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Jagsttal nach wie vor schwarz, in Künzelsau und Öhringen viele grüne Wähler und generell jede Menge Nicht-Wähler

Die Städter haben ihr Kreuz vermehrt bei den GRÜNEN gemacht, die Jagsttäler eher bei der CDU.Rund 62 Prozent der Wähler:innen hat von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Damit gab es rund 38 Prozent Nichtwähler. Diese Zahl ist baden-württemberg-weit ähnlich hoch.

So hat der Hohenlohekreis in den einzelnen Städten und Gemeinden bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 15. März 2021 gewählt:

Landtagswahlen in Baden-Württemberg am 14. März 2021. Ergebnisse des Hohenlohekreises. Quelle: Landratsamt

Landtagswahlen in Baden-Württemberg am 14. März 2021. Ergebnisse des Hohenlohekreises. Quelle: Landratsamt

Landtagswahlen in Baden-Württemberg am 14. März 2021. Ergebnisse des Hohenlohekreises. Quelle: Landratsamt

 




„Gerade auch um ein Übergreifen in umliegende, weniger betroffene Landkreise abzuwenden, müsste die Landesregierung die betroffenen Städte und Gemeinden stärker unterstützen“

Aus Sicht der fünf Bürgermeister und Oberbürgermeister aus Bad Mergentheim, Crailsheim, Künzelsau, Öhringen und Schwäbisch Hall muss das Land Baden-Württemberg bei der Pandemiebekämpfung mehr Verantwortung übernehmen, wenn die Lage in einzelnen Landkreisen außer Kontrolle ist. Dies geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des Fachkräftenetzwerks Hohenlohe Plus hervor.

In Schwäbisch Hall und Crailsheim scheinen derzeit die Inzidenzwerte zu explodieren

„Gerade auch um ein Übergreifen in umliegende, weniger betroffene Landkreise abzuwenden, müsste die Landesregierung die betroffenen Städte und Gemeinden stärker unterstützen“, erklärt Schwäbisch Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim. Das Sozialministerium Baden-Württemberg hat jüngst, laut einem Bericht der Südwestpresse, die für Montag, den 15. März 2021, geplanten Schulöffnungen für Grundschüler sowie Fünft- und Sechstklässler in Schwäbisch Hall gestoppt. 

Shopping-Ansturm in weniger betroffenen Kreisen: Schlange stehen beim C&A in Heilbronn

Am Samstag, den 13. März 2021, lag der 7-Tage-Inzidenzwert in Schwäbisch Hall bei 216. Angestrebt wird von Bund und Ländern derzeit mindestens 35. Davon ist auch die Nachbarstadt Crailsheim weit entfernt, die am 12. März 2021 einen Inzidenzwert von 523,2 auf ihrer Internetseite verkündete. Laut dem SWR sind davon 70 Prozent Mutationen.

Ganz unverständlich sind die Forderungen der Bürgermeister sicher nicht angesichts der Fotos von der Heilbronner Innenstadt, die aufgrund eines niedrigen Inzidenzwertes ihre Einkaufsgeschäfte in der Innenstadt im Gegensatz zum Umland wieder öffnen durfte und beinahe zusammenbrach unter dem „Shopping“-Ansturm, der daraufhin einsetzte. Der Inzidenzwert steigt seitdem wieder an.

Die Bürgermeister sind besorgt um ihre Innenstädte

„Gefordert sind Strategien und Strukturen, die ein flexibles Vorgehen ermöglichen“, sagen die Bürgermeister in der Pressemiteilung und machen auch konkrete Vorschläge hierzu. Unter anderem sei eine noch schnellere Durchimpfung in Hotspot-Gebieten ihrer Meinung nach sinnvoll und dabei „unter anderem mit mobilen Impfteams zu agieren und eine gezielte Unterstützung der Hausärzte beim Impfen vorzunehmen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass es zu einer Ausstrahlung aus den stark betroffenen Regionen in weniger stark betroffene Regionen kommt.“

Einzelhandel ist laut den Bürgermeistern „kein Infektionstreiber“

„Ein aktives Entgegenwirken durch eine Hotspot-Strategie der Landesregierung würde zudem die heimische Wirtschaft in den betroffenen Gebieten vor extremen Schäden und
Insolvenzen bewahren“, ergänzt Crailsheims Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer. Neben dem gezielten Vorgehen in Hotspot-Situationen sprechen sich die fünf Bürgermeister und Oberbürgermeister bei dann sinkenden Inzidenzwerten für eine kontrollierte Öffnungsstrategie des Einzelhandels aus. „Dieser Bereich ist kein Infektionstreiber. Es muss unser Ziel sein, die Einkaufsstruktur zu erhalten, damit unsere Mittelzentren auch nach der Pandemie noch attraktive Möglichkeiten bieten“, erläutern Öhringens Oberbürgermeister Thilo Michler, Bad Mergentheims Oberbürgermeister Udo Glatthaar und der Künzelsauer Bürgermeister Stefan Neumann übereinstimmend.




Inzidenzwert schießt auf fast 130

Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises hat am Samstag, den 06. Februar 2021, insgesamt 51 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 128,7 pro 100.000 Einwohner. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.

„Dieser dynamische Anstieg lässt sich auf die bereits bekannten Ausbruchsgeschehen zurückführen“, so das Landratsamt. In einer vorangegangenen Erklärung, die wir veröffentlicht haben, werden als Gründe unter anderem eine private Feier im Raum Zweiflingen genannt sowie eine Firma im Künzelsauer Umkreis sowie ein Kindergarten im Raum Öhringen.

„Die derzeitige Entwicklung zeigt uns leider, wie schnell die Infektionszahlen in die Höhe schnellen können und wir uns weiterhin in einer äußerst angespannten Lage befinden. Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises ist auch am Wochenende im Einsatz, um alle Infektionsketten nachzuvollziehen und die notwendigen Quarantänemaßnahmen anzuordnen“, so der erste Landesbeamte Gotthard Wirth zur aktuellen Situation.

Weitere Informationen zum Coronavirus sowie das Dashboard mit den einzelnen Zahlen pro Gemeinde sind unter www.corona-im-hok.de zu finden.

 




Hat die Virusmutation Künzelsau erreicht?

In den vergangenen Tagen ist im Hohenlohekreis ein im Vergleich zu den Vorwochen starker Anstieg der Corona-Fallzahlen zu verzeichnen. Alleine zwischen dem 01. und 04. Februar wurden dem Landesgesundheitsamt durch das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises rund 70 Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.

Schnelltests, um die Infektionsketten zu brechen

Demnach habe das Landratsamt drei Ausbruchsgeschehen ausmachen können:

  • Rund 20 Fälle betreffen laut dem Landratsamt ein Unternehmen im Großraum Künzelsau. Für alle positiven Fälle sowie die Kontaktpersonen sei eine Quarantäne angeordnet worden. Das Unternehmen hat ein sehr stimmiges Hygienekonzept. Mit dem Unternehmen sei vereinbart worden, dass in den kommenden Tagen zahlreiche Schnelltests durchgeführt werden, um eventuelle weitere Infektionsherde schnell zu erkennen und mögliche Ketten zu unterbrechen. Des Weiteren wurde für mehrere Fälle eine Sequenzierung des Virus angeordnet, um herauszufinden, ob es sich um eine Mutante des Virus handelt. Das Ergebnis steht noch aus.

 

  • Ein weiteres erkennbares Ausbruchsgeschehen betrifft eine Kinderbetreuungseinrichtung im Raum Öhringen. Dort sind mehrere Erzieherinnen sowie ein Kind positiv getestet worden. Alle Betroffenen sowie die direkten Kontaktpersonen wurden isoliert bzw. in Quarantäne versetzt. Zudem wurde allen Eltern und Kindern das Angebot gemacht, einen PCR-Test durchführen zu lassen. Das Gesundheitsamt steht im engen Austausch mit der Stadt Öhringen, alle Maßnahmen sind gemeinsam abgestimmt.

 

  • Ein drittes Ausbruchsgeschehen resultiert aus einer nicht corona-konformen privaten Veranstaltung im Raum Zweiflingen, wodurch in der Folge insbesondere auch der Raum Bretzfeld mit mehreren positiven Fällen betroffen ist. Das Landratsamt Hohenlohekreis wird diesen Verstoß gegen die aktuelle Corona-Verordnung des Landes in Abstimmung mit den zuständigen Ortspolizeibehörden entschlossen und deutlich ahnden.

Nicht-coronaconforme private Veranstaltung

Die Kontaktpersonennachverfolgung im Gesundheitsamt arbeitet nach wie vor 7 Tage die Woche, um die Ausbruchsgeschehen zu identifizieren und schnellstmöglich alle Infizierten und Kontaktpersonen in Quarantäne zu versetzen, um so Infektionsketten schnell zu unterbrechen, so das Landratsamt.

Landrat Neth: „Große Sorgen machen mir persönlich die Virus-Mutationen“

Landrat Dr. Matthias Neth zur aktuellen Infektionslage im Hohenlohekreis: „Es war klar, dass die vergleichsweise niedrige Inzidenz der vergangenen Tage nur eine Momentaufnahme darstellt und es immer zu neuen Ausbrücken kommen kann. Dass wir nun gleich mehrere parallelverlaufende Ausbruchsgeschehen haben, macht nochmals deutlich, dass wir die Lage keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen und unterschätzen dürfen. Große Sorgen machen mir persönlich die Virus-Mutationen. Bislang wurde noch keine der Virusvarianten bei einem im Hohenlohekreis wohnhaften Bürger nachgewiesen, die angeordneten Sequenzierungen werden uns Aufschluss über die aktuelle Situation geben. Die dynamische und schnelle Entwicklung der Pandemie zwingt uns alle, weiterhin wachsam zu bleiben und die Regeln zu beachten, auch wenn dies schwerfallen mag. Wir dürfen nicht den Fehler machen, uns in falscher Sicherheit zu wiegen.“

Neth „enttäuscht und fassungslos über das Verhalten Einzelner, die wissentlich Verstöße gegen die Corona-Verordnung begehen“

Persönlich bin ich – gerade mit Blick auf die illegale private Veranstaltung – gleichermaßen enttäuscht wie fassungslos über das Verhalten Einzelner, die wissentlich Verstöße gegen die Corona-Verordnung begehen, andere gefährden und damit das Infektionsgeschehen verstärken. Wenn wir uns nicht alle dafür einsetzen, die weitere Ausbreitung zu verhindern, wird eine Lockerung der Maßnahmen beziehungsweise ein schrittweiser Rückgang zur Normalität so schnell nicht möglich sein.“

 




Keine Mehrversorgung, lediglich eine Verschiebung

Vor nicht allzu langer Zeit von Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann als Gesundheitscampus angekündigt, gehofft und auch gewünscht. Nun tritt das ein, was viele bereits befürchtet hatten. Als Ausgleich für das wegrationalisierte Krankenhaus öffnet nun ein lange versprochenes MVZ (medizinisches Versorgungszentrum) mit 2 Ärzten, die sowieso schon in Künzelsau praktizieren.

Pilotprojekt Notfallpraxis wurde schnell wieder beendet

Nachdem das Künzelsauer Krankenhaus am 15. November 2019 im Zuge von Sparmaßnahmen des Landes Baden-Württemberg und des Hohenlohekreises geschlossen wurde, da es laut dem Kreistag rote Zahlen schrieb (wir berichteten), kündigte Künzelsaus Rathauschef einen Gesundheitscampus für die Kreisstadt mit einem MVZ im ehemaligen Krankenhausgebäude als Alternative an. Doch bereits die ersten Maßnahmen hierzu waren erfolglos.

Eine Notfallpraxis als Pilotprojekt befanden diverse Kreistagsmitglieder, darunter allen voran Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck, für nicht tauglich und beendeten unlängst nach nur wenigen Monaten das Pilotprojekt im ehemaligen Krankenhausgebäude (wir berichteten).

Die Kosten in Öhringen scheinen eine eher untergeordnete Rolle zu spielen

Währenddessen gruben sich Bauarbeiter und Archäologen durch die Untiefen neben dem Öhringer Krankenhausgebäude, da unter der Fläche, auf dem ein neues Krankenhausgebäude für Öhringen und den gesamten Hohenlohekreis entstehen sollte, wertvolle Funde aus der Römerzeit lagerten. Während weiter mit einem spitzen Bleistift in Künzelsau gerechnet wurde und immernoch wird, scheinen die Kosten in Öhringen indes nur eine untergeordnete Rolle.

Ursprünglich sollte das Künzelsauer Krankenhaus erst geschlossen werden, wenn der Neubau in Öhringen fertig ist. Auch dieses Versprechen wurde wie zahlreiche weitere nicht gehalten. I2023 soll der Neubau in Öhringen fertig sein. Im Kreistag fiel diesbezüglich nun der ursprünglich von Künzelsaus Bürgermeister Neumann eingeführte Begriff Gesundheitscampus – allerdings nicht nur Künzelsau, sondern für Öhringen.

BBT Belsebub und Heilsbringer zugleich

Die BBT-Gruppe als Mehrheitseigner des Hohenloher Krankenhauses seit 2019 ist hier Belsebub und Heilsbringer zugleich. Unter der Federführung der BBT zusammen mit dem Hohenlohekreis fiel das Krankenhaus Künzelsau, aber gleichzeitig ließ sie nun ein MVZ im ehemaligen Krankenhausgebäude entstehen – mit sich selbst als Eigentümer. Das bedeutet: die Ärzte, die in das MVZ mit ihrer Praxis ziehen, arbeiten nicht mehr länger selbstständig, sondern als Angestellte der BBT. Das wollen viele Ärzte nicht, erklärte Dr. Krist vor nicht all zu langer Zeit in einem GSCHWÄTZ-Interview.

Mittlerweile haben sich mit dem Allgemeinmediziner Dr. Köhler und dem Gynäkologen Dr. Tischler nun aber doch zwei Ärzte gefunden für das MVZ. Dies bedeutet jedoch keins bessere Gesundheitsversorgung für Künzelsau, da beide bereits in Künzelsau praktizieren.

Ein Mehrwert für Künzelsau stellt dagegen das Hospiz dar, das ebenfalls in das alte Krankenhausgebäude kommen soll, wenn die nötigen Umbauten abgeschlossen sind. Für Sterbenskranke zweifellos ein Segen, so nah sein Hospiz zu haben. Für die alltägliche Gesundheitsversorgung bietet das neue und vollmundig angekündigte MVZ, das ab 2021 an den Start gehen soll, bislang allerdings noch keinen Mehrwert.

Text: Dr. Sandra Hartmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Hohenlohe startet mit den ersten Impfungen – gehören solche Bilder also bald der Vergangenheit an?

Die ersten Impfdosen verteilte das Deutsche Rote Kreuz unlängst an ein Pflegeheim in Pfedelbach. Ist die Pandemie damit bald zu Ende und damit auch die Coronamaßnahmen? Indes mehren sich politische Stimmen, dass der derzeitige Shutdown verlängert werden soll – manche sagen, bis Ostern 2021. Vor einem Jahr hat die Mehrheit der Europäer Covid noch nicht gekannt. Wie hat eigentlich alles bei uns angefangen? Wir drehen die Coronauhr genau 1 Jahr zurück (Teil 1 von 2).

Januar

Anfang Januar 2020 gelangen erste Berichte über ein neues Virus im fernen China in die Nachrichtensendungen. China ist weit weg und wir hatten ja schon unsere Erfahrung mit dem SARS und dem MERS-Virus gemacht. Diese Viren waren ja ebenfalls weit weg und sie haben in Europa auch nicht wirklich zugeschlagen. 9 dokumentierte SARS Fälle 2003, darunter kein Todesfall, in Deutschland – die Bedrohung durch das neue Virus war überschaubar. Auch noch, als es Ende Januar scheinbar gelang, den ersten dokumentierten Ausbruch bei WEBASTO in Starnberg unter Kontrolle zu halten. Bereits bei diesem „Patient 1“ stellte man fest, dass bereits ein kurzer Kontakt zur Ansteckung führen kann. Ende des Monats sind außerhalb Chinas etwa 50 Fälle aus mehreren Ländern dokumentiert – erste ausländische Firmen schließen Betriebe in der Region Hubei, Fluggesellschaften stellen Flüge ein und die WHO erklärt am 30. Januar eine „Internationale Gesundheitsnotlage“.

Hohenloher Firmen mit intensiven Kontakten nach China werden aufmerksam: Ziehl-Abegg stellt alle Dienstreisen nach China ein und unterstützt seine chinesischen Werke mit Mundschutz und die Regierung mit einer Lüftungsanlage für ein Krankenhaus.

Februar

Noch macht man sich über den Virus lustig. Bild in WhatsApp.

Im Februar bekommen das Virus und die von ihm ausgelöste Krankheit einen Namen: Die WHO nennt das Virus Sars-Cov-2 und die Krankheit COVID-19. Der Volksmund bezeichnet beides bereits als „Corona“. Der erste Virologe, Alexander Kekulé wird der Öffentlichkeit bekannt, damals noch mit der These „Bei den Corona-Viren ist es leichter als bei der Grippe, durch Hygienemaßnahmen und das, was wir soziale Distanzierung nennen.“ Frankreich beklagt den ersten nachweislichen Toten in Europa, in Norditalien werden, bei etwa 150 bekannten Fällen, Gebiete abgesperrt. Und Ende Februar tagt erstmals der Krisenstab der Bundesregierung.

In Hohenlohe ist das Virus noch nicht wirklich angekommen. Zwar bereiten sich die Ärzte darauf vor, allerdings ist die Unsicherheit sowohl bei Ärzten als auch bei der Bevölkerung weiterhin hoch, zu wenig ist wirklich über das Virus, seine Verbreitung und seine Folgen bekannt. Dazu kommen erste zweifelhafte Informationsquellen, die die Verwirrung erhöhen: Der Coronavirus kommt und ihr seid noch beim Karneval.

März

Weg zur Abstrichstelle in Belzhag auf dem Frühjahrshöhepunkt der Pandemie im Hohenlohekreis. Foto: GSCHWÄTZ

Im März nimmt die Pandemie endgültig Fahrt auf: Am 01. März 2020 findet in Kupferzell ein Kirchenkonzert statt, das die Keimzelle für den Hotspot Kupferzell werden wird. Erste größere Veranstaltungen, wie die Leipziger Buchmesse, werden abgesagt. Italien schließt die Schulen, mit Sachsen-Anhalt ist Corona in allen Bundesländern angekommen. Schulen und Kindergärten werden geschlossen, bisher offene Grenzen abgeriegelt, Italien und Spanien melden jeweils über 3.000 Tote, die WHO bezeichnet Corona als „Pandemie“, die Fußball-EM und die Olympischen Spiele werden abgesagt.

In Deutschland beginnt der sogenannte „erste Lockdown“, nicht vergleichbar mit den Ausgangssperren, wie sie in Spanien herrschen. Weltweit werden Hilfspakete für die Wirtschaft geschnürt.

In Hohenlohe wird der erste Corona-Fall am 05. März registriert: Landrat Neth: „Mögliche Folgen einer unkontrollierten Verbreitung wären enorm“. Nahezu alle Veranstaltungen werden abgesagt oder verschoben, nicht aber das „Rebenglühen“ in  Bretzfeld – wahrscheinlich die Ursache für den zweiten Hotspot im Hohenlohekreis. Erste Fälle in Kupferzell treten auf: Kupferzell: 4 weitere Coronafälle – Verdachtsfälle in Künzelsau. Im Gesundheitsamt in Künzelsau wird eine erste Abstrichstelle eröffnet und kurz darauf durch eine zentrale Abstrichstelle in Belzhag ersetzt. Erst einige, dann alle Schulen und Kindergärten schließen. Der Landrat wird erstmals deutlich: „Leider nicht bei allen angekommen, wie dramatisch die Situation ist“.

Im Künzelsauer Krankenhaus wird eine Isolierstation eröffnet. Schutzausrüstungen für Gesundheitsbedienstete gehen aus, Landrat Dr. Neth muss Firmen und Privatleute um Unterstützung bitten – und erhält diese in großer Menge.

Ende März waren in Deutschland 670 Menschen an Corona verstorben. Am 17. März 2020 wird der erste Corona-Todesfall im Hohenlohekreis vermeldet. Der Hohenlohekreis ist nun einer der am stärksten betroffenen Landkreise in Deutschland.

April

Professor Ralph Wystup (rechts) präsentiert die Atemschutzhaube Landrat Dr. Matthias Neth (links). Foto: GSCHWÄTZ

Die Lage bleibt unübersichtlich. Obwohl es immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse über das Virus und seine Ausbreitung gibt, wächst die Unsicherheit in der Bevölkerung. Auch weil die Politik es nicht schafft, einheitliche Verhaltensregeln zu definieren: Zwar treten Mitte April erste „Lockerungen“ in Kraft, diese sind aber von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Man hat den Eindruck, jeder Ministerpräsident will seiner Bevölkerung ein eigenes „Zuckerle“ geben. Baumarkttourismus über die bayrisch-hessische Landesgrenze ist nur ein Beispiel. Bundeskanzlerin Merkel versucht noch, die Lockerungen zu begrenzen und zu vereinheitlichen, vergeblich. Nicht zum letzten Mal.

So unterschiedlich sind die Lockerungen, dass die Menschen die Regeln nicht mehr verstehen und beginnen, sich aufzulehnen. Auch die von Land zu Land unterschiedlichen Regelungen für das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes verwirren.

Selbst die „Großen“ können Corona nicht entfliehen: Der britische Premierminister Boris Johnson muß auf der Intensivstation behandelt werden. Ende April geben Biontech und Pfizer bekannt, einen Impfstoff an Menschen zu testen.

Das ehemalige Krankenhaus kann nicht zur Corona-Klinik umgewidmet werden. Das Landratsamt empfiehlt Mund-Nasen-Schutz, daraufhin werden Tausende Masken in Privatinitiative genäht. Auch Gewerbe und Industrie spenden weiter Schutzmasken. Trotzdem bleibt Schutzausrüstung knapp, auch für das Bestattungswesen. Hohenloher entwickeln eine Schutzhaube für besonders kontaminierte Bereiche. Kurios: Berittene Polizei sorgt für den Kontaktabstand in Künzelsau. Eltern sind mehr und mehr mit Home-Office und Kinderbetreuung überlastet. Die Reisebranche demonstriert in Künzelsau und die Gastronomie paßt ihr Angebot an.

Der Hohenlohekreis meldet Quarantänemaßnahmen in acht Pflegeheimen und warnt vor drohender Überlastung des Öhringer Krankenhauses, das Gesundheitsamt scheint überlastet. Künzelsau sagt alle Veranstaltungen der nächsten Monate ab.

Mai

Der Medi-Bus des RKI stand in Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Parallel zu den traditionellen Maidemonstrationen finden erste Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen statt.  Das Bundeskriminalamt warnt Mitte Mai vor einer Kaperung der Proteste durch Rechtsextreme. Kontaktbeschränkungen werden gelockert und die Bundesliga nimmt ihren Spielbetrieb in leeren Stadien wieder auf. Die Infektionszahlen in Deutschland sinken auf unter 1.000 positive Tests pro Tag, weltweit steigen sie weiter. Erste Berichte über die Impfversuche sprechen von Erfolgen. Der Optimismus steigt. Weitere Lockerungen treten in Kraft. Die Lufthansa erhält ein Hilfspaket in Höhe von 9 Milliarden Euro. Immer mehr Bundesländer öffnen Schulen und Kindergärten – mit Sicherheitsmaßnahmen. Die medizinische Forschung stellt fest, dass Corona nahezu alle Organe beeinträchtigen kann, nicht nur die Lunge. Es wird bekannt, dass Veröffentlichungen des Virologen Hendrik Streeck von einer PR-Agentur gesteuert werden – das fördert das Vertrauen in die Wissenschaft nicht.

Die Hohenloher finden kreative Lösungen, um ein gewisses Maß an Normalität in der Freizeit wiederherzustellen: Autokino, Autokonzert, eine Klopapier-Challenge, Outdoor-Konzerte. Gleichzeitig werden Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Corona-Maßnahmen lauter. Der Einzelhandel stellt sich um und beliefert seine Kunden an der Haustür. Auch die Urlaubspläne der Menschen ändern sich. Die Corona-Fallzahlen in Hohenlohe sind stabil, allerdings sind 40 Menschen bereits verstorben. Weiter werden in großem Stil  Masken genäht. Auch die Hohenloher Schulen öffnen für einzelne Klassenstufen. Ab dem 20. Mai führt das Robert-Koch-Institut im ehemaligen Hotspot Kupferzell eine Reihenuntersuchung zur Erforschung der Verbreitung des Virus durch.

Juni

Leere Eisdiele bei strahlendem Sonnenschein. Das hat einen traurigen Seltenheitswert. Foto: GSCHWÄTZ

An Pfingsten müssen Urlaubsgebiete gesperrt werden, so hoch ist der Andrang. Mit  einem  Konjunkturpaket der Bundesregierung zur Ankurbelung der Wirtschaft werden unter anderem der Kinderbonus und die zeitweise Absenkung der Mehrwertsteuer beschlossen. Die Lage auf den Intensivstationen entspannt sich – gegenüber dem Höchststand von 2.900 Patienten werden noch etwa 700 Patienten behandelt. Mehrere lokal beschränkte Ausbrüche, zum Beispiel in Schlachthöfen und Wohnsiedlungen führen zu lokalen Maßnahmen. Die Corona-Warn-App startet. Spanien beendet seinen 3-monatigen Lockdown nach 28.000 Toten. Aufgrund der lokalen Corona-Ausbrüche werden für die Urlaubszeit Einreisebeschränkungen für Menschen aus Risikolandkreisen beschlossen.

Am 10. Juni teilt Landrat Neth mit, dass es seit einer Woche im Hohenlohekreis keine Neuinfektionen mehr gegeben hat. Die Normalität scheint näherzurücken. Der Einzelhandel zieht eine erste Bilanz: Wesentlich weniger Kunden als vorher. Die Unsicherheit, wie es auch mit den Bundeshilfen weitergehen wird, bleibt aber. An der Kupferzeller RKI-Studie haben mehr als 2.000 Menschen teilgenommen – ein voller Erfolg. Am 19. Juni besucht Ministerpräsident Kretschmann den Hohenlohekreis und erläutert die Coronamassnahmen des Landes. Das neugestaltete Kocherfreibad in Künzelsau nimmt am 29. Juni verspätet seinen Betrieb mit einem Sicherheitskonzept auf, das Niedernhaller Freibad bleibt geschlossen. In Öhringen öffnen H2Ö und Fitnesspark. Der Sommer kann kommen.

Text: Matthias Lauterer

 




GSCHWÄTZ-Chefredakteurin in Quarantäne trotz negativem Testergebnis

Die Herbstferien stehen in Baden-Württemberg kurz bevor. Doch wohin soll und darf man noch in Urlaub gehen, wenn jeden Tag andere Länder zum Coronarisikogebiet erklärt werden? Und was tut man, wenn man sich in einem Gebiet aufhält, das erst während des Aufenthalts zu einem Risikogebiet erklärt wird?

GSCHWÄTZ-Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann hat es unfreiwilligerweise ausprobiert.

Der erste Schritt: Man setzt sich mit dem zuständigen Gesundheitsamt des Landratsamtes, in dem Fall des Hohenlohekreises, in Verbindung, um das weitere Vorgehen bei der Reiserückkehr nach Deutschland zu besprechen. Denn: In jeder Stadt, in jeder Gemeinde und in jedem Landkreis können andere Regeln gelten. Die nette Sachbearbeiterin (der Name ist der Redaktion bekannt) erklärt daraufhin, dass Coronatests an der Grenze zu Deutschland bei der Heimfahrt machbar wären oder an jedem Flughafen oder Bahnstation. Sobald das negative Ergebnis da ist, was in der Regel innerhalb von 1 bis 2 Tagen erfolgten sollte, soll man die Tests an die zuständige Stadtverwaltung weiterleiten. Dann wird die Quarantäne in der Regel aufgehoben.

Die nette Sachbearbeiterin erklärt

In der Regel. Dass es auch anders laufen kann, erlebte die Journalistin dann bei der Einreise nach Deutschland. Zunächst ließ sich die 37-Jährige im Testzentrum am Flughafen in Stuttgart testen. Das ging schnell und problemlos. Ein Mitarbeiter trägt zunächst alle persönlichen Daten in den PC ein, dann geht es auch schon mit einer anderen Mitarbeiterin in eine der zahllosen offenen Kabinen, die behelfsmäßig hier im Zuge der Pandemie aufgebaut wurden. Dort angekommen wird ein Stäbchen tief in die Nase eingeführt und anschließend noch ein weiteres tief bis zum Gaumen. So werden die Abstriche gemacht, die danach Aufschluss geben, ob jemand Corona hat oder nicht.

Bereits einen Tag später liegt das Ergebnis vor – allerdings nur digital

Bereits einen Tag später kommt der negative Bescheid per Corona-App, die sich die Journalistin zu diesem Zweck auf ihr Handy geladen hat.

Die Stadtverwaltung Ingelfingen erkennt dieses negative Ergebnis aber nicht an und hebt auch die Quarantäne nicht auf. Das Problem: Die App ist so verschlüsselt, um die Persönlichkeitsrechte eines jeden einzelnen zu schützen, dass das Ergebnis nur einen Quellcode, nicht aber persönliche Daten enthält.

„Wir haben Ihre Unterlagen dem Gesundheitsamt vorgelegt, weil wir bisher nur „eindeutige“ , also namentlich zuordenbare ärztliche Negativbescheinigungen erhalten haben. Das Gesundheitsamt hat sich gerade bei mir gemeldet, sie haben auch noch keine solche pseudonymisierten Mitteilungen gesehen und können auch keine persönliche Zuordnung ermitteln. Die Quellcodes bzw. den Link können wir nicht öffnen und das Scanergebnis herunterladen.“

Hilfe, wie beende ich die Quarantäne?

Was also tun? Man müsse das Ergebnis mit der Post abwarten. Die Stadtverwaltung erklärt daher in Absprache mit dem Gesundheitsamt:

„Das sind die personalisierten Bescheide, die wir benötigen. Mit der Vorlage dieser Bescheide wird die häusliche Absonderung / Quarantäne aufgehoben.“

Dieses ist vier Werktage später erst da. Daraufhin hebt die Ortspolizei von Ingelfingen die Quarantäne sofort auf.

So vergeht fast eine ganze Arbeitswoche in Quarantäne. Man mag sich gar nicht ausmalen, wie eine solche Strategie eine ganze Masse an arbeitenden Menschen unnötigerweise lahmlegen kann.

Das Regierungspräsidium Stuttgart verweist auf GSCHWÄTZ-Nachfrage auf das jeweilige Gesundheitsamt vor Ort:

„Vielen Dank für Ihre Anfrage zur Anordnung beziehungsweise Aufhebung der Quarantäne. Hierzu würden wir Sie bitten, sich direkt an die Gesundheitsämter beziehungsweise das jeweils örtlich zuständige Gesundheitsamt zu wenden.“

Die große Frage aber bleibt: Wozu dient dann die Corona-Warn-App, wenn die Ergebnisse darauf nicht anerkannt werden? Zumal trotz des bereits vorhandenen digitalen negativen Coronabescheides von der Corona-Warn-App die Polizei in Ingelfingen drei Tage später kontrollierte, ob Dr. Sandra Hartmann die Quarantäne auch tatsächlich weiterhin einhält.

Info

Am 15. Oktober 2020 will die Bundesregierung das Coronaverfahren bei Reiserückkehrern abermals ändern.

Dr. Sandra Hartmann am Coronatestzentrum in Stuttgart. Foto: GSCHWÄTZ

Negatives Testergebnis über die Corona-Warn-App. Foto: GSCHWÄTZ

Registrierung im Corona-Testzentrum. Eine Übermittlung der Ergebnisse gehe nicht via E-Mail, sondern nur per App und Post, sagte ein Mitarbeiter vor Ort. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 




„Wenn ich so alt und so kinderlos wäre wie Frau Merkel, wäre es mir auch Wurscht“

Beim Spaziergang durch Künzelsau fallen dem aufmerksamen Beobachter am vergangenen Freitag den 25. September, dem Global Strike Day, einige Veränderungen auf. Grüne Aufkleber in Fußform säumen den Gehweg in der Innenstadt, es gibt einen Info- und Verkaufsstand mit, unter anderem, Einkaufsnetzen und Bienenwachstüchern und an den Bäumen hängen Schilder mit konkreten politischen Forderungen wie „Die EU-Ratspräsidentschaft nicht für das Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten nutzen!“. Der globae Streiktag steht unter dem Motto: Kein Grad Weiter: „Nicht nur Worte, sondern Handeln ist angesagt.“

Für das Klima auf die Straße

Die „Fridays-for-Future“-Bewegung ruft wieder zum globalen Klimastreik auf den Straßen auf. Auch in Künzelsau folgen Schüler, Eltern, Lehrer und Aktivistinnen und Aktivisten dieser Aufforderung. Schon auf dem Weg zu den Wertwiesen, dem Treffpunkt der geplanten Fußgänger- und Fahrraddemo, wird klar: Hier geht es um mehr, als nur Schule schwänzen. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, erläutert Martin Braun aus Künzelsau. Christa Zeller aus Ingelfingen ergänzt: „Damit die Zukunft auch unseren Kindern noch erhalten bleibt. Und zwar besser, als sie heute ist.“

„Prima! Geh!“

Die Stimmung ist emotional. „Wenn ich so alt und so kinderlos wäre wie Frau Merkel, wäre es mir auch Wurscht“, sagt Andreas Langholf aus Ingelfingen. „Aber ich bin ein bisschen jünger und vor allem habe ich zwei kleine Kinder und um die mache ich mir sehr große Sorgen.“

Der 76-jährige Karl-Heinz Bauer aus Ingelfingen-Hermuthausen hat schon erwachsene Kinder. Er sagt: „Wenn meine Kinder mir zu ihrer Schulzeit gesagt hätten, dass sie einen Schulstreik besuchen wollen, hätte ich gesagt: ‚Prima! Geh!’ Man lernt doch durch das Leben und nicht nur durch die Schule. Was sich die Schülerinnen und Schüler durch diese Demos aneignen, sind ja auch Sozialkompetenzen. Sie lernen zu problematisieren: Probleme zu erkennen und zu benennen, statt einfach nur zu kritisieren.“

„Unser ERfolg hinterlässt Müll“

Silvia Schöne aus Gaisbach hält ein Schild hoch, auf dem steht: „Unser Erfolg und unser Leben hinterlassen Müll und Zerstörung“. Die Mutter von zwei Kindern benennt den Grund, aus dem sie demonstriert, klar: „Wir demonstrieren heute und überhaupt fürs Klima, weil es einfach wichtig ist – für den Erhalt dieser Erde und für die nächsten Generationen. Die wollen ja auch noch etwas von der Erde haben und wir wollen ihnen nicht alle fossilen Brennstoffe weg rauben. Es ist einfach wichtig, weil die Vereinten Nationen vor fünf Jahren entschieden haben, dass die 1,5 Grad als Klimastopp gelten sollen. Das ist ja nicht irgendeine Piratenforderung. Da haben 193 Nationen unterschrieben. Wir wollen nur daran erinnern, dass man dieses Ziel einhält. Es ist enorm wichtig, es ist wissenschaftlich bewiesen und es hat überhaupt gar nichts mit einer politischen Haltung zu tun. Es ist rein die Erhaltung dieser Erde.“

Text, Fotos und Video: Priscilla Dekorsi




Corona: Zahlen steigen auch im Hohenlohekreis wieder – Ehemalige Hotspots bleiben weiter vorn mit dabei

Auch bei uns steigen die Coronazahlen wieder. Laut dem baden-württembergischen Regierungspräsidium in Stuttgart gibt es derzeit 809 offizielle Coronafälle allein im Hohenlohekreis. Dieser Wert ist fast doppelt so hoch wie der Wert im Neckar-Odenwald-Kreis (486). Im Vergleich: Die Stadt Heilbronn hat aktuell offiziell 580 Coronainfizierte. Der Wert von schwäbisch Hall ist allerdings noch etwas schlechter als der vom Hohenlohekreis (944). Bislang gab es offiziell 47 Coronatote im Hohenlohekreis.

Am 26. August 2020 meldete das Landratsamt des Hohenlohekreises allein 136 Infizierte in Öhringen. Damit  ist die große Kreisstadt derzeit Spitzenreiter, gefolgt von den ehemaligen Hotspots Pfedelbach (123) und Kupferzell (117).

Ehemalige Hotspots bleiben mit den Zahlen an der Spitze

Wenn man die Coronazahlen von Anfang Juli 2020 mit der jetzigen Coronakarte des Landratsamtes vergleicht, fällt auf, dass nur manche Städte und Gemeinden ansteigende Zahlen verzeichnen und dies auch nur minimal. So hatte Künzelsau Anfang Juli 2020 76 offizielle Coronafälle und nun 81. Auffällig: Bei manchen Städten und Gemeinden bewegt sich seit rund zwei Monaten gar nichts. Sprich: Die Zahlen sind immer dieselben, wie etwa in Ingelfingen (24). Offenbar sind seit Anfang Juli in Ingelfingen konstant 24 Menschen an Corona erkrankt oder warum ändern sich hier die Zahlen nicht?

Rot als Warnfarbe?

Interessant auch das Farbenspiel des Landratsamtes: Bis Ende Juni 2020 veröffentlichte das Landratsamt regelmäßig grüne Landkarten mit Zahlen der Gesundeten. Seit Anfang Juli 2020 gibt es wieder die roten Karten mit den Zahlen der offiziell Erkrankten.  Dieser Farbwechsel kann zum einensymbolisch für den Anstieg der Coronazahlen verstanden werden oder als psychologische Warnung, in der Reisezeit vorsichtiger zu sein, damit sich das Virus nicht wieder sprunghaft ausbreitet.

 

https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-sm/intern/bilder/03_Gesundheit/Coronavirus_Faelle-BW_Karte.jpg

Corona Zahlen vom 06.07.2020. Quelle: Landratsamt Hohenlohekreis

Corona Zahlen vom 26.08.2020. Quelle: Landratsamt des Hohenlohekreises

Bis Ende Juni 2020 veröffentlichte das Landratsamt regelmäßig grüne Landkarten mit Zahlen der Gesundeten. Seit Anfang Juli 2020 gibt es wieder die roten Karten mit den Zahlen der offiziell Erkrankten.  Quelle: Landratsamt des Hohenlohekreises.




Nach Sechstklässler gibt es weiteren Coronafall

Am Samstag, den 18. Juli 2020, ist ein weiterer positiver Befund im Hohenlohekreis bestätigt worden, der Gesundheitszustand des Mannes ist gut. Auch hier werden umgehend die Kontaktpersonen ermittelt und die häuslich Isolation verfügt. Eine Verbindung zu der bestätigen Corona-Infektion des Kindes der sechsten Klasse der Georg-Wagner-Schule besteht. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.

Verfügung von häuslicher Isolation

„Nach wie vor ist unser oberstes Ziel, die weitere Verbreitung der Infektion zu unterbrechen“, so Annemarie Flicker-Klein, stellvertretende Amtsleiterin des Gesundheitsamtes des Hohenlohekreises. „Wir werden daher auch hier alle weiteren Maßnahmen treffen und neben den unmittelbaren Kontaktpersonen auch eine Testung bei den Kolleginnen und Kollegen im Betrieb des Mannes vorsorglich veranlassen.“

„Tragen Sie konsequent die Mund-Nasen-Abdeckung“

Landrat Dr. Matthias Neth appelliert an die Bevölkerung: „Halten Sie sich weiterhin an die Abstandsempfehlungen und tragen Sie konsequent die Mund-Nasen-Bedeckung, vor allem im öffentlichen Bereich. Wir müssen gemeinsam alles dafür tun, eine erneute flächendeckende Ausbreitung zu verhindern.“