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Zellengenossin von Elisabeth S. hat sich erhängt

Am 12. Verhandlungstag, den 15. März 2019, im Prozess gegen Elisabeth S. sprachen am Nachmittag Cornelia H., die Psychologierätin der Justizvollzugsanstalt (JVA) Schwäbisch Gmünd und Carola M., die zweite Stockwerksbeamtin der JVA.

Nachdem Cornelia H. während ihrer Aussage in einem beiläufigen Satz erwähnt hatte, dass die Zellengenossin von Elisabeth S. im September 2018 einen Suizid begangen hatte, blickten alle Anwesenden mit gerunzelter Stirn und leicht erschrocken auf. Das war neu. Auch für die Kammer. Der Erste Vorsitzende Richter, Roland Kleinschroth, hakte nach. Man hatte sich nicht verhört. Bis auf Anke Stiefel-Bechdolf, die Verteidigerin von Elisabeth S., wusste anscheinend niemand etwas von diesem Vorfall.

Carola M. war mit dabei, als Elisabeth S. ihre Zellengenossin fand. „Es passierte während des Hofgangs“, erinnert sich Carola M.. Nach dem etwa einstündigen Hofgang soll Elisabeth S. in Begleitung von Carola M. zurück zu ihrer Zelle gegangen sein. Als die Stockwerksbeamtin die Zelle aufschloss, soll Elisabeth S. eingetreten sein und ihre Zellengenossin „hängend vorgefunden“ haben. „Frau S. schrie“, so Carola M.. Was Elisabeth S. nach dem Schrei getan habe, wisse sie nicht mehr, denn Carola M. schnitt die Zellengenossin frei und leistete Erste Hilfe, während JVA-Beamten zur Hilfe eilten. Auch Mitinhaftierte fanden sich als „Schaulustige“ in und an der Zelle ein. RichterKleinschroth sagte eindringlich, dass die JVA solche Vorfälle unbedingt der Kammer melden müsse.

Carola M. und ihre Kollegin Frau B., die heute nicht anwesend sein konnte, hatten fast täglich Kontakt zu Elisabeth S. „Nach dem Suizid der Zellengenossin war unser Kontakt nicht mehr ganz so intensiv“, sagt Carola M.. „Vom Hörensagen von Frau B. weiß ich, dass Frau S. einen sehr verwirrten Eindruck machte“, erzählt M. Sie sollen Elisabeth S. geraten haben, ihren Mitgefangenen nicht zu erzählen, wieso sie in der JVA sei. Elisabeth S. soll sich auch geäußert haben, dass sie nicht wisse wie sie das hier (die JVA) aushalten solle. „Sie hat den untersten Stand“, so M. und erwähnt, dass Elisabeth S. Drohungen von ihren Mitgefangenen bekam. Man solle sie an den „Baum hängen“ oder sie gehöre „abgestochen“. Laut Carola M. soll Elisabeth S. Frau B. gegenüber immer wieder gesagt haben, dass sie Ole nie was antun wollte und sie verstehe nicht, wie das passieren konnte. Ole sei wie ihr eigener Enkel gewesen und sie habe nie Verlustängste geäußert.

„Frau S. ist ein Einzelgänger“, berichtet die Stockwerksbeamtin. Elisabeth S. soll immer sehr darauf bedacht gewesen sein, dass sie in keine Probleme mit ihren Mitgefangenen gerate. Sie verhalte sich „niemals aggressiv“, sei die Erste beim Duschen, hole ihr Mittagessen immer ab und gehe in den Hof. „Zum Sport darf Frau S. aus Sicherheitsgründen nicht.“

 




Bewegende Geschichte des Babybasars Bieringen

Susanne Kobylka aus Bieringen organisiert zweimal im Jahr einen Teenie- und Bambinibasar. Der gesamte Erlös des Basars geht an das Kinderhospiz in Öhringen.
Wie kam es dazu?

Die 36-Jährige hat selbst Erfahrungen mit einem Kinderhospiz gesammelt, als ihr Sohn Nico mit zweieinhalb Jahren an Krebs starb: „Es ist eine gute Sache und gehört einfach unterstützt.“ Und so kam es dazu, dass Susanne Kobylka und Ilona Zengler seit 2015 in der Jagsthalle in Bieringen einen Basar organisieren.

Das Kinderhospiz Öhringen bekommt von den beiden Frauen eine 100-Prozent-Spende. Die zwei Euro Teilnahme-Gebühr, die 15 Prozent Verkaufserlös und der gesamte Erlös aus dem Verkauf von Kaffee und Kuchen gehen direkt an das Kinderhospiz. Kobylka erzählt, dass viele Besucher des Babybasars auch einfach noch an der Kasse fünf Euro spenden.

„Um die 500 Euro sind es immer. Einmal haben wir es sogar geschafft, 800 Euro zusammenzubekommen und zu spenden“, schwärmt die 36-Jährige.
Freitagabends geht es los. Die beiden Organisatorinnen bekommen von den Damen der Krabbelgruppe in Bieringen Unterstützung. Die Frauen nehmen die zu verkaufenden Waren an. In der Sporthalle werden die Tische aufgebaut und die Kartons aufgemacht. Die Kleidungsstücke, die Schuhe und das Spielzeug, das sich darin befindet, legen die Helfer auf den nach Größen sortierten Tischen aus. Das kann bis ein Uhr nachts dauern. „Am Samstagmorgen von neun bis zehn Uhr können die Schwangeren ohne Sorge um ihren Babybauch in aller Ruhe durch den Basar schlendern. Von zehn bis zwölf Uhr haben alle anderen die Möglichkeit, zu shoppen“, erklärt Kobylka. Auch der Kinderhospizdienst selbst ist vor Ort. „Der Hospizdienst bietet meistens eine Kinderbetreuung während des Basars an. Manchmal basteln sie mit den Kindern oder machen eine Kinderschmink-Aktion. Es ist immer megatoll, was sie mit den Kindern machen.“

Der nächste Teenie- und Bambinibasar ist am 16. März 2019 in Bieringen.

Ökumenischer Hospizdienst Region Öhringen e. V.
Der ökumenische Hospizdienst mit seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern steht kranken Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien bei. Auch Kinder und Jugendliche, in deren Familien Vater oder Mutter krank oder verstorben sind, werden betreut. Kontaktdaten: telefonisch unter 07941/64 80 26 oder per E-Mail unter info@hospizdienst-oehringen.de

 




ECHT JETZT?

Kommentar von Nadja Fischer:
Dem Menschen war Unterhaltung schon immer wichtig. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts gab es Freakshows, Menschenzoos und Völkerschauen. Unterhaltung – egal wie und egal, auf wessen Kosten. Wir leben im 21. Jahrhundert – im Zeitalter des Internets und der Mobilität. Ich kann mir zu fast allem einen Dokumentarfilm oder ein YouTube-Video anschauen oder auch an jeden Fleck des Erdballs reisen. Man hat so viele Möglichkeiten.
Und wenn man mit seinen kleinen Kindern nicht unbedingt eine Safari in Afrika buchen möchte oder kann, wäre es denn nicht trotzdem schöner, dem Kind den natürlichen Lebensraum eines Tieres zu erklären? Muss man dann tatsächlich die Illusion stützen, dass Tiger und Löwen einfach nur große Katzen sind, die gerne Akrobatik machen? Ein Zirkus ist eine nette Sache, aber es gibt so viel mehr Sehenswertes und Beeindruckendes im Zirkus zu sehen als Tiere. Die Akrobaten, bei denen wir vor lauter Aufregung und Spannung schwitzige Hände bekommen. Der Clown, der es schafft, dass wir vom vielen Lachen Tränen in den Augen haben. Der Magier, bei dem uns einfach nur die Kinnlade nach unten klappt… genügt uns das nicht?




Muss das sein?

„Zirkus mit Tieren gehört abgeschafft“, rufen Demonstranten. „Denn artgerecht ist nur die Freiheit.“ Es ist Samstag, der 22. Dezember 2018, der Tag der Premiere des Main-Tauber Weihnachtscirkus auf dem Volksfestplatz in Bad Mergentheim. Auf der einen Seite das gelbe Zirkuszelt mit den roten Wimpeln und den Menschen, die Schlange stehen, um in der Manege Luftartisten, Clowns, Tiger und Löwen sehen zu können. Einige Menschen blicken zu ihrer Rechten. Auf der anderen Straßenseite stehen, hinter rotem Absperrband, 43 Demonstranten mit Schildern in der Hand, die ihre Parolen rufen. Sie haben Schilder
mit Schriftzügen wie „Tierquälerei ist keine Unterhaltung“ oder „Zirkus, aber ohne Tiere“ in den Händen.

GSCHWÄTZ-Redakteurin Nadja Fischer fragt die Besucher, die in der Schlange zur Kasse stehen, wie sie es finden, dass direkt neben ihnen eine Demonstration gegen Tiere im Zirkus stattfindet. Fast alle sind sich einig: Das ist eine gute Idee. Auf die zweite Frage, wieso sie denn dann gerade in der Schlange stehen, um in den Zirkus zu gehen, wusste keiner so recht eine Antwort.

 

„Kein Tier springt freiwillig durch brennende Reifen“

 

Carolin und Marie-Christin, die beiden Organisatoren der Demo gegen Tiere im Zirkus, wissen, wieso sie selbst keine Tiere in der Manege sehen wollen: „Kein Tier begibt sich freiwillig in Situationen, die es als unangenehm empfindet. Tiernummern im Zirkus sind aufgrund der Musik und der kreischenden und applaudierenden Menschen laut und wegen der Lichteffekte grell und daher psychisch unheimlich belastend. Zudem springt kein Tier freiwillig durch brennende Reifen oder macht Salti. Um Tiere dazu zu bekommen, diese Kunststücke aufzuführen, werden sie mit Peitschenhieben, Stockschlägen und ähnlichen grausamen Erziehungsmethoden bearbeitet“, sind sich die beiden sicher. Sie betonen, dass Tiere nicht ausgebeutet und zu Unterhaltungszwecken ausgenutzt werden dürfen. „Uns war klar, dass wir hier ein Zeichen gegen Tiermissbrauch vor unserer eigenen Haustüre setzen müssen.“ Und so meldeten sie die Demo gegen Tiere im Zirkus beim Ordnungsamt der Stadt Bad Mergentheim an.

Der Main-Tauber Weihnachtszirkus wirbt auf seinen Plakaten mit Tigern. Foto: GSCHWÄTZ

Bad Mergentheim hat die Demonstration genehmigt. „Auch wenn wir die Position der Veranstalter und Teilnehmer der Demo nicht teilen – und vor allem den geäußerten Vorwurf der Tierquälerei zurückweisen“, erklärt Carsten Müller, Pressesprecher der Stadt Bad Mergentheim, auf GSCHWÄTZ-Nachfrage. Eine Polizeistreife mit zwei Polizeibeamten war vor Ort, es kam aber zu keinerlei Zwischenfällen der friedlichen Plakat-Demo.
GSCHWÄTZ fragte die 27- und 28-jährigen Organisatoren Mitte Januar 2019, ob es bisher Feedback auf die Demo gab. „Es gab zahlreiches Feedback – sowohl positives als auch Unverständnis.“

 

Veranstalter sieht keinen Grund auf Tiere zu verzichten

 

Auf Unverständnis stoßen die beiden auch bei Rudi Bauer, dem Veranstalter des Main-Tauber Weihnachtscirkus. Zwar vertritt er die Meinung, dass grundsätzlich jeder das Recht hat, seine Meinung in der Öffentlichkeit kundzutun. Jedoch sind für ihn „Tiere im Zirkus eine Selbstverständlichkeit – sofern die Haltung und der Umgang mit ihnen stimmt“. Bauer sagt: „Solange nur 15 Menschen vor dem Zirkus stehen und demonstrieren, zeitgleich aber knapp 1.000 Zuschauer im Zelt sitzen“, sehe er keinen Grund, Tiere nicht mehr in das Zirkusprogramm aufzunehmen. Er werde auch im nächsten Jahr nicht auf Tiere in der Manege verzichten, denn tausende Besucher seien genau wegen der Tierdarbietungen zur Show gekommen, ist seine Meinung. „Unsere Tierhaltung wurde vom lokalen Veterinäramt überprüft und als gut bewertet. Nur weil eine Minderheit gegen Tiershows demonstriert, ist dies noch lange kein Grund, diese aus dem Programm zu nehmen. Im Gegenteil, die Besucher haben nach mehr Tieren gefragt und diesem Wunsch kommen wir im nächsten Jahr auch gerne nach.“

 

 




Gespensterjagd auf schwäbisch

An einem Samstagnachmittag im Herbst 2018 sieht man in einem Waldstück eine Horde Kinder. Jedes Kind steht an einem Baum. Sie klatschen Lehm an die Rinde und formen Gespenster daraus. Einige Minuten später, etwas tiefer im Wald, stehen Eltern an einem Netz, das aus Seilen gebastelt wurde und zwischen Bäumen gespannt ist. Sie heben Kinder durch das Netz. Keines der Kinder darf das Seil berühren. Zwei Stunden später, in der Abenddämmerung, marschieren die Eltern mit ihren Kindern von der Ruine Forchtenberg abwärts. Sie halten Fackeln in den Händen. So sieht eine Familienaktion des Schwäbischen Albvereins der Ortsgruppe Kupferzell aus, an der über 40 Personen teilnehmen.

Seit fast zwei Jahren baut der Schwäbische Albverein der Ortsgruppe Kupferzell eine Familiengruppe für Familien mit Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter auf. „Das war nicht einfach“, erklärt Adelheid Antlauf, Naturpädagogin, die im Hauptverein in Stuttgart eingestellt wurde, um Ortsgruppen zu helfen: „Am Anfang gab es wenig Interesse. Einige Veranstaltungen sind auch ausgefallen. Aber mit der Unterstützung der Ortsgruppe Kupferzell sind wir in die Kindergärten gegangen und haben dort Werbung gemacht. Seitdem boomt es.“

Mit gesammelten Eicheln müssen die Kinder die Münder der Gespenster treffen. Foto: GSCHWÄTZ

Die Fackelwanderung an der Ruine Forchtenberg ist aber keine gewöhnliche Wanderung. Auf dem Weg zur Ruine müssen die Kinder Aufgaben erledigen – um das kleine Gespenst von seinem Fluch zu befreien. Im Wald sind vier kleine schwarze Gespenster versteckt. An jedem einzelnen Gespenst gilt es, eine Aufgabe zu meistern. Mit Lehm ein Gespenst an einem Baum formen, von den Eltern durch ein Spinnennetz gehoben werden, ohne es zu berühren. Ein Gespenst mit einer Astgabel schnellstmöglich balancieren und selbst gesammelte Eicheln in den Mund eines großen und kleinen Gespenstes reinwerfen. An der Ruine angekommen darf jedes Kind eine Tüte – ein Dankeschön vom Gespenst – suchen. Bis es richtig dunkel ist, basteln die Kindern selbst noch ein kleines Gespenst auf der Ruine. Gegen 18.30 Uhr beginnt die Fackelwanderung zurück. Ein Nachmittag voller Abenteuer.

Gudrun Schickert, die sich selbst als Omi der Familiengruppe sieht und seit über 30 Jahren im Schwäbischen Albverein ist, erklärt, warum das Verjüngungsprinzip der Albvereine so wichtig ist: „Man möchte neue Mitglieder und vor allem eben junge Mitglieder, die auch neue Ideen in die Vereinsarbeit bringen und das geht nur über die Familien und die Jugend.“ Schickert weiter: „Uns ist es wichtig, die Kinder und die Eltern raus in die Natur zu bringen. Das Interesse für Aktionen in der Natur zu wecken und weg vom Computer zu kommen.“

Bloß nicht das Spinnennetz berühren, lautet die Faustregel. Foto: GSCHWÄTZ

 

Geplante Termine für 2019:

Sonntag, den 24. März 2019: Vom Schaf zum Wollfaden

Samstag, den 11. Mai 2019: Backen im Backhaus

Sonntag, den 02. Juni 2019: Alpakawanderung in Bauersbach oder Goggenbach

Sonntag, 07. Juli 2019: Das Leben im Fluss

Sonntag, 20. Juli 2019: Steinsuppe im Kupfertal

Sonntag, 22. September 2019: Drachensteigen auf dem Einkorn

Sonntag, 13. Oktober 2019: Kürbiskönige und schaurige Fratzen schnitzen

Samstag, 16. November 2019: Laternen- und Fackellaufen auf den Feldern

Sonntag, 01. Dezember 2019: Backen mit Kindern und Senioren

 

Anmeldungen bei Christina Hansel unter der E-Mail albverein-og-kupferzell@gmx.de.

 

 

 




Elisabeth S.: Mord aus niederen Beweggründen unwahrscheinlich

Am heutigen Verhandlungstag (26. Februar 2019) gegen Elisabeth S. wurde eine schriftliche Stellungnahme des Sachverständigen Dr. Thomas Heinrich vorgelesen. Heinrich reagierte auf die scharfe Kritik der Verteidigerin Anke Stiefel-Bechdolf an seinem Gutachten. Er betonte, dass sein Gutachten verschiedenartige Fragestellungen und insbesondere das gesamte Spektrum der psychiatrischen Krankheitsbilder umfasse. Schwerpunkt seiner Arbeit sei unter anderem die Betreuung und der Behandlung von gerontopsychiatrischen älteren] Patienten gewesen. Er schilderte in seiner Stellungnahme: „Insoweit Frau Rechtsanwältin Stiefel-Bechdolf von einem „Aufflammen einer psychotischen Exabertation der Grunderkrankung“ sprach, ist damit sicherlich eine psychotische Exazerbation gemeint. Es ergab sich im Rahmen der Begutachtung und auch im Rahmen der Hauptverhandlung jedoch keinerlei Hinweise auf das Vorliegen einer psychotischen Exazerbation [Wiederaufleben einer Krankheit].“ Es sei auch unklar, welche Grunderkrankung wiederaufleben solle. Bei der Aufnahmeuntersuchung in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Schwäbisch Gmünd solle eine körperlich-neurologische Untersuchung durchgeführt worden sein. Diese Untersuchung solle einen unauffälligen Befund ergeben haben.

Stiefel-Bechdolf stellt psychologische Labilität in den Fokus

Stiefel-Bechdolf stellte heute zwei weitere Anträge. Der Sohn von Elisabeth S. soll nochmal vernommen werden, da er nun einverstanden sei über das zirka dreieinhalbstündige Vier-Augen-Gespräch, das er mit seiner Mutter Elisabeth S. im Landgericht Heilbronn Mitte Januar 2019 geführt hat, zu berichten. Bislang hatte er sich diesbezüglich auf sein Zeugnisverweigerungsrecht berufen und seine Aussage verweigert.  Zudem möchte Stiefel-Bechdolf die JVA-Psychologin im Zeugenstand stehen, die seit Mai 2018 zweimal wöchentlich ein bis eineinhalb Stunden mit der Angeklagten therapeutische Gespräche geführt habe.

Der Hausärztin von Elisabeth S., die bereits vor Gericht als Zeugin vernommen wurde, soll noch etwas eingefallen sein und möchte, so Stiefel-Bechdolf, erneut vor Gericht aussagen.

Falls beim nächsten Prozesstermin am 07. März 2019 allen Anträgen von Stiefel-Bechdolf stattgegeben werden, müssten am Folgetermin, den 15. März 2019, somit mindestens der Bruder von Elisabeth S., ihr Sohn, ihre Hausärztin, Dr. Thomas Heinrich und die JVA-Psychologin H. gehört werden, um die weiteren Prozesstermine nicht zu gefährden.

Der Nebenklägervertreter Jens Rabe regte an, im Zuge der Vernehmung der JVA-Psychologin auch die Stockwerk-Beamtin der JVA zu hören, die diese mehr Kontakt zur Angeklagten gehabt habe.

Elisabeth S. sei unternehmungslustig gewesen

Heute wurde auch Zeuge S., der Bekannte beziehungsweise Freund von Elisabeth S., als Zeuge befragt. Ihm sei keine Depressiven Verstimmungen aufgefallen. Er habe sich zweimal jährlich mit ihr persönlich getroffen. Ansonsten fand der Kontakt per Handy statt. Elisabeth S. sei laut seiner Aussage unternehmungslustig und ausgeglichen gewesen und habe sich immer auf Ole gefreut.

Der Erste Vorsitzende Richter, Roland Kleinschroth, betonte heute, dass die Kammer sich noch nicht festgelegt habe, ob das Strafmaß auf Mord aus Heimtücke anstatt Todschlag hochgestuft werden solle. Das Mordmerkmal der niederen Beweggründe „käme eher nicht mehr in Frage“.




Verteidigung wirft geplantes Prozessende über den Haufen

Am heutigen Montag, den 18. Februar 2019, hätten im Landgericht Heilbronn beim Prozess gegen Elisabeth S. die Plädoyers gelesen werden sollen, jedoch stellte Verteigerin Anke Stiefel-Bechdolf heute drei Anträge.

Elisabeth S. jüngerer Bruder brach sein Schweigen, nachdem er von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machte. Er solle sich gegenüber Stiefel-Bechdolf geäußert haben, dass ihm seit Jahren depressive und manische Episoden bei seiner Schwester Elisabeth S. aufgefallen seien. Somit möchte die Verteidigerin den Bruder als Zeugen aufrufen, obwohl die Beweisaufnahme bereits abgeschlossen ist.

Einen weiterer Antrag  stellte sie für ein gerontopsychiatrisches Gutachten. Dieses Gutachten ist eine körperliche und psychologische Untersuchung mit einem großen Blutbild sowie ein CT und ein MRT. Denn Dr. Heinrich, der psychologische Gutachter, habe Elisabeth S. lediglich eineinhalb Stunden für sein Gutachten und eine Stunde bei einem Vier-Augen-Gespräch gesprochen. Für die, zusammengefasst, zweieinhalb Stunden hat Dr. Heinrich ein psychologisches Gutachten geschrieben. Laut Stiefel-Bechdolf sollen auf den 24 Seiten nur knappe zehn Sätze dem psychologischen Befund gewidmet worden sein. Und dies, obwohl mehrere Zeugen während des Prozesses ausgesagt haben, dass ihnen Verhaltensänderungen wie Ängste, Sammelzwang und äußere Verwahrlosung aufgefallen seien. Aber nicht nur das knappe Gutachten, sondern auch die eineinhalb Stunden seien nicht ausreichend, so  Stiefel-Bechdolf. Denn Elisabeth S. solle nicht ausreichend auf Psychosen, die erst im höheren Alter auftreten können, untersucht worden sein. Auch ein eventueller Hirntumor oder Parasomnie seien nicht untersucht worden. Die Verteidigerin kritisierte auch, dass das Explorationsgespräch erst am 29. Mai 2018 stattgefunden habe. Knapp einen Monat nach der Inhaftierung. Dies könne zu einer „Gefahr zur Verfälschung durch Haft“ führen. Sie fordert auch, dass das gerontopsychiatrische Gutachten von Prof. Dr. med. Tillmann Supprian durchgeführt werden soll, da er laut der Verteiderin ein Spezialist auf diesem Gebiet sein soll.

Der Vorsitzende Richter Kleinschroth und die Kammer möchte Dr. Heinrich zu Wort kommen lassen. Bis zum 26. Februar 2019 habe er hierfür Zeit. Er kann entweder persönlich oder schriftlich eine Stellungnahme abgeben.

Wie der Prozess nun weitergeht, steht noch nicht fest. Kleinschroth betonte aber, dass „das Verfahren bis Ostern fertig sein muss. Sonst platzt das Verfahren tatsächlich.“




Wo ist Karl?

1,60 Meter groß, 40 Kilogramm schwer, magentafarben, kaum zu übersehen. Das ist Karl. Karl in Niederstetten – der seit dem 16. Dezember 2018 spurlos verschwunden ist.

Karl ist der Repräsentant der diesjährigen Bundesgartenschau (BUGA) in Heilbronn, die am 17. April 2019 ihre Pforten öffnet.
Laut Suse Bucher-Pinell, Pressesprecherin der Bundesgartenschau Heilbronn, wurde er an insgesamt 80 Gemeinden in Heilbronn, Hohenlohe, Main-Tauber und Schwäbisch Hall verteilt.

Auch Niederstetten erhielt einen BUGA-Zwerg. Der städtische Bauhof Niederstetten hat Karl am Freitag, den 14. Dezember 2018, auf der Ausstellungsfläche der BAGeno in der Frickentalstraße fest auf ein Betonfundament mit vier Schrauben montiert, teilte Sebastian Mayer vom Stadtbauamt Niederstetten GSCHWÄTZ gegenüber mit. Aber wo ist Karl nun hin? „Unser BUGA-Zwerg wurde in der Nacht auf Sonntag, den 16. Dezember 2018, gestohlen. Nach mehreren leider erfolglosen Aufrufen auf den sozialen Medien der Stadt Niederstetten, in Facebook, Twitter und Instagram, ist der Zwerg bis heute nicht wieder aufgetaucht beziehungsweise im Stadtgebiet entdeckt worden. Die Stadt Niederstetten hat am 03. Januar 2019 Anzeige gegen Unbekannt beim zuständigen Polizeiposten erstattet“, so Mayer.

Karl ist weg. Foto: GSCHWWÄTZ

Niederstetten ist aber kein Einzelfall. Bucher-Pinell schildert, dass Karl in Bad Rappenau Karl kurzeitig verschwunden war, dann aber auf dem Dach eines Supermarktes entdeckt wurde und dann wieder an seinen Platz kam. Auch in der Gemeinde Oedheim wurde Karl kurz vor Weihnachten gestohlen. Er wurde aber wenige Tage später wieder an seinen Platz zurückgebracht. In Lauffen sowie in Niederstetten ist Karl bisher nicht wieder aufgetaucht.

„Diebstahl billigen wir grundsätzlich nicht. Was mit Karl teilweise geschah, zeigt aber, wie beliebt unser Repräsentant ist. Er hat die Aufgabe, Aufmerksamkeit auf die BUGA zu lenken und genau das ist passiert. Wir sehen, dass Karl als Werbeträger angenommen wird“, teilt Bucher-Pinell mit. Der Schaden der entwendeten Zwerge sei immateriell. Denn der eigentliche Wert sei, dass die Menschen ihn mögen und er die BUGA im Gespräch hält.

Wassertreppe auf der BUGA 2019 in Heilbronn. Foto: BUGA

Trockenmauer. BUGA 2019 in Heilbronn. Foto: BUGA

Testbeete für die BUGA 2019 in Heilbronn. Foto: BUGA

BUGA 2019 in Heilbronn. Foto: BUGA

Bundesgartenschau Heilbronn (BUGA) 2019

Vom 17. April 2019 bis zum 06. Oktober 2019 findet in Heilbronn die Bundesgartenschau statt. Auf 40 Hektar wurden im Herbst 2018 eine Million Blumenzwiebeln gesteckt. Laut dem Veranstalter – der Stadt Heilbronn – gibt es auf der BUGA 100.000 Stauden, 8.000 Rosen, 1.700 Pappeln als Energieholz und 964 Bäume zu sehen.

Die Stadt Heilbronn investiert laut der BUGA-Internetseite 144 Millionen Euro für bleibende Maßnahmen und eine übergeordnete Infrastruktur. Die Durchführung kostet 51 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg fördert die Bundesgartenschau Heilbronn 2019 mit 61 Millionen Euro. Somit bleiben für die Stadt noch 134 Millionen Euro Kosten zu tragen. Der Eintritt kostet 23 Euro (für Senioren 21 Euro; Schüler und Studenten zahlen 8 Euro; freier Eintritt für Kinder bis 15 Jahren). Kartenvorbestellung: www.buga2019.de
Das BUGA-Gelände ist barrierefrei gestaltet. An den Kassen befinden sich abgesenkte Schalter. Auch taktile Lagepläne an den Eingängen liegen für Menschen mit Sehbehinderung bereit.

 




Michler: „Dafür kriegt man dann ein paar Euro mehr Gehalt“

Thilo Michler kam eine halbe Stunde zu spät zum Pressetermin am 06. Dezember 2018 und hatte auch nur wenige Sätze zu sagen: „Es ist wie in der Bundesliga – der Trainer ist eben immer Schuld und nicht die Mannschaft, so verhält es sich bei der Stadt auch mit dem Bürgermeister und dem Gemeinderat.“ Eins steht nach dem insgesamt einstündigen Gespräch mit der Stadt Öhringen fest: Für die Stadt ist klar, dass dem Bau des umstrittenen 30 Meter hohen Hochregallagers der Firma Schäfer + Peters nur noch kleinere Hürden im Weg stehen, diese man aber überwinden werde. Das Einzige, was den Bau noch gefährden könne, wäre der Rückzug der Firma Schäfer + Peters – oder der Verein PrimaKlimaWest, der eine Normenkontrollklage gegen die Stadt Öhringen anstrebt (wir berichteten).

Was kann diese Klage erreichen? Stadtbaumeister Reiner Bremm bleibt gelassen und erklärt, dass durch die Normenkontrollklage, die bis zu zweieinhalb Jahre dauern könnte, das gesamte Verfahren geprüft werden würde. Wenn die Firma Schäfer + Peters aber in dieser Zeit schon einen Bauantrag stelle und alles genehmigt werden würde, könne die Firma anfangen zu bauen. Falls jedoch durch die Normenkontrollklage Unstimmigkeiten gefunden werden würden, könnte dies zu einem Baustopp führen. Umso wichtiger sei es daher der Stadt Öhringen, dass es keine Unstimmigkeiten gebe und alles ordnungsgemäß ablaufe. Sieben Gutachten seien diesbezüglich von der Stadt bislang in Auftrag gegeben worden (eigentlich acht, denn eines wurde wiederholt). Unlängst hatte die Stadt jedoch versehentlich ein veraltetes Lärmgutachten online gestellt. Dieses wurde nun gegen ein aktuelles getauscht. Dadurch verschiebt sich allerdings die Entscheidung des Gemeinderates, ob auf dem Areal generell gebaut werden darf, auf den 22. Januar 2019. „In diesem komplexen Verfahren, sieht man, dass die Aufgaben sorgfältig angegangen wurden. Lieber sich Zeit lassen und nochmal prüfen, damit auch alles soweit stimmt“, so Pressesprecher Dr. Michael Walter.

Walter zeigt für die Bewohner, die in nächster Nähe zu dem geplanten Neubau ihr Häuschen stehen haben, Verständnis und erklärt: „Wenn Veränderungen in der Stadt anstehen, dann geht es jedem Anwohner und auch Betrieb so, dass erst einmal skeptisch beäugt wird, was sich jetzt im Umfeld verändert. Verschlechtert sich meine Situation? Habe ich irgendwelche Nachteile? Was verändert sich für mich im Alltag? Das sind alles Fragen, die jetzt vor allem die Anwohner in der Berliner Straße betreffen [Anm. d. Red.: die Berliner Straße befindet sich in direkter Nähe zu dem geplanten Bau].“ Walter erklärt, dass die Stadt die kritischen Fragen sehr ernst nehme: „Denn egal, wo etwas in der Stadt passiert, ist es wichtig, dass man sich den kritischen Fragen annimmt und sich auch besonders um die Sorgen und Ängsten der Bürger kümmert.“

Bremm betont, dass es einzelne Öhringer sind, die sich Gedanken um das Stadtbild machen, aber überwiegend seien es Bewohner der Berliner Straße. In einer Internetpetition gegen das geplante Hochregallager „haben sich ungefähr 60 Leute beteiligt. Davon sind 30 aus ganz Deutschland und 30 überwiegend aus der Berliner Straße“, so Bremm. „Es gab bisher drei Öffentlichkeitsbeteiligungen und jetzt bei der letzten ist die Anzahl der Kritiker geringer geworden.“ 

Im Zusammenhang mit dem Bau des Hochregallagers hat Bürgermeister Michler einen Drohbrief bekommen. Wie geht man mit so etwas um? „Ich muss nach vorne schauen. Es ist unser Job, das Beste für die Stadt zu tun, aber man kann leider nie allen alles recht machen“, äußert sich Michler. „Dafür kriegt man dann ein paar Euro mehr Gehalt und dann ist das halt so. Das ist zwar schade, aber es ist halt so. Für mich bleibt nur der Blick nach vorne.“ Auf diesem Drohbrief seien Fingerabdrücke zu finden gewesen, die von der Polizei gesichert worden seien, klärt Michler auf. Sollte der Täter sich nochmal ans Werk machen, könne man ihn dingfest machen.

Auf GSCHWÄTZ-Nachfrage zum geplanten Bau des Hochregallagers äußerte sich die  Öhringer Firma Schäfer + Peters, dass sie grundsätzlich keine Informationen an die Presse herausgebe. 

Auf diese grüne Wiese soll der Neubau kommen, zeigt Bastian Falk vom Verein PrimaKlimaWest.
Foto: GSCHWÄTZ/ Kristina Dorn

 




Hochzeitstauben: Zum Sterben verurteilt

Für den schönsten Tag eines Paares, den Tag der Hochzeit, kann man auf eBay Kleinanzeigen für sechs Euro weiße Tauben mit einem niedlichen Gesicht und langem Federkleid kaufen. Doch was passiert mit den Tauben, sobald sie in die Lüfte steigen und das Brautpaar sich anderen Dingen widmet?

Maritta Müller erklärt, warum Hochzeitstauben zum Sterben verurteilt sind. Foto: GSCHWÄTZ

// „Eine traurige Tradition“ //

Maritta Müller vom Taubenhaus in Künzelsau erklärt: „Eine traurige Tradition, dass man am Hochzeitstag weiße Tauben fliegen lässt und die an dem Tag sehr schön findet. In der Regel sind das aber Tiere, die gezüchtet werden für diesen einen Tag. Sie werden frei gelassen und wissen dann nicht wohin, da sie in der Regel kein zu Hause haben. Es kommt ein Greifvogel und holt sie sich, weil sie auffällig weiß sind. Sie sind überzüchtet, haben zu kurze Schnäbel und können nicht richtig picken.“ Müller kümmert sich täglich um die 150 im Taubenhaus in Künzelsau lebenden Tauben und die Stadttauben, welche jeden Tag zur Fütterungszeit vorbeikommen. Auch Hochzeitstauben sind darunter.

// „Für mich ist das kein Sport, sondern Tierquälerei.“ //

Brieftauben ergeht es ähnlich. Die monogam lebenden Tiere würden ihren Partnern entrissen und zum Beispiel 300 Kilometer weiter weg wieder frei gelassen werden. „Die Brieftauben müssen dann wieder nach Hause finden. Die Schnellste und Beste gewinnt und es gibt Preisgelder. Für mich ist das kein Sport, sondern Tierquälerei“, sagt Müller. „Man nimmt das Männchen und bringt es weg. Das Männchen will nichts lieber, als zu seiner Familie und deswegen fliegt es so schnell. Aber oft schaffen sie es nicht.“ Das Taubenhaus beherbergt momentan zwölf solcher Vögel. Man erkennt sie daran, dass sie einen Ring ums Bein haben.

// über 1.000 Tauben weniger in Künzelsau //

Die ersten 20 Tauben hat Müller in der Künzelsauer Innenstadt gefangen und im Taubenhaus eingesperrt, bis sie angefangen haben zu brüten. Danach sind sie nicht mehr eingesperrt, aber sie bleiben dann aus reiner Gewohnheit an diesem Fleck, ihrer neuen Heimat – ein freies Areal rund um ein kleines Gartenhäuschen am Rande von Künzelsau.

// Wer ernährt sich schon gerne von Essensresten und Kippenstummel? //

Aber wie kam es dazu, dass immer mehr Tauben die Städte bevölkern? Früher habe man Tauben gezüchtet, um sie zu essen, erklärt Müller, aber irgendwann habe man die Tauben nicht mehr gewollt. Die Taubenliebhaberin verdeutlicht: „Dazu kommt, dass die Tauben in der Regel krank sind, weil sie nichts zu fressen finden – oder das Falsche zu fressen finden. Tauben sind reine Körnerfresser. In der Stadt finden sie aber nur Essensreste und fressen sogar Zigarettenkippen, wenn es ganz schlimm kommt – weil sie am Verhungern sind.“ Da die Tauben meist im Schwarm auf Nahrungssuche sind, erklärt Müller, sind sie für viele Menschen lästig. Aber auch die Angst vor dem gesundheitsgefährdeten Kot schwirre immer im Hinterkopf der Menschen. „Das ist eigentlich bitter, weil es ein von Menschen gemachtes Problem ist. Menschen sind dafür verantwortlich, dass man den Tauben hilft – so wie hier in Künzelsau. Die Taubenanzahl wird minimiert, in dem man Eier abliest,“ erklärt die Künzelsauerin.

Die Ehrenamtlichen locken die Tauben mit Futter raus aus der Künzelsauer Innenstadt zum Taubenhaus. Foto: GSCHWÄTZ

// „Riesige Drecksarbeit, aber ich mache nichts so gerne wie das“ //

Eier ablesen bedeute, wenn eine Taube ein Ei legt, nimmt man dieser Taube das Ei weg und ersetzt es durch ein Gips-Ei, damit den Tauben der Eierklau von den Taubenfreunden nicht auffällt. Bisher konnten so über 1.000 Eier entfernt werden. Das seien, so Müller, über 1.000 Tauben weniger in der Künzelsauer Innenstadt.

Für die Arbeit im Taubenhaus will man gut ausgerüstet sein.

So schaut es im Inneren des Taubenhauses aus. Foto: GSCHWÄTZ

Auch Landrat Dr. Matthias Neth (2. v. li.) und Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann (rechts) statteten dem Taubenhaus schon einen Besuch ab. Foto: Taubenfreunde

// Ehrenamtliche gesucht, auch Handwerker //

Das Taubenhaus ist immer auf der Suche nach Ehrenamtlichen, die im Taubenhaus aktiv helfen. „Wenn die Tauben gesund sind, sind es wunderschöne, dankbare und intelligente Tiere“, so Müller. Sie betont aber: „Es ist eine riesige Drecksarbeit, aber ich mache nichts so gerne wie das.“ Das Taubenhaus soll um eine Quarantäne erweitert werden. Dafür werden noch Handwerker gesucht.

Wer nicht ausmisten will oder Eier ablesen möchte, kann sich schon darin nützlich machen die schweren Futtersäcke aus dem Auto zu laden. Denn zu den 150 im Taubenhaus wohnhaften Tiere kommen jeden Morgen noch um die 300 Tiere hinzu, die in der Stadt nicht mehr auf der Suche nach Nahrung sind.

Das komplette Interview mit Maritta Müller gibt es als Video auf www.gschwaetz.de.