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Wohin in den Pfingsturlaub?

Die Pfingstferien stehen vor der Tür, die Menschen sehnen sich nach Urlaub, Sonne, Einfach-Mal-Rauskommen. In vielen Bundesländer werden angesichts fallender Inzidenzzahlen Lockerungen diskutiert – Hotel- und Gaststättengewerbe stehen in den Startlöchern. Auch bei unseren europäischen Nachbarn fallen die Zahlen, obwohl manche von ihnen in Deutschland noch als Hochrisikogebiete gelten. Wohin also kann man in diesen Wochen verreisen angesichts der Corona-Lage? Was ist erlaubt und was nicht? Geht bloß ein Campingurlaub im eigenen Wohnmobil oder kann man auch mit dem Flieger dem Alltag entfliehen? Eine Übersicht.

Uneinheitliches Bild in Deutschland

In den deutschen Bundesländern zeigt sich bislang kein einheitliches Bild. Die einen planen zumindest Öffnungen für Geimpfte, Genesene und Geteste. Aus anderen Bundesländern gibt es noch nichts Neues zu hören. In Schleswig-Holstein beispielsweise haben einige Modellregionen an Nord- und Ostsee für den Tourismus bereits seit einigen Wochen geöffnet: In der Schlei-Region, Eckernförde und Nordfriesland mit Sylt und Nachbarinseln sowie in der Lübecker Buch ist Urlaub unter strikten Vorgaben und bei stabilen Corona-Inzidenzen von unter 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner möglich. Ab 17. Mai dürfen Geimpfte, Genesene und Getestete laut ADAC unter strengen Vorgaben in ganz Schleswig-Holstein Urlaub machen (Pfingsten & Corona: Wo Urlaub jetzt möglich ist | ADAC).

Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern

Ab einem Inzidenzwert von ebenfalls unter 100 dürfen zumindest die eigenen Einwohner in Niedersachsen Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze buchen können. Eine weitere Bedingung hier: Negative Schnelltests oder ein Impfnachweis müssen vorgelegt werden. Weitere Öffnungen könnte es Ende Mai geben. Auch wenn Einreisen nach Mecklenburg-Vorpommern zurzeit eigentlich nicht erlaubt sind, gibt es seit 05. Mai 2021 eine Ausnahme für vollständig Geimpfte: Diese dürfen als Tagestouristen einreisen. Übernachten ist aber nicht erlaubt. Mit weiteren Öffnungsschritten wird ab 22. Mai gerechnet (https://www.regierung-mv.de/service/Corona-FAQs/Tourismus-und-Reisen/).

Bayern

Auch Bayern will zum Start der Pfingstferien Urlaub wieder ermöglichen – in Stadt- und Landkreisen mit Inzidenzen unter 100. Ab dem Pfingstwochenende dürfen Beherbergungsbetriebe auch wieder Touristen aufnehmen. Gäste müssen dafür einen negativen Corona-Test vorlegen, der alle weiteren 48 Stunden wiederholt werden muss. Geimpfte und genesene Personen sowie Kinder unter sechs Jahren sind von der Testpflicht ausgenommen (https://www.stmi.bayern.de/miniwebs/coronavirus/faq/index.php).

Thüringen

In Thüringen, wo seit Ende April die Bundesgartenschau geöffnet ist, dürfen bei niedrigen Inzidenzwerten Campingplätzen oder Ferienwohnungen geöffnet werden. Auch Restaurants und Cafés dürfen ihre Terrassen öffnen, Gäste müssen sich allerdings vorher anmelden.

Hamburg, Berlin, Brandenburg und Baden-Württemberg

Nichts Neues ist bis jetzt aus Hamburg und Berlin zu hören. Hier sind Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze für Urlauber weiterhin geschlossen. In Brandenburg gibt es Überlegungen, die Außengastronomie zu Pfingsten wieder zu öffnen. In Baden-Württemberg ist geplant, an Pfingsten Biergärten und bestimmte Hotelbereiche wieder zu öffnen – sofern es die Fallzahlen zulassen.

Rheinland-Pfalz

In Regionen in Rheinland-Pfalz, wo die Zahlen stabil unter 100 bleiben, soll es ab 12. Mai wieder erlaubt sein, Ferienwohnungen zu vermieten. Auch Übernachtungen in Wohnmobilen mit eigener sanitärer Anlage soll dann wieder möglich sein. Weitere Lockerungen sind noch vor Pfingsten und Fronleichnam geplant (https://corona.rlp.de/de/aktuelles/detail/news/News/detail/perspektivplan-rheinland-pfalz-ermoeglicht-vorsichtige-schritte-nach-vorne-1/).

Europäisches Ausland

Und wie sieht die Lage im europäischen Ausland aus? Reguläre Urlaubsreisen in Dänemark sollen erst ab Ende Juni wieder möglich sein, auch wenn das nördliche Nachbarland deutliche niedrigere Inzidenzen wie Deutschland ausweist.

Spanien

Urlaub auf der Deutschen liebsten Mittelmeerinsel – Mallorca – ist bereits wieder möglich, das wie auch die anderen Inseln der Balearen und die Kanaren nicht mehr als Hochrisikogebiet gelten. Auf dem Festland ist am 09. Mai der nationale Gesundheitsnotstand gefallen, ebenso die Reisebeschränkungen und nächtliche Ausgangssperren – ein Pfingsturlaub ist also auch hier wieder möglich. Bei der Einreise muss ein negativer PCR-Test vorgelegt werden.

Frankreich

Nach Frankreich geht es nicht an Pfingsten, obwohl hier Cafés und Restaurants ab 19. Mai ihre Außenbereiche wieder öffnen dürfen. Urlaub ist in dem Land für Personen aus dem Ausland erst wieder ab 09. Juni möglich, die dann einen Gesundheitsnachweis vorlegen müssen.

Griechenland und Italien

Griechenland gilt zwar weiterhin als Hochrisikogebiete Urlauber aus dem Ausland sollen hier aber ab Mitte Mai willkommen sein. Touristen müssen sich schon vor ihrer Reise digital registrieren und bei der Einreise entweder einen negativen Test oder einen vollständigen Impfschutz vorlegen. Immerhin: Eine Quarantänepflicht gibt es nicht mehr. Ohne Quarantäne sollen ab Mitte Mai ausländische Touristen auch wieder nach Italien einreisen dürfen. Dazu brauchen sie entweder einen vollständigen Impfschutz, einen negativen Test oder eine überstandene Covid-19-Infektion.

Kroatien

Ähnliches gilt für Kroatien, das die Einreise für ausländische Touristen erleichtert hat. Ab Mitte Mai sollen sie ohne Quarantäne ins Land einreisen dürfen. Sie müssen dann nachweisen, dass sie geimpft, negativ getestet oder von Covid-19 genesen sind und außerdem ein Einreiseformular ausfüllen. Hotels und Campingplätze sind geöffnet, Restaurants dürfen ihren Außenbereich für Gäste öffnen.

Malta

Auch auf Malta läuft der Tourismus langsam wieder an, jedoch gibt es vor Ort noch einige Einschränkungen. Touristen brauchen bei der Einreise nur einen negativen Test, der maximal 72 Stunden alt sein darf. Restaurants haben unter Auflagen geöffnet. Ab 01. Juni soll es weitere Lockerungen geben.

Niederlande

Auch in den Niederlanden dürfen Ferienbetriebe Gäste aufnehmen, Restaurants, Museen und andere Kultureinrichtungen sind mit Auflagen geöffnet. Allerdings empfiehlt die dortige Regierung Urlaubern eine zehntägige Quarantäne.

Österreich

Österreich gilt nach wie vor als Hochrisikogebiet, will sich aber ab 19. Mai wieder für Touristen öffnen. Dann soll die Quarantänepflicht für deutsche Reisende fallen. Sie müssen dann entweder einen negativen Test, einen vollständigen Impfschutz oder eine überstandene Corona-Infektion nachweisen. Allerdings müssen Rückkehrer nach dem Urlaub eventuell in Quarantäne.

Portugal

Nach Portugal dürfen Deutsche bis 16. Mai aus touristischen Zwecken noch nicht einreisen. Noch nicht klar ist, ob danach für Pfingsten geöffnet wird. In die Schweiz sind touristische Einreisen problemlos möglich. Bei Eigenanreise mit dem Pkw muss man sich weder registrieren noch einen negativen Test vorweisen. Das gilt nicht für Urlauber aus Sachsen und Thüringen, wo die Inzidenzen immer noch hoch sind. Schweizer Gaststättenbetriebe haben geöffnet. In manchen Kantonen kann es aber Abweichungen geben.




Nach Stornierungswelle folgt nun Run auf Wohnmobilvermietungen & Campingplätze

Die Chancen auf Urlaubsfreuden im Sommer 2020 steigen. Einige Länder haben mit schrittweisen Lockerungen begonnen. Reisen innerhalb Deutschlands sollen schon in den Pfingstferien wieder möglich sein und die Grenzen in Europa wieder geöffnet werden.

Keine einheitliche Richtlinie

Seit Jahren erlebt der Camping-Urlaub einen Boom, durch die Corona-Krise bekommt diese Individualpsparte nun einen weiteren Schub. Der Campingplatzspezialist ACSI schreibt auf seiner Homepage  https://www.acsi.eu/de/corona/:  „In einigen Bundesländern können Campingplätze ab Mitte Mai 2020 wieder geöffnet werden. Dies kann von Region zu Region unterschiedlich sein – auch in demselben Bundesland. Für Campingplätze in ganz Deutschland gibt es noch keine einheitliche Richtlinie“. Auf der ACSI-Homepage finden sich auch Informationen und Links zu den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen. Dennoch sind nun schon einige Campingplätze ausgebucht im Zuge der Coronapandemie. Deutschland ist das neue Reiseziel der Deutschen. Und auch Wohnmobilvermietungen, die während der ersten Beschränkungen im März 2020 von einer Stornierungswelle überrollt wurden, gehören nach den schrittweisen Öffnungen derzeit zu den Gewinnern der Pandemie https://www.abendblatt.de/region/norderstedt/article229097701/Ansturm-auf-Wohnmobil-Vermieter.html

Öffnung für Gäste mit autarker Versorung

Das Problem: Es gibt (bislang noch) keine einheitliche, bundesweite Regelung. Jedes Bundesland entscheidet selbst über schrittweise Lockerungen und berücksichtigt dabei auch die regionalen Infektionszahlen. Seit dem 18. Mai 2020 dürfen beispielsweise in Baden-Württemberg Campingplätze für Dauercamper sowie Reisemobile und Wohnwagen mit autarker Versorgung öffnen. Sanitärgebäude müssen bis auf weiteres geschlossen bleiben, so dass jeder Gast das eigene WC und Nasszelle nutzen muss. Eine Entsorgung der Kassetteninhalte ist aber möglich. Auch auf dem Campingplatz müssen die vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. So muss ein Camper einen Mund-Nasen-Schutz tragen, sobald er seinen Stellplatz verlässt. Animationsprogramme sind bis auf weiteres gestrichen, der Verkauf zum Beispiel von Brot und Brötchen soll aber möglich sein.

Unterschiede innerhalb der Bundesländer

Laut der Homepage des baden-württembergischen Innenministeriums sollen ab dem 29. Mai 2020 Beherbergungsbetriebe, Campingplätze und Wohnmobilstellplätze unter Auflagen weiter geöffnet werden. Die Auflagen werden zeitnah unter https://im.baden-wuerttemberg.de/de/aktuelle-corona-verordnung-der-landesregierung/ veröffentlicht werden. Auch das bayerische Innenministerium plant laut seiner Homepage https://www.corona-katastrophenschutz.bayern.de/faq/index.php weitere Lockerungen: „Für das Pfingstwochenende ist eine mögliche Öffnung der Campingplätze geplant.“ Weitere Informationen zu allen Bundesländern finden sich auf der Homepage der deutschen Bundesregierung unter https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/corona-bundeslaender-1745198

Nur 50-prozentige Belegung der Campingplätze erlaubt

In Niedersachsen dürfen laut Verordnung bereits seit dem 11. Mai 2020 „Ferienwohnungen, Ferienhäuser, Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und Bootsliegeplätze wieder an Gäste vermietet werden“. Für Ferienwohnungen und Ferienhäuser gelten dabei laut der Homepage https://www.ms.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/niedersachsische-verordnung-zur-bekampfung-der-corona-pandemie-tritt-am-montag-in-kraft-neue-phase-mit-weiteren-lockerungen-startet-188195.html eine Wiederbelegungsfrist von sieben Tagen. Das bedeute, dass „Vermieter erst nach sieben Tagen neu vermieten dürfen.“ Außerdem dürfen Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und Bootsliegeplätze nur zu 50 Prozent belegt werden. Tagestouristen dürfen dann auf die niedersächsischen Inseln fahren, wenn die jeweiligen Kommunen oder Landkreise dies gestatten.

Erneute Reisewarnung für Auslandsreisen

Zu Reisen ins Ausland sprach das Auswärtige Amt am 14. Mai 2020 eine weitere Reisewarnung aus. Auf der Homepage https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/covid-19/2296762 heißt es wie folgt: „Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Ausland wird derzeit gewarnt, da weiterhin mit starken drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen ist. Dies gilt bis auf weiteres fort, vorerst bis einschließlich 14. Juni 2020“.

Gelockerte Grenzkontrollen

An den Grenzen zu Frankreich, Österreich und der Schweiz sowie bei ankommenden Flügen aus Italien und Spanien soll es weiterhin bis zum 15. Juni 2020 Binnengrenzkontrollen durch die Bundespolizei geben. Sprich: In Frankreich etwa ist die Einreise für touristische Zwecke derzeit noch nicht erlaubt. Dies soll sich aber ab Mitte Juni 2020 ändern. Auch die Kontrollen an der Grenze zu Dänemark werden zunächst weiter durchgeführt. Der Termin zur Einstellung der Grenzkontrollen soll in Abstimmung mit der dänischen Regierung festgelegt werden. Es werde „am Erfordernis eines triftigen Einreisegrundes im Grundsatz festgehalten, es wird aber zusätzliche Erleichterungen für Reisen aus familiären oder persönlichen Gründen geben“. Außerdem: „Für die EU-Außengrenzen hat die Europäische Kommission vorgeschlagen, die Beschränkungen für Einreisen aus Drittstaaten bis zum 15. Juni 2020 zu verlängern. Dieser Empfehlung wird Deutschland entsprechen“.

Links zu Reiseveranstaltern

Auch der größte Reiseverbund Europas – die im August 2002 gegründete Quality Travel Alliance (QTA) – gibt auf seiner Homepage https://q-t-a.de/covid-19/ Informationen zu Corona und Reisebstimmungen weiter. Hier finden sich auch Links zu den Homepages zahlreicher Reiseveranstalter.

Text: Sonja Bossert

Ein bisschen Urlaubsluft auf dem BUGA-Gelände in Heilbronn schnuppern. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv




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Ihr seid Europa. Daher: Gebt Eure Stimme am kommenden Sonntag, den 26. Mai 2019 ab. Ein Appell von GSCHWÄTZ-Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann zur Europawahl.

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Europa. Quelle: 65. Europäischer Schülerwettbewerb

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