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Verbindungsstrecke Eberbach ‒ Simprechtshausen am 13. und 14. Juni gesperrt

Aufgrund von Baumaßnahmen ist die Verbindungsstrecke der K 2304 zwischen Eberbach und Simprechtshausen von Montag, 13. Juni 2022, bis einschließlich Dienstag, 14. Juni 2022, voll gesperrt. Die Fahrbahndecken werden in diesem Abschnitt erneuert.

Die überörtliche Umleitung wird in beide Fahrtrichtungen ausgeschildert und erfolgt von Buchenbach über Heimhausen Richtung Mulfingen.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis




80-Jähriger eingeklemmt zwischen Ackerschiene und Traktorrad

Schwer verletzt wurde laut Polizeiangaben ein 80-jähriger Mann bei einem Arbeitsunfall am Freitagnachmittag, den 20. August 2021, in Mulfingen-Eberbach. Der Senior wollte mit seinem Traktor einen Baumstamm aus dem Waldbereich zu seinem Grundstück ziehen. Auf dem Grundstück verkeilte sich der Stamm zwischen der Ackerschiene und dem rechten Hinterrad, worauf dieses Rad blockierte.

Beim Absteigen rutschte der Mann vermutlich ab. Er wurde zwischen der Ackerschiene und dem linken Hinterrad des Traktors eingeklemmt. Da sich dieses Rad weiterhin drehte, wurden dem 80-Jährigen schwere Verletzungen am linken Arm zugefügt. Durch seine Hilferufe wurden Nachbarn auf den Verunglückten aufmerksam und befreiten diesen aus seiner misslichen Lage.

Er wurde mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen. Die örtliche Feuerwehr war ebenfalls mit mehreren Fahrzeugen und Einsatzkräften am Unglücksort.




„Wenn die Buchenbacher nein sagen, das wollen wir nicht, dann sind wir Eberbacher abgekappt“

Es ist ein altes Thema, das aber durch die Corona-Pandemie einen neuen Schub bekommen hat: fehlende Internetanschlüsse, Funklöcher, tote Telefone im Mulfinger Teilort Eberbach. Wer wirkliche Ruhe will, der kann sie dort finden. Anfang des Jahres allerdings kam Bewegung in die Sache: Die Telekom plant einen Mobilfunkmast – in der Nähe der Kirche von Buchenbach. Von dort aus sollen die Eberbacher mit Handyempfang und mobilem Internet versorgt werden. Doch die Buchenbacher wehren sich dagegen.

Auswirkungen aufs Ortsbild

„Ich kann ja verstehen, das die Buchenbacher das nicht an ihrer Kirche wollen“, zeigt eine Eberbacherin im Gespräch mit der GSCHWÄTZ-Redaktion Verständnis. „Das hat auch Auswirkungen auf das Ortsbild.“ Sie zieht einen Vergleich mit der Bergseilbahn in Künzelsau: Das sehe auch nicht unbedingt schön aus. „Aber es gibt Leute bei uns im Ort, die haben absolut nichts – keinen Internetanschluss, kein Telefon und keinen Handyempfang.“ Manche Nachbarn haben eine Verbindung ins WWW über Satellit, aber das sei sehr teuer. „Wenn die Buchenbacher nein sagen, das wollen wir nicht, dann sind wir Eberbacher abgekappt.“

„Das war reine Glückssache“

Sie und ihre Familie hätten noch Glück gehabt: Sie haben einen Festnetz- und Internetanschluss. Allerdings: „Bei schlechtem Wetter haben wir Ausfälle und wenn das Internet ausfällt, sind wir tot“, erklärt die zweifache Mutter. Handyempfang gibt es nicht, außerhalb vom Haus sei sie deshalb gar nicht erreichbar. Sie weiß von Nachbarn, die inständig darauf hoffen, dass der Mobilfunkmast wie geplant gebaut wird. Dabei hätten sie beim Einzug in ihr Haus Glück gehabt: Zuvor hat ihr Onkel dort gewohnt, der Telefonanschluss lief auf ihren Cousin. Weil der diesen nicht gekündigt hatte, konnten sie ihn einfach übernehmen. „Das war reine Glückssache“, sagt die Frau. Mittlerweile sei es Alltag, mit einem Funkloch zu leben. „Man gewöhnt sich daran, dass der Empfang weg ist, sobald man sich einmal umdreht.“ Besonders bitter: Bis zum Ortseingang von Buchenbach ist ein Glasfaserkabel verlegt, im Ort selbst aber nicht. „Aber“, befürchtet die gebürtige Eberbacherin, „ich habe Angst, dass gar nichts gemacht wird, wenn die sich jetzt nicht auf einen Standort einigen.“

„Darüber hinaus gehende Fragen können wir derzeit leider nicht beantworten“

Auf die GSCHWÄTZ-Anfrage zum aktuellen Stand in Sachen Funkmast schreibt Mulfingens Bürgermeister Robert Böhnel: „Sowohl zum Internet wie auch zum Mobilfunk, speziell zum Funkmast in Buchenbach, informieren wir die Bürgerschaft im örtlichen Mitteilungsblatt und in den Sitzungen sehr umfassend. Darüber hinaus gehende Fragen können wir derzeit leider nicht beantworten.“ Er fordert allerdings unsere Eberbacher Leserin dazu auf, sich direkt an ihn zu wenden.

Text: Sonja Bossert




Mulfingen-Eberbach: Randalierer sorgt für Aufsehen

Ein in Eberbach herumschreiender und mit einem Hammer bewaffneter Mann, wurde am Donnerstagnachmittag, den 07. November 2019, gleich durch mehrere Anrufer der Polizei gemeldet. Beim Eintreffen der Polizei konnte der Mann auf einer Bank vor einem Haus sitzend angetroffen werden. Da der Angetroffene auch in Anwesenheit der Polizei Drohungen aussprach und provozierte, wurde er durch die Polizei in Gewahrsam genommen. Schlussendlich wurde ärztliche Hilfe benötigt und der Proband in eine psychiatrische Klinik gebracht.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Schnelleres Internet für Hohenlohe teurer als gedacht – Landratsamt verabschiedet sich vom gemeinsamen Ausbau

Der Hohenlohekreis sieht auch nach über 20 Jahren Internet-Zeitalter noch aus wie ein löchriges Stück Käse. Vielerorten erscheint die Meldung auf dem Handy „kein Netz“ oder die Sanduhr auf dem PC verweist darauf, dass die Übertragungsgeschwindigkeit der Daten zu wünschen übrig lässt. Das Dorf Eberbach bei Mulfingen ist das beste Beispiel für eine Gemeinde ohne ausreichende Netzabdeckung (wir berichteten).

Kein gemeinsamer Ausbau aller Gemeinden

Seit etwas über einem Jahr hat sich das Landratsamt des Hohenlohekreises der Sache angenommen. Am Ende der Grobplanung eines kreisweites Glasfasernetzes standen Kosten von 326 Millionen Euro. Darauf verweist eine Sitzungsvorlage des Verwaltungs-, Wirtschafts- und Verkehrsausschusses am kommenden Montag, den 04. Februar 2019. Zudem stellte das Landratsamt bei der Untersuchung des Ist-Zustandes fest: „Einige Kommunen gehen bereits seit Jahren sehr planvoll beim Ausbau vor, andere befinden sich erst in der Anfangsphase der Planung beziehungsweise des Ausbaus. Auch werden unterschiedliche Ausbaumodelle betrieben.“ Daher sei „ein flächendeckender Glasfaserausbau des gesamten Hohenlohekreises im Betreibermodell angesichts der unterschiedlichen Ausbaustände und der unterschiedlichen Vorgehensweisen in einem gemeinsamen Projekt voraussichtlich nicht zu realisieren“. Zudem seien „die geographischen und geologischen Gegebenheiten im Hohenlohekreis anspruchsvoll, was bei den Tiefbauarbeiten zu vergleichsweise hohen Kosten pro Laufmeter führt“.

„Fehlende Wirtschaftlichkeit“

Es sei daher auch nicht verwunderlich, so das Landratsamt in seiner Sitzungsvorlage weiter, dass eine in Auftrag gegebene Strategiestudie von Rödl & Partner für den Betrieb eines „kreisweiten Backbones“ eine „fehlende Wirtschaftlichkeit“ prognostizierte.

Daher hat sich das Landratsamt nun entschlossen, lediglich eine koordinierende Funktion hinsichtlich des digitalen Ausbaus zu übernehmen. Ab 01. März möchte das Landratsamt daher eine Vollzeitstelle „Breitbandkoordinator“ im gehobenen Dienst im Landratsamt schaffen. Der Verwaltungs-, Wirtschafts- und Verkehrsausschuss soll in seiner öffentlichen Sitzung am 04. Februar 2019 entscheiden, ob es die neue Stelle geben wird.

 

 

 

 




Internet in Mulfingen // über 22 Prozent unterversorgt

Über 22 Prozent der Haushalte in Mulfingen sind unterversorgt, was das Internet betrifft. Das steht in einem Antwortschreiben von Thomas Strobl an den AfD-Landtagsabgeordneten des Hohenlohekreises, Anton Baron, vom 06. Juni 2018. Der Innenminister von Baden-Württemberg hat auf eine Anfrage von Baron reagiert. Dieser hatte unter anderem gefragt, warum es in Eberbach nach wie vor Probleme mit der Breitband- und Funknetzversorgung gib.

siehe unseren Artikel: https://www.gschwaetz.de/2018/06/16/im-tal-der-isolierten-ein-leben-ohne-telefon-und-internetanschluss/

„Sehr ungünstige Lage von Eberbach“

„Ein Schwachpunkt des Festnetzes in Eberbach ist die vorhandene Kupferkabelinfrastruktur. Aufgrund zu geringer Kapazitäten der Kupferkabel (historisch bedingt sind vor
Ort zu wenige Kupferdoppeladern vorhanden), ist es bisher nicht möglich gewesen, allen Haushalten in Eberbach einen Breitbandanschluss zur Verfügung zu stellen“, so die Antwort von Strobl bezüglich Eberbachs Situation. Hinzu komme, dass Eberbach eine sehr ungünstige Lage habe. „Eberbach liegt an der Jagst, in einem eingeschnittenen, meanderförmigen Tal. Das Tal ist zirka 140 Meter tief. Diese für den Mobilfunk äußerst schwierige topografische Lage macht es für die Mobilfunknetzbetreiber sehr aufwendig, eine Mobilfunkversorgung
in Eberbach herzustellen. Aufgrund der hohen Kosten für einen Mobilfunkstandort wurden Orte wie Eberbach, wo ein Netzausbau für die Mobilfunkunternehmen eigentlich
unwirtschaftlich ist, bisher nicht ausreichend versorgt.“ Strobl betont: „Dem Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration ist bewusst, dass es in
ganz Baden-Württemberg Versorgungslücken (weiße Flecken) gibt, das heißt, eine Versorgung mit einer Datenrate von mindestens 30 Mbit/s nicht vorhanden ist. Laut Breitbandatlas des Bundes (www.zukunft-breitband.de) verfügen insgesamt 77,4 Prozent der Haushalte in der Gemeinde Mulfingen über eine Datenrate von mindestens 30 Mbit/s, somit sind noch 22,6 Prozent der Haushalte unterversorgt.“ Damit ist mehr als jeder fünfte Haushalt in der Gemeinde Mulfingen unterversorgt und hat zu langsames oder gar kein Internet.

Eberbacher ohne Internetverbindung.
Foto: GSCHWÄTZ

Hoffnung für Eberbach? Pläne der Landesregierung – Neuer Mobilfunkmast

Auch wenn es bislang offensichtlich nicht sehr attraktiv für die Netzbetreiber erschien, das Funkloch in Eberbach zu stopfen, verweist Strobl nun auf Pläne der Telefom, zumindest den Handyempfang verbessern zu wollen mit einem neuen Mobilfunkstandort in Eberbach. Hier appelliert Strobl an die Gemeinde, „die Mobilfunkunternehmen zu unterstützen, indem sie dabei hilft, eine geeignete Liegenschaft zu finden oder eine eigene zur Verfügung stellt“.

Anton Baron kritisiert hierbei, dass hier „wie auch bei der Breitbandanbindung  kein konkreter Zeitplan“ für die Umsetzung genannt werde. Den Betreibern müsse eine „kurze Frist zur flächendeckenden Versorgung sämtlicher bewohnter Flächen gesetzt werden“, fordert der Landtagsabgeordnete. Strobl wiederum verweist in seinem Antwortschreiben darauf, dass die Mobilfunknetzbetreiber eine „vollständige Versorgung für die Hauptverkehrswege“ bis 2020 sicherzustellen haben und dess es derzeit so ausschaut, als ob dieses Ziel auch erreicht werden würde. Allerdings beinhaltet „Hauptverkehrswege lediglich Bundesautobahnen und ICE-Strecken.

Nur durch Zusammenwirken von Gemeinde, Deutscher Telekom und Netcom möglich

Die Landesregierung betont, dass die Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene funktinieren müsse, um den Ausbau zu forcieren: „Eine Verbesserung der Breitbandversorgung in Eberbach ist nur durch das Zusammenwirken von Gemeinde, Deutscher Telekom und Netcom zu erreichen. Die Gemeinde ist daher seit Herbst 2017 in Gesprächen mit der Deutschen Telekom und
Netcom. Es zeichnet sich nun ab, dass die Netcom den Netzbetrieb für Eberbach übernehmen will. Damit eine umfangreichere Breitbandversorgung in Eberbach möglich
wird, muss noch die Kupferkabelinfrastruktur angepasst werden. Hierzu sollen noch im Juni 2018 Gespräche zwischen der Gemeindeverwaltung, der Deutschen Telekom
und Netcom stattfinden.“

Baron: „Hilfloses Agieren des Landesregierung“

Nach Anton Barons Meinung reagiert die Landesregierung hilflos im Fall Eberbach. Foto: privat

Das Fazit von Anton Baron:„Mein Antrag zu der Mobilfunk- und Breitbandsituation in Eberbach zeigt auf, wie hilflos die Landesregierung agiert.“ Innenminister Thomas Strobl wiederum betont, dass es das Ziel sei, dass „ganz Baden-Württemberg am digitalen Wandel teilhaben zu lassen. […]. „Das Ministerium […] steht der Gemeinde Mulfingen hierbei beratend und unterstützend zur Seite.“

 




Arnulf von Eyb: „Wir leben hier nicht in Bananien“

Arnulf von Eyb, Der  CDU-Landtagsabgeordnete des Hohenlohekreises sprach mit Dr. Sandra Hartmann in seinem Schloss in Dörzbach unter anderem über Wein, die Probleme in der Landwirtschaft, seine Meinung über die aktuelle Gesundheits- und Bildungspolitik und Funklöcher im Ländle.

 

„Vom Weinbau selbst verstehe ich nichts, vom Weinkonsum schon etwas mehr“

 

GSCHWÄTZ: Bier oder Wein – was darf‘s sein, Herr von Eyb?

von Eyb:  Das ist keine einfache Frage, weil ich der weinbaupolitische Sprecher der CDU-Fraktion bin. Aber vom Weinanbau selbst verstehe ich nichts, vom Weinkonsum schon etwas mehr.

 

Ingelfingen und Niedernhall haben ja ganz schön bluten müssen die vergangenen Jahre – Fürstenfass hat sich die Keltereien quasi einverleibt.

von Eyb: Das ist eine ganz schwierige Geschichte. Dörzbach hatte ja eine Rebflurbereinigung vor ungefähr 20 Jahren. Damals hatte man gedacht, wenn die durchgeführt wird, ist der Weinbau für die nächsten 500 bis 1.000 Jahre gesichert. Nun sieht man, wie schwierig es. Auch Dörzbach musste die Selbstständigkeit aufgeben. Aber es ist alles nicht so schlimm, weil  es nun „die Hohenlohe-Kellerei“ heißt. und darin können sich sowohl die Niedernhaller, als auch die Ingelfinger und die Dörzbacher wiederfinden. Bevor der Weinbau komplett eingeht, ist das die bessere Lösung gewesen und der Wein ist nach wie vor gut.

 

„Das Thema Krankenhaus ist extrem emotional belegt“

 

GSCHWÄTZ: Es gibt ja noch mehr kommunalpolitische Einschnitte – nicht nur im Weinbau, auch in der Gesundheitspolitik.

von Eyb: Ich kann die Entscheidung des Kreistages verstehen, den Krankenhausstandort in Künzelsau zu schließen. Es ist nicht immer einfach, weil das Thema extrem emotional belegt ist. Aber wenn wir ganz ehrlich sind, dann stellen wir fest, dass die schwierigen Fälle durch Bad Mergentheim, Schwäbisch Hall oder möglicherweise durch noch größere Krankenhäuser in Heidelberg oder Stuttgart abgedeckt werden. Die Ortsnähe hat natürlich was. Aber ein Krankenhaus am Leben zu erhalten, das im Prinzip nur künstlich am Leben erhalten werden kann, ist, glaube ich, auch nicht die richtige Entscheidung.  Mir wäre sehr daran gelegen, dass man dem Menschen, der in der Sekunde in der Not ist,  sei es durch einen Herzinfarkt oder einen Unfall, schnell hilft und da kann mich sicher noch einiges optimieren.  Ich glaube auch, darüber denkt man nach. Ob man dann in so einer Notsituation zehn Kilometer weiter transportiert wird, ist dann nicht mehr entscheidend. Was auch entscheidend ist: Wir brauchen in Künzelsau und auf dem Land nicht nur Hausärzte, sondern auch Fachärzte. Da würde ich mir wünschen, dass sich mehrere zusammentun und sagen: Das können wir sicherstellen.

 

GSCHWÄTZ: Viele Ärzte haben darauf hingewiesen, wie schwer es ist, Nachfolger für ihre Praxen zu finden.

von Eyb verweist auf einen Arzt in Sindelfingen, der in der Stadtmitte eine Praxis hat und ebenfalls keinen Nachfolger findet.

von Eyb: Dieser Arzt sagt, die jungen Ärzte wollen lieber in größeren Teams arbeiten, vielleicht auch nicht mehr die Verantwortung übernehmen und vor allem nicht auch noch sonntags gegebenenfalls arbeiten müssen.

 

„Wir können nicht weniger Bürokratie haben, sondern wir müssen mit Bürokratie besser umgehen lernen“

 

Viele monieren auch den hohen Verwaltungsaufwand, den die Politik vorgibt.

von Eyb: Ja, das stimmt. Das ist dieselbe Klage, die Landwirte oder Handwerker erheben. Wir können den Menschen nicht versprechen, weniger Bürokratie zu haben. Das wäre Augenwischerei, sondern wir müssen mit der Bürokratie besser umgehen lernen. Da  gibt es vielleicht Möglichkeiten, zum Beispiel, dass man nichts mehr in eine Akte einträgt, sondern während der Behandlung heineinspricht oder ähnliches, um insgesamt den Bürokratieanfall leichter ertragbar zu machen. Aber Bürokratieabbau wird nicht funktionieren. Und wenn man genauer hinschaut, stellt man fest, dass das alles eine sinnvolle Grundlage hat.

Also ist Deutschland Ihrer Meinung nach nicht überbürokratisiert?

von Eyb: Es wäre wunderbar und da, wo man es kann, soll man es auch tun. Aber es ist nicht so einfach, wie man es sich vorstellt. Wenn man sich etwa das statistische Jahrbuch von Baden-Württemberg anschaut. Es ist sensationell, was man aus diesem Buch herauslesen kann. Das könnte man alles nicht, wenn man die Daten vorher nicht erfasst hätte. Ich war kürzlich auf einem Rinderabend einer Rinderunion. Da wurden ihre Leistungskühe dargestellt. Es ist unglaublich, was man alles über eine Kuh wissen kann. Das Ganze kann man nicht prämieren, wenn man es nicht aufgeschrieben hätte.

In den Schulen könnte sich Arnulf von Eyb weniger Bürokratie vorstellen

Bei den Grundschullehrern müsse sich etwas ändern

 

A propos Bildungskühe. Fehlstunden, Lehrermangel – Das Kultusministerium in Stuttgart hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert in den vergangenen Jahren.

von Eyb: In diesem Bereich könnte ich mir eine Entschlackung der Bürokratie vorstellen.  Ich glaube, dass man in den letzten Jahren einfach zu viele Experimente gemacht hat. Unsere Kultusministerin hat eine sehr schöne Einstellung: Wir brauchen erstmal ein vernünftiges Fundament. Das Fundament kann man nur kriegen, wenn man lesen, rechnen und schreiben kann. Richtig ist, dass sehr viele Grundschulen keine Leiter bekommen, weil der Verwaltungsaufwand und das Mehr, was man als verantwortlicher Rektor bekommt, nicht angemessen ist. Da muss man sicherlich etwas tun.

 

Thema Funkloch & Eberbach: „Achtung, jetzt bin ich für ein paar Minuten weg“

 

Weder Handyempfang noch Internet – Das Dorf Eberbach schreibt derzeit bundesweit Schlagzeilen. Was ist denn da los?

von Eyb: Günther Oettinger sagt immer: Funklöcher sind schlimmer als Schlaglöcher und vor allem sind sie nicht so schnell zu stopfen wie ein Schlagloch. Dem stimme ich zu. Wenn ich von hier nach Stuttgart fahre, kann ich ziemlich genau sagen, wann ich in ein Funkloch hineinfahre. Da sage ich auch immer meinem Gesprächspartner: Achtung. Jetzt bin ich für ein paar Minuten weg. Das ist sicherlich nicht optimal. Ich habe auch den Landrat aufgrund dieser Diskussion in Mulfingen gebeten, mir zu sagen, wo wir derzeit noch Lücken haben. Aber dieses Thema ist natürlich enorm aufgebauscht.  Auch in Eberbach gibt es natürlich Internet- und Funkverbindungen.  Aber in dem einen oder anderen Fall eben nicht. Und daraus eine so große Geschichte zu machen – die kam mir etwas überzogen vor. Die Thematik ist zwar angespannt in dem einen oder anderen Ort. Aber nicht so, dass man denken kann, man lebt irgendwo in der Nähe von Bananien.

 

Sie haben als Landtagsabgeordneter den Spagat zu meistern zwischen Stuttgart und dem ländlichen Raum in Dörzbach und Umgebung. Wie sieht denn eine Woche im Leben eines Landtagsabgeordneten aus?

von Eyb: Ich bin der OB-Mann der CDU-Fraktion im NSU-Untersuchungsausschuss, in dem es darum geht, die Verbindungen des Mördertrios oder zumindest des Mörderduos bei der Ermordung der Polizistin Michèle Kiesewetter und des angeschossenen schwerverletzten Polizisten aufzuarbeiten. Wenn ich morgens um 9 Uhr im Landtag eine Vorbesprechung habe, fahre ich am Sonntagabend nach Stuttgart. Am Abend fahre ich zurück. Am Dienstagmorgen habe ich eine Vorlesung hier an der Hochschule – das hat mit meinem Landtagsmandat nichts zu tun – bei den Wirtschaftsingenieuren: Einführung in das Vertragsrecht. Dann fahre ich wieder nach Stuttgart. Im Fraktionsvorstand besprechen wir, was wir in der Fraktionssitzung noch alles ansprechen wollen. Sehr häufig sind dann abends noch Veranstaltungen von Organisationen, die Abgeordnete einladen oder Fachgespräche. Dann gibt es Ausschüsse. Die müssen vorberaten werden. Dann gibt es Plenum. Das sind die Tage, an denen man im Landtag sitzt. Dann gibt es sehr, sehr viele Termine hier im Wahlkreis. Wir haben die Aufgabe, möglichst viele Menschen zu erreichen. Wenn sie ein Thema haben, bei dem sie denken, da könnten wir helfen, stehen wir zur Verfügung. Wir werden sehr häufig eingeladen von Verbänden, Vereinen, Gemeinden oder Firmen.

Vorbereitung des Videointerviews im Schloss in Dörzbach

Interview als Video

 

Das am 15. Juni 2018 in seinem Schloss in Dörzbach gedrehte Videointerview mit Arnulf von Eyb sehen Sie im Video oben zum Anklicken. Darin äussert sich Arnulf von Eyb auch dazu, warum er nicht der größte WM-Fan ist.

Dreh, Schnitt & Fotos: Dr. Felix Kribus

 

Schubertiade

 

Arnulf von Eyb ist verheiratet und hat keine Kinder. Er ist neben seinem Landtagsmandat Rechtsanwalt. Einmal jährlich veranstaltet die Familie von Eyb die Schubertiade. Hierbei treten unterschiedliche Künstler im Schloss auf und präsentieren klassische Werke. Die Schubertiade geht in diesem Jahr noch bis September.

Karten hierfür gibt es auf: http://www.schubertiade-schloss-eyb.de

 




Im Tal der Isolierten – Ein Leben ohne Telefon- und Internetanschluss

Eberbach – Man sollte meinen, dass heutzutage jedes Haus mit einem funktionierenden Telefon- und Internetanschluss ausgestattet ist. Ohne kann man sich den Alltag auch kaum mehr vorstellen. Schnell noch eine Mail verschicken, Freunde anrufen oder eine Serie auf Netflix anschauen. Standard, klar. Das gilt allerdings nicht für Eberbach. Die idyllische Ortschaft in der Gemeinde Mulfingen hat seit Jahren Probleme mit den Anschlüssen – und eine Lösung scheint nicht in Sicht.

Haushalt ohne funktionierende Internet- und Festnetzverbindung

Da kann etwas so Einfaches wie die Vereinbarung für einen Interview-Termin schon zu einer kleinen Herausforderung werden: Man wählt die richtige Nummer, hört aber immer wieder nur endloses Tuten oder aber überhaupt nichts.
„Sie könnten jetzt auch jeden Moment aus der Leitung fliegen“, warnt Gerold Prümmer, als nach mehreren gescheiterten Versuchen endlich unser erstes Telefonat zustande kommt. „Wir sind hier ein Stück weit von der Zukunft abgehängt“, sagt der Eberbacher. Denn er und die anderen Bewohner haben seit nunmehr fünf Jahren mit der Problematik zu kämpfen. Erste Schwierigkeiten mit den Anschlüssen traten bereits 2013 auf. In den letzten eineinhalb Jahren habe sich die Situation allerdings zugespitzt: Die Leitungen sind zum Teil komplett tot, ein Großteil der Haushalte ist ohne funktionierende Internet- und Festnetzverbindung. Und jeder, der schon einmal in Eberbach war, weiß, dass es dort auch kein Mobilfunknetz als Alternative gibt.

Satelliteninternet kostet 100 Euro im Monat

Einige Bewohner sind deshalb auf analoge Leitungen oder Satelliteninternet ausgewichen. Dabei kann es sich aber nur um eine Übergangslösung handeln, denn die analogen Leitungen sollen noch in diesem Jahr abgeschaltet werden und der Zugang über Satellit ist mit rund 100 Euro im Monat eine kostspielige Angelegenheit.

Leitungen seien veraltet

Laut Aussagen der Anbieter Telekom beziehungsweise NeckarCom und der Gemeinde Mulfingen gegenüber den Bewohnern haben die Probleme mehrere Gründe: Die Leitungen seien veraltet und an manchen Kupferkabeln würden mehrere Anschlüsse hängen, was vor allem beim Internet nicht funktionieren würde. Zudem ist Eberbach nicht mit Glasfaserkabeln ausgestattet. Diese wurden letztes Jahr zwar vom Nachbarort Buchenbach her verlegt, allerdings nur bis zum Ortseingang. Eine Breitbandanschluss sei in Eberbach somit unmöglich.

Wer hat Schuld?

„Die Telekom und die Gemeinde schieben sich gegenseitig die Schuld zu“, sagt Manuel Hub. Zusammen mit seiner Frau Kathrin Hub hat er letztes Jahr in Eberbach gebaut. Für den Neubau wurde ihnen seitens der Telekom ein Anschluss zugesagt. „Für den haben wir im November 2017 dann auch 800 Euro bezahlt – aber bis heute geht überhaupt nichts“, erzählt Kathrin Hub. Auch etliche Briefe, Telefonate und Techniker-Besuche später wird das Ehepaar immer wieder aufs Neue vertröstet. Und das ist in Eberbach kein Einzelfall.

„Stellen Sie sich vor, dass Sie den Notarzt oder die Feuerwehr anrufen müssen“

Die Bewohner fühlen sich teilweise komplett von der Außenwelt abgeschnitten. „Wenn Sie Ihre Kinder in der Schule krankmelden wollen, können Sie nicht einfach anrufen, sondern müssen hinfahren“, erzählt Holger Rudolph, „oder stellen Sie sich vor, dass Sie den Notarzt oder die Feuerwehr anrufen müssen – dann haben Sie ein richtiges Problem.“ Rudolph ist so verärgert, dass er nun sein Haus verkaufen und Eberbach den Rücken kehren wird. Doch auch dies sei nicht so einfach. Denn die Problematik ist schon länger kein Geheimnis mehr.

Holger Rudolph im Kurzinterview, wie es sich ohne Telefon und Internet lebt:

 

Vermutlich stehen aus diesem Grund auch einige Häuser leer und es gibt seit Jahren freie Bauplätze im Neubaugebiet. „Das ganze verursacht also auch wirtschaftliche Schäden“, sagt Gerold Prümmer. Der Versicherungsmakler würde beispielsweise gerne einen neuen Mitarbeiter anstellen. „Aber der braucht dann eine eigene Leitung und das ist im Moment nicht möglich“, erklärt Prümmer weiter. Und auch für potentielle neue Gewerbetreibende ist Eberbach, obwohl im wirtschaftlich starken Mulfingen gelegen, somit keine attraktive Adresse.

 

Holger Rudolph im Kurzinterview, ob der fehlende Telefon- und Internetanschluss ein Grund sei, Eberbach zu verlassen:

Ausbau des Glasfasernetzes in Eberbach

Die Bewohner wollen sich weiter für eine Verbesserung der Situation einsetzen. Sie stehen in dauerhaften Verhandlungen mit der Gemeinde und den Anbietern, damit der Ausbau des Glasfasernetzes in Eberbach vorangeht. Solange müssen sie wohl weiter auf Übergangslösungen ausweichen. So versammeln sie sich beispielsweise regelmäßig vor Gerold Prümmers Haus, denn er ist einer der wenigen Privilegierten mit recht stabiler Internetverbindung. „Unser W-Lan ist deshalb für die anderen offen“, erklärt er. Das erinnert ein wenig an die Erzählungen der Großeltern, die sich immer bei der Familie getroffen haben, die das einzige Telefon oder den ersten Farbfernseher im Ort hatten – nur eben im Jahr 2018.

Holger Rudolph im Kurzinterview, wie die Kontaktaufnahme mit dem Anbieter bisher lief:

 

Mulfingens Bürgermeister Robert Böhnel wird sich in den nächsten Tagen in einem persönlichem Gespräch mit GSCHWÄTZ über dieses Thema unterhalten.

Unabhängig von dem Interview-Termin erreichte die GSCHWÄTZ-Redaktion am 12. Juni 2018 Pressemitteilung von AfD-Abgeordneten Anton Baron zu diesem Thema. Baron hat Gründe und Gegenmaßnahmen bei der Stuttgarter Landesregierung abgefragt, da Eberbachs digitale Infrastruktur auf dem Stand der 80er-Jahre ist – Minister Strobl zufolge gäbe es zwar Pläne der Telekom, einen Sendemast zu errichten, jedoch wird kein konkreter Zeitpunkt genannt.

Pressemitteilung von Anton Baron: Antrag zur Mobilfunk und Breitbandsituation in Eberbach.
Foto: GSCHWÄTZ

 

Bei einem Video-Interview im Freitag, den 15. Juni 2018, in Dörzbach äußerte sich CDU-Landtagsabgeordneter Arnulf Freiherr von Eyb ebenfalls zur aktuellen Situation der Eberbacher: Seiner Meinung nach wurde das Thema zu sehr aufgebauscht. Es beträfe nicht jeden in Eberbach, sondern nur einzelne Punkte.

Das Interview mit Dr. Sandra Hartmann und dem CDU-Landtagsabgeordneten Arnulf Freiherr von Eyb erscheint am Samstag, den 23. Juni 2018, auf GSCHWÄTZ.