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„Unser Blick geht nach vorne“

Birgit Baronin von Berlichingen wurde bei der Mitgliederversammlung des Heimat- und Verkehrsverein e.V. einstimmig zur neuen ersten Vorsitzenden des Heimat- und Verkehrsvereins gewählt, heißt es in einer Pressemitteilung der Burgfestspiele Jagsthausen GmbH. Gleichzeitig ist sie nun auch deren Geschäftsführerin an der Seite von Roland Halter. Alexandra Baronin von Berlichingen und Jürgen Bircks scheiden nach 25 Jahren aus dem Vorstand aus. Die Verantwortlichen blicken nach zwei coronabedingt ausgefallenen Spielzeiten hoffnungsvoll auf die kommende Spielzeit 2022.

Blick nach vorne

Bei den nachgeholten Mitgliederversammlungen 2019 und 2020 des Heimat- und Verkehrsvereins e.V. gab es einen Rückblick auf die traurigen Geschehnisse der vergangenen zwei Geschäftsjahre, die zu den schwersten in der Geschichte der Burgfestspiele gehören. Erstmals mussten zwei Spielzeiten hintereinander abgesagt werden. „Mit viel Unterstützung aus dem Nothilfefonds des Landes Baden-Württemberg, des Landkreises Heilbronn, unseren treuen Sponsoren, ganz besonders unserem Hauptsponsor, der Adolf Würth GmbH & Co. KG, und vor allem einer großartigen Teamleistung konnte der Betrieb der Burgfestspiele Jagsthausen für das Spieljahr 2022 gesichert werden. Unser Blick geht hoffnungsvoll nach vorne – wir planen eine normale Spielzeit 2022“, so Geschäftsführer und zweiter Vorsitzender Roland Halter.

Rückzug nach 25 Jahren

Ein weiterer Tagesordnungspunkt der Mitgliederversammlung war die Wahl eines neuen ersten Vorstands. Alexandra Baronin von Berlichingen, die krankheitsbedingt nicht anwesend sein konnte, und Jürgen Bircks erklärten nach über 25 Jahren bereits im vergangenen Jahr ihren Rückzug aus der Vereinsführung sowie der Geschäftsleitung der Burgfestspiele. Im Vorfeld der Wahl wurde durch den Ausschuss die Satzungsänderung von bisher drei auf nun zwei Vorstände empfohlen. Birgit Baronin von Berlichingen wurde einstimmig zur neuen 1. Vorsitzenden des Heimat- und Verkehrsvereins e.V. gewählt. Geschäftsführer Roland Halter freut sich auf eine gute Zusammenarbeit und gratulierte ihr im Namen der Burgfestspiele.

„Ich hoffe auf eine erfolgreiche Zukunft“

„Ich bin dankbar für das Vertrauen der Mitglieder und freue mich auf die neue Herausforderung. Der große Zuspruch motiviert mich, diese neue Aufgabe anzugehen, und ich hoffe auf eine erfolgreiche Zukunft der Burgfestspiele in Jagsthausen. Es ist mir eine große Freude, dieses Amt nach meiner Schwiegermutter, die die Festspiele über 25 Jahre mit ihrer charmanten Art geprägt hat, nun weiterzuführen“, so Birgit Baronin von Berlichingen. Roland Halter bringt sein großes Bedauern zum Ausdruck, dass es Alexandra Baronin von Berlichingen nicht möglich war, seinen großen Dank persönlich entgegenzunehmen und von der Mitgliederversammlung verabschiedet zu werden. „Die Burgfestspiele Jagsthausen verdanken ihr viel. Wir wünschen Baronin Alexandra von Herzen alles Gute und wir hoffen, dass es ihr bald bessergeht“, so Roland Halter.

Scheidende Vorsitzende zu Ehrenmitgliedern ernannt

Der zweite Vorsitzende Roland Halter würdigte im Anschluss den scheidenden dritten Vorsitzenden Jürgen Bircks und dankte ihm für die jahrzehntelange gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Gleichzeitig ernannte er im Auftrag des Vereinsausschusses Alexandra Baronin von Berlichingen und Jürgen Bircks zu Ehrenmitgliedern des Vereins. „Seit 1961 bin ich mit der Götzenburg und den Burgfestspielen verbunden, ab 1995 aktiv. Ich habe viele Höhen und Tiefen miterlebt, aufregende Jahre liegen hinter mir, von denen ich aber keines missen möchte. Intendanten, Regisseure, Schauspieler und Techniker – für sie alle war ich gerne Ratgeber, Freund und Bewunderer. Für diese Zeit und die besonderen Momente bedanke ich mich herzlich, vor allem für die gute und freundschaftliche Zusammenarbeit innerhalb der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern“, so Jürgen Bircks.

„Der kleine Vampir“ kommt nach Jagsthausen

Die Vorfreude auf das Festspieljahr 2022 ist groß. Die künstlerische Leiterin Eva Hosemann steht in den Startlöchern. Sie berichtete der Versammlung über den aktuellen Planungsstand für die kommende Saison. Der Spielplan bleibt weitestgehend unverändert, einzig das Kinderstück hat sich geändert. „Der kleine Vampir“ kommt an Stelle von „Alice im Wunderland“ für Kinder ab fünf Jahren in den Burghof. „Ganz besonders freue ich mich über eine Ergänzung im Spielplan, denn „Baskerville – Sherlock Holmes und der Hund von Baskerville“ is coming home. Im Anschluss an die Spielzeit 2018 war das Stück in Hamburg und auf Deutschlandtour und kommt nun an seine erste Spielstätte zurück. Uns erwartet ein eingespieltes Team und die Zuschauer:innen dürfen sich auf unterhaltsame Abende mit einem spielfreudigen Ensemble freuen“, so Eva Hosemann.  Im Weiteren berichtete sie über die laufenden Planungen und schürte die Vorfreude auf den kommenden Sommer. Bereits am 29. November 2021 startet der Vorverkauf.

Ehrung für zehn Jahre Laienensemble

Zwei Mitwirkende wurden für ihre langjährige Verbundenheit ausgezeichnet. Bereits zehn Jahre sind Simone Hölzle und Tobias Gundel Teil des Laienensembles der Burgfestspiele. Roland Halter dankte ihnen für ihr großes Engagement und überreichte ein Präsent mit Urkunde. Er brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass beide auch in Zukunft mit viel Freude und Elan auf der Bühne stehen.

Information

Tickets können ab 29. November 2021 über das Internet www.burgfestspiele-jagsthausen.de, per Mail burgfestspiele@burgfestspiele-jagsthausen.de oder unter Telefon 07943/912 345 bestellt werden.

Quelle: Pressemitteilung der Burgfestspiele Jagsthausen GmbH




„Wir arbeiten an einem nachhaltigen Überleben“

Viele Branchen waren und sind durch die Auswirkungen der Corona-Lockdowns in ihrer Existenz gefährdet. Einige dieser Branchen suchten den Weg in die Öffentlichkeit, über andere wurde recht wenig berichtet. Eine der Branchen, die kaum öffentlich zu Wort kamen, sind die Veranstalter von Kulturveranstaltungen. GSCHWÄTZ hat mit Eva Hosemann, der künstlerischen Leiterin, und Roland Halter, dem Geschäftsführer der Burgfestspiele Jagsthausen (BFS) unter anderem über dieses Thema gesprochen.

Zwei Jahre kompletter Ausfall

In den Jahren 2020 und 2021 fiel das Programm der Burgfestspiele den Corona-Einschränkungen komplett zum Opfer. Einzig zwei Konzerte konnten 2021 stattfinden. Eine auch persönlich besonders unglückliche Wendung für Eva Hosemann, die mit dem Programm 2020 ihre erste Saison als künstlerische Leiterin bestreiten wollte. „Und schon haben wir nicht gespielt“, sagt sie mit einem eher gequälten Lachen. „Als Kulturschaffender ist das eine Tragödie“, sagt sie, aber fügt hinzu: „In der Tragödie sterben alle, wir arbeiten aber an einem nachhaltigen Überleben.“ Den Optimismus sieht man daran, dass rund um die Burg Jagsthausen schon mit dem Programm für 2022 geworben wird. Die Veranstalter möchten die Stücke aufführen, die für 2020 geplant waren.

Die Lobby fehlt

„Wir waren die ersten, die aus der Szene rausgeschossen wurden und wir kommen als letzte wieder rein“, beschreibt Halter die Situation. „Bedauerlicherweise haben wir nicht die Lobby wie DFL oder UEFA oder andere verantwortungslose Veranstalter.“ Er verweist auf die bekannten Bilder von nahezu voll besetzten Fußballstadien in Budapest, St.Petersburg oder Wembley. Deutliche Worte sind das – aber „ich weiß nicht, wie ich aus meinem Herzen eine Mördergrube machen sollte“.

Manche Akteure haben den Beruf komplett gewechselt

Im Jahr 2020 war das gesamte Ensemble bereits engagiert, die Verträge waren unterschrieben, als die Vorstellungen abgesagt wurden. Glück für die Künstler, denn aufgrund der bestehenden Verträge konnte Kurzarbeit beantragt werden und die Künstler hatten daher immerhin Einnahmen. Die Spielzeit 2021 wurde so frühzeitig abgesagt, dass man gar keine Engagements abgeschlossen hat. Trotz der Absagen habe man große Teile des Ensembles für 2022 halten können. Einige geplante Akteure seien allerdings durch andere Engagements gebunden, andere hätten sogar den Beruf gewechselt. „Besonders für die Freiberufler ergaben sich echte Notlagen.“ Hosemann berichtet von einem Ensemblemitglied, das eine Übergangstätigkeit in der Pflege angenommen habe und sich jetzt für eine Ausbildung im Pflegebereich entschieden hat.

Keine Möglichkeit, ein alternatives Programm anzubieten

Häuser mit festem Ensemble hätten einen Vorteil, meint Hosemann: „Mit einem eigenen Ensemble kann man Übergangsprogramme selber machen, bei uns hätte jede Idee neu installiert werden müssen.“  So sei für die Burgfestspiele (BFS) in Jagsthausen ein Alternativprogramm nicht möglich gewesen. Andere Bühnen konnten beispielsweise interaktive Aktionen über das Internet anbieten.

Aus den Corona-Hilfen-Töpfen gab es keine Förderung, einzig aus dem „Nothilfefonds Kultur“ des Landes Baden-Württemberg sei Geld geflossen. Auf das Land Baden-Württemberg läßt Halter nichts kommen: „In den letzten Jahren hatten wir eine hervorragende Zusammenarbeit mit dem Ministerium, eine tolle Unterstützung, ideell und finanziell. Es ist leicht zu schimpfen, aber wir haben keinen Grund zu schimpfen“.

„Kein Geldgeber ist abgesprungen“

Noch begeisterter ist er, wenn er über die Sponsoren der BFS spricht: „Nicht ein Geldgeber, nicht ein Sponsor ist abgesprungen“.

Statt 860 nur 180 Zuschauer

Andere Theater haben 2021 zumindest ein abgespecktes Programm gespielt. Das kann Eva Hosemann bestätigen. „Wo eine potente Stadt und eine Touristik dahintersteckt“, sei das teilweise möglich gewesen. Zum Beispiel in Schwäbisch-Hall, wo es breite Zu- und Abgangswege gibt und die Bestuhlung etwas luftiger gestellt werden kann. „Hier auf dem Dorf ist es zu eng für das große Spektakel, da sind die Hygieneauflagen nicht zu erfüllen, auch wegen der Dreifachnutzung des Schlosses als Privatwohnung, Hotel und Theater“ sei das nicht leistbar. „Wir wären nur noch ein Hygienekonzeptunternehmen gewesen“, wirft Halter ein. Coronabedingt vor 180 Zuschauern statt wie in normalen Jahren vor bis zu 860 Zuschauern zu spielen, das sei wirtschaftlich nicht mehr darstellbar.
Die Gegebenheiten der einzelnen Spielstätten seien nunmal sehr unterschiedlich – einige Veranstalter hätten ihr Ensemble auch in Kohorten eingeteilt, die nichts miteinander zu tun haben.

Der Reiz von Jagsthausen

Das geht bei den BFS aber nicht: In Jagsthausen übernehmen Schauspieler nämlich bis zu drei Rollen – vom Götz bis zum Kindertheater. „Das ist ja das Reizvolle: einen Schauspieler in drei komplett unterschiedlichen Rollen sehen zu können“, beschreibt es Hosemann aus Sicht des Publikums. „Auch für die Schauspieler ist das ein Anreiz. Das macht Spaß, auch wenn die Proben anstrengend sind.“

„Eine der großen Aufgaben ist es, in kurzer Zeit ein homogenes Ensemble zu erzeugen“, sagt Hosemann, „dazu ist die Auswahl der Schauspieler wichtig“ – das ist einer der Anreize für sie selbst.

Stephan Szász, Götz-Darsteller. Foto bereitgestellt von den BFS, ©_Janosch-Orlowsky

Und dann ist da ja noch der Spielort, die historische Götzenburg: „Das ist für mich überhaupt immer so ein Faszinosum, ich kann Wände berühren, die Götz vielleicht auch berührt hat, kann Landschaften sehen, die er vielleicht auch sah. Das ist für mich immer eine wunderbare Inspirationsquelle.“ So drückt es Stephan Szász, der Darsteller des Götz, aus.

Halter und Hosemann können das nachvollziehen: „Das geht mir genauso, wenn ich an einem historischen Ort bin“ – das letzte Mal habe er in der Goslarer Kaiserpfalz so empfunden. Und Hosemann wird etwas wehmütig, wenn sie an ihre Zeit in Wien zurückdenkt, wo man „pausenlos auf historischen Spuren wandelt“.

Jeder Euro erzeugt weitere vier Euro

Aber zurück zu den ökonomischen Folgen der coronabedingten Schließung: Nicht nur die Festspiele selbst, auch die Schauspieler und die weiteren Beteiligten leiden unter dem Ausfall – lokale Handwerker, Einzelhändler, Gastronomie und Hotellerie eingeschlossen. „Die Umwegrentabilität der Festspiele ist 1:4“ sagt, Halter. Was er damit meint: Jeder Euro, der für den Festspielbesuch ausgegeben wird, erzeugt weitere 4 Euro, die in der Region ausgegeben werden. Das beginnt beim Handwerker, der beim Bühnenbau beteiligt ist und endet bei der Hotellerie und den Freizeitaktivitäten.  „Die Besucher bleiben gerne mal einen Tag länger und besuchen zum Beispiel das Kloster Schöntal, die Grablege des Götz, oder andere kulturhistorische Stätten der Region.“

Im zweiten Teil des Gesprächs sprechen Hosemann und Halter darüber, was die coronabedingte Einsamkeit mit den Menschen macht und warum Kultur so wichtig für die Entwicklung von Kindern ist.

Weitere Informationen, alles zum Spielplan und Kartenbestellungen auf: https://burgfestspiele-jagsthausen.de/spielplan/

Das Gespräch führte Matthias Lauterer




Jagsthausen: Drei Schwerverletzte bei Unfall

Drei schwer, davon zwei lebensgefährlich Verletzte mussten nach einem Unfall am Montagmorgen, den 18. November 2019, bei Jagsthausen ärztlich versorgt werden. Gegen 8.30 Uhr befuhr ein 21-Jähriger mit seinem Sprinter die Straße von Jagsthausen in Richtung Olnhausen. Ohne bislang ersichtlichen Grund geriet der Transporter auf die linke Straßenseite und stieß dort seitlich mit einem entgegenkommenden LKW zusammen. Der Kipper drehte sich durch die Wucht des Zusammenpralls und wurde in den Straßegraben geschleudert. Der Sprinter schlidderte eine Böschung hinab. Die beiden 21 und 31 Jahre alten Insassen des Sprinters wurden lebensgefährlich verletzt. Der Jüngere musste mit dem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen werden. Der 58 Jahre alte Fahrer des LKW erlitt schwere Verletzungen. Den entstandenen Sachschaden schätzt die Polizei auf über 30.000 Euro.

 

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

 




The Addams Family in Jagsthausen

Die 70. Spielzeit der Burgfestspiele Jagsthausen im kommenden Jahr eröffnet das Musical-Comedy Stück „The Addams Family“ am Mittwoch, den 05. Juni 2019. Der Vorverkauf für die Spielzeit 2019 hat begonnen.

Neben dem Erfolgsmusicals „Hair“, dem Traditionsstück „Götz von Berlichingen“, dem schwäbischen Humorformat „Laible und Frisch – Urlaubsreif“, dem Klassiker „Cyrano de Bergerac“ und einem Gastspiel des Kabarettisten Mathias Richling mit seinem neuen Programm „Richling und 2084“ dürfen natürlich auch in der Jubiläumsspielzeit die Stücke für die jungen Zuschauer nicht fehlen.

Für Kinder ab 5 Jahren kommt „Das kleine Gespenst“ in den Burghof und für die ganz Kleinen ab 3 Jahren „Zum Glück gibt’s Freunde“ im Gewölbe der Götzenburg.

Karten gibt es ab sofort über die Internetseite Burgfestspiele Jagsthausen, per Mail burgfestspiele@jagsthausen.de, per Fax 07943 912440, per Telefon 07943 912345 oder persönlich im TicketCenter in Jagsthausen.