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„Komm, bau ein Haus, das uns gefällt“

„Komm, bau ein Haus, das uns gefällt“, singen rund zwanzig fröhliche Kindergartenkinder laut bei dem Spatenstich für die neue Grundschule im Neubaugebiet Limespark. Dort entsteht nun fußläufig gegenüber vom Kindergarten eine vierzügige Grundschule mit Zweifeldsporthalle, die auch Vereinen zur Verfügung stehen wird. Im Beisein von Oberbürgermeister Thilo Michler und dem leitenden Architekten Michael Viktor Müller von mvm + starke architekten aus Köln, wurde am Dienstagnachmittag, den 27. September der offizielle Spatenstich gesetzt. Die Stadt rechnet mit Investitionskosten von rund 27 Millionen Euro. Für den Neubau wurde ein Förderantrag gestellt, der zum Teil noch nicht beschieden ist. Es wird von rund fünf Millionen Euro Förderung ausgegangen. Fertigstellung ist für September 2024 geplant.

Öhringen ist zentraler Bildungsstandort in Hohenlohe mit allen Schulformen

„Das Thema Bildung ist für uns aktuell der wichtigste Investitionsschwerpunkt. Wir sind ein zentraler Bildungsstandort in Hohenlohe mit allen Schulformen. In städtischer Trägerschaft sind sieben Schulen und elf Kindergärten. Ob diese nun entstehende moderne neue Grundschule mit Sporthalle, der Neubau und Sanierung des HGÖ, die neue Mensa der Hungerfeldschule, der Anbau am Rosenbergkindergarten oder die 58 städtischen Spielplätze: Wir investieren in unsere Kinder und unsere Zukunft“, sagt OB Thilo Michler.

Der OB bedankte sich auch beim pädagogischen und sportlichen Expertiseteam im Zuge der Planungen der neuen Grundschule. Es bestand aus zwei Lehrkräften der Grundschule Cappel, Christine Janke und Eva Hablitzel, und zwei Vertretern der TSG Öhringen: Uschi Greth-Zubke und dem ehemaligen Geschäftsführer Michael Dehn. Der OB dankte auch den Planern, Ingenieuren, dem Gemeinderat und allen Anwohnerinnen und Anwohnern für die gute Zusammenarbeit. Die Grundschule Cappel wird bei Fertigstellung in den Neubau aufgehen. Voraussichtlich werden dann eine vierte Klasse, zwei dritte Klassen, drei zweite Klassen und vier erste Klassen im September 2024 in der neuen Schule starten. Über die Nachnutzung des Gebäudes in der Schulstraße ist noch nicht entschieden.

Modernes Konzept mit Lernhäusern und „LernLoggien“

Im Vorfeld der Planungen für die neue Grundschule mit Sporthalle wurde ein Architektenwettbewerb ausgelobt. 115 Büros hatten sich beworben. Das Preisgericht tagte am 4. Mai 2021. Sieger wurde das Kölner Architekturbüro mvm + starke architekten mit clubL94 Landschaftsarchitekten. Am 22. Februar 2022 wurde die Planung mit Bauantrag dem Öhringer Gemeinderat vorgestellt und beschlossen.

Visualisierungen der neuen Grundschule im Limespark © mvm + starke Architekten, Köln

Die Schule als dreigeschossiger Baukörper und die Mehrzweck-Sporthalle bilden baulich und gestalterisch ein zusammenhängendes Gebäudeensemble mit gemeinsamen Eingangsbereich am neuen Quartiersplatz. Das Erdgeschoss der Schule mit Foyer, Aula, Mensa, der Verwaltung und den Fachklassen, ist den übergeordneten Funktionen und Lehrbereichen vorbehalten. Mittels mobiler Trennwände können Foyer, Mensa, Cafeteria und Musikraum zu einer großen Aula für Veranstaltungen zusammengeschaltet werden. Über eine zentrale, großzügige Treppenanlage kombiniert mit Sitzstufenbereichen werden die beiden baugleichen Obergeschosse erschlossen. Je Obergeschoss werden zwei Jahrgangsstufen in eigenständigen „Lernhäusern“ untergebracht. Das Zentrum eines jeden Lernhauses bildet ein offener Lernraum. Mit transparenten Türen und Flurwänden grenzen alle Klassen, die paarweise durch einen Gruppen- und Ganztagsraum ergänzt werden, an diesen zentralen Raum. Die offenen Lernräume werden durch ein weiteres, außenräumliches Raumangebot, die „LernLoggia“ ergänzt.

Die Sporthalle wird ausschließlich ebenerdig organisiert. Der Zugang vom Quartiersplatz über ein großzügiges Foyer sowie die synergetische Mitnutzung des unmittelbar angrenzenden Küchenbereichs der Schulmensa unterstreichen die multifunktionale Nutzung der Sporthalle als Mehrzweckhalle und deren Stellung im neuen Stadtteilzentrum

Visualisierungen der neuen Grundschule im Limespark © mvm + starke Architekten, Köln

Die Gebäude werden im Wesentlichen als Stahlbetonmassivbauten mit einer Fassadenbekleidung aus vorgemauerten Ziegelsteinen bzw. vorgehängten Stahlbetonfertigteilen ausgeführt. Fensterelemente aus Holz-Aluminium mit 3-Fachisolierverglasung, das Holzbindertragwerk der Sporthalle, Anschluss an die Nahwärme sowie intensiv begrünte Dachflächen mit Photovoltaikanlage runden die wertige und auf Nachhaltigkeit ausgelegte Gebäudehülle ab.

Ergänzt wird der Neubau der Grundschule durch den neuen, nördlich an das Schulgelände angrenzenden Quartiersplatz als Stadtteilzentrum mit Mischnutzung, der auch Hauptzugangsbereich zur Schule wird. Hier ist eine Bauzeit von ca. sechs Monaten vorgesehen. Baustart ist März/April 2024. Zeitgleich zur Schuleröffnung im September 2024 soll der Platz fertig sein. Die Kostenberechnung für das gesamte Platzareal beläuft sich auf insgesamt ca. 3,2 Millionen Euro brutto.

Pressemitteilung Große Kreisstadt Öhringen




Grundschule 7 Millionen teurer als geplant

Im Öhringer Limespark soll eine vierzügige Grundschule mit Zweifeld-Sporthalle gebaut werden. Im November 2021 wurde der Planungsentwurf samt Kostenberechnung den Fraktionsvertretern vorgestellt und von diesen, mit kleinen Änderungswünschen verbunden mit einer Kostenreduktion im Bereich der Fassade und den Freianlagen, freigegeben.

Kosten in der Planungsphase erhöht

In der weiteren Planung ergaben sich allerdings zusätzliche Anforderungen: Aufgrund der Höhensituation der Ströllerbachallee und der daraus resultierenden, gefälligen Platzsituation muss das Gebäude um 35 cm angehoben werden. Bezüglich des Bodenmanagements ist der Aufwand durch Gesetzesverschärfungen höher geworden. Der Brandschutz muss berücksichtigt werden. Inflation und Preissteigerungen bei der Möblierung, Photovoltaikanlage und Dachbegrünung kommen dazu. Seit der Kostenschätzung von Anfang November 2021 mit rund 20 Mio. Euro ist nun mit Kostensteigerungen zu rechnen.

Noch kein Zuschussbescheid

Die aktuelle Kostenberechnung sieht knapp 27 Mio. Euro brutto vor. Im Haushalt sind bis ins Jahr 2025 nur 20 Mio. Euro finanziert. Die jeweiligen Haushaltspläne werden entsprechend des Projektverlaufs nachjustiert. Für den Neubau der Grundschule und der Sporthalle wurde ein Förderantrag gestellt, bislang liegt allerdings noch kein Zuschuss-Bescheid vor. Es wird von ca. 5 Mio. Euro Förderung ausgegangen. In seiner Sitzung am 22. Februar hat der Gemeinderat der vorgestellten Planung und den dazugehörigen Kosten zugestimmt. Die entsprechenden Haushaltsmittel werden in den kommenden Jahren finanziert.

Pressemitteilung Große Kreisstadt Öhringen

 




„Wir sprechen über Dich“

Am 09. Mai 2021 wäre Sophie Scholl 100 Jahre alt geworden, was in ihrem Geburtsort Forchtenberg mit verschiedenen Aktionen gefeiert wurde (GSCHWÄTZ berichtete unter https://www.gschwaetz.de/2021/05/11/jeder-ist-verantwortlich-fuer-das-was-er-geschehen-laesst/). Auch das Kollegium der Geschwister-Scholl-Schule in der Kochertalgemeinde hat sich etwas Besonderes für diesen Tag einfallen lassen und ein Video mit Kindern aus der Notbetreuung gedreht. Die Lehrerinnen halten kleine Plakate in die Kamera, auf denen unter anderem steht: „Gerne hätten wir Dich persönlich kennengelernt und mit Dir gefeiert.“ Was aber nicht möglich ist, denn Sophie Scholl wurde bekanntlich am 22. Februar 1943 in München von den Nationalsozialisten hingerichtet.

„Wir haben unheimlich viel über beide gelernt“

Welchen Stellenwert das Mitglied der Weißen Rose in der Forchtenberger Grundschule genießt, bringt auch der Satz „Du bist bis heute Vorbild und wir sprechen über Dich“ in dem Video zum Ausdruck. „Wir sind glücklich, dass unsere Schule den Namen Geschwister Scholl trägt“, sagt Rektorin Petra Schüler in einer kurzen Ansprache. Sie bedauert, dass die große geplante Geburtstagsfeier wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte. „Wir haben uns ganz viel vorbereitet schon zum 75. Todestag der Geschwister Scholl und haben unheimlich viel über beide gelernt.“ Auch die Schüler:innen wüssten ganz genau, wer die Geschwister Scholl waren.

„Unsere Kinder können in Freiheit aufwachsen“

„Wir sind ziemlich stolz auf Sophie Scholl, dass sie in einer solchen Zeit auch den Mut hatte, etwas zu sagen“, so die Schulleiterin weiter. „Wer aus einem totalitären Regime kommt, weiß, wie schwierig das ist und wie mutig, Aussagen zu treffen, bei denen man immer an der Grenze zum Gefängnis oder zum Tod steht.“ Petra Schüler ist glücklich, dass „wir heute Demokratie haben und unsere Kinder in Freiheit aufwachsen können“. Das habe man sicherlich auch den Geschwistern Scholl zu verdanken.

Zeichen der Hoffnung

Wie es sich für einen ordentlichen Geburtstag gehört, lassen Lehrerinnen und Schüler:innen bunte Luftballons in den grauen Forchtenberger Himmel aufsteigen – ein Zeichen der Lebensfreude und der Hoffnung.

Mit kleinen Plakaten erinnern die Lehrerinnen an die Widerstandskämpferin. Screenshot: GSCHWÄTZ

Luftballons als Zeichen der Lebensfreude und Hoffnung. Screenshot: GSCHWÄTZ




„Definitiv psychische und physische Schäden für die Kinder“

„Wir streiken!“, steht auf einem Plakat. Auf anderen: „Mit Maske kann ich mich nicht konzentrieren“ oder „Mit Kopfweh kann ich nicht lernen, ich komme nicht mehr in die Schule“. Diese und viele weitere Plakate haben vor kurzem einige Eltern, eine Oma und mehrere Kinder in einer spontanen Aktion im Eingangsbereich der Zweiflinger Grundschule aufgehängt. Sie wollten damit gegen die Maskenpflicht im Unterricht protestieren, die seit Montag, den 22. März 2021, auch für die Schüler an Baden-Württembergs Grundschulen gilt, und darauf aufmerksam machen, was sie überhaupt für die Kinder bedeutet. Sie wollten „die anderen Mütter aufwecken und ermutigen“. Zuvor mussten Grundschüler die Masken in der Schule lediglich dann tragen, wenn sie von ihrem Platz aufstehen wollten. Die Plakate wurden jedoch kurz danach vonseiten der Schule und der Gemeindeverwaltung, nachdem die Eltern die Schule verlassen hatten, wieder abgehängt.

„Es ist doch normal, dass sich Eltern einsetzen, wenn es um ihr Kind geht“

„Die Aktion war impulsiv“, erklären die drei Mütter Helena Köhler, Tamara Wieland und Melanie Bräuninger. „Aber es ist doch normal, dass sich Eltern einsetzen, wenn es um ihr Kind geht.“ Jede Mama tue doch nur ihr Bestes fürs Kind. „Wir hätten das genehmigen lassen sollen“, merken sie selbstkritisch an. Wie sie erfahren haben, hat Bürgermeister Klaus Gross die Schilder wieder abgehängt, damit die Grundschüler am nächsten Schultag nicht damit konfrontiert werden. „Er hätte auch früher kommen und mit uns reden können“, meinen sie. Man hätte das Ganze als Diskussionsgrundlage aufgreifen können.

„Vertrauen in die Politik ist längst verloren“

Wichtig ist den drei Frauen zu betonen, dass ihr Protest weder gegen die Lehrer ihrer Kinder, noch die Schule oder die Gemeindeverwaltung gedacht ist. „Die Lehrer und die Rektorin hier in Zweiflingen haben Verständnis für die Sorgen der Kinder und unterstützen die Eltern, wo sie können“, sagen sie. Dagegen hätten sie das Vertrauen in die Politik längst verloren und befürchten, dass „die Kinder untergehen“. Die Eltern fragen sich auch, wieso die Masken bei negativen Corona-Tests nicht abgenommen werden könnten.

„Maskenpflicht an Schulen ist durch das Kultusministerium vorgegeben“

Auf GSCHWÄTZ-Nachfrage verweist Gudrun Schreiber, Rektorin der Zweiflinger Grundschule, darauf, „dass die Maskenpflicht an Schulen durch das Kultusministerium im Rahmen einer Verordnung vorgegeben ist“. Dazu würden die Meinungen der Eltern weit auseinandergehen. „Die Meinungsfreiheit ermöglicht uns verschiedene Meinungen zu haben und diese auch zu äußern“, signalisiert sie dafür Verständnis. Sie sagt aber auch: „Die Aktion war eine unerlaubte Plakatierung an der Schule. Dies wurde von uns behoben.“ Mit einer der betroffenen Mütter hätte sie anschließend noch ein Telefongespräch gehabt. Dabei „fand ein offener sachbezogener Austausch statt“.

„Angst, dass die Lehrerin sie nicht versteht“

„Meine Tochter hatte Tränen in den Augen“, sagt Helena Köhler aus Zweiflingen, deren Kind in die zweite Klasse geht, aber weiterhin von zu Hause aus lernt. „Sie hat Angst, dass ihre Lehrerin sie mit Maske nicht verstehen kann und traut sich auch gar nicht, damit zu reden.“ Das Mädchen würde es noch mitmachen, wenn sie die Maske nur beim Verlassen des Platzes aufsetzen müsste. Über den ganzen Unterricht hinweg aber nicht. Ihre Mutter denkt, dass dieMaskenpflicht „definitiv psychische und physische Schäden für die Kinder“  nach sich zieht.

Mimik kann wegen der Maske nicht erkannt werden

Melanie Bräuninger vom Schießhof gibt zu bedenken, „dass die Kinder mit Mimik am meisten lernen“. Das sei allerdings wegen der Maske nicht möglich. Ihr Sohn besucht ebenfalls die Grundschule in Zweiflingen, ihre Tochter die Realschule in Öhringen. Beide Kinder sind zurzeit im Homeschooling. „Die Kinder wünschen sich, dass sie ihre Lehrer und Mitschüler wieder lachen sehen“, sagt sie. Ihre Tochter habe Angst, dass sie zu viel verpasst und würde gerne wieder zur Schule gehen. „Sie würde sich testen lassen und auch die Maske in Kauf nehmen, wenn sie wieder gehen könnte“, erklärt die Mutter. Sie würde ihr das erlauben, denn „das ist ihre Entscheidung.“ Zu Hause würde die 14-Jährige leiden, der direkte Kontakt zu den Lehrern und den Mitschülern fehle.

„Das Kind braucht ein Lächeln“

Tamara Wieland sieht die Maskenpflicht ebenso kritisch: „Das Kind kann die Mimik unter der Maske nicht erkennen. Aber es braucht doch ein Lächeln.“ Die junge Mutter, die schwanger ist und deshalb selbst Angst vor einer Ansteckung hat, hat sich viel mit dem Thema beschäftigt. Sie hat sogar eine Maske verbrannt, um zu sehen, was dabei passiert. „Die ist nicht verbrannt, sondern geschmolzen, weil das nur Plastik pur ist“, gibt sie zu bedenken. Das sei nichts für die Umwelt und genauso wenig für die Lungen eines Kindes. Außerdem: „Viele Kinderärzte machen darauf aufmerksam, dass ein kleines Kind öfter einatmet als ein Erwachsener und deshalb unter der Maske viel mehr verbrauchte Luft einatmet.“ Die Folge seien Schwindel und Kopfschmerz.

„Das Lungenvolumen nimmt ab wegen der Maske“

Sie verweist noch mit einem anderen Aspekt auf die negativen Auswirkungen der Masken hin: „Der Lungenarzt meiner Mutter hat bei ihr festgestellt, dass ihr Lungenvolumen von 74 auf 52 Prozent abgenommen hat, seit sie ständig eine Maske tragen muss“. Die Frau arbeitet in einem Casino, muss wegen des Kundenverkehrs bei der Arbeit eine Maske tragen. „Der Arzt sagte, dass das von der Maske kommt.“ Und sie verweist auf die Erfahrung, die ihr Mann gemacht hat: „Der musste einen Tag lang Prüfungen mit Maske schreiben. Es gab immer nur kurze Pausen“, erzählt sie. „Der war abends fix und fertig und hatte Kopfschmerzen.“

„Auch die Lehrer finden die Masken furchtbar“

Die Tochter von Tamara Wieland besucht die Grundschule in Forchtenberg, bleibt aber momentan ebenfalls zu Hause. Sie hätte sich an der Schule auch so eine Aktion wie in Zweiflingen gewünscht. „Aber die Mütter dort trauen sich nicht“, bedauert sie. Sie habe aber auch festgestellt, dass „auch die Lehrer die Masken furchtbar finden“. An der Grundschule ihrer Tochter werde immerhin für Maskenpausen gesorgt. In Zweiflingen dagegen hätte die Rektorin schon vorher darum gebeten, dass die Kinder Masken tragen.

„Die Lehrer machen das toll“

Melanie Bräuninger bedauert die fehlenden sozialen Kontakte ihrer Kinder. „Wir wohnen eher abgeschieden und deshalb haben unsere Kinder nur sich“, sagt sie. „Man traut sich ja nicht zu fragen, ob andere Kinder kommen können.“ Ihr Sohn findet es zwar doof, dass er nicht in die Schule darf, er lerne aber trotzdem gut. Für die Tochter von Tamara Wieland sei das kein Problem: „In Forchtenberg hat sie Kontakt zu anderen Kindern.“ Es sei eher die Sorge um die Mitschüler, die jetzt in die Schule gehen dürfen, die das Kind beschäftige. Für den Unterricht bekomme sie Erklärvideos. „Die Lehrer tun alles für die Kinder. Die machen das toll“, ist sie überzeugt. Schließlich müssten die Lehrkräfte den jeweiligen Stoff durchbekommen. Das bereite ihr keine Sorgen, denn ihre Tochter komme trotz allem gut voran.

Zwischen Arbeit, Familie und Homeschooling

Melanie Bräuninger weist noch auf etwas anderes hin: „Die weiterführende Schule wird vergessen.“ Die Digitalisierung sei ein Witz, der Schießhof ist nicht an das schnelle Internet angeschlossen. Hinzu kommt: Alle drei Frauen sind berufstätig, müssen Beruf, Familie und Homeschooling unter einen Hut bringen. Helena Köhler kann als leitende Mitarbeiterin einer Reinigungsfirma nicht ins Homeoffice wechseln. „Es geht irgendwie“, sagt sie. „Ich schaue halt, dass ich alles unter einen Hut kriege.“ Außerdem sei ihr Chef tolerant. Melanie Bräuninger betreibt mit ihrem Mann einen Landwirtschaftsbetrieb mit Milchvieh- und Pferdehaltung. Sie steht täglich um fünf Uhr auf, um Vorarbeiten zu leisten. Um acht Uhr beginne sie, mit dem Sohn zu lernen. „Er soll die gleichen Strukturen haben wie in der Schule auch“, betont sie.

„Wir müssen lernen damit zu leben“

„Das Virus ist da und wir müssen lernen, damit zu leben“, sind die Frauen überzeugt. Aber die Maske dürfe nicht zur Gewohnheit werden. „Wenn es extreme Veränderungen dadurch geben würde, wäre es ja okay“, sagt Melanie Bräuninger. „Und auch bei Massenveranstaltungen.“ Sie hat sich ebenfalls viel mit der Thematik beschäftigt und berichtet von einem Kinderarzt, der „im Radio dafür plädierte, alle Schulen zu öffnen“. Denn, so der Mediziner, die Kinder müssten ihr eigenes Immunsystem aufbauen. „Irgendwann müssen wir doch zur Normalität zurück“, mahnt Tamara Wieland an. „Oder soll das immer so weitergehen?“ Aber wie könne das funktionieren?

Text: Sonja Bossert

Mit Plakaten protestieren Eltern an der Grundschule in Zweiflingen gegen die Maskenpflicht für Grundschüler. Foto: privat

Manche Kinder wollen wegen der Masken nicht in die Schule. Foto: privat

Mit der Aktion sollten auch andere Eltern aufgeweckt werden. Foto: privat

Die Eltern befürchten physische und psychische Schäden bei ihren Kindern. Foto: privat




Luftreinigungsversuch in der Grundschule Kocherstetten

Luftreinigung ist ein großes Stichwort, um die Verbreitung des Coronavirus in Innenräumen, wie zum Beispiel Klassenzimmern, zu unterbinden. Diverse Konzepte wurden vorgestellt, zum Beispiel ein „Eigenbauprojekt“, das vom Max-Planck-Institut in Mainz entworfen wurde. Auch in der Johann-Friedrich-Mayer-Schule in Kupferzell wurde in Zusammenarbeit mit ebm-papst eine Luftreinigungseinheit zu Versuchszwecken aufgebaut (GSCHWÄTZ berichtete).

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Luftreinigungsanlagen mit geeigneten Filtern in der Lage sind, die Corona-Viren-Konzentration und damit das Infektionsrisiko erheblich herabzusetzen.

Private Initiative ermöglicht den Versuch

Auch in der Grundschule Kocherstetten ist seit einer Woche eine Luftreinigung im Versuchseinsatz, in zwei Klassenzimmern stehen 4 handelsübliche Luftreinigungsgeräte, die stufenlos geregelt werden können. „Eine ziemliche Hau-Ruck-Aktion war das“, meint Sonja Wystup. Sie ist Mutter eines Schülers, Elektroingenieurin und Initiatorin des Projekts, und erklärt: „Wir verwenden HEPA13-Filter, die Staub, Pollen, Bakterien und Viren bis hinunter zu 0,3µm ausfiltern. Da Viren nicht vereinzelt in der Luft herumfliegen, sondern in der Luft immer in Tröpfchen eingeschlossen sind, erreichen die Filter einen Luftreinigungsgrad von 99,98 % laut Herstellerangabe.“ Vier Reinigungsgeräte stehen in jedem der beiden Klassenzimmer, jedes Gerät reinigt bis zu 400m³ Raumluft in der Stunde.

Sinnvolle Ergänzung zum Lüften, aber kein Ersatz

Was die Geräte nicht filtern ist Kohlendioxid, auch führen sie der Raumluft keinen Sauerstoff zu. Sonja Wystup sieht daher die Filtergeräte als sinnvolle Ergänzung, nicht etwa als Ersatz für das Lüften, zum Beispiel auch in der Heuschnupfenzeit.

Unterschiedliche technische Ansätze für unterschiedliche Gebäudevoraussetzungen

Die Geräte saugen die Luft unten an und geben sie gereinigt nach oben wieder in den Raum ab – ein anderer Ansatz wie zum Beispiel die vom MPI Mainz entwickelte Anlage, die aussieht wie mehrere Dunstabzugshauben, die man aus der Küche kennt.

Sie sieht stark unterschiedliche Voraussetzungen bei den Schulgebäuden: „Kocherstetten ist ein Altbau, da herrschen ganz andere Voraussetzungen als bei modernen Schulen“. Ideal für das Lüften sei ein Klassenzimmer mit Fenstern auf beiden Seiten und ein wenig Wind. „Aber unter diesen Gesichtspunkten sind die Schulen nicht gebaut worden – hätten wir ideale Bedingungen, würde Lüften ausreichen.“

Diese idealen Bedingungen sind aber in Schulen in der Regel nicht gegeben. Auch seien die Verhältnisse in Schulen sehr unterschiedlich: „Pauschalaussagen kann man nicht treffen“. Zum Beispiel habe Kocherstetten sehr hohe Räume, wie sie in modernen Schulgebäuden nicht mehr anzutreffen sind.

Und so will Sonja Wystup vorrangig Daten sammeln, um diese für eine Produktentwicklung bereitzustellen. Nicht nur Qualität der Luftreinigung und der Energieverbrauch sind Kriterien, es soll auch ermittelt, werden, welche technischen Anforderungen an derartige Geräte gestellt werden müssen. Und natürlich will man Erfahrungen mit der Lautstärke der Geräte sammeln: 60 db ist der Geräuschpegel bei Maximalleistung. Dieser Pegel ist ungefähr der Lärmpegel eines normalen Gesprächs, liegt also deutlich über der sogenannten Konzentrationsschwelle. Aus diesem Grund wurde die Geräteanzahl überdimensioniert, damit die Geräte bei einem geringen Lärmpegel arbeiten können.

Lehrer und Lehrerinnen können ausprobieren

Die Lehrer:innen der Grundschule Kocherstetten sind in den Versuch einbezogen. Sie haben jetzt die Möglichkeit, die Geräte auszuprobieren und ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Lautstärke im Unterricht noch tolerierbar ist.

Positives Feedback des Rektors

Steffen Gahm, Rektor der Grundschule, gibt nach den ersten Tagen ein positives Feedback über die Geräte: „Wir freuen uns, diese Möglichkeit zu erhalten. Es war zunächst ein ungewohntes Gefühl, ein ständiges Brummen zu hören, man hat sich aber doch schnell daran gewöhnt. Auch von den Kindern kam bisher keine Rückmeldung, dass dies störend wäre. Man hatte schon sehr schnell das Gefühl, deutlich frischere Luft zu atmen. Zudem ist die Handhabung sehr einfach und somit im Alltag leicht umsetzbar.“

Warten auf eine Entscheidung des Landes

Sonja Wystup ist überzeugt, dass das Land bald eine Entscheidung treffen muss, ob Luftreinigungsanlagen in größerem Maßstab eingesetzt werden sollen. Bis dahin will sie genügend Know-How aufgebaut haben, um dann dazu beitragen zu können sinnvolle Lösungen für Schulen anbieten zu können.

Sonja Wystup bedankt sich insbesondere bei dem Ingenieurdienstleister Xares GmbH, Neuenstein für die zur Verfügungsstellung der Geräte und an den Gerätehersteller Frico GmbH, Dörzbach-Hesslachshof. „Ohne deren Engagement wäre die Privatinitiative nicht möglich.“

Text: Matthias Lauterer

 

Je vier dieser Luftreiniger stehen in den beiden Klassenzimmern der Grundschule Kocherstetten. Bild: Steffen Gahm/Grundschule Kocherstetten

Die Luftreiniger sind recht unauffällig. Bild: Steffen Gahm/Grundschule Kocherstetten

Die Luftreiniger sind recht unauffällig. Bild: Steffen Gahm/Grundschule Kocherstetten

Die Luftreiniger sind recht unauffällig. Bild: Steffen Gahm/Grundschule Kocherstetten




Keine Notbetreuung für Kind von schwer kranker Mama?

Monatelanges homeschooling und oft noch das zusätzliche Jonglieren mit home office oder einer beruflichen Tätigkeit, die nicht mit home office in Einklang gebracht werden kann – das zehrt an vielen Familien dieser Tage.

Es rumort hinter den Kulissen gewaltig

In Weißbach rumort es derzeit hinter den Kulissen ganz gewaltig, weil wohl ein Drittklässler bereits gemeinsam mit Viertklässlern beschult worden ist, obwohl er eigentlich erst nach den Pfingstferien dran gewesen wäre – wie seine Klassenkameraden auch.

Während seine Klassenkameraden sich noch im homeschooling befanden, saß dieser Schüler also bereits vorzeitig wieder im Klassenzimmer mit Viertklässlern und wurde unterrichtet.

Das berichten Eltern, die ebenfalls ihre Kinde an der Grundschule Weißbach haben, gegenüber GSCHWÄTZ. Warum und wieso das so ist? Das wollten wir von der Schulleiterin Friedegund Stiefel wissen und haben nachgefragt. 

„Das stimmt nicht“

Diese erklärt zunächst: „Das stimmt nicht. Es sind nur Viertklässler an der Schule. Es gab jahrgangsübergreifende Angebote schon vor Corona. Das findet im Moment aber  nicht statt. Erst nach den Pfingstferien kommen die Drittklässler.“

Also alles nur ein Missverständnis? Haben die Eltern da etwas falsch verstanden? Gab es vielleicht einen etwas unglücklichen Flurfunk?

Beim Staatlichen Schulamt in Künzelsau ist der Fall bekannt, da sich Eltern dort beschwert hatten. Auch bei der Schule gingen wohl Beschwerden ein.
Daraufhin sei es für den Schüler laut Aussagen von Eltern kurz vor den Pfingstferien wieder zurück zum homeschooling gegangen. Daraufhin haken wir bei Schulleiteiterin Stiefel noch einmal nach und fragen, ob sie sich sicher ist mit ihrer zunächst getätigten Aussage, dass kein Drittklässler bereits früher beschult wurde als der Rest seiner Klasse.

Schulleiterin Stiefel reagiert nun, anders als beim ersten Mal, etwas ungehalten und betont: „Stand jetzt sind nur Viertklässler im Unterricht, aber keine Drittklässler.“ Und wie sah das noch vor einer Woche aus?, fragen wir. Darauf wiegelt Stiefel ab und verweist auf den Datenschutz.

„Aus Datenschutzgründen darf ich nicht mit Ihnen über einzelne Schüler sprechen“

Schulaufsichtsbeamtin Kerstin Köber vom Schulamt betont ebenfalls, dass „Stand heute (28. Mai 2020) kein Drittklässler in Weißbach mit den Viertklässlern zur Schule geht. Kein Drittklässler darf momentan zur Schule gehen, erst nach den Ferien.“ Und wie sah es noch Anfang der Woche oder vergangene Woche aus?“, haken wir nach. Auch hier bleibt eine konkrete Antwort aus. Köber verweist nun ebenfalls auf den Datenschutz: „Ansonsten darf ich aus Datenschutzgründen nicht mit Ihnen über einzelne Schüler sprechen.“ Ein klares Nein sieht anders aus.

„Es hat auch etwas damit zu tun, dass man alle Schüler gleich behandeln und nicht manche bevorzugen sollte.“

An sich geht es vermutlich „lediglich“ um ein bis zwei Wochen, die ein Drittklässler gemeinsam mit Viertklässlern im Klassenzimmer saß und beschult wurde, während seine Klassenkameraden noch zu Hause homeschooling betrieben. Doch die Elten, die sich beschwert haben, erklären gegenüber GSCHWÄTZ: „Es hat auch etwas damit zu tun, dass man – gerade in der jetzigen Zeit – alle Schüler gleich behandeln und nicht manche bevorzugen sollte.“

Denn: Einer anderen Familie sei sogar eine Notbetreuung abgelehnt worden. Das berichten ebenfalls Eltern der Weißbacher Schule. Die Elternbeirätin der dritten Klasse, bestätigt dies auf GSCHWÄTZ-Nachfrage: „Ich habe auch von der Familie mit der kranken Mutter gehört. Die Frau hat [xxx]*. Das ist noch keine vier Wochen her, dass die Schulleitung die Notbetreuung für das Kind abgelehnt hat.“

Schulleiterin ist der Fall mit der schwer kranken Mutter nicht bekannt

Spricht man Schulleiterin Stiefel auf diesen Fall an, ist er ihr laut eigenen Aussagen gänzlich unbekannt: „Von der Familie mit der kranken Mutter weiß ich nichts.“ Stiefel verweist auf Formulare und Anträge, die Eltern und die Arbeitgeber der Eltern zunächst ausfüllen müssten, bevor eine Notbetreuung zustande kommt: „Alle Eltern müssen Anträge stellen und Arbeitgeberbescheinigungen vorlegen. Wenn die Mutter krank ist, müsste der Vater eine solche Bescheinigung vorlegen. Sollte er das nicht können, müsste eine Ausnahme mit dem Schulamt abgeklärt werden.“
Sie fährt fort: „Alle Eltern, die die Notbetreuung beantragt haben und eine solche Bescheinigung vorgelegt haben, haben auch einen Betreuungsplatz bekommen. Die Familie kann sich auch an die örtliche Jugendhilfe/ Jugendamt wenden. Wenn das bestätigt, dass die Familie den Platz braucht, kann das Kind zur Notbetreuung.“

„Das wäre belastend für Kinder und Lehrer“

Weißbach ist eine kleine Schule, laut der Aussage von Schulleiterin Stiefel gibt es aktuell rund 60 Kinder dort.

Momentan sind in Weißbach vier Kinder in der Notbetreuung. Es hätte also noch Platz in der Notbetreuung gegeben. „Acht bis zehn Kinder können aufgenommen werden. Allerdings wären das dann relativ viele, weil es für die kleineren Kinder schwer ist, so lange sitzen zu bleiben. Das wäre belastend für Kinder und Lehrer“, so die Schulleiterin.

„Die Notbetreuung soll entsprechend der normalen Schulzeit gehen, also in Weißbach von 7.30 bis 13 Uhr. Allerdings wurde das etwas verschoben auf Wunsch der Eltern, das heißt, wir fangen später an und hören auch später auf. Nach den Ferien wird sich das wieder ändern, weil ja dann weitere Kinder in die Schule kommen.“

Text: Sonja Bossert

* [xxx] Aus Persönlichkeitsschutzgründen haben wir die Krankheit, um die es sich hier handelt, nicht veröffentlicht.




Neubau der Grundschule Niedernhall nimmt Gestalt an

„Es ging im Ausschuss durchaus her“ beschreibt der Niedernhaller Bürgermeister Beck die Diskussionen um die äußere und innere Gestaltung des Schulneubaus im Technischen Ausschuss.

Das Ergebnis dieser Diskussionen präsentierte Karin Thiele vom beauftragten Planungsbüro Knorr+Thiele dem Gemeinderat sehr detailliert in der Sitzung vom 21. Oktober 2019.

Robust, funktional, wartungsarm, standardisiert und natürlich preiswert waren die Prämissen bei der Auswahl von Materialien und Installationen:

Beispielsweise wurde die Konstruktion der Regenrinnen vereinfacht und damit Kosten gespart. Es wurde festgestellt, dass durch den Schutz der breiten Dachvorsprünge preiswertere Holzfenster statt Aluminiumfenster verwendet werden können. Im Innenraum wird großflächig mit einem Kautschukboden geplant, der weniger Pflegeaufwand benötigt als das ebenfalls diskutierte Linoleum.

Besonders wichtig ist natürlich die äußere Darstellung des Gebäudes. Das Farbkonzept, das seine Fortsetzung im Eingangsbereich findet, sieht im Erdgeschoss einen flächigen Grünton vor, ergänzt durch weiße oder hellgraue Fassaden im Obergeschoss sowie ein graues Dach aus Metall.

„Fest steht dass der Schriftzug Grundschule Niedernhall auf dieser Fläche angebracht werden kann. Ebenso soll sich die Farbe an der Wand im Windfang/Garderobe
nach innen ziehen, da die Platten sehr robust sind. Andere Farben wurden auch diskutiert, wie  man aus den Fotos von der Sitzung  Gestaltungsausschuß sehen konnte. Die Entscheidung fiel auf die Grüntöne. Die genaue Festlegung kann vor Ort getroffen werden vor Ausführung.  Insbesondere muss man abwarten welcher Hersteller beim günstigsten Bieter angeboten wird, je nach Hersteller kann die verfügbare Farbpalette etwas variieren“, erklärt Karin Thiele.

Gegenüber der bisherigen Planungen konnten die Kosten um etwa 200.000 Euro gesenkt werden, sodass aktuell von Gesamtkosten für den Schulneubau von knapp unter acht Millionen Euro ausgegangen wird. Der Gemeinderat beschloss die Vorschläge des technischen Ausschusses einstimmig.

Noch stehen verschiedene Varianten zur Auswahl. Modell: Knorr & Thiele Architekten

Für welche Farbe wird sich entscheiden? Modell: Knorr & Thiele Architekten




Unfug auf dem Schulgelände der Niedernhaller Grundschule

Auf dem Hof der Grundschule in Niedernhall trieben Unbekannte zwischen Montagabend, den 21. Oktober 2019, 17 Uhr, und Dienstagfrüh, den 22. Oktober 2019, 06.30 Uhr, Unfug (wir berichteten). „Es entstand kein Schaden, jedoch lässt sich in letzter Zeit vermehrt solcher Unfug auf dem Schulhof feststellen. Es werden gefüllte Wodkaflaschen vor dem Eingang zu den Erstklässlern abgestellt“, hieß es in der Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn. Ebenso finden die Lehrkräfte immer wieder herumliegende Feuerzeuge und teilgefüllte Zigarettenschachteln. Verdächtige Personen konnten bisher nicht durch Polizei, Lehrkräften oder Reinigungspersonal festgestellt werden.

Vor der Pflanze macht die Zerstörungswut des Unbekannten keinen Halt. Foto: privat

Der Hof wurde verwüstet. Foto: privat

Der Mülleimer wurde verbogen. Foto: privat

Durch das Randalieren beschädigten die Unbekannten auch die Hauswand der Grundschule. Foto: privat

Zum Teil zerbrochene Bierflaschen wurden an der Grundschule zurück gelassen. Foto. privat

 

 

 

 

 

 




„Da hat das Herz gebebt“

Zirkus am See: Die Amrichshäuser Grundschüler zeigen bei fast 40 Grad beeindruckende Artistik Leistungen.  Zusammen mit dem Mitmachzirkus für Kinder „Piccolo“ haben sie voller Hingabe und Eifer ein Programm einstudiert, das stolzen Eltern die Brust noch mehr schwellen ließ: Zu sehen waren neben Jonglieren, Hula Hoop Reifen auch atemberaubende Aktionen am Trapez und Seil. Gschwätz Videoreporter Felix Kribus hat die hohe Kunst der Körperbeherrschung auf Video gebannt und im Zirkuszelt mit Artisten und dem Publikum gesprochen.




Niedernhall: Grundschulneubau knapp 1,5 Millionen Euro teurer

Text von Matthias Lauterer

Bürgermeister Beck stellte die Gemeinderatssitzung am Montag, den 28. Januar 2019, unter das Motto des englischen Philosophen Herbert Spencer „Das große Ziel der Bildung ist nicht Wissen, sondern Handeln.“ – ein durchaus passendes Motto, denn Haupttagesordnungspunkt war der Neubau der Grundschule. Etwa 35 Bürger waren gekommen, um die Sitzung zu verfolgen.

Geplanter Neubau der Grundschule in Niedernhall.
Foto: Büro Thiele und Knorr

Karin Thiele vom Büro Knorr und Thiele stellte den aktuellen Stand der Planung des Neubaus der Grundschule Niedernhall dar und ging insbesondere auf Änderungen gegenüber dem vorhergehenden Planungsstand ein. So muss auf den Standort im Wasserschutzgebiet Rücksicht genommen werden: Da ein übliches Fundament nicht genehmigungsfähig ist, muss aufwändig eine entsprechend dimensionierte 45 Zentimeter dicke Bodenplatte erstellt werden. Außerdem ist das Gebäude um 90 Zentimeter gegenüber dem heutigen Tennisplatzniveau zu erhöhen, um einem hundertjährigen Hochwasser zu trotzen.

Alles das sind natürlich Maßnahmen, so Bürgermeister Beck „die auch Mehrkosten verursachen“.

Die Planung sieht vor, dass im Erdgeschoss die Garderobe, die Räume für die Ganztagesbetreuung, der Werkbereich sowie der Lehrerbereich untergebracht werden, dazu eine Fläche für Veranstaltungen, die als Atriumbereich unter einem großen Oberlicht gestaltet ist. Die acht Unterrichtsräume sind im Obergeschoss geplant, dazu für je zwei Unterrichtsräume eine sogenannte Lerninsel und ergänzend eine Begegnungszone. Im Dachgeschoss wird in Erweiterung der vorhergehenden Planung die Steuerung der Lüftungsanlage errichtet, außerdem wird es von dort Wartungszugänge aufs Dach geben.

Detaillierte Betrachtungen über die konstruktive Gestaltung der Klassenzimmer, Integration der Heiz- und Lüftungsanlage sowie die Gestaltung der Rettungswege schließen sich an.

Insgesamt ergibt sich ein Kostenansatz von zirka 8,2 Millionen Euro brutto – was gegenüber der ersten Schätzung von vor zwei Jahren, die noch von  zirka 6,6 Millionen Euro ausging, eine Erhöhung um knapp 24 Prozent darstellt. Gründe für diesen Kostensprung seien vor allem die Höherlegung des Gebäudes, die Lüftungsanlage sowie der starke Anstieg der allgemeinen Baukosten, derzeit rechnet man mit 5 Prozent pro Jahr. Außerdem seien an einigen Punkten, zum Beispiel den Bodenbelägen oder den Fenstern, höhere Investitionen zugunsten von geringeren Folgekosten angesetzt worden.

Über Fördermittel ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine endgültige Aussage zu machen, man kann aber von einer Förderung zwischen ein und zwei Millionen Euro ausgehen.

Eine eventuelle Photovoltaikanlage würde zusätzlich etwa 300.000 Euro kosten, kann aber unabhängig vom Neubau auch jederzeit später realisiert werden.

Beck leitete mit dem Statement: „Wir sind in einer Kostensituation, wo wir uns überlegen müssen, wie wir da wieder herunterkommen“, die Diskussion ein, in der auch erste Ansätze zur Kostendämmung genannt wurden: Roland Bolz schlug eine andere Dachkonstruktion vor, Reiner Fischer regt an, wenigstens teilweise auf die umlaufenden Treppen zu verzichten und Klaus Richter findet: „Eine außenliegende Beschattung [des Oberlichts] ist gigantisch teuer“.

Bei der Abstimmung darüber, dass die Verwaltung beauftragt wird, „gemeinsam mit dem Büro Knorr und Thiele das Baugesuch fertigzustellen und einzureichen“ sowie darüber, dass der Technische Ausschuss bei der Ausführungsplanung mitwirken soll, herrscht Einstimmigkeit.

Die Verwaltung geht im  Moment davon aus, dass ein Baubeginn aufgrund des langwierigen Verfahrens erst ab April 2020 möglich sein wird.