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Fast jedes dritte Kind leidet unter psychischen Auffälligkeiten

Die neue Sozialdezernentin im Landratsamt Hohenlohe, Elke Schöll, hat auf der letzten Kreistagssitzung am Montag, den 21. Juni 2021, einen Vortrag über „Familien und Corona – Wege aus der Krise“ mit Informationen aus dem Jugendamt gehalten. Sie beleuchtete darin vor allem die Auswirkungen der Pandemie auf Familien. GSCHWÄTZ stellt Auszüge daraus vor.

Demnach habe sich im Bereich der ambulanten Hilfen der Anteil der sozialpädagogischen Familienhilfe von 67 Fällen im Jahr 2019 auf 88 im Jahr 2020 gesteigert. Steigerungen gab es auch beim Erziehungsbestand (von 37 auf 42 Fälle) sowie bei der Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche (103 auf 11 Fälle).

Bei weit über der Hälfte der Inobhutnahmen, die im Juni bis Dezember 2020 stattgefunden haben, hat Corona teilweise oder maßgeblich beigetragen – nämlich bei 57,1 Prozent der Fälle.

Screenshot: GSCHWÄTZ

Die Anzahl der gemeldeten Kindeswohlgefährdungen steigt seit Jahren – im Jahr 2020 auf 214 Fälle. Das sind 66 mehr als im Jahr davor. Die meisten dieser Fälle – nämlich 51 – wurden von der Polizei, Gerichten oder staatlichen Stellen gemeldet. In 16,8 Prozent aller Fälle von Kindeswohlgefährdung, die von Juni bis Dezember 2020 gemeldet wurden, spielte Corona eine Rolle.

Screenshot: GSCHWÄTZ

In zehn Prozent der in 2020 überprüften Fälle lag eine Kindeswohlgefährdung vor, was einem Rückgang von sechs Prozent entspricht. Bei 34 war diese Gefahr latent (plus 14 Prozent), bei ebenso vielen Fällen gab es zwar keine Kindeswohlgefährdung aber Hilfebedarf (minus elf Prozent). Bei fast einem Viertel – immerhin 22 Prozent der überprüften Fälle – lag keine Kindeswohlgefährdung vor und es gab auch keinen Hilfebedarf.

Screenshot: GSCHWÄTZ

Die meisten der betroffenen Kinder – nämlich 88 – waren im Alter von sechs bis unter 14 Jahren. Besonders betroffen waren zudem die Familien mit einem alleinerziehenden Elternteil – zu 43 Prozent – im Vergleich mit 39 Prozent, bei denen die Eltern zusammenlebten.

Wie Elke Schöll weiter ausführte, ergab die bundesweite Copsy-Studie – eine Längsschnittstudie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf – dass fast jedes dritte Kind unter psychischen Auffälligkeiten leidet. Außerdem fühlten sich vier von fünf Kindern und Jugendlichen durch die Corona-Pandemie belastet. In Familien, wo es bereits vor Corona Strukturen gab und sie sich wohl und aufgehoben fühlten, seien die Kinder gut durch die Krise gekommen.

Die Familien sehen sich in der Krise mit zunehmender Überforderung und Überlastung der Erziehungsberechtigten konfrontiert. Jugendliche werden in ihren Entwicklungsaufgaben behindert, Bewegungsmangel und familiäre Konflikte nahmen zu. Die Ernährungsweise sowie der Umgang mit Medien waren zusätzliche Herausforderungen in den Familien.

Weitere Probleme ergaben sich für die Familien durch das Homeschooling – beispielsweise durch Wegfall der stabilen Strukturen – das auch Auswirkungen auf schulische und die persönliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen hatte. Am Übergang von Schule zu Beruf gab es nicht nur erhebliche Schwierigkeiten hinsichtlich der Berufsorientierung. Die Abschlussschüler:innen befürchteten auch, den Stempel eines Corona-Abschlusses im Schuljahr 2019/2020 und 2020/2021 zu bekommen und sie hatten die Sorge vor Problemen bei der Lehrstellensuche.

Text: Sonja Bossert




Kinderschuhe vor dem alten Rathaus in Künzelsau

In den sozialen Medien verbreitet sich ein Aktionsaufruf, mit Kinderschuhen vor den Rathäusern ein Zeichen für das Wohl der Kinder in Corona-Zeiten zu setzen. Die Aktion läßt sich auf Julia Hammer aus Zwickau, selbst Mutter zweier schulpflichtiger Kinder, zurückführen, die wohl als erste zu einem solchen Zeichen aufgerufen hat. Sie rief zur „Schuhniederlegung“ am 20. März 2021 in Zwickau auf – seitdem verbreitet sich der Aufruf rasant in ganz Deutschland.

Aktion verbreitet sich von Zwickau bundesweit

Auslöser der Aktion, so Julia Zimmer, waren die erneuten Schul- und Kita-Schließungen in Sachsen: „Ich habe geweint, als ich das gehört habe“, sagt sie. Ein Zeichen für die Kinder wollte sie setzen, von der Resonanz war sie überrascht: „Die Aktion war eigentlich nur für die Zwickauer Kinder geplant. Dass sich das dann so entwickelt, damit habe ich nicht gerechnet.“

Kritiker vermuten politisch motivierte Unterwanderung

Doch die Aktion findet nicht nur Zustimmung: Kritiker fühlen sich an die „Schuhe von Majdanek“ erinnert, andere unterstellen eine Nähe zu den Querdenkern oder ähnlichen Organisationen. Zumindest für ihre eigene Aktion widerspricht Hammer vehement: Sie sei weder Corona-Leugnerin noch Querdenkerin noch Mitglied einer Partei. Sie sei für sich zu dem Schluss gekommen, „Man muss etwas tun, man muss für die Kinder ein Zeichen setzen.“ Trotzdem wird in den sozialen Medien immer wieder der Verdacht geäußert, dass  zumindest die nachfolgenden Aktionen von politischen Gruppierungen unterwandert seien. Allein die schnelle Verbreitung lasse auf die Nutzung eines Netzwerks schließen.

Aktion auch in Künzelsau

Von diesen möglichen politischen Hintergründen weiß Tatjana Fuchs, die über facebook zu einer derartigen Aktion in Künzelsau am 24. März 2021 aufgerufen hatte, nichts: „Es geht darum, dass unsere Kinder gehört werden“, dass die Anliegen der Kinder endlich einmal öffentlich vorgebracht werden. Genauso denken etwa 10 Mütter, die zu Beginn der Aktion auf dem Platz am alten Rathaus verstreut standen. Nicht nur Schuhe wurden auf die Rathaustreppe gestellt, auch Kuscheltiere und Botschaften der Kinder oder der Eltern sind zu sehen: einem Kind fehlt vor allem der Fußballverein. Immer wieder kommt jemand und stellt ein weiteres Paar Schuhe dazu. Es ist eine stille Veranstaltung.

Befremdliches Telefonat mit dem Landratsamt

Im Vorfeld der Aktion ging es nicht so ruhig zu: Tatjana Fuchs berichtet, dass das Landratsamt die Personalabteilung ihres Arbeitgebers angerufen hätte, um mit ihr zu sprechen. Der Arbeitgeber habe gut reagiert und sie davon informiert. Offenbar gab es unterschiedliche Meinungen, ob es sich bei der Aktion um eine Demonstration handelt,  die angemeldet werden muss und für die das Landratsamt auch Auflagen erteilen kann oder nicht.

Fast als Drohung empfunden

Bei einem späteren Telefonat mit dem Landratsamt fühlte sie sich eingeschüchtert: Man habe ihr mitgeteilt, dass sie damit rechnen müsse, dass die Polizei öfter vorbeifahre und dass sie für eventuelle Folgekosten aufzukommen habe. „Das empfand ich fast als Drohung“, sagt sie. Sie äußert die Befürchtung, dass derartige Anrufe für einen Mitarbeiter auch Konsequenzen des Arbeitgebers haben könnten.

Text: Matthias Lauterer

Schuhaktion 24. März 2021 in Künzelsau. Schuhe, Kuscheltiere und Botschaften auf der Rathaustreppe. Foto: GSCHWÄTZ

Schuhaktion 24. März 2021 in Künzelsau. (verpixelt) Foto: GSCHWÄTZ

Schuhaktion 24. März 2021 in Künzelsau. Schuhe, Kuscheltiere und Botschaften auf der Rathaustreppe. Foto: GSCHWÄTZ

 

 




Künzelsau: Bis 16. November 2020 Annahme von Päckchen für den Weihnachtskonvoi

Die Stadtverwaltung Künzelsau teilt mit, dass bis zum 16. November 2020 Weihnachtspäckchen für bedürftige Kinder in Rumänien, Moldawien, Bulgarien und der Ukraine im Rathausfoyer während der Öffnungszeiten des Bürgerbüros, Montag bis Freitag von 8.30 bis 18.30 Uhr, Samstag von 9 bis 13 Uhr abgegeben werden können.

Bis 16. November 2020 Päckchen im Rathaus Künzelsau abgeben

Der Wert des Geschenkpakets sollte fünf Euro betragen. Die Stadt empfiehlt: „Als Inhalt der Schuhkartons sehr zu empfehlen sind neue Kinderkleidung, Mützen, Schals, Handschuhe, Sportsachen, Haarschmuck, Schulbedarf, Würfelspiele, Puppen, Kartenspiele, Spielzeugautos, Hygieneartikel. Nicht empfehlenswert sind deutschsprachige Bücher, Spiele mit komplizierter Spieleanleitung, gebrauchte Kleidung, defekte Spielsachen und verderbliche Lebensmittel. Auf den Kartons sollte außen vermerkt sein, für welches Alter das Geschenk zu empfehlen ist. Als persönlicher Gruß kann gerne eine Weihnachtskarte beigelegt werden.“

Und so einfach funktioniert‘s: alten Schuhkarton hervorkramen, mit Spielsachen, Kleidung, Drogerieartikeln, … im Wert von fünf Euro füllen, als Geschenk verpacken und im Foyer des Rathauses auf den bereit gestellten Tisch legen. Dort steht auch eine Kasse bereit: Es wird um Unterstützung bei den Transportkosten in Höhe von zwei Euro je Geschenk gebeten.

Den Weihnachtspäckchenkonvoi gibt es seit 2001

Der Weihnachtspäckchenkonvoi hat bereits seit 2001 Tradition. Vor der Adventszeit werden Weihnachtspäckchen gesammelt und zu bedürftigen Kindern in Rumänien, Moldawien, Bulgarien und der Ukraine gebracht. Ziel der Aktion ist es, vielen Not leidenden Kindern zu Weihnachten eine besondere Freude zu machen und ihnen zu zeigen, dass sie nicht vergessen sind. Die Stadtverwaltung Künzelsau unterstützt die Aktion des „Round Table“, „Ladies´ Circle“, „Old Tablers“ und des „Tangent Club“ und bietet das Künzelsauer Rathaus als Sammelstelle an. Ab Montag, 26. Oktober bis Montag, 16. November können Menschen, die helfen wollen, dort Weihnachtsgeschenke für bedürftige Kinder abgeben. Um eine Unterstützung bei den Transportkosten in Höhe von zwei Euro je Geschenk wird gebeten.

Immer noch viel zu vielen Kindern bleibt die Weihnachtsfreude verwehrt. Wo große Armut und der tägliche Kampf ums Überleben die Menschen beherrschen, bleibt kein Raum, um sich Gedanken über Weihnachtsgeschenke für Kinder zu machen. Für die meisten Kinder in den Waisenhäusern, Krankenhäusern, Behinderteneinrichtungen, Kindergärten und Schulen ist es das einzige Geschenk, das sie erhalten.

Auch `Round Table 222 Hohenlohe´ hat in den letzten Jahren jeweils mehrere tausend Päckchen in den Schulen, Kindergärten und in Familien im Hohenlohekreis eingesammelt. Unzählige Hohenloher Kinder haben so in den vergangenen Jahren mit den gefüllten und als Geschenk verpackten Schuhkartons im Wert von rund fünf Euro dazu beigetragen, dass die Aktion weiterhin erfolgreich weitergeführt und ausgebaut werden kann.

Ehrenamtliche Helfer im Einsatz

Damit alle Päckchen sicher bei den Kindern ankommen, sind im Rahmen der Aktion für mehrere Wochen viele ehrenamtliche Helfer im Einsatz, die alle Aufgaben vom Einsammeln und Verladen bis hin zum Transport übernehmen. In Künzelsau werden die Geschenke abgeholt und zu einer zentralen Sammelstelle gebracht. Von dort aus macht sich der Weihnachtskonvoi mit LKWs nach Rumänien, Moldawien, Bulgarien und in die Ukraine auf. Am Ziel angekommen, werden die Päckchen dann an bedürftige Kinder in Kinderheimen, Krankenhäusern, Kindergärten, Schulen und in Elendsvierteln verteilt und die vielen freiwilligen Helfer erleben direkt vor Ort die Freude und das Lachen der Kinder – und können bestätigen, dass die Geschenke ihren Sinn nicht verfehlt haben.

Der Ladies´Circle, Round Table, Old Tablers, Tangent Club, die Stadtverwaltung Künzelsau und alle beschenkten Kinder freuen sich über eine rege Beteiligung.

Pressemitteilung der Stadt Künzelsau

Fotos: Stadtverwaltung Künzelsau

Im Foyer des Künzelsauer Rathaus können ab sofort die Weihnachtspäckchen abgegeben werden. In den vergangenen Jahren konnten viele Päckchen entgegen genommen und an bedürftige Kinder weitergeleitet werden. Foto Stadtverwaltung Künzelsau.

 

Im Foyer des Künzelsauer Rathaus können ab sofort die Weihnachtspäckchen abgegeben werden. In den vergangenen Jahren konnten viele Päckchen entgegen genommen und an bedürftige Kinder weitergeleitet werden. Foto Stadtverwaltung Künzelsau.

 




Bei Anton ist alles anders

Flora Meinhardt* aus Künzelsau überlegt seit geraumer Zeit, wie sie die Dosis wieder sanft herunterfahren kann. Seit der ersten Klasse bekommt ihr Sohn Anton* Ritalin. Der Grund für Flora damals: „Er sollte lesen und schreiben lernen.“ Flora hat noch mehr Kinder, die alle mühelos durch die Schule marschieren, nur bei Anton ist alles anders.

„Er sollte lesen und schreiben lernen“

Anton* war unruhig und konnte sich schlecht konzentrieren, Antons Arzt schickte ihn zu einer Psychologin zwecks eines IQ- und Konzentrationstestes nach Schwäbisch Hall. Die Diagnose: ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitstörung). Ritalin sollte ihm helfen, in der Schule, die nun für den Siebenjährigen begann, gleich gut beziehungsweise besser mitzukommen, so die Mutter damals. Flora ist Lehrerin, sie hatte damals die Sorge, wenn sie ihm nicht Ritalin gäbe, käme ihr Sohn von Beginn an nicht mit in der Schule. Das wollte sie in keinem Fall. Sie wollte für ihn das Beste und nahm die empfohlene Dosis in Absprache mit Antons Arzt und der Lehrerin. Über die Jahre wurde die Dosis nicht viel, aber dennoch schrittweise erhöht. Nun will Flora die Medikation reduzieren, denn Ritalin hat auch Nebenwirkungen. Anton ist ruhiger, hat weniger Hunger, ist konzentriert. Aber dafür ist Anton nicht mehr so lebhaft, zumindest bis sich das Mittel langsam im Körper abgebaut hat. Anton wird so dosiert, dass es in der Schule und gerade noch so für die Hausaufgaben wirkt. In den Ferien bekommt er es nicht.

Die Medikation hat auch Nebenwirkungen

Anton ist nicht der einzige, der als ADHS-Kind eingestuft wurde und Ritalin oder ein anderes Medikament bekommt, um konzentrierter zu arbeiten. Offizielle Zahlen hierzu sind aber nicht leicht zu bekommen – und widersprechen sich teilweise. So verzeichnet die kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg sogar rückläufige Zahlen, was das Krankheitsbild betrifft: „Was wir aus den uns vorliegenden Daten erkennen können, ist, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen im Hohelohekreis, bei denen AD(H)S diagnostiziert wurde, in den letzten Jahren rückläufig ist. Sie ist von 2012 zu 2018 von 672 auf 616 gefallen“, so Kai Sonntag, Leiter der Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der kassenärztlichen Vereinigung. Allerdings weist Sonntag darauf hin, dass es sich hier nur um Daten von Kassenpatienten handelt, Daten von Privatpatienten lägen nicht vor. Des Weiteren: „Wenn eine Diagnose von einem Hausarzt bei einem Kind erstellt wird, bei dem die Eltern in das Hausarztmodell eingeschrieben sind, wird die Behandlung nicht mehr über die Kassenärztliche Vereinigung abgerechnet.“ Auch in diesen Fällen gibt es demnach keine Zahlen. Sonntag betont darüber hinaus: „Einmal unabhängig davon: Ein Rückgang der Zahlen bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Krankheitsbild weniger häufig auftritt. Nur als Beispiel: Die Eltern könnten auch aus irgendwelchen Gründen weniger zum Arzt gehen. Ich würde es daher als gefährlich erachten, wenn daraus der Schluss gezogen wird: AD(H)S bei Kindern/Jugendlichen ist im Hohenlohekreis rückläufig.“

Seit 2013 steigen die Zahlen bei der AOK leicht an

Die AOK Baden-Württemberg hat wiederum ganz andere Zahlen. Sie verzeichnet unter ihren Versicherten 32.729 Betroffene, die allein im Jahr 2017 wegen ADHS in Behandlung waren. Das zeigt eine Auswertung der AOK. Kinder seien dabei „über ein normales Maß hinaus unaufmerksam, impulsiv und übermäßig aktiv. Seit 2013 steigen die Zahlen leicht an. Vor allem Jungen zwischen 10 und 14 Jahren sind betroffen. Auch in anderen Altersgruppen trifft die Krankheit Männer häufiger als Frauen.“

Laut einer Studie des Robert Koch-Insituts, die im Journal of Health Monitoring 2018 erschien und auf einer Umfrage bei Eltern basiert, erhielten im Durchschnitt 4,4 Prozent der drei-bis 17-jährigen Kinder eine ADHS-Diagnose – sprich von 100 Kindern/Jugendlichen erhielten vier bis fünf von ihnen bislang die Diagnose ADHS.

Medikamente die einzige Lösung?

Auch Julia aus dem Kochertal hat ein Kind, das Ritalin bekommt. Daniela geht auf die Realschule, aber ohne die Medikamente wäre es ungewiss gewesen, ob sie es geschafft hätte, sagt Julia. Sie sagt: „Bevor wir unserem Kind etwas verbauen, geben wir ihm das nötige Mittel, das ihm hilft, gut durch die Schule zu kommen.“ Sie sieht ADHS als Krankheit an, bei der eine Medikation erforderlich ist, will man dem Kind helfen, das, was ihm an Botenstoffen für die nötige Konzentration fehlt (siehe Infokasten), auszugleichen.

Andere Ansätze

So ähnlich sieht es auch eine Psychiaterin aus Schwäbisch Hall. Sie sagt Eltern ihrer Patienten nach einer ADHS-Diagnose, die sie gestellt hat, Sätze wie: Medikamente seien ihrer Meinung nach die einzige Lösung, das Kind gut durch die Schule zu bringen. Der Ergotherapeut Klaus Weißenberger aus Bad Mergentheim sieht das etwas anders. Er arbeitet viel verhaltenstherapeutisch. Weißenberger sagt: „Die sozialen Strukturen spielen eine große Rolle und können dazu führen, dass ein Kind strukturierter oder chaotischer ist.“ Seine These: Ordnung, klare Regeln und eine klare Tagesstruktur dienen dazu, ein Kind, das auffällig im Verhalten ist, wieder auf Kurs zu bringen, dass es sich besser konzentrieren kann. Das heißt aber auch: In hohem Maße müssen die Eltern für ein dementsprechend ruhiges, gleich bleibendes Umfeld mit gleichen Tagesstrukturen, klaren Regeln und Konsequenzen sorgen. Seit vielen Jahren arbeitet Weißenberger verhaltenstherapeutisch.

Kein Thema beim Kaffeeklatsch

Das Thema ADHS und Ritalin ist im Hohenlohekreis noch immer kein Thema, über das beim Kaffeeklatsch offen gesprochen wird. Aber spricht man Eltern offen an, antworten viele Mütter auch offen, die sich schon mal mit dem Thema ADHS/Ritalin auseinandersetzen mussten. Katrins mittlerer Sohn wurde von seinem Arzt ebenfalls zu einem Konzentrations- und IQ-Test nach Schwäbisch Hall geschickt. Er ging damals in die erste Klasse. Sein IQ ist überdurchschnittlich hoch, sein Wesen war lediglich etwas zerstreut. Katrin wurde von der Psychiaterin in Schwäbisch Hall dennoch nahegelegt, Ritalin zu geben, damit er noch besser werden würde in der Schule. Für Katrin nicht nachvollziehbar. Das war vor rund drei Jahren. Sie gab ihm keine Medikamente, er schreibt auch ohne Ritalin Einser und Zweier und kommt vermutlich auf das Gymnasium.

 „Schwer unterrichtbar“

Bei Florian (10) und Niko (6) wurden die Eltern von der Schule angesprochen wegen ihres auffällig unruhigen beziehungswiese unkonzentrierten Verhaltens im Unterricht. Daraufhin sah sich ein schuleigener Psychologe die Kinder an. Florians Eltern wurde bereits vor der Diagnose seitens der Schule zu verstehen gegeben, dass man bei einer ADHS-Diagnose auf die Kooperation der Eltern auch hinsichtlich der Medikation hoffe. Ansonsten sei der Schüler an dieser Schule schwer unterrichtbar. Aber der schuleigne Psychologe diagnostizierte letztendlich kein ADHS. Das war vor zwei Jahren. Florian schreibt derzeit so gute Noten, dass er, wenn er so weitermacht, gute Chancen auf einen gymnasialen Abschluss hat.

Zusätzlicher Stress für die ganze Familie

Niko hingegen erhielt von der Psychologin in Schwäbisch Hall die Diagnose ADS. Das ist ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ohne Hyperaktivität. Früher wurden solche Kinder als „Träumer“ bezeichnet. Eine Medikation wurde angeraten, die Eltern lehnten ab. Sie gehen seither mit ihrem Sohn in Ergotherapie. Niko bekommt auch Förderunterricht. Der Stundenplan von Niko und seinen Eltern ist außerhalb des Unterrichts dementsprechend voll, was wiederum zusätzlichen Stress für die gesamte vierköpfige Familie bedeutet. Eine endgültige Entscheidung, ob Niko nicht doch irgendwann mit Medikamenten unterstützt wird, ist noch nicht gefallen.

Reduzierung der Medikamente schwerer als gedacht

Die Reduzierung der Medikation von Anton ist schwerer als gedacht. Erhöhen ist leichter, man bekommt die nötige empfohlene Tagesmenge. Aber auch fürs Reduzieren braucht man ärztliche und schulische Partner, die einen dabei unterstützen. Denn: In der Schule wird Anton eventuell erstmal wieder mehr Probleme haben beziehungsweise mehr auffallen als mit Medikation. Flora hat sich in den vergangenen Jahren nach alternativen Methoden erkundigt, wie ihr Sohn sich besser konzentrieren kann. Sie geht mit ihm nun alle acht Wochen nach Stuttgart zu einem so genannten INDD-Training. Bei diesem Training sollen sich Blockaden lösen, die während der Geburt entstanden sind. Er soll dadurch relativ schnell ruhiger geworden sein, berichtet Flora. Sie will mit dem Training weitermachen.

* Alle Namen betroffener Familien wurden von der Redaktion in diesem Artikel aus Rücksicht auf das Persönlichkeitsrecht geändert.

ADS/ADHS

ADHS heißt übersetzt Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Sie äußert sich durch Probleme mit der Aufmerksamkeit, Impulsivität und Selbstregulation (Typ „Zappelphilipp“); ADS bedeutet Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (Typ „Träumer“). Wenn Eltern, Lehrer oder Kinderärzte ein auffälliges Verhalten bei Kindern beobachten, besonders die Schulzeit ist dafür prädestiniert, gibt es im Hohenlohekreis vorrangig zwei Adressen, die Eltern an die Hand bekommen, um einen ADS-/ADHS-Test zu machen. In Bad Mergentheim und in Schwäbisch Hall. Eine ärztliche Überweisung ist hier notwendig. Laut den offiziellen Zahlen sind mehr Jungen als Mädchen von ADHS betroffen.

Woran erkenne ich ADHS?

Das ist eine sehr schwierige Frage, auf die es keine pauschale Antwort gibt. Aber es gibt im Internet diverse Fragebögen, die man beantworten kann, um danach Dinge besser einordnen zu können. Allein ein aktives oder verträumtes Kind ist an sich noch kein AD(H)S-Kind. Vor allem Jungen brauchen viel Bewegung, um etwa einen Ausgleich für das stundenlange Sitzen in der Schule zu haben.
Mehr Informationen zu ADHS gibt es etwa auf: https://www.adhs-infoportal.de




Künzelsau: Sommerschule & kreative Malwerkstatt

Die Stadtverwaltung Künzelsau bietet aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr eine durchgängige Betreuung in den Sommerferien für Kindergarten- und Schulkinder bis zur sechsten Klasse an: Die ersten drei Ferienwochen sind laut der Pressemitteilung der Stadtverwaltung neu im Betreuungsangebot. In diesen Wochen findet eine Ferienbetreuung an der Georg-Wagner-Schule am Kocher in Künzelsau von 7.30 Uhr bis 14 Uhr statt. Die Kosten pro Woche belaufen sich auf 20 Euro. Anmeldungen hierfür nimmt Barbara Schütz an der Georg-Wagner-Schule unter Telefon 07940/98 290 53 oder per E-Mail Barbara.Schuetz@gewas-kuenzelsau.de entgegen.

In der Sommerschule den Lernstoff erschließen

Daran schließt sich die Sommerschule in den letzten drei Ferienwochen an. Die Sommerschule findet von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr ebenfalls an der Georg-Wagner-Schule am Kocher statt. Neben Spaß und Betreuung gibt es hier auch die Möglichkeit, Lernstoff anders als im Schulalltag zu erschließen. Praktisches Alltagswissen wird erworben und Gemeinschaft mit anderen Kindern erlebt. Altersgerecht und spielerisch werden dabei auch die sozialen Kompetenzen wie Motivation, Kommunikationsfähigkeit und Teamarbeit gefördert. Eine Woche kostet inklusive Mahlzeiten und Ausflüge 60 Euro. Dieses günstige Angebot der Stadtverwaltung Künzelsau ist nur durch die finanzielle Unterstützung der Albert Berner-Stiftung möglich. Anmelden können Eltern ihre Kinder ab sofort bei Jessica Rudolph von der Stadtverwaltung unter Telefon 07940/129 209 oder per E-Mail jessica.rudolph@kuenzelsau.de sowie bei Barbara Schütz unter Telefon 07940/982 9053 oder per E-Mail Barbara.Schuetz@gewas-kuenzelsau.de.

Fast 40 Termine im Sommerferienprogramm

Das klassische Sommerferienprogramm enthält fast 40 Programmpunkte von der Kreativen Malwerkstatt über den Kinofilm „Die Eiskönigin“ bis hin zu Drei Tage auf dem Pferdehof. Die meisten Angebote sind kostenlos und richten sich an Kinder und Jugendliche zwischen vier und siebzehn Jahren. Zum ersten Mal finden im Rahmen des Ferienprogramms auch Space Days in Kooperation mit der experimenta Heilbronn statt. Eine Woche lang dreht sich für die Teilnehmer im Alter von acht bis elf Jahren alles um Astronomie, Weltraum und Wissenschaft. Die Teilnahme kostet für die gesamte Woche 60 Euro. Anmeldungen nimmt Milen Fuchs von der Stadtverwaltung Künzelsau unter Telefon 07940/129 109 oder per E-Mail milen.fuchs@kuenzelsau.de entgegen.

Termine Sommerferienprogramm:
#1 Kreative Malwerkstatt, Montag, 3. August
#2 Töpfern (drei Termine, vormittags), Montag, 3. August, Dienstag, 4. August, Dienstag, 18. August
#3 Töpfern (drei Termine, nachmittags), Montag, 3. August, Dienstag, 4. August, Dienstag, 18. August
#4 Eine kleine Bewegungsschule, Nordic Walking, Montag, 3. August
#5 Das perfekte Rezept für deine Fotografien, Dienstag, 4. August
#6 Wanderung mit dem Zeichenblock, Mittwoch, 5. August
#7 Kinofilm: Der König der Löwen (2019), Mittwoch, 5. August
#8 Bücherschätze entdecken in Künzelsau, Mittwoch, 5. August
#9 Mi-Ma-Mä-Mi-Mu – Das Mit Mach Märchen Mit Musik. Lesereisen in der Bibliothek Frau Holle für Kinder. Mit-Mach-Abenteuer – „Komm‘ wir spielen Indianer“, Donnerstag, 6. August
#10 Taste dich ran, Montag, 10. August
#11 Space Days, Montag, 10. bis Freitag, 14. August (mit täglicher Heimkehr)
#12 Kreative Malwerkstatt, Montag, 10. August
#13 Wanderung mit dem Zeichenblock, Dienstag, 11. August

#14 Kinofilm: Die Eiskönigin, Mittwoch, 12. August
#15 Mit der Hand oder doch mit dem Pinsel? Mittwoch, 12. August
#16 Mi-Ma-Mä-Mi-Mu – Das Mit Mach Märchen Mit Musik. Lesereisen in der Bibliothek Frau Holle für Kinder. Mit-Mach-Abenteuer – „Komm‘ wir spielen Indianer“, Donnerstag, 13. August
#17 Sicheres Radfahren, Donnerstag, 13. August
#18 Zwei Tage auf dem Pferdehof, von Montag, 17. August bis Dienstag, 18. August (zwei Tage am Stück mit Übernachtung)
#19 Luftballonmodellage, Illusions-, Zauber-, und Feuershows, Dienstag, 18. August, vormittags
#20 Luftballonmodellage, Illusions-, Zauber-, und Feuershows, Dienstag, 18. August, nachmittags
#21 Bücherschätze entdecken in Künzelsau, Mittwoch, 19. August
#22 Kreative Malwerkstatt, Mittwoch, 19. August
#23 Kinofilm: Trolls World Tour, Mittwoch, 19. August
#24 Wanderung mit dem Zeichenblock, Donnerstag, 20. August
#25 Naturfreunde aufgepasst, Donnerstag, 20. August
#26 Mi-Ma-Mä-Mi-Mu – Das Mit Mach Märchen Mit Musik. Lesereisen in der Bibliothek Frau Holle für Kinder. „Die Bremer Stadtmusikanten“, Donnerstag, 20. August
#27 Drei Tage auf dem Pferdehof, von Montag, 24. August bis Mittwoch, 26. August (drei Tage am Stück mit Übernachtung)
#28 Kinofilm: Lassie – eine abenteuerliche Reise, Mittwoch, 26. August
#29 Ist es wirklich „nur“ Natur! Mittwoch, 26. August
#30 Mi-Ma-Mä-Mi-Mu – Das Mit Mach Märchen Mit Musik. Lesereisen in der Bibliothek Frau Holle für Kinder. „Die Bremer Stadtmusikanten“, Donnerstag, 27. August
#31 D`Artagnan und die Musketiere – Einführung in die Sportart Fechten, Donnerstag, 27. August
#32 Kreative Malwerkstatt, Montag, 31. August
#33 Kinofilm: Shaun das Schaf – Ufo Alarm, Mittwoch, 2.September
#34 Wanderung mit dem Zeichenblock, Donnerstag, 3. September
#35 Selbstbehauptung und Selbstverteidigung mit Wendo (für Mädchen von 10 bis 12 Jahren), Montag, 7. September
#36 Selbstbehauptung und Selbstverteidigung mit Wendo (für Mädchen/junge Frauen von 14 bis 17 Jahren), Montag, 7. September
#37 Puppenspiel und Puppenbau, Mittwoch, 9. September
#38 Kinofilm: Die Heinzels – Rückkehr der Heinzelmännchen, Mittwoch, 9. September
#39 Pony-Pferd-Kuh-Runde auch für die Kleinen, Samstag, 12. September

Schriftliche Anmeldung

Die Betreuungsangebote sind für Kinder aus dem gesamten Stadtgebiet sowie den Teilorten. Das Anmeldeformular und weitere Informationen gibt es online unter http://www.kuenzelsau.de/tagesbetreuung. Anmeldungen müssen schriftlich an die Stadtverwaltung Künzelsau, Stuttgarter Straße 7, 74653 Künzelsau gerichtet werden. Für alle Aktionen und Veranstaltungen gilt: Die Auflagen und Einschränkungen der Corona-Verordnungen müssen eingehalten werden.

Durchgängiger Ferienkindergarten

Ferienkindergarten und Sommervorschule: Die Einrichtungen haben normalerweise 25 feste Schließtage. Die längste Zeitstrecke ist drei Wochen in den Sommerferien. Zum Ausgleich für die lange Schließzeit durch Corona bietet die Stadtverwaltung einen durchgängigen Ferienkindergarten für Kindergartenkinder in elf Kindergärten und drei Krippen vom 3. bis 21. August 2020 an. Erstmalig speziell für Vorschulkinder, die nach den Kindergartenferien keine Betreuung mehr haben, gibt es in den letzten drei Sommerferienwochen bis zum Schulstart, von 24. August bis 11. September 2020, die Sommervorschule mit spielerischer Schulvorbereitung und Ausflügen am Schulstandort der Georg-Wagner-Schule am Kocher. Die Kosten pro Woche Schulvorbereitung betragen 60 Euro, inklusive Frühstück und Mittagessen. Die Abfrage der Eltern zur Buchung der einzelnen Wochen erfolgte über die Kita-Info-App in den jeweiligen Einrichtungen direkt und ist bereits abgeschlossen. 

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau




Wissbegierde junger Forscher stillen – Nachmittagsbetreuung für Kinder in der experimenta Heilbronn

Die Nachmittagsbetreuung ihrer Kinder stellt viele Eltern aufgrund der Corona-bedingten Einschränkungen vor große Herausforderungen. An vielen Schulen ist eine ganztägige Betreuung nicht möglich, was vor allem berufstätige Eltern häufig vor Probleme stellt. Das Science Center experimenta Heilbronn schafft nun laut einer Pressemitteilung Abhilfe und bietet ab Montag, den 22. Juni 2020, in seinen Forscherwelten sechs abwechslungsreiche Workshops für Mädchen und Jungen der Klassenstufen eins bis sieben an. Die dreieinhalbstündige Betreuung der Kinder findet von Montag bis Freitag jeweils am Nachmittag statt und kostet 20 Euro pro Woche. Weitere Informationen und den Link zur Online-Anmeldung gibt es unter  http://www.experimenta.science/nachmittagsprogramm.

Warum fällt die Fliege nicht von der Decke?

An Erst- und Zweitklässler richtet sich das aus zwei Modulen bestehende Programm „Sachen machen“. Hier lernen die kleinen Forscher spielerisch, wie man mikroskopiert, erfahren mehr über die Vielfalt der Sinneswahrnehmung oder können mit Farben experimentieren. Die Wissbegierde von Kindern der Klassen drei und vier wird bei den Tüftlertagen gestillt: Warum fällt die Fliege nicht von der Decke? Welche Stoffe stecken in Supermarktprodukten? Wie kann man den eigenen Ideen freien Lauf lassen? Auf diese und viele weitere interessante Fragen aus Naturwissenschaft und Technik gibt es Antworten bei den Tüftlertagen I und II. Fünft-, Sechst- und Siebtklässler entdecken wiederum bei den Experimentiertagen spannende Phänomene aus den Bereichen Chemie, Physik, Technik und Informatik. Die Kinder stellen beispielsweise aus Steinsalz kochfertiges Speisesalz her, fertigen ein funktionstüchtiges Solarmobil oder nutzen chemische Trennverfahren zum Wertstoffrecycling.

Orientierung an aktuellen Lehrplänen

Bei allem Spaß kommt das Lernen in der Nachmittagsbetreuung natürlich nicht zu kurz, denn die Workshop-Inhalte orientieren sich an den aktuellen Lehrplänen. Zudem ist die experimenta durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg als außerschulischer Lernort und außerschulisches Forschungszentrum offiziell anerkannt.

Bewährte Hygieneregeln

Der Schutz der Teilnehmer ist der experimenta sehr wichtig. Bei der Nachmittagsbetreuung werden deshalb die Hygieneregeln umgesetzt, die auch in der Schule gelten und sich seit der Wiedereröffnung von Ausstellung und Science Dome auch in der experimenta bewährt haben. Um den Abstand zu wahren und maskenfreies Arbeiten zu ermöglichen, arbeiten Mädchen und Jungen bei den Workshops an Einzeltischen.

Quelle: Pressemitteilung der experimenta Heilbronn




Hilfe aus Hohenlohe für Kinder in Simbabwe

Auch in Afrika gibt es mittlerweile zahlreiche an Corona erkrankte Menschen. Die dortigen Länder haben mit ähnlichen Maßnahmen, wie wir sie derzeit erleben, reagiert. In Simbabwe sind seit Montag, den 23. März 2020, wie auch hierzulande alle Schulen, Kindergärten und Geschäfte geschlossen. Für Kinder fallen nun die Mahlzeiten, die sie im Kindergarten bekommen haben, weg. Zusätzlich wird es für die meisten Eltern noch schwieriger Geld zu verdienen, da sich viele durch „Buying and Selling“ über Wasser halten.

Damit die Kinder trotz der verschärften Situation weiterhin versorgt werden können, hat der Verein Bongai Shamwari e.V. Essenspakete für sie zusammengestellt. Pro Kind bekommen die Eltern nun alle zwei Wochen ein Paket aus Grundnahrungsmitteln und Seife im Wert von zehn US-Dollar. Darin ist unter anderem Folgendes enthalten: Eier, Soyaflocken, Maismehl, Vollkornweizenmehl, Erdnussbutter, Reis, Milch beziehungsweise selbstgemachter Joghurt oder Kefir, Gemüse aus dem Garten, Öl und Seife.

Quelle: Pressemitteilung des Vereins Bongai Shamwari e.V. unter Gründerin Christa Zeller aus Ingelfingen

 

Pro Kind gibt es Pakete im Wert von zehn Euro. Foto: Bongai Shamwari e.V.

 





Prof. Spitzer: TV & Internet fördert bei weniger Gebildeten die Unbildung

Im Rahmen eines Vortrags in der Stadthalle Künzelsau hat GSCHWÄTZ-Reporter Dr. Felix Kribus die Gelegenheit genutzt, um mit Hirnforscher Manfred Spitzer ein Interview zu führen. Medienkritiker Spitzer ist unter anderem ein Gegner von Smartphones bei Kindern. 

GSCHWÄTZ: Herr Professor Spitzer, früher hat man gesagt, Fernsehen macht kluge Leute klüger und dumme Leute dümmer. Gilt das heute fürs Smartphone und fürs Internet?

Spitzer: Jein. Das hat beim Fernsehen nur teilweise gestimmt. Ich wüsste nicht, wer da wirklich klüger geworden ist. Aber dass es tatsächlich bei weniger gebildeten Menschen vor allem auch die Unbildung noch stärker gefördert hat, das ist heute fürs Fernsehen in vielen Studien nachgewiesen. Fernsehen macht Ungebildete, Nichtgebildete – man hat ja geglaubt, man bringt jetzt Bildung in den letzten Winkel der Erde. Und das Gegenteil ist passiert, die Unbildung kam in den letzten Winkel der Erde. Jetzt wird für digitale Medien das Gleiche behauptet, jetzt haben wir die Cloud und können vom Smartphone jederzeit und an jedem Ort an jedes Fitzelchen von Wissen herankommen und das würde uns schlau machen. Fakt ist, dass dem nicht so ist. Ein bisschen stimmt’s, wenn jemand, der viel Vorwissen hat, in die Cloud geht und auch noch mehr Informationen sucht, dann wird der fündig, weil er schon viel weiß. Wer aber noch nichts weiß oder wenig weiß, der wird vor allem Unterhaltung im Netz finden der seichtesten Art und deswegen wird er nicht gebildet werden. Das stimmt heute in der digitalen Welt fast noch mehr als früher fürs Fernsehen. Die Gebildeten können das Netz tatsächlich für Bildung nutzen, aber die Ungebildeten werden nicht gebildeter, sondern noch ungebildeter.

„Wir müssen das Gehirn tatsächlich immer trainieren“

GSCHWÄTZ: Ich kram jetzt mal eine alte Kamelle raus. Neil Postman, Medienprofessor und sehr bekannt in den 80ern und 90ern, hat die Bücher geschrieben „Das Verschwinden der Kindheit“ und „Wir amüsieren und zu Tode“. Sein Tenor ist, dass durch das dauernde Bildschauen, wo auch nichts erklärt werden muss, dass da im Grunde der Geist des Kindes oder auch die ständige Verfügbarkeit von Inhalten Kinder eigentlich nicht reifer und erwachsener machen.

Spitzer: Also ich denke, wir wissen es heute einfach noch ein bisschen genauer, als man das in den 80ern und 90ern wissen konnte, weil die Gehirnforschung immer klarer gezeigt hat, wie wichtig die Benutzung des Gehirns für dessen Leistungsfähigkeit ist. Wir müssen das Gehirn tatsächlich immer trainieren, was Kinder von sich aus ja tun, indem sie sich der Welt zuwenden, mit der Welt umgehen, ausprobieren und so weiter. Und die ständige Verfügbarkeit scheinbar von allen Informationen über so ein kleines Glasbildschirmchen suggeriert Wissen, wo eigentlich nur Ablenkung ist. Deswegen ist sie gerade für sich entwickelnde Gehirne sehr schädlich. Das wissen wir heute besser als das Herr Postman wissen konnte vor 25 Jahren.

„Digitale Medien verhindern Bildungsprozesse“

GSCHWÄTZ: Jetzt haben Sie ja sehr energisch gegen Ende Ihres Vortrags gesprochen, Sie sind also ein relativer oder absoluter Gegner von Smartphones, solange die Kinder noch sehr klein sind. Wenn sie älter sind und mit Medien umgehen können und auch Informationen selektieren und filtern können, ist nochmal was anderes. Warum sind Sie so sehr dagegen?

Spitzer: Weil, wenn man noch kein Vorwissen hat, und das ist es, was man braucht, um Informationen zu filtern, dann kann man dieses Vorwissen durch digitale Medien viel schlechter erwerben – das ist nachgewiesen in vielen Studien – als man das durch Lernen mit Lehrern und mit Gemeinschaft kann. Deswegen sind digitale Medien, je kleiner jemand ist, umso schädlicher. Sie schaden dann ganz besonders der Bildung und verhindern Bildungsprozesse. Und dazu kommt dann eben noch, dass Smartphones nicht nur die Bildung behindern, sondern sie verhindern die richtige Entwicklung der Augen – die machen kurzsichtig. Sie behindern die motorische Entwicklung, die Kinder bewegen sich viel weniger, wenn sie Medien nutzen. Deswegen werden sie dicker. Das macht wiederum Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen. Das sind die häufigsten Killer, die wir sowieso haben. Also wenn man alles zusammenaddiert, dann kommt man auf eine unglaubliche Menge an Schaden und ganz wenig Nutzen. Und je kleiner die Kinder sind, desto größer die Schäden und desto gar nicht mehr vorhanden ist der Nutzen. Weswegen es mir gerade um Kinder und Jugendliche geht. Erwachsene sind für sich selbst verantwortlich. Da muss jeder selbst entscheiden, wie er mit den digitalen Medien umgeht und wie er sie auch für sich nutzt.

„Kinder ohne Smartphone reden mit anderen“

GSCHWÄTZ: Früher waren es Markenklamotten, heute sind es eben Smartphones. Wir reden immer über Ausgrenzung oder eben Gruppenzusammenhalt oder  Gruppenausgrenzung. Was würden Sie Eltern raten, deren Kinder jetzt kein Smartphone haben – solche Kinder gibt es wahrscheinlich auch noch –  und die Eltern wissen nicht, was sie machen sollen?

Spitzer: Also an Eltern die ganz klare Botschaft: Smartphones schaden Kindern. Weswegen der Erfinder des Smartphones, Steve Jobs, das seinen Kindern auch nicht gegeben hat. Bill Gates dachte, für meine 14-Jährige ein Smartphone, aber nur unter Aufsicht. Es ist definitiv falsch, den Kindern diese Instrumente zu früh in die Hand zu geben und dann auch noch ohne jegliche Begleitung. Das Smartphone ist der Zugang zum größten Rotlichtbezirk der Welt. Das drücke ich meiner Tochter nicht einfach so in die Hand und lass sie damit unbeaufsichtigt weiter damit umgehen. Das ist unverantwortlich. Und vielleicht noch ein Tipp für die Eltern: Was sie ihren Kindern nicht schenken, müssen sie ab dem Tag nicht dauernd verbieten und nicht drüber streiten. Und weiterhin gilt, wenn mein Kind als einziges kein Smartphone hat, dann ist es das einzige, das mit anderen Kindern redet und deswegen ist es hervorgehoben. Es wird auch über Smartphones gemobbt und es wird über Smartphones Depression verbreitet. Dass die Kinder depressiv werden und gemobbt werden, wenn sie kein Smartphone haben, ist schlichtweg eine Lüge und falsch. Man kauft sich viel Schäden ein und eigentlich wenig Gutes. Je länger die Kinder kein Smartphone haben, desto besser ist es für die Kinder.

„Zugang zum größten Rotlichtbezirk der Welt“

GSCHWÄTZ: Müssen wir eigentlich nicht froh sein mit unserer Bundesregierung, die ja in allem etwas hinterherhinkt? Mit der Digitalisierung, dass sie noch nicht soweit fortgeschritten ist, und Funkfrequenzen und Internet, das ja mit einer gewissen Geschwindigkeit geplant ist für ganz Deutschland, das wird uns ja seit 15 Jahren erzählt. Müssen wir nicht dankbar sein, dass das nicht so schnell voran geht?

Spitzer: Also ich war bis vor einem Jahr immer dankbar, wenn ich gehört habe, wir hinken mit der Digitalisierung hinterher gerade was Schule anbelangt. Jetzt geben wir fünf Milliarden dafür aus, dass die Kinder weniger lernen an den Schulen, weil Router und Internetzugang genau dazu führen, das ist in x Studien nachgewiesen. Das bringt mich schon etwas in Rage, weil wenn man die Daten dazu kennt, kann man nicht guten Gewissens nicht fünf Milliarden für Internetzugänge und digitale Geräte an Schulen ausgeben, weil die nochmal das Lernen verhindern und nicht fördern.

„Besser Lehrer einstellen als fünf Milliarden für digitale Medien ausgeben“

GSCHWÄTZ: Das heißt eigentlich, wir müssten froh sein, dass das Schulsystem so ist? Was würden Sie am aktuellen Schulsystem, am aktuellen Bildungssystem ändern?

Spitzer: Also jetzt im Moment würde ich die fünf Milliarden nehmen und dafür Lehrer einstellen. Da brauch ich kein Studium, um zu wissen, dass das Wichtigste im Unterricht der Lehrer ist und wenn Unterricht ausfällt – es fällt sogar in Baden-Württemberg noch Unterricht aus, weil grad kein Lehrer da ist – dann ist das Beste, was man mit Geld machen kann, Lehrer einzustellen.

GSCHWÄTZ: Es gab mal von Neil Postman eine These, die besagt hat, das Fernsehen ist nicht für Idioten, das Fernsehen erzeugt sie. Ist das für das Internet auch so?

Spitzer: Ich würde nicht von Idioten sprechen, aber ich würde von Problemen bei der Hirnentwicklung definitiv sprechen und von einer geringeren Bildung auch definitiv.

Manfred Spitzer sagt, Smartphones schaden der Gehirnentwicklung von Kindern und Jugendlichen. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 

 

 

 




Künzelsauer und Forchtenberger Projekte gewinnen Award in Bonn

Die Projekte LiF (Lernen in Forchtenberg) und ELSA (Eltern-Schüler-Angebot in Künzelsau) haben am Mittwochabend, den 10. Oktober 2018, in Bonn den Demografie Exzellenz Award in der Kategorie „helfen und coachen“ gewonnen. Das Besondere an den beiden Projekten ist, dass es um eine Kleinbetreuung handelt. Auf drei Kinder kommt ein Lernbegleiter. „Das Ziel ist, Kinder vor dem Schulversagen zu bewahren und das nicht erst, wenn es zu spät“, erklärt Marion Hannig-Dümmler, die Organisationsentwicklerin des Kreisdiakonieverbandes. Kinder von verschiedenen Schularten der Klassenstufe eins bis fünf sind willkommen. „Die Kinder brauchen keine Angst zu haben und sollen auf das Gymnasium gehen. Wir sind auch noch in der fünften Klasse für sie da“, so Sozialpädagogin Hannig-Dümmler. „Bei der Hausaufgabenbetreuung werden auch Kinder aufgenommen, die zum Beispiel einfach nicht gerne zu Hause mit den Eltern lernen.“

„Es war, wie wenn man einen Oskar verliehen bekommt“

Die Sozialpädagogin hat von dem Demografie-Exzellenz-Award gelesen und eine Bewerbung für die Projekte LiF und ELSA eingereicht. Dass sie tatsächlich den Award gewonnen haben war ein Gänsehautmoment für sie: „Es war, wie wenn man einen Oskar verliehen bekommt. Mein Team und ich haben fast zehn Jahre all unser Herzblut in das Projekt gelegt und der Award war eine Wertschätzung von ganz oben – vor allem auch eine Wertschätzung für das über 30-köpfige Team der ehrenamtlichen Lernbegleiter.“

LiF und ELSA gewinnen einen Award in Bonn. Annerose Häuser und Marion Hannig-Dümmler (rechts). Foto: privat

„Und da kam der große AHA-Effekt bei den Kindern“

Die ehrenamtlichen Lernbegleiter sind zwischen 16 und 75 Jahre alt und jeder hat eine andere Lebenslinie – darunter sind pensionierte Bankdirektor oder Studenten. „Die Kinder bauen eine starke Bindung zu den Lernbegleitern auf. Die Lernbegleiter erzählen natürlich auch von ihrer Schulzeit und auch davon, dass man selbst in der Schulzeit vielleicht mal eine fünf bekommen hat“, verdeutlicht die Projektleiterin. Auch die sFragen, die die Kinder stellen, bleiben bei den Lernbegleitern hängen, etwa: „Drei mal vier – wieso soll ich mir merken? Man braucht es ja nie wieder im Leben.“ So entstand die Idee, mit den Kindern Betriebe zu besuchen. Ein Bäcker und auch ein Goldschmied brauchen zum Beispiel ihr Grundschulwissen. „Wie zum Beispiel beim Umgang mit einem Messbecher“, erklärt Hannig-Dümmler. „Und da kam dann der große AHA-Effekt bei den Kindern, denn man kann nicht alles am Computer machen.“

Der Schirmherr der Projekte ist der Kreisdiakonieverband. ELSA hat die Berner Stiftung und Merlin Forchtenberg als Sponsoren und die Stadtverwaltung Künzelsau sorgt für die Räumlichkeiten. LiF wird von der Kriwan Stiftung, Merlin Forchtenberg und der Stadtverwaltung Forchtenberg gesponsert.

Mehr Informationen

LiF: Anmeldebögen liegen in den Schulen aus

ELSA: Anmeldungen über die Internetseite https://www.kreisdiakonieverband-hohenlohekreis.de/angebote/hausaufgabenhilfe/ möglich.

Kosten: 2,50 Euro pro Kind, bei sozial benachteiligten Familien kann der Betrag auf einen Euro reduziert werden.




Stimmt etwas nicht mit meinem Kind?

Die interdisziplinäre Frühförderstelle Hohenlohe (IFF) in Künzelsau öffnete am Freitag, den 05. Oktober 2018 am Tag der offenen Tür ihre Türen für alle. Wenn Eltern unsicher sind, ob ihr Kind sich richtig entwickelt hinsichtlich Kommunikation, Motorik und/oder Sozialverhalten, können sie sich seit Mai 2018 bei der IFF Rat holen. In dem IFF-Team sind Logopäden, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten sowie Heilpädagogen und Psychologen, die alle in einem Gebäude untergebracht sind. Sie erstellen Förder- und Behandlungspläne und begleiten Kinder von der Geburt bis zu ihrer Einschulung.

Das IFF-Team (v. links): Julia Zaffran (Empfang), Veronika Gedenk (Leitung), Annika Koch (Physiotherapeutin), Beate Kärcher (Ergotherapie), Judith Mich (Logopädin), Margret Knecht (Heilpädagogin).
Foto: GSCHWÄTZ

Veronik Gedenk, die Leiterin der IFF in Künzelsau, erklärt was die ersten Schritten sind: „Man vereinbart hier bei uns einen Termin zu einem Beratungsgespräch. Wir versuchen, den Eltern die Ängste zu nehmen. Falls Handlungsbedarf besteht, muss ein Kinderarzt aufgesucht werden. Wir arbeiten sehr eng mit den Kinderärzten zusammen und erstellen eine Förderbehandlung für das Kind.“ Bei der IFF sind laut Gedenk bereits über 50 Familien die Unterstützung bei der Förderung ihres Kindes bekommen. „Manchmal sind es veränderte Lebensumstände, wenn sich die Eltern zum Beispiel trennen oder das Kind ein Geschwisterchen bekommen. Hier bekommt das Kind die Unterstützung, die es braucht, um solche Dinge zu verarbeiten“, so Gedenk.

„Mit Hilfe von Identifikationsfiguren Stärken umsetzen“

„Die Kinder haben Spaß an der Therapie. Sie dürfen sich austoben, schreien und alles rauslassen. Sie dürfen das Leben spüren und sollen wissen, dass es okay ist, wenn das Herz mal pocht“, erzählt die Physiotherapeutin Annika Koch. Die Kinder können Kinder sein, ihren Körper spüren lernen und werden gleichzeitig therapiert.

Die Kinder dürfen sich bei der Physiotherapie austoben. Foto: GSCHWÄTZ

Die Heilpädagogin Margrit Knecht berichtet von ihrer Tätigkeit mit den Kindern: „Durch spielen stärke ich die Kinder emotional. Kinder identifizieren sich mit Figuren. Zum Beispiel mit einer Polizisten-Spielzeugfigur oder mit einem Plüsch-Löwen. Sie wollen stark wie ein Löwe sein und können mit Hilfe ihrere Identifikationsfigur so ihre Stärken umsetzen.“ Sie hilft den Kindern, ihren Alltag zu bewältigen „Wenn sich Kinder schlecht konzentrieren können, kann man ihnen zum Beispiel mit Legobausteinen Farben, das Zählen und auch die Sprache beibringen.“

Die Kinder haben Spaß bei der Therapie, da sie spielerisch umgesetzt wird. Foto: GSCHWÄTZ

„Es okay, anders zu sein und Stärken und Schwächen zu haben“

Sven Seuffert-Uzler ist zuständig für die Unternehmenskommunikation der evangelischen Stiftung Lichtenstern. Er selbst hat ein Kind mit Behinderung und weiß, aus Sicht des Elternseins, die Vorteile zu schätzen, dass Logopäden, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten sowie Heilpädagogen und Psychologen in einem Gebäude sind. „Die ganze Praxis ist mit Tiermotiven geschmückt. Die Tiere spiegeln die Verschiedenartigkeit mit allen Stärken und Schwächen wider und es okay anders zu sein und Stärken und Schwächen zu haben“, so Seuffert-Uzler.

Tiere spiegeln die Verschiedenartigkeit wider. Foto: GSCHWÄTZ

Neben dem Träger der evangelischen Stiftung Lichtenstern sind auch Krankenkassen und der örtliche Sozialhilfeträger an der Frühförderung beteiligt. Die Erstberatung und Diagnose ist kostenfrei. Die IFF ist ein vom Landkreis gefördertes Projekt.

Kontakt: IFF. Keltergasse 47; 74653 Künzelsau.
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8.30 bis 12 Uhr. Dienstag: 14 bis 16 Uhr.
Telefon: 07940/50 308 76.