder?

Weimar: „Ja, es liegen sehr harte Monate hinter uns. Für den Betrieb selbst und vor allem auch für die Mitarbeiter, die nicht mehr arbeiten durften, die in Kurzarbeit waren und wir sind alle froh, wieder arbeiten zu dürfen, auch unter diesen Bedingungen und hoffen natürlich, dass die Bedingungen bald einfacher werden – für die Gäste und für uns. Das kostet auch einfach viel Geld, diese ganzen Kontrollen und Hygienemaßnahmen zur Verfügung zu stellen.“

Text: Dr. Sandra Hartmann




Polizei stoppt völlig überladenen Sprinter

Am Mittwochmittag, 25. November 2020, fiel der Polizei auf der A6 zwischen Bretzfeld und Öhringen ein Mercedes Sprinter mit Anhänger auf, da auf dem Dach des Anhängers mehrere gefüllte „BigPacks“ mangelhaft gesichert waren.

Pflastersteine geladen

Neben der ungesicherten Ladung stellte sich heraus, dass der Kastenwagen deutlich überladen war. Im Inneren des Fahrzeugs waren neben zwei vollen Paletten mit Pflastersteinen unter anderem zwei große Traktorreifen und diverse andere Gegenstände geladen. Beim Wiegen des Sprinters wog dieser knapp 6.000 Kilogramm anstatt den maximal erlaubten 3.500 Kilogramm.

Erhebliche technische Mängel

Zudem stellte ein Sachverständiger fest, dass das Fahrzeuggespann gravierende Mängel vorwies. Unter anderem waren die Bremsen des Anhängers nahezu funktionslos. Ebenfalls wies die Bremsanlage des Mercedes Sprinters deutliche Mängel auf. Das Fahrzeuggespann musste anschließend stehen bleiben und durfte nicht mehr in Betrieb genommen werden.

Quelle: Pressemitteilung Polizei Heilbronn




„Offenbar bestand bei zahlreichen Personen eine große Ungewissheit darüber, dass die Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch an den Anlagen des Nahverkehrs gilt und nicht nur in den Beförderungsmitteln“

„Offenbar bestand bei zahlreichen Personen eine große Ungewissheit darüber, dass die Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch an den Anlagen des Öffentlichen Personen Nahverkehrs gilt und nicht nur in den Beförderungsmitteln“, resümierte Einsatzleiter Polizeioberrat Jens Blessing den Kontrolltag des Heilbronner Polizeipräsidiums in einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn.

Am Mittwoch, den 23. September 2020, zwischen 14 Uhr und 20 Uhr, setzte das Polizeipräsidium Heilbronn rund 70 Kräfte zur Kontrolle der Maskentragepflicht im öffenlichen Nahverkehr im gesamten Präsidiumsbereich ein. Die Kontrollschwerpunkte waren die Stadtbahnen S 4 (Öhringen – Eppingen), S 41 / S 42 (Heilbronn – Bad Rappenau) und Verbindungen der Regionalbahnen zwischen Heilbronn, Mannheim, Würzburg und Schwäbisch-Hall. Darüber hinaus wurden schwerpunktmäßig Kontrollen an Bahn- und Buslinien, insbesondere an deren Haltestellen, in allen Landkreisen des Präsidiumsgebiets durchgeführt.

Die Einhaltung der Maskenpflicht wurde von den Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten konsequent verfolgt. In den Verkehrsmitteln wurde die Trageverpflichtung von den Fahrgästen überwiegend eingehalten. Die Meisten, die ihre Maske nicht oder nicht richtig getragen hatten, zeigten sich einsichtig und setzten ihre Maske dann richtig auf. 39 uneinsichtige Personen wurden zur Anzeige gebracht. Insgesamt wurden über 2000 Personen kontrolliert.

Das Polizeipräsidium Heilbronn hatte die Kontrollmaßnahmen im Vorfeld sowohl mit einer Pressemeldung als auch in den Sozialen Medien angekündigt. Es wird in den nächsten Wochen weitere Kontrollmaßnahmen geben.




Polizei in Hohenlohe: Über 700 zusätzliche Stunden wegen Corona

Seit Montag, den 11. Mai 2020, wurden die Corona-Verordnungen in Baden-Württemberg weiter gelockert. Nun dürfen beispielsweise auch Personen aus zwei verschiedenen Haushalten gemeinsam im öffentlichen Raum unterwegs sein. Dennoch gelten weiterhin Hygiene- und Schutzvorschriften, deren Einhaltung von der Polizei auch kontrolliert wird.

Über 700 zusätzliche Stunden

GSCHWÄTZ fragte bei der Pressestelle des Polizeipräsidiums Heilbronn nach, ob die Polizei aktiv kontrolliert oder ob das nur nach Meldungen aus der Bevölkerung geschieht. Yannick Zimmermann von der Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit schreibt dazu in einer Antwort-Mail: „Die Polizei überwacht die Einhaltung der Corona-Verordnung im Rahmen der Streife. Hinweise auf Straftaten und Ordnungswidrigkeiten durch die Bevölkerung werden überprüft. Dies umfasst auch Hinweise auf Verstöße gegen die Corona-Verordnung“. Mit Stand 11. Mai 2020 seien allein im Hohenlohekreis über 700 zusätzliche Stunden an Präsenzmaßnahmen durchgeführt und dabei 100 Verstöße gegen die Corona-Verordnung festgestellt worden.

„Kontrollen sind immer dynamisch.“

„Kontrollen sind immer dynamisch und der Verlauf hängt von vielen Faktoren ab“, schreibt der Polizeisprecher weiter. Deshalb sei ein Standardablauf schwer darzustellen. „Es kommt wirklich auf den Einzelfall an. Der Kollege schreibt dann gegebenenfalls eine Anzeige und schickt diese an die Bußgeldstelle.“ Über die Verhängung eines Bußgeldes und dessen Höhe entscheide dann die jeweils zuständige Bußgeldstelle – in diesem Fall das Landratsamt des Hohenlohekreises.

„Grundsätzlich widerspricht das Tragen eines Mundschutzes nicht der StVo.“

Mit der Corona-Verordnung vom 9. Mai dürfen nun auch wieder Personen aus zwei verschiedenen Haushalten gemeinsam im Auto unterwegs sein. Dabei empfiehlt die Landesregierung allen Insassen, eine Maske zu tragen, „da sie lange auf engen Raum zusammen sind und so ein besonderes Infektionsrisiko besteht“. Doch ist das überhaupt zulässig, schließlich muss der Fahrer identifizierbar sein, wenn der Wagen beispielsweise geblitzt wird. Dazu schreibt Yannick Zimmermann: „Grundsätzlich widerspricht  das Tragen eines Mundschutzes nicht der StVO“. Jedoch sei darauf hinzuweisen, „dass das Tragen von weiteren Accessoires, wie zum Beispiel einer Mütze oder einer Sonnenbrille in Kombination mit einem Mundschutz gegen die StVO verstoßen können“. Hier sei allerdings eine Einzelfallprüfung erforderlich.

Text: Sonja Bossert

 




A6: Alkoholisierter Rechtsanwalt schlägt zu

Großkontrolle an der A6 bei Kälte und Dauerregen

Es ist kurz vor Mittag auf dem Autobahnparkplatz Hohenlohe Nord. Das Wetter ist wenig einladend, zirka acht Grad, tiefhängende Wolken und Dauerregen. Auf einem Bereich des Parkplatzes stehen Kleinbusse von Polizei und Zoll. Zwei Zelte sind aufgebaut, überall Menschen in Uniform, dominierend nicht das Blau der Polizei oder das Grün des Zoll sondern das Gelb der Warnwesten und Regenjacken. Eine Kontrollstation für eine Großkontrolle ist gerade noch im Aufbau, das ein oder andere Fahrzeug bringt weiteres Material.

Schau mer mal, was drin ist. Foto: GSCHWÄTZ

Polizeioberkommissar Schulz, der heutige Einsatzleiter, erklärt: „Wir machen heute [Montag, den 18. Februar 2020] eine Großkontrolle im Bereich WED: Wohnungseinbruchsdiebstahl, und Drogenkonsum am Steuer.“ Etwa 60 Beamte aus der gesamten Region seien dafür eingesetzt. 16 Streifenwagen und Zivilfahrzeuge sind auf der Autobahn unterwegs, um verdächtige oder auffällige Fahrzeuge auszumachen und direkt an Ort und Stelle zu kontrollieren oder an den Kontrollpunkt zu leiten.

Aber was haben Verkehrskontrollen auf der A6 mit Wohnungseinbruchsdiebstahl zu tun? Carsten Diemer, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit im Polizeipräsidium Heilbronn, klärt auf: „Wir wissen aufgrund unserer Ermittlungen, dass die Straftäter die großen Verkehrswege benutzen. Die A6 ist prädestiniert dafür, hier sind so viele Fahrzeuge unterwegs. Wir schauen uns heute diesen Verkehr ganz genau an“.

Mobiles Röntgengerät. Foto: GSCHWÄTZ

Am Kontrollpunkt ist man auf fast alles vorbereitet: Der Zoll ist mit einem mobilen Röntgengerät vor Ort, mit dem Gepäckstücke durchleuchtet werden können, wie man es vom Flughafen kennt. In einem Fahrzeug, das etwas entfernt von der Kontrollstelle geparkt ist, wartet ein Hund auf seinen Einsatz. Eine Ärztin ist ebenfalls anwesend, vor allem, um an Ort und Stelle Blutentnahmen vornehmen zu können. Alles erscheint friedlich, trotzdem tragen die Beamten und Beamtinnen zur Eigensicherung Schutzwesten.

Auffallend lange untersucht

Polizei und Zoll arbeiten zusammen, um ein breites Spektrum von Ordnungswidrigkeiten und Straftaten erkennen zu können. Der Zoll hat dabei ein besonderes Augenmerk auf internationale Warenverkehre, aber auch Themen Arbeitsschutz oder Schwarzarbeit können aktuell werden. Die ersten auffällig unauffälligen Zivilfahrzeuge der Polizei treffen ein und geleiten PKWs, Sprinter und LKWs zur Kontrollstelle. Ein LKW aus Litauen, wird sofort von den grünuniformierten Beamtinnen des Zolls empfangen. Die Papiere eines PKW aus Frankreich werden von der Polizei auffallend lange untersucht, die Fahrerin wird ins Zelt gebeten. Später steht das Fahrzeug abseits zwischen Polizeifahrzeugen auf einem Parkplatz. Ein älterer roter „Hippie-Bus“ aus der Pfalz darf nach kurzer Überprüfung weiterfahren – „Alles in Ordnung, gute Heimfahrt“. Auch die Polizeifahrzeuge verschwinden recht schnell wieder auf die Autobahn.

Groß angelegter Schmuggel

Überhaupt gehen die Kontrollen in einer ruhigen und freundlichen Atmosphäre vonstatten. Die Freundlichkeit verhilft manchmal zu unerwartetem Fahndungserfolg, wie Nicole Heyne, Polizeihauptkommissarin bei der Autobahnfahndung, berichtet: Einem kontrollierten Fahrer seien sie und ihr damaliger Kollege derart vertrauenswürdig erschienen, dass er ihnen unbedingt noch etwas anvertrauen wollte. „Mit diesen Informationen konnten wir einen großangelegten Zigarettenschmuggel aufklären“. Einer der Polizeibeamten hat einen blauen Stern auf der Schulter: „Ja, genau, ich bin noch in der Ausbildung“. Studienbegleitend sei er derzeit dem Polizeipräsidium Heilbronn zugeteilt. Wahrscheinlich wolle er nach der Ausbildung zur Schutzpolizei gehen. „Mich reizt der direkte Kontakt zu den Menschen“. Seinen Namen sollen wir nicht nennen. Eine junge Zollbeamtin macht Werbung für die Ausbildung beim Zoll: „Die Aufgabengebiete beim Zoll sind so vielseitig, da findet jeder etwas Interessantes.“

Transporter in der Kontrolle. Foto: GSCHWÄTZ

35 Kontrollen in einer Stunde

Den wärmsten Arbeitsplatz hat an diesem Tag Dr. Soltys, die eingesetzte Ärztin. Zwar ist es im Zelt zugig, doch sie hat immerhin ein Heizgerät in ihrer improvisierten Praxis: Bierbank und Biertisch müssen ihr als Arbeitsumgebung genügen. Ein Stethoskop, ein Blutdruckmeßgerät und ein Notfallrucksack liegen bereit. Zuständig ist sie für eventuell notwendige Blutentnahmen, falls Verdacht auf Alkohol- oder Drogenkonsum besteht. „Schöne Erlebnisse gibt es hier nicht“, meint sie und berichtet von ihrem unangenehmsten Erlebnis: „Einmal hat mich einer geschlagen, bei dem ich damit nicht gerechnet hätte“. Ausgerechnet ein alkoholisierter Rechtsanwalt, der sie vor der anstehenden Blutentnahme noch über seine Rechtsauffassung belehrt hatte, habe zugeschlagen, bevor sie die Entnahme durchführen konnte. Die höchste Alkoholkonzentration, die sie erlebt hat? „Das weiß ich gar nicht, ich bekomme die Ergebnisse nicht mitgeteilt.“ In der ersten Stunde hat sie nur einen nichtmedizinischen Einsatz: sie wird als Übersetzerin bei der französischen Autofahrerin benötigt.

Ärztin Dr. Soltys hat schon einiges erlebt bei Goßkontrollen. Foto: GSCHWÄTZ

Nicht versicherter Sportwagen

Nach einer Stunde sind bereits etwa 35 Kontrollen durchgeführt, nicht nur an der Kontrollstelle sondern auch direkt „draußen“ auf Autobahnparkplätzen. Größere Auffälligkeiten gibt es bis dahin nicht, die Kontrolle wird noch eine Weile fortgesetzt. „Mehrere hundert“ Kontrollen können es bei einer solchen Großkontrolle werden, schätzt Carsten Diemer. Er erinnert sich an einen Vorfall mit einem besonders wertvollen Sportwagen, der noch kurz vor Abschluss einer Kontrolle hereineskortiert wurde. „Eigentlich wegen einer Kleinigkeit“, aber es stellte sich heraus, dass das Fahrzeug nicht versichert war. „Die Fahrt war für den Mann zu Ende“, schließt er im trockenen Polizeijargon.

Eine Person war zur Fahndung ausgeschrieben

Bei der Großkontrolle nun am 17. Februar 2020 zwischen 11 und 17 Uhr führte das Polizeipräsidium Heilbronn auf der Autobahn 6 gezielte Fahndungs-und Kontrollmaßnahmen durch. Rund 60 Polizeikräfte des Polizeipräsidiums Heilbronn und des Haupzollamts Heilbronn waren in die Kontrollen eingebunden. Im Rahmen einer groß angelegten Kontrollstelle an der Tank- und Rastanlage Hohenlohe Nord wurden insbesondere im Hinblick auf die Bekämpfung der grenzüberschreitendenden und Wohnungseinbruchskriminalität eine Vielzahl an Personen und Fahrzeugen kontrolliert. Weiterhin wurde die Verkehrstüchtigkeit der Fahrzeugführer überprüft. Bei 242 kontrollierten Fahrzeugen mit 361 Personen wurden rund 35 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten zur Anzeige gebracht. Hierunter fielen 20 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Bei zwei Personen konnten neben 7,5 Marihuana auch 2,7 Gramm Crystal Meth aufgefunden werden. Eine Person war zur Fahndung ausgeschrieben. Zwei Fahrzeuglenker waren ohne Führerschein unterwegs.

Text: Matthias Lauterer; Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

35 Kontrollen in einer Stunde. Foto: GSCHWÄTZ




Große Polizeikontrolle: Die Sache mit den Drogen

„Die Sicherheit im öffentlichen Raum“ sei das zentrale Thema und ein strategischer Handlungsschwerpunkt der Polizei in Baden-Württemberg und auch des Polizeipräsidiums Heilbronn, so Thomas Schöllhammer, Leiter der Kriminalpolizei Heilbronn. Daher setzte das Polizeipräsidium Heilbronn einen groß angelegten so genannten Sicherheits- und Fahnungstag an. Insgesamt kontrollierte die Polizei in diesem Rahmen 476 Personen und 278 Fahrzeuge. Das Ergebnis: 40 Straftaten wurden laut der Polizei bei diesen Kontrollen zur Anzeige gebracht. Über die Hälfte davon (23 Fälle) waren Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz.Daneben konnte die Polizei aber auch noch zwei Personen identifizieren, die aufgrund eines Haftbefehls zur Fahnung ausgeschrieben waren. Die beiden Personen wurden festgenommen.

Der erste so genannte Sicherheits- und Fahndungstag des Polizeipräsidiums Heilbronn Unter Federführung der Kriminalpolizei führte das Polizeipräsidium Heilbronn am Donnerstag zwischen 10 und 21 Uhr im Stadtgebiet Heilbronn, auf den Zu- und Abfahrtswegen des öffentlichen Nahverkehrs sowie auf den angrenzenden Bundesautobahnen durch gezielte Fahndungs- und Kontrollmaßnahmen durch.

Auch im Bereich der Prostitution Prüfung

In einem taktisch breitgefächerten und behördenübergreifenden Ansatz waren heute neben einer Vielzahl an Polizeikräften der Schutz- und Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Heilbronn auch der Zoll, die Bundespolizei und das Gewerbeaufsichtsamt sowie zahlreiche Fahndungs- und Kontrollkräfte weiterer Polizeipräsidien und des Polizeipräsidiums Einsatz in die Fahndungsmaßnahmen eingebunden, so eine aktuelle Pressemitteilung des Polizeipräsidiums. Im Rahmen einer groß angelegten Kontrollstelle auf dem Gelände der Verkehrspolizeidirektion in Weinsberg wurden insbesondere im Hinblick auf die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität eine Vielzahl an Personen und Fahrzeugen kontrolliert. Darüber hinaus erfolgten im Stadtgebiet Heilbronn gezielte Fahndungskontrollen, insbesondere in Gaststätten und Casinos, auf öffentlichen Plätzen, im Bereich der Prostitution und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Das vernetzte Zusammenwirken der Sicherheitsakteure der Landespolizei Baden-Württemberg, des Zolls und der Bundespolizei fand im Rahmen der Sicherheitskooperation Baden-Württemberg statt.

Stadtkreis Heilbronn sicherster Kreis in Baden-Württemberg

Entsprechend der Polizeilichen Kriminalstatistik des Jahres 2018 gilt das Zuständigkeitsgebiet des Polizeipräsidiums als eine der sichersten Regionen in Baden-Württemberg, der Stadtkreis Heilbronn rangiert dabei sogar auf dem Platz des sichersten Stadtkreises im Land. Neben einer insgesamt positiven Gesamtschau des Jahres 2018 ergeben sich nach wie vor Handlungsfelder, wie beispielsweise die Zunahme von Körperverletzungen im öffentlichen Raum, die ein kontinuierliches polizeiliches Entgegenwirken erfordern. „Insofern ist es – auch im Hinblick auf die anstehende Bundesgartenschau – oberster Anspruch des Polizeipräsidiums Heilbronn, diesen Spitzenplatz auch in den nächsten Jahren zu behaupten und auf den bestehenden Handlungsfeldern kontinuierlich Verbesserungen herbeizuführen“, so Polizeipräsident Hans Becker.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

Foto: GSCHWÄTZ

 




Ingelfingen: Nächtliche Polizeikontrolle

Bei zwei Verkehrskontrollen in Ingelfingen, die am Mittwochmorgen, den 05. September 2018, von 10.45 Uhr bis 12.00 Uhr, und am späten Abend, zwischen 23.30 Uhr und 1 Uhr, in der Künzelsauer Straße in Ingelfingen durchgeführt wurden, beanstandete die Künzelsauer Polizei vier Fahrzeuge wegen technischer Mängel. Drei Fahrzeuglenker hatten ihren Sicherheitsgurt nicht angelegt, an einem Fahrzeug war der Termin zur fälligen Hauptuntersuchung verstrichen und in einem Fall wurde ein Kind ohne die vorschgeschriebene Sicherung transportiert.




„Betty sagt schade“

// Biomüll-Kontrolle mit Rainer Mugler

// Video-Interview mit Bio-Kontrolleur

von Nadja Fischer

Mit einem kleinen Trolley, auf dem sich ein Karton befindet, läuft Rainer Mugler ganz in orange gekleidet durch die Straßen. Rainer Mugler klappt den Deckel der Biomülltonne auf, um einen Blick hineinwerfen zu können. Sofort steigt ein beißender Geruch die Nase hoch und es kommen ihm kleine Fliegen entgegen. Aus Reflex macht man einen kleinen Schritt zurück, nur einen kleinen, denn man muss noch erkennen können, was sich in der Biotonne befindet.

Wir begleiteten Rainer Mugler von der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis am Freitag, den 27. April 2018, bei der Kontrolle der Biotonnen. Treffpunkt war um 9.30 Uhr in Schöntal-Bieringen an der Ecke Gartenstraße/Rosenweg. Wir wollten wissen: Was machen die Hohenloher bei der Befüllung der Biotonne namens Betty falsch?

Die meisten Hohenloher haben das Grundprinzip verstanden: keine Plastikfolie in die Betty. Nach einem kurzen, geschulten Blick in die Tonne fasst der 53-jährige in den Karton, der sich auf dem Trolley befindet, und zieht zwei Zettel heraus. Auf dem einem ist zu lesen „Betty sagt schade“ und auf dem anderen „Betty sagt Dankeschön“. Die Bürger sollen wissen, so Mugler, ob sie alles richtig gemacht haben. Neben dem zutreffenden Zettel hinterlässt Mugler auch ein Bündel Papier-Biomülltüten. In den Biomülltonnen, die wir gemeinsam kontrollierten, war der Müll in Zeitungspapier gehüllt. Das ist völlig in Ordnung. „Wichtig ist, dass keine normalen Plastikmülltüten benutzt werden, um die Haushaltsreste zu verpacken“, erklärt Mugler. Er erzählt fassungslos vom schlimmsten Fall, den er bei einer Kontrolle gesehen hat: „Die Tonne war von oben bis unten voll mit Plastik. Diese Sachen, die gehen nicht. Entweder schiebe ich die Tonne auf die Seite ober aber wenn ich es raus tun kann, tue ich es raus und lege es auf die Seite.“

Der Weg kreuzt sich mit dem des Müllfahrzeuges. Die gerade kontrollierte Tonne wird geleert. Der Besitzer der Tonne kommt nach der Leerung direkt nach draußen, um sie aufzuräumen. „War alles in Ordnung“, fragt er. Mugler antwortet, dass alles bestens war. „Es gibt sehr gute Gebiete. Zweiflingen war sehr gut, Mulfingen war nicht schlecht. Aber es gibt auch Gebiete, da kann es vorkommen, dass es bei jedem fünften oder sechsten Haushalt etwas zu bemängeln gibt. Es kommt dann vor, dass einzelne Straßen und Gebiete nicht gut sind. In dem Moment wo Anonymität auftaucht, wird es schwierig“, erklärt Mugler, ohne nächer darauf einzugehen, welche Gemeinden schlechter bei der Mülltrennug sind.

// Was ist erlaubt und was nicht) //

Ganz wichtig ist, dass kein Katzenstreu, kein Hundekot oder verstorbene Haustiere in der Betty landen. Obst und Gemüse ist oft in Folie verpackt. Wenn das Obst oder Gemüse vergammelt ist, muss man erst die Folie entfernen bevor es in die Betty gelangt. Auch Batterien, Steine oder Glas müssen richtig entsorgt werden und dürfen nicht in der Biotonne zu finden sein. Selbst bei Blumensträußen muss man die Bänder entfernen. Denn nur ohne Störstoffe kann hochwertiger Kompost und Erde entstehen. Mugler: „Ich denke, es rentiert, sich zu sortieren. Wir haben 60 Prozent Biomaterial, welches wir nutzen können um vernünftige Dinge herzustellen wie Strom. Aber dazu brauchen wir eine sehr gute Qualität. Der kleine Punkt: Achtsamkeit. Aber wir schaffen das.“ Denn aus dem Biomüll kann Gas gewonnen werden, was wiederum zur Erzeugung von Strom genutzt werden kann.

 

Rainer Mugler im Gespräch:

 

// Fotos und Video: GSCHWÄTZ