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„Das Lernen in meiner Ausbildungszeit hat sich gelohnt“

Die Freude ist groß bei Omar Alkhalaf – bei Bürgermeister Stefan Neumann mit seinem Rathaus-Team nicht minder. Im Sommer hat der gebürtige Syrer seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten erfolgreich abgeschlossen und trat gleich im Anschluss eine Stelle als Integrationsmanager bei der
Stadtverwaltung Künzelsau an, heißt es in einer Pressemitteilung. In Syrien hatte er noch ein Agrarstudium begonnen. Jetzt betreut er Geflüchtete, die aus einer Erstunterkunft des Landkreises in eine Anschlussunterbringung der Stadt kommen. „Er ist prädestiniert für diese Aufgabe, weil er weiß, was am dringendsten benötigt wird und wie man sich fühlt, wenn man flüchten und in
einem anderen Land neu und ganz von vorne anfangen muss“, sagte Bürgermeister Stefan Neumann bei der Übergabe des Ausbildungszeugnisses im Künzelsauer Rathaus.

„Ich freue mich riesig, dass ich jetzt anderen helfen kann“

Seine syrische Muttersprache hilft dem frisch gebackenen Integrationsmanager bei der Kommunikation mit den Hilfe suchenden Geflüchteten. „Es war richtig schwer, die neue Sprache Deutsch und gleichzeitig den Ausbildungsstoff zu lernen“, so Omar Alkhalaf. „Aber, ich habe es geschafft und freue mich riesig darüber, dass ich jetzt anderen helfen kann. Das Lernen in meiner Ausbildungszeit hat sich gelohnt.“ Er arbeitet zusammen im Integrations-Team der stellvertretenden Hauptamtsleiterin und Integrationsbeauftragen Marion Hannig-Dümmler im Tandem mit der Integrationsmanagerin Karina Vogel. Sie geben den Menschen Hilfestellung bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche, bei finanziellen Angelegenheiten, Kinderbetreuungs- und Schulfragen und mehr.

Die Integrationsstellen werden von der L-Bank und dem Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg gefördert.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

Bürgermeister Stefan Neumann (links), die stellvertretende Hauptamtsleiterin Julia Knobel (rechts) und die Ausbildungsleiterin Milen Daibert haben Omar Alkhalaf zur bestandenen Abschlussprüfung gratuliert. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau




Ausbildungsplätze zu vergeben

Auch wenn das neue Ausbildungsjahr in vielen Unternehmen bereits im September 2021 beginnt, sind viele Ausbildungsstellen noch offen.

Diesen Betrieben stellt die Stadtverwaltung Künzelsau am Samstag, den 24. Juli von 10 bis 15 Uhr Plätze in der Künzelsauer Innenstadt zur Verfügung, um bei einer „Last-Minute Ausbildungsaktion“ mit einem Informationsstand präsent zu sein und die letzten Bewerber:innen zu gewinnen. Das geht aus einer aktuellen Meldung der Stadtverwaltung hervor.

„Viele Ausbildungsbörsen konnten nicht stattfinden“

Bürgermeister Stefan Neumann hat die Aktion kurzfristig ins Leben gerufen: „Vor allem aufgrund der Pandemie konnten weniger Kontakte geknüpft werden und viele Ausbildungsbörsen nicht stattfinden. Deshalb ist es jetzt wichtig, jungen Menschen bei der Ausbildungssuche zu helfen und die noch offenen Ausbildungsstellen zu besetzen.“

Von 10 bis 15 Uhr, eine Anmeldung ist nicht erforderlich

Unternehmen aus Künzelsau und aus dem Gewerbepark Hohenlohe werden sich mit ihren Informationsständen entlang der Hauptstraße unterhalb vom Alten Rathaus präsentieren. Die meisten dieser Ausbildungsbetriebe haben noch offene Ausbildungsplätze für dieses Jahr zu vergeben. Von 10 bis 15 Uhr können sich Interessierte über die Ausbildungsmöglichkeiten informieren und mit den Unternehmen ins Gespräch kommen.

Beteiligte Unternehmen

Unternehmen aus den verschiedensten Bereichen mit vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten sind mit dabei. Bisher angemeldet sind: GEMÜ Gebr. Müller Apparatebau GmbH & Co. KG, Kratschmayer Kälte-Klima-Lüftung GmbH, R. STAHL Schaltgeräte GmbH, Residenzen Schloß Stetten, Rosenberg Ventilatoren GmbH, Sparkasse Hohenlohekreis, Stadtverwaltung Künzelsau, STAHL CraneSystems GmbH, SWG Schraubenwerk Gaisbach GmbH, temPERSO Rummel & Glass GmbH, Volksbank Hohenlohe eG, Würth Elektronik eiSos GmbH & Co. KG und ZIEHL-ABEGG SE.

Corona-Regeln

Eine Anmeldung vorab ist nicht notwendig. Alle Personen, die ein Gespräch am Informationsstand führen, erfassen ihre Kontaktdaten mit einem ausgehängten QR-Code über die Luca-App oder mit einem Anmeldezettel und tragen einen Mund-Nasen-Schutz. Darüber hinaus gelten die allgemeinen AHA-Regeln.




„Jede dachte, sie wäre die einzige Frau in der Klasse“

„Eigentlich habe ich es mir schwieriger vorgestellt“, sagt Franziska Bahmann lachend. Die 17-Jährige hat einen mutigen Schritt gewagt: Seit September 2020 ist sie Schreiner-Azubi bei der Schreinerei Dieter Gebert Möbelgestaltung in Neuenstein – in einem vermeintlich typischen Männerberuf. „Ich habe alles Mögliche ausprobiert, aber nichts hat gepasst“, erzählt sie von ihrem Berufsstart. Die junge Frau beschreibt sich selbst als schüchternen Menschen, geht aber offen auf die Menschen zu und bewegt sich in ihrer Arbeitskluft sicher durch die Schreinerwerkstatt. Auf Vorurteile bei den Kollegen ist sie noch nicht gestoßen. In der Schreinerei Gebert gibt es sogar noch eine zweite junge Frau, die ebenfalls den Schreiner-Beruf erlernt.

„Ich habe schon als Kind Hasenställe gebaut“

Eigentlich wollte Franziska Bahmann nach dem Realschulabschluss Tierarzthelferin oder Arzthelferin lernen, schnupperte in Praktika in diese Berufsfelder hinein, „aber so richtig Spaß hat das nicht gemacht“. An die Schreinerei hatte sie überhaupt nicht gedacht, obwohl sie schon als Kind zu Hause in Braunsbach Hasenställe gebaut hat. Bis ein Verwandter sie daran erinnerte. Eine Woche Praktikum und drei Bewerbungen später konnte die fröhliche Azubine endlich in ihre Lehrzeit starten. Am meisten freue sich ihr Vater – als gelernter Baumpfleger selbst ein Praktiker – dass sie im Handwerk ist. Ihrer Mutter wäre es lieber gewesen, wenn sie Arzthelferin gelernt hätte. Und warum ausgerechnet in Neuenstein? „Meine Mutter ist gebürtig aus dem Ort und eigentlich fühle ich mich hier wohler“, erklärt sie. Als Kind verbrachte sie viel Zeit bei der Oma in Neuenstein.

„Geld ist erstmal nur Nebensache“

Mit einem Vorurteil räumt Franziska Bahmann gleich auf: „Nicht jeder Schreiner will eine Frau, weil er glaubt, ihr fehle die Kraft. Aber das kommt noch“, ist sie zuversichtlich. Sie muss ja auch mit anpacken. Außerdem gebe es Erleichterungsmittel wie Hubwagen, die das Tragen von schweren oder unhandlichen Gegenständen erleichtern.  Im ersten Lehrjahr ist sie nun sowieso durchgehend in der Schule. Lediglich in den Schulferien beziehungsweise für ein sechswöchiges Praktikum ist sie im Betrieb. Die Azubine findet das gut: „So kann ich mich vorbereiten.“ Natürlich wird in der Berufsschule nicht nur Deutsch, Geschichte und Wirtschaftskunde gelernt. Auch praxisbezogener Unterricht steht auf dem Programm – drei Tage in der Woche. Ab dem zweiten Lehrjahr wird sie zwei Tage beziehungsweise einen Tag pro Woche in der Schule und den Rest im Betrieb sein. Deshalb ist sie zurzeit auch nur auf 450-Euro-Basis angestellt, wird nur bezahlt, wenn sie im Betrieb gearbeitet hat. „Geld ist erstmal nur Nebensache“, winkt sie ab. Zum Ausgleich zum Schul- und Berufsalltag unternimmt sie Spaziergänge mit ihrem zweijährigen Hund.

„Als Schreinerin bin ich freier“

In der Schule ist sie durchaus nicht die einzige angehende Schreinerin. Von 30 Schülern in ihrer Klasse sind rund zehn weiblich. „Und jede dachte, sie wäre die einzige Frau in der Klasse“, lacht die Braunsbacherin. Vorurteile gebe es auch in der Klasse nicht: „Wir verstehen uns alle gut.“ Der Unterschied zur normalen Schule: Die Schüler benehmen sich erwachsener, sind reifer. Was ihr besonders an der Ausbildung gefällt neben der praktischen Tätigkeit? Die Ausbildung ist abwechslungsreich und man kommt rum. „Wir sind viel unterwegs“, sagt Franziska Bahmann. Und: „Als Schreinerin bin ich freier und ich habe mehr Rechte über meinen Körper“, erklärt sie. Wegen der Haarfarbe oder falls sie mal ein Tattoo möchte, muss sie nicht erst den Arbeitgeber fragen.

„Lehrjahre sind keine Herrenjahre“

Bis jetzt ist sie glücklich mit ihrer Wahl, auch wenn sie an die großen Maschinen noch nicht ran darf. Dafür braucht sie einen Maschinenkurs und sie muss volljährig sein. „Es kommt durchaus auch vor, dass ich mal nur putze und aufräume“, erklärt die angehende Schreinerin. Aber das mache ihr nichts aus: „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“, zitiert sie den alten Spruch. Und irgendjemand müsse es ja machen. Zu Hause bei ihrer Familie, wo auch noch ihre Schwester lebt, sei das schließlich auch so. Sie macht sich auch bereits Gedanken über ihr Gesellenstück, das sie am Ende der Lehrzeit anfertigen muss. „Ich würde gerne etwas mit Epoxidharz machen“, erklärt sie. Also einen Tisch, eine Konsole oder etwas Ähnliches, denn im Schreinerhandwerk wird nicht nur mit Holz gearbeitet, sondern auch mit anderen Materialien wie Plexiglas oder Metall. Ihre Mutter wäre von einer neuen Küche begeistert, aber das sei dann wohl doch zu umfangreich. Nach den drei Jahren Ausbildung könnte sie sich sogar vorstellen, den Meister in ihrem Fach zu machen.

Text: Sonja Bossert

In der Schreinerei Dieter Gebert Möbelgestaltung hat man keine Scheu, junge Frauen als Schreiner-Azubis einzustellen. Foto: GSCHWÄTZ




31 Auszubildende und Studierende starten bei GEMÜ ihren Weg in die berufliche Zukunft

In insgesamt 17 verschiedenen Fachbereichen haben zum Ausbildungsbeginn am 02. September 2019 25 Auszubildende und 6 dual Studierende ihre berufliche Karriere bei GEMÜ begonnen. Mit über 20 unterschiedlichen Ausbildungsperspektiven bietet der Weltmarktführer viele verschiedene Möglichkeiten, in die Berufswelt zu starten. Über die gesamte Dauer der Ausbildung und des Studiums unterstützt GEMÜ die jungen Menschen und sorgt für einen erfolgreichen Einstieg in den Berufsalltag.

Dazu organisiert das Technologieunternehmen für die Azubis und Studierenden während der gemeinsamen Einführungswoche ein vielseitiges Programm, bei dem die Teilnehmer die Ausbilder und auch sich untereinander kennenlernen. Dabei bieten sich bereits in den ersten Tagen viele Möglichkeiten, neue Kontakte zu knüpfen und vom Know-how der anderen Auszubildenden und Studierenden zu profitieren. Daneben stellt GEMÜ in kurzen Präsentationen das Unternehmen und die verschiedenen Standorte vor. So bekommen die Neustarter gleich einen guten Überblick über die weltweit tätige Unternehmensgruppe. Ein gemeinsames Teamevent mit den Ausbildern rundet den ersten Tag ab.

Im weiteren Verlauf der Einführungswoche erhalten die Studierenden und Auszubildenden bei verschiedenen Schulungen wie zum Beispiel zur Arbeitssicherheit oder zum erfolgreichen Berufsstart einen ersten Überblick über die Themen des Berufsalltages. Zudem geben Präsentationen zu den GEMÜ Produkten eine erste Übersicht über das breite Produktportfolio.

Auch der Spaß soll nicht zu kurz kommen: Dazu organisiert GEMÜ zum Ende der Einführungswoche einen Azubi-Ausflug zu Optima nach Schwäbisch Hall mit anschließender Teilnahme bei den Highland Games. So vorbereitet kann der erfolgreiche Start ins Berufsleben beginnen.

Hintergrundinformationen

Die GEMÜ Gruppe entwickelt und fertigt Ventil-, Mess- und Regelsysteme für Flüssigkeiten, Dämpfe und Gase. Bei Lösungen für sterile Prozesse ist das Unternehmen Weltmarktführer.

Das global ausgerichtete, unabhängige Familienunternehmen wurde 1964 gegründet und wird seit 2011 in zweiter Generation von Gert Müller als geschäftsführender Gesellschafter gemeinsam mit seinem Cousin Stephan Müller geführt.

Die Unternehmensgruppe erzielte im Jahr 2018 einen Umsatz von über 330 Millionen Euro und beschäftigt heute weltweit über 1.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon mehr als 1.100 in Deutschland. Die Produktion erfolgt an sechs Standorten: Deutschland, Schweiz und Frankreich sowie in China, Brasilien und den USA. Der weltweite Vertrieb erfolgt über 27 Tochtergesellschaften und wird von Deutschland aus koordiniert. Über ein dichtes Netz von Handelspartnern ist GEMÜ in mehr als 50 Ländern auf allen Kontinenten aktiv.

Weitere Informationen finden Sie unter www.gemu-group.com.

 

Quelle: Pressemitteilung der GEMÜ Gruppe