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„Jetzt zählt jedes Bett“ – Aufrüstung des Krankenhausgebäudes in Künzelsau – Dr. Andreas Kühn, Chefarzt im HK, im großen Interview

„Schwere ethische Entscheidungen, vor denen wir stehen werden“

Dr. Andreas Kühn ist noch bis 01. April 2020 Chefarzt und stellvertretender ärztlicher Direktor im Hohenloher Krankenhaus (HK). Er ist Facharzt für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie. Zusätzlich ist er derzeit noch der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes Hohenlohe und Vorsitzender der Ärzteschaft Künzelsau. Dr. Andreas Kühn wurde am 04.11.1969  geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von zwölf und 14 Jahren. GSCHWÄTZ-Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann sprach mit Dr. Kühn über die Corona-Pandemie.

Leider ist unser Ärztehaus in Schloss Stetten für die Krise nicht rechtzeitig fertig geworden

GSCHWÄTZ: Herr Kühn, angesichts der Coronapandemie und der bezeichnenden Lage im so genannten Hotspot Hohenlohe – Könnten Sie sich vorstellen, nicht ab 01. April 2020 das Krankenhaus zu verlassen, sondern noch länger in dieser Krise als Arzt für das HK zu arbeiten?

Kühn: Ich bin Intensivmediziner und Anästhesist. Das sind genau die Menschen, die man jetzt braucht. Wenn man mich braucht, bin ich auch da in so einer angespannten Situation. Leider ist unser Ärztehaus in Schloss Stetten für die Krise nicht rechtzeitig fertig geworden.

GSCHWÄTZ: Ärzte aus dem Hohenlohekreis nehmen derzeit die Abstriche der Verdachtsfälle in der Abstrichstelle in Belzhag.

Kühn: Hausärzte von hier sind in Belzhag, die sich in ihrer eigenen Praxis frei machen für einige Stunden im stetigen Wechsel. Die kassenärztliche Vereinigung stellt eine medizinische Fachangestellte und man kann noch selbst eine Kraft zur Unterstützung aus der eigenen Praxis mitbringen. Eventuell bleibt dann die Praxis währenddessen zu, wenn man keine Gemeinschaftspraxis hat.

Ganzkörperschutzoverall anstatt „Norovirenkittelchen“

GSCHWÄTZ: Haben Sie selbst auch schon Abstriche vorgenommen? Wenn ja, hat man als Arzt Angst, sich anzustecken? Immerhin sind ja schon einige Ärzte erkrankt.

Kühn: Ich habe Abstriche gemacht, als die Abstrichstelle noch am Gesundheitsamt war, aber Angst vor einer Ansteckung habe ich nicht wirklich, denn ich weiß, wie man sich professionell schützt. Ich hatte einen weißen Ganzkörpervollschutzoverall (kein „Norovirenkittelchen“), Kategorie 3, an, eine Maske (FFP3–Mundschutz) und ein großes Schutzvisier, doppelte Handschuhe, so war alles geschützt, auch der Hals, da guckt kein bisschen Haut raus. Aber es ist unangenehm, damit zu arbeiten, weil es ist heiß darunter ist.

Bergamo ist in seiner Größe vergleichbar mit dem Hohenlohekreis

GSCHWÄTZ: Ihre Schmerztherapie-Praxis hat weiterhin geöffnet, weil ihre Patienten angewiesen sind auf die Behandlungen und Medikamente. Was tun sie, um dabei volle Wartezimmer zu vermeiden?

Kühn: Ich biete jetzt Videosprechstunden an und schicke Rezepte per Post. Darüber hinaus bestelle ich die Menschen einzeln in meine Praxis und lasse kein Wartezimmer volllaufen. Ich arbeite immer mit Handschuhen und Mundschutz, meine Angestellten tragen auch Mundschutz und Handschuhe im Umgang mit Patienten. Viele sagen derzeit aber auch ihre Termine ab aus Angst, sich anzustecken. Meine Frau ist Gynäkologin, in diesem Bereich verschieben gerade auch viele ihre Vorsorgetermine. Aber natürlich kann es dann passieren, dass wir nach der Krise einen Rattenschwanz aufzuarbeiten haben.

GSCHWÄTZ: Keiner von uns hat eine derartige Ausnahmesituation, eine Pandemie, jemals erlebt. Unter- oder übertreiben wir dabei in unserem Tun?

Kühn: Wenn uns so etwas passiert wie in Bergamo, das eine vergleichbare Größe wie der Hohenlohekreis aufweist, wenn man die Einwohnerzahl von 120.000 betrachtet, mit aktuell 800 und bald vermutlich 1.000 Toten, dann kämen wir bald an eine Letalitätsrate [Anm. d. Red.: Sterberate] von einem Prozent auf die Gesamtbevölkerung (nicht nur der Infizierten). Wenn man das auf Gesamtdeutschland überträgt mit rund 82 Millionen Einwohnern, dann wären das 820.000 Tote. Nicht zu vergessen: Die Intensivstationen in Bergamo sind sehr gut ausgestattet un ganz abgesehen davon, dass der Höhepunkt hier noch nicht erreicht ist.

„Uns entgehen die ganzen Symptomlosen“, die nicht getestet werden

GSCHWÄTZ: Hat Deutschland zu spät reagiert?

Kühn: In Südkorea werden nicht nur Menschen mit Symptomen getestet, sondern auch äußerlich gesunde Menschen und darunter waren einige positiv Getestete. Uns entgehen die ganzen Symptomlosen und dadurch verbreitet sich der Virus weiter. Wer sowieso schon Grippesymptome aufweist, geht in der Regel nicht mehr so auf die Straße und steckt andere an, wie jemand, der sich gesund fühlt, aber Corona hat.

GSCHWÄTZ: Durch den Engpass an Teststäbchen werden derzeit auch nicht mal mehr alle mit Symptomen getestet und den Ärzten obliegt es, hier eine korrekte klinischeDiagnose zu treffen. Ein schier unmögliches Unterfangen, oder?

Kühn: Es ist ganz einfach: Wenn jemand derzeit Grippesymptome hat, muss er zu Hause in Quarantäne bleiben. Dann meldet der Arzt ihn als möglichen Coronaverdacht. Der Abstrich wird nur noch gemacht, wenn er ins Krankenhaus muss und er dadurch in Kontakt mit anderen Menschen kommt.

Stichwort Krankenhaus Künzelsau: „Jetzt zählt jedes Bett“

GSCHWÄTZ: Das Krankenhaus Künzelsau wurde am 15. November 2019 geschlossen. Kurz darauf breitete sich in China die Corona-Epidemie rasant aus. Anfang 2020 traf es auch Deutschland. Aus einer Epidemie wurde eine Pandemie. Wie viele Krankenhausbetten entgehen uns derzeit durch das Sparen im Krankenhaussystem in den vergangenen Jahren?

Kühn: Vor der Krise war die Aussage von dem baden-württembergischen Sozialminister Manfred Lucha, dass man von 5,5 auf 4,4 Krankenhausbetten auf 1.000 Einwohner reduzieren wolle. Im Vergleich: Japan hat 13,9 Betten auf 1.000 Einwohner, also rund dreimal so viel. In Hohenlohe gab es bereits vor der Schließung lediglich 2,5 Krankenhausbetten, nach der Schließung des Krankenhauses Künzelsau waren es noch 1,7 Betten auf 1.000 Einwohner. Jetzt zählt jedes Bett und besonders die Intensivbetten mit Beatmung bei den schweren Corona-Verläufen.

GSCHWÄTZ: Wie ist der Hohenlohekreis hier derzeit aufgestellt?

Kühn: In Öhringen gibt es 12 Beatmungsplätze pro 110.000 Einwohner – wenn man die Narkosegeräte noch mit dazu zählt. Der Bundesdurchschnitt liegt hier rund dreimal so hoch bei 34 Beatmungsplätzen pro 100.000 Einwohner. Man darf dabei auch nicht vergessen: Jedes der 140 Betten im Künzelsauer Krankenhaus hätte Sauerstoffversorgung gehabt für die leichteren Fälle. Aber das jetzt auf die Schnelle wieder hochzuziehen, wird sehr schwierig werden. Jetzt sieht man mal, was passiert, wenn man auf viele Jahre das Gesundheitswesen auf Effizienz trimmt. Das reicht halt für eine Pandemie nicht.

„Entweder es gibt eine schnelle Durschseuchung und katastrophale Verhältnisse oder wir ziehen das in die Länge und kriegen bestmögliche Versorgungsbedingungen hin

GSCHWÄTZ: Was denken Sie, wie lange die Pandemie uns in Atem halten wird?

Kühn: Entweder es gibt eine schnelle Durchseuchung und katastrophale Verhältnisse oder wir ziehen das dementsprechend in die Länge und kriegen bestmögliche Bedingungen für die Versorgung hin, das dauert dann zwar auch dementsprechend länger, aber es werden weniger sterben. Also daher bitte ich jeden, zu Hause bleiben, damit die Kapazitäten ausreichen, damit alle bei Bedarf eine ausreichende Beatmungstherapie bekommen.

GSCHWÄTZ: Eine Herausforderung auch für die Ärzte.

KÜHN: Das sind schwere ethische Entscheidungen, vor denen wir stehen werden und vor denen wir Angst haben. Was macht man beispielsweise, wenn die Intensivstation voll ist mit Menschen über 80 Jahren und dann kommt ein 40-Jähriger, der ebenfalls beatmet werden muss?

Wie konnte Hohenlohe Corona-Hotspot werden?

GSCHWÄTZ: Hohenlohe ist der Corona-Hotspot in Deutschland mit den offiziell am meisten Infizierten pro Kopf, geht man von der offiziellen Zahl aus. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Kühn: Man weiß mittlerweile anhand von diversen Beispielen, dass sich viele bei öffentlichen Veranstaltungen angesteckt haben. Daraus kann man schließen, dass man sich ziemlich schnell und leicht anstecken kann mit dem Virus. Zur Zeit des Rebenglühens Anfang März 2020 hat man diesen Virus in Hohenlohe noch nicht so richtig ernst genommen.

„Wir kaufen derzeit nur Obst und Gemüse, das geschält oder gekocht werden kann“

GSCHWÄTZ: Wie gehen Sie privat mit der Krise um?

Kühn: Ich gehe persönlich nicht mehr einkaufen im Supermarkt, nur noch im Monat einmal, dann aber kaufe ich viel. Ein guter Tipp aus meiner Zeit, als ich in Kalkutta als Medizinstudent war, beherzigen wir jetzt auch wieder: schälen, kochen oder wegwerfen. Sprich: Wir kaufen derzeit nur Obst und Gemüse, das geschält oder gekocht werden kann.

Herr Kühn, vielen Dank für das Gespräch.

 

 

Seit Anfang dieser Woche rüstet das THW das ehemalige Krankenhaus in Künzelsau auf. Foto: GSCHWÄTZ vom 26.03.2020

Anbei veröffentlichen wir die aktuellen Corona-Zahlen des Sozialministeriums Baden-Württemberg (26. März 2020). Derzeit gibt es offiziell 8.441 Fälle und 76 Todesopfer. 302 Coronafälle weist der Hohenlohekreis dabei auf:




Öhringen: Auch Krankenhauspersonal infiziert – Landratsamt sucht medizinisches Fachpersonal – Kontaktpersonen dürfen weiterhin arbeiten

Auch Mitarbeiter des Hohenloher Krankenhauses in Öhringen sind mit dem Coronavirus infiziert. Das bestätigte das Landratsamt des Hohenlohekreises aufgrund einer GSCHWÄTZ-Anfrage am Mittwoch, den 25. März 2020. Die betroffenen positiv getesteten Mitarbeiter arbeiten nicht weiter, sondern befänden sich in Quarantäne, erklärt Sascha Sprenger, Pressesprecher des Landratsamtes, und versichert: „Der Ausfall wird kompensiert“.

Landratsamt: „Pandemie wird noch länger andauern“

Am gestrigen Donnerstag, den 26. März 2020 startete das Landratsamt nun einen Aufruf, dass sie medizinisches Personal benötigen, da „die Pandemie noch länger andauern wird“.

Der Hohenlohekreis bittet die Bevölkerung in Zeiten der Corona-Krise erneut um Hilfe. Da die Pandemie noch länger andauern wird, sei es wahrscheinlich, dass die Fachkräfte, die jetzt bereits im Einsatz sind, Unterstützung brauchen werden. Deshalb ruft die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung medizinisches Personal dazu auf, sich zu melden, um bei Bedarf helfen zu können.

Vorerst gehe es darum, dass die Daten der Hilfeanbietenden gespeichert werden. Der Aufruf richtet sich an jeden, der über medizinische oder pflegerische Fachkenntnisse verfügt, aber derzeit nicht im Gesundheitssektor arbeitet. Besonders Ärzte, Pflegekräfte, pharmazeutisch-technische Assistentinnen (PTA) oder medizinisch-technische Assistentinnen (MTA) im Ruhestand, in Elternzeit, im Studium oder in Ausbildung sind gesucht. Auch wer zum Beispiel eine Rettungssanitäterausbildung hat oder anderweitig etwas beitragen will, sei herzlich willkommen, so das Landratsamt. „Wir freuen uns über alle Freiwilligenmeldungen von Personen mit medizinischer/pflegerischer Ausbildung. Gesucht wird breitgefächert, beispielsweise vom ehemaligem Zivildienstleistenden mit Rettungshelferausbildung bis zum Herzchirurgen im Ruhestand“, so Landrat Dr. Matthias Neth.

Wie funktioniert es?

Kontakt: Gesundheitsamt des Hohenlohekreises. E-Mail: cv-medhilfe@hohenlohekreis.de oder telefonisch unter 07940 18-385 (erreichbar montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr).

Robert-Koch-Institut rät laut dem Landratsamt zu dieser Vorgehensweise

Um den hohen Bedarf an Fachkräften für die Versorgung von Covid-19-Patienten zu gewährleisten, ist man auf die Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen. Die Empfehlung, das Personal im medizinischen Bereich aufzustocken, stammt vom Robert-Koch-Institut (RKI). Bei jeder freiwilligen Meldung, so betont es das Landratsamt, wird darauf geachtet, dass ältere Fachkräfte nicht einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesdetzt werden. Bei jedem Fall wird vorher geprüft, ob und wie die- oder derjenige eingesetzt werden kann.

Sonderregelungen für Kontaktpersonen aus bestimmten Berufsgruppen

In einer weiteren Pressemitteilung von Donnerstag, den 26. März 2020, erlässt der Hohenlohekreis nun Sonderregelungen für Kontaktpersonen in „systemrelevanten“ Berufen.

Die aktuellen Allgemeinverordnungen der Landkreisverwaltung regeln, dass infizierte Personen sowie deren direkte Kontaktpersonen in häusliche Absonderung, sprich Quarantäne, müssen. Das heißt jedoch nicht, dass jede Kontaktperson auch infiziert ist, sondern es handelt sich um eine wichtige Vorsichtsmaßnahme, betont das Landratsamt in der Pressemitteilung.

Um die dringend benötigte Versorgungsinfrastruktur aufrechterhalten zu können, lockerte das Landratsamt diese Bestimmungen für bestimmte Berufe.

Konkret bedeutet das, dass Kontaktpersonen von diesen Berufsgruppen zur Arbeit erscheinen dürfen. Voraussetzung ist allerdings, dass sie folgende Verhaltensregeln dringend beachten und einhalten:

– Kontinuierliches Arbeiten mit Mund-Nasen-Schutz.
– Tägliche Selbstbeobachtung und Dokumentation bis zu 14 Tage nach dem Kontakt mit der infizierten Person.
– Beim Auftreten von Symptomen wird die betroffene Person sofort getestet und muss bis zum Testergebnis in häusliche Absonderung. Eine Arbeitstätigkeit ist dann nicht mehr erlaubt.
– Wenn der Test positiv ausfällt, gelten die gleichen Regelungen wie bei allen Infizierten.

Diese Regelungen können jedoch nur funktionieren, wenn während der Arbeit der direkte Kontakt jeglicher Art auf ein Minimum reduziert wird, insbesondere bei Besprechungen.

„Um die Versorgung wichtiger Dienstleistungen aufrechterhalten zu können, ist es unumgänglich, Quarantäneanordnungen, die für die Allgemeinbevölkerung gelten, für Personengruppen bestimmter Berufe anzupassen, um Personalengpässe in kritischen Bereichen zu vermeiden“, erläutert die Leiterin des Gesundheitsamtes Dr. Antje Haack-Erdmann.

Dies gilt für folgende Bereiche:

– die in den §§ 2 bis 8 der BSI-Kritisverordnung (BSI-KritisV) bestimmten Sektoren Energie, Wasser, Ernährung, Informationstechnik und Telekommunikation, Gesundheit, Finanz- und Versicherungswesen, Transport und Verkehr,
– die gesamte Infrastruktur zur medizinischen und pflegerischen Versorgung einschließlich der zur Aufrechterhaltung dieser Versorgung notwendigen Unterstützungsbereiche, der Altenpflege und der ambulanten Pflegedienste, auch soweit sie über die Bestimmung des Sektors Gesundheit in § 6 BSI-KritisV hinausgeht,
– Regierung und Verwaltung, Parlament, Justizeinrichtungen, Justizvollzugs- und Abschiebungshaftvollzugseinrichtungen sowie notwendige Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge und Einrichtungen zur gemeinschaftlichen Unterbringung von Asylbewerbern, vollziehbar Ausreisepflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern, soweit Beschäftigte von ihrem Dienstherrn unabkömmlich gestellt werden,
– Polizei und Feuerwehr (auch Freiwillige) sowie Notfall- /Rettungswesen einschließlich Katastrophenschutz,
– Rundfunk und Presse,
– Beschäftigte der Betreiber bzw. Unternehmen für den öffentlichen Nahverkehr und den Schienenpersonenverkehr sowie Beschäftigte der lokalen Busunternehmen, sofern sie im Linienverkehr eingesetzt werden und Taxifahrerinnen und Taxifahrer,
– die Straßenbetriebe und Straßenmeistereien sowie
– das Bestattungswesen

Quelle: Pressemitteilungen des Landratsamtes des Hohenlohekreises vom 26.03.2020




Künzelsauer Krankenhaus: Vor 2 Wochen noch ein klares Nein der BBT-Gruppe – Nun erfolgt eine Kehrtwende um 180 Grad

Was kann einem Landkreis peinlicheres passieren, als ein Krankenhaus trotz wochenlanger Proteste der Bevölkerung zu schließen, um es nur vier Monate später wieder zu öffnen (sicher, es ist derzeit „nur“ eine Isolierstation, aber wer weiß heutzutage schon, was morgen daraus wird? Hier scheinen sich jedenfalls die Spielregeln ständig zu ändern)? Hinzu kommt, dass ausgerechnet dieser Landkreis derzeit im Fokus Deutschlands als Corona-Hotspot steht. Beides Schlagzeilen, über die der Hohenloher Landrat Dr. Matthias Neth vermutlich nicht besonders amused ist.

Not amused

Vielleicht schaffen wir es aber auch bald, den Hotspot-Thron wieder zu verlassen, es gibt ja derzeit im Hohenlohekreis sowieso nur noch eine begrenzte Zahl an Teststäbchen, mit denen man testen kann, wer nun Corona hat und wer nicht.  Jeder, der grippeähnliche Symptome hat, wird derzeit angehalten, einfach mal Zuhause bleiben und wenn es schlimmer wird, sich wieder zu melden. Soweit von der Krisenfront im Hohenlohischen.

Als wir rund vor zwei Wochen bei der BBT-Gruppe – wir erinnern uns, die mit dem wohlklingenden Namen ,Barmherzigen Brüder‘ – gefragt haben, ob das Künzelsauer Krankenhausgebäude im Zuge der Coronapandemie möglicherweise genutzt wird – besteht also eventuell auch nur die geringste Chance – erhielten wir ein klares Nein. Ohne Begründung. Und nun, zwei Wochen später, die Kehrtwende um 180 Grad. So weit zur Weitsicht von Krankenhausträgern in gesundheitsbedingten Krisenzeiten.

Wir erinnern uns: Kleine Krankenhäuser sind zu teuer und zu ineffizient

Die Pandemie ist keine Frage verheerend, kein Spaß und mit Sicherheit hat sie keiner kommen sehen zu einer Zeit, als die Bundes- und/oder Landesregierungen (wer weiß das schon so genau, keiner will es gewesen sein) die Krankenhausschließungen  mit der Axt quer durch Deutschland geschlagen haben. In zahlreichen Landkreisen gab es Proteste wie in Künzelsau. Kleine Krankenhäuser seien zu teuer, zu ineffizient. Manfred Lucha, der Sozialminister in Baden-Württemberg, gab die Marschrichtung vor, zahlreiche Landräte folgten und verwiesen stets auf „die da oben“. Eines aber schienen die meisten von ihnen vergessen zu haben:

Auf einmal sind problemlos Milliarden da

Das Sozialsystem Deutschlands ist kein Wirtschaftsgut, sondern ein Grundrecht, dieses es nicht zu bemessen gilt mit dem spitzen Bleistift eines Finanzministers – zumal – hoppla, auf einmal problemlos Milliarden da sind, die nun an die Wirtschaft angesichts der drohenden Krise ohne Probleme seitens der Regierung ausgeschüttet werden können, weil – so erklärt es die Regierung in Berlin – der Staatssäckel gut gefüllt sei, weil man ja gut gewirtschaftet habe. Genau. Unter anderem beim Gesundheitssystem. In Katastrophen-Szenarien zeigen sich die wahren Helden und das sind die Menschen, die dieses Gesundheitssystem jetzt und bereits seit Jahren unter erschwerten Bedingungen am Leben erhalten. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht nur bei einem „danke“ an alle nun helfenden Hände – Rettungsdienstler, Ärzte, Krankenschwestern, Pflegemitarbeiter und viele andere mehr – bleibt, sondern dass zumindest einer als Sieger aus dieser Pandemie hervorgeht:

das deutsche Gesundheitssystem und alle, die es stützen.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann

 

 




Landratsamt sagt: Corona-Isolierstation im Künzelsauer Krankenhausgebäude für gesunde & kranke Menschen gleichermaßen gedacht

Nun ist es amtlich, was GSCHWÄTZ Anfang dieser Woche veröffentlicht hat: Die Landkreisverwaltung hat sich entschieden, im ehemaligen Krankenhaus Künzelsau eine Isolierstation einzurichten. Am heutigen Donnerstag, den 26. März 2020, nun hierzu auch eine offizielle Pressemitteilung.

Die Isolierstation kann, so das Landratsamt, für folgende Fälle genutzt werden:

1. Menschen mit schwachen Krankheitsanzeichen, die nicht zuhause leben können, weil dort Risikogruppen mit Ihnen leben.
2. Gesunde Menschen, die von kranken Familienmitgliedern getrennt werden sollen.
3. Klassische Verdachtspersonen, d.h. z.B. Personen, die aus dem Ausland einreisen, können in der Isolierstation zwei Wochen leben, bis klar ist, dass sie keine Infektion haben.
4. Risikogruppen, wie z.B. alte oder immunschwache Menschen, die von den Familienmitgliedern getrennt untergebracht werden sollen.
5. Mitglieder von systemrelevanten Berufen, die vorsorglich isoliert leben sollen.
6. Menschen, die aus dem Krankenhaus mit noch schwachen Symptomen entlassen werden.

Offen lässt das Landratsamt in seiner Pressemitteilung, wie gesunde Menschen aus Risikogruppen innerhalb des Gebäudes strikt getrennt werden von Coronapatienten, um Ansteckungen zu vermeiden. Zumal sich dort vermutlich jeder frei bewegen kann.

Die BBT-Gruppe hat noch vor rund zwei Wochen auf GSCHWÄTZ-Nachfrage ein klares „Nein“ geantwortet bei der Frage, ob das eheamlige Künzelsauer Krankenhaus im Rahmen der Corona-Pandemie genutzt werden könnte. https://www.gschwaetz.de/2020/03/10/coronavirus-quarantaenestation-in-kupferzell-krankenhaus-kuenzelsau-kommt-nicht-als-quarantaenestation-in-betracht/

Nun also der Umschwung, nachdem der Hohenlohekreis mit steigenden Coronazahlen zum deutschlandweiten Hotspot avanciert ist.

Die Hohenloher Krankenhaus GmbH habe in den vergangenen Wochen überprüft, inwiefern kurzfristig weitere Krankenhausplätze geschaffen werden können, erklärt das Landratsamt die Meinungsänderung. Für Coronapatienten mit einem schweren Krankheitsverlauf stünde jedoch nach wie vor das Öhringer Krankenhaus an erster Anlaufstelle. Denn: „Insbesondere für Menschen, die beatmet werden müssen, ist es nicht sinnvoll, diese im Hohenlohekreis außerhalb des Öhringer Krankenhauses unterzubringen. Denn nur im Krankenhaus Öhringen sind die medizinischen Geräte und die medizinischen Fachleute vor Ort.“

Aufnahme erfolgt freiwillig – medizinisches Personal werde es nicht geben

Daher handelt es sich, betont das Landratsamt, „beim ehemaligen Krankenhaus in Künzelsau um eine reine Isoliereinrichtung, eine medizinische Versorgung wird nicht angeboten. Die Aufnahme in der Isolierstation erfolgt freiwillig. Das Essen der Bewohner werde vom DRK Hohenlohekreis gestellt. Warum aber hat man die Isolierstation nicht in Kupferzell belassen? „Ein Vorteil gegenüber der Isolierstation in der Akademie Kupferzell ist, dass die Zimmer im ehemaligen Krankenhaus Nasszellen haben und die dort lebenden Personen somit ihre Zimmer nicht verlassen müssen“, erklärt das Landratsamt.

Aber es gäbe noch einen weiteren Grund: „Aus den Krankenhausentlassberichten von bisherigen Patienten ist ersichtlich, dass viele Infizierte aus dem Krankenhaus entlassen werden können, auch wenn noch leichte Krankheitssymptome und eine Virusausscheidung vorliegen. Diese Personen können dann, falls eine häusliche Unterbringung nicht sinnvoll ist, in der Isolierstation bis zur vollständigen Genesung bleiben. Dadurch können Krankhausbetten für schwerer erkrankte Personen freigehalten werden.“

Das Technische Hilfswerk Künzelsau werde, so das Landratsamt, die Isolierstation im Krankenhaus Künzelsau mit Materialien, die noch aus der Flüchtlingskrise zur Verfügung stehen, herrichten.

Ab nächster Woche startklar

Die Nutzung des Gebäudes wurde mit der Stadt Künzelsau abgestimmt. Die Isolierstation könnte somit ab Anfang nächster Woche in Betrieb gehen. Platz für über 50 Personen steht dann bereit.
Landrat Dr. Neth und die BBT-Gruppe haben dem Land Baden-Württemberg auch frühzeitig angeboten, dass das ehemalige Künzelsauer Krankenhaus für landeseigene Nutzungen zur Verfügung steht. Auch der Bundeswehr sei das Gebäude zum Gebrauch angeboten worden. Vor zwei Tagen allerdings wusste die dafür zuständige Bundeswehr in Stuttgart noch nichts davon (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/?s=bundeswehr ). Das Land und der Bund würden derzeit noch prüfen, ob sie das Krankenhausgebäude nutzen möchten. Falls diese Prüfung positiv verlaufe, könnte sich der Hohenlohekreis vorstellen, „die Räumlichkeiten dann anderen Trägern zu übergeben“. Die BBT-Gruppe als Mehrheitseigner erwähnt das Landratsamt in seiner Pressemitteilung nicht.




„Eine weitere Woche halte ich noch durch“ – aus dem Alltag einer Corona-Patientin in Gaisbach – Virenübertragung bei einem Nachbarschaftsplausch?

Anna Maier* klingt atemlos, als sie sich am Telefon meldet. Seit über einer Woche ist die Gaisbacherin krank. Sie leidet unter Atemnot, hat starke Gliederschmerzen, Husten und Kratzen im Hals. Das Fieber ist zwischenzeitlich wieder abgeklungen, Schnupfen hatte sie keinen. Zwischenzeitlich ging es ihr etwas besser, jetzt aber wird es wieder schlechter. Ihre Hausärztin vermutete gleich, dass sie sich mit dem Corona-Virus infiziert haben könnte. Deshalb war sie am vergangenen Dienstag in der Abstrichstelle in Belzhag, um sich testen zu lassen.

Virenübertragung bei einem Nachbarschaftsplausch?

Woher sie die Infektion haben könnte? Das weiß die 73-Jährige auch nicht. Etwas ratlos erzählt sie, dass sie sich in den Tagen, bevor sie krank wurde, rund 20 Minuten mit einer Nachbarin auf der Straße unterhalten hatte. Diese Frau hat ihr ein paar Tage später am Telefon berichtet, dass sie am Corona-Virus erkrankt sei. Aber ob es bei diesem Nachbarschaftsplausch zur Virenübertragung gekommen ist, kann sie auch nicht sagen. 

Eine Woche bis zum Test – „Das Eingesperrtsein wird langsam schwer“

„Es hat eine Woche gedauert von der Überweisung durch meine Hausärztin, bis ich endlich einen Termin in der Abstrichstelle hatte“, erzählt Anna Maier weiter. Aber, meint sie, die Leute dort können wahrscheinlich auch nichts für die lange Dauer. Die würden ja tun, was sie können. Auch das Testergebnis lässt auf sich warten. Also heißt es jetzt es für die Patientin abwarten. Auch wenn das Eingesperrtsein langsam schwer werde, Besuch nicht ins Haus dürfe. Zuvor hat sie regelmäßig im Tafelladen in Künzelsau gearbeitet. „Ich bin ja seit über einer Woche Zuhause“, sagt die Gaisbacherin, die eigentlich ein kontaktfreudiger Mensch sei. Lediglich ihr Lebenspartner, der zwar noch gesund, aber in Quarantäne sei, leiste ihr Gesellschaft. „Eine weitere Woche halte ich jetzt auch noch durch und dann ist das hoffentlich vorbei“, macht sie sich Mut.  

„Ich habe nicht mit der Krankheit gerechnet“

Doch was tut sie in dieser Zeit, in der sie maximal auf die Terrasse ihres Hauses darf? „Ich lese viel, kümmere mich um den Haushalt und telefoniere häufig“, erklärt sie. Langeweile komme bei ihr trotz allem nicht auf. Außerdem sei sie immer so erschöpft und müde, sie gehe deshalb häufig schon um 20 Uhr abends ins Bett. „Sonst gehe ich selten vor 1 Uhr morgens schlafen“, sagt sie. Die Einkäufe erledigten ihr Bruder und seine Frau, die gleich ums Eck wohnen. „Die fragen häufig, ob ich was brauche“, so die Gaisbacherin. Aber sie hätte vorher schon eingekauft und vorgekocht – „falls doch was sein sollte“. Allerdings nicht gehamstert, darauf legt sie Wert. Sie hat sich vorbereitet, auch wenn sie „eigentlich ein ganz gesunder Typ“ sei. Dass sie krank werden könne, damit habe Anna Maier überhaupt nicht gerechnet. Alle ihre Geschwister hätten irgendwelche Krankheiten, die mit dem Alter kommen. Nur sie sei von Bluthochdruck, Herzproblemen, Krebs und Co. verschont geblieben. Die Ironie dabei: Keins ihrer Geschwister hat sich bislang mit dem Corona-Virus infiziert. Allerdings würden diese seit Ausbruch der Krise auch nicht mehr vor die Tür gehen.

*Name auf Wunsch geändert. Der Redaktion ist der Name bekannt.

 

 




Trotz Corona: Bauarbeiter im Hohenlohekreis packen noch zu

Die Republik geht ins Home-Office, aber auf Baustellen laufen viele Arbeiten weiter: Trotz drastischer Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie arbeitet die Baubranche im Hohenlohekreis mit einem Großteil ihrer Kapazität weiter. Darauf weist die Gewerkschaft IG BAU in einer Pressemitteilung hin – und dankt den 1.460 Bau-Beschäftigten im Kreis für ihren Einsatz. „Viele haben in den letzten Tagen zugepackt und machen das auch weiterhin. Natürlich trifft Corona auch den Bau hart. Das Abstandhalten macht die Hand-in-Hand-Arbeit nicht leichter, ist aber ein Muss. Trotzdem zeigt sich die Bauwirtschaft bislang insgesamt deutlich immuner gegen die Krise als viele andere Branchen“, betont Mike Paul von der IG BAU Stuttgart in der Mitteilung.

Damit leisteten die Beschäftigten einen entscheidenden Beitrag zur Stützung der regionalen Wirtschaft. „Es sind die Maurer und Zimmerleute, die Landschaftsgärtner, die Dachdecker und Straßenbauer. Und vor allem auch die, die für den Nachschub auf dem Bau sorgen: die Beschäftigten der Baustoff-Industrie. Sie alle halten einen zentralen Wirtschaftszweig im Hohenlohekreis am Laufen. Denn wer auch in der Krise für mehr Wohnraum und funktionierende Straßen sorgt, der baut mit seinem Job ein Stück an der Zukunft. Damit leisten Bauleute einen enorm wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Es ist Zeit, ihnen dafür einfach auch mal ‚Danke!‘ zu sagen“, so Paul.

Zugleich appelliert der Gewerkschafter in der Pressemitteilung an die Arbeitgeber, die strikte Einhaltung der Hygieneregeln sicherzustellen. Große Frühstücksrunden im Baucontainer seien aktuell ebenso tabu wie die Fahrt im vollbesetzten Bulli zur Baustelle. Jede Baufirma müsse hier ihren eigenen Pandemie-Plan erstellen. 

„Gesundheit steht an oberster Stelle. Der Mindestabstand von 1,5 Metern muss unbedingt eingehalten werden – besser ist eine ganze Zollstocklänge: also zwei Meter. Das gilt für alle Bürger – und das muss auch auf dem Bau gelten. Sollte das bei speziellen Arbeiten nicht gehen, muss der Chef spätestens dann auch Masken und Schutzhandschuhe bereitstellen. All das heißt, dass sich Gewohnheiten ändern müssen. Es darf nicht alles 08/15 weiterlaufen. Viele Handgriffe, viele Sachen, die ’schon immer so waren‘, gehen jetzt nicht mehr. Arbeitsabläufe müssen sich ändern. Der Schutz der Beschäftigten hat oberste Priorität. Missachtet der Chef das, müssen sich die Mitarbeiter zur Wehr setzen. Dabei hilft die Gewerkschaft“, macht Paul deutlich.

Der Kontakt zur IG BAU Stuttgart: stuttgart@igbau.de. Mehr Infos für Beschäftigte zur Arbeit in Corona-Zeiten: http://www.igbau.de 

Quelle: Pressemitteilung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt




Corona-Krise: FDP im Kreistag dankt allen Beteiligten

Zur Bewältigung der Coronakrise bedankt sich die Gruppe der FDP im Kreistag laut einer Pressemitteilung bei allen Beteiligten, besonders Landrat Dr. Mathias Neth und den Mitarbeitern des Krisenstabes sowie den Beschäftigten des Landratsamtes für deren außergewöhnliches Engagement in dieser Krise. Der Dank der FDP geht an alle Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren, des Technischen Hilfswerkes, des Deutschen Roten Kreuzes, an die Ärzte, das Pflegepersonal in den Krankenhäusern und in den Arztpraxen, an alle, die sich um die Erkrankten kümmern, an all die anderen Menschen, die im Hohenlohekreis mithelfen, die Folgen der Krise zu meistern, sowie an die Mitarbeiter in den Betrieben und bei der Landwirtschaft, die die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen.

Quelle: Pressemitteilung der FDP Gruppe im Kreistag




Bauernverband Hohenlohe gibt Entwarnung trotz Hamsterkäufe: Gute Versorgung gewährleistet, dank regionaler Erzeugung: „Dank an die Bevölkerung, die unsere Produkte kauft“

In Zeiten der Corona-Krise kommt es vermehrt zur Hamsterkäufen. Die Menschen sind besorgt, dass irgendwann die Supermarkt-Regale leer sind und ihre tägliche Versorgung nicht mehr gewährleistet ist. Hier setzt eine neue PR-Offensive des Bauernverbands Schwäbisch Hall-Hohenlohe-Rems e.V. an, mit der laut einer Pressemitteilung darüber informiert werden soll, was die Bauernschaft als systemrelevante Infrastruktur und wichtiges Glied einer leistungsfähigen Ernährungsindustrie in Deutschland aktuell leistet. Die heimische Landwirtschaft sei stark und unabhängig und die Bevölkerung werde mit Nahrungsmitteln gut versorgt, auch weil viele Lebensmittel regional produziert werden. Mit Kurzberichten und Porträts sollen Höfe und Landwirte aus der Region und was sie tun, um die tägliche Versorgung zu sichern, transparent gemacht werden

Viel Unterstützung für die landwirtschaftliche Arbeit

„Zuerst einmal möchte ich mich bedanken”, sagt Jürgen Maurer als Vorsitzender des Verbandes in der Mitteilung zur aktuellen Situation. “Ich bedanke mich bei allen, die es uns Landwirten ermöglichen, auch in diesen Tagen unsere Arbeit zu machen. Angefangen bei den Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaften (BAG`s), die zum Beispiel Schichtbetriebe eingerichtet haben, um uns für die Feldarbeiten mit den notwendigen Betriebsmitteln, beispielsweise Diesel, versorgen zu können. Weiter bei den Molkereien hier in der Region, die unsere Milch zuverlässig entgegennehmen, bis hin zu den Metzgereien, den Bäckern und den Werkstätten. Sie alle gehören dazu, wenn wir von einer systemrelevanten Struktur zur Versorgung der Bevölkerung sprechen.”

„Dank auch an die Bevölkerung, die unsere Produkte kauft“

Jürgen Maurer versichert in der Mitteilung weiter, dass die regionale Bauernschaft sich ihrer Pflicht bewusst und gern bereit sei, maßgeblich dazu beizutragen, dass sich die Deutschen selbst ernähren könnten. Jetzt beweise sich die Stärke und Leistungsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft in Deutschland. Das komplexe “System Landwirtschaft” funktioniere so: einmal im Jahr säen, einmal im Jahr ernten. Tiere müssten täglich versorgt werden. Hier greift, für den Normalverbraucher unsichtbar, alles ineinander. Deshalb geht der Dank des Vorsitzenden des Bauernverbandes für die sehr gute Zusammenarbeit auch an die Behörden, die Direktvermarkter, den Landhandel und die Mühlen. „Nicht zuletzt auch an die Bevölkerung, die unsere Produkte kauft: Fleisch, Produkte aus Getreide, Gemüse und Äpfel, Wein, Milch und Käse, Eier und Nudeln, um nur einige Beispiele aus dem Verbandsgebiet zu nennen“, so Landwirt Maurer.

„Ich sehe gute Chancen für ein neues Miteinander“

Die Aufgabe des Bauernverbandes ist es nach seinen Worten, wichtige und realistische Informationen zur Versorgungssicherheit zu geben und mit positiven Nachrichten vorangehen. Er woll Sicherheit vermitteln und beispielsweise Hamsterkäufen der Verbraucher entgegen wirken. „Ich sehe darin auch gute Chancen für ein neues Miteinander. Für Respekt und Wertschätzung gegenüber der oft kleinstrukturierten regionalen Landwirtschaft hier in Süddeutschland. Vielleicht können wir diese Zeit nutzen, in einer zukünftig ganz sicher veränderten Welt anders miteinander umzugehen. Das jedenfalls wünsche ich mir und ich bin sehr froh, dass wir unsere Landwirtschaft hier haben,“ macht Jürgen Maurer deutlich. „Ebenso wichtig ist mir, allen systemrelevanten Fachkräften und Helfern Danke zu sagen. Sie leisten schon jetzt sehr, sehr viel, dass es täglich weitergeht“, weitet er seinen Dank aus.

Quelle: Pressemitteilung des Bauernverbands Schwäbisch Hall-Hohenlohe-Rems e.V.

 

Die Frühjahrsaussaat hat begonnen. Foto: Bauernverband Schwäbisch Hall-Hohenlohe-Rems e.V.

Landwirt Thomas Wenzel aus Neufels zeigt seine tägliche Arbeit und was er zurzeit tut, damit spätestens im Herbst geerntet werden kann. Foto: Bauernverband Schwäbisch Hall-Hohenlohe-Rems e.V.

  




Schutzkleidung für Arztpraxen, DRK & Altenheime: Landrat Neth bedankt sich bei den Spendern

Der gemeinsame Spendenaufruf für Schutzausrüstung für die Gesundheitseinrichtungen von Landrat Dr. Matthias Neth, Thomas Philippiak, dem Vorsitzenden der Innovationsregion Hohenlohe, und dem ärztlichen Direktor der Hohenloher Krankenhaus gGmbH, Dr. Werner Reinosch, zeigt erste Erfolge. Es haben sich bereits einige Betriebe und Unternehmen gemeldet und ihre Unterstützung zugesagt. Das geht aus einer Pressemitteilung des Hohenlohekreises hervor.

„Ich freue mich sehr über die großzügigen Angebote, die wir bereits erhalten haben“, so Landrat Dr. Neth. „Damit können wir Arztpraxen, Altenheimen, dem DRK und weiteren Einrichtungen die dringend benötigten Schutzausrüstungen kurzfristig zur Verfügung stellen. Die bereits angelieferten Pakete werden wir sofort weiter verteilen“.

Wer Masken, Schutzkleidung oder Handschuhe beisteuern kann, wird gebeten sich unbedingt mit dem Gesundheitsamt des Hohenlohekreises, bevorzugt per E-Mail unter corona-spenden@hohenlohekreis.de oder telefonisch unter 07940 18-309 in Verbindung zu setzen, damit die Anlieferung organisiert werden kann.

Dazu noch zwei Hinweise:

  • Bitte keine Pakete direkt beim Gesundheitsamt abstellen.
  • Abgelaufene und offene Pakete können leider nicht angenommen werden.

 

 




Corona: Landratsamt rüstet Telefonanlage auf – daher teilweise nicht erreichbar

Aufgrund des derzeit großen Telefonaufkommens bei der Landkreisverwaltung wird die Telefonanlage aufgerüstet. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor. Dadurch ist das Landratsamt am Freitag, den 27. März 2020, in der Zeit von 15 bis 16 Uhr telefonisch nicht zu erreichen.