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Gute Nachricht für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer

Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren, werden durch das Land Baden-Württemberg und die Kommunen mit einer Unfall- und Haftpflichtversicherung rechtlich abgesichert. Der Versicherungsschutz bei der Unfallkasse Baden-Württemberg (UKBW) und über die Ehrenamts-Versicherung des Ecclesia-Versicherungsdienstes gilt für freiwillige Helferinnen und Helfer, die sich im Auftrag der Kommunen oder in rechtlich unselbstständigen Strukturen in der Flüchtlingshilfe ehrenamtlich und unentgeltlich einbringen. Der Versicherungsschutz gilt für Unfälle bei der Ausübung des Ehrenamts und auf den damit verbundenen Wegen. Er umfasst ebenso eine Haftpflichtversicherung für fahrlässig verursachte Schäden, die ehrenamtlich Engagierte während ihrer Tätigkeit verursachen. Auch für spontan und individuell helfende Ehrenamtliche gilt dieser Versicherungsschutz. Weitere Informationen im Vorfeld und zum Vorgehen im Schadensfall erhalten Ehrenamtliche direkt bei der UKBW oder beim Ecclesia-Versicherungsdienst.

„Wer sich ehrenamtlich engagiert, braucht auch die Gewissheit, im Notfall ausreichend versichert zu sein.“

„Die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, sich für geflüchtete Menschen einzusetzen, ist überwältigend und wurde durch die Neuankömmlinge aus der Ukraine nochmal erfreulich verstärkt“, sagt Dr. Mark Tobias Wittlinger, zuständig für die Integrationsarbeit des Hohenlohekreises. „Und wer sich ehrenamtlich engagiert, braucht auch die Gewissheit, im Notfall ausreichend versichert zu sein.“

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis




„Da können wir wenigstens ein bißchen mithelfen“

Eine goldene Sammelbox übergab Karin Schulz, die Wirtin der Künzelsauer Kneipe „Keltereck“ am 06. April 2020 an Christa Marks, stellvertretend für die ehrenamtlichen Ukraine-Helfer in Künzelsau. In der Box ist Geld, das die Gäste des Kelterecks gesammelt haben und das nun die Ehrenamtlichen für die Ukraine-Flüchtlinge verwenden sollen.

Tradition der Hilfe im Keltereck

„Wir haben auch schon für die Flutopfer gesammelt“, berichtet Karin Schulz. Mit „wir“ meint sie Ihre Gäste, „da können wir wenigstens ein bißchen mithelfen“.

Blickt nachdenklich nach vorn: Karin Schulz, Wirtin des Kelterecks in Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ

Sie hat während der Pandemie ihre Wirtschaft mehrere Monate schließen müssen und hat selber Hilfen vom Staat erhalten. Sie weiß also, wie wichtig es in manchen Situationen ist, auf Hilfsangebote zugreifen zu können. Sie erzählt von einem Gast, den sie drei Tage nicht gesehen hatte. Nachdem er auch auf Klingeln nicht öffnete, sah sie keine andere Möglichkeit, als die Polizei zu alarmieren – und diese teilte ihr wenig später mit, dass der Stammgast im Krankenhaus liege. „Jeder kann in Not geraten“, sagt sie – und kommt damit zurück zu ihrer Spendenaktion: „Wir haben das einfach nur gemacht.“ Es klingt so selbstverständlich, wenn sie das sagt.

Dank der Ehrenamtlichen

Christa Marks engagiert sich unter anderem im Verein der Künzelsauer Seniorinnen und Senioren, wo sie stellvertretende Vorsitzende ist. Sie ist froh, dass sie jetzt eine Möglichkeit hat, Dinge, die dringend benötigt werden, auch einfach und unkompliziert einkaufen zu können. Sanitärartikel würden oft fehlen, meint sie. Sie bedankt sich dafür, dass die Gäste des Keltereck die ehrenamtlichen Helfer so unterstützen, denn sie hat das Gefühl, „vieles wird auf die Ehrenamtlichen abgeschoben“. Das Geld wird unmittelbar den Flüchtlingen zukommen, das weiß sie ganz sicher.

Text: Matthias Lauterer

 




Landeskinderturnfest in zwei Jahren in Künzelsau?

Die Stadt Künzelsau bewirbt sich als Gastgeberstadt für das Landeskinderturnfest 2021, sofern ehrenamtliche Helfer in ausreichender Zahl gewonnen werden können. In diesem Fall werden im Haushalt 2021 die finanziellen Mittel für die Ausrichtung der Veranstaltung bereitgestellt. Für die Durchführung der Veranstaltung werden laut der Stadt rund 500 ehrenamtliche Helfer benötigt. Vor kurzem fand eine Infoveranstaltung mit den örtlichen Vereinen statt, um die Bereitschaft zur Mithilfe abzufragen. Die Rückmeldung der Vereine wird bis Mitte Juni erwartet. Nur wenn Bereitschaft – trotz des im selben Jahr und Monat stattfindenden Stadtfestes – gegeben ist, kann sich die Stadt Künzelsau als Gastgeberstadt bewerben.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau