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Corona Hotspot Hohenlohe – Was ist schiefgelaufen?

Festleskultur, zu wenig Tests, zu viele „stille“ Träger

Der Hohenlohekreis gelangte in den vergangenen Wochen zu deutschlandweiter Berühmtheit. Und das diesmal nicht durch den Schraubenmilliardär Reinhold Würth und sein Imperium mit der Schaltzentrale in Künzelsau-Gaisbach, sondern mit einem Virus, das sich rasant weltweit ausgebreitet hat.

Der Hohenlohekreis ist ähnlich wie Bergamo in Italien und das Elsaß in Frankreich als Hotspot von Coronainfizierten in den Medien genannt worden. So viele Infizierte umgerechnet auf die Einwohnerzahl gibt es derzeit nirgends sonst in Deutschland. Doch wie konnte es soweit kommen? Was ist schiefgelaufen in diesem kleinen Kreis im Norden Baden-Württembergs mit seinen rund 120.000 Einwohnern? Ein Kreis, der so ländlich geprägt und gleichzeitig so wirtschaftsstark ist wie kaum ein anderer.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn befand sich noch im Winterschlaf

Drehen wir die Zeit ein paar Wochen zurück. Wir schreiben Mitte Februar 2020. Während in China die Zahl der an Covid-19 erkrankten Fälle und auch die Todesrate sprunghaft in die Höhe schießt, schwadroniert der Bundesgesundheitsminister und damals noch potenzielle Kanzlerkandidat Jens Spahn darüber, dass er mit der CDU bei der nächsten Wahl die 30-Prozent-Hürde knacken möchte. Kein Wort zu Corona. Wir haben darüber am 14. Februar 2020 einen Kommentar mit dem Titel veröffentlicht: „Der Coronavirus kommt und ihr seid noch beim Karneval – Die Unfähigkeit der regierenden Politiker“.

Air China fliegt weiter

Air China fliegt weiter und wird noch lange weiterfliegen – aus wirtschaftlichen Gründen, wie der Münchner Merkur berichtet. Die ersten Meldungen aus dem Bundesland Bayern kommen hereingeflattert, Mitarbeiter der Firma Webasto haben sich infiziert mit dem neuartigen Coronavirus, dem man den Namen Covid-19 geben wird. Menschen, die aus China angeflogen kommen, müssen einen Fragebogen ausfüllen, auf dem sie ankreuzen, ob sie Kontakt mit Coronainfizierten hatten und damit in 14-tägige Quarantäne müssen. Das erinnert ein wenig an den Fragebogen der Vereinigten Staaten, wenn man einreist à la : Sind Sie Terrorist?

Noch Anfang März Veranstaltungsankündigungen des Landratsamtes

Es gibt zunächst kaum offizielle und einheitliche Informationsschreiben über das Virus, die Symptome, den Verbreitungsweg (wir berichteten in unserer Märzausgabe 2020). Daher kann es sich auch zunächst ungeniert in Deutschland ausbreiten. Noch Ende Februar und Anfang März 2020 veröffentlicht das Landratsamt des Hohenlohekreises Pressemitteilungen mit der Ankündigung öffentlicher Veranstaltungen, die teilweise für den 19. März 2020 terminiert sind. Am 02. März 2020, nur wenige Tage nach dem Ende der Faschingsferien, ändert sich alles. Die Stadt Künzelsau sagt alle öffentlichen Veranstaltungen, auch die Einwohnerversammlung ab.

Die offizielle Zahl des Hohenlohekreises beläuft sich anfangs noch auf Null

Das Landratsamt berichtet fortan fast täglich über die Zahl der Coronainfizierten im Hohenlohekreis, deren Zahl sich zunächst auf Null beläuft. Ein Koordinierungsstab wird gebildet, das Landratsamt verweist darauf, dass öffentliche Veranstaltungen dazu beitragen können, dass sich der Virus schneller verbreitet. Der erste offiziell als corona-positiv bestätigte Fall veröffentlichte das Landratsamt am 05. März 2020.

Aber es gibt Veranstaltungen, die nicht abgesagt werden in einem Landkreis, der geprägt ist von der Vereins- und Festleskultur, vom Ehrenamt und Zusammenhalt. Das Rebenglühen in Bretzfeld mit rund 10.000 Teilnehmern findet von 06. bis 08. März 2020 statt. Am Samstag, den 07. März 2020, gab es einen Kleinkindkleiderbasar in der Weinbrennerhalle in Untermünkheim. Am 01. März 2020 gab es noch Konzert mit mehreren Posaunenchören in einer kleinen Kirche im Ort Kupferzell. So berichtet es das Nachrichtenmagazin Focus online. Auch in Pfedelbach gibt es noch diverse Veranstaltungen, unter anderem der Weltgebetstag in Pfedelbach-Untersteinbach am 06. März 2020 sowie die Hohenlohe Rallye am 07. März 2020 – alles Städte und Gemeinden, die später zu so genannten Hotspots mutierten sollen – also wo es besonders viele Covid-Infizierte geben wird.

10. März 2020. Es gib 16 offiziell registrierte Coronafälle im Hohenlohekreis. In Kupferzell lässt das Landratsamt unter anderem durch das Technische Hilfswerk (THW) vorsorglich eine Quarantänestation in der Akademie für Landwirtschaft einrichten. Die 17 Betten sollen für Menschen sein, die sich nach einer Corona-Diagnose nicht zu Hause isolierten können oder wollen, um andere anzustecken. In der Pressemitteilung des Landratsamtes hierzu heißt es: „Das Robert Koch-Institut beurteilt die Gefährdungssituation für die Bevölkerung als mäßig.“Das wird sich kurze Zeit später ändern.

15. März 2020. „In den kommenden Tagen rechnet der Hohenlohekreis mit einem weiteren Anstieg der bestätigten Coronavirus-Fälle im Hohenlohekreis sowie der Verdachtsfälle“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes. Daher hat das Landratsamt in Zusammenarbeit mit dem THW Pfedelbach nun die Möglichkeit einer so genannten „Drive-in-Abstrichstelle“ in Belzhag bei Kupferzell geschaffen. Die Abstrichstelle wird von Ärzten der kassenärztlichen Vereinigung gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk und dem Deutschen Roten Kreuz betrieben. Ähnliche Stellen gibt es bereits in anderen Landkreisen. Das THW Künzelsau unterstützt die Umsetzung des Projekts ab Betriebsbeginn. Die Abstrichstelle beim Gesundheitsamt in Künzelsau wird ihren Betrieb einstellen.

Das Prozedere: Die Menschen, die grippeähnliche Symptome und dann noch typische Covid-Symptome haben wie trockener Husten und Atemnot, sollen sich beim Hausarzt melden. Dieser überweist sie an die Drive-In-Abstrichstelle. Erst mit dieser Überweisung wird der Abstrich in Belzhag vorgenommen.

Kein telefonisches Durchkommen bei den Hausärzten, Tage später Tests, Tage später das Ergebnis.

An dieser Stelle ergeben sich gleich mehrere Probleme: Bei den Hausärzten ist zu dieser Zeit kaum mehr ein telefonisches Durchkommen. Viele Einwohner berichten uns, dass es vom Verdacht bis zur Diagnose mehrere Tage vergehen. In dieser Zeit können wiederum andere Personen angesteckt werden, weil es zu diesem Zeitpunkt noch keine Quarantäneregulungen für diese Verdachtsfälle gibt.

17. März 2020. Der Hohenlohekreis meldet den ersten Corona-Todesfall.

18. März 2020. Nach Bayern und zahlreichen anderen Bundesländern schließt nun auch Baden-Württemberg alle Schulen und Kindergärten. Bereits Tage zuvor schloss das Ganerben-Gymnasium und die Anne-Sophie -Schule, weil sie Covid-Verdachtsfälle hatte. Die Ergebnisse lassen auf sich warten.
Zur gleichen Zeit schließen fast alle Rathäuser ihre Pforten für die Öffentlichkeit und sind fortan lediglich über E-Mail oder eingeschränkt telefonisch zu erreichen.

Niedernhalls Stadtverwaltung setzt ein Zeichen und lässt nur noch eine begrenzte Zahl an Kunden in die Supermärkte und Drogerien vor Ort. In der Kreisstadt Künzelsau gibt es in den Supermärkten in Künzelsau auch Anfang April noch keine Einlassbeschränkungen. Teilweise stauen sich die Kundenschlangen im Kaufland, weil nur zwei Kassen offen sind. Auch bei den Schutzmasken ist Niedernhalls Stadtverwaltung Vorreiter und veröffentlicht Anfang April 2020 ein Schreiben, indem die Bevölkerung gebeten wird, mitzuhelfen, 4.000 Masken herzustellen.

Lange Schlangen an den Supermarktkassen, auch als alle Alarmzeichen schon leuchten

Es gibt landesweite Kontaktsperren. Mehr als zwei Personen dürfen sich nicht mehr zu Zusammenkünften treffen – ausgenommen Familien. Bayern geht mit der meisten Anzahl an Infizierten einen Sonderweg und führt Ausgangssperren ein. Auch in Baden-Württemberg werden die Menschen angehalten, nur noch zwecks Arbeit und zum Enkaufen das Haus oder die Wohnung zu verlassen. Derweil haben die Krankenhäuser in und um den Hohenlohekreis die ersten Covid-Patienten, die
wegen starken Atemwegsproblemen ins Krankenhaus eingeliefert werden.

HK-Chefarzt kritisiert Vorgehen des Landratsamtes massiv

Trotz eines klaren „Neins“ der BBT-Gruppe, des Mehrheitseigners der Hohenloher Krankenhaus gGmbH (HK), gegenüber GSCHWÄTZ zwei Wochen zuvor, wird das Krankenhaus Künzelsau Ende März 2020 vom THW für Coronazwecke reaktiviert.Der baden-württembergische Sozialminister Manfred Lucha bekundet angesichts der Coronapandemie nun, dass auch ehemalige Krankenhausgebäude wieder genutzt werden könnten. Erst rund vier Monate zuvor, am 15. November 2020, wurde es auch federführend unter Lucha geschlossen, weil es laut dem Landkreis und dem Land Baden-Württemberg zu kostenintensiv war. Aber: Es soll nur als Isolierstation dienen, ohne medizinisches Fachpersonal und ohne Sauerstoffversorgung für Patienten mit Atemwegsproblemen. Dr. Andreas Kühn, bis 01. April 2020, Chefarzt am HK, kritisiert scharf, dass laut dem Landratsamt sowohl gesunde Risikogruppen als auch kranke Menschen mit leichten Symptomen in der Isolierstation untergebracht werden. Dieses Vorgehen sei „absolut fahrlässig“. Kühn warnt öffentlich davor, als Gesunder in die Isolierstation zu gehen, da die Ansteckungsgefahr zu groß sei.

Ärzte im Hohenlohekreis schlagen Alarm

Hohenlohe: Viele Jahre wurde an den Krankenhausmitarbeitern gespart – Anfang des Jahres klagten Mitarbeiter noch gegen Arbeitsverträge

Am 22. März 2020 meldet das Landratsamt die offizielle Zahl von 350 Infizierten.

Landrat Dr. Matthias Neth ruft öffentlich nach Spenden von Schutzkleidung wie Schutzmasken auf. Zusätzlich werde medizinisches Personal benötigt. Woran derzeit keiner mehr denkt: Noch Anfang des Jahres klagten Mitarbeiter des seit vier Monaten geschlossenen Krankenhauses in Künzelsau gegen die HK vor, weil sie wesentlich schlechtere Arbeitsverträge angeboten bekommen haben https://www.gschwaetz.de/2020/02/06/keinen-lohn-keine-krankenversicherung-mehr-2-mitarbeiterinnen-verklagen-hk/

Auch medizinisches Personal muss man sich eben leisten können. Vor der Seuche konnte der Hohenlohekreis es nur noch eingeschränkt. Und jetzt?

Vor den Hilfsrufen des Landrats hat er noch zwei Videos veröffentlicht, in welchen er unter anderem die Bvölkerung dazu aufruft, zu Hause zu bleiben, um die Schwachen und Alten zu schützen. Es gehe „um Leben und Tod“.

Es gehe um Leben und Tod

Teile der Hohenloher Bevölkerung sind irritiert angesichts der relativ niedrigen offiziellen Zahl an Infizierten auf der einen und den Maßnahmen, die der Hohenlohekreis parallel dazu derzeit ergreift, auf der anderen Seite.

Allerdings darf man dabei mehrere Dinge nicht außer Acht lassen.

Die Zahl der offiziell bestätigen Fälle wächst schnell an. Am Tag zuvor waren es „nur“ 300 Fälle, zwei Tage später über 400. Bei einerm derartigen Wachstum ist der Sprung zu einer vier- oder gar fünfstelligen Zahl nicht mehr weit.

Der exponentielle Anstieg der Infektionszahlen, vor dem zahlreiche Experten warnen (je höher die Zahl, umso schneller der Anstieg) sieht man besonders deutlich an den Zahlen der Infizierten in Baden-Württemberg. Ende März 2020 wächst die Zahl der Coronafälle pro Tag vierstellig. Am 28. März 2020 sind es fast 11.000 offiziell erfasste Coronafälle im Ländle – Tendenz weiter stark steigend. Vier Wochen zuvor waren es noch eine Handvoll.

Zahlreiche Coronainfizierte werden nicht erfasst

Das Problem bei dieser Statistik ist: Es werden längst nicht alle Coronainfizierte erfasst. Die Dunkelziffer ist daher weitaus höher. Kritiker würden jetzt sagen: Das war noch nie anders.

Die gefährlichsten Verbreiter, nämlich Infizierte ohne Symptome, werden nicht getestet

Stimmt. Besonders die Coronainfizierten ohne Symptome werden und wurden im Hohenlohekreis in der Regel nur erfasst, wenn es sich um Kontaktpersonen handelt, also Personen, die mit Infizierten Kontakt hatten. Eine pauschale Testung aller Einwohner, etwa in Hotspots wie Kupferzell, Bretzfeld oder Pfedelbach oder eine pauschale Testung aller Besucher einer Veranstaltung mit Coronainfzierten wurde bislang nicht gemacht. So hätte man aber gerade die vielen „stillen“, weil symptomlosen Träger in Quarantäne schicken können, bevor sie andere Menschen anstecken.

Nichtsdestotrotz testen die Hausärzte im Hohenlohekreis zuerst im Gesundheitsamt in Künzelsau, dann an einer provisorisch eingerichteten so genannten Drive-In-Abstrichstelle in Belzhag im März 2020 zahlreiche Menschen mit Teststäbchen, an einem Tag nicht selten zwischen 100 und 200. Das Problem: Diese Teststäbchen sind mittlerweile nur noch in begrenzter Anzahl vorhanden. Ein deutschlandweites Problem. Getestet werden daher in der Regel nur noch „Härtefälle“ mit schwerem Verlauf, die ins Krankenhaus müssen und man vorher abklären muss, ob sie eine starke Grippe oder Corona haben, um im Krankenhaus nicht wieder andere zu infizieren.
Bereits in der letzten Märzwoche finden wesentlich weniger Testungen statt, teils nur noch 16 pro Tag. Damit einhergehend steigt auch die offizielle Zahl von Coronainfizierten im Hohenlohekreis weniger stark an. Denn: Nur die mittels Teststäbchen im Labor getesteten Infizierten fließen in die offizielle Coronastatistik mit ein.

Diese so genannten klinischen Diagnosen der Ärzte fließen aber nicht in die offizielle Zahlenstatistik des Landratsamtes mit ein. 

Zweistellige Zahl an Arztpraxen musste schließen

Hinzu kommt: Eine ärztliche Diagnose ist gar nicht mehr so einfach zu bekommen. Eine zweistellige Zahl an Arztpraxen im Hohenlohekreis hat seit Mitte März 2020 in den vergangenen zwei Wochen, nachdem Ärzte und/oder Personal erkrankt sind, (vorübergehend) schließen müssen. Bei leichten Symptomen verzichten daher auch Menschen darauf, den Arzt zu konsultieren, solange die Symptome nicht schlimmer werden. Auch diese Fälle sind nicht von der Statistik erfasst.

Das Problem mit der nachträglichen Ermittlung aller Kontaktpersonen.

Die so genannten Hotspots in Hohenlohe – Pfedelbach, Kupferzell und Bretzfeld – sind vornehmlich entstanden durch öffentliche Veranstaltungen, bei denen sich einige Menschen infiziert haben. Das Landratsamt des Hohenlohekreises hat erklärt, dass eine Rückvollziehbarkeit von Kontaktpersonen etwa an der Großveranstaltung „Rebenglühen“ in Bretzfeld mit einer fünfstelligen Teilnehmerzahlschier schier unmöglich sei. Diese öffentliche Erklärung erfolgte allerdings erst über zwei Wochen nach der eigentlichen Veranstaltung.

Was bedeutet eine steigende Zahl an Infizierten für die Krankenhäuser im Hohenlohekreis und im Umland?

Krankenhäuser haben nicht unbegrenzte viele Intensivplätze (mit Beatmung), die man bei schweren Coronaverläufen braucht. Auch wenn das Krankenhaus in Öhringen derzeit nochmal mehr Intensivplätze mit Beatmung geschaffen hat (maximal 12 sind laut Aussagen von hiesigen Ärzten möglich), ist das Krankenhaus von der Corona-Intensivbelegung bereits nahezu ausgelastet. Coronapatienten werden schon jetzt teilweise weitergeleitet in die Kliniken nach Heilbronn und Ludwigsburg. Zumal das Krankenhauspersonal in Öhringen unter erschwerten Bedingungen arbeitet, da sie Coronapatienten von anderen Patienten trennen muss – in den normalen Stockwerken wie auch in der Intensivstation. Ein vollkommen separates Haus wie etwa in Schwäbisch Hall gibt es für Coronapatienten in Öhringen nicht.

Das ehemalige Krankenhaus in Künzelsau wäre prädestiniert dafür, das Krankenhaus Öhringen zu entlasten, sollte die Coronawelle von Italien und Frankreich zu uns überschwappen.

Aber dafür muss der Kreis jetzt alle Vorkehrungen treffen, um für den Ernstfall, gewappnet zu sein.

Besonders bitter: Weder das Landratsamt des Hohenlohekreises noch das Sozialministerium des Landes Baden-Württemberg haben bislang gegenüber der Presse (Stand: 30.03.2020) auch auf mehrfache Nachfrage hin keine Zahlen über die klinischen, also die ärztlichen Corona-Diagnosen veröffentlicht. Dann hätte man vermutlich ein wesentlich realistischeres Bild hinsichtlich der Anzahl der Infizierten. Die offiziell über das Labor positiv getesteten Infizierten liegt laut dem Landratsamt bei 453 Infizierten im Hohenlohekreis (Stand: 30.03.3030).

 




Hohenlohe: Arztbesuche nur in dringenden Fällen

„Als Erstes sollten Patienten sich fragen, ob ein Arztbesuch wirklich dringend notwendig ist“, so Dr. Antje Haack-Erdmann, Amtsleiterin des Gesundheitsamtes, in einer Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis. Jeder verschobene Termin hilft den Ärzten, denn die Praxen und die Krankenhäuser arbeiten zunehmend an ihrer Belastungsgrenze. Die Bevölkerung wird daher gebeten, nur in absoluten Notfällen Arztbesuche zu tätigen. Routineuntersuchungen, Gesundheits-Checks und Vorsorgeuntersuchungen sollen verschoben werden. Rezepte oder Krankmeldungen können oft auch telefonisch angefordert werden.

In der derzeitigen Situation ist es sehr wichtig, dass die Ärzte und das medizinische Personal vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt werden. Da Infizierte schon ansteckend sind, bevor sie selbst Krankheitssymptome aufweisen, besteht für den Arzt mit jedem Patientenkontakt ein potentielles Ansteckungsrisiko. Deshalb stehen alle Arztbesucher in der Verantwortung, die Personalressourcen zu schonen.

Wer vermutet, selbst mit dem Coronavirus infiziert zu sein, sollte nie persönlich vorbeikommen, sondern nur telefonisch Kontakt mit dem Hausarzt aufnehmen. Der Arzt entscheidet am Telefon, ob ein Abstrich vorgenommen wird. Dies ist nach aktuellem Stand nur dann der Fall, wenn eine Person Symptome einer Erkrankung der oberen Atemwege aufweist und zusätzlich Kontakt zu einem Infizierten gehabt hat beziehungsweise in den vergangenen 14 Tagen aus einem Risikogebiet eingereist ist.

Zu allen Fragen rund um das Thema Corona steht das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises unter dem Bürgertelefon 07940/18 888 zur Verfügung. Viele Informationen sind auch auf der Homepage des Landkreises unter http://www.hohenlohekreis.de eingestellt.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis




Corona in Hohenlohe – Neue Homepage zu aktuellen Entwicklungen

Das Landramtsamt Hohenlohekreis hat unter http://www.corona-im-hok.de eine neue Homepage online gestellt, über die künftig die Menschen über aktuelle Entwicklungen zum Thema Coronavirus informiert werden. Hier gibt es immer die aktuellsten Hinweise über Entscheidungen und fundierte Sachinformationen. So wird der Ablauf erklärt, der bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus einzuhalten ist. Es gibt Antworten zu den häufigsten Fragen, aber auch Informationen für Unternehmen und alles rund um die Themen öffentliche Sicherheit und Ordnung sowie die öffentliche Infrastruktur. Auch Videos und Links zu dem Thema sind auf der Seite zu finden.

Die Seite wird laufend aktualisiert. Sie ist auch über eine Weiterleitung von http://www.hohenlohekreis.de erreichbar. 




Hohenlohe: FDP verschiebt Nominierung der Kandidaten zur Landtagswahl

Aufgrund der Corona-Krise wird die Nominierungsveranstaltung der FDP Hohenlohe zur Aufstellung des Kandidaten zur Landtagswahl verschoben. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Die Einladungen sind laut Landessatzung bis spätestens 20 Tage vor der Wahlkreiskonferenz abzusenden. Den Termin zur Einreichung hat der Innenminister aber noch nicht bekanntgegeben.

Auch in den nächsten Wochen wird die FDP Hohenlohe keine Veranstaltungen oder Infostände durchführen. Partei-Mitglieder in der Verbandsversammlung, dem Kreistag oder den Gemeinderäten stehen aber weiterhin per E-Mail oder telefonisch zur Verfügung. Nach Rücksprache mit Schatzmeister Uwe Wirkner soll der Mitgliedsbeitrag erst in der zweiten Jahreshälfte eingezogen werden. In besonderen Fällen könnte er auch gestundet werden.

Quelle: Pressemitteilung der FDP Hohenlohe

Uwe Wirkner. Foto: FDP Hohenlohe




Hohenlohe: Standorte von Defibrillatoren – Achtung: nur einsetzen, wenn kein Puls mehr fühlbar

Das Landratsamt Hohenlohekreis hat in Zusammenarbeit mit der Gesundheitskonferenz des Hohenlohekreises einen Flyer zu den Standorten von Defibrillatoren im Landkreis erstellt. Die Flyer liegen im Foyer des Landratsamtes in Künzelsau und bei den Bürgermeisterämtern aus oder können auch telefonisch unter Telefon 07940/18 361 angefordert werden.

Standorte sind zum Beispiel an der Stadthalle und am Landratsamt in Künzelsau, in der Hauptstraße in Weißbach, an der Stadthalle in Neuenstein, an der alten Schule in Dörrenzimmern oder an der Kultura in Öhringen. Wo genau die Defibrillatoren zu finden sind, ist auf einer interaktiven Karte auf der Homepage des Landratsamtes unter dem Link https://lra-hok.maps.arcgis.com/apps/SimpleViewer/index.html?appid=123ba9305e564ed3ab0528c2f15a7f33 zu sehen.

Defibrillatoren werden eingesetzt, wenn eine Person Herzkammerflimmern / Herzrhythmusstörungen (ausgelöst durch einen Herzinfarkt) hat und es infolgedessen zu einem „plötzlichen Herztod“ kommen kann. Dieses Krankheitsbild hat in der Regel zur Folge, dass die betroffene Person keinen Puls mehr hat. 

Die Defibrillation (lat. de ‚ab‘, ‚weg‘ und engl. fibrillation ‚Flimmern‘) ist eine Behandlungsmethode, bei der durch starke Stromstöße die normale Herzaktivität wiederhergestellt werden soll. Das verwendete Gerät nennt man Defibrillator oder im Fach-Jargon Defi.

Der Betroffene kann bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand weißlich blass oder blau aussehen und bewusstlos sein. Achutung: Defibrillatoren dürfen nur eingesetzt werden, wenn kein Puls mehr vorhanden ist. Dann heißt es: schnell handeln: eine Person setzt den Notruf ab, eine andere beginnt mit der Herzdruckmassage. Daran anschließend beginnt man direkt mit dem Defibrillieren. Personen, die unterkühlt sind und auf nassem Untergrund liegen dürfen nicht defibrilliert werden.

In der Regel gibt es im Hohenlohekreis in jedem Ort / in jeder Gemeinde, wo öffentlich Defibrillatoren zur Verfügung stehen, ehrenamtliche Personen, die eine Schulung bekommen haben, wie man Defibrillatoren anwendet.

 

Auf der interaktiven Karte sind die Standorte der Defibrillatoren im Hohenlohekreis zu finden. Screenshot: GSCHWÄTZ

 




Hohenlohe: Uwe Wirkner und Uwe Köhler bewerben sich als FDP-Landtagskandidaten

Bei einer Sitzung des Kreisvorstandes der Freien Demokraten meldeten sowohl Uwe Wirkner aus Öhringen wie auch Uwe Köhler aus Ohrnberg ihre Kandidatur als Landtagskandidat im Wahlkreis 21 Hohenlohe an. Die Nominierung soll am Freitag, den 03. April 2020, im Schlosshotel in Ingelfingen erfolgen. 

Der 55-jährige Uwe Wirkner ist Sozialversicherungsangestellter und verheiratet. Der stellvertretende FDP-Kreisvorsitzender und Kreisschatzmeister wohnt in Öhringen und gehört zu den Delegierten des Landesparteitages. Uwe Köhler ist 58 Jahre alt und Verleger. Er ist in einer Lebensgemeinschaft und hat ein Kind sowie einen Enkel. Der Öhringer Stadtrat wohnt in Öhringen-Ohrnberg.

Der nächste Landtagswahl in Baden-Württemberg ist 2021.

Quelle: Pressemitteilung des FDP-Kreisverbands Hohenlohe

Uwe Wirkner. Foto: FDP Hohenlohe

Uwe Köhler. Foto: FDP-Kreisverband Hohenlohe

 




Bedingt einsatzbereit – Rettungsdienst nur eingeschränkt unterwegs

Allein im Dezember 2019 waren die Rettungsfahrzeuge des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Hohenlohekreis viermal nicht voll einsatzbereit. Dies bestätigte DRK-Kreisgeschäftsführer Bernd Thierer gegenüber GSCHWÄTZ. Das wäre im Durchschnitt mindestens einmal wöchentlich. Aber was heißt überhaupt voll einsatzbereit?

Am 11., 15., 16. sowie 23. Dezember 2019 war der Rettungsdienst nur eingeschränkt unterwegs. Das heißt konkret: An allen genannten Tagen war das Notarzteinsatzfahrzeug in Westernhausen nicht besetzt. Der Notarzt musste auf dem Rettungswagen mitfahren. 

Angespannte Personalsituation

Thierer verweist auf die schwierige Personalsituation, die das DRK habe: „In Baden-Württemberg besteht im Bereich der Notfallrettung flächendeckend eine sehr angespannte Personalsituation. Die planerischen Herausforderungen bei der Besetzung der Rettungsmittel durch den Personalmangel können derzeit nahezu vollständig kompensiert werden durch die bestehende Bereitschaft zur Leistung von Überstunden durch unsere Mitarbeiter. Bei kurzfristigen krankheitsbedingten Ausfällen von Mitarbeitern muss allerdings umgehend darauf reagiert und geeignete Maßnahmen für die Schicht ergriffen werden. Hierzu wurde an den betreffenden Tagen statt eines eigenständigen NEF (Notarzteinsatzfahrzeug), ein NAW (Notarztwagen im Kompaktsystem) an der Rettungswache am Standort Westernhausen betrieben.“

Rettungsdienstler bemängeln, dass dadurch der Notarzt nicht mehr unabhängig agieren könne und eventuell bereits früher zu der nächsten Unfallstelle aufbrechen müsse, sondern dadurch gebunden an den Notarztwagen sei, in dem er mitfahren müsse. Angesichts der angespannten Personalsituation, mit der das DRK bereits seit mehreren Jahren zu kämpfen hat (wir berichteten), stellt sich die Frage, mit welchem Personal die zusätzliche Rettungswache in Kirchensall (und möglicherweise in Stachenhausen), die angekündigt wurde (wir berichteten), betrieben werden soll.

Immer wieder war im Zuge der Krankenhausschließung im Gespräch, den Rettungsdienst finanziell und personell zu stärken. So wirklich stark wirkt er momentan allerdings nicht.

DRK sucht Rettungsdienstler

Das Deutsche Rote Kreuz Hohenlohe sucht Rettungsdienstler.
Anforderungen: abgeschlossene Ausbildung zum Rettungssanitäter, Führerschein Klasse B (langfristig C1), persönliches Engagement und soziale Kompetenz. Die Bewerber sollten die Bereitschaft zur Teilnahme am Schichtdienst und kontinuierlicher Weiterbildung mitbringen.

Mehr Informationen: http://www.drk-hohenlohe.de




Hohenlohe: Neujahrsempfänge der SPD & AfD dieses Wochenende

Zum Neujahrsempfang am Beginn eines neuen Jahrzehnts lädt der SPD-Kreisverband Hohenlohe, der SPD-Ortsverein Künzelsau-Ingelfingen und die SPD-&-Grüne Gemeinderatsfraktion Künzelsau alle Bürger der Stadt und des Landkreises am Sonntag, den 26. Januar 2020, um 11 Uhr in die Stadthalle Künzelsau ein. „Die Sorgen um den Klimawandel, der Einsatz für Frieden und gutes Miteinander, das Ringen um notwendige gesellschaftliche Veränderungen in Arbeitswelt, Wirtschaft, Handel, Verkehr, nachhaltiges Wohnen und Leben in unseren Städten und Dörfern verlangen politische Antworten, die in die Zukunft tragen, auf allen politischen Ebenen“, so die SPD in ihrer Ankündigung auf der Internetseite der Stadt Künzelsau. Der baden-württembergische SPD Generalsekretär und Landtagsabgeordnete Sascha Binder wird als Hauptreferent sprechen. Sozialdemokraten aus Kreistags- und Gemeinderatsmitglieder stehen zu lokalen Themen bereit. 

Zum Neujahrsempfang am Freitag, den 24. Januar 2020, lädt der AfD-Kreisverband Hohenlohe/ Schwäbisch Hall um 19 Uhr in den Kleinen Saal der Stadthalle Niedernhall. Der Landtagsabgeordnete Anton Baron wird über die derzeitige Klimapolitik sprechen, die die kleinen Landwirte und die Automobilindustrie laut Baron bedrohe. Gastredner ist der Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmaier. Er wird über Entwicklungshilfe referieren. Frohnmeier befürwortet die „Hilfe zur Selbsthilfe“, die er in Niedernhall vorstellen will. 

 Quelle: Pressemitteilung sowie Internetseite der Parteien / Städte und Gemeinden

AfD-Veranstaltung am 02. Februar 2019 in Niedernhall. Foto: GSCHWÄTZ




Schwäbisch Hall: Benefizkonzert für das Auszeithaus Hohenlohe e.V.

Zur Unterstützung des Auszeithaus Hohenlohe e.V. gibt der Gitarrist und Songwriter Michael Breitschopf aus Niedernhall am Sonntag, den 26. Januar 2020 ein Benefizkonzert. Einlass in der Kulturscheune im Theurerweg 2 in Schwäbisch Hall ist um 18 Uhr. Es gibt außerdem Häppchen, Getränke und Sekt.  

Das Auszeithaus entsteht im ehemaligen Dorfgasthaus „Rose“ in Forchtenberg-Wohlmuthausen. Hier sollen Menschen in vielfältigen Belastungssituationen ihres Alltags eine begleitete Auszeit finden können. Nach dem Umbau wird die Einrichtung über neun Einzelzimmer verfügen. Darüber hinaus gibt es einen Seminar- und Meditationsraum, einen Speise- und Begegnungssaal mit Kamin und Brotbackofen sowie eine kleine Teeküche und einen Besprechungsraum.

Eine qualifizierte Gesprächsbegleitung sowie verschiedene spirituelle, kreativ-künstlerische oder auch heilpraktische Angebote sollen die heilsame Wirkung der Rückbesinnung auf sich selbst unterstützen. Der Verein Auszeithaus Hohenlohe e.V. gründete sich im November 2018 mit Frauen und Männern, die sich aus dem christlichen Menschenbild heraus für den Einzelnen engagieren. Unabhängig von Religion, Herkunft und sozialem Status. Vorsitzender ist Pfarrer Klaus Kempter.

Weitere Informationen unter http://www.auszeithaus-hohenlohe.de.

 

 

 




Hohenlohe: Probealarm im gesamten Kreis

Am Samstag, den 4. Januar 2020, findet der nächste turnusmäßige Probealarm der funkansteuerbaren Sirenen für die Feuerwehren des gesamten Hohenlohekreises statt. In allen Gemeinden und Ortsteilen werden die funkansteuerbaren Sirenen zwischen 11 und 12 Uhr ausgelöst.

Seit 1975 informieren bundesweit einheitliche Sirenensignale die Bevölkerung vor Katastrophen aller Art. Grafik: Landratsamt Hohenlohekreis